Neues Schwarzweiss-system von Xerox

Digitaldruck

DigitaldruckAuf den Hunkeler Innovationdays 2005, die vom 14. bis 17. Februar 2005 in Luzern stattfanden, stellte Xerox europaweit erstmals ein neues Schwarzweisssystem für das Einstiegssegment im Produktionsdruck (Druckvolumen zwischen 80000 und 350000 Seiten/Monat) vor. Die Xerox 4110 ist eine Kopierer/Drucker-Kombination, die 110 A4-Seiten pro Minute produzieren kann. Das System eignet sich damit vor allem für die Erstellung von Booklets, Broschüren oder Direct Mailings.

Die Fernsehwerbung fiel ins Januarloch

Werbemarkt Nach den Feiertagen die kalte Dusche: Die Fernsehwerbung hat den Schwung der Vormonate verloren und ist mit einem Minus ins neue Jahr gestartet.

Werbemarkt Nach den Feiertagen die kalte Dusche: Die Fernsehwerbung hat den Schwung der Vormonate verloren und ist mit einem Minus ins neue Jahr gestartet.Das zeigt der Goldbach Electronic Media Index (GEMI). Er weist für das Fernsehen im Januar einen Rückgang von 304 auf 303 Punkte aus. Von September bis Dezember war der Index um fünf Punkte nach oben geklettert. Die schwachen Werbeausgaben im Fernsehen ziehen auch den Gesamtindex der elektronischen Medien um einen Punkt auf 301 hinunter. Dies ist der erste Rückgang seit April 2003. Der ungebremste Erfolg der Radiowerbung, die um drei auf 261 Punkte zulegte, vermochte die Ausfälle beim TV nicht zu kompensieren. Ebenso wenig die Onlinewerbung, die im Januar deutlich an Elan verloren hat und nur noch einen Punkt Wachstum vorweisen kann. Der Teletext-Index ging wie schon im Dezember um zwei Punkte zurück.
Konstant blieb der Index für den gesamten Werbemarkt: Er verharrte auf 161 Punkten. Die gedruckten Medien haben das Minus der elektronischen ausgeglichen. Allerdings ist das Wachstum im Printbereich zu einem grossen Teil darauf zurückzuführen, dass für den Index erstmals die Ausgaben der Pendlerzeitung 20 Minuten für Basel, Bern und Luzern erfasst wurden.
Monatlicher UpdateDie Werbewoche präsentiert neu den Goldbach Electronic Media
Index (GEMI). Er zeigt monatlich die Entwicklung der Werbeausgaben in den elektronischen Medien sowie im Gesamtmarkt seit der
Einführung des ersten Werbefensters 1993.
Der GEMI wird vom Werbevermarkter Goldbach Media ermittelt. Er beruht zu 100 Prozent auf der Erhebung des Schweizer Bruttowerbeaufwands von Media Focus. In einem zweistufigen Verfahren wird die monatliche Saisonalität aus den Zeitreihen herausgefiltert.
Stefano Monachesi

Auf Nachhaltigkeit gebaut

Bau Die Keller Ziegelei, eine der letzten Backsteinfirmen der Schweiz, will ihr technisches Know-how mit einer Kampagne von Inhalt & Form untermauern.

