«Kleines Geheimnis»

Nina Link, Präsidentin der Magazine Publishers of America, zur Lage.

Nina Link, Präsidentin der Magazine Publishers of America, zur Lage.WW Wie ist die Idee zu der «Read On»-Kampagne entstanden?Nina Link Wir haben gemerkt, dass Magazinwerbung unter Wert verkauft wird. Die meiste Werbung läuft noch immer im Fernsehen, und die Werber könnten ihre Budgets gut und gern in Richtung Magazine orientieren. Magazine folgen dem Fernsehen auf dem Fusse.
Haben die Werbungtreibenden die Zeichen der Zeit erkannt?
Wir befinden uns in der Übergangsphase. Die Leute sind sich bewusst, dass das Upfront-Modell veraltet ist, und es wurde im letzten Jahr weniger Geld dort ausgegeben als üblich. Und oft werden die Versprechungen, nach denen dort Werbung eingekauft wird, nicht eingehalten. Wenn eine Show etwa geringere Quoten hat als erwartet, dann bekommen die Unternehmen ihr Geld zurück. Das ist das schmutzige kleine Geheimnis in der Branche.
Was gefällt Ihnen an der neuen Magazin-Kampagne am besten?
Ich liebe das Überraschungselement. Unsere Agentur Fallon entwickelte das Zukunftskonzept, wie die Magazine in 10 oder 20 Jahren aussehen werden. Die Kampagne hat zwei Ebenen: Zum einen haben wir die Anzeigen, die die Beziehung der Verbraucher zu ihren Magazinen zeigt, sie werden auch in Zukunft in der Badewanne und im Park lesen. Und dann haben wir die Fake-Cover von bekannten Magazinen wie Newsweek oder Esquire, die werden um die aktuellen Ausgaben herumgebunden und ausschliesslich an Werbekunden und Agenturen verbreitet.
Welche Industrien sind am wichtigsten für die Magazinwerbung?
Mode und Kosmetik sind grosse Kunden, vor allem weil sie Produktinformationen und Samples in unsere Seiten einbetten können. Darüber hinaus noch Möbel, Lebensmittel und Unterhaltung. Aber es gibt auch für kleine Unternehmen genug Werbemöglicheiten. Wir haben 200 Magazine allein über das Fischen, da ist für jeden Zulieferer etwas dabei. Technologiewerbung ist nicht mehr so umfangreich, dafür sind Spiele und Mobiltelefonie angesagt. Auch Anbieter aus den Bereichen Yoga, Spiritualität und Öko-Produkte haben eine ganze Reihe von Werbungsmöglichkeiten.
Interview: Gerti Schön

Ménage à trois

Verlage Was hat die SonntagsZeitung auf einer Abo-Werbekarte des Jean Frey Verlags verloren? Umrahmt von Weltwoche und Bilanz wird Tamedias Feiertagsblatt dort zum «Qualitätstitel» geadelt. Vermutlich wollten die beiden Marketingabteilungen bloss ...

Verlage Was hat die SonntagsZeitung auf einer Abo-Werbekarte des Jean Frey Verlags verloren? Umrahmt von Weltwoche und Bilanz wird Tamedias Feiertagsblatt dort zum «Qualitätstitel» geadelt. Vermutlich wollten die beiden Marketingabteilungen bloss Produktionskosten sparen. Oder ist die Aktion doch als Vorbote einer Allianz zu deuten?

Zurück zur Schweizer Bodenständigkeit

Marktforschung Der Brand Asset Valuator beobachtet eine klare Werteverschiebung in der Gesellschaft.

