Man höre und staune

Hörhilfen Für Hörgerät-Retailer Amplifon hat die Agentur TWFE eine Kampagne entwickelt, die Hören mit Sehen gleichsetzt. Letzteres reduzierte sie auf eine schwarze Fläche, um die Behinderung darzustellen.

Hörhilfen Für Hörgerät-Retailer Amplifon hat die Agentur TWFE eine Kampagne entwickelt, die Hören mit Sehen gleichsetzt. Letzteres reduzierte sie auf eine schwarze Fläche, um die Behinderung darzustellen.Und da man diese Farbe nicht hört, wurden klangvoll anregende Kürzestgeschichten hinzugefügt. Gelegentlich seien die literarischen Anspielungen «sexy», um «mehr Freude ins Tabuthema zu bringen». Spannend liest sich auch die Liste der Beteiligten. Auf dieser taucht Ursula Pia Jauch auf, ihres Zeichens Uniprofessorin für Philosophie und Kulturgeschichte sowie Publizistin und Feuilletonautorin der NZZ. Den Exkurs vom Elfenbeinturm in die Niederungen der Werbung verdankt sie TWFE-Chef und CD Marco Fumasoli, den sie privat kennt.

Live on Stage

Adscreen Neu vermarktet IP Multimedia Screens an Konzerten. Darunter sind auch Big Screens.

Adscreen Neu vermarktet IP Multimedia Screens an Konzerten. Darunter sind auch Big Screens.Ob Openair Frauenfeld, Festival im HB Zürich, Openair Val Lumnezia, Openair Gampel, Summer End Festival oder Hip Hop & R’n’B Silvester Jam – bei all diesen Freiluftkonzerten sind die Künstler und Stars nicht nur direkt auf der Bühne zu sehen, sie werden auch live auf Screens in VIP-Zelten und auf ein bis zwei Big Screens (ab 15 Quadratmetern) neben der Bühne gezeigt.Zwischen den Auftritten einzelner Bands werden auch dreiminütige Werbeloops ausgestrahlt. Zuständig für die exklusive Ver- marktung dieser Werbezeit ist IP Multimedia (Schweiz) AG, die Vermarktungsfirma von Goldbach Media. «Dieses Netz ist aussergewöhnlich, es überzeugt durch eine homogene Zielgruppe und ist gut für unser Image», freut sich Martin Schlenker, bei IP zuständig für den Bereich Adscreen.
Die sechs Openairs können nur als Gesamtpaket gebucht werden, ein 20-Sekunden-Spot kostet brutto 25000 Franken. Noch steht die Zahl der Ausstrahlungen nicht fest, Schlenker rechnet jedoch mit rund 30 bis 40 pro Anlass. Ausgehend von drei Kontakten pro Person (letztes Jahr zählte man insgesamt 170000 bis 180000 Besucher) ergibt dies einen TKP von knapp 50 Franken. Anders als bei den meisten anderen In- und Outdoor-Screens können in diesem Fall die Spots mit Ton abgespielt werden.
Möglich ist allerdings, dass sich der Paketpreis noch ändert, falls nämlich auch die Openairs St. Gallen und Hochybrig sowie der Energy-Event nach der Streetparade hinzukommen. Hier laufen die Verhandlungen noch. Schlenker, der neu auch ein Screen-Netz an Kiosken vermarktet (siehe S. 20), ist jedoch zuversichtlich.
(mk)

Ziegler Papier auf Kurs

Unsatz Trotz Währungsturbulenzen und hohen Energiepreisen hat Ziegler Papier ein relativ gutes Jahr hinter sich. Umsatz und Ertrag konnten gegenüber 2003 gehalten werden.

Unsatz Trotz Währungsturbulenzen und hohen Energiepreisen hat Ziegler Papier ein relativ gutes Jahr hinter sich. Umsatz und Ertrag konnten gegenüber 2003 gehalten werden.Dank eines Cashflows von rund 15 Prozent des Umsatzes war es zudem möglich, sämtliche Investitionen von rund 13 Millionen Franken erneut mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Ziegler Papier verfolgt auch künftig konsequent ihre Nischenpolitik und will die internationale Präsenz ausbauen.