Bau Die Keller Ziegelei, eine der letzten Backsteinfirmen der Schweiz, will ihr technisches Know-how mit einer Kampagne von Inhalt & Form untermauern. Wer sich bei den Referenzobjekten des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA umsieht, stellt fest, dass Ziegelarchitektur nicht hoch im Kurs steht. Selbst der Loftstil-Trend und die vielfältigen architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten des Backsteins konnten der verbreiteten verputzten Aussenwärmedämmung wenig anhaben. Der Anteil der Sichtsteinbauweise am gesamten Hochbauvolumen schwankt in der Schweiz zwischen vier und sechs Prozent.Grund dafür sind der hohe Baupreis und der zusätzlich erforderliche Raum für das Zweischalenmauerwerk aus Backstein. «Zudem entsprach das Sichtmauerwerk nicht dem offenen und hellen Glas/Stahl-Architekturtrend der letzten Jahre, der jede zu starke Sichtschranke weglässt. Dieser Trend ändert sich jedoch wieder. «Sichtmauerwerk ist wieder in», sagt Ruedi Räss, Leiter des Prüf- und Forschungsinstituts Sursee. Anders als in Deutschland – besonders in Hamburg – oder in Spanien – Stichwort Barcelona –, wo noch heute eine hohe Affinität zu diesem Baustoff herrscht, beschränkt sich die Tradition und Kultur des Sichtbausteins in der Schweiz vor allem auf den Bereich der Fabrikbauten der letzten Jahrhundertwende.
Um die Aktualität und Attraktivität eines der ältesten Werkstoffe zu steigern, wurde 2004 der mit 21000 Euro dotierte Brick Award für den besten europäischen Ziegelbau erstmals verliehen. Immerhin holte dort ein Einfamilienhaus im Aargau von Peter und Christian Frei einen Sonderpreis für die Schweiz ab.
Eine der letzten Schweizer Ziegeleien ist die Keller AG mit Sitz in Pfungen, die sich in der über 100-jährigen Firmengeschichte und in drei Generationen von der reinen Baustoffproduzentin zur Dienstleistungs- und Produktionsgruppe entwickelt hat. Laut CEO Christian Keller ist die Holding mit einem Marktanteil von zirka 85 Prozent unbestrittener Leader in der Herstellung und Planung von Sichtmauerwerk und -bauten.
Um nebst den Kernkompetenzen – die Produktion von Back-, Sicht-, Klinkersteinen, Lärmschutzwänden und Fassadenelementen – auch das weitere Dienstleistungsportfolio – Sanierung von Backsteinbauten, Fassadenengineering und Vertrieb von Systemwänden – zu vermitteln, wurde die Zürcher Agentur Inhalt & Form (I&F) mit der Entwicklung und Umsetzung eines neuen Firmenauftritts betraut. Die Aufgabenstellung umfasste die Modernisierung des Erscheinungsbildes vom Corporate Design und Dokumentationsmaterial über den Internetauftritt bis hin zur Imagekampagne.