Marktforschung Der Brand Asset Valuator beobachtet eine klare Werteverschiebung in der Gesellschaft.Die vertrauenswürdigste Marke der Schweizer Bevölkerung heisst: Migros. Für Frauen unter 35 Jahren ist die zuverlässigste Marke: Ceylor. Für Männer über 35 ist das Volvo. Und für viele Schweizer Markenverantwortliche ist der Brand Asset Valuator (BAV) von AY&R die aufschlussreichste Markenstudie.Auch Marktforschungsinstitute bieten für Fragen zur strategischen Markenführung raffinierte und vielfältige Verfahren und Techniken an, mit deren Messwerte die Auftraggeber schliesslich ein nützliches Konzeptions- und Controllinginstrument zur Hand haben. Hier findet sich der USP von AY&R. «Unser primäres Ziel ist nicht, die Studie zu verkaufen. Für uns ist der BAV, mit dem wir seit zehn Jahren die qualitative Entwicklung von Marken beobachten, Mittel zum Zweck», erklärt David Allemann, neuer Managing Director von AY&R (siehe auch Seite 3). So würden die Resultate der seit 1995 regelmässig durchgeführten, repräsentativen Studien ohne Umwege in derselben Agentur in die Kommunikationskonzepte hineinfliessen – ohne Interpretations- und Reibungsverluste.
Zum Tragen komme dazu der Umfang der in über 38 Ländern durchgeführten Studie, die alleine in der Schweiz die Wahrnehmung von über 1000 Marken in 48 Imagedimensionen misst. Zudem wurde der BAV für die fünfte Auflage um das Modul «Buying Steps» ergänzt, eine Schweizer Neuentwicklung.
Auch das Kaufverhalten wird neuerdings analysiertDas Modul verspricht, die individuellen Schwachstellen einer Marke im Vergleich zur Konkurrenz zu identifizieren: Liegen diese bei der Bekanntheit, Kaufbereitschaft, beim Kauf oder bei der Loyalität? Diese BAV-Analyse soll demnach zeigen, wie sich zum Beispiel die Kauferwägung erhöhen lässt, oder ob der tiefe Marktanteil auf den Preis, die ungünstige Regalposition oder das ungenügende Packaging zurückzuführen ist. «Die Allokation des Marketingbudgets kann damit effizienter festgelegt werden», verspricht der Managing Director und illustriert dies am Vergleich von zwei heimischen und zwei ausländischen Biermarken. Während alle vier eine gute Bekanntheit in einem Range zwischen 86 und 72 Prozent aufweisen, brechen sie bereits bei der Kauferwägung klar in zwei Lager auseinander. Schon hier weisen Corona und Budweiser nur halb so grosse Kauferwägungswerte wie die Marken Feldschlösschen und Eichhof auf. Die Werte klaffen mit jedem zusätzlichen Schritt (Kauf, Dominanz) immer weiter auseinander. Gerade hier greife das global einheitliche Studiendesign, weil es ein internationales Benchmarking ermöglicht.
Gewinner und VerliererKommen wir nun zu den heimischen Ergebnissen (siehe Tabelle): Die Top-20-Liste wird heuer noch deutlicher von Schweizer Marken dominiert, was den Trend der Studie 2003 fortsetzt. Drei von vier Neuzugänger sind Schweizer Marken – Emmentaler, Tilsiter sowie Circus Knie (zum ersten Mal erhoben). Ebenfalls neu im Ranking ist Ikea. Sie haben die internationalen Marken Uncle Ben’s und Chiquita, aber auch Caran d’ Ache und Lindt verdrängt.
Auffällig, und im internationalen Vergleich eine Ausnahme: Unter den stärksten Schweizer Marken befinden sich viele Nahrungsmittelmarken wie Käse und Schokolade. In Grossbritannien dagegen sind gleich mehrere Medienmarken und Snacks unter den Top 20. Die Markenpräferenz – offenbar auch ein Spiegel der Lebenskultur.
