In einzigartiger Sicherheit

Versicherungen Einer wie keiner: Saatchi & Saatchi Simko Genf hat für die Vaudoise das Individuum in den Fokus gerückt.

Versicherungen Einer wie keiner: Saatchi & Saatchi Simko Genf hat für die Vaudoise das Individuum in den Fokus gerückt.«Wir unterscheiden uns alle voneinander, deshalb sollten wir auch individuell versichert sein.» Diese Erkenntnis steht als menschliche Grundidee hinter einem neuen Spot für die Vaudoise. Um deren Versicherungen besser von ihrer Konkurrenz zu differenzieren, hat Saatchi & Saatchi Simko eine neue Kommunikationspositionierung entwickelt. Diese soll Vaudoise als «Partner für personalisierte Lösungen» präsentieren. Wir leben alle unterschiedlich, wir haben alle ein anderes Risikobewusstsein, wir haben weder die gleichen Projekte noch die gleichen Bedürfnisse … Und trotzdem bieten uns Versicherungen, Automobilhersteller, Banken und Jogurtproduzenten weiterhin standardisierte Produkte an.
Nicht aber die Vaudoise. Um diese Lobrede auf die Einmaligkeit bildlich darzustellen, entschied sich die Agentur für einen Kunstgriff:
Es wird ein Bruch zwischen zwei Welten inszeniert. In der gleichen Situation verwandelt sich ein Mensch dank Filmtrick bildlich in ein anderes Individuum. Aus einem jungen Mann wird ein älterer Herr, aus einem bestimmten Frauentyp plötzlich ein anderer.
Um für diese andere Welt auch den äusseren Rahmen zu finden, wurde der Spot während vier Tagen im argentinischen Buenos Aires
gedreht. Regie führte der Belgier Xavier Mairesse für die Produktionsfirma Keyline. Der Spot wird in der Schweiz in drei Sprachen ausgestrahlt. Eine Print-Deklinierung wird ebenfalls entwickelt.
Vaudoise in ZahlenDie Vaudoise Versicherungsgruppe hat Prämieneinnahmen von 1,8 Milliarden Franken pro Jahr und 1300 Mitarbeitende in 34 Geschäftsstellen. Sie gehört bei uns zu den zehn wichtigsten Versicherern und will vor allem in der Deutschschweiz zulegen. Im Februar hat sie das Motorfahrzeug-, Sachversicherungs- und Haftpflichtgeschäft von La Suisse gekauft. Dafür ging das Portefeuille der beruflichen Vorsorge an Swiss Life.
Eine Szene, zwei Menschen: Saatchi & Saatchi Simko rückt die Individualität ins Bild.
Andreas Panzeri

100 beste Plakate

Wettbewerbe Die Jury in Berlin hat entschieden, welche 100 Plakate aus über 1100 Einreichungen zu den besten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören.

Wettbewerbe Die Jury in Berlin hat entschieden, welche 100 Plakate aus über 1100 Einreichungen zu den besten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören.5 Designer aus dem östlichen Nachbarland und 73 aus dem Norden stehen 22 erfolgreichen Schweizer Einreichungen gegenüber. Unter diesen Preisträgern sind Brugger Hüsser, Zürich; École d’arts appliqués, Genf; maatjesdesign, Zürich; Niklaus Troxler, Willisau; P’INC, Langenthal; Ruf Lanz, Zürich; Silo, Luzern; Sputnik Steinemann, Luzern; Studio Geissbühler, Zürich; TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen; Wirz Werbung, Zürich; Silvia Hugi, Bern; Melchior Imboden, Buochs; Sonja Jenni, Luzern; Claude Kuhn, Bern; Michael Sigrist, Luzern; Annik Troxler, Paula Troxler, Willisau.

Big for Big Boobs only

Mode Big kleidet nur junge Frauen. Ruf Lanz zeigt, welche Blüten der Neid des starken Geschlechts treiben kann.

Mode Big kleidet nur junge Frauen. Ruf Lanz zeigt, welche Blüten der Neid des starken Geschlechts treiben kann.Stillstand ist tödlich. Mode bedingt permanenten Wechsel, ohne den sie beim Zielpublikum die Akzeptanz verlieren würde. Schliesslich kann nur modisch sein, was deren Träger von allen anderen abhebt. Wie die Regel der ständig ändernden Produktästhetik und -sinnlichkeit ist in der Marketingkommunikation von Modeketten die kontinuierliche Markenpositionierung unabdingbar.Zwang zum Unüblichen Auch hier bedeutet Angleichung oder Verwässerung schnell einmal das Aus. Wortwörtlich scheint dies die Zürcher Girlie-Modekette Big zu verstehen. Deren Inhaberin Sylvie Gablinger lässt den Werbeauftritt für die sechs Filialen, die in nächster Nähe zu internationalen Modehäusern für ähnliche Publika liegen, seit 1997 durch das Kreativduo Ruf Lanz konzipieren und umsetzen.
Was H&M, Yendi, Tally Weill, Orsay, Mango und andere mit Werbedruck, internationalen Top-Modells oder Dauerdiscount für Abgrenzung, Bekanntheit und Ladenfrequenz schaffen, kann Big nur mit einer unüblichen Modewerbung. Die Folge: Während andere sich damit begnügen, ein hübsch angezogenes, «manchmal auch ein hübsch ausgezogenes Modell», so Markus Ruf, mit der neusten Kollektion am Leib zu präsentieren, versuchen Danielle Lanz und er die Wirkung von Big-Mode zu dramatisieren: sei es anhand entsetzter Eltern, vernachlässigter Pudel und immer wieder hingerissener Männer. In der Kampagne 04 sah man muskelbepackte Machos beim verträumten Bügeln von knappen Slips oder auch einmal beim Aufnähen von hauchdünnen Unterleibchen.
Jedermann möchte Frau seinFür das laufende Jahr geht die Agentur konsequent einen Schritt weiter und zeigt die bisher wohl ungewöhnlichste Umsetzung. Aufbauend auf der Grundidee, dass Big-Mode zwar sehr anziehend, aber nur für Girls bestimmt ist, scheint die logische Folgerung die zu sein, dass jedermann eine Frau sein möchte. «Wir zeigen hübsche Jungs in der Klinik eines plastischen Chirurgen mit den typischen OP-Markierungen auf ihren Körpern», erklärt Danielle Lanz. Sie stehen kurz vor der Geschlechtsumwandlung zur Frau.
Die Auflösung: Big Girls‚ fashion. Wer möchte da nicht eine Frau sein? Der von den Medien wieder häufiger thematisierte Schönheitswahn dient als Aufmerksamkeit heischendes Motiv, das in einer Schönheitsklinik fachgerecht in Szene gesetzt sein soll. Mit ihrer kühlen Ästhetik liege die Plakatkampagne ausserdem im Trend der boomenden Serien über Schönheitschirurgie wie etwa «Nip/Tuck», so die Kreativen.
Geschlechterwechsel, aber subito: Da Big nur Frauen anzieht, bleibt Mann nichts anderes übrig.

