… und die Schweizer ebenso
Süsswaren Haribo wirbt in der Schweiz zum ersten Mal mit einer «Swiss-Made»-Kampagne. Gestaltet hat sie Zogg Kettiger Gasser.
Süsswaren Haribo wirbt in der Schweiz zum ersten Mal mit einer «Swiss-Made»-Kampagne. Gestaltet hat sie Zogg Kettiger Gasser.Ein Sack Zucker. Das war vor 85 Jahren das Startkapital, mit dem sich Hans (Ha) Riegel (ri) in Bonn (bo) als Bonbonkocher selbstständig machte. Seine erste Mitarbeiterin war seine Frau Gertrud. Zwei Jahre nach der Gründung von Haribo entwickelte er den Tanzbären, der zum legendären Goldbären – dem Aushängeschild aus Fruchtgummi – wurde. Heute, ein breites Sortiment, eine weltumspannende Marktpräsenz, einen unverwüstlichen Werbeslogan (aus den 1960er-Jahren) sowie Werbebotschafter (seit 1991 Thomas Gottschalk) später, lenkt die dritte Generation die Geschicke des Familienunternehmens. 80 Millionen Gummibärchen verlassen als Beutelware und Stückartikel täglich die Produktionsstätten rund um den Globus – Kinderschnuller, Lakritzkonfekt und andere nicht inbegriffen.Astronomisch lesen sich auch die Werbeausgaben des Bonner Süsswaren-Multis. Trotz des Rückgangs von 4,4 Prozent alleine in den klassischen Medien kamen sie auf ein weltweites Gesamtvolumen von 16,3 Milliarden Euro zu stehen.
Wachsender Schweizer Markt
Im wichtigsten Haribo-Medium TV wirbt der bekannte Entertainer mit der Goldmähne nicht nur in den Spots. Die süsse Marke ist zugleich Sponsor seiner beiden beliebten Sendungen «Wetten, dass …» und «Gottschalk America». Haribos Media-Mix setzt sich zur Unterstützung und Erinnerung aus Radiospots und Anzeigen in Special-Interest-Titeln sowie in Kinderzeitschriften zusammen. Bei der geballten Werbeladung, die ihre Wirkung dank Inspills auch hier zu Lande erzielt, überrascht es nicht, dass die Schweizer Vertriebsorganisation Cruspi SA für den Schweizer Marktleader Haribo (gut 80% Anteil ohne Migros-Produkte) bisher keine nationale Werbekampagne entwickeln liess.
Alles wäre auch beim Alten geblieben, hätte Product Manager Alexandra Rohrer nicht einen länderspezifischen Approach im Werbeauftritt für die hiesigen Kunden gewollt und würde Haribo nicht unter anderem durch die Eigenmarke der Migros bedrängt. «Wir setzen die Kampagne bewusst zu einem Zeitpunkt ein, in dem viele neue Fruchtgummianbieter, mehrheitlich aus dem Ausland, in unserem Markt erscheinen», erklärt Rohrer.
Zielgruppe Erwachsene
Der wachsende Umsatz von Fruchtgummis – laut ACNielsen stieg er in den letzten zwei Jahren um knapp sechs Prozent auf 32,6 Millionen Franken – geht zu einem grossen Teil auf Impulskäufe zurück. Max Winiger, Partner und Konzepter bei Zogg Kettiger Gasser (ZKG): «Bei Haribo stellen wir das gleiche Problem wie bei vielen grossen Marken fest: Trotz ihrer hohen Bekanntheit, Beliebtheit und Akzeptanz droht ihre Attraktivität und Aktualität zu erodieren.» Um dieser gefährlichen Entwicklung zuvorzukommen, liessen die Verantwortlichen eine Markenkampagne konzipieren, die sich an erwachsene, eher urbane, haushaltführende und weibliche Personen richtet, obwohl eine Kernzielgruppe auf Grund des breiten Sortiments sehr schwer zu definieren ist. Die Werbeidee für die gewählten Medien Print und Poster sollte im Einklang mit dem Testimonial-Konzept stehen und den zeitlosen Claim revitalisieren.
Weil sich den Kreativen der ZKG kein Functional Benefit anbot, konzentrierten sie sich auf den Fun-Appeal der Fruchtgummis. «Mit Haribo verbinden ganze Generationen Emotionen, Genuss und qualitativ hoch stehende Fruchtgummis in verschiedenen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen», sagt Product Manager Alexandra Rohrer.
