InDesign-User-Group initiiert

Publishing Am 1. März startete InDesign-User als erste User-Group im deutschen Sprachraum, bei der sich alles um Adobes Layoutsoftware dreht.

Publishing Am 1. März startete InDesign-User als erste User-Group im deutschen Sprachraum, bei der sich alles um Adobes Layoutsoftware dreht.Ziel ist es, sowohl Neueinsteigern als auch erfahrenen InDesign-Anwendern eine Plattform für den Informationsaustausch und für vielfältige Aktivitäten zu bieten. Im Zentrum des Angebotes stehen Workshops und Seminare und am 7./8. September eine grosse InDesign-Konferenz auf dem Gurten bei Bern. www.indesign-user.ch

Neue FEPE-Spitze

Aussenwerbung Die Delegierten der FEPE International haben Christian Kauter zum neuen Präsidenten gewählt. Der Affichage-CEO ist der dritte Schweizer, der den 1959 gegründeten Weltverband der Aussenwerbung präsidiert.

Aussenwerbung Die Delegierten der FEPE International haben Christian Kauter zum neuen Präsidenten gewählt. Der Affichage-CEO ist der dritte Schweizer, der den 1959 gegründeten Weltverband der Aussenwerbung präsidiert.Neuer FEPE-Generalsekretär wird Othmar Casutt, PR-Leiter der APG.

Scharf schiessen und schreiben

Aufgefallen Journalistische Originale, die diesen Namen verdienen, lassen sich nicht kopieren. Hunter S. Thompson war eines davon. Farewell to Gonzo!

Kolumne Journalistische Originale, die diesen Namen verdienen, lassen sich nicht kopieren. Hunter S. Thompson war eines davon. Farewell to Gonzo!Er schrieb so schöne und anschauliche Sätze wie: «Mit Hubert Humphrey auf Wahlkampftour zu gehen war etwa so, wie in einem rumpelnden Lastwagen eingesperrt zu sein – zusammen mit einer hungrigen, rotäugigen 500-Kilo-Ratte.» Und er erfand das Motto des seriösen Journalismus: «Free Food. Free Drinks. Free Press.» Dabei schrieb er, wie er lebte: mit Kokain und einer 44-er Magnum. Nun, mit 67 Jahren, hat sich Hunter S. Thompson erschossen.Es gibt wenig berühmte Tote im Journalismus, Mbwana. Die meisten sterben schon zu Lebzeiten: Woche für Woche im Altpapier. Thompson aber war schwer übersehbar. Er erfand ein völlig neues Genre, den Gonzo-Journalismus, dessen Held er selber war: Ein mit Drogen voll gepumpter, verängstigter, wütender Reporter auf Haifischjagd, bei den Hells Angels oder Nixons auf Wahlkampftour.
Nach seinem Tod erschienen hunderte Anekdoten: Etwa, wie er nachts um drei seinen Freund Jack Nicholson zum Geburtstag überraschte – mit einem 2000-Watt-Scheinwerfer und einem Granatwerfer. (Der überraschte Nicholson versteckte sich mit einem Schürhaken im Keller.) Aber das ist nur der Zuckerguss auf der Torte. Was von ihm nach allen Harmlosigkeiten wie Schiessereien und Drogenräuschen bleiben würde, schrieb Thompson, sei «das Monster, das ich immer war – der Schriftsteller».
Was Thompson einzigartig machte, war, dass er mit dem zentralen Dogma des amerikanischen Journalismus brach: der strikten Objektivität der amerikanischen «He said she said»-Routine. Objektivität klingt wunderbar in der Theorie; nur ist sie weder dasselbe wie Wahrheit, noch erfasst sie automatisch die Wirklichkeit. So setzte sich in den Fünfzigerjahren Senator McCarthy mit seinem Kreuzzug gegen unamerikanische Aktivitäten nicht zuletzt deshalb durch, weil McCarthys Verdächtigungen und der Protest der Gegenseite in der Presse gleich gewichtet wurden.
Thompson expressive Ich-Reportagen als unzuverlässiger Reporter waren der schärfstmögliche Angriff auf den Einerseits-Anderseits-Journalismus. Gonzo brachte in die Presse dieselbe Irritation wie Heisenberg in die Physik: Der Beobachter verändert das Beobachtete. Oft bringt nur Verzerrung Kenntlichkeit: Etwa, als Thompson von Nixon als «Betrüger», «Schwein von einem Mann» und «Man sollte ihn in einer Mülltonne begraben» schrieb. Ein unvergessliches Porträt, in dem Thompson gelassen bemerkte: «Manche sagen, dass Worte wie Abschaum oder verrottet nicht zu seriösem Journalismus passen – aber das ist nicht das Thema. Es waren gerade die eingebauten blinden Flecken des seriösen Journalismus, die Nixon erlaubten, sich ins Weisse Haus zu schleimen.»
Kein Wunder, liebten und kopierten ihn Generationen von jungen Journalisten – die meisten aber dadurch, dass sie mit Chemie gefüllten Köpfen auf Reportage gingen und Leute beleidigten. Sie übersahen, dass Thompson perfekt vorbereitet gewesen war: Er hatte über Jahre die besten der Klassiker – die Bibel, Hemingway und Fitzgerald – zur Übung abgetippt, zwei Romane geschrieben, also das Handwerk gelernt. Seine Waffe waren nicht Whisky und Kokain, nicht die Flüche, nicht die 44-er Magnum. Gefährlich machte ihn sein Stil, der nur auf einen einzigen Mann passte: ihn selbst. Für den Rest kopierbar bleibt nur das Zentrale: der Entschluss, niemandem zu trauen als den eigenen Augen.
Nach 15 Jahren grossartiger Reportagen erwischte ihn die Tragödie fast aller Erfolgreichen: Er fing an, sein eigenes Image zu verkörpern. Seine Beleidigungen wurden Formel, sein Stil Bombast, er selber ein Exzentriker. Thompson bemerkte als Fazit: «Schreiben ist eine hassenswerte Arbeit. Schreiben ist ein wenig wie Sex: nur lustig für Amateure. Alte Huren lachen nicht mehr dabei.»
Erfolg vergiftet, Misserfolg vergiftet und die Routine wird uns alle töten. Doch das, Mbwana, ist ein Problem für später.
Constantin Seibt verabschiedet sich von seinem (un)heimlichen Vorbild.