Manche Männer haben ein Problem damit, dass Big nur Frauen anzieht. Dank Ruf Lanz gibt es eine Lösung. >> Seite 11
Luca Aloisi

Image made in Switzerland

Technologie Felber, Kristofori Group zeigt auf, wo und wie Siemens Schweiz hinter vielen Annehmlichkeiten des Alltags steckt.

Technologie Felber, Kristofori Group zeigt auf, wo und wie Siemens Schweiz hinter vielen Annehmlichkeiten des Alltags steckt.
Ein Röntgensystem im Spital, die Förderanlage für Gepäckstücke im Flughafen, das Funknetz für Lebensretter in den Bergen, das Leitsystem für die Bahn 2000 in Bern, die Klimaanlage in der Masoala-Halle im Zürcher Zoo, ein Multimediatelefon für Gehörlose, Roboter für die Logistik in einem Migros-Restaurant: Hinter unzähligen Errungenschaften steckt die Innovationskraft von Siemens. Im Jahr 1847 hat Werner von Siemens in Berlin den Zeigertelegrafen entwickelt und damit den Grundstein für ein Weltunternehmen gelegt, das heute führend ist in der Elektrotechnik und Elektronik.
Grösster Hightech-AnbieterAuch hier zu Lande ist der internationale Konzern seit über 100 Jahren präsent. Mit 20 Standorten für Forschung, Produktion und Marketing gilt Siemens als der grösste Hightech-Arbeitgeber in der Schweiz. Mit einer Imagekampagne will die Zürcher Agentur Felber, Kristofori Group wieder einmal in Erinnerung rufen, was Siemens für die technische Qualität unseres Alltags in den verschiedensten Bereichen bedeutet.
«Unsere Zielgruppen sollen erkennen, dass Siemens ein weltweit führendes Unternehmen in der Elektrotechnik und Elektronik ist, das dank seinen rund 7000 Schweizer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Gütesiegel ‹Made in Switzerland› verdient», erklärt CD Rudy Felber.
Bei Siemens gilt eisern der Grundsatz, dass die Entwickler bei Innovationen immer zuerst an die Menschen und ihre Bedürfnisse denken sollen. Diese Maxime will die Agentur auch in ihrer Imagekampagne mit aussagekräftigen Referenzen beweisen.
Die Imagekampagne macht deutlich, dass Siemens in der Schweiz
ein Unternehmen ist, das auf völlig unterschiedlichen Gebieten innovative Lösungen anbietet, die für mehr Lebensqualität sorgen. Dank «unseren» Funksystemen von Siemens können Rettungskräfte jederzeit miteinander kommunizieren, dank «unserer» Gepäcksortieranlage können Reisende am Flughafen Zürich später einchecken, dank «unseren» Logistikkonzepten werden Leute schneller mit Frischprodukten versorgt, dank «unseren» Verkehrsleitsystemen fahren Züge schneller und öfter.
Mit diesen und weiteren Sujets der neuen Kampagne will Felber, Kristofori Group die technischen Innovationen in das alltägliche Leben hineintragen und aufzeigen, dass die Siemens Schweiz ein «Local network of innovation ist. Und bleibt.»
Mit der Offensive werden mehrere Ziele verfolgt: Siemens soll als Unternehmen positioniert werden, das Lösungen entwickelt und Produkte herstellt, bei denen der Kundennutzen im Vordergrund steht. «Wir wollen uns als Unternehmen profilieren, das mit innovativen Lösungen seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt», forderte Charles Breitenfellner als Gesamtverantwortlicher auf Kundenseite. Siemens will sich als Unternehmen porträtieren, «das mit neuen Technologien Trends setzt und damit für Wirtschaft und Gesellschaft Mehrwerte schafft».
Siemens will sympathisch wirkenDie Agentur hat dies umgesetzt, indem sie das Bild eines Unternehmens geschaffen hat, «das mit seinen Leistungen die Herzen der Menschen erreicht und damit ihre Sympathien gewinnt». Siemens ist ein Innovationsleader auf dem Schweizer Markt, der seine Lösungen in den Dienst der Menschen stellt. Als eines der grössten Industrieunternehmen nimmt Siemens die gesellschaftliche Verantwortung wahr und engagiert sich für mehr Lebensqualität. «Die neue Kampagne strahlt Menschlichkeit und Verlässlichkeit aus und gewinnt dadurch Sympathien für das Unternehmen. Die Emotionen sollen jedoch rational nachvollziehbar sein», meint AD Robert Kristofori.
Die Zielgruppe der Kampagne sind strategische Entscheider und Opinion Leader. Diese Kampagne erreicht ihr Zielpublikum auf verschiedenen Wegen: Anzeigen in der Tages- und Wirtschaftspresse, Flughafenplakate, Poster, Postkarten.
Aufgepasst: Bei Siemens sind die Bedürfnisse von Menschen Auslöser technischer Innovationen.
Andreas Panzeri

