… und die Schweizer ebenso

Süsswaren Haribo wirbt in der Schweiz zum ersten Mal mit einer «Swiss-Made»-Kampagne. Gestaltet hat sie Zogg Kettiger Gasser.

Süsswaren Haribo wirbt in der Schweiz zum ersten Mal mit einer «Swiss-Made»-Kampagne. Gestaltet hat sie Zogg Kettiger Gasser.Ein Sack Zucker. Das war vor 85 Jahren das Startkapital, mit dem sich Hans (Ha) Riegel (ri) in Bonn (bo) als Bonbonkocher selbstständig machte. Seine erste Mitarbeiterin war seine Frau Gertrud. Zwei Jahre nach der Gründung von Haribo entwickelte er den Tanzbären, der zum legendären Goldbären – dem Aushängeschild aus Fruchtgummi – wurde. Heute, ein breites Sortiment, eine weltumspannende Marktpräsenz, einen unverwüstlichen Werbeslogan (aus den 1960er-Jahren) sowie Werbebotschafter (seit 1991 Thomas Gottschalk) später, lenkt die dritte Generation die Geschicke des Familienunternehmens. 80 Millionen Gummibärchen verlassen als Beutelware und Stückartikel täglich die Produktionsstätten rund um den Globus – Kinderschnuller, Lakritzkonfekt und andere nicht inbegriffen.Astronomisch lesen sich auch die Werbeausgaben des Bonner Süsswaren-Multis. Trotz des Rückgangs von 4,4 Prozent alleine in den klassischen Medien kamen sie auf ein weltweites Gesamtvolumen von 16,3 Milliarden Euro zu stehen.
Wachsender Schweizer Markt
Im wichtigsten Haribo-Medium TV wirbt der bekannte Entertainer mit der Goldmähne nicht nur in den Spots. Die süsse Marke ist zugleich Sponsor seiner beiden beliebten Sendungen «Wetten, dass …» und «Gottschalk America». Haribos Media-Mix setzt sich zur Unterstützung und Erinnerung aus Radiospots und Anzeigen in Special-Interest-Titeln sowie in Kinderzeitschriften zusammen. Bei der geballten Werbeladung, die ihre Wirkung dank Inspills auch hier zu Lande erzielt, überrascht es nicht, dass die Schweizer Vertriebsorganisation Cruspi SA für den Schweizer Marktleader Haribo (gut 80% Anteil ohne Migros-Produkte) bisher keine nationale Werbekampagne entwickeln liess.
Alles wäre auch beim Alten geblieben, hätte Product Manager Alexandra Rohrer nicht einen länderspezifischen Approach im Werbeauftritt für die hiesigen Kunden gewollt und würde Haribo nicht unter anderem durch die Eigenmarke der Migros bedrängt. «Wir setzen die Kampagne bewusst zu einem Zeitpunkt ein, in dem viele neue Fruchtgummianbieter, mehrheitlich aus dem Ausland, in unserem Markt erscheinen», erklärt Rohrer.
Zielgruppe Erwachsene
Der wachsende Umsatz von Fruchtgummis – laut ACNielsen stieg er in den letzten zwei Jahren um knapp sechs Prozent auf 32,6 Millionen Franken – geht zu einem grossen Teil auf Impulskäufe zurück. Max Winiger, Partner und Konzepter bei Zogg Kettiger Gasser (ZKG): «Bei Haribo stellen wir das gleiche Problem wie bei vielen grossen Marken fest: Trotz ihrer hohen Bekanntheit, Beliebtheit und Akzeptanz droht ihre Attraktivität und Aktualität zu erodieren.» Um dieser gefährlichen Entwicklung zuvorzukommen, liessen die Verantwortlichen eine Markenkampagne konzipieren, die sich an erwachsene, eher urbane, haushaltführende und weibliche Personen richtet, obwohl eine Kernzielgruppe auf Grund des breiten Sortiments sehr schwer zu definieren ist. Die Werbeidee für die gewählten Medien Print und Poster sollte im Einklang mit dem Testimonial-Konzept stehen und den zeitlosen Claim revitalisieren.
Weil sich den Kreativen der ZKG kein Functional Benefit anbot, konzentrierten sie sich auf den Fun-Appeal der Fruchtgummis. «Mit Haribo verbinden ganze Generationen Emotionen, Genuss und qualitativ hoch stehende Fruchtgummis in verschiedenen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen», sagt Product Manager Alexandra Rohrer.
Im Zentrum der Kampagne steht der hohe Spassfaktor der fruchtig-gummigen Haribo-Pausen. In diesen unterbrechen Jugend- und Kindheitserinnerungen – Spassmomente, in denen man noch öfter Haribo kaute – den öden Erwachsenenalltag. Während einiger Haribo-Minuten dürfen die Erwachsenen ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen. Mit dem plakativen Clin d’œil ausgedrückt: die tägliche Arbeitsroutine ruhen lassen, um das ferngesteuerte Spielgeländeauto zu fahren oder Gummitwist zu spielen.
Süsse Erinnerung an eine Zeit, als das Leben noch ein Kinderspiel war: Printsujets der Haribo-Kampagne.
Luca Aloisi

Edipresse beteiligt sich an Swissfriends

Rubrikenmarkt Das Lausanner Verlagshaus Edipresse steigt bei der Online-Kontaktplattform Swissfriends.ch ein.