> Constantin Seibt ist Redaktor bei der Wochenzeitung.

TBS Identity lässt Wasser bewusst fliessen

Verwaltung Die Wasserversorgung Zürich will ihre Tätigkeit stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankern.

Verwaltung Die Wasserversorgung Zürich will ihre Tätigkeit stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankern.Dazu hat der öffentlich-rechtliche Betrieb die Zürcher Agentur TBS Identity beauftragt, sein Corporate-Design-Programm zu erweitern und umzusetzen. Das Mandat umfasst die Realisation verschiedener Medien in der Marketingkommunikation wie Broschüren, Kundeninformationen oder Mitarbeiterzeitung und reicht bis zur Signaletik und zur Konzeption eines Wasserpfads entlang der Limmat.

Der Tagi bleibt dran

Regionalausgaben Seit 1997 werben die Zürichsee-Zeitungen mit dem Slogan «Schliesslich fängt die Welt vor der Haustür an.»

Regionalausgaben Seit 1997 werben die Zürichsee-Zeitungen mit dem Slogan «Schliesslich fängt die Welt vor der Haustür an.»Die Idee ist von der Linth Zeitung mit einer Bildmontage illustriert worden, in welcher Elefanten durch Rapperswil spazieren. Die Zürichsee-Zeitung aus Meilen illustriert den weltmännischen Auftritt mit einer Fotomontage zum Thema Windenergie in Meilen. «Offenbar ist unsere seit Jahren verwendete Aussage, dass die Welt vor der Haustür anfängt, derart überzeugend, dass sich auch der Tages-Anzeiger ihrer bedient», schreibt uns nun Erland Herkenrath, Geschäftsleiter Zürichsee-Zeitung. Er glaubt aber nicht, dass der Tagi für seinen Regionalsplit mit dem genau gleichen Slogan ein Plagiat provozieren wollte. «Die haben keine Ahnung, was wir bis jetzt gemacht haben. Wir hoffen, dass der Tages-Anzeiger sich besser informiert hat, bevor er sich in einen neuen Markt drängen wollte.»

Erfolgreiche Suche nach Partnern

Zusammenarbeit Um ihren Kunden einen umfassenderen Service zu bieten, geht Print Assist Kooperationen ein.

