Ein Kilogramm Werbung

Das Jahrbuch der Werbung 2005 stellt Kampagnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol vor.

Das Jahrbuch der Werbung 2005 stellt Kampagnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol vor.Die Auswahl zeichnet ein gutes Bild der Arbeit der Werberinnen und Werber im Deutsch sprechenden Raum, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ergänzt wird diese Tour d’horizon durch Essays zu aktuellen Themen wie «Retrotrends» oder «Der Kunde ist weiblich» (siehe dazu «Die (v)erkannte Zielgruppe» in WW 22/05). Für Zürcherinnen und Zürcher besonders lesenswert zudem: «Eine Stadt der Superlative», ein Bericht über die Limmatmetropole als Kommunikationsstandort.> Jahrbuch der Werbung 2005 von Willy Schalk, Helmut Thoma und Peter Strahlendorf. Econ Verlag, Berlin 2005. 784 Seiten, 145 Franken.

Der Pool der P säuft ab

Radiovermarktung Alles deutet darauf hin, dass der Radiopool der PubliGroupe scheitert.

Radiovermarktung Alles deutet darauf hin, dass der Radiopool der PubliGroupe scheitert.Fest steht etwa, dass der Pool 2000 bis zum 16. August noch nicht gekündigt war, wie Martin Muerner, Geschäftsleiter des Pool 2000, auf Anfrage bestätigte. Zwar wäre eine Kündigung noch bis zum Radioday am 31. August möglich, doch damit ist kaum mehr zu rechnen. Zu gross ist mittlerweile der Widerstand gegen das Projekt. Das Vorgehen der P hat vor allem eines bewirkt: eine Spaltung der Radiobranche in Sender, die von der PubliGroupe zur Pool-Teilnahme eingeladen waren, und solche, die nicht angefragt wurden. Der Zwist ist so gross, dass «in dieser Szene nun keiner mehr wagt, dem andern in die Augen zu sehen», wie ein Insider sich ausdrückt. Entsprechend äussert man sich nur noch hinter vorgehaltener Hand. Und zahlreiche Gerüchte machen die Runde. So ist etwa zu vernehmen, dass die P höchstens zwei unterschriebene Radioverträge vorweisen kann. Weil aber bis Redaktionsschluss weder von der P noch seitens angeschwärzter Personen Stellungnahmen erhältlich waren, soll hier vorläufig auf weitere Gerüchte verzichtet werden.
Tatsache aber ist, dass sich mittlerweile auch der Verlegerverband des Streits angenommen hat. So lud etwa das Departement Elektronische Medien und Technik letzte Woche zu einer Sitzung ein, an der der Zwist traktandiert war. Departementschef Norbert Neininger gab zwar keine Interna bekannt, liess aber durchblicken, dass man auch seitens des Verbandspräsidiums froh wäre um eine Denkpause: «Aus Verbandssicht ist es ganz sicher wünschenswert, wenn die Radios in der nun anstehenden RTVG-Debatte geschlossen auftreten können und nicht gespalten werden durch irgendwelche Aktivitäten.»
(mk)

Modus Propagandi

Automobil

AutomobilAloha kakahlaka!, klingt für deutsche Ohren wie eine Beleidigung. Ist aber der Morgengruss der polynesischen Ureinwohner. Andere Länder, andere Ausdrücke, Sitten – und Ausstattungen, wenn wir von Autos reden. Diesbezüglich dürften bei den Créateurs d’automobiles in unserem Nachbarland auch andere Geschmäcke herrschen. Ihr Faible für die schöne Form hat es mit den Männern, denen Kleinwagen zu wenig Sexappeal verströmen, sehr gut gemeint. Im Zeitalter der SUVs haben Renaults Designer das fehlende Blech nicht mit Spoiler kompensiert – was beim Modus peinlich gewirkt hätte –, sondern mit einer stromlinienförmigen Dachpuppe. Serienmässig erfüllt sie alle automobilen Träume: praller Kussmund, Beine auermannschen Ausmasses und eine Taille, die in jede Männerhand passt.
Leider geht aus der Copy nicht hervor, wie das gertenschlanke Ausstattungssystem bedient werden kann und ob der Windfächer vom Modell Alizé auch in Moonshadow-Blau erhältlich ist. Immerhin: Ob am Pariser Autosalon eine Version für die Frau – mit Adonis – vorgestellt wird, weiss bestimmt der Händler in Ihrer Nähe.
(la)

Sommer durch(ge)zogen

Den Auftakt zu den Sommerpausen-Events machte die Idée-VfW mit ihrem Boule-Abend.