Rubrikenmarkt Das Lausanner Verlagshaus Edipresse steigt bei der Online-Kontaktplattform Swissfriends.ch ein.Es hat eine Minderheitsbeteiligung an der Betreiberfirma Comfriends SA übernommen. Edipresse will aktiv zur Entwicklung von Swissfriends in der Schweiz und im Ausland beitragen. Die bestehende Partnerschaft zwischen der Plattform und der Zeitung Le Matin soll ausgebaut werden. «Wir planen den Launch einer gemeinsamen Publikation», sagte Philippe Gendret, Directeur commercial von Edipresse Schweiz, gegenüber Le Temps.

Don Filippos Selbstironie

Oliver Classen über das eigentliche Führungsproblem bei der Weltwoche.

Oliver Classen über das eigentliche Führungsproblem bei der Weltwoche.Wer die Weltwoche liest, ist selber schuld»: Dieser kürzlich in einem Interview mit Novartis-Boss Daniel Vasella gefallene Ausspruch stammt vom Ex-Chefredaktor Simon Heusser höchstselbst und könnte zum geflügelten Wort für die nächste Episode in der wechselvollen Weltwoche-Geschichte werden. Nach Heussers abruptem Abgang weist nämlich alles in Richtung einer neuerlichen rechtsbürgerlichen Ideologisierung der spannendsten Schweizer Medienmarke.Alles andere würde jedenfalls mehr als überraschen, solange CEO Filippo Leutenegger (von den Aktionären) weiter ungehindert seine Willkürherrschaft über den Jean-Frey-Verlag ausübt. Ausgerechnet «unüberbrückbare Differenzen bei Führungsaufgaben» wirft er dem
seit Amtsantritt gemobbten Heusser vor. Da sollte der Herr Nationalrat doch zuerst mal vor der eigenen Tür kehren.
Denn wer beharrt auf seinem politisch-publizistischen Doppelmandat und steht dem Verlag also nur mit halber Kraft zur Verfügung? Und wer hat die monatelange Vakanz in der Verlags- und Anzeigenleitung des vor allem deshalb wieder schlingernden JF-Flaggschiffs zu verantworten? Die Spitze von Leuteneggers unfreiwilliger Selbstironie ist jedoch, dass er durch seine «Special Relationship» zu den SVP-Hardlinern und internen Heusser-Antipoden Markus Somm und Eugen Sorg den Führungsanspruch des nominellen Weltwoche-Chefredaktors systematisch torpedierte.
Ausserdem dürfte man vom Quasi-Herausgeber eines solchen Traditionstitels ein Mindestmass an Empathie mit dessen Machern erwarten. Dass ihm diese komplett abgeht, bewies «Don Filippo» mit der nach dreissig Minuten bereits wieder rückgängig gemachten Berufung von Sorg zum Interimschef. «Wenn die Redaktion so arbeiten würde wie der Verlag,
gäbe es die Weltwoche längst nicht mehr»: Dieses ebenfalls von Heusser in kleinem Kreis geäusserte Statement skizziert – nach der politischen Ausrichtung – treffend jene zweite, verdecktere Konfliktlinie, der sich sein potenzieller Nachfolger (auch) bewusst sein sollte.
> Oliver Classen, Redaktor

JobChange

Anfang Juli wird Marcel Geissbühler neuer Direktor und Gesamtleiter Medien beim Bieler Druck- und Verlagshaus W. Gassmann. Er löst Joachim Tillessen ab, der im Herbst zur Coop-Gruppe wechselt. Geissbühler war zuletzt Leiter von Conradio, dem Vermarkt

Anfang Juli wird Marcel Geissbühler neuer Direktor und Gesamtleiter Medien beim Bieler Druck- und Verlagshaus W. Gassmann. Er löst Joachim Tillessen ab, der im Herbst zur Coop-Gruppe wechselt. Geissbühler war zuletzt Leiter von Conradio, dem Vermarkter der elektronischen Medien von Espace Media, und führte die Geschäfte des TeleNews- Combi….
Robert Hegi wird Verkaufsleiter von Radio Top. Anfang September löst er Geschäftsführer Günter Heuberger ab, der den Verkauf des Ostschweizer Lokalsenders seit der Gründung selbst geleitet hat. Hegi ist zurzeit Projektleiter Sponsoring bei Schweizer Radio DRS.
…
Anfang Juni hat sich Philipp Welti mit der Agentur Welti Brand Communications in Küsnacht selbstständig gemacht. Welti baute bis Ende Mai für Farner PR eine Werbeabteilung auf. Davor war er Geschäftsführer und Partner der Werbeagentur Dorland.
…
Laurence Saas übernimmt Anfang August als Media Account Director die Betreuung des Grosskunden DaimlerChrysler bei Mediaedge CIA in Zürich. Sie tritt die Nachfolge von Heinz Baumann an.
…
Daniel Kraft ist neu gleichberechtigter Teilhaber von Scholtysik Niederberger. Dem entsprechend tauft sich die Corporate-Identity- und Branding-Agentur in Scholtysik Niederberger Kraft (SNK) um. Kraft war im Sommer 2004 als Projektleiter und Senior Designer zur Agentur gestossen.
…
Markus Kaufmann, bisher Head of Corporate Communications der Zürcher Softwarefirma Netcetera, ist neu bei cR Kommunikation für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Produkte verantwortlich. Geschäftsleitungsmitglied Stefan Gürtler verlässt die Agentur. Er wechselt per 1. Juli als Lehrbeauftragter an das Institut für Unternehmenskommunikation der Fachhochschule Solothurn.
…
Andreas Schaffner übernimmt die Geschäftsführung bei Ringier Print Adligenswil. Anfang Juli löst er Karl Lehmann ab, der in den Ruhestand tritt. Schaffner war bisher als Leiter strategische Projekte bei dem Ringier-Druckunternehmen tätig.