Zusammenarbeit Um ihren Kunden einen umfassenderen Service zu bieten, geht Print Assist Kooperationen ein.Nur wenige Tage nachdem die Vorstände von Eastman Kodak (Kodak) und Creo die Übernahme von Creo durch Kodak gutgeheissen haben, sorgte eine Meldung aus Höri ZH für Aufsehen: Die Print Assist, eine Tochter des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer (KBA), will danach mit der Creo Schweiz zusammenarbeiten.Creo, der Mutterkonzern von Creo Schweiz, hat erst vor kurzem seine Strategie (siehe WW 5/05) geändert und könnte, wenn dann auch die Aktionäre zustimmen sowie die behördlichen und rechtlichen Genehmigungen vorliegen, noch per Ende März zu Kodak gehören. Seit Anfang dieses Jahres hat Creo unabhängig davon den Direktvertrieb in der Schweiz verstärkt und das Vertriebsteam personell noch aufgestockt.
Print Assist und Creo Die Partnerschaft zwischen Creo und der Print Assist überrascht daher auf Grund der angekündigten Neuausrichtung – zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten schon weniger: Zum einen will Creo neben dem Direktvertrieb weiter auf lokale Vertriebspartner setzen; zum andern arbeiten die Konzerne KBA und Creo schon seit Jahren eng zusammen und sind beide auch Partner im von Creo initiierten Netzwerk für vernetzte Produktion NGP (Networked Graphic Production). In der Schweiz wurden in der Vergangenheit gar die Direct-Imaging-Druckmaschinen 46 Karat und 74 Karat von KBA lange von Typon verkauft, die ihrerseits schon seit vielen Jahren die Creo-Produkte in der Schweiz vertreibt.
Doch nicht nur Creo, sondern auch Print Assist hat sich im letzten halben Jahr verändert. Die erwähnten Direct-Imaging-Maschinen werden seit dem 1. Januar 2005 von Print Assist vertrieben. Dass diese Maschinen in der Vergangenheit vom Burgdorfer Unternehmen Typon verkauft wurden, hatte seine Gründe: Druckmaschinen mit Direktbebilderung erfordern entsprechendes Know-how aus dem Bereich der Vorstufe. Darüber verfügt Typon – die Print Assist bislang aber nicht. Mit dem Schulterschluss mit Creo Schweiz sowie dem Anstellen eines Vorstufenexperten macht die Print Assist dieses Manko wett und kann somit als umfassender Partner auftreten.
Die Print Assist kann nun Hard- und Software sowie Dienstleistungsprodukte von Creo verkaufen. Den Kunden können künftig komplette Lösungspakete mit aufeinander abgestimmten Druckvorstufenlösungen und dem entsprechenden Drucksystem angeboten werden. Das Angebot erstreckt sich nun von der Druckvorstufe über Workflow-Lösungen und CtP bis zur Druckmaschine.
Print Assist und OFS
Doch damit noch nicht genug. Im Rahmen einer Gesamtlösung wird in enger Zusammenarbeit mit der im luzernischen Pfaffnau ansässigen OFS-Group (OFS) auch der Bereich der Verbrauchsmaterialien (Druckplatten und Plattenbelichter) mit einbezogen. Von dieser neuen Kooperation versprechen sich sowohl Print Assist als auch OFS weitere Impulse. Die Kunden in der gesamten Schweizer Druckbranche sollen von diesem Schritt gar «nachhaltig profitieren».
Mit der Übernahme von Creo durch Kodak stellt sich die Situation dann nochmals anders dar. Die von Daniel Müller geleitete OFS-Group, die Produkte und Verbrauchsmaterialien von Kodak Polychrome Graphics vertreibt (das nach der Auflösung eines Joint Ventures mit Sun Chemical zu 100 Prozent zu Eastman Kodak gehört), sowie die kürzlich erweiterte Vertriebsmannschaft von Creo sitzen jetzt – wenn mans richtig nimmt – im gleichen Kodak-«Boot».
Schulterschluss mit VorteilenDie Print Assist ist nun auch in der Lage, neben dem breitesten Druckmaschinenprogramm (von KBA) auch Computer-to-Plate-Systeme (Creo) und die bisher vertriebenen Druckhilfsmaterialien gewissermassen aus einer Hand anzubieten. Die Druckplatten von KPG sind allerdings nicht im Sortiment der Print Assist; die beiden Unternehmen arbeiten hier bei Projekten nun enger zusammen.
Die OFS-Group, vor allem aber Creo Schweiz profitiert nicht zuletzt von einem gestärkten, landesweit operierenden Handelspartner.
Kodak wächst und gedeihtEastman Kodak hat sich in den letzten Jahren zu einem Riesen in der grafischen Industrie entwickelt. So wurden die Unternehmen Encad (LFP- bzw. Grossformatdruck), Scitex Versamark (industrieller Inkjetdruck) und Nexpress (Schwarzweiss- und Farbdigitaldrucksysteme) in die neu gegründete Geschäftseinheit Graphic Communication eingegliedert. Das Unternehmen setzt dabei auf selbstständige Geschäftseinheiten unter der Kodak-Dachmarke.
Mit Kodak Polychrome Graphics (vorher Joint Venture mit Sun Chemical) und Creo (noch nicht abgeschlossene Übernahme) entsteht ein in den Bereichen Verbrauchsmaterialien (vor allem CtP-Platten), Vorstufentechnologie und Workflow-Lösungen führendes Unternehmen. (jf)
Print Assist kann nun auch Produkte und Lösungen von Creo anbieten.
Jürgen Franck

Unbegrenzt

TV-Werbung Die EU will den Fernsehsendern noch mehr Reklameunterbrechungen erlauben. Mit einer neuen Richtlinie will EU-Medienkommissarin Viviane Reding die geltenden Werbelimits im TV abschaffen.