Future Connection wird ISO-zertifiziert

Webpublishing Als erster Schweizer Web- und Multimediadienstleister hat sich Future Connection im Rahmen des TQMi-Projektes nach ISO9001:2000 zertifizieren lassen.

Webpublishing Als erster Schweizer Web- und Multimediadienstleister hat sich Future Connection im Rahmen des TQMi-Projektes nach ISO9001:2000 zertifizieren lassen.Die unternehmensübergreifenden, integrierten Managementsysteme beziehen Kunden, Lieferanten, Mitarbeitende und andere Anspruchsgruppen in die Abläufe ein und sollen die Qualität der unternehmerischen Tätigkeit steuern. Nach der Revision 2000 ist die Zertifizierung von Managementsystemen nach ISO9001 heute praxisorientierter und weniger bürokratisch ausgelegt als bisher. ISO 9001:2000 ist die einzige nach ISO zertifizierbare Norm für Qualitätsmanagementsysteme. www.fconnection.com

Drucken ist keine Kunst mehr

Normierung Burki & Scherer arbeitet bei der Einführung des ISO-Standards 12647 mit Druckereien zusammen.

Normierung Burki & Scherer arbeitet bei der Einführung des ISO-Standards 12647 mit Druckereien zusammen.An einer Druckmaschine soll ein Auftrag produziert werden. Doch auch nach stundenlangem Abstimmen ist keine Annäherung des Druckergebnisses an den Farbreferenz-Proof in Sicht. Ratlose Gesichter und Enttäuschung seitens des Werbers und Kunden sowie ein unzufriedener Drucker sind das Resultat. Dies ist leider kein seltenes Szenario – und müsste auch nicht vorkommen. Denn eine standardisierte Produktion zum Beispiel nach der ISO-Norm 12647 (siehe Kasten) räumt mit diesem Dilemma auf.
ISO-Norm kontra HausstandardDas Unternehmen für visuelle Kommunikation und Medientechnik, die Burki & Scherer AG in Oftringen, setzt sich seit fast zwei Jahren intensiv mit dieser Thematik auseinander. Dort weiss man aus Erfahrung, dass die Mehrheit der Druckereien heute nach eigenen, so genannten Hausstandards arbeitet. Das führt zwar betriebsintern zu einer mehr oder weniger guten Beherrschung der Prozesse, dabei wird aber vom Trugschluss ausgegangen, dass die Druckergebnisse einem absoluten Qualitätsanspruch genügen.
Ein weiteres Beispiel aus der Praxis: Für eine internationale Kampagne werden Teilauflagen an unterschiedlichen Standorten gedruckt. Am Ende erhält der Kunde so viele verschiedene Druckresultate, wie Druckereien an der Ausführung beteiligt waren. Keiner der involvierten Auftragnehmer kann allerdings den eindeutigen Beweis antreten, nach allgemein anerkannten und gültigen Regeln produziert zu haben. Spätestens hier wird offensichtlich, dass Hausstandards nicht ausreichen.
Schwarze Kunst oder Qualität?Wenn die Druckindustrie den Schritt zur Industrialisierung schaffen will, muss sie sich von der Vorstellung, das Erbe der «Schwarzen Kunst» fortführen zu müssen, verabschieden. Vor dem Hintergrund einer Internationalisierung des Wettbewerbs sind nicht nur auf operativer Ebene entsprechende Massnahmen zu treffen. Auch beim Qualitätsverständnis gilt es, Schritte zur Rationalisierung sowie Beweisgrundlagen zu erarbeiten, die einerseits zu einer speditiven Abwicklung von Druckaufträgen führen, andererseits Werbeagenturen, Druckereien und den Kunden die Sicherheit für nachvollzieh- und wiederholbare Resultate geben. Von daher ist ein allgemein gültiger Standard wünschenswert, der klare Leitlinien von der Reproduktion der Vorlagen und der Herstellung des Proofs über die Plattenbelichtung bis zum Druckprozess eindeutig vorgibt.
Für die grafische Industrie heisst dieser Standard ISO 12647. Dieser wurde vom deutschen Bundesverband Druck, der deutschen Forschungsgesellschaft Fogra, der European Color Initiative ECI sowie dem Schweizer Kompetenzzentrum für Druckereitechnologie Ugra erarbeitet. Der Standard geht vom Ergebnis auf der Druckmaschine aus und legt, in Abhängigkeit unterschiedlicher Papierklassen (Qualitäten/Stoffklassen, P-qualität), die maschinenspezifischen Tonwertzunahmen und den abzubildenden Farbraum fest. Mit diesen vorgegebenen Eckdaten steht der Vorstufe, dem Proof, der Plattenbelichtung und der Druckerei eine absolut sichere Kommunikationsgrundlage zur Verfügung.