Crossmedia-Award-Filz?

Und wieder einmal ein Wettbewerb, wo die Jury auch gleich der Gewinner ist.

Und wieder einmal ein Wettbewerb, wo die Jury auch gleich der Gewinner ist.Es ist schon erstaunlich, wie die Grossen der Branche es immer wieder schaffen, sich selbstgerecht dort in Szene zu setzen, wo sie bisher Defizite hatten. Während der letzten 10 Jahre wurde kaum ein «New-Media-Projekt» einer grösseren, klassischen Agentur ausgezeichnet, doch wie durch ein Wunder sind im Jahre 2005 plötzlich drei von fünf Arbeiten in der Shortlist des Crossmedia Award genau von diesen. Und wie durch ein Wunder sind diese drei Agenturen in der Jury. Natürlich haben wir auch eingegeben, natürlich sind wir nicht in die Shortlist gewählt, und natürlich kann man dem Verfasser vorwerfen, er schreibe aus blossem Neid und Enttäuschung. Doch das ist nicht der Grund, der Grund ist die offensichtliche Vetternwirtschaft, die dazu dient, Kompetenz in einem Bereich vorzuspiegeln, den man bisher verschlafen hat. Weil man gemerkt hat, dass dieses Feld immer wichtiger wird, wurde flugs ein neuer Award geschaffen, damit die potenten Agenturen in Crossmedia markieren dürfen. Das nützt allen. Nur nicht denen, die seit 10 Jahren Crossmedia praktizieren.Thomas Bollinger, Partner bei der Berner ASW-Werbeagentur Werbal René Eugster, zum Artikel «Crossmedia heisst auch Crosswork» in WW 21/05.

Alle Jahre – trotzdem spannend!

Alleweil im Frühsommer beginnt sich die Branche zu fragen, wo wohl im laufenden Jahr der ADC die Präsentation des aktuellen Jahrbuches abhalten werde.