Skiathleten auf der Schippe

Nationalstolz Das alpine Schweizer Skiteam verpasste in Bormio sämtliche Chancen, um im Medaillenspiegel aufzutauchen. Erstmals seit 1966 im chilenischen Portillo stand kein Schweizer auf einem WM-Podest.

Nationalstolz Das alpine Schweizer Skiteam verpasste in Bormio sämtliche Chancen, um im Medaillenspiegel aufzutauchen. Erstmals seit 1966 im chilenischen Portillo stand kein Schweizer auf einem WM-Podest.Das war zwar angesichts des bisherigen Saisonverlaufs keine Überraschung, aber die Enttäuschung sitzt dennoch tief. Diese Entdeckung der Langsamkeit hat die Werbeagentur Jung von Matt/Limmat zum Inhalt einer Anzeige für die Lumix FZ10 gemacht. Mit nur 0,008 Sekunden Auslöseverzögerung macht die Digitalkamera genau das, was der Zeigefinger sagt. Das heisst: Immer scharfe Fotos, selbst von schnellen Objekten. Keine Kamera für das Swiss Ski Team – ideal hingegen für Leute, die es schnell, aber ohne Rucker mögen.

Schweizer Juroren für Cannes bestimmt

Wettbewerbe Vier Schweizer Werberinnen und Werber dürfen bei der Vergabe der Cannes-Lions 2005 mitmachen.

Wettbewerbe Vier Schweizer Werberinnen und Werber dürfen bei der Vergabe der Cannes-Lions 2005 mitmachen.In der prestigeträchtigen Kategorie Film juriert Mike Krüll, Executive Creative Director von FCB Leutenegger Krüll. In der neuen Kategorie Radio juriert Daniela Jakob. Sie ist Creative Director Text bei Lang Gysi Knoll. Andreas Widmer, CEO von Futurecom und Wunderman, beurteilt Direktmarketingarbeiten als Mitglied der Home-Jury bereits im Vorfeld des Festivals. In die Endjury der Lions Direct, die in Cannes tagen wird, nimmt Ralf Doller von Alex Schmid BSW Einsitz. Das Internationale Werbefestival findet vom 19. bis 25. Juni statt.

Zwei Teile statt wie bisher drei

Plakatdruck F12-Formate oder grössere können seit neuem mit weniger Bogenteilen produziert werden.