TV-Werbung Die EU will den Fernsehsendern noch mehr Reklameunterbrechungen erlauben. Mit einer neuen Richtlinie will EU-Medienkommissarin Viviane Reding die geltenden Werbelimits im TV abschaffen.Bisher sind im Schnitt maximal zwölf Minuten pro Fernsehstunde erlaubt. Die Luxemburger Politikerin meinte im Focus: «Es macht keinen Sinn mehr, im klassischen Fernsehen Obergrenzen für Werbeminuten je Stunde vorzuschreiben. Die Zuschauer sollen künftig mit ihrer Fernbedienung entscheiden.»

Zahl der Woche

Formel 1 Am nächsten Sonntag beginnt in Melbourne eine neue Saison der Formel 1. Auch dieses Jahr wird Weltmeister Michael Schumacher um 52 Millionen Euro reicher machen.

Formel 1 Am nächsten Sonntag beginnt in Melbourne eine neue Saison der Formel 1. Auch dieses Jahr wird Weltmeister Michael Schumacher um 52 Millionen Euro reicher machen.1,8 Millionen €/h Sein Einkommen, das im Sport nur von Golfer Tiger Woods (100 Millionen Euro pro Jahr) übertroffen wird, setzt sich aus 35 Millionen von Ferrari, 10 von Sponsoren und 7 aus Merchandising zusammen. Der Weltmeister kassiert für jeden der 19 Grand Prix in diesem Jahr 2,7 Millionen Euro oder 1,8 Millionen pro Stunde Fahrzeit. Insgesamt hat der 36-jährige Michael Schumacher bis jetzt in seiner Karriere 600 Millionen Euro eingenommen.

Preise gehen runter, das Image erholt sich

Detailhandel Wenige glaubten daran, dass das New-Denner-Konzept die Discountkette zum Comeback führen könnte. Noch weniger, dass sich der Ergänzungskanal zum Vollversorger mausern würde. ViznerBorel setzt den Turnaround in Szene.