Den Auftakt zu den Sommerpausen-Events machte die Idée-VfW mit ihrem Boule-Abend.Nachdem man den Anlass wegen der Witterung um eine Woche nach hinten verschoben hatte, war Mitte Juli dem Werberverein das Wetterglück hold. Entsprechend gross war der Gästeaufmarsch – über 50 Personen pilgerten zum Kiesplatz neben dem Restaurant Sonnenberg, welches seinem Namen für einmal alle Ehre machte. Die ganze Umgebung zeigte sich von der prächtigen Abendsonne golden ausgeleuchtet. Entsprechend zufrieden zeigte sich Idée-Präsident Christian Staub, der erstmals in dieser Funktion Mitglieder und Gäste begrüssen konnte.Ebenfalls von Regenwetter verschont blieben die Organisatoren des OrangeCinema am Eröffnungsabend. Wie jedes Jahr zeigten sich neben unzähligen Zürcher Promis auch viele Werber am Zürichhorn. Quasi das letzte Mal in offizieller Mission, begleitet von IPM-CEO Michi Frank und Radio-Energy-Chef Dani Büchi, sah man IPM-Kommunikationschefin Bettina Singeisen. Sie hat nämlich Ende Juli nach über sechs Jahren beim Medienvermarkter ihren Abschied genommen. Erst solls mal ein bisschen auf Reisen gehen, und danach sei Fremdsprachen büffeln angesagt – oder auch beides zusammen, liess sie sich als Statement über ihre Zukunftspläne entlocken.
An seinem monatlichen Open House, der Kalender zeigte bereits Anfang August, und die Nächte wurden merklich kühler, tischte Diego Bally allerfeinste sardische Spezialitäten auf. Er war eben von seinem jährlichen Inselurlaub retour gekommen. Und weil der Diego nicht nur ein versierter Designer und Werber, sondern anscheinend auch ein begabter Schmuggler ist, gabs ganz besondere Spezialitäten zu geniessen. Oder hätten Sie gewusst, dass der Import von Schweinswürsten aus Sardinien in die Schweiz verboten ist? Item, die Gäste verziehen nicht nur, sondern lobten den Gastgeber sogar ausdrücklich für dieses kleine Kavaliersdelikt und schlemmten Wurst und Käse entsprechend rasch vom Tisch.
Dunkle Wolken zogen über dem Zürichhorn auf, als im Openair-Kino die Orange Night auf dem Programm stand. Zwar blieb es bei wenigen Tropfen zur Apéro- und Essenszeit sowie einem kurzen Wolkenbruch vor Ende des Films. Trotzdem wars empfindlich kalt und nicht wirklich das, was man sich unter echtem Kinovergnügen vorstellt. Es wäre fürs nächste Jahr ernsthaft zu überlegen, ob man am Zürichhorn einen Verkaufsstand für Glühwein und Schümli-Pflümli einrichten sollte.
Die meisten Gäste liessen sich die Laune dennoch nicht verderben und freuten sich über die diversen Zusammentreffen zum Ende der Sommerpause. Geradezu omnipräsent waren Orange-CEO Andreas
Wetter, der Event-Verantwortliche Philipp Kramer und Pressefrau Thérèse Wenger. Sacha Baer wiederum freute sich darüber, ab nächster Woche endlich in seiner eigenen Agentur P-Formance tätig sein zu können. Bei Erscheinen dieser Werbewoche-Ausgabe verbleiben ihm gerade noch zwei Arbeitstage beim baldigen Ex-Arbeitgeber Jung von Matt/Limmat. Nicht schlecht staunten Claudia Meyer und Mike Weber, als sie während des Apéros fürs Shortlistfoto posierten und einige Gemeinsamkeiten in ihrer bisherigen Karriere entdeckten. Nicht nur, dass sie schon in der gleichen Agentur gearbeitet hatten – nein, sie betreuten nacheinander sogar dieselben Budgets.
Mehr Freude am Wetter herrschte an der Sommerpausen-Abschlussparty – der von Hunderttausenden Ravern heiss und sehnlichst erwarteten Street Parade. Zu den begehrtesten Tickets gehörten wie immer die Einladungen von Bruno Oetterlis Radiotele in die edle Gartenanlage der Nobelherberge Baur au Lac. Einmal mehr wurde im gediegenen Ambiente tüchtig abgefeiert. Und dass ein Street-Parade-Warm-up auf einem Schiff durchaus Sinn macht, bemerkte heuer das Shortlist-Team. Man kann sich so schon am frühen Nachmittag ans Schwanken gewöhnen, das sich ja im Laufe des Abends sowieso wieder einstellen wird.
Beat Fritschliess es sich an der Street Parade gut gehen. War auch nicht weiter schwer bei solch charmanter Anmache durch die Orgazmik-Dancers auf dem Loveboat vom 2. und 4. Akt. Die beiden sonnigen Gemüter liessen einen doch glatt vergessen, dass dieser Sommer sonst eher mit seinen Reizen geizte.