Alleweil im Frühsommer beginnt sich die Branche zu fragen, wo wohl im laufenden Jahr der ADC die Präsentation des aktuellen Jahrbuches abhalten werde.Nach dem beinharten «Pièce de résistance» im letzten Jahr – man erinnert sich gerne an die Domina-Sause am Tresen des In-Clubs Labyrinth – wars heuer gesitteter, und man sass in der Oerlikoner Giesserei zu Tisch.Wie immer mit Hochspannung erwartet, gab ADC-Vorsitzender Andreas Prokesch eine eher als launig zu bezeichnende Rede zum Besten. Plastik statt Jute sei wohl das diesjährige Motto, mutmasste der Präsident beim ersten Anblick des Buches. Und er musste beim Durchblättern selbstkritisch feststellen, dass es der ADC-Obmann mal wieder nicht geschafft habe, ein anständiges Vorwort zu schreiben.
Die Auslobung der Verantwortlichen gehörte selbstverständlich ebenso zum Prozedere. Das Nachschlagewerk für ideenlose Kreative und Werbehistoriker entstand in der Werbeschmiede Sulzer Sutter. Robert Köhler und Andreas Hornung zeichneten fürs Konzept verantwortlich, gestaltet wurde das Buch von Letzterem. Ebenfalls mit von der Partie war Tobias R. Dürring, der die fotografischen Umsetzungen lieferte. Und, wie Prokesch goldrichtig bemerkte: Hinter allem Guten im ADC steckt immer auch Geschäftsführerin Helen Müller.
Das stimmige Thema des Schmökers: Trophäen. Solche von Pudelzüchtern, Formel-2000- oder Manta-Fahrern und Kickboxern, welche jeweils den Auftakt zu den einzelnen Prämierungskategorien machen. Und natürlich als Auftaktbild auf dem Titel Murat Yakin – mit dem FCB Schweizer Meister und zweifacher Cupsieger – mit Meisterpokal. Verabschieden tut sich das Jahrbuch mit einem Visual der letzten Auszeichnung des irdischen Daseins, der Totenurne. Und dazwischen natürlich ganz viel ausgezeichnete Werbung.
Wie immer war die Jahrbuch-Vernissage auch Newsbörse ersten Ranges. So konnte man erfahren, dass sich Advico-AD Pascal
Baumann, Gestalter des letztjährigen Jahrbuchs – das ledrige mit den Reissverschlüssen – mit Sacha Baer, der bei Jung von Matt/Limmat seinen Abschied nimmt, selbstständig macht. Die neue Agentur wird p°formance heissen.
Kreativ, ja geradezu revolutionär wollte man sich bei Goldbach Media anlässlich der Mediarena mit der erstmaligen Verleihung des Crossmedia Award geben. Revolutionäre Ideen sollten ausgezeichnet werden, das Revolutionssujet zog sich denn auch durch alle Visuals zur Bewerbung des Anlasses. Die Vortragsreihe während des Tages moderierte ein kompetenter und gut vorbereiteter Stephan Klapproth. Leider mimte derselbe Klapproth dann während der Award-Verleihung als Quasi-Spassvogel den Spätachtundsechziger mit Megafon, was den eben gewonnenen positiven Eindruck gleich wieder zunichte machte.
Über den erstmals vergebenen Award durften sich Frank Bodin und seine Euro RSCG freuen. Für die Post-Kampagne «Grosses beginnt mit einem Brief» zog die Agentur alle Register der vernetzten elektronischen Kommunikation. Das war der Jury unter Präsident Dominique von Matt denn auch die Trophäe in Form eines Pflastersteines hinter Plexiglas wert. Die weiteren Shortlistplätze gingen an Lever Fabergé für Dove, die Agentur Trio für Opel Tigra, Jung von Matt/Limmat für Granador und Spillmann Felser Leo Burnett für den Werbeklassiker Feldschlösschen.
Auch am Mediarena-Apéro gabs die eine oder andere Neuigkeit. So hörte man von Sandro Prezzi, vormals Geschäftsführer bei Optimedia, dass just zur Mediarena sein erster Arbeitstag beim neuen Brötchengeber Mediaedge CIA gewesen sei. Egon Blatter von DJ Radio wiederum sehe man letzthin öfter mit Jackett, war zu hören – was ein sehr ungewohnter Anblick und früher schlicht undenkbar war. Tja, sogar der umtriebige Jugendradiomacher beugt sich den Zeichen der Zeit. Seit der Konzessionserteilung für sein Projekt muss halt auch er ab und zu repräsentieren.
Mit Stolz und neuem ADC-Jahrbuch: ADC-Vorsitzender Andreas Prokesch mit Patricia Haller (l.) und Elisabeth Hubatka.
«Na, haben wir das gut gemacht?» – AD Robert Köhler (l.) und Fotograf Tobias R.
Dürring freuen sich über das gelungene Werk.
17 Jahre ADC-Gönnerschaft und endlich in der Shortlist, lachte Helmut Rose, WPS, mit Angela Sigg (l.) und Simone Wildeman, Siggset.
Ohne sie läuft im ADC rein gar nichts: Geschäftsführerin Helen Müller (l.) und Brigitta Schmid, ADC-Freelance-Aushilfe.
Pascal Baumann, Gestalter des letztjährigen Jahrbuchs, mit Euro-RSCG-CD Petra Bottignole (l.) und Freelance Isabelle Linsi.
Kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Ogilvy: Fotograf Matthias Studer (l.) und
Roger Ott von Ott Werbung.
Kreativ-Duo beim ADC-Apéro: Nicole Domokos, AD bei Exxtra, und Alain Piccard, seit zwei Monaten CD bei Effact.
Ein nettes Trio Infernale: Brigitte Bolliger mit den Produzentinnen Bettina Bussey, Popfilm, und Nadia Rosasco, Rosas’n’Co (v. l.).
Trafen sich auf einen Schwatz an der Giesserei-Bar: CD Stefan Frey (l.) von Freyart mit Regisseur und Produzent Max Emmenegger.
Zwanglos: Benny Goldstein posierte mit Publicis-Grafikerin Andrea Dübendorfer (l.) und Karin Gleichner von Future Connection.
Hatten ebenfalls ihren Spass in der Giesserei: Contexta-Texter Moritz Staehelin mit Publicis-Grafikerin Barbara Staub.
Hoffnungsvoller Nachwuchs: GGK-Grafiker Gabriel Giger, Freelance-AD Dario Kast und Promospezialist Jacques von Mandach (v. l.).
Art Buyer Ingrid Monnard mit ADC-Buch-Konzepter Andreas Hornung (l.) und Francis Sulzer, quasi Produktions-Supervisor.
Happyness: Wirz-AD Andrea Reinhart, Rea Eggli, Swissandfamous, Danielle Stulz, DS Photographers, Evelyne Dössegger, Lowe (v. l.).
Liessen sich die Vernissage nicht entgehen: Markus Cavegn (l.), Cavegnwerbung, mit Freundin Nicole Bohn und Roli Scotoni.
Zufrieden mit der Veranstaltung: Klaus Kappeler (l.), Goldbach Media, und Crossmedia-Award-Jurypräsident Dominique von Matt.
Urs Beer (l.), Communication Consultant, und Paul Riesen, omnipräsenter Co-Organisator der Mediarena, beim Abschlussapéro.
Unterhielten sich bestens miteinander: Tagungsmoderator Stephan Klapproth (l.) mit Beat Steiger von Vertical AG.
Daniela Bemberg, Optimedia, und IP-Multimedia-CEO Michi Frank (r.) gratulierten Peter Zeller, Euro RSCG, zum Crossmedia Award.
Zeigten sich beeindruckt von den vielfältigen Referaten während der Mediarena: Moreno Cavaliere (l.) und Peter Urs Naef.
Award-Freuden beim Euro-Team: Pascal Baum-gartner und Sonja Hürlimann mit Freund Pete Kurath, Blofeld Entertainment (v. l.).
Fachsimpeleien beim Apéro: Patrick Price, Scout24, Stephan Obwegeser, 20 Minuten, und Referent Martin Radelfinger, Adlink (v. l.).
Prosit mit wohlverdientem Bier: Mike Weber, Active Mobile, Peer Dittmar, Swisscom, und Sandro Prezzi, Mediaedge CIA (v. l.).
Konnten miteinander lachen: Erika Paneth, Zeitweise GmbH, mit Gerhard Illek und Klaus Wintersperger (r.) von Mediashop.
ASW-Vorstandsmitglied Andy Ruf, SW-Geschäftsführerin Monika Luck und René Meyer von der DM-Druckerei Baumer (v. l.).
Kamen von World Television: Deborah Kiener (l.), Media Consultant, und Michaela Krcho, Managing Director.
Andreas Bergmann von RMS Hamburg, Yvonne Schmid-Kempf, Universal McCann, und Michel Emmenegger, Bayer (v. l.).
Gute Bekannte: Marcel Bosshard von IP Multimedia mit Egon Blatter und Oliver Flueckiger von DJ Radio (v. l.).
Sacha Geritsen und Sonja Honauer demonstrierten die Einsatzmöglichkeiten der von ihnen vertretenen Screen Images.
Apérolächeln: Nico Keramaris (l.) von IPM mit Caroline Trachsler, Initiative Media, und Stefan Halter, Spezialprojektleiter bei IPM.
Die Urne als Ausstieg aus irdischem Dasein und überirdirschem ADC-Jahrbuch.
Revolutionär gab sich die Mediarena.
Beat Fritschbeim ADC hinter Gittern. Die diesjährige Buchvernissage war aber dennoch kein Wiederaufguss der letztjährigen Domina-Fete im Schwulenclub Labyrinth, sondern ging heuer brav und gesittet in der frisch renovierten Bar der Giesserei über die Bühne.
Um den erstmals verliehenen Crossmedia Award ging es an der von Goldbach Media veranstalteten Mediarena im World Trade Center beim Leutschenbach. Der Award ist eine Auszeichnung für den gezielten und kampagnenadäquat abgestimmten Einsatz elektronischer Medien – und ging erstaunlicherweise an einen Werbefeldzug der Post – fürs Briefeschreiben. Erfunden hats die Euro RSCG.