Aus Anlass des Jubiläums präsentiert AY&R erstmals eine Liste mit den grössten Auf- und Absteigern bezüglich Markenvitalität (Differenzierung und Relevanz) unter den Schweizer Marken seit 1995. Der grösste Aufsteiger der Dekade ist M-Budget – nicht der einzige Vertreter vom orangen Riesen: drei weitere Eigenmarken (Milchproduktelinie Heidi, Geschirrspülmittel Handy und Convenience-Marke Anna’s Best) verstärken die Migros-Markenbilanz. Max Havelaar und Naturaplan widerspiegeln die Bedeutung von gesunder und nachhaltiger Ernährung. Unter den Aufsteigern finden sich aber auch einige Marken, welche durch Innovation die Gesetzmässigkeiten ihrer Branche in Frage gestellt haben: 20 Minuten, Smart, Nespresso, Starbucks, EasyJet, Media Markt und Fielmann. Dagegen haben im gleichen Zeithorizont Absolut Vodka, Singapore Airlines und die Schweizer Hi-Fi-Marke Revox am stärksten an Markenvitalität verloren.
Diese Entwicklung bestätigt denn auch die These der Agentur AY&R, wonach auch im Zeitalter von Hyperwettbewerb zwei Faktoren ausschlaggebend für den Erfolg in der Markenführung bleiben: einerseits der innovative und kreative Kern der Marke und andererseits die Kontinuität in der Markenführung durch stetige und konsequente Wiederholung der Grundbotschaft, die Vertrautheit schafft.
Im Kommen: MainstreamersDie stärkste Marke der Schweiz ist gemäss BAV 2005 die Schweiz selbst. Aber nicht als Reisedestination oder Imageträgerin, sondern als gemein-same Werteplattform. Die Studie hat nämlich drei Trends identifiziert, die die Schweizer in ihrem Verhalten beeinflussen: Die Rückbesinnung auf klassische helvetische Tugenden, das steigende Preis-Leistungsbewusstsein und die stark steigende Bedeutung von Technologiemarken für den Alltag. Die Aussage «Ich bin stolz, ein Schweizer zu sein» hat am meisten Zustimmung erfahren, wenn Konsumenten danach befragt wurden. Der Trend zu helvetischen Eigenschaften zeichnet sich aus durch: Traditionsbewusstsein (Produkte wie Käse oder Schokolade), Häuslichkeit und Ordnungsliebe (Do-it-yourself-Marken sowie Putzmittel haben deutlich zugelegt), Pflichtbewusstsein (staatliche und halbstaatliche Institutionen, wie Die Post, SBB und das Halbtax zählen derzeit zu den Powermarken) und Sicherheitsbedürfnis (die Markenvitalität und -statur fast aller Versicherungsmarken ist gestiegen).
Begleitet wurde dieser Trend von einer signifikanten Verschiebung in den psychografischen Segmenten der Schweiz: Erstmals seit 1995 hat der Anteil der Mainstreamer wieder zugenommen: von 18 (2003) auf 24 Prozent (2005). Das Milieu der Mainstreamer zeichnet sich durch seine Häuslichkeit und Bodenständigkeit aus. Der Ich-AG stellen die Mainstreamer den Gegenentwurf der Wir-AG entgegen, das kollektivistische Wesen ist ihnen wichtiger. «Ihre treibende Motivation ist Sicherheit», erklärt Allemann. Dies wirke sich auf die Markenwahl aus: Mainstreamer bevorzugen etablierte Marken und solche mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, was den Erfolg von M-Budget erklärt. «Günstig kauft heute nicht mehr nur, wer keine andere Wahl hat. Günstig und gut, statt ‹Geiz ist geil› lautet hier zu Lande die Devise», so Allemann. Die Rückkehr des Mainstreams ist nur die Spitze eines grundsätzlichen Wertewandels: Der Anteil der erfolgsorientierten, kritischen und entdeckungsfreudigen Konsumenten – Wachstumssegmente der 1990er-Jahre – geht zurück.
Luca Aloisi

