Helvetas sammelt flüssige Mittel

Fundraising Helvetas ruft zum Spenden auf – am Weltwassertag.

Fundraising Helvetas ruft zum Spenden auf – am Weltwassertag.Für das Jubiläumsjahr «50 Jahre Helvetas» hat sich der politisch und konfessionell unabhängige Verein Grosses vorgenommen: die Mitgliederzahl um 25 Prozent auf 50000 zu steigern und seine Kernaufgabe, die im Claim «Leben braucht Wasser» steht, wieder zu aktualisieren. Denn für über eine Milliarde Menschen ist sauberes Wasser noch immer keine Selbstverständlichkeit. Das Todesurteil für Millionen von Menschen. Jedes Jahr. Da der Erfolg der Tsunami-Sammelaktion gemeinnützige Organisationen befürchten lässt, dass der Obolus für dieses Jahr aufgebraucht sein könnte, müssen deren Werbeaktivitäten trotz äusserst knapper Mittel noch prägnanter und emotionaler sein. Die Hilfswerke, die klar positioniert sind und konkrete Projekte unterstützen, dürften es leichter haben, ihre oft umfassenden Informationspakete im Werbeauftritt knapp und abgrenzend zu kommunizieren. Je weniger Infoballast werblich aufbereitet werden muss, desto mehr wohlgezielte Emotionen mit hohem Erinnerungswert lassen sich vermitteln.
Aus dieser Not machte Helvetas-Pitch-Gewinnerin Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) eine Tugend. Damit das Engagement von Helvetas weiterhin möglich bleibt, ruft die Entwicklungsorganisation mit einer ganz einfachen Kampagne am Uno-Weltwassertag, dem 22. März, zum Spenden auf. Im Appell wird symbolisch gezeigt, wofür das gespendete Geld verwendet wird: In ein halb volles Glas fallen so lange Münzen, bis der Wasserspiegel an die Oberfläche gestiegen ist. «Helfen Sie mit, Trinkwasser an die Oberfläche zu befördern», heisst es dazu. Diese Idee wurde als Inserat, Film und Mailing umgesetzt.
Umrahmt wird die Kampagne von diversen Aktionen am Weltwassertag. Die Gäste einiger Zürcher Cafés sollen zum Espresso ein Glas Schmutzwasser serviert erhalten. So werden diese daran erinnert, dass sauberes Wasser für über eine Milliarde Menschen noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.
Wie Geld zu Wasser wird: Die Kampagne von Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB).

Luca Aloisi

Kultur-Lobby beendet BaZ-Boykott

Zeitungen Die Kulturveranstalter in Basel suchen eine Aussöhnung mit der Basler Zeitung (BaZ).

Zeitungen Die Kulturveranstalter in Basel suchen eine Aussöhnung mit der Basler Zeitung (BaZ).Sie heben den Boykott gegen die BaZ-Ausgehagenda auf, mit der sie Ende 2004 auf die Einführung von Gebühren für den Eintrag eines Anlasses reagiert hatten. Laut dem Newsportal Onlinereports.ch hat die Vollversammlung der beteiligten Veranstalter einstimmig beschlossen, Verhandlungen mit der BaZ aufzunehmen. BaZ-Chefredaktor Ivo Bachmann zeigte sich davon erfreut. Er glaubt allerdings nicht, dass die BaZ von der Kostenpflicht abrücken wird.

Zoebeli gewinnt zwei Neukunden

Industrie Die Berner PR-Agentur Zoebeli Communications startet mit zwei neuen Aufträgen in den Frühling. Für die börsenkotierte Komax-Gruppe realisiert die Agentur den neuen Geschäftsbericht.

Industrie Die Berner PR-Agentur Zoebeli Communications startet mit zwei neuen Aufträgen in den Frühling. Für die börsenkotierte Komax-Gruppe realisiert die Agentur den neuen Geschäftsbericht.Komax hat ihren Sitz in Dierikon LU und produziert Kabelverarbeitungssysteme und Montageautomaten. Für die Swisscom Immobilien AG betreut Zoebeli ein grösseres Projekt der internen Kommunikation.