Onlinewerbung, quo vadis?

Wenn die Bosse von T-Online und Springer als Autoren einer Zukunftsstudie auftreten, darf man Richtungsweisendes erwarten.

Wenn die Bosse von T-Online und Springer als Autoren einer Zukunftsstudie auftreten, darf man Richtungsweisendes erwarten.Tatsächlich ist «Deutschland Online» aber nur eine gesellschaftliche und ökonomische Bestandsaufnahme. Interessant sind einzig die Szenarien über künftige Formen und Allianzen im Onlinemarketing – insbesondere fürs Zwischen-den-Zeilen-Lesen.> Deutschland Online. Entwicklungsperspektiven der Medien- und Internetmärkte von Thomas Holtrop und Mathias Döpfner. 2., überarbeitete Auflage. Gabler Verlag, Wiesbaden 2004. 248 Seiten, 98 Franken.

«Kein vorsätzlicher Betrug»

Inseratestatistik Haben die Verlage bisher falsche Daten geliefert, und wenn ja, mit Vorsatz? Interview mit Wemf-Direktor René Schmutz über die Zuverlässigkeit von Eigendeklarationen.

Inseratestatistik Haben die Verlage bisher falsche Daten geliefert, und wenn ja, mit Vorsatz? Interview mit Wemf-Direktor René Schmutz über die Zuverlässigkeit von Eigendeklarationen.
Seit Anfang Jahr beruht die Inseratestatistik der Schweizer Presse auf den Daten des Advertising Index Switzerland (AIS) der Wemf – ausgenommen sind Gratiszeitungen, die Spezial- und die Fachpresse. Diese Umstellung wurde von der Wemf rechtzeitig kommuniziert. Sie wurde aber auch vorgenommen, weil die frühere Inseratestatistik wohl über Jahre in den Verlagen recht unpräzis gehandhabt worden war. Das hat die Wemf erst letzte Woche mitgeteilt – quasi so nebenher im Flash, dem Newsletter des Verbandes Schweizer Presse (VSP). Was zusätzlich verwirrt: Die Wemf selbst zieht in ihrem Text ein vernichtendes Fazit. Wörtlich heisst es: «Angesichts dieser Differenzen ist natürlich jeder Vergleich zwischen Titeln illusorisch.» Das erweckt den Eindruck, die Unstimmigkeiten würden weiterbestehen und hätten trotz intensiven Gesprächen mit einigen Verlegern nicht behoben werden können. WW Im VSP-Newsletter schreiben Sie zur VSW-Statistik: «Jeder Vergleich zwischen den einzelnen Printtiteln ist illusorisch.» Seit wann?
René Schmutz Die Abweichungen haben wir gegen Ende des letzten Jahres festgestellt.
Wie das?
Die Daten unseres Advertising Index Switzerland (AIS) werden nach den gleichen Regeln erhoben wie jene der Inseratestatistik. Beim Quervergleich der beiden Daten bemerkten wir aber Differenzen, weil die an sich leicht verständlichen Detailvorschriften selbst von grösseren Titeln unterschiedlich interpretiert wurden. Mit dem Ziel, widerspruchsfreie Daten zu publizieren, haben wir deshalb – so weit möglich – ab 1. Januar dieses Jahres die Quelle auf AIS umgestellt und die Daten von 2004 auf Grund der Ergebnisse von AIS rekonstruiert. Damit ist der Vorjahresvergleich gewährleistet.
Das heisst also, dass ich AIS-Zahlen erhalte, wenn ich auf der Wemf-
Homepage die Inseratestatistik von 2004 abrufe?
Ja.
Und jene von 2003 und weiter zurück stammen aus der alten Statistik
und sind mit den Daten von 2004 und 2005 nicht mehr vergleichbar?
Richtig. Zwischen 2003 und 2004 gibts einen Bruch wie damals, als wir die Mach Basic vom K1- auf den LpA-Wert umstellten.
Dieser Bruch wurde bisher nicht klar kommuniziert. Zudem erhält jeder, der auf der Wemf-Homepage Daten von 2004 sucht, automatisch die
unvergleichbaren Zahlen von 2003 ohne Warnhinweis mitgeliefert.
Dass es einen Bruch gibt, wurde kommuniziert, vielleicht zu wenig nachdrücklich.
Warum kam es überhaupt zu Abweichungen? Es werden ja beide Daten, jene des AIS und jene der früheren Inseratestatistik, von den Verlagen gemeldet.
Richtig, aber der Weg ist ein anderer. Die frühere Inseratestatistik wurde oft in den Anzeigenabteilungen erstellt, die AIS-Daten kommen dagegen aus der Fakturierung und damit aus der Informatik. Für den AIS wird das Volumen auf Grund der einzelnen Fakturen erhoben. Darum hat diese Zahl eine sehr hohe Zuverlässigkeit.
Sie schreiben von «erheblichen Abweichungen» in «vielen Fällen». Wie viele der rund 200 erhobenen Titel machten denn fehlerhafte Angaben?
Ich werde keine Details nennen, denn die Inseratestatistik ist für interne Zwecke bestimmt und nur gegen Passwort zugänglich. Zudem stellt sie eine Trendanalyse dar, bei der auch Anzeigenkategorien wie Eigenanzeigen der Verlage für andere Verlagsprodukte, Gegengeschäfte und Ähnliches relevant sind. Die wesentlichen Abweichungen sind in diesen Bereichen und bei etwas eigenwilligen Interpretationen von Vorschriften zu suchen. Primärer Zweck des AIS hingegen ist die Abbildung der Entwicklung der kommerziellen Werbung, die Daten stammen aus der Fakturierung an Kunden. Dabei wurde von Anfang an eine sehr hohe Genauigkeit erzielt.