Was passierte sonst während des wettermässig durchzogenen Juli-Breaks: Die Idée-VfW lud zu ihrer dritten Soirée française auf den Sonnenberg ob Zürich zu Boulespiel und Käsebuffet, das OrangeCinema öffnete seine Pforten und lud dazu eine Menge Promis ein, und an der Orange Night wiederum kamen dort ebenfalls viele geladene Gäste zum Handschlag. Der Mega-Event des Sommers aber hiess natürlich Street Parade, und den besten Platz dazu bot wie immer die Radiotele im edlen Baur au Lac.
Freuten sich übers gute Wetter: Idée-Präsident Christian Staub mit Carla Keller von KSSJ auf dem Sonnenberg.
Dieser freundliche Nachbar stellt der Idée-VfW jeweils den Strom für die Soirée française zur Verfügung: Starkoch Jacky Donatz.
Beim Geniessen der Abendsonne erwischt: Silke Heinzelmann (l.) von Futurecom und Daniela Schönholzer von Sunrise.
Endlich ist am See wieder Kinozeit: Peter Hürlimann, Dieter Steger und Dani Höltschi von der Cinerent AG (v. l.).
Gesehen in der Orange-Lounge über den Zuschauerrängen: Orange-Pressesprecherin Thérèse Wenger mit Lowe-CEO Kurt Schmid.
Das letzte offizielle Foto von Bettina Singeisen, welche IP Multimedia verlassen hat – Dani Büchi und Michi Frank (r.) reuts natürlich.
Gartenwetter: Christoph Fuchs, Geschäftsführer bei Diego Bally AG, mit Idée-VfW-Geschäftsführerin Ursi Grob.
Open-House-Besucher: Peter Ruckstuhl von Comfor Trust mit Reto Osterwalder, Sima, und Gastgeber Diego Bally (v. l.).
Genossen die sardischen Spezialitäten: Mister-Twixtel Christoph Reichlin (l.) und ASW-Geschäftsführer Peter Grob.
Fanden gemeinsame Stationen in ihren Karrieren: Chrysler-Werbeleiterin Claudia Meyer und Mike Weber von Active Mobile.
Gute Laune trotz dunkler Wolken über dem Kinohimmel: Orange-CEO Andreas Wetter (l.) und Orange-Event-Mann Philipp Kramer.
Ebenfalls fleissige Besucher der Orange Night am Zürcher Kino-Spektakel: Ruedi Baer, Mobile Zone (l.), und Sacha Baer, P-Formance.
Eventorganisator Peter Stiefel (l.) und Davide del Gaudio vom 2. und 4. Akt waren die Tätschmeister auf dem Ledischiff.
Gemütliches Warm-up vor dem grossen Umzug – das Loveboat war zwar gut ge-, aber nicht überfüllt.
Forecast-Gründer Andi Hess, hier mit den Dancing-Girls Patrizia (l.) und Minka, widmet sich nur noch seiner Werbeagentur Instanz.
Cüpli-Stimmung: Gastgeber Bruno Oetterli (Mitte) mit Thomas Winkler (r.) von Burger King und Promi-Zahnarzt Jürgen Rutschmann.
Radiotele-Team mit integrierter Charme-Offensive: Philipp Oetterli, Andrea Cloetta, Claudia Sieber und Dominika Lisiak (v. l.).
Madeleine Bieri von Radiotele mit Rahel Beck und Giovanni Zamai von S Media Vision/ Viva-Schweiz (v. l.).
Ein bisschen Friede, ein bisschen Sonne: APG-Verkaufsleiter Ivan Schultheiss mit Freundin Heidi Vesto.
Brachten viel Farbe in den Garten des Baur au Lac: Sebahat Derdiyok, Jasmina Baltensperger und Ezgi Cinar (v. l.).
Beat Krebs von OMD Switzerland kam mit Myrtha Rüttimann von Publicitas Luzern an die Route der Street Parade.
Organisierten für Radiotele tatkräftig mit: Daniela Depping von Kiss-the-Frog-Events und Patrick Walgis von Ticketino.
Paarweise ganz cool im Schatten: Marcel und Katja Benz mit Manuela Albisetti Stadler und Gerry Stadler (v. l.).
Genossen den grosszügigen Platz im Garten: Petra Kreussler von The Generation Media und Reinhard Schaniel von Telion AG.
Prosit Gemeinde: Urs Zimmermann von Goodyear Dunlop und Begleiterin Sonia Gabusi waren gut drauf an der Street Parade.
Dem Nachwuchs im Baur au Lac die grosse Welt gezeigt: Mehmet und Mara Inan mit Töchterchen Alaya.
Ganz auf Hawaii gestylt war Claudia Matter, mit Daniel Matter von der Werbeagentur Matter & Partner.
Frauenpower total, Teil 1: Maite Miguez, Silvia Welti, Carla Fuhlrott und Candie-Anne Ryser (v. l.).
Genossen die Street Parade diskret aus dem Hintergrund: Jean-Marie Egger von Publicis mit Andreas Gedenk (r.).
Frauenpower total, Teil 2: Karin Keller, Irène Muggli, Chantal Arnold und Sabine Körner von Radiotele (v. l.).