Intro-TV wird geschlossen

Fernsehen Der Lokalsender Intro-TV ist bankrott und stellt seine Sendetätigkeit per sofort ein. Das Fernsehen für die Region Solothurn gehört dem Privatsender U1.

Fernsehen Der Lokalsender Intro-TV ist bankrott und stellt seine Sendetätigkeit per sofort ein. Das Fernsehen für die Region Solothurn gehört dem Privatsender U1.Dieser sei nicht mehr bereit gewesen, Intro-TV alleine zu finanzieren, heisst es in einer Mitteilung. Laut der Gewerkschaft Comedia hat U1 in den vergangenen Monaten die Löhne der Intro-TV-Angestellten wiederholt nicht fristgerecht bezahlt. Comedia widerspricht auch der Darstellung von Intro-TV, dass U1 den betroffenen Mitarbeitenden gleichwertige Stellen angeboten habe.

Buchstabensuppe

Events Für die Berner Museumsnacht vom kommenden Samstag serviert der Botanische Garten (Boga) eine «Special Edition» von Knorrs legendärer Buchstabensuppe.

Events Für die Berner Museumsnacht vom kommenden Samstag serviert der Botanische Garten (Boga) eine «Special Edition» von Knorrs legendärer Buchstabensuppe.Die Verpackung der streng limitierten Auflage, wie es sich für ein museales Stück gehört, trägt die Handschrift des Fruitcake-Grafikers René Rüegsegger.

Klingelton aus der Jeanstasche

Mode Musikkompetenz kann man der Jeansmarke Levi’s nicht absprechen. Weshalb man ihr glaubt, wenn sie prophezeit, dass 2005 die digitalen die konventionellen Single-Charts ablösen werden.

Mode Musikkompetenz kann man der Jeansmarke Levi’s nicht absprechen. Weshalb man ihr glaubt, wenn sie prophezeit, dass 2005 die digitalen die konventionellen Single-Charts ablösen werden.Der richtige Moment für Levi’s, um sich nach langem wieder als modischer Trendsetter in der Jugendkultur zu positionieren: Die europäische Division lanciert einen Klingeltonwettbewerb. Alle Einsendungen werden von einer Jury aus Profis der Musikindustrie beurteilt. Dem besten Klingelton winkt ein professioneller Remix und – entgegen dem Trend – die Pressung auf Vinyl.

Im Sinkflug auf neue Höhen?

Kundenmagazine Das Swiss Magazine hat turbulente Zeiten hinter und spannende vor sich.