Zusammenarbeit mit DruckereienBei Burki & Scherer sieht man messbare Qualität als ganzheitlichen Prozess. Um diesem Anspruch bis zum gedruckten Endprodukt gerecht zu werden, sucht der Vorstufenbetrieb die Zusammenarbeit mit Druckereien, die ihre Prozesse ebenso auf den ISO-Standard ausgerichtet haben. Dabei stellen die Oftringer Bildspezialisten den Druckereien ihr Know-how und die Erfahrungen bei der Umsetzung der Norm zur Verfügung. Mit eigens entwickelten Kontrollkeilen liefern sie zugleich ein unbestechliches Mittel, mit dem Abweichungen von Soll-Werten visuell schnell erkannt und messtechnisch verifiziert werden können. Gleichzeitig übernimmt das Unternehmen für seine Kunden die Funktion eines «Treuhänders» und überwacht die strenge Einhaltung des Prozessstandards – von der Herstellung der Bilddaten bis zum fertig gestellten Auftrag.
Mehrere Druckereien haben bereits mit Unterstützung von Burki & Scherer die Norm erfolgreich eingeführt. Der Kunde profitiert schliesslich, denn bei den produzierten Drucksachen haben sowohl national wie international tätige Unternehmen die Gewissheit, dass ihre an verschiedenen Orten hergestellten Drucksachen den einheitlichen Auftritt ihrer Marke unterstützen – und dies sowohl visuell sichtbar als auch messtechnisch nachweisbar.
Kein Abstimmen nötigWW Herr Scherer, wofür steht die ISO-Norm 12647?
Toni Scherer Die ISO-Norm beschreibt einen weltweit anerkannten Standard für den Druckprozess und übernimmt die Funktion eines Beweismittels; der Farbreferenz-Proof wird auf jeder Druckmaschine, die innerhalb der Norm produziert, erreicht.
Wer profitiert vom Standard – und wie ist die Akzeptanz in der Schweiz?Die grafische Industrie wie auch die Auftraggeber profitieren von dieser Standardisierung. Weltweit arbeitet fast jede Branche nach einer ISO-Norm – endlich wird auch in der Schweizer Druckindustrie die Notwendigkeit dieses ISO-Standards erkannt.
Sind uns hier andere Länder voraus?Das ist sehr unterschiedlich. In Deutschland ist der ISO-Standard längst eingeführt. Dazu ein eindrückliches Beispiel: Eine renommierte Fahrzeugmarke vergibt ihre Printaufträge nur an ausgewählte Druckereien, die nach diesem Standard arbeiten. Im Ergebnis führt dies zu einer erhöhten Produktionssicherheit, einer verbesserten Qualität und Wirtschaftlichkeit für sowohl den Auftraggeber als auch die Agentur und Druckerei.
Welches Ziel verfolgen Sie und wie wollen Sie vorgehen?Der ISO-Standard 12647 muss in der gesamten Branche umgesetzt werden. Bei der Einführung des Standards werden wir Druckereien weiter unterstützen und für unsere Kunden die Einhaltung der Norm über den ganzen Druckprozess hinweg sicherstellen. Unabhängig davon, ob Drucksachen lokal oder Teilauflagen weltweit gestreut produziert werden, müssen die Druckresultate messbar identisch sein. Zudem wird das aufwändige und unsinnige Abstimmen an der Druckmaschine damit überflüssig. Interview: Jürg Marti
Burki & Scherer Als einer der Ersten in der Schweiz hat der Vorstufenbetrieb Burki & Scherer die ISO-Norm eingeführt. Das 25-köpfige Unternehmen zählt unter anderem Firmen aus der Uhrenbranche, dem Lebensmittelsektor, der Maschinenindustrie sowie Werbeagenturen zu seiner Kundschaft. Seit fast zwei Jahren wird konsequent nach dem ISO-Standard 12647 produziert. Die Kompetenz der Firma beginnt im eigenen Fotostudio und reicht über die Aufbereitung von Bilddaten bis zur Beratung für die Plattenbelichtung und Auflagenproduktion der an der Auftragsabwicklung beteiligten Druckereien. (jm)
Druckstandard Die ISO-Norm 12647 ist ein weltweit verbindlicher Standard, um Druckerzeugnisse nach objektiven Qualitätskriterien zu beurteilen. Dies führt zu einem einfachen und wirtschaftlichen Gesamtprozess bei der drucktechnischen Reproduktion. Der Standard sichert im Dreiecksverhältnis Agentur, Vorstufe, Druck eine rationelle und zuverlässige Arbeitsweise, da ein entsprechender Proof auf jeder Druckmaschine, die innerhalb der Norm produziert, erreicht wird. Er ist Massstab und Beweisinstrument bei der Drucksachenherstellung. (jm)
Toni Scherer, Inhaber und Geschäftsführer bei Burki & Scherer, forciert den Druckprozess nach ISO 12647.
Jürg Marti

Hersant will Léman Bleu

Lokal-TV Die Hersant-Mediengruppe will mindestens 35 Prozent an der Genfer Fernsehstation Léman Bleu (LB) übernehmen.

Lokal-TV Die Hersant-Mediengruppe will mindestens 35 Prozent an der Genfer Fernsehstation Léman Bleu (LB) übernehmen.Der Hersant-Delegierte Jacques Richard sagte Le Temps, Verleger Philippe Hersant habe sich mit LB-Präsident Antoni Mayer getroffen. Mayer ist von der Familie Bianco mit dem Verkauf ihrer Beteiligung von 30 Prozent betraut worden. Gemäss Le Temps besitzen die LB-Teilhaber, zu denen auch Edipresse gehört, ein Vorkaufsrecht.