Mit dem aufgemöbelten Werbeauftritt sollte die Zielgruppe der Architekten und Bauherren für den Baustoff Sichtstein sensibilisiert werden. Da das Wissen über die Qualitäten des Materials dort bereits vorhanden ist, ging es den Verantwortlichen, Berater Claudio Zier und CD Serge Riedener, um die klare, emotionale Vermittlung des Sichtsteins. In ganz- und halbseitigen Inseraten sollen Bauwerke, die in Barcelona fotografiert wurden, in Verbindung mit Menschen Anmut und Design solcher Mauerwerke aufzeigen.
Anmut und Stabilität: Inhalt & Form zeigt Vorzüge des Backsteins.
Luca Aloisi

MedienSchau

In der Berner Zeitung, die Das Magazin seit Jahresbeginn wieder beilegt, beschreibt Chefredaktor Res Strehle dessen Stärken:«Unter der Woche wird die Lesezeit immer knapper, was bedeutet, dass Tageszeitungen keine komplexen Geschichten mehr publi

In der Berner Zeitung, die Das Magazin seit Jahresbeginn wieder beilegt, beschreibt Chefredaktor Res Strehle dessen Stärken:«Unter der Woche wird die Lesezeit immer knapper, was bedeutet, dass Tageszeitungen keine komplexen Geschichten mehr publizieren. Am Wochenende haben die Leute etwas mehr Luft – und wollen durchaus lesen. Unsere Marktforschung hat ergeben, dass eine starke Titelgeschichte von bis zu drei Vierteln aller Leserinnen und Leser gelesen wird. (…) Zudem unterstützt uns ein Phänomen, das der Soziologe Kurt Imhof Lemmingverhalten nennt. Obschon unter Zeitungen freier Meinungswettbewerb herrscht, werden die Stossrichtungen immer ähnlicher. Ein Medium schreibt dem anderen hinterher. Das öffnet uns ein weites Feld.»
…
Das Münchner Weltblatt meint scherzhaft «Fernsehen war gestern» und porträtiert die erste Fernsehserie fürs Handy:
«Eine Episode dauert nur etwas über eine Minute, der Bildschirm ist kaum acht Zentimeter gross und für Twentieth Century Fox und Verizon ist es das TV-Format der Zukunft: ‹24 Conspiracy› lautet der Titel einer Serie, die soeben vom Erfinder der Echtzeit-Show ‹24› fertig gestellt wurde.
In England und den USA ist die kleine, aber mobil empfangbare kleine Schwester der preisgekrönten Anti-Terror-Serie bereits angelaufen. (…) Jede der 24 Mini-Episoden lassen sich einzeln oder im Abo aufs Handy holen. Der Episodenpreis beträgt einen Dollar, die gesamte Staffel kostet 19,99 Dollar. (…) In Deutschland soll die Serie im Bonsai-Format frühestens im Sommer zu sehen sein.»
…
Im Schweizer Medienmagazin beklagt sich SDA-Direktor Bernard Reist über die schrumpfende Solidarität unter den Schweizer Verlegern:
«Der deutschsprachige Basisdienst macht Gewinn, die Dienste in den lateinischen Sprachen hingegen schreiben jährlich über drei Millionen Franken Verlust. Diese Defizite werden letztlich von den Deutschschweizer Verlegern gedeckt. Ich kann verstehen, dass die sich fragen, weshalb sie Edipresse oder den Corriere del Ticino quersubventionieren sollen. Ich bin zwar nicht ihrer Meinung, aber wir werden nach neuen Modellen suchen müssen. Eine mögliche Lösung wäre, die Westschweizer Verlage künftig etwas mehr bezahlen zu lassen.»