Plakatdruck F12-Formate oder grössere können seit neuem mit weniger Bogenteilen produziert werden. Weniger ist mehr – zumindest wenn es um die Anzahl Plakatteile geht. Denn anstatt drei müssen zum Beispiel für die Produktion von F12-Plakaten dank neuer grossformatiger Druckmaschinen im Bogenoffset nur noch zwei Plakatteile produziert werden. Die Vorteile sind offensichtlich – es müssen weniger Bogenteile in der Maschine eingerichtet, bedruckt und aufgeklebt werden. Dazu kommt, dass weniger Druckplatten (dafür grössere) benötigt werden und sich insgesamt die Einrichtzeiten an der Maschine verkürzen. Eine grössere Flexibilität bei der Gestaltung (anstatt zwei gleich grosse Teile können beim F12 sujetabhängig auch zwei Teile im Verhältnis 2:1 gedruckt werden; damit ist die Klebstelle nicht mitten im Sujet, zudem kann das rechte Drittel einfach regionalisiert werden), im Druck (Druck von zwei Nutzen oder zwei unterschiedlichen Sujets pro Druckform) und schliesslich auch weniger Probleme und Fehlerquellen beim Plakatieren (Aufkleben) sind weitere Vorteile. Inzwischen haben auch die Plakatierer auf diese Möglichkeiten reagiert. So hat die APG, die grösste Schweizer Plakatgesellschaft, die neuen zweiteiligen F12-Plakate seit 21. Januar offiziell freigegeben. Die erste Neue bei SetaprintBei der Setaprint hat eine der beiden vollautomatischen Siebdruckmaschinen letztes Jahr einer grossformatigen Offsetdruckmaschine vom Typ MAN Roland 900 XXL Platz gemacht. Wenn ein Unternehmen nach gut zwanzig Jahren damit ein Verfahren fast aufgibt und sich einem neuen verschreibt, dann muss es dafür einen Grund geben. Den gab es bei der Setaprint, und der ist schnell erklärt: Inhaber Pierre-Louis Marti glaubt nicht, dass sich der Siebdruck im Plakatbereich noch lange gegen den Offsetdruck behaupten kann. Als einen riskanten Entscheid hat Marti die rund 6 Millionen Investitionskosten (Maschine, bauliche Massnahmen, Ausbau Vorstufe, Workflow, CtP) daher nie gesehen: «Wir haben uns gleich in allen drei Disziplinen verbessert: bei der Qualität, der Geschwindigkeit und nicht zuletzt auch beim Preis. Nicht zu investieren, wäre für das Unternehmen das grössere Risiko gewesen.» Pierre-Louis Marti hat alles daran gesetzt, dass die erste Grossformatmaschine neuerer Bauart nach Bachenbülach gekommen ist. Mit einem halben Jahr Vorsprung gegenüber der Konkurrenz hat er dieses Ziel auch erreicht und konnte nach eigenen Angaben den Marktanteil ausbauen.
Weltweit sind erst drei Maschinen in Betrieb: Zwei in Deutschland und die dritte Roland 900 XXL verliess nun das MAN-Werk Offenbach in Richtung Bachenbülach. Der Erste zu sein, war nicht die Hauptmotivation. Marti freut sich über die Produktivität und über den Sachverhalt, dass die hier zu Lande beliebten dreiteiligen F12-Plakate nunmehr in zwei statt drei Bogenteilen gedruckt werden können.
Die Formatgrösste bei JCM
Die Fünffarben-Rapida-205 von KBA im Format 151 ¥ 205 cm – die einzige Maschine mit einer vollautomatischen Schneideinrichtung –, wird bei JCM ausschliesslich für die Produktion von Plakaten eingesetzt.
Dabei ist die grossformatige Offsetdruckanlage beim Schlieremer Unternehmen nichts Neues. Schon seit mehr als zehn Jahren werden auf einer von JCM selbst importierten und modifizierten Miehle-Bogenoffsetmaschine grossformatige Plakate im Offsetdruckverfahren hergestellt. Mit der Anschaffung der Rapida 205 hat sich JCM vor gut zwei Jahren für eine moderne Druckmaschine entschieden. Die Rapida 205, die derzeit grösste Bogenmaschine, produziert nun seit fünf Monaten. Marketing- und Verkaufsleiter Manfred Sollberger ist begeistert vom vollautomatischen Plattenwechsler, von der integrierten Schneideinrichtung und den kurzen Einrichtzeiten. Technisch ist die Maschine auf dem allerneusten Stand: In der Vorstufe generierte CIP3-PPF-Daten werden direkt übermittelt und steuern automatisch die Farbvoreinstellung. Insgesamt habe sich die Produktivität dank der neuen Maschine deutlich verbessert, ergänzt Sollberger.
Neben hauptsächlich F200-Plakaten werden damit auch GF-Plakate (Grossformat) produziert. Vor allem beim Druck von GF-Plakaten werden die Vorteile deutlich: Statt neun Teile werden nur vier produziert. Zu den Einsparungen von Platten, Einricht- und Druckzeit erzielt JCM einen erhöhten Qualitätsstandard. Die Bogenübergänge werden deshalb auf zwei reduziert.
JCM JCM Offsetdruck AG verfügt über 18 Druckwerke und ist damit die grösste Plakatdruckerei der Schweiz. Domiziliert ist das Unternehmen in Schlieren bei Zürich. JCM beschäftigt heute 47 Mitarbeitende. Das Unternehmen wurde 1895 von Jakob Clemens Müller gegründet.
Seit 1995 druckt JCM grossformatige Plakate im Offsetdruck auf einer eigens importierten und umgebauten Miehle-Vierfarbenmaschine (Format 137 x 197 cm). Schon mit der Miehle konnte das Unternehmen Plakate in weniger Teilen drucken und hat den
Markt damit nachhaltig beeinflusst. Im Oktober 2004 hat bei JCM eine KBA Rapida 205 als grösste Bogenoffsetmaschine der Schweiz die Produktion von Plakaten aufgenommen. Diese Maschine wurde erst wenige Monate vor der Inbetriebnahme bei JCM auf der Fachmesse drupa in Düsseldorf als Weltneuheit vorgestellt.