Puls 64

Wenn sich jemand wie Thomas Ramseier selbstständig macht, so feuert er keinen Schnellschuss ab.

Wenn sich jemand wie Thomas Ramseier selbstständig macht, so feuert er keinen Schnellschuss ab.Er zeigt einen gut überlegten Schachzug. Wenn sich dann so einer als Büro-Kompagnon auch noch den berüchtigten Kurt W. Zimmermann aussucht, kann man beinahe von Systemsprechen. Und wenn schliesslich beide zusammen zur offiziellen Einweihung der Büroräume laden, präsentiert sich die Gästeliste quasi als «Kleines Branchen-Who-is-who». Schliesslich sind sowohl Thomi als auch Zimmi mit exzellenten Beziehungen in der Kommunikations-, Medien- und Wirtschaftswelt mehr als nur gesegnet.
Dass man an der Scheuchzerstrasse 64 künftig keine kleinen Brötchen bäckt, war jedem Gast beim Betreten der Lokalität im Uni-Quartier (vis-à-vis In-Beiz Kreis 6) rasch bewusst. Die unter der Leitung von Innenarchitektin Claudia Silberschmidt umgebauten Büros von Brandpulse (und Zimmermann!) strahlen – wie das Firmenschild auch – ein klar hochexekutives Fluidum aus. Ramseier will sich in der obersten Liga des Kommunikations-Consulting positioniert sehen. Und er scheint zu wissen, wie dies bewerkstelligt wird. (O-Ton Ramseier bei der telefonischen Einladung an den Shortlistautor: «Die üblichen Saufköpfe sind bei der Eröffnung alle dabei.»)
Klar, dass so nur explosivste Stimmung und dicke Luft vorherrschen konnten. So mancher Gast trug als Begrüssung eine bis zum Anschlag geladene Flasche Champagner oder Prosecco im Arm, und die von
Medien-Analytiker Zimmermann grosszügig verteilten Nebelbomben (Partagas Serie D No. 4) sorgten für eine genussvolle Atmosphäre zum Reinziehen.
Alle hatten denn auch ihren Spass, und man freue sich bereits jetzt auf die nächste Party der Bürogemeinschaft, war zu hören. Gewiss werde man künftig an der Scheuchzerstrasse noch mehr im Luxus schwelgen können, wussten bereits einige anscheinend eingeweihte Anwesende zu berichten.
Aber nur, wenn sie wieder eingeladen werden – und sich der Geschäftsgang definitiv positiv entwickelt. Good Luck dort jedenfalls, Brandpulse und Zimmi!
Beat Fritschbei einer der Lieblingsbeschäftigungen von Werbern und anderen Kommunikatoren – dem Cigarrenrauchen. Gelegenheit dazu gabs zur Genüge anlässlich der offiziellen Büroeinweihung von Thomas Ramseiers Unternehmen Brandpulse im Zürcher Universitätsquartier. Und da in denselben Räumen an der Scheuchzerstrasse 64 auch Journalist und PR-Berater Kurt W. Zimmermann domiziliert, ist in den frisch umgebauten Büros vorderhand für rauchende Köpfe – aber auch einen gut assortierten Humidor – gesorgt.
Gut gelaunte Gastgeber in den neuen Büros von Brandpulse: Thomas Ramseier (r.) und Kurt W. Zimmermann.
Freuten sich über die anwesenden Cigarrenfans: Reto Cina (r.), Oettinger Davidoff Group, und Romeo Brodmann vom Magazin Cigar.

Ungleiches Brüderpaar am Brandpulse-Eröffnungsapéro: Frank Seelig (l.) von Smart Books und Ralf Seelig, CEO von Sindovis.

Genossen die Häppchen im Sitzungszimmer: Consultant Peter W. Bächtiger (l.) und APG-Verkaufsleiter Ivan Schultheiss.

Die lieben Planer, immer zu einem Spässchen aufgelegt: Simon Walter (l.), Planning Director bei Wirz, und Cary Steinmann von TBWA.

Dank etwas Überzeugungsarbeit auf demselben Foto platziert: SonntagsZeitung-Chefredaktor Andreas Durisch (l.) und Jürg Wildberger.

Zu Tagi-Verlagsleiterin Maili Wolf gesellten sich Magazin-Chefredaktor Res Strehle (r.) und Medienanwalt Christoph Born.

Futurecom-Chef Andreas Widmer (l.), Claudia Stülten, Communications Manager Zurich Financial Services, und Architekt Egon Meier.

Peter Hofstetter und Partnerin Cornelia Kristoffy brachten als Geschenk für die Kollegen Zimmermann und Ramseier Champagner mit.

Jackie Wenger, akissforthefrog.com, Innenarchitektin Claudia Silberschmidt und Katja Immendorf, Designerin bei Brandpulse (v. l.).

Gute Bekannte aus der weiten Welt des Banking: Markus Witta von der CSFB und Consultant Patricia Turk, Headaway & Stone.

Noch mehr Banker: Robert Hangartner (l.), Marketingleiter der Bank Linth, und Thomas Tanner, Brand Management bei der UBS.

Daniel Kaczynski, Geschäftsführer VSP, herzt Thomis Familie: Mami Anita Ramseier (l.) und Ehefrau Barbara Ryffel Ramseier.

Kamen ebenfalls für eine rasche Stippvisite ins Uni-Quartier: Jolanda und Dominique von Matt, Werbeagentur Jung von Matt/Limmat.