Warum die NZZ die Regionalblätter stärken will

Zeitung Die NZZ baut den Service für Regionale aus und will damit die Branche strategisch stärken.

Zeitung Die NZZ baut den Service für Regionale aus und will damit die Branche strategisch stärken.Im Zusammenhang mit dem Zürcher Zeitungsdeal zwischen NZZ und PubliGroupe wurde immer mal wieder eine Firma genannt, deren Zweck bisher kaum je genauer beleuchtet wurde: die Freie Presse Holding (FPH), bisher eine 100-Prozent-Tochter der NZZ. Die Firma geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, weil die PubliGroupe dort einen noch unbestimmten Minderheitsanteil erwerben will – im Austausch gegen jene Beteiligungen, die sie bei der Zürichsee Zeitung und beim Zürcher Unterländer an die NZZ abtritt. Diese Verhandlungen sind derzeit im Gang. Von der FPH ist bekannt, dass sie der NZZ als eine Art Depot für alle ihre Beteiligungen an Regionalzeitungen dient (siehe Kasten). Weniger bekannt ist, dass die FPH auch die FPH Services beherbergt, die eine Reihe von Dienstleistungen für Regionalzeitungen anbietet. «Die FPH Services entstand, als wir die Situation der Regionalzeitungen genauer analysierten», sagt Beat Lauber, Mitglied der NZZ-Gruppenleitung und Geschäftsleiter der FPH Holding. Weiter: «Unsere Branche steht vor grossen Herausforderungen: Die klassische Wertschöpfungskette ist tot, die Mediengattungen stehen in einem Verdrängungswettbewerb und es drohen politische und wettbewerbsrechtliche Beschränkungen.»
Deswegen stünden insbesondere Regionalzeitungen vor der Frage, wie sie ihre Qualität gleichwohl sichern können. «Das ist nur möglich in einem Kooperationsmodell, allein gehts nicht», weiss Lauber. Genau hier setze auch die FPH Services ein: «Über sie wollen wir uns vermehrt um die Branche kümmern und ihr helfen, neue Lösungen zu suchen, Diskussionen in Gang zu bringen und die Regionalzeitungen zu stärken.»
Die FPH tut dies, indem sie das so genannte Pressenetz initiierte, über das Redaktionen ihre Artikel austauschen können. Derzeit läuft es im Testbetrieb. Dann liess man zusammen mit dem St. Galler Tagblatt ein Internet-basiertes Leserbefragungstool entwickeln (siehe WW 44/04), neu gibt es auf www.fph-services.ch einen Ideenpool (siehe Kasten) und schliesslich will sich FPH Services mit Beratung sowie bei der Aus- und Weiterbildung engagieren. Alles steht unter den Stichworten Qualitätssicherung, Kundenbindung und Vernetzung.
Geschäftsführer der FPH Services ist der ehemalige Bund-Verlagsdirektor J. Pepe Wiss. Was das Engagement kostet, wollte Lauber nicht offen legen, nur so viel: Die Vorinvestitionen für das Pressenetz betrugen 150000 Franken, derzeit ist die Teilnahme für eine Redaktion noch gratis. Und das Kundendialogsystem soll sich über Lizenzgebühren refinanzieren.
Doch warum engagiert sich die FPH Services so? Will sie damit weitere Regionalzeitungen ködern? «Ganz im Gegenteil, mit unserem Netzwerk wollen wir sie stärken, damit wir mit gesunden und selbstständigen Regionalzeitungen kooperieren können», sagt Lauber. «Denn nur wenn die Regionalverlage stark genug sind, müssen sie nicht verkaufen und geraten auch nicht in fremde Hände. Wir können ja nicht alles aufkaufen.»
Das FPH-PortfolioIn der FPH hat die NZZ neben der FPH Services folgende Beteiligungen gesammelt: 70 Prozent beim St. Galler Tagblatt, 40 Prozent beim Bund Verlag, 40 Prozent beim Tagblatt der Stadt Zürich, 57 Prozent bei Buchs Medien (Werdenberger & Obertoggenburger) und 51 Prozent bei der LZ Medien Holding (Neue Luzerner Zeitung).
Ferner ist der 97-Prozent-Anteil an der Radig AG, der Werbevermarkterin von Radio BE1, im Portfolio. Bald schon kommen noch 20 Prozent von der Zürichsee Presse (Zürichsee Zeitung), 37 Prozent von Zürcher Oberland Medien (Zürcher Oberländer) und 40 Prozent von Akeret (Zürcher Unterländer) hinzu. (mk)
Bringt gute Ideen!Seit kurzem findet sich auf der Website www.fph-services.ch ein Ideenpool für «gute Ideen und Konzepte, die sich bei Regionalzeitungen auf der ganzen Welt bewährt haben». Wer auf eine gute Idee gestossen ist, eine selbst entwickelt oder sogar schon ausprobiert hat, kann sie dort nach einem bestimmten Raster eingeben. Umgekehrt ist es auch möglich, die vorhandenen Ideen zu durchsuchen und einzusehen. «Bei den einzelnen Zeitungen gibt es oft sehr gute Ideen, die eigentlich der ganzen Branche nützen könnten», sagt Beat Lauber. Und weil sich Regionalzeitungen selten konkurrenzieren, werde der Ideenaustausch auch kaum zum Problem. Lauber: «Darum wollen wir den Austausch nun institutionalisieren.» (mk)
FPH-CEO Beat Lauber (links) und J. Pepe Wiss von FPH Services.
Markus Knöpfli