Im Unternehmen produzieren neben der Rapida 205 noch zusätzliche Fünffarben- und Sechsfarben-Druckmaschinen bis zum Format 100 x 140 cm. (jf)
Setaprint Die Setaprint ist ein zur Pierre-Louis-Marti-Holding gehörendes Unternehmen im Industriegebiet von Bachenbülach, ca. 15 km nördlich von Zürich. Das 25 Mitarbeitende zählende Unternehmen setzt für den Druck von Plakaten drei Druckverfahren ein: grossformatigen Digitaldruck, Siebdruck und Offsetdruck.
Seit seiner Gründung 1986 (damals noch in Zürich-Altstetten ansässig) befindet sich der Maschinenpark technologisch immer an vorderster Front. So wurde 1986 die erste vollautomatische
Siebdruckmaschine der Schweiz installiert. Seither können Cityposter kostengünstig produziert werden. Dann installierte die Setaprint das Direktprojektionsverfahren, womit die Siebdruckformen mittels Mutterlitho direkt bebildert wurden. Ebenfalls als erstes Schweizer Unternehmen erwarb Setaprint 1999 eine Computer-to-Screen-Anlage für die Herstellung von Siebdruckformen auf Basis von digitalen Daten. Und schliesslich nahmen die Pioniere eine grossformatige Plakatdruckmaschine neuster Bauart in Betrieb. (jf)

JCM druckt mit einer KBA Rapida 205 – der formatgrössten Offsetmaschine der Schweiz – grossformatige Plakate in weniger Bogenteilen.
Statt dreiteilig (Bild oben) können F12-Plakate auch bei der Setaprint – hier auf einer MAN Roland 900 XXL – in nur zwei Teilen produziert werden.
Statt drei Bogenteile (rechts) für F12-Plakate müssen nur noch zwei Teile produziert werden. Voraussetzung ist, dass die Druckerei über eine entsprechende Maschine verfügt. Quelle: APG
Jürgen Franck

Branchentreffen

Messe Die Hunkeler Innovationdays 2005 in Luzern boten neuste Entwicklungen rund um Web Finishing und Print-on-Demand.