Der Überflieger

Hans Klaus hat für Wirz Corporate eine Niederlassung in Bern eröffnet und will dort nahe bei der Politik sein.

Hans Klaus hat für Wirz Corporate eine Niederlassung in Bern eröffnet und will dort nahe bei der Politik sein.Sein Markenzeichen sind Cowboystiefel. «So altmodisch, dass sie schon fast wieder in sind», lächeln manchmal die Kreativen bei Wirz Werbung. Hans Klaus lässt sich die archaischen Fusswerkzeuge für ein sicheres Auftreten von seinem persönlichen Lieferanten aus den USA schicken. Irgendwie muss der neue Mann für Wirz in Zürich und Bern ja verarbeiten, dass er im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die prägendste Zeit seines Lebens verbracht hat.Zwei Tage pro Woche jeweils auf einem Kurztripp irgendwo auf der Welt, dann ein ganzes Jahr lang immer wieder in Halifax und quer durch Amerika – das war der Arbeitsplatz von Hans Klaus, als er als Mediensprecher für die damalige Swissair gearbeitet hat.
«Im Zentrum der Macht»: Diese Formulierung entlockt auch Hans Klaus ein Lächeln, wenn man ihn auf seine Zeit als Berater von Bundesrätin Ruth Metzler anspricht. Er musste vom Gesamtbundesrat gewählt werden und tatsächlich sei der Job beim EJPD eine Steigerung zur Swissair gewesen. Bei allen Entscheiden hautnah dabei– wie auch auf Staatsbesuchen in Afrika, Asien und den USA: Das machte es für den Kommunikations-Experten kaum leichter als für seine Chefin, als die Ära Metzler mitsamt ihrer Formel entzaubert wurde.
Was nun? «Diese Situation war etwas vom Schwierigsten, was ich beruflich erlebt habe.» Für Christoph Blocher weiter in Bern zu kommunizieren, «wäre nicht besonders glaubwürdig gewesen». Und zurück in eine gewöhnliche Firma schien wenig verlockend. Die neue Herausforderung fand Hans Klaus schliesslich bei Wirz. «Der kreative Geist der grössten unabhängigen Kommunikationsagentur der Schweiz, erfolgreiche Werbung, eine PR-Abteilung mit Potenzial, ein führender Brand- Identity-Bereich, namhafte Kunden aus allen Branchen – das ist ein sehr spannendes Gebilde.» Und Klaus fühlt sich jetzt wieder gefordert.
Es war seine Anregung, dass Wirz Corporate nach Bern expandieren könnte. «Es liegt kommunikativ einiges im Argen in Bern, das möchten wir nutzen.» Die Zweigstelle von Wirz Corporate bietet seit dem 20. Januar 2005 ihr Know-how im Bereich der Kommunikation für Politik, Verwaltung und Unternehmen aus Bern und der Westschweiz an. Die zweite wichtige Mitarbeiterin ist Susanne Aebersold, früher Sprecherin und Leiterin nationaler Abstimmungskampagnen des EJPD. «Wir möchten weniger Lobbying und Public Affairs im klassischen Sinn anbieten, sondern sehen unsere Stärken in Sensibilisierungs- und Abstimmungskampagnen sowie der Beratung von Politikern und der Verwaltung.»
Die vorderhand kleine Niederlassung ist vorwiegend während der Sessionszeit besetzt und befindet sich an der Hallerstrasse in einer Bürogemeinschaft mit der Anwaltspraxis AMG von Ruth Metzlers Ehemann Lukas. Die Anwälte geniessen Gegenrecht für ihre Zürcher Niederlassung bei Wirz an der Üetlibergstrasse. Auch am Hauptsitz von Wirz Corporate wird – der für das Berner Wirz-Büro verantwortliche – Klaus künftig vorwiegend seine Erfahrungen im Bereich der Krisenkommunikation und des Krisenmanagement anbieten.
Im Bereich Krisenmanagement hat Klaus für Wirz ein Audit-Tool entwickelt, das wegen seiner «etwas frechen Art auffällt. Wir reden unseren Kunden nicht nach dem Mund, sondern konfrontieren sie mit ihren Problemen und warnen sie wo nötig.» Gerade in einer Krise brauche es manchmal eine solche «ungeschminkte Second Opinion».
Hineingekommen in das Geschäft der Beratung ist Hans Klaus über verschlungene Wege. Angefangen hat er als Textilkaufmann. Schon bald managte er für ein grosses Modeunternehmen die PR und Werbung. Nach beruflichen Abstechern nach England und in die USA wechselte er ganz in die PR. In einer kleinen Agentur am Zürichsee hat der diplomierte PR-Berater und Marketingplaner Mandate für Luxusgüter und Tourismus betreut. Später engagierte er sich für die Finanzgruppe SIS. Klaus wurde bald Leiter für Öffentlichkeitsarbeit und wirkte für das Clearing-Unternehmen fast ein Jahr lang bei SICOVAM an der Börse von Paris. Bei seiner Arbeit rund um Namenaktien lernte der inzwischen in der Finanzwelt Ausgebildete den Finanzchef der Swissair kennen.
Bei der nationalen Fluggesellschaft betreute er 1994 als ersten Job die PR für einen Spin-off der Informatik-Tochter Swissair Information Systems und leitete später die Kommunikation aller Swissair Services-Betriebe wie Bodendienste, Technik, Flugzeugleasing und Beteiligungsgesellschaften. Das brachte ihm den Ruf ins legendäre Presseteam von Beatrice Tschanz.
Als das mit Halifax passierte, hat man nicht lange diskutiert. An einer eiligst einberufenen Morgensitzung wurden die Aufgaben verteilt und Klaus musste nur zwei Stunden später nach Kanada abfliegen. Dort und in den USA hat er über ein Jahr hinweg die Krisenkommunikation der Swiss-
air für ganz Nordamerika betreut und hin und wieder auch Angehörige an die Absturzstelle begleitet. «Da lernte ich die amerikanischen Dimensionen der PR kennen. Und dies alles ‹on the job›», erinnert er sich. Zurück in Zürich wurde Klaus zum Mediensprecher der Swissair Airline ernannt und betreute den CEO Jeff Katz, bevor er sich sechs Monate vor dem Grounding als Pressechef für Bundesrätin Ruth Metzler bewarb.
Die Arbeit im Team der jüngsten Bundesrätin hat ihm sehr gefallen. Klaus ist überzeugt, dass Ruth Metzlers Verdienste in ein paar Jahren auch von ihren Gegnern besser eingeschätzt werden. Die politische «Grosswetterlage» hätte es damals nicht erlaubt, die Bundesrätin objektiv zu beurteilen. Klaus betrachtet sich politisch als liberal. Er will als PR-Berater für diverse politische Farben tätig sein und nicht aktiv in einer Partei mitwirken. Er könnte sich aber gut vorstellen, dereinst ein politisches Amt anzunehmen.
Das neue Mitglied der Geschäftsleitung von Wirz Corporate lebt mit einer Beratungsgruppenleiterin aus der Wirz Werbung zusammen. Das Privatleben sei heute viel einfacher als zu Swissair-Zeiten, wo reisen an der Tagesordnung war. Geflogen wird aber nach wie vor, jetzt «hoffentlich vermehrt wieder im Segelflugzeug», denn Hans Klaus ist auch leidenschaftlicher Hobby-Pilot.
Fühlt sich bei Wirz Corporate wieder herausgefordert: Kommunikationsexperte Hans Klaus.
Andreas Panzeri