Der Berg ruft

Aussenwerbung In Leipzig lockte das grösste Panoramabild der Welt insgesamt eine halbe Million Besucher an. Die Rundumansicht des Mount Everest und seiner Nachbarn wurde digital auf 3500 Quadratmeter Stoff gesprayt.

Aussenwerbung In Leipzig lockte das grösste Panoramabild der Welt insgesamt eine halbe Million Besucher an. Die Rundumansicht des Mount Everest und seiner Nachbarn wurde digital auf 3500 Quadratmeter Stoff gesprayt.Als am 24. Mai 2003 in Leipzig aus Anlass des 50. Jahrestages der Erstbesteigung des höchsten Berges der Welt die Ausstellung «8848 Everest 360°» eröffnet wurde, ahnte noch niemand, dass die grosse Publikumsresonanz für eine Verlängerung bis Ende Januar 2005 sorgen würde. «Magnet» der Ausstellung in einer riesigen ausgedienten Gasometerhalle war ein 360°-Panorama, das den Mount Everest und die ihn umgebenden Achttausender aus der Perspektive von einer 6000 m hoch gelegenen Talsohle, dem Ausgangspunkt der meisten Besteigungen, zeigte. In Digital-Airbrush-Technik übertrug die Firma Big Image Systems streifenweise das Rundgemälde von Yadegar Asisi (siehe Kasten) auf mehrere 33 m lange Leinwandbahnen, die anschliessend zu einer Umfangslänge von 105 m zusammengenäht wurden.
Digital Airbrush versus InkjetDer Charakter des Gemäldes von Yadegar Asisi bleibt auch beim Panoramabild erhalten, selbst wenn man nahe an den besprayten Stoff tritt und vergeblich nach Rasterpunkten sucht. Im Gegensatz zum digitalen Tintenstrahldruck liegt dem Digital Airbrush keine stochastische oder gar autotypische Rasterung zu Grunde. Bitmap- und Vektor-Grafikdaten lassen sich massstäblich in grosse Ausgabe-Bitmaps umsetzen. Der Vorteil liegt in einer halbtonähnlichen Bild-wiedergabe.
Das Familienunternehmen Big Image Systems (www.bigimage.se), 1987 von Werner Schäfer, einem schwedischen Generalvertreter für einen amerikanischen Airbrush-System-Hersteller, gegründet, ist auf das Besprühen grossflächiger flexibler Materialien spezialisiert. Baugerüstwerbung, Ballonhüllen, Segel, Bühnen- und Studiokulissen, Messestände, Fahnen, Banner und dergleichen gehören zu den «Druck»aufträgen, bei denen es sich oftmals um Unikate handelt. Die Produktion ist eine ungewöhnliche Mischung aus Hightech, Handwerk und Kunst.
Da die Airbrush-Systeme nicht mit den Wünschen der Kunden wachsen konnten, entschloss sich Schäfer zur Entwicklung und Fertigung eigener Airbrush-Anlagen. Am schwedischen Stammort Täby wie auch in der 1995 gegründeten deutschen Produktionsniederlassung in Berlin-Stahnsdorf (www. bigimage.de) stehen heute jeweils drei Big Image Digital Printers zur Verfügung; in Täby ergänzt noch ein Wide-Format-Inkjet-Printer Vutek UltraVu 5300 mit über 5 m Druckbreite das Leistungsspektrum. Die «Marke Eigenbau» von Big Image ist mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem 1996 mit dem schwedischen Designpreis.
Die Trommeln der Digital-Airbrush-Systeme mit mannshohem Durchmesser weisen Arbeitsbreiten von 5 bzw. 12 m auf. Wie bei Inkjet-systemen, die solche Breiten allerdings nicht erreichen, «rotieren» die Trommeln nur sehr langsam; die Vergrösserung des Mount-Everest-Rundbildes wurde mit zeilenweisen Schritten von 3 mm über die Formatbreite gesprayt. «Wir rechnen nicht in dpi, sondern bei uns steht der Zeilenabstand für die Auflösung der Motivwiedergabe», erläutert Manfred Müller, Produktionsleiter in Berlin.
Aus handelsüblichen Spritzpistolen, die zu digital gesteuerten, kontinuierlich arbeitenden Spritzköpfen in frei wählbarer Anzahl zusammengefasst sind, wird Tinte auf das Material gesprüht. Gobelintüll, Seide, Fahnenstoff, Trevira, Imagepapier, Projektionsfolie, Rolltex, Nessel, Malerleinen, Segeltuch, Filzteppich und PVC-Bodenbelag sowie Netzvinyl, transparentes und opakes Vinyl sind die am häufigsten besprühten Materialien. Eine Rolle spielt dabei auch die Umweltverträglichkeit der eingesetzten Materialien bzw. deren Recycelbarkeit. Dass der Mount Everest mit lösemittelfreier Tinte abgebildet wurde, steht im Einklang mit dem künstlerischen Anliegen.