Messe Die Hunkeler Innovationdays 2005 in Luzern boten neuste Entwicklungen rund um Web Finishing und Print-on-Demand. Farbigkeit, ein erweitertes Bedruckstoffspektrum und höhere Produktionsleistungen werden die Entwicklung digitaler Produktionslinien weiterhin massgeblich prägen. Auf der Seite der Mailing-Herstellung zeichnet sich der durchgängige Prozess von der unbedruckten Rolle bis zum fertigen Produkt ab.Hunkeler hat mit der POPP-Generation 6 eine Pre- und Post-Lösung für digitale Produktionslinien vorgestellt. Im Rolle-Rolle-Modus leistet das neue System 220 m/min bei Papierqualitäten zwischen 45 und 300 g/m2. Als Technologistudie war die neue Grossstapelauslage LS6 in die Linie integriert, die ohne einen vorgeschalteten Buffer Bahngeschwindigkeiten von 150 m/min übernimmt. Die im Format vollautomatisch umstellbare Grossstapelauslage vermag pro Stunde über 1800 Bücher im Format DIN A5 an eine nachgeschaltete Finishing-Komponente (Klebebinder) zu übergeben.
Integrierte Mailing-ProduktionEine weitere Weltpremiere war die integrierte Personalisierung und Veredelung von Direct Mailings auf einer Nipson VaryPress 400 und dem Universalmodul UM-PL 520-W von Hunkeler. Die ab Rolle beschickte vierfarbig bedruckte Papierbahn ohne Führungslochrand (Pinless) wurde bei Bahngeschwindigkeiten von 125 m/min im Printersystem mit variablen Daten bedruckt und anschliessend im Universalmodul gestanzt, perforiert und in Querrichtung (Rausschnitt für randabfallenden Druck) geschnitten. Das US-Unternehmen MAR Graphics wird als erster Anwender einer derartigen Konfiguration dank der Integration bisher getrennter Prozesse die Stückkosten in der Mailing-Herstellung erheblich senken können. Laut Nipson geht die Prozessintegration so weit, dass mit der Einbindung von Rollenoffsetmaschinen die durchgängige Direct-Mailing-Produktion von der unbedruckten Rolle bis zum fertigen Produkt realisiert werden kann.
Innovationdays Seit Hunkeler 1996 die Innovationdays zum ersten Mal durchführte, ist diese Messe stetig gewachsen. Die sechste Auflage des Branchentreffpunkts für das Print-on-Demand, die Formular- und Mailing-Herstellung und die Papierentsorgung fand im Februar in Luzern auf einer Fläche von 4500 m2 statt. Neben Hunkeler waren die bedeutendsten Anbieter von Digitaldrucksystemen und Weiterverarbeitungsanlagen sowie Softwareentwickler und Hersteller von Verbrauchsmaterialien vertreten. (jm)
Jürg Marti

Ammarkt relauncht Kompressionsstrümpfe

Gesundheit Die St. Galler Marketingagentur Ammarkt hat Salzmann Medico als neuen Kunden gewonnen.

Gesundheit Die St. Galler Marketingagentur Ammarkt hat Salzmann Medico als neuen Kunden gewonnen.Sie wurde von der Medizinalfirma mit dem Redesign und dem Werbeauftritt der Kompressionsstrumpf-Marken Venosan und Venofit beauftragt. Ammarkt setzte sich in einem Pitch gegen vier Konkurrenten durch. Bis zum Weltkongress der Beinspezialisten am 2. Oktober 2005 in Rio de Janeiro gestaltet die Agentur zahlreiche Packungen, Arzt- und Fachhandelsbroschüren sowie diverse Gebrauchsanweisungen neu. Dabei sollen die 2003 von der Firma Kundt übernommenen Venofit-Produkte an die Venosan-Linie angelehnt und unter dem Dach von Salzmann Medico vereint werden.

Ganz schön selbstbewusst

Mode Die zweisprachige Agentur Numéro 10 aus Bern will urban orientierte Deutschschweizer Frauen mit La Redoute einkleiden.