Im Zentrum der Kampagne steht der hohe Spassfaktor der fruchtig-gummigen Haribo-Pausen. In diesen unterbrechen Jugend- und Kindheitserinnerungen – Spassmomente, in denen man noch öfter Haribo kaute – den öden Erwachsenenalltag. Während einiger Haribo-Minuten dürfen die Erwachsenen ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen. Mit dem plakativen Clin d’œil ausgedrückt: die tägliche Arbeitsroutine ruhen lassen, um das ferngesteuerte Spielgeländeauto zu fahren oder Gummitwist zu spielen.
Süsse Erinnerung an eine Zeit, als das Leben noch ein Kinderspiel war: Printsujets der Haribo-Kampagne.
Luca Aloisi
Wachsender Schweizer Markt
Im wichtigsten Haribo-Medium TV wirbt der bekannte Entertainer mit der Goldmähne nicht nur in den Spots. Die süsse Marke ist zugleich Sponsor seiner beiden beliebten Sendungen «Wetten, dass …» und «Gottschalk America». Haribos Media-Mix setzt sich zur Unterstützung und Erinnerung aus Radiospots und Anzeigen in Special-Interest-Titeln sowie in Kinderzeitschriften zusammen. Bei der geballten Werbeladung, die ihre Wirkung dank Inspills auch hier zu Lande erzielt, überrascht es nicht, dass die Schweizer Vertriebsorganisation Cruspi SA für den Schweizer Marktleader Haribo (gut 80% Anteil ohne Migros-Produkte) bisher keine nationale Werbekampagne entwickeln liess.
Alles wäre auch beim Alten geblieben, hätte Product Manager Alexandra Rohrer nicht einen länderspezifischen Approach im Werbeauftritt für die hiesigen Kunden gewollt und würde Haribo nicht unter anderem durch die Eigenmarke der Migros bedrängt. «Wir setzen die Kampagne bewusst zu einem Zeitpunkt ein, in dem viele neue Fruchtgummianbieter, mehrheitlich aus dem Ausland, in unserem Markt erscheinen», erklärt Rohrer.
Zielgruppe Erwachsene
Der wachsende Umsatz von Fruchtgummis – laut ACNielsen stieg er in den letzten zwei Jahren um knapp sechs Prozent auf 32,6 Millionen Franken – geht zu einem grossen Teil auf Impulskäufe zurück. Max Winiger, Partner und Konzepter bei Zogg Kettiger Gasser (ZKG): «Bei Haribo stellen wir das gleiche Problem wie bei vielen grossen Marken fest: Trotz ihrer hohen Bekanntheit, Beliebtheit und Akzeptanz droht ihre Attraktivität und Aktualität zu erodieren.» Um dieser gefährlichen Entwicklung zuvorzukommen, liessen die Verantwortlichen eine Markenkampagne konzipieren, die sich an erwachsene, eher urbane, haushaltführende und weibliche Personen richtet, obwohl eine Kernzielgruppe auf Grund des breiten Sortiments sehr schwer zu definieren ist. Die Werbeidee für die gewählten Medien Print und Poster sollte im Einklang mit dem Testimonial-Konzept stehen und den zeitlosen Claim revitalisieren.
Weil sich den Kreativen der ZKG kein Functional Benefit anbot, konzentrierten sie sich auf den Fun-Appeal der Fruchtgummis. «Mit Haribo verbinden ganze Generationen Emotionen, Genuss und qualitativ hoch stehende Fruchtgummis in verschiedenen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen», sagt Product Manager Alexandra Rohrer.
Im Zentrum der Kampagne steht der hohe Spassfaktor der fruchtig-gummigen Haribo-Pausen. In diesen unterbrechen Jugend- und Kindheitserinnerungen – Spassmomente, in denen man noch öfter Haribo kaute – den öden Erwachsenenalltag. Während einiger Haribo-Minuten dürfen die Erwachsenen ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen. Mit dem plakativen Clin d’œil ausgedrückt: die tägliche Arbeitsroutine ruhen lassen, um das ferngesteuerte Spielgeländeauto zu fahren oder Gummitwist zu spielen.
Süsse Erinnerung an eine Zeit, als das Leben noch ein Kinderspiel war: Printsujets der Haribo-Kampagne.
Luca Aloisi