Kundenmagazine Das Swiss Magazine hat turbulente Zeiten hinter und spannende vor sich.Das Bordmagazin der Swiss hat erst gerade interne Probleme hinter sich gebracht – und schon stehen mit den Heiratsvorbereitungen von Swiss und Lufthansa neue, noch grössere Herausforderungen bevor.Zuerst zu den jüngsten Turbulenzen: Per Ende 2004 hat die Swiss Inflight Media (SIM), eine Agentur in Basel, die exklusiv das Swiss Magazine und das gesamte übrige Inflightmedia-Angebot der Swiss vermarktete, ihre Segel gestrichen und ihr Mandat an die Swiss zurückgegeben. Gründe mag SIM-Inhaber Marcel Wernli nicht nennen. Er betont aber, dass er auf den Auftrag von sich aus verzichtet und dass sich die Swiss dabei fair verhalten habe.
Mittlerweile hat die Swiss das Outsourcing im Werbeverkauf rückgängig gemacht und ihre Akquisitionskräfte inhouse gebündelt. Die Crew für das gesamte Inflightmedia-Angebot – vom Erfrischungstüchlein bis zur Anzeige im Swiss Magazine – ist nun beim Verlag des Kundenmagazins am EuroAirport Basel-Mulhouse untergebracht und wird seit Januar von Roger D. Müller geleitet. Müller hat bereits früher – notabene bei SIM – das Swiss Magazine vermarktet, vor einem Jahr hat er dann aber die Agentur verlassen. Für die neu-alte Aufgabe war er Ende 2004 von Swiss angefragt worden. Mehr zum Akquisitionswechsel will aber auch er nicht sagen.
Auch die Zukunft des Swiss Magazine will er nicht kommentieren, dazu stehen die «konstruktiven Verhandlungen zu einer Übernahme und Integration der Swiss in den Lufthansa-Konzernverbund» (Pressetext vom 13. März) zu sehr am Anfang. Dem Communiqué hat er aber mit Erleichterung entnommen, dass von der «Aufrechterhaltung der Marke Swiss» die Rede war. «Eine Airline namens Swiss wird weiterhin ein Swiss Magazine benötigen», hofft Müller. Ein Inseratekombi mit dem Lufthansa-Magazin schliesst er nicht aus, weist aber darauf hin, dass das Swiss Magazine beim internationalen Branchenverbund Inflight Marketing Bureau (www.imb.com) mitwirkt und damit bereits in Kombivarianten eingebunden ist.
Marcel Wernli, der schon bisher über seine zweite Firma Inflight Media Marketing AG (IMM) rund 60 Airline-Magazine aus aller Welt exklusiv in der Schweiz vertrat und vertritt – darunter übrigens auch das Lufthansa-Magazin –, könnte sich aus dem möglichen Zusammengehen der beiden Airlines noch weitere Auswirkungen auf den Printbereich der Swiss vorstellen. «Anders als die Swiss hat die Lufthansa neben dem Bordmagazin noch das Lufthansa exclusive – ein monatliches Heft für Vielflieger. Denkbar also, dass die Lufthansa bei Swiss ein ähnliches Magazin initiieren wird», sagt er.
Weniger Passagiere, kleine AuflageRund 9,2 Millionen Passagiere hat die Swiss 2004 befördert, eineinhalb Millionen weniger als im Jahr zuvor. Das bedeutet erneut tiefere Frequenzen für das Swiss Magazine. Im 2002 waren es noch 11,6 Millionen Passagiere gewesen.
Das zweisprachige Bord-Magazin (deutsch/englisch) erscheint achtmal pro Jahr mit einer nicht Wemf-beglaubigten Auflage von 80000 Exemplaren und führt ferner im Juli/August und Dezember/Januar je eine Doppelnummer mit 130000 Exemplaren.
Zum Vergleich: Das Lufthansa-Magazin erscheint im Verlag G+J Corporate Media mit einer Auflage von 280000 Exemplaren. (mk)
Destination ungewiss: Noch ist nicht klar, was nach dem Lufthansa-Deal aus dem Bordmagazin der Swiss wird.
Markus Knöpfli

Zahl der Woche

Marken In der Verbraucherstudie «European Trusted Brands 2005» von Reader's Digest gaben 72% der 25000 befragten Personen an, einige Marken seien es ihnen wert, mehr zu bezahlen.

Marken In der Verbraucherstudie «European Trusted Brands 2005» von Reader’s Digest gaben 72% der 25000 befragten Personen an, einige Marken seien es ihnen wert, mehr zu bezahlen.72 % Wichtigste Kriterien für das Markenvertrauen sind «hohe Qualität» (81%), die «persönliche Erfahrung mit der Marke» (78%) und das «Verständnis für Bedürfnisse der Kunden» (68%).

Feelgood & Old Fashion

Für Wellness-Fans unter Werbern ist seit letzter Woche klar: Der ideale Arbeitgeber heisst Lowe.

Für Wellness-Fans unter Werbern ist seit letzter Woche klar: Der ideale Arbeitgeber heisst Lowe.Nicht weil dort Arbeitsklima oder Büroluft gesünder wären – die Werbeschmiede an der Talstrasse unterscheidet sich diesbezüglich nicht von anderen –, aber seit neuestem befindet sich gleich um die Ecke an der Sihlporte Zürichs erster Day-Spa. Und der hats in sich. Auf zwei Stockwerken kann man sich vom Allerfeinsten verwöhnen lassen, ohne gleich ein Fünfsternehotel belegen zu müssen. Die von Lukas Meiers Aroma Productions gestalteten Wohlfühloasen des Labo-Spa begeisterten die Gäste, welche sich nach einer kurzen Führung zum Abfeiern bei Cüpli und Häppchen in die Kaufleuten-Lounge begaben.Wenn Michel Pernet und Pete Kurath von Blofeld Entertainment Neues aushecken, hats ebenfalls meist Hand und Fuss – und anlässlich des aktuellsten Wurfs auch lange Beine. Solche gabs auf dem extra für diesen Abend aufgebauten Catwalk im Zürcher Brockenhaus reichlich zu sehen. Für den «Fashion for Benefit»-Event zu Gunsten des Theaters Hora luden die Veranstalter diverseste Zürcher Szenis in die Gebrauchtwarenfundgrube an der Neugasse. Erstaunlich, was es im Kleiderfundus des Brockis
alles zu entdecken gibt.
Weils für einen guten Zweck war, liess sich TV-Promi Kurt Aeschbacher als Moderator einspannen – wie auch auf dem Laufsteg das eine oder andere bekannte Gesicht, beispielsweise Gwendolyn Rich, auszumachen war. Den Vogel abgeschossen mit seiner Performance hatte allerdings Brockenhaus-Geschäftsführer Hanspeter Hürlimann – mit einem filmreifen Auftritt als Mafiaboss. Fazit: Auch gebrauchte Kleider machen Leute.
Beat Fritschverlustierte sich letzte Woche im Zeichen von Lifestyle und Wohlbefinden. Der Labo-Spa verspricht Letzteres inmitten der Stadt und ohne dass man gleich ein ganzes Hotel-Arrangement mitbuchen muss.
Ein ideales Plätzchen zum gepflegten Ausspannen für CD-geschädigte Kreative und BGL-geplagte Beraterinnen.
Ziemlich ausgefallen sind jeweils die Ideen der Jungs von Blofeld Entertainment. Dieses Mal luden sie unter dem Titel «Fashion for Benefit» zur ersten offiziellen Modeschau aus den Haute-Couture-Beständen des Zürcher Brockenhauses. Erstaunlich, was dort so alles rumhängt.
Lukas Meier von Aroma mit den Nachtmarkt-Girls Conny Schmid (l.), Nemuk AG, und Daniela Jeck von Unisono.
Auf einen raschen Apéro in die Kaufleuten-Lounge: Personalberaterin Silvia Gassmann (l.) und Bettina Bussey von Popfilm.
Hahn im Korb: Dit Gertsch mit Brigitte Bolliger (r.) von Asphalt Urban Footwear und Informatikspezialistin Judith Jäggi.
Melanie Locher (l.), Werbeagentur Garbini Biedermann, und Nadine Queloz, PR-Verantwortliche von Christian Dior Parfums.
Leif Langenskiöld (l.), Chef des Red Bull Racing Team USA, und Luc Rosset von der In-Boutique La Boucherie im Kreis 5.
Film- und Spotspezialistin Nadia Rosasco mit Freund Serge Riedener, Creative Director bei der Werbeagentur Inhalt + Form.
Immer für Ideen gut: Michel Pernet (l.) und Pete Kurath von Blofeld Entertainment.
Tina Venus Weiss von der Berner Event- und Hostingagentur World of Venus mit der Zürcher Barlegende Christian «Bossi» Bosshard.
Mafios: Modeschau-Moderator Kurt Aeschbacher (l.) mit Brockenhaus-Chef Hanspeter Hürlimann im Borsalino-Style.
Waren begeistert von den Kleidern aus dem Brocki-Fundus: Lisa Brühlmann von Star-TV mit Regisseur Daniel Cherbuin.
Ohne drittgrössten Wirtschaftsraum fehlt Ihrer Marke die PowerNadia Fernandez (l.), freie Journalistin, und Bettina Brenner, Ex-Werberin und heute mit eigenem Modelabel unterwegs.
Jeannette Kuster, Schweizer Familie, und Beat Schlatter, ausnahmsweise mal nicht selbst auf der Bühne.
Auch eine Delegation von Jung von Matt/Limmat kam ins Brocki: Christine Kuhnt, Sacha Baer und Sabrina Arthur (v. l.).
Alte Eventprofis: Manfred Ettlin (l.) von Neuerdings Events und Hubert Lüscher, Projektleiter bei Modernlight.

TV goes Internet, oder?

Wie stehen die Chancen, dass audiovisuelle Interaktivität vom punktuellen Medienphänomen zur – auch ökonomisch – nachhaltigen TV-Wirklichkeit wird?

Wie stehen die Chancen, dass audiovisuelle Interaktivität vom punktuellen Medienphänomen zur – auch ökonomisch – nachhaltigen TV-Wirklichkeit wird?Darauf antworten auf Einladung der Pionierin und NeunLive-Chefin Christiane zu Salm in dieser Aufsatzsammlung namhafte Denker (darunter die Professoren Glotz und Bolz) und Macher (wie Hubert Burda und Ex-RTL-Chef Hans Mahr). Eine inspirierende, weil kontroverse Tour d’Horizon.> Zaubermaschine interaktives Fernsehen? TV-Zukunft zwischen Blütenträumen und Businessmodellen von Christiane zu Salm (Hg.). Gabler Verlag, Wiesbaden 2004. 240 Seiten, 98 Franken.
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Medien(r)evolution
Die Autoren dieses Essaybands beleuchten die sozialen und politischen Konsequenzen der neuen Kommunikationstechnologien aus publizistikwissenschaftlicher Sicht. Kritisch gewürdigt wird dabei auch das offizielle Leitbild des Bundes zur Informationsgesellschaft Schweiz.
> Informationsgesellschaft Schweiz: Medien und Öffentlichkeit im Wandel von Heinz Bonfadelli u. Werner A. Meier (Hg.). Seismo Verlag, Zürich 2004. 262 Seiten, 38 Franken.

Ski öffnet sich für Snowboards

Zeitschriften Das Magazin Ski wird im Herbst unter neuem Namen relauncht. Der definitive Titel steht noch nicht fest, wie die Aargauer Zeitung berichtet.

Zeitschriften Das Magazin Ski wird im Herbst unter neuem Namen relauncht. Der definitive Titel steht noch nicht fest, wie die Aargauer Zeitung berichtet.Zeitschriften Das Magazin Ski wird im Herbst unter neuem Namen relauncht. Der definitive Titel steht noch nicht fest, wie die Aargauer Zeitung berichtet. Der Arbeitstitel «snowEmotionspur» zeigt die Richtung, welche die Herausgeber Vogt-Schild/Habegger und Swiss-Ski einschlagen wollen: eine Öffnung vom reinen Skisport zum allgemeinen Schneeerlebnis, das auch neuere Sportarten wie Snowboard und Airboard einschliesst. Die Mitglieder des Skisportverbands erhalten das Magazin gratis nach Hause
zugestellt; mit der Neugestaltung möchte Vogt-Schild/Habegger weitere Leser hinzugewinnen.

TSR betreibt am Kiosk Tauschhandel

Ad-Screen Bei Naville sollen Merchandising-Produkte von TSR promotet werden – und Programminhalte.

Ad-Screen Bei Naville sollen Merchandising-Produkte von TSR promotet werden – und Programminhalte.
Damit Naville überhaupt anfing, sich über Screens am Kiosk Gedanken zu machen (WW 9/05), brauchte es offensichtlich den Anstoss des Westschweizer Fernsehens TSR. Am Anfang stand jedenfalls das Buch zum 50-Jahr-Jubiläum von TSR, das letztes Jahr unter anderem auch über Naville-Verkaufsstellen vertrieben wurde. Zahlen darüber, wie gut sich das Buch am Kiosk verkaufte, sind nicht erhältlich. Doch der Absatz muss so gut gewesen sein, dass Naville auf TSR zuging und darum bat, weitere Artikel aus der TSR-Boutique – vornehmlich Bücher, DVDs und Videos – vertreiben zu dürfen.«Wir gingen darauf ein, wünschten aber eine Art Tauschhandel: Naville darf unsere Boutiqueprodukte in ihren Regalen führen, soll aber im Gegenzug auch etwas für die Promotion tun», beschreibt TSR-Pressesprecherin Manon Romerio die Verhandlungsposition des Westschweizer Fernsehens. Im Lauf der Gespräche kristallisierte sich dann die Idee mit den Screens an den Naville-Verkaufsstellen heraus – wohl nach dem Vorbild des seit gut eineinhalb Jahren bestehenden Screen-Netzes von British American Tobacco (BAT) an freien Kiosken in der Westschweiz (siehe WW 7/05).
Mit einem Unterschied allerdings: TSR wollte nicht bloss Werbung für die eigenen Merchandisingprodukte oder für andere Kioskartikel, man wünschte auch einen Promotionskanal für die eigenen Programminhalte. «TSR hat verschiedene Kurzformate, und wir wollen nun ausprobieren, wie diese bei den Kioskkunden ankommen», sagt Romerio.
Möglich wären auch Wetterberichte, Kurznachrichten oder Sportresultate. Man denke aber nicht an ein zeitgleiches Einspeisen in die Screens, betont die Sprecherin. «Und wir werden auch kein spezielles Programm für die neuen Screens produzieren.»
Noch steht allerdings nicht fest, ob es überhaupt zu einer Kooperation im Screenbereich kommen wird. Offen ist auch, wie lange ein Loop sein wird – und wie gross der Anteil der TSR-Inhalte sein würde. Dies alles sei derzeit Gegenstand eines Tests an einem einzelnen Genfer Kiosk. Falls dieser erfolgreich sein sollte, könnten etwa 50 bis 100 Naville-Verkaufsstellen mit Screens ausgerüstet werden, schätzt Romerio. Die Investition wäre Sache von Naville, TSR würde die Inhalte liefern und die SRG-Tochter Publisuisse wäre für den Werbeverkauf besorgt. Ob es so weit kommt, wird sich bis Mitte Jahr entscheiden, sagt Romerio.
Auch ein Thema bei ValoraScreens am Kiosk – das ist auch für Valora mit ihren gut 3000 k-Kiosken in der Deutschschweiz und im Tessin eine Option. «Wir verfolgen das Thema seit mehreren Jahren und sind überzeugt, dass sich unser Verkaufsstellennetz bestens dafür eignet», sagt Pressesprecherin Stefania Misteli. Auch glaubt sie, dass «unsere Partner und Lieferanten diese neue Kommunikationsart am k-Kiosk bestimmt begrüssen würden».
Dennoch zögert der Detailhandelsriese mit der Umsetzung, aktuell
prüfe man noch das Kosten-Nutzen-Verhältnis. «Hauptverursacher der Kosten sind nach wie vor die Flachbildschirme», sagt Misteli. Mit andern Worten: Valora scheut die Investition und wartet auf ein Abtauchen der Screen-Preise. «Zu gegebener Zeit» werde das Unternehmen ein solches Projekt aber «sicherlich vorantreiben», versichert sie. (mk)
Markus Knöpfli
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