Bund zieht Anzeiger-Beschwerden zurück

Gratispresse Der Bund Verlag hat seine Beschwerden gegen die Neuvergabe von Druck und Druckvorstufe für den Anzeiger Region Bern zurückgezogen.

Gratispresse Der Bund Verlag hat seine Beschwerden gegen die Neuvergabe von Druck und Druckvorstufe für den Anzeiger Region Bern zurückgezogen.Man sei zum Schluss gekommen, dass die Aussichten auf Erfolg gering gewesen seien, sagte Anzeiger-Verlagsleiter Bernhard Köhli. Ende Juli hatte die Regierungsstatthalterin der Beschwerde gegen die Druck-Vergabe die aufschiebende Wirkung verweigert, weil sie ihr wenig Chancen zumass. Ab 2006 sind definitiv die Bieler W. Gassmann AG für die Druckvorstufe und die Solothurner Vogt-Schild/Habegger Medien für den Druck zuständig.

PartyGuide kooperiert mit Wake up Agenda

Online

Online Die Ausgehplattform PartyGuide.ch und das Lifestylemagazin Wake up Agenda haben eine Partnerschaft geschlossen. Wake up Agenda lanciert im September ein Onlinemagazin, dessen Inhalte auch auf PartyGuide.ch eingebunden werden. Dieses liefert im Gegenzug Veranstaltungskalender und Partyfotos für Wake up Agenda. Zugleich erhöht das Gratismagazin seine Auflage von 35000 auf 50000 Exemplare und dehnt die Verbreitung von Aargau, Solothurn und Zürich-West auf Zürich, Luzern, Bern, Basel-Stadt und Baselland aus.

Der Online-Werber

Moritz Wuttke entwickelt bei PubliGroupe als Director Business Development auf Konzernebene neue Geschäftsfelder für die Zukunft.