Mode Die zweisprachige Agentur Numéro 10 aus Bern will urban orientierte Deutschschweizer Frauen mit La Redoute einkleiden.Mit einer positiven Awareness-Entwicklung nach zwei ersten Werbewellen 2003 und 2004 will die Agentur Numéro 10 für La Redoute jetzt neben dem Namen auch die Modekompetenz des Versandhauses bekannt machen. In Frankreich gilt La Redoute heute als Nummer eins der Modeversandhäuser. Das 1873 gegründete Unternehmen lancierte 1928 zum erstenmal einen Katalog. Mit diesem Verkaufsinstrument geht La Redoute inzwischen in acht Ländern auf Kundenfang. Neben Österreich, Belgien, Spanien, USA, England, Portugal und Schweden erreicht La Redoute heute auch in der Schweiz einen Jahresumsatz von rund 60 Millionen Franken, davon 30 Prozent über Bestellungen im Internet.
Im Jahr 2002 war das französische Unternehmen in der welschen Schweiz mit einer Bekanntheit von 90 Prozent bereits Nummer zwei hinter Veillon. In der deutschen Schweiz gilt es nach wie vor, gegen die traditionellen und gut verankerten Marken wie Spengler, Jelmoli oder Ackermann zu kämpfen sowie gegen die Konkurrenz aus Deutschland mit Otto und KarstadtQuelle.
«Fashionista» wird angepeiltDie helvetische Kommunikation von La Redoute will Numéro 10 an die «Fashionista» adressieren. Diese Frau ist 20 bis 40 Jahre alt und empfänglich für das Neue, das Andere, den Wechsel. «Sie ist sehr aktiv und mobil», wie Gilles Aeby meint. Der Head of Strategic Planning bei Numéro 10 umschreibt die Kernattribute dieser Frau und ihrer Mode weiter als demokratisch, frei, frisch, leicht rebellisch, spontan, erfinderisch, leidenschaftlich, unterschiedlich und emanzipiert. Gezeigt wird deshalb in der Kampagne eine «Fashionista», die genau weiss, was sie will, «in Sachen Mode und überhaupt im Leben».
Umgesetzt ist diese Idee mit einer Frau, die im Auto sitzt, «weil das eigene Auto wie auch Kleider eine Art zweite Haut sind, eine Möglichkeit, seinen individuellen Ausdruck und seine persönlichen Vorlieben auszudrücken». Im Auto sitzend auch, weil diese Pose als Symbol gemeinhin für Männer reserviert ist. Numéro 10 will mit einer weiblichen Protagonistin am Steuer das Bild einer modernen und selbstbewussten Frau zeigen. «Die Frau, die weiss, wo es langgeht, beansprucht das Statussymbol Auto inzwischen für sich.»
Die Kampagne begleitet die Lancierung der Frühlings-/Sommerkollektion 05 und den neuen Modekatalog inklusive Internetportal. Gearbeitet wird mit F12- und F200-Plakaten in der Stadt und Agglomeration von Zürich, Basel, Bern. Die Inserate erscheinen in Modemagazinen.
Auffallen auch mit Model-EventsFür frühere Kampagnen hat La Redoute im Jahr 2003 bereits ein Fashion-Diner in Zürich organisiert. Aus 270 Amateurmodellen wurden 10 für einen Catwalk ausgewählt, trainiert und gestylt. Der Event wurde von «oops» auf SF 2 sowie Tele- Züri begleitet. Die Siegerin durfte
im neuen Katalog posieren. In einer ähnlichen Aktion im Jahr 2004
haben bei der «Experience: Bikini on Ice» 150 Freiwillige in Zürich und 300 in Lausanne mitten im Winter an einem Badekleiderhappening teilgenommen.
Mit solchen Events sind die Katalogbestellungen im Millionen-Zürich nach zwei Kampagnen um 33 Prozent gesteigert worden. Der Umsatz für La Redoute hat um 44 Prozent zugenommen.
Fashion-Diner in Zürich: Mit der Modelagentur Option organisierte La Redoute einen Catwalk.
La Redoute spricht mit seiner Werbung moderne Frauen zwischen 20 und 40 Jahren an.
Die Modebotschaft aus Paris soll über alle Sprachgrenzen hinweg bis nach Zürich zu hören sein.
Ungebremst ins Blumenmeer: Numéro 10 wendet sich für La Redoute an eher forsche Frauen.
Numéro 10 soll Conforama bekannter machen: Der Komiker Gerhard Tschan baut die Brücke zum Publikum.
Die Berner Agentur Numéro 10 drückt aufs Gaspedal: Für La Redoute will sie selbstbewusste Deutschschweizer Frauen anziehen. >> Seite 10
Andreas Panzeri

Cash-Online berichtet wieder kostenlos

Internet Die Nutzer von Cash-Online erhalten wieder mehr Gratisnachrichten. Die Nachfrage nach dem kostenpflichtigen Newsdienst «Secret Service» sei unter den Erwartungen geblieben, bedauert Ringier.