Verzerrungsfreie MotiveIn der Entwicklungsabteilung in Schweden wurde eine Software geschrieben, die es ermöglicht, komplexe Motive passgenau und verzerrungsfrei auch auf gewölbten Flächen wiederzugeben. Das Digital Balloon and Sail Printing System zerlegt die Motive z. B. für Grosssegel, Spinnaker und Ballonhüllen in Segmente – so genannte Paneele – und «projiziert» das Motiv auf die Segelform, die aus den Daten des Segelherstellers berechnet wird. Resultat soll sein, dass das geblähte Segel die perspektivischen Verzerrungen weitgehend kompensiert, damit der Betrachter meint, ein flaches Plakat vor sich zu haben. Segel bilden nicht nur einfach eine triviale Rundung aus, sondern münden kissenartig in Bespannungspunkten. Die Software modelliert deshalb eine dreidimensionale Darstellung, deren Abstimmung mit den Kunden aus der ganzen Welt über das Internet erfolgen kann. Nach dem «Gut zum Druck» sprüht Big Image Systems die Paneele auf das Segeltuch. Das wird anschliessend an den Segelhersteller gesandt, der mit Laserschneidsystemen die Paneele heraustrennt und vernäht.
Neben dem eigentlichen Digital Airbrush gehört generell das Organisieren des Zuschneidens und Zusammennähens komplizierter Objekte zum Komplettservice von Big Image Systems. Für das Panoramabild «Mount Everest» musste extra eine grosse Halle gemietet und mussten Hilfskräfte zum Nähen und Montieren engagiert werden.
Eine weitere Eigenentwicklung ist das Ausstellungssystem FlexiT, bestehend aus schwarzen Aluminiumstangen, -füssen und -kappen, Spots und biegsamen Schienen. Damit lassen sich ohne Werkzeug die Grossbilder schnell und einfach aufstellen und auch wieder verpacken und transportieren – für Messeauftritte und Roadshows von Unternehmen eine überlegenswerte Alternative zu starren, oft nicht wieder verwendbaren Wänden.
Standards für OriginaldatenWenn es um extreme Vergrösserungen geht, bei denen kleine Unzulänglichkeiten zu grossen Makeln wachsen können, muss auf den richtigen Datentyp und die Qualität der Daten geachtet werden. So sind JPEG, GIF und BMP verpönt. Alle Grafik- und Bilddateien (TIFF, EPS und PDF sowie Nativformate aus Adobe Photoshop und Illustrator, Corel Draw! und Macromedia FreeHand) sowie Layoutdokumente (QuarkXPress, Adobe InDesign und PageMaker) müssen in CMYK und/oder Pantone angelegt sein. Der Vergrösserungsmassstab sollte bei 1:10 liegen und eine Originalauflösung von 350 ppi aufweisen. Stuffit, Dropstuff oder DiscDoubbler für Mac und WinZip für PC sind die gewünschten Komprimierungsprogramme, um das Datenvolumen auf maximal 300 MB zu begrenzen.
Beim Erstellen von 360°-Panoramabildern verweist Big Image Systems die Foto- und Videokünstler unter anderem auf Reality Studio von Panoguide.com. Das vielseitige Softwarepaket unterstützt das Verarbeiten und Abspielen von Panoramaaufnahmen als Applet-Clip auf einer Webseite, berechnet glatte Übergänge in zusammengesetzten Teilbildern und eignet sich auch als Basis für die Konzeption von Panoramen wie dem Mount Everest.
Big Image SystemsDas in Täby bei Stockholm ansässige Unternehmen Big Image Systems ist auf künstlerische, dekorative und werbliche Grossbildkommunikation spezialisiert (www.bigimage.se).
Das Everest-Panorama wurde von der Deutschland-Niederlassung in Berlin (www.bigimage.de) hergestellt. Dort werden digitale Grossbilder produziert für Messen und Events, für Theater, Film und TV, für Museen und Ausstellungen, zur Gestaltung von Shops sowie für Fassadenwerbung. (dk)
Der Architekt und Maler Yadegar AsisiDer Mies-van-der-Rohe-Preisträger Yadegar Asisi (49) gesteht: «Die Herstellung von Panoramabildern und -filmen ist meine Leidenschaft! Ich möchte Illusionen schaffen.»
1986 liess er in Kreuzberg ein Stück der Berliner Mauer «verschwinden», indem er auf die Westseite der Mauer den von ihr verdeckten Teil einer in Ostberlin stehenden Kirche malte.
1995 hängte er im Rahmen des Projektes «Berlin 2005» in kreisrunden Zelten riesige Panoramen – ebenfalls gemeinsam mit Big Image Systems realisiert – auf, viele davon eigene Entwürfe, die an ihrem jeweiligen Standort das Stadtbild in zehn Jahren zeigten.
Und in New York entwickelte er 2002 gemeinsam mit dem Stararchitekten und späteren Sieger der Ausschreibung Daniel Libeskind ein Panoramavideo, das dessen Pläne zur Bebauung von Ground Zero simuliert. (dk)
Zusammengenäht: Zum Nähen des 3500 Quadratmeter grossen Everest-Panoramas musste eine grosse Halle gemietet werden (oben). Simuliert: «Alpenglühen» gibts auch im Himalaja (links).
Hochgezogen: 360°-Ansicht des Mount Everest im Gasometer (Querschnitt und Schnittzeichnung).
Das Everest-Panorama wurde mit Digital Airbrush hergestellt.
Die Produktionsräume von Big Image Systems in Berlin.
Dieter Kleeberg