Screen frei für die Magazine

Gattungsmarketing Die US-Magazine sind im Aufwind. Das lassen sie TV-Produzenten und Media-leute mit einer eindrücklichen Kampagne wissen.

Gattungsmarketing Die US-Magazine sind im Aufwind. Das lassen sie TV-Produzenten und Media-leute mit einer eindrücklichen Kampagne wissen.
Jedes Jahr im Frühsommer trifft sich in New York Amerikas Medienelite zu den so genannten «Upfronts», um einen Blick auf die kommende Herbstsaison im Fernsehen zu werfen. Rund zehn Tage lang werden da filmische und kulinarische Leckerbissen sowie alle greifbaren Fernsehstars aufgefahren, um den Agenturvertreter und Werbetreibenden dazu zu bewegen, so viel TV-Werbezeit wie möglich vorab zu verkaufen. Doch in diesem Jahr wurde den Mediaprofis, die vor den einschlägigen Locations wie dem Madison Square Garden auf Einlass warteten, die Zeit mit einer Guerilla-Aktion vertrieben. Die Industrievereinigung Magazine Publishers of America (MPA) hatte Schauspieler angeheuert, um mit Slogans wie «We are desperate for our magazines» oder «Magazines offer ER: Engaged Reach», gedruckt auf knallbunte T-Shirts, auf die eigene Branche aufmerksam zu machen.
Zuwachs an Einnahmen
Der amerikanischen Magazinindustrie geht es verglichen mit den
US-Zeitungsverlagen nicht allzu schlecht. Zwar musste sie nach den fetten Jahren des Internetbooms einige Einbrüche hinnehmen, doch konnte sie seit 2001 einen stetigen Anstieg bei den Einnahmen aus der Werbung verbuchen, die 54 Prozent des Umsatzes ausmachen. Doch die Attraktivität der Magazine für die Werbekunden wird seit Jahren von dem Massenmedium Fernsehen in den Schatten gestellt, wo viele Unternehmen die meisten Dollars investieren. Und genau dies will die MPA mit einer 40 Millionen schweren Werbekampagne namens «Read On» (im Internet unter www.magazine.org/readon), die über drei Jahre läuft, nun ändern.
Die Magazinbranche wird in ihren Bemühungen, die Aufmerksamkeit vom Fernsehen wegzulenken, von neuen Technologien unterstützt, etwa vom Festplattenrekorder, der es dem Verbraucher ermöglicht, Werbeclips im Fernsehen zu überspringen. «Die Kosumenten wollen nur noch Werbung auf Einladung», meint Jack Kliger, Präsident des MPA-Mitglieds Hachette Filipacchi. Anders als beim Fernsehen, so Kliger, bleibt den Konsumenten bei Magazinen die Kontrolle darüber, was sie sehen wollen. Und: Magazinleser mögen Werbung, wie eine Studie der Consultingfirma Starcom Mediavest ergab. Dabei sollten Frauen die zehn für sie wichtigsten Seiten aus einem Magazin herausreissen. Ein Drittel davon waren Anzeigen.
Ein weiteres Element, mit dem die Magazinverlage künftig bei den Anzeigenkunden werben wollen, ist «Engagement»: wie sehr ein Magazin oder eine Geschichte darin die Leser in ihren Bann zieht. Laut einer Untersuchung des Media Management Centers der Northwestern University fallen den meisten Lesern positive Dinge ein, fragt man sie nach ihren Eindrücken zu Magazinen. Die meisten stimmten der Aussage «Ich bekomme etwas für mein Geld» zu oder «es macht mich klüger». Es ist diese Art von «Engagement», das die Anzeigenkunden wollen, sagt Renetta McCann, CEO des Medienforschungsunternehmens Mediacom. «Hört auf, uns vorzuschwärmen, wie viele Leser ihr habt», sagte sie in einer Rede an die MPA-Mitglieder. «Wir müssen künftig wissen, ob eine qualitative Verbindung zum Konsumenten hergestellt wurde. Das ist die Messgrösse der Zukunft.»
Gerti Schön

Schweiz Tourismus wechselt zu SFLB

Tourismus Ab 2006 zeichnet Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) verantwortlich für die Werbekampagnen von Schweiz Tourismus.

Tourismus Ab 2006 zeichnet Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) verantwortlich für die Werbekampagnen von Schweiz Tourismus.Die nationale Marketingorganisation trennt sich per Ende Jahr von der Zürcher Agentur Effact, die das Budget im Herbst 2002 von Weber Hodel Schmid übernommen hatte. Schweiz Tourismus wolle künftig mit frischeren Kampagnen für den nationalen Tourismus werben. Das Corporate Design, das Effact entwickelt hat, bleibe unverändert.

Cleverer Zugriff auf den redaktionellen Raum

Agenturen Eine ungewöhnliche Mixtur aus PR-Agentur, Kreativteam und Mediaplaner: Die junge Brand Emotion GmbH arbeitet abseits der Trampelpfade.