Internet Die Nutzer von Cash-Online erhalten wieder mehr Gratisnachrichten. Die Nachfrage nach dem kostenpflichtigen Newsdienst «Secret Service» sei unter den Erwartungen geblieben, bedauert Ringier.Deshalb wird der Dienst Anfang Mai eingestellt und der frei zugängliche Bereich ausgebaut. Gleichzeitig mit der Umstellung spart Cash-Online auch beim Personal: Fünf Mitarbeiter werden entlassen.

TPC verdreifacht Gewinn

Umsatz Die TV Productioncenter Zürich AG (TPC) hat im vergangenen Geschäftsjahr den Gewinn nach Steuern von 1,5 Millionen auf 4,7 Millionen Franken verdreifacht.

Umsatz Die TV Productioncenter Zürich AG (TPC) hat im vergangenen Geschäftsjahr den Gewinn nach Steuern von 1,5 Millionen auf 4,7 Millionen Franken verdreifacht.Es ist das beste Resultat seit der Auslagerung aus dem Schweizer Fernsehen im Jahr 2000. Der Umsatz stieg leicht von 138,8 Millionen auf 139,2 Millionen Franken, während der Betriebsaufwand von 135,1 Millionen auf 132,5 Millionen Franken gesenkt werden konnte.

«Print+Cut»: eine zündende Idee

Aussenwerbung Die Kombination aus Formenschneiden und Digitaldruck schafft neue Möglichkeiten für Werbemittel.