Lebensgefühl im Realdesign

Botanik/ Am 18. März findet in Bern wieder eine Museumsnacht statt. Ein wichtiger Treffpunkt wird dabei der Botanische Garten sein.

Botanik/ Am 18. März findet in Bern wieder eine Museumsnacht statt. Ein wichtiger Treffpunkt wird dabei der Botanische Garten sein.Botanik Am 18. März findet in Bern wieder eine Museumsnacht statt. Ein wichtiger Treffpunkt wird dabei der Botanische Garten sein. Nach Franz Gertsch (2003) und Adrian Frutiger, Rudolf Mumprecht und René Rüegsegger (2004) widmet der BOGA der Universität seine 3. Museumsnacht dem Berner Designer-Kollektiv Büro Destruct. Zwar sind deren Werke dem jungen Bern wohl vertraut, doch die grosse Anerkennung kommt bislang eher aus dem Ausland. Büro Destruct war und ist Thema mehrerer Verlagswerke und wer im Guestbook von Destruct stöbert, findet Einträge aus allen Ecken der Welt. Die Tradition des Büros ist in einem eigenständig prägenden, grafischen Stil begründet, der von der Pop Art der 60er bis zum Hightech-Symbolismus der Gegenwart reicht. Büro Destruct bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst, Gebrauchsgrafik, 3D-Design und Werbung. Die Ausstellung im Botanischen Garten wird ergänzt durch Live Acts des Berner Duos Fratelli Spinelli. Dieses hat den BOGA-Song sowie eine CD zum Event mit feinstem Berner Rock im Palmensound produziert.

Swatch bleibt dem Beach-Volleyball treu

Sponsoring I Swatch hat sein Engagement beim Internationalen Volleyball-Verband FIVB um vier Jahre verlängert.

Sponsoring I Swatch hat sein Engagement beim Internationalen Volleyball-Verband FIVB um vier Jahre verlängert.Der Bieler Uhrenhersteller ist bereits seit zwei Jahren Titelsponsor der FIVB Beach Volleyball World Tour. Zusätzlich wird Swatch jetzt auch als Namenspatron an den FIVB-Weltmeisterschaften im Juni 2005 in Berlin und 2007 an einem noch zu bestimmenden Austragungsort auftreten. Der Partnerschaft mit dem FIVB widmet das Unternehmen zudem zwei neue Uhrenmodelle.

Neue Agentur mit Cash gelockt

Pitch Ringier setzt bei der Agentursuche aufs gemeinsame Gespräch.

Pitch Ringier setzt bei der Agentursuche aufs gemeinsame Gespräch.Die Wirtschaftsrevue Cash aus dem Hause Ringier will eine neue Werbeagentur. Die Nachfolge von Lowe und zuletzt Seiler soll aber nicht in einem herkömmlichen Pitch evaluiert werden. «Mit neun Agenturen haben wir auf unkonventionelle Art je 90 Minuten ein Gespräch geführt. Die Kreativen mussten uns dann auf einem Blatt Papier ihre Gedanken zur Werbung für Cash formulieren», erklärt Thomas Trüb, Geschäftsführer Cash Wirtschaftsmedien. Nach der Prüfung dieser Notizen rund um Status heute, Ziel und Grundidee für eine neue Kampagne sind jetzt zwei Agenturen in die engere Wahl gekommen. Sie werden am Erscheinungstag dieser Werbewoche benachrichtigt und eingeladen, mit der Redaktion zu einem ausgiebigen Gespräch zusammenzutreffen. Dann wird der Auftrag vergeben. «Ohne Präsentation, denn wir zweifeln nicht daran, dass alle Angefragten schöne Pappkartons bekleben und gestalten können», meint Trüb. Ausschlag geben soll einzig die entstandene oder eben ausgebliebene Chemie bei den Gesprächen mit der Redaktion. Euro RSCG, Krieg Schlupp Springer & Jacoby, Publicis, Seiler, Lang Gysi Knoll gehören zu den neun Eingeladenen – man darf gespannt sein, wer im Gespräch überzeugt. Beim Cash ist die Verlagsleitung «positiv überrascht», wie hoch die Qualität der nur mit wenigen Zeilen formulierten Ideen war. «Die Auswahl war schwierig», verrät Thomas Trüb. Die Papiere wurden anonymisiert, bevor sie der Geschäftsleitung zur Bewertung vorgelegt worden sind. Von der zukünftigen Cash-Werbung dürfe man «etwas sehr Neues» erwarten.
(pan)

PWA-Index startet positiv ins Jahr

Onlinewerbung Mit einem Anstieg um 2,2 auf 102,2 Punkte im Januar hat das Jahr 2005 gut begonnen für den PWA-Index.