Agenturen Eine ungewöhnliche Mixtur aus PR-Agentur, Kreativteam und Mediaplaner: Die junge Brand Emotion GmbH arbeitet abseits der Trampelpfade.
Als im letzten Sommer SF DRS Gotthelf-TV ausstrahlte und Familie Zuppiger im Saleweidli wie vor 100 Jahren wirtschaftete, brachten zwei Herren den Zuppigers eine Kiste Feldschlösschen Urtrüb – in Flaschen von damals, per Lastpferd und in traditioneller Kleidung. Trotz rigoroser SF-DRS-Überwachung gelang die Übergabe, und die Aktion kam auf TeleZüri, im Blick und in diversen anderen Medien. Mit dem Nebeneffekt: Immer wurde auch das Produkt erwähnt.Einer der Ausführenden dieser guerillamässigen PR-Aktion war Mediaspezialist Peter Hofstetter. Erstaunlich, würde man doch eine solche Aktion eher einer Werbe- oder PR-Agentur zutrauen. Doch für den Inhaber der Mediaxis-MPG sind kreative Ideen bei der Mediaplanung nichts Fremdes, vielmehr «ein Muss». Geschäftspartner und strategischer Planer Adrian van Velsen sieht das ebenso. «Informationsflut, Zapping, längere Werbeblöcke und neue technische Möglichkeiten führen dazu, dass immer mehr Werbeauftraggeber die Wirksamkeit klassischer Kampagnen hinterfragen. Umso wichtiger wird die Einbettung von Kampagnenbotschaften im redaktionellen Umfeld», sagt van Velsen. «Marken emotionalisieren», nennt er das.
Um solche Emotionalisierungen in die Praxis umzusetzen, gründeten van Velsen und Hofstetter Anfang Jahr die Brand Emotion GmbH als Spin-off von Mediaxis-
MPG. Katja Klee, bis vor kurzem noch Beratungsgruppenleiterin bei Contexta in Bern, übernahm die Geschäftsleitung. Das Ziel der neuen Agentur umschreibt Klee so: «Wir wollen Kommunikationsbotschaften effizient ins redaktionelle Umfeld bringen.» Dazu greift sie aber nicht primär auf Guerilla-Aktionen zurück, sondern eher auf bestehende Angebote wie Kooperationen mit Medien, Crossmedia, Product Placement und Sponsoring – «die wir aber immer mit innovativen Ideen anreichern.» Dabei wartet das aus drei Personen bestehende Team nicht auf neue Sonderwerbeformen, sondern unterbreitet eigene Vorschläge. «Unsere Tätigkeit ähnelt zwar in gewissen Punkten jener einer PR-Agentur. Während diese aber an die Redaktionen gelangt, klopfen wir in der Regel bei den Anzeigenabteilungen an», sagt Klee.
So war dies auch bei der Lancierung einer neuen Lotion von Dove. Aus der Erkenntnis, dass «echte» Frauen glaubwürdiger für ein hautstraffendes Produkt werben als Models, entstand die Idee eines Castings für kurvenbetonte Frauen – auf einer Seite in der Schweizer Illustrierten. Doch weil sich mehr Frauen meldeten als erwartet, entstand in Kooperation mit Ringier eine ganze SI-Beilage daraus. Der Erfolg zog zudem zahlreiche weitere «ungesteuerte» Medienberichte nach sich. Klee: «Es war eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.»
Mit dieser Haltung geht sie denn auch auf die Medienanbieter zu. «Wir üben nie Druck aus, definitiv nicht», sagt sie. Klar ist jedoch: Der Brand, den Klee in den redaktionellen Raum hievt, profitiert dort vom journalistischen Profil und vom Konzept des Mediums. Läuft sie so nicht Gefahr, die Glaubwürdigkeit der Medien auszuhöhlen? Nein, sagt Klee, denn bei Brand Emotion achte man auf ein gutes, offenes Klima mit den Medienanbietern. Auch gehe es nicht darum, die
derzeit schwierige wirtschaftliche Situation mancher Medien auszunützen. «Aber wir stellen fest, dass Werbekunden vermehrt ihr Budget für klassische Werbung stutzen und andere Zugänge zu ihren Zielpublika suchen. Diesem Trend folgen wir konsequent», sagt Klee. Auch die Medienhäuser hätten ja auf diese Veränderungen reagiert. Klee: «Ganz allgemein ist zu beobachten, dass sich das redaktionelle Umfeld für kommerzielle Botschaften zugänglicher zeigt.»
Markus Knöpfli

Manifesto mit Clip-Regisseur

Werbefilm Manifesto Film hat den Schweizer Regisseur Daniel Cherubin (34) exklusiv in sein Regie-Rooster aufgenommen.

Werbefilm Manifesto Film hat den Schweizer Regisseur Daniel Cherubin (34) exklusiv in sein Regie-Rooster aufgenommen.Cherubin gehört zu den führenden Schweizer Videoclip-Machern und hat schon für Yello, Lovebugs und Lunik gearbeitet. Neben der Regie führt er oft auch den Schnitt wie zum Beispiel für Bully Parade und MTV. In der Werbung hat er bereits für Musiklabels wie Warner und Universal die TV-Promotionen von CD-Neuerscheinungen geschnitten.

Reader’s Digest setzt auf Viva

Magazine Nach einer Agenturevaluation hat Reader's Digest Schweiz die Zürcher Kommunikationsagentur Viva mit einem Mandat betraut. Dabei stehen die Medienarbeit für die Zeitschrift Das Beste/Sélection und die Konsumentenstudie «European Trusted Br...