Ist «eigenwillig interpretieren» eine nette Umschreibung für manipulieren oder betrügen?
Nein. Bei der Inseratestatistik wurde ein einziges Mal festgestellt, dass wissentlich falsche Zahlen angegeben wurden. In meinen 16 Jahren bei der Wemf habe ich generell wenig Betrug festgestellt.
Sie schreiben im VSP-Newsletter aber, dass «einige Verlage ihre Umsätze bewusst sehr zurückhaltend meldeten».
Es gab Verlage, die nicht alles gemeldet haben, was sie hätten melden sollen – eben Eigeninserate für andere Produkte des Verlages. Umgekehrt haben wir aber keinen Fall festgestellt, wo zu viel gemeldet wurde. Von den Richtlinien her ist das nachvollziehbar. Da heisst es zum Beispiel, dass nur jenes Volumen gezählt wird, das den Kunden in Rechnung gestellt wurde. Nun fliesst bei Gegengeschäften nach Definition kein Geld, weshalb man in einem solchen Fall nicht vergessen darf, die entsprechenden theoretischen Umsätze und Volumina dennoch in die Statistik einzurechnen. Es wurde deutlich, dass man nicht nur von den Fakturen ausgehen kann, weil dort verschiedene Umsätze nicht erscheinen. Die müssen separat erfasst werden. Kommt dazu, dass die Vorschriften zu den Gegengeschäften unterschiedlich lauteten. Das war ein Fehler unsererseits, der inzwischen behoben wurde.
Punkto Inserate für eigene Titel be- standen wohl ähnliche Unsicherheiten.
Ja, wir haben sie aber vor längerem durch präzisierende Vorschriften aus der Welt geschafft. Wenn der Tagi im eigenen Blatt für seine Carte blanche inseriert, dann wird dieses Eigeninserat nicht gezählt. Anders ist es, wenn im Tagi ein Inserat für Facts erscheint. Denn unsere Regel lautet: Sobald ein titelfremdes Produkt beworben wird, zählen wir das Inserat.
Sie schrieben, einige Verlage hätten Probleme mit den Rubrikenanzeigen gehabt und es seien einzelne Inseratekategorien «vergessen» worden.
Wir unterscheiden Rubriken und kommerzielle Anzeigen. Einige Verlage haben nun Inserate, die unter Titeln wie «Sprachschulen», «Handwerk» oder «Reisen in Österreich» erscheinen, einfach als Rubriken gemeldet. Rubriken sind aber definiert als Stellen, Liegenschaften und übrige. Bei «Übrige» sind Beispiele aufgeführt wie Bekanntschaften, Erotik, Todesanzeigen, Verkauf – also eher persönliche Dinge. Inserate mit kommerzieller Orientierung fallen klar nicht darunter.
«Erhebliche Abweichungen», Falschinterpretationen «in vielen Fällen», «bewusstes» Tiefstapeln bei den Umsätzen, «vergessene» Inseratekategorien – das alles wirft kein gutes Licht auf die Verlagsleiter und Verleger.
Man muss das anders sehen: Die Detailrichtlinien für die Inserate-statistik finden sich im Anhang 2 zu einem Papier aus dem Jahr 2001. Solche Aufgaben werden verlagsintern an jemanden delegiert, und man kann nicht ausschliessen, dass sie mit der Zeit zu einer monatlichen Pflichtübung werden, deren Sinn und Zweck vergessen geht. Genau das ist passiert. Es wurde nicht bewusst betrogen.
Aus dem Newsletter-Text wird nicht klar, wie fehlerhaft die aktuelle Statistik ist. Darum konkret: Ist heute, am 6. Juni, ein Vergleich zwischen Titel A und Titel B noch immer illusorisch?
Nein, die Fehler wurden identifiziert und behoben. Ich gehe davon aus, dass die Daten jetzt untereinander vergleichbar sind. Natürlich wird eine Statistik nie zu hundert Prozent fehlerfrei sein. Die Daten kommen wie gesagt meist direkt aus der EDV, und so sind die Möglichkeiten für Manipulationen gering.
Dennoch garantiert die Umstellung auf EDV-basierte Daten noch nichts, wenn die Grundlagen falsch programmiert sind. Mussten Sie bei manchen Verlagen Korrekturen veranlassen?
Wo es nötig war, wurden Anpassungen vorgenommen.
Die Abweichungen bei der Inseratestatistik wecken Zweifel am gesamten AIS: Sind die Angaben anderer Mediengattungen ähnlich fehlerhaft wie jene von Print?
Nochmals: Die Unterschiede waren primär bei den Anzeigen zu suchen, die nicht durch die normalen Fakturierungsroutinen laufen, sondern nachträglich separat erfasst werden müssen. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass Fehler auch in andern Mediengattungen passieren.
Noch ein Seitenblick auf Mediafocus: Dieses Institut misst zumindest die Print-Seitenvolumina selbst aus – was wohl zuverlässiger ist.
Bei AIS liegen die Zahlen auf Ebene Einzelkunde keine fünf Prozent daneben. Bei Mediafocus hingegen fehlen die Umsätze der Beilagen. Die Anzeigen in Tarifkombis werden mehrfach gezählt, die Rubriken gar nicht.
«Es gab Verlage, die nicht alles meldeten, was sie hätten melden sollen»: Wemf-Direktor René Schmutz.
Interview: Markus Knöpfli