Onlinewerbung Mit einem Anstieg um 2,2 auf 102,2 Punkte im Januar hat das Jahr 2005 gut begonnen für den PWA-Index.Zum Jahreswechsel war der Index, der die Entwicklung der Schweizer Onlinewerbung zeigt, wie immer auf 100 Punkte zurückgesetzt worden. Obwohl der Anstieg eher moderat sei, unterstreiche er doch die grundsätzliche positive Tendenz, kommentiert Publimedia Webadvertising (PWA).

Es ist angerichtet

Pierre C. Meier über Walpens Spesen und den Amoklauf der Verleger.

Pierre C. Meier über Walpens Spesen und den Amoklauf der Verleger. In der nächste Woche beginnenden Frühjahrssession soll das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) im Ständerat behandelt werden. Letzte Woche gab das Uvek bekannt, dass Bundesrat Moritz Leuenberger die Finanzkontrolle beauftragt hat, die Bücher der SRG zu durchleuchten. Grund dafür sei die von der SRG in Aussicht gestellte Forderung nach einer Gebührenerhöhung sowie die geplanten Internetaktivitäten. Dieses Timing kann ja wohl kein Zufall sein. Doch was sind die Beweggründe von Leuenberger, gerade jetzt diese Untersuchung zu veranlassen? Konkret: Wer kann ein Interesse daran haben, dass das neue RTVG verzögert wird? Realistisch gesehen eigentlich fast alle Beteiligten. Wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Die SRG kann mit dem heutigen Gesetz gut leben, schliesslich garantiert es ihre starke Stellung, und sie muss den privaten Anbietern keine Konzessionsgebühren abgeben. Auch die SP kann mit dem Status quo leben – aus den gleichen Gründen wie die SRG.
SVP und FDP waren schon immer gegen das neue RTVG, weil es überreguliert sei und privaten Anbietern zu wenig Freiraum lasse. Die angekündigte Finanzkontrolle ist also ein wunderschöner Steilpass, um die Beratung im Ständerat zu Fall zu bringen, so wie man es – erfolglos zwar – schon im Nationalrat versucht hat.
Die Einzigen, die eigentlich ein vitales Interesse haben müssten, dass die RTVG-Revision möglichst rasch in Kraft tritt, sind die Verleger. Denn die bekommen nur dann ihre Ration aus dem Gebührentopf, um ihre defizitären Lokalfernsehstationen über Wasser zu halten. Doch was tun sie? Aufgeschreckt durch Walpens Newsportal-Ambitionen laufen sie Amok. Praktisch gleichzeitig skandalisieren Blick und NZZ am Sonntag Spesen- und Autoregelung des obersten SRG-Chefs. Man sägt also frischfröhlich am virtuellen Gebührenast, auf dem man noch gar nicht sitzt, aber möglichst bald sitzen möchte.
Und wer profitiert von der ganzen Aufgeregtheit? Natürlich die SRG – Leuenberger sei Dank.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor

News.ch mit bezahlten Onlinevideos

Internet-TV Unter dem Namen «eGadgets» ist auf dem Onlineportal News.ch neu ein monatlicher Videobeitrag zu sehen. «eGadgets» präsentiert in zehn Minuten Neuheiten auf dem Multimediamarkt.

Internet-TV Unter dem Namen «eGadgets» ist auf dem Onlineportal News.ch neu ein monatlicher Videobeitrag zu sehen. «eGadgets» präsentiert in zehn Minuten Neuheiten auf dem Multimediamarkt.Die Beiträge werden von News.ch und der Partnersite Futurebytes.ch produziert und mit der Technologie von Streamix im Netz übertragen. Streamix-Geschäftsführer Lukas Gysling moderiert das Video. Werbetreibende können zu Beginn, in der Mitte und am Ende von «eGadgets» klassische Werbespots platzieren. News.ch sieht darin eine attraktive und emotionale Alternative zu gängigen Onlineformaten wie Bannerwerbung.
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