Magazine Nach einer Agenturevaluation hat Reader’s Digest Schweiz die Zürcher Kommunikationsagentur Viva mit einem Mandat betraut. Dabei stehen die Medienarbeit für die Zeitschrift Das Beste/Sélection und die Konsumentenstudie «European Trusted Brands» sowie die redaktionelle Promotion von Büchern, Musik-CDs, Videos und DVDs aus dem Verlag von Reader’s Digest im Vordergrund.

Bleibende Überraschung

Der Swiss Poster Research ist neutral, für alle Anbieter, für alle Flächen. Vielleicht liegt hier ein Motiv, warum Clear Channel Plakanda (CCP), ...

Der Swiss Poster Research ist neutral, für alle Anbieter, für alle Flächen. Vielleicht liegt hier ein Motiv, warum Clear Channel Plakanda (CCP), …Der Swiss Poster Research ist neutral, für alle Anbieter, für alle Flächen. Vielleicht liegt hier ein Motiv, warum Clear Channel Plakanda (CCP), sozusagen auf der Zielgeraden und mit der Resultattabelle vor Augen, aus diesem seriösen Projekt aussteigen will. Und wegen meiner geäusserten Überraschung bezüglich des abrupten Ausstiegs unseres Mitbewerbs: Am 27. Juni 2005, einen Tag also bevor sich CCP schriftlich vom SPR verabschiedet hat, führte ich mit deren CEO, Beat Roeschlin, ein Telefongespräch. Auch der SPR war Thema. Roeschlin erwähnte mit keinem Wort, dass CCP sich am nächsten Tag davon verabschieden werde. Im Gegenteil, er hat meinen Vorschlag, sich bei den noch offenen Fragen auf den kleinstmöglichen gemeinsamen Nenner zu einigen, explizit unterstützt. Deshalb und mit Verlaub: Ich bin und bleibe von diesem Entscheid überrascht!
Christian Kauter, Vorsitzender der APG-Geschäftsleitung, zum Editorial «Plakat-Puff» in WW 26/05.

Alles andere ist Beilage

Gastronomie Wirz Werbung macht Appetit auf Rosen mit einem neuen Spot für das vegetarische Restaurant Hiltl.

Gastronomie Wirz Werbung macht Appetit auf Rosen mit einem neuen Spot
für das vegetarische Restaurant Hiltl.
Das Restaurant Hiltl in Zürich ist für manche ein gefährliches Pflaster. Das zeigt ein neuer Werbespot gleich in doppelt eindrücklicher Weise. Es gehört bereits zur Tradition, dass sich das Publikum des Zürcher Orange Cinema unter freiem Himmel beim See auch an einem neuen Hiltl-Film erfreuen darf. Vor zwei Jahren handelte der witzige Spot von einem «Pflanzenschlächter», der bei seinem Rundgang im Quartier allerlei Gemüse vor Todesangst zum Erzittern brachte. Im letzten Jahr war der Film mit «Der Jäger» betitelt. Ein Waidmann entdeckt im Wald einen Hasen. Dieser ist eben dabei, ein Rüebli zu vernaschen. Der Jäger zielt und schiesst. Allerdings nur in die Luft, damit der Hase vor Schreck das Rüebli fallen lässt und der vegetarische Jäger so zu seiner «Beute» kommt. Der neueste Streich der Wirz Werbung für das vegetarische Restaurant erzählt die Geschichte eines ahnungslosen Blumenverkäufers, der mit einem gigantischen Strauss roter Rosen gut gelaunt das Lokal Hiltl betritt. Im Off hört man die Gäste raunen und dezent schreien. Die Kamera bleibt aber draussen und wartet, bis der Blumenverkäufer nach einigen Minuten fassungslos zurückkommt. Er dreht sich zur Kamera und löst damit das Rätsel auf: Bei sämtlichen Rosen bis auf einer sind die Blüten vom Stiel gerissen. Den Gästen im Hiltl haben die Blumen offensichtlich geschmeckt, wie ein zufriedener Rülpser im Off beweist.
Klau vor laufender KameraMit diesem Film hat Wirz Werbung formal und thematisch bewusst eine bereits stattliche Reihe von national und international preisgekrönten Spots fortgesetzt. Neu sorgte in diesem Jahr zum ersten Mal der Schweizer Regisseur und Produzent Max Emmenegger «für die ästhetische, schwungvolle Inszenierung», wie sich CD Matthias Freuler freut.
Weniger Grund zur Freude hatte am Drehort der Hauptdarsteller Kamil Krejci. Der Serienstar aus «Fascht e Familie» und «Mannezimmer» erlebte eine böse Überraschung, als ein Dieb ihm vor laufender Kamera das neben dem Drehort abgestellte Motorrad klauen wollte. Man drehte nachts um zwei Uhr am Originalschauplatz vor dem Hiltl in Zürich – und da treiben sich in dieser Gegend offenbar nicht nur Vegetarier herum. Ein Streifenwagen der Polizei war aber schnell zur Stelle – und so wurde nach einer wilden Verfolgungsjagd das Motorrad wieder eingefangen. Leider hatte das Team keine zweite Kamera dabei. Das hätte bestimmt ein spannendes Making-of zu diesem neusten Spot gegeben.
Der nächtliche Vorfall ist allerdings nicht der Grund, wieso das traditionsreichste vegetarische Restaurant Europas nach über hundert Jahren im kommenden August in die Räumlichkeiten des Restaurants Börse am Bleicherweg zieht. Dort wird im Gebäude der alten Börse nach 60 Jahren das Lokal der Familie König geschlossen. Hiltl nutzt die Chance, um bis zum Sommer 2006 seine vegetarischen Spezialitäten in einem Ausweichlokal servieren zu können, weil das Stammhaus an der Sihlstrasse renoviert und auf 500 Sitzplätze erweitert wird.
Andreas Panzeri