Virus im Kabel

Radio Der jüngste DRS-Sender Virus will sich noch klarer als Programm von Jungen für Junge positionieren.

Radio Der jüngste DRS-Sender Virus will sich noch klarer als Programm von Jungen für Junge positionieren.Die Werber bei SFLB thematisieren in der neuen Kampagne aber nicht die breite Themenpalette – von Party- und Konzerttipps bis hin zu Schule und Games –, sondern die meistbenutzten Empfangsart, um die wenig bekannte Kabelfrequenzen zu vermitteln. Kunstvoll zauberte das siebenköpfige Team drei schräge Kabelgesichter aus der Antennebuchse hervor.

Tagblatt der Stadt Zürich kauft Vorstadt

Gratispresse Die Tagblatt der Stadt Zürich AG übernimmt per Anfang Juli den Büry-Verlag, der das Zürcher Quartier-Wochenblatt Die Vorstadt herausgibt.

Gratispresse Die Tagblatt der Stadt Zürich AG übernimmt per Anfang Juli den Büry-Verlag, der das Zürcher Quartier-Wochenblatt Die Vorstadt herausgibt.Der Verlag gehört seit 1999 der Akeret AG, einer Tochter der PubliGroupe. Die Anzeigenregie verbleibt bei der Publicitas. Die Vorstadt erscheint mit rund 37000 Exemplaren und wird gratis in die Haushalte von Zürich-Nord verteilt. Die Tagblatt der Stadt Zürich AG gehört zu 60 Prozent Tamedia und zu 40 Prozent der NZZ-Gruppe.

Noch immer unversöhnlich

Vertrag Verhandlungen zwischen Tamedia und Publicitas über einen neuen Vertrag für die Inseratekommission sind stecken geblieben.