Detailhandel Wenige glaubten daran, dass das New-Denner-Konzept die Discountkette zum Comeback führen könnte. Noch weniger, dass sich der Ergänzungskanal zum Vollversorger mausern würde. ViznerBorel setzt den Turnaround in Szene.Wenn CEO Peter Brabeck von sich behauptet, Nestlé in Person zu sein, wäre ein ähnlicher Anspruch von Philippe Gaydoul für die Discountkette Denner, die er seit fünf Jahren leitet, mindestens genauso angebracht. In über 200 Texten wurde sein Name in den vergangenen zwölf Monaten von der Schweizer Presse genannt – mal dank immer härteren Preiskampfes unter den Detaillisten, mal wegen der abgeschlossenen Erneuerung der Filialen. Und vor allem, weil Denner, wenn auch volumenmässig kleiner, den Umsatzzuwachs von Migros und Coop klar in den Schatten stellt. Beim Markenwert von 39 Millionen Franken scheint das «Branding by CEO», laut der Studie von Bilanz und Interbrand Zintzmeyer & Lux, «noch nicht» auf die Marke abgefärbt zu haben. Trotzdem dürfte der 44. Platz im ersten Ranking der Schweizer Marken nur ein provisorischer sein, mit hohem Potenzial nach oben. Weil die dynamischen Auftritte Gaydouls zwar die Aufbruchstimmung, den neuen Look und Geschäftsstil gut vermitteln, langfristig aber viel mehr die höheren Umsätze und das erstarkte Selbstbewusstsein das Image nach aussen prägen.
Kampf gegen die KartelleZu so viel Medienpräsenz brachte es sein Vorgänger Karl Schweri höchstens noch im Zusammenhang mit seinen politischen Aktivitäten, sprich: den Volksinitiativen, für die er gerne Filialnetz, Zulieferer und Kundschaft aktivierte. Eine Ladenkette – ein politisches Programm. Obwohl Schweri im Kampf gegen die Kartelle einige Siege für sich und die Schweizer Volkswirtschaft verbuchen konnte – Niederlagen gab es auch –, seine strategische Ausrichtung für Denner war fragwürdig und stürzte das von ihm gegründete Unternehmen in eine Krise.
Marktforschungsstudien zum Trotz reduzierte man das Produktangebot auf ein essenzielles Sortiment, das wie manche Filialen ungepflegt wirkte. Rekrutierung und Motivation des Personals ergänzten diese Negativliste. Als Ende 2000 Philippe Gaydoul die Leitung des Gesamtkonzerns antrat, war die Discount-positionierung von Denner abgeschlossen, das enge Korsett auf allen Ebenen zusammengezurrt.
Doch Gaydouls Modernisierungsschub liess nicht lange auf sich warten. Das Marketingkonzept «New Denner» sollte verlorene Marktanteile zurückgewinnen und die Wettbewerbsvorteile langfristig absichern.
Eine der ersten Neuerungen in der Ausrichtung war die Aufwertung des Faktors Personal und in der Folge eine konsequente Orientierung an den Kundenbedürfnissen. Das geänderte und erweiterte Sortiment (75 Prozent Markenprodukte, Frischfleisch und 25 Prozent Eigenmarken zu Dauertiefpreisen), das seit kurzem auch Früchte und Gemüse umfasst, sollte Denner als Vollsortimenter von anderen Discountern abheben.
Mit neuem Corporate Design und Logo als optische Klammer
erhielten die aufgeräumten und übersichtlicheren Ladenlokale (319 Filialen) des Familienunternehmens ein moderneres Gesicht. Was bereits in der Pilotphase erkennbar wurde, bestätigte sich nach und nach in den aufgepeppten Filialen: Binnen Monaten stiegen Frequenz und Kundenbindung signifikant. «Ganz offensichtlich ist es uns mit dem Konzept gelungen, zahlreiche Neukunden zu gewinnen», sah sich Gaydoul in einem Interview mit dem Marktforschungsinstitut IHA-GfK bestätigt.
In den Ausgaben «Detailhandel Schweiz» des Schweiz. Marketing-Forums lasen sich die Kennwerte immer besser: nicht nur steigende Umsätze, sondern auch höhere Flächenproduktivität trotz anwachsender Verkaufsfläche. Im Fünfjahresvergleich steigerte Denner seinen Umsatz um rund 50 Prozent.
Als Letztes wurden Denners Werbe- und Kommunikationskonzept völlig neu konzipiert und gestaltet. Offenbar bedurfte es aber eines medien- und öffentlichkeitswirksamen TV-Spots, bis diese Veränderung tatsächlich als solche wahrgenommen wurde. Denn: Mit Ausnahme der vereinzelt eingesetzten Comicfigur Denny entbehrte die Werbung des Discounters nahezu jeder Image-komponente. Denner stand bis Frühling 2004 fast ausnahmslos für Schweinebauchanzeigen und altbackene Wurfsendungen.