Migros Birsfelden setzt auf Wirz

Detailhandel II Wirz Corporate unterstützt die Migros-Betriebe Birsfelden bei der Neuausrichtung der Corporate Communications. Die Kommunikationsagentur kümmert sich vor allem um Fragen rund um die Themen Branding und Unternehmenskommunikation. Ge...

Detailhandel II Wirz Corporate unterstützt die Migros-Betriebe Birsfelden bei der Neuausrichtung der Corporate Communications. Die Kommunikationsagentur kümmert sich vor allem um Fragen rund um die Themen Branding und Unternehmenskommunikation. Geplant sind laut einer Mitteilung die Konzeption und Umsetzung verschiedenster Massnahmen, die das Profil des Handelsunternehmens in den relevanten Märkten aktualisieren sollen. Die Migros-Betriebe Birsfelden sind in der Beschaffung, Veredelung, Verpackung und Vermarktung von Roh- und Handelswaren aus der ganzen Welt tätig – nicht nur für die Migros, sondern auch für Grosshandel und Industrie.

Freude herrschte!

Kurz vor der Sommerpause gilt es nochmals ernst für die Medienanbieter und Vermarkter im Lande.

Kurz vor der Sommerpause gilt es nochmals ernst für die Medienanbieter und Vermarkter im Lande.Das Media Trend Journal, wie die Werbewoche eine Publikation der zu Springer Science + Business Media gehörenden Media Daten AG, vergibt den Media Trend Award. Einmal mehr ging der Anlass im Moods im Schiffbau über die Bühne. Und mit Anna Maier, sekundiert von MTJ-Chefredaktor Urs Schnider, führte eine ebenso charmante wie kompetente Moderatorin durch die kleine und feine Show. Manch einer schmunzelte beim Interview von Anna Maier mit Walter Weder. Nachdem er sich nie so recht festnageln lassen wollte, etwa bei der Frage nach seinen Favoriten, wollte die Moderatorin klipp und klar wissen, ob es denn Überraschungen gegeben habe. Darauf Weder: «Ja und Nein.» Eine Antwort in typischer Marktforschermanier – bloss nicht den Vertrauensbereich verlassen.Die eine oder andere Überraschung hats tatsächlich gegeben. Ranglistenverschiebungen waren abzusehen, nachdem APG und Clear Channel Plakanda zu den Vermarktern umgeteilt wurden. Auch der Einbezug des Preis-Leistungs-Verhältnisses in der Berechnung dieser Kategorie sorgte für Umwälzungspotenzial. Dennoch stand Vorjahressiegerin Publisuisse wieder zuoberst auf dem Podest, neu knapp gefolgt von Cinecom und Clear Channel Plakanda. Bei den Medienanbietern ist 20 Minuten im selben Tempo an Vorjahressiegerin NZZ vorbeigeprescht, mit dem die junge Zeitung ihre Expansion vorantreibt. Mit der HandelsZeitung als Nummer drei tauchte auf dem Podest ein neuer Name auf. Wer es ganz ausführlich wissen will, nimmt das aktuelle Media Trend Journal zur Hand (Doppelnummer 7/8, Juli/August 2005).
Jeweils ein besonderes Vergnügen ist der Dada-Satiriker Andreas Thiel. Da hören sogar Werber und Mediafachleute zu, die zur Apérozeit als eher unaufmerksames Völk-chen gelten. Mucksmäuschenstill wurde es gar, als Herr Thiel, sonst eher den politischen Themen zugewandt, anhob, übers Golfspiel zu referieren. (Was sagt uns das wohl über unsere Branche?) Träfstes Bonmot Thiels zu diesem Thema: Golfer haben ja nicht mal mehr Bodyguards – sie bringen gleich ihre Schläger mit.