Vertrag Verhandlungen zwischen Tamedia und Publicitas über einen neuen Vertrag für die Inseratekommission sind stecken geblieben.Ein knappes Jahr nachdem Tamedia das Kommissionsabkommen mit Publicitas gekündigt hat, ist noch immer keine Einigung in Sicht. Dies geht aus schriftlichen Antworten hervor, die die Werbewoche auf ihre Anfrage hin von beiden Parteien erhielt. «Eigentliche Verhandlungen bezüglich eines Kommissionsabkommens haben bis heute nicht stattgefunden. Es liegt alles in der Schwebe», hält Jürg Brauchli, bei Tamedia Leiter Zeitungen, fest. Bei der Publicitas sieht man dies anders. «Da unser Vertrag mit Tamedia nach wie vor läuft, werden die gegenseitigen Verpflichtungen des Grundabkommens eingehalten», schreibt Otto Meier, Generaldirektor von PubliPresse.
Das zeigt, dass die beiden Parteien bisher nicht über jene alten Positionen hinausgekommen sind, die letztlich in einem Rechtsstreit enden könnten. Der Hintergrund: Kurz nach Bekanntgabe des Zürcher Pressedeals zwischen PubliGroupe und NZZ im letzten Juli hatte Tamedia das Abkommen per Ende 2004 gekündigt – allerdings ausserterminlich. Doch Tamedia stellte sich auf den Standpunkt, die stark veränderte Marktsituation im Grossraum Zürich berechtige sie zu diesem Schritt. Deshalb herrscht aus ihrer Sicht seit dem 1. Januar 2005 ein vertragsloser Zustand. Diese Haltung unterstrich Tamedia Anfang Jahr noch, indem sie Mediaagenturen eine «Direktbuchungsentschädigung» anbot, wenn diese bei Tamedia-
Titeln direkt statt via Publimedia inserieren.
Die Publicitas ihrerseits geht davon aus, dass die Kündigung nicht rechtens ist und das Kommissionsabkommen deswegen bis Ende 2005 weiterläuft. Aus diesem Grund zeigt Otto Meier auch keine Eile. Im Gegenteil: Wie Jürg Brauchli jetzt erstmals darlegt, habe die P der Tamedia erst im letzten Dezember einen Vorschlag zukommen lassen, «auf den wir jedoch nicht eintreten konnten». Danach habe Tamedia ebenfalls noch im Dezember mit einem Gegenvorschlag reagiert. Seither herrscht Funkstille. Brauchli: «Auf eine schlüssige Antwort warten wir derzeit immer noch, obwohl wir bereits mehrmals schriftlich wie mündlich nachfragten.» Zwar habe die P schon öfter mündlich einen neuen Vorschlag in Aussicht gestellt. «Er ist jedoch bis heute nicht bei uns eingetroffen», schreibt Brauchli.
Darauf geht Meier in seinem Mail an die Werbewoche gar nicht erst ein. Er weist bloss darauf hin, dass auch die P weiterhin allen vertraglichen Verpflichtungen nachkomme und somit für Tamedia weiterhin das Delcredere übernehme. Meier hatte in diesem Punkt Leistungsabstriche erwogen, falls Tamedia an der Direktbuchungsentschädigung für Agenturen festhält. «Ob Tamedia beim Direktdispositionsrabatt beziehungsweise bei der Beraterkommission von 6,5 Prozent für Grossagenturen bleibt, kann ich nicht beantworten», stellt er sich ahnungslos. Brauchli hingegen lässt diesbezüglich keine Zweifel aufkommen und spricht klar von «getroffenen Direktbuchungsentschädigungen». Und weiter: «Daran hat sich aus unserer Sicht überhaupt nichts verändert.»
Auch wenn sich Otto Meier sonst über den Stand der Verhandlungen ausschweigt, einen strittigen Punkt gibt er dennoch preis: «Uneinig sind wir uns über den Bonusteil des Kommissionsabkommens», schreibt er. Kein Wunder: Jürg Brauchli hatte in seinem Vorschlag einen Wechsel von bisher umsatzabhängigen hin zu marktanteilsabhängigen Boni für die P verlangt. Wie er sich dies vorstellt, erkärte er im Februar in einem Werbewoche-Interview wie folgt: «Man definiert gemeinsam gewisse Marktteilnehmer, und wenn sich dann der Marktanteil zu unseren Gunsten verändert, ist das einen Bonus wert. Im andern Fall nicht. Das blosse Mitschwingen mit der Werbekonjunktur ist noch keine zusätzliche Anstrengung, dafür hat die P die Kommission.» Darauf will sich Meier aber offenbar nicht einlassen. Er hält fest: «Über die Ausgestaltung der Bonusvereinbarung kann ich noch keine Auskunft geben, sicher gilt auch für die Zukunft die Leistungsbasis als Voraussetzung.»
Am Bonus scheiden sich die Geister: Jürg Brauchli, Leiter Zeitungen Tamedia (links), Otto Meier, Generaldirektor PubliPresse.
Markus Knöpfli

Tierwelt für Werber

Zeitschriften Mit Jö-Effekt geht die Agentur KSSJ auf Werberjagd.

Zeitschriften Mit Jö-Effekt geht die Agentur KSSJ auf Werberjagd.Denn obwohl die Tierwelt Kennzahlen hat, von denen andere nur träumen – 367000 Leser und Leserinnen zum rekordverdächtigen TLP von weniger als sechs Franken, so Beraterin Tanya Balogis –, wollten Werber und Mediaprofis von der Zeitschrift bis vor kurzem nichts wissen. Erst mit der Frühjahrsoffensive mit dem Motto «Unsere Leser lieben alle Tiere» scheint sich ihre Einstellung zu ändern. Zum Höhepunkt der Kampagne liegt der Fachpresse eine Original-Tierwelt bei. Auf dem Cover zwinkert ein knuddliges Häschen lasziv der speziellen Zielgruppe zu. Vermutlich sucht das Bunny einen neuen Halter, sprich: Inserenten.
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