Neuer Fotodrucker

Inkjetdruck Mit dem Stylus Photo R1800 bringt Epson einen randlos druckenden Fotodrucker auf den Markt.

Inkjetdruck Mit dem Stylus Photo R1800 bringt Epson einen randlos druckenden Fotodrucker auf den Markt.Ob Blatt- oder Rollenpapier, Velvet Fine Art oder Water Colour Paper: Der Epson R1800 kann alles bedrucken, sogar CDs oder DVD-Rohlinge. Aber auch Kunstdrucke in Ausstellungsqualität sind mit dem R1800 möglich. Mit winzigen Tintentropfen bringt der Epson Stylus Photo R1800 feinste Details und perfekt abgestufte Übergänge in einer Druckauflösung von bis zu 5760 x 1440 optimierten dpi zu Papier. www.epson.ch

Publisuisse lanciert publiQuiz

TV-Werbung Mit dem Ziel, Fernsehwerbung noch attraktiver zu machen, startete Publisuisse am 7. März in den Werbeblöcken von SF DRS, TSR und TSI das TV-Spot-Rätsel publiQuiz.

TV-Werbung Mit dem Ziel, Fernsehwerbung noch attraktiver zu machen, startete Publisuisse am 7. März in den Werbeblöcken von SF DRS, TSR und TSI das TV-Spot-Rätsel publiQuiz.Dabei wird ein bekannter TV-Spot in einem Satz umschrieben, und die Zuschauer haben die Möglichkeit, aus vier vorgegebenen Antworten das richtige Produkt oder die richtige Marke zu tippen. Moderiert wird das Quiz in der deutschen Schweiz von Mascha Santschi. Zu gewinnen gibts in der März-Runde einen trendigen Seat Toledo Reference 1.6. Mit dieser neuen Werbeform bieten sich für Preis-Sponsoren attraktive Auftritte zu attraktiven Preisen. «Ohne zusätzliche Produktionskosten sind Preis-sponsoren in einer positiven Spielsituation national präsent», wirbt Publisuisse. Diese Idee ist aus Anlass des Jubiläums 40 Jahre TV-Werbung entstanden und bietet auch den Werbekunden interessante Gewinnchancen. Unter www.publisuisse.ch gibts beim Clicken auf publiQuiz mehr Infos.

Bankkunden, aufwachen!

Banken Die GE Money Bank prophezeit dem Schweizer Retailbanking forsch eine neue Zeitrechnung.