Aussenwerbung Die Kombination aus Formenschneiden und Digitaldruck schafft neue Möglichkeiten für Werbemittel. Das in der Beschriftung und Realisierung von Aussenwerbung tätige Unternehmen Christinger Partner (Christinger) in Schlieren bei Zürich stellte Anfang Jahr zusammen mit der Firma Zünd Systemtechnik (Zünd) aus Altstätten SG die in der Schweiz bislang einzige Anlage vor, die Werbemittel (be)drucken und Formen schneiden kann. Genau betrachtet, handelt es sich zwar um zwei separate Systeme – einen Digitaldrucker und einen Cutter –, doch die Kombination der beiden Maschinen macht die «Print+Cut» genannte Lösung zu einer besonders interessanten Ergänzung des Maschinenparks bei Christinger.Kampf um AufmerksamkeitMichael Zünd vertrat seinen Vater Karl Zünd, Eigentümer und Geschäftsführer, der aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Zünd erklärte in seinem Referat, dass es bei der Werbemittelproduktion darum geht, mehr Aufmerksamkeit zu erreichen als die anderen, und ergänzte, dass dies seiner Meinung nach mit formgeschnittenen Produkten möglich sei. Anwendungsbereiche gebe es viele: Als Kartonsteller am Verkaufspunkt in Supermärkten, Einzelhandelsläden oder Tankstellen, aber auch im Messebau, in Verkaufsräumen, an Reklamewänden und als Bühnenbilder können die digital gedruckten und formgeschnittenen Produkte eingesetzt werden. Mit der «Print+Cut»-Installation lassen sich nun Materialien verwenden, die bisher als Werbeträger nicht eingesetzt werden konnten bzw. deren Herstellung zu teuer gewesen wäre. Als Beispiel seien hier in kleinen Auflagen bedruckte und gefräste Aluminiumplatten oder Holztafeln aufgeführt.
Da mit neuen Digitaldrucksystemen sowohl starre als auch flexible Materialien, Bogen- oder Rollenware bedruckt und zudem UV-trocknende Farben verwendet werden können, brechen Systeme wie das grossformatige Digitaldrucksystem UVjet 250-Combi in ein lange vom Siebdruck beherrschtes Segment ein. Vom Vorteil, dass wie bei allen Digitaldruckverfahren keine Druckform im eigentlichen Sinne benötigt wird und damit auch keine Herstellungs- und Materialkosten anfallen, profitiert auch der UVjet und prädestiniert ihn für den Druck von Kleinauflagen.
Die Kombination machtsDoch der bei Christinger installierte UVjet alleine ist keine Besonderheit (mehr) im Schweizer Markt. Erst die Kombination mit dem Schneidsystem Zünd Cutter macht die Installation beim Schlieremer Unternehmen besonders interessant. Der Cutter kann mittels Schneid- und Fräswerkzeugen sowie mitgedruckten Orientierungshilfen und den Schneiddaten daraus Figuren oder Formen aus unterschiedlichsten Materialien wie Schaumplatten, Karton, Plexiglas, Folien, Aluminium, Holz herauszuschneiden. Auch grafische Textilien können mit dem Cutter in Form gebracht werden.
Karlheinz Kaiser, CEO bei Christinger, erwähnte, dass sich die Grenzen zwischen Digital- und Analogdrucksystemen durch den zunehmenden Konkurrenzkampf verschoben hätten. Er ist begeistert von den Möglichkeiten und glaubt, dass seine Kunden mit auf Form geschnittenen Sujets auffallen. «Steller können, da digital gedruckt, individuell und in deutlich kleineren Auflagen gefertigt werden als bisher – Werbematerialien für Verkaufspunkte lassen sich in Klein(st)serien kostengünstig realisieren und Messestände können kurzfristig neu gestaltet werden. Und das sind nur die klassischen Einsatzmöglichkeiten …»
Geschäftsleiter Toni Fricker kommt ins Schwärmen ob der weiteren Möglichkeiten, die sich mit der neuen Kombination aus Digitaldrucker und Cutter realisieren lassen. Vor allem für die Herstellung von Einzelstücken oder Prototypen in sehr vielen Bereichen, für die Ausgestaltung von Räumen bis zum Bereich Corporate Decoration, werden «Print+Cut»-Anlagen eingesetzt. «Die Herstellung eines individuellen Bistrotischs ist möglich – aber dies ist nur eines von vielen Beispielen», sagte Fricker. Verglichen mit der konventionellen Produktion liegt der Vorteil der Anlage bei der kostengünstigeren Realisierung: «Es gibt keine andere Möglichkeit, digital gedruckte Aufträge nachträglich auf eine bestimmte Form zu schneiden. Eine Alternative wäre die Herstellung einer Stanzform, was aber für Kleinauflagen nicht rentabel ist und zudem viel Zeit braucht.»
Drucken und formen Die «Print+Cut»-Installation bei Christinger Partner in Schlieren
besteht aus einem Grossformat drucksystem UVjet 250-Combi und
einem Zünd Cutter. Der erst letzten Mai an der Fachmesse drupa vorgestellte Sechsfarbendrucker kann für Rollen- und Bogenmaterialien eingesetzt werden. Mit einer maximalen Auflösung von 400 dpi kann der Printer bis zu 100 mm dicke, sowohl flexible als auch starre Materialien
bedrucken.
Von den Sujets werden nach dem Druck anhand von speziellen, mitgedruckten Markierungen und mit Hilfe einer Kamera sowie der geladenen digitalen Schneidform (umgewandelte Freisteller-Daten aus Photoshop) ein oder mehrere Nutzen herausgeschnitten. Mit dem Cutter ist tiefengenaues Schneiden («kiss-cutting»), Durchschneiden, Rillen oder Fräsen möglich. Für die verschiedenen Materialien müssen beim Cutter die richtigen Schneid- oder Fräswerkzeuge eingesetzt werden. (jf)
Drucken, schneiden – fertig: Mit Digitaldrucksystem (oben) und Cutter lassen sich Werbemittel produzieren und auf Form bringen.
Jürgen Franck
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