Ein umstrittener Denner-TV-Spot, der es auf die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden abgesehen hatte, vor allem aber die der Medienleute erreichte, zeigte zwei Lastwagenfahrer der Konkurrentinnen Coop und Migros, die sich – oder gar ihre Läden? – mit Grosseinkäufen bei Denner eindecken, als wäre dies das Natürlichste auf der Welt. So humorvoll spritzig kannte man den Denner nicht – erst recht nicht als Dachmarke, die für sich statt für ein Billigstangebot wirbt. Obwohl die Wahl des Themas für den Discounter nahe liegend erscheint, scheinen alle – von den Tiefpreissensibilisierten bis zu den besser verdienenden Konsumentensegmenten – den Spot auf Anhieb positiv zu bewerten. Das neue Selbstbewusstsein bei Denner scheint selbst die Wirtschaftszeitung Cash verblüfft zu haben, die Philippe Gaydoul zwei Oskars verliehen hat.
Seele von Denner als ArgumentEin grosser Teil der Ehre geht auch an die Kreativagentur ViznerBorel, die zum Strategiewechsel das passende Werbekonzept entwickelt und umgesetzt hat. So wie der Schweizer Discounter der ersten Stunde jetzt auch vermehrt mittlere und höhere soziale Segmente anpeilt, will Agenturmitinhaber Lajos Vizner bei der grösseren Zielgruppe mit neuen Impulsen das Image korrigieren – auf allen Kanälen, von der Tragtasche bis zum Image-TV-Spot. «Bei unseren Kommunikationsauftritten berufen wir uns auf die Stärken und auf die Seele der Marke Denner: ‹Der Discounter mit Herzblut›, der sich mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis über das gesamte Sortiment für faire Preise einsetzt», sagt Guillaume Borel, Mitinhaber von ViznerBorel.
Dass dabei die Konkurrenz manchmal Federn lassen muss, sei klar. Das geschah aber bis vor kurzem nur anhand von Headlinesujets in Print und Plakat. Damit hätten sie versucht, auf sympathische, glaubwürdige und intelligente Art die Denner-Botschaften zu vermitteln. Sei es als Antwort auf Preisvergleiche der Konkurrenz oder mit Gelegenheitsanzeigen zu gesellschaftlichen Themen. Dabei würden ihnen die vielen positiven Reaktionen in ihrem Bestreben Recht geben, sagt Borel.
Stefan Maegli, verantwortlich für die Marketingkommunikation bei Denner (siehe Interview rechts): «Mit einer breit angelegten Kampagne – Print, Plakate, POS – haben wir die Schweizer Bevölkerung im Sommer 2004 und im Januar dieses Jahres nochmals über markante Preisnachlässe auf vielen Markenartikeln und Eigenmarken informiert.» Damit unterstreiche Denner einmal mehr seine Vorreiterrolle als «Preisüberwacher» im Detailhandel.
Den Abschluss der Umbauphase seiner Filialen feiert Denner gebührend. Auf den Vergleichsspot lässt Maegli weitere Imagestreifen im TV und Kino folgen, die dem Zielpublikum klar machen sollen, dass man bei Denner mehr fürs Geld kriegt. Die Low-Budget-Qualität, die man von einem Discounter erwartet hätte, wurde bewusst vermieden. Stattdessen wirkt die Umsetzung der Filme sehr wertig, modern und ist von hoher Qualität. «Wir sind überzeugt, dass wir mit diesen Filmen ein neues und jüngeres, kaufkräftigeres, aber dennoch preissensibles Zielpublikum ansprechen werden», so Guillaume Borel.
Bei der Produktion der Image-TV-Spots wurde nichts dem Zufall überlassen. Mit Michael Fueter hat die Agentur einen der talentiertesten Schweizer Regisseure begeistern können. Und als «TV-Guru» holte man sich Hansjörg Zürcher an Bord. Die Filme «Mamma mia» und «Car» knüpfen in ihrer Art bei der neuen Tonalität von Denner an – provokativ, sympathisch und unterhaltend. Bei «Car» beispielsweise übersteigt der Einkauf bei Denner das zulässige Frachtgewicht des Geländewagens. Die vielen Taschen lassen nicht nur die Achsen des Autos bersten, sondern gleich den Asphalt einbrechen und die Karosse mitsamt dem Einkauf und der mürrischen Frau im Erdboden verschwinden.
Strategiewechsel mit FolgenErfolgreicher als alle zuvor war das Geschäftsjahr 2004: Denner konnte mit seinen 319 Filialen und 265 Satelliten den Gesamtumsatz um 11,8 Prozent auf den Rekordwert von 1,843 Milliarden Franken steigern. Der Quadratmeterumsatz erhöhte sich in derselben Periode um 11,6 Prozent auf 11620 Franken. Der durchschnittliche Kundeneinkauf nahm um 3,3 Prozent zu, während sich die Kundenfrequenz um 8,6 Prozent erhöhte. (la)
Abgelutscht und irreführend: Es bedurfte eines TV-Spots, bis die positiven Neuerungen bei Denner wahrgenommen wurden.
Imagewandel: Grell wie einst sind die Denner-Plakate noch immer, doch eine Prise Schalk gibt ihnen mehr Klasse.
Discount macht nicht dumm – im Gegenteil: ViznerBorel führt für Denner vor, dass Rappenspalten Schulfach sein müsste. >> Seite 8
Luca Aloisi