Banken Die GE Money Bank prophezeit dem Schweizer Retailbanking forsch eine neue Zeitrechnung. Oft gelten sie als Lackmustest für die Attraktivität des Schweizer Finanzplatzes: die rund 150 Auslandbanken. Seit dem 2. März hat sich diese Zahl um eine weitere Marke erhöht. Mit GE Money Bank isteine neue Marke in den Schweizer Bankenmarkt eingetreten, die Grosses vorhat. Anders als die meisten Auslandbanken, die vor allem in der Vermögensverwaltung für Privatkunden, im Wertschriftenhandel oder in der Corporate Finance tätig sind, sieht die amerikanische Bank ihre Zukunft in der Schweiz im Privatkundengeschäft. «GE ist bereits seit Jahren in der Schweiz mit einer spezialisierten Angebotspalette wie private Finanzierungen, Leasing und Depositen erfolgreich im Retail Banking tätig. GE Money Bank führt die erfolgreiche Strategie fort und erweitert den Fokus auf eine breitere Kundenbasis sowie neue Dienstleistungen», sagt Ulrike Guigui, Managing Director von GE Money Bank.
Nah am Menschen
Nach dem Rebranding zur GE Money Bank wird jetzt also zur Eroberung des Schweizer Retailmarktes angesetzt. «Weil die Schweizer Bankkunden speziell anspruchsvoll sind», erklärt Caspar Coppetti, Stratege bei der verantwortlichen Werbeagentur Advico Young & Rubicam, «mussten wir für die Schweizer Kunden eine völlig neue Kommunikationsplattform entwickeln». Zentrales Anliegen war, den innovativen Produkten und Dienstleistungen der Bank mit einem entsprechend eigenständigen Auftritt gerecht zu werden. «Wir wollten eine neue Bankenwelt kreieren: Nah am Menschen und vorwärts gerichtet», erklärt Coppetti.
Für die Strategie hat die Advico Young & Rubicam mit dem Management von GE Money Bank seit 2003 eng zusammengearbeitet. Die Umsetzung über alle Disziplinen gestaltete Advico Young & Rubicam gemeinsam mit ihren Schwesteragenturen Wunderman, Futurecom und Burson-Marsteller aus der Young & Rubicam Brands-Gruppe.
Für den Angriff auf den Schweizer Bankenmarkt gab es zwei Startpunkte: die Konkurrenz und die Kunden. Die Marktforschung zeigte, dass die typische Bank von den Schweizern als verknöchertes Institut wahrgenommen wird, das für ihre normalsterblichen Kunden wenig Innovation bereithalten würden ausser Gebührenerhöhungen. Gleichzeitig zeigten die Umfragen, dass gegen dieses Machtungleichgewicht von Kundenseite zunehmend Widerstand wächst. Zu ähnlichen Ergebnissen kam im Mai 2004 auch die Studie «Das schweizerische Bankenwesen im 2010» vom Management-Dienstleister Accenture und dem Institut für Banken und Finanzen der Universität St. Gallen.
Darin wurde unter anderem festgestellt, dass der Preis, die Produkt-
innovation bei gleichzeitiger Sortimentsstraffung sowie die Betreuungskontinuität als Wettbewerbsfaktoren an Stellenwert gewinnen werden. Die Gefahr des Kundenverlustes wird nicht in einer Kündigung der Gesamtbeziehung liegen, sondern unter anderem in einer Abwanderung einzelner Kunden.
Neuartige BankkommunikationHier liegt die Chance von GE Money Bank. Mit innovativen und bedürfnisgerechten Produkten will sie die breite Konsumentengruppe ansprechen, die sich weder von den Grossbanken noch von den Re-
gionalbanken angesprochen fühlt. «GE Money Bank ist für ein aufstrebendes urbanes Publikum, das fern von Konventionen seine eigenen Pläne verwirklichen will», sagt Coppetti. «Diese Menschen suchen eine Bank, die mit ihrem Lebenstempo mithalten kann.»
Zur Lancierung von GE Money Bank entwickelte das Team um CD Urs Schrepfer, AD Roland Scotoni und Texter Martin Stulz eine neue Art von Bankenkommunikation. Roland Scotoni erklärt: «Diese Generation von Kunden will keine Bevormundung und keine künstliche Hürden, sondern eine persönliche Bank, die auf ihrer Seite ist.» Die Kampagne basiert auf der geschilderten Wahrnehmung der Konsumenten, dass bei vielen Schweizer Banken die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. «In einer Gegenüberstellung von damals und heute, von altem und neuem Denken zeigen wir auf, wie sehr sich die Dinge überall gewandelt haben», erklärt Scotoni, «und fragen damit unsere künftigen Kunden, weshalb sie immer noch die Bankdienstleistungen von gestern benutzen».
Verändertes BankengeschäftUmgesetzt wurde dies mit einem fünftägigen TV-Spot-Teaser, der mit einem Wecker das Wachrütteln des Bankenmarkts ankündigte: «Hey, die Welt verändert sich. GE Money Bank». Den Wecker trifft man auch im ersten Produktespot wieder an, der anschliessend an den Teaser geschaltet wird: Als der Vater seinem volljährig gewordenen Sohn seine alte Karre als wertvolles Erbstück präsentiert, klingelt prompt der Wecker. Die Welt verändert sich, heute kann jedermann ein neues Auto fahren, denn GE Money Bank bietet zum Automobilsalon Genf ein Leasing-Spezialangebot zu 4,9 Prozent an.
Auch die Printkampagnen arbeiten mit dieser Gegenüberstellung von altem und neuem Denken. Im Bereich Leasing zeigt GE Money Bank anhand klassischer und moderner Autos, wie sehr sich die Dinge geändert haben. In der Kampagne für die Einrichtungsfinanzierung wird der Wandel anhand von Designklassikern illustriert. Mit dem Grundmechanismus «Hey, die Welt verändert sich» fordert GE Money potenzielle Kunden auf, sich ebenfalls zu ändern: indem sie eine neue, zeitgemässe Bank wählen. Dazu Ulrike Guigui: «Der Ausspruch ‹Hey, die Welt verändert sich› gilt auch für das Bankengeschäft. Wir können den Kunden eine auf der Basis international erprobten Know-hows entwickelte Dienstleistungspalette anbieten, die auf besten Service, innovativen Angeboten und Sicherheit für den Kunden ausgerichtet ist.»
AY&R macht auf Tempo: Bei manchen Banken steht die Zeit still, bei der GE Money Bank nicht.
Im TV-Spot-Teaser: Ein Wecker soll den Schweizer Bankenmarkt wachrütteln.
Der neue Produktespot signalisiert den steten Wandel.
Luca Aloisi
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