Des einen Freud, des anderen Leid. Auf Grund der Temperaturen verbrachten die Moodsbesucher einen angenehm unverschwitzten Abend. Die Gäste von Christian Bonnot hingegen, die sich tags darauf auf dem Schiffsteg Küsnacht-Goldbach trafen, waren froh um die Zeltheizung. Ein feines Risotto mit Grillspezialitäten versöhnte aber auch hier die Geister rasch und sorgte für ein sehr gemütliches Zusammentreffen.
Die Preisträger des Media Trend Award erhalten einenHermes-Flügel.
Stefania Muratore und Marco Sager von 20 Minuten durften sich über den ersten Platz in der Kategorie Medienanbieter freuen.
Platz 1 auch für Publisuisse: Gratulationen gabs von Urs Schnider (l.) und Heike Findeis für Martin Schneider (r.) und Markus Hollenstein.
Moderatorin Anna Maier wollte von Walter Weder, Media.Research.Group, wissen, wie die diesjährigen Resultate zu Stande kamen.
Unterhielten sich bestens miteinander beim gemütlichen Apéro: Gabi Graf von Publimedia und Marco Bäumer von NZZ-Media.
Seit Daniel Pauletto (r.) sein erstes Handicap gemacht hat, kann er sich mit Piero Schäfer trefflich übers Golfspiel unterhalten.
Wollten ebenfalls wissen, wer sich die begehrten Awards dieses Jahr holen wird: Christoph Marty, AZ Fachverlage, und Eva Tobler.
Was kann denn ein Fläschchen Absinth schon anrichten, meinten Alfred Blaser und Reto Mürner, Touring, mit Thomas Stuckert (v. l.).
Annabelle-Anzeigenleiterin Monika Schneider (l.) und Kathrin Spross, Spross-Verlag, mit Andreas Spycher von Publicitas.
Cinecom-Marketingleiter Jean-Claude Bruhin (l.), Corinna Schneider, Optimedia, und Radiotele-Verkaufsleiter Felix Kilchsperger.
Unterhielt die Gäste bestens mit einem Potpourri seiner Kunstkomiker Andreas Thiel, hier mit Francine Bruni von TV-Star.
Lockeres Auftreten – Christian Sager, Mediabox, Hardy Lussi von SevenOne Media und Serge Nater vom Beobachter (v. l.).
Seit vorletzter mit staatlichem, seit letzter Woche auch mit kirchlichem Segen Mann und Frau: Roger und Raphaela Baur-Höhn.
Von Springer Science + Business Media: Finanzdirektorin Monica Sawhney und Hans Peter Meier, kaufmännischer Leiter.
Gregor Eschle, (Noch-)Advertising und Sales Manager bei Reader’s Digest, mit Frohnatur Zoé Burnard von Edipub.
Waren gespannt auf die Sieger: Carl Wanger (l.) von der Zürich Versicherung und Bruno Fabbri von der Mosse Media.
Liessen sich gerne von den Feinheiten aus der Küche verführen: Mina Goffo und Christoph Osterwalder von der Credit Suisse.
Peter und Dalva Bugglin von Globopharm zog es trotz ungemütlichen Wetters ins Zelt auf dem Goldbacher Schiffsteg.
Auch bei Karin Rüedi (l.) und Loan Schaufelbühl von Robatech AG ging es trotz Regen recht fröhlich zu und her.
Regina Bertoli von Ringier mit Willi Bühler und Walter Schmid (r.), bei RailCity verantwortlich für Promotionen und Events.
Christian Bonnot’s raffinierte Charme-Offensive: Esther Rawyler, Tochter Olivia Bonnot und Andrea Moser (v. l.).
Gastgeber Christian Bonnot (l.) mit den Artisten Silke Pan und Robin Street, welche die Showeinlagen des Abends bestritten.
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