Ein neues Center schaukelt sich hoch

Shoppingcenter An diesem Wochenende eröffnet in Emmen das grösste Einrichtungscenter der Schweiz. BH rückt dessen Nähe ins Zentrum der Kampagne.

Shoppingcenter An diesem Wochenende eröffnet in Emmen das grösste Einrichtungscenter der Schweiz. BH rückt dessen Nähe ins Zentrum der Kampagne.
Einkaufen, bauen, einrichten, wohnen. Das Angebot der Mieter im Wohncenter Emmen führt einen Mix zusammen, der in dieser Form in der Schweiz einmalig ist: Unter einem gemeinsamen Dach vor den Toren der Stadt Luzern sollen die Konsumenten die grössten Schweizer Inneneinrichter (Möbel Pfister, Interio, Conforama, TopTip) sowie Coop Bau + Hobby und zur Abrundung Fust, Migros und eine Apotheke finden. Obwohl ganze elf Jahre ins Land zogen, bis das Projekt realisiert wurde, scheinen die Verantwortlichen des 49000 m2 grossen «Einkaufsmekkas» klare Vorstellungen für die Frequenzen zu haben. Immerhin steht es in unmittelbarer Nähe des grossen Einkaufszentrums Emmen Center, das die Kundschaft aus dem Zentralschweizer Einzugsgebiet mit seinen 250000 Haushaltungen und 600000 Menschen anlockt. Geplant sind ferner ein Ikea-Zentrum in Rothenburg und das
futuristisch-visionäre EbiSquare in Ebikon, dessen Bebauungsplan am vergangenen Wochenende von den Stimmbürgern der Gemeinde angenommen wurde.
So gross wie das GlattzentrumDoch momentan will das Wohncenter Emmen das Rampenlicht noch ungeteilt für sich beanspruchen. Schliesslich soll die neuartige
Anbieterkonstellation in Emmen gegenüber anderen Zentren mit hoher Möbelhäuser-Konzentration wie Spreitenbach oder dem Wohnland Dübendorf an Anziehungskraft gewinnen. Immerhin peilt das Wohncenter Emmen die Grössenordnung des Einkaufszentrums Glatt an, also jene des zweitgrössten Shoppingcenters der Schweiz.
Um eine integrierte Kommunikationswirkung sicherzustellen, wurde die Agentur Bischof Meier mit der Gesamtleitung und der Medienarbeit beauftragt. Deren Pitch gewann die Agentur Bohnenblust Haas (BH). In ihrer Kampagne wird das Wahrzeichen des Zentrums, ein Schaukelstuhl, inszeniert – das Logo konzipierte die Westschweizer Actis-Datta. Die Bildmontagen sollen die Nähe des neuen Einrichtungscenters ins Zentrum der Botschaft rücken.
Nebst Plakaten und Anzeigen umfasst BHs Launchkampagne, die «einen gestützten Bekanntheitsgrad von neunzig Prozent mit Sicherheit erreichen wird», so Berater Marc Bohnenblust, einen Eröffnungsprospekt sowie Radiospots.
Wird sich in Emmen einbürgern: Das neue Wohncenter, dessen Logo ein Schaukelstuhl ist.
Luca Aloisi

Abgestrafte Arroganz

Gastkommentar Egal, wie die SRG-Finanzprüfung ausgeht: Der direkte Zugang ins Bundesratszimmer dürfte Armin Walpen künftig verwehrt sein, hofft Günter Heuberger.

Gastkommentar Egal, wie die SRG-Finanzprüfung ausgeht: Der direkte Zugang ins Bundesratszimmer dürfte Armin Walpen künftig verwehrt sein, hofft Günter Heuberger.Die in den letzten Tagen bekannt gewordenen Spesenbezüge von SRG-Generaldirektor Armin Walpen haben mir wieder einmal bewusst gemacht, welche Macht die SRG vereint und wie gefährlich es ist, wenn mit dieser nicht sorgsam umgegangen wird. Da ich selbst auch schon zwanzig Jahre im Mediengeschäft bin, konnte ich Walpens Aufstieg vom Leiter des Radio- und Fernsehdiensts des EVED über den kurzen Ausflug in die Privatwirtschaft (Tamedia) und das Generalsekretariat des EJPD bis zum Generaldirektor der SRG mitverfolgen.Seine persönlichen Stärken und Schwächen sind mir schon lange bekannt. Als Präsident des Privatradioverbands erlebte ich ihn – immer dann, wenn die SRG die Privatradios brauchte – bei gemeinsamen Vorstössen beim Uvek oder Bakom. Nützlich waren wir bei der Abwehr überrissener Ansprüche der Urheberrechtsgesellschaften oder gegen Quotenwünsche der einheimischen Musikindustrie. Bei den für uns viel wichtigeren Dossiers (2. Programme, Verbreitung, Digitalisierung) zeigte uns Walpen immer wieder, wer Chef der elektronischen Schweizer Medien ist.
Doch diese Position erodiert nun. Walpen und seine Vorgänger konnten noch ohne Anmeldung ins Bundesratszimmer marschieren und ihre Anliegen direkt bei den Magistraten deponieren. Bundesrat Leuenberger mit seinem Sensorium für Anstand und zu grosse Machtballungen zeigte dem SRG-Generaldirektor mehrmals schon die gelbe Karte. Der richtete sich daraufhin – reichlich unbedarft – an andere Bundesräte, was seit der Reduktion der CVP-Abordnung nicht mehr so einfach ist. Beim neuen RTVG kämpfte Armin Walpen mit härtesten Bandagen. Und es gelang ihm nochmals, Liberalisierungsartikel wie jene zum Radiosponsoring und den Spartenprogrammen zu seinen Gunsten zu ändern.
Manchmal frage ich mich: Hat der Mann den vorliegenden Gesetzesentwurf nicht gelesen oder nicht verstanden? Keine einzige Weichenstellung ist gegen seine SRG gelaufen! Die Angst vor ausländischer Einflussnahme verhindert weiter jeglichen inländischen Wettbewerb. Als Verbandspräsident akzeptiere ich zwar die politischen Realitäten. Doch ich weiss auch: Die neuen Technologien kommen schneller, als viele meinen. Bandbreiten und Mobilität sind die Stichworte für Zukunftserfolg. Das wird die SRG mehr spüren, als ihr lieb ist. Denn gegen die grossen Telecomunternehmen wird man keine neuen Schutzwälle bauen können.
Walpen kann gerne weiter mit Chauffeur von VIP- zu VIP-Anlass fahren. Dort sieht er die Marktentwicklungen nicht. Aber ich – stellvertretend für die 45 kleinen Radiochefs der Schweiz – werde im Zweitklassabteil der SBB schnell merken, was sich im Markt durchsetzen lässt.
> Günter Heuberger ist Geschäftsführer von Radio und Tele Top sowie Präsident des Verbands Schweizer Privatradios.