Moritz Wuttke entwickelt bei PubliGroupe als Director Business Development auf Konzernebene neue Geschäftsfelder für die Zukunft.Stetig den gesellschaftlichen Wandel verfolgen, ist ein Markenzeichen von Moritz Wuttke. Der Director Business Development hat an der Technischen Universität Berlin Wirtschaft und Maschinenbau abgeschlossen. Das spezialisierte Wissen im Bereich Qualitätsmanagement hat den jungen Wirtschaftsingenieur als erste Anstellung nach Japan zu Sony geführt. Zu Sony ist er gegangen, weil ihn Qualität und Erfolge fasziniert haben, welche die Japaner in den Achtzigerjahren in der Automobil-industrie verzeichnen durften. «Die Japaner haben gezeigt, wie man mit Kundenorientierung die Konkurrenz besiegen kann. Das war uns Europäern damals völlig fremd. Hier war man überzeugt, dass man schon weiss, was gut ist für den Kunden, ohne ihn danach gefragt zu haben.»
Wuttke war bei Sony verantwortlich für eine Gruppe von 25 Produkten im Consumer-Bereich für den US-Markt. Weil der Vertrag befristet war, kehrte er 1989 nach Europa zurück. Die Erkenntnisse aus Japan konnte er bei Bosch implementieren. Für die Sparte Telekommunikation organisierte er das Qualitätsmanagement. Er führte die externe und interne Kundenorientierung in den Prozessen des Unternehmens ein. «Gerade in festen konservativen Strukturen mit über 16 000 Mitarbeitenden wie bei Bosch-Telecom war es wichtig, die Flexibilität und die geistige Freiheit zu erhalten, zu lernen und zuzuhören, was Kunden wirklich wollen.» Um die kundenorientierten Veränderungen zu erreichen, hat Wuttke 100 Workshops mit 8000 Mitarbeitenden durchgezogen, auch bei Bosch in Spanien und Frankreich. Über die Ebene der Telekommunikation ist er schliesslich in den Verlagsbereich gekommen. Der neue Trend Multimedia war damals Wuttkes Beschäftigung, und die ersten Kontakte mit der Werbung sind über das Thema
Internet passiert. Um den Background des Verlagsgeschäfts zu vertiefen, hat er vor einem Jahr am
SIMI/IMD in Kopenhagen ein Postgraduate-Studium angehängt.
1994 lockte ihn noch einmal eine neue Welt. Eben war bei Cern in Genf das WorldWideWeb oder Internet geboren worden. Als Geschäftsführer eines Joint Venture zwischen Pixelpark und Bertelsmann baute Wuttke den
ersten Internet-basierten Online-Dienst in Deutschland auf. Das war eine «sehr spannende Zeit» mit der wichtigen Entscheidung, auf welches System man setzen soll – Internet-basiert oder in einer geschlossenen Gemeinde wie damals bei AOL oder Compuserve.
Wuttke glaubte an das offene System, wo man über Internet freien Zugang zu allen Informationen hat und den Benutzer nicht mehr einschränken kann. Eine Möglichkeit, diese Vorstellung umzusetzen, bot sich ihm 1995 bei PubliGroupe. Hier hatte man eben die Multimedia Development AG gegründet. Sein Job war es, Swiss Online – damals noch mit dem Videotex – in die Ära des Internets zu führen. «Für mich war klar, dass das Internet das Medium ist, welches die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts verändern und sehr viele Sachen auf den Kopf stellen wird.»
Dass das Internet einmal eine so grosse Herausforderung für das Verlagswesen werden würde, war dem Pionier damals allerdings nicht bewusst. Obwohl: «Das war wirklich revolutionär, wie PubliGroupe bereits 1996 die ersten Internet-basierten Werbeformate definiert hat. Wir konnten dem Anzeigenkunden nachweisen, wie viele Leute sein Inserat sehen. Auch wenn noch niemand wusste, was Clickraten hiess.»
Noch technischer wurde es, als er in dieser «Zeit des Aufbruchs», 1997, die PubliGroupe verlassen und bei einer jungen Firma im Bereich Virtual Reality erneut Pionierarbeit leisten wollte. «Wir haben virtuelle Städte gebaut, die man in Echtzeit durchwandern konnte, zum Beispiel ein virtuelles Modell der Autostadt für VW in Wolfsburg.» Was im 2006 eine «normale» Playstation für 800 Franken leisten wird, hat man 1998 noch mit zwei Millionen Franken teuren Computern realisiert.
1999 hat sich PubliGroupe entschieden, sehr aktiv ins E-Business einzusteigen. Prozesse sollten ins Internet verlegt werden, und Online- Werbung war die Zukunft. PubliGroupe suchte deshalb einen E-Business-Verantwortlichen. Das Angebot lockte ihn. Seit 1999 ist Wuttke dort für das New Business verantwortlich. Aus der Wachstumsstrategie hat er den Meilenstein bei PubliGroupe für den Eintritt in die elektronischen Medien gesetzt. Daraus erfolgte die Akquisition von Cinecom (TV, Kino und Adscreen) oder auch die Entscheidung, die klassische und elektronische Anzeigenvermarktung in China zu expandieren. Als nächste Herausforderung sieht er den Ausbau der Crossmedia-Unit, um mit vernetzten Werbeangeboten den Werbetreibenden die Komplementarität der klassischen und elektronischen Medien aufzuzeigen. Für all diese Aktivitäten ist Wuttke im März mit dem Einsitz in die Konzernleitung belohnt worden.
Als seine wichtigste Zeit neben der Arbeit nennt er das Erleben, wie sich seine beiden Kinder bereits in vier Sprachen in dieser multimedialen Umwelt zurechