Versicherungen Wirz Werbung sucht eine Sprache, um der noch sorglosen Jugend zu erklären, weshalb man Risiken abdecken soll.Wer eben flügge gewordene Kinder hat oder sich noch selber an seine Zeit in der ersten WG, an seine ersten Tramperferien oder seine jugendlichen Heldentaten im Sportclub erinnern kann, der weiss: An eines denkt man in diesen Jahren garantiert nicht, nämlich an eine Versicherung. «Fact ist, dass die jungen Leute ein geringes Interesse an der Auseinandersetzung mit Versicherungen haben», steht folgerichtig im Briefing der Wirz Werbung für eine neue Kampagne ihres Kunden Mobiliar. Trotzdem: «Shit happens!» – und wenn die Versicherungsthematik in der Zielgruppe der 16- bis 26-Jährigen aktuell wird, dann muss die Mobiliar zu diesem Zeitpunkt präsent sein.
Ganz egal, was passiert: Wenn etwas schief geht, ist die Mobiliar mit der Angebotslinie MobiJeunes als zahlender Retter in der Not willkommen. Was für verrückte Dinge in diesem Alter so passieren können, wenn man nicht aufpasst oder zu viel riskiert, zeigt Wirz Werbung in einer frischen und witzigen Kampagne für «die Versicherung der Jungen» in der Produktepalette der Schweizerischen Mobiliar.
Dass alle Sujets in den Köpfen der Zielgruppe hängen bleiben, dafür sorgt die provokative Aussage: «Shit happens!» Es bleibt aber nicht nur bei der frechen Ansprache. Auch die Sujets wurden ziemlich unkonventionell zu Papier gebracht. Mit lustigen, überraschenden und skurrilen Bildern von allen möglichen und unmöglichen Missgeschicken sowie kleineren oder auch grösseren Unfällen machen die Kreativen von Wirz Jugendlichen schnell klar, warum man nicht auf eine MobiJeunes- Versicherung verzichten kann.
Neben Plakaten und Anzeigen kommen im Below-the-line-Bereich «Shit happens»-Pflaster und «Shit happens»-Warnwesten fürs Auto zum Einsatz. Für den kommenden Winter sind in den Skigebieten auch Rettungsschlitten mit dem «Shit happens»-Logo geplant.
Unter www.mobijeunes.ch gibt es ein exklusiv für diese Kampagne gestaltetes «Shit happens»-Internetportal. Hier können die Jugendlichen lustige und schräge Foto- oder Videobeiträge zum Thema einschicken und von den anderen bewerten lassen. Wenn es funktioniert, soll hier eine neue Comunity von MobiJeunes-Versicherten entstehen. Falls die Idee bei der Zielgruppe nicht angenommen wird, gilt auch für die Werber bei diesem neuartigen Experiment: «Shit happens!»
Wirz Werbung hat die Kampagne mit den Schadenskizzen für die Mobiliar von Publicis übernommen, weil die Agentur an der Zürcher Theaterstrasse mit ihrem
Neukunden Zürich-Versicherungen
eine Konkurrenzklausel hat. Mit MobiJeunes und MobiLife sind inzwischen erstmals in der Geschichte des Unternehmens sämtliche Produkte der Mobiliar in nur noch einer Agentur bei Wirz gebündelt.
Die Sujets mit dem «Shit», der passieren kann, führen konzeptionell die Idee der Schadenprotokolle weiter. Die Kampagne kann ebenfalls endlos fortgesetzt werden. Statt als Karikaturen gezeichnet sind die immer wieder neuen Fälle jetzt aber jugendkonform wie Actionbilder gestylt. «Die spezielle Ansprache birgt Risiken», ist sich CD Matthias Freuler bewusst. Man bewegt sich auf mega dünnem Eis, wenn man in coolem Slang ein so absolut uncooles Produkt wie eine Versicherung an Jugendliche verkaufen will. Wenn die Sprache als anbiedernd empfunden wird, ist der Negativerfolg programmiert.
Damit Form und Inhalt stimmen, werden die Plakate als Wildplakate aufgehängt – in den dafür erlaubten Zonen. Echt «guerilla» sollen knallrote Kleber unter die Jugend gebracht werden, welche die «Shit happens!»-Flyer quasi als Entschuldigung überall dort hinpappen soll, wo etwas passiert ist, sei es ein Parkschaden, Glasbruch oder sonst ein Fall für die Haftpflichtversicherung.
Und wenn sie dann dort die Erwachsenen nerven, dann könnte es immer noch diese Zielgruppe sein, welche schliesslich als Eltern stellvertretend für ihre Kids zur Überzeugung kommt, dass es Zeit wäre, dem Filius oder der Tochter eine dieser coolen Versicherungen von MobiJeunes mit auf den weiteren Lebensweg zu geben.
Shit happens zwar auch Versicherten, bloss kostet er dank MobiJeunes weniger.
Ob mit oder ohne MobiJeunes-Versicherung: Shit happens. Wirz Werbung will Jungen aufzeigen, dass sie die Schäden wenigstens in Grenzen halten können. >> Seite 7
Andreas Panzeri