Mit dem Traumwagen nach Hollywood

Product Placement Auto spielen eine wichtige Rolle im Hollywood-Film. Die Stars im Product Placement heissen Ford, Mercedes und Audi.

Product Placement Auto spielen eine wichtige Rolle im Hollywood-Film. Die Stars im Product Placement heissen Ford, Mercedes und Audi.Der diesjährige «Oscar» im Product Placement geht zwar an Pepsi. Das Süssgetränk ist in sieben von 37 Number-One-Filmen der US-Kinocharts auffällig oft im Bild. Konkurrent Coca-Cola bringt es nur auf sechs werbewirksame Auftritte. Das hat die weltweit führende Berater-agentur Interbrand in New York für ihre Product Placement Awards ermittelt. Bei dieser Rangliste ist die Marke Ford mit fünf wichtigen Filmen das führende Auto auf der Leinwand. Mercedes bringt es auf Platz acht mit vier bezahlten Auftritten in «Collateral», «Man on Fire», «Spider Man 2» oder «The Bourne Supremacy» mit Matt Damon und Franka Potente. In diesem Film rast auch ein BMW durch die Strassen von Berlin und Moskau. BMW ist nicht mehr in den Top Ten der häufigsten Auftritte, ebenso wie die Marke Audi. Dafür darf sich ein Wagen aus Ingolstadt mit dem Spezialpreis für die beste Medienpräsenz freuen.
Audis Kultmodell RSQDiesen Coup des Jahres landete Audi dank einem auffallenden Auftritt im Film «I, Robot» mit Will Smith in der Hauptrolle. Eigens für diesen Film kreierte der deutsche Hersteller das Sportcoupé Audi RSQ mit Flügeltüren und Kugelrädern. Dieser Concept Car faszinierte die Zuschauer derart, dass der Begriff Audi RSQ über 37000 Mal «gegoogelt» wurde. Das Unikum ist «bedingt fahrtüchtig» und seither als beliebtes Ausstellungsstück auf Welttournee.
Audi habe «aus Prinzip» nichts für seinen Gastauftritt in «I, Robot» bezahlt, sondern lediglich die Autos und technische Betreuung zur Verfügung gestellt. Da man weiss, dass Product Placement immer wichtiger wird, werden nicht nur in Ingolstadt regelmässig Drehbücher gelesen. Die Autohändler prüfen, welche Charaktere zu ihren Marken passen. Natürlich sind das am liebsten die positiven Helden. Ford hat gemäss Interbrand «mehrere Millionen Dollar» bezahlt für einen erfolgreichen Auftritt im James-Bond-Streifen «Die Another Day». Aber auch «bad guys» müssen nicht zu Fuss gehen, solange sie genügend Kultstatus haben. So war auch im Actionfilm «Matrix Reloaded» ein Audi zu sehen. In «Mission Impossible 2» fuhr Tom Cruise im Porsche ein Duell gegen eine Audi-Fahrerin.
Die weiteren von Interbrand ermittelten Top Ten im filmischen Marken-Rating sind hinter Pepsi und Coca-Cola in den folgenden Rängen Motorola, Nike, Apple, Ford, Panasonic, Mercedes und San Pellegrino sowie auf Platz 10 noch Sony. Andreas Panzeri
Product Placement Auto spielen eine wichtige Rolle im Hollywood-Film. Die Stars im Product Placement heissen Ford, Mercedes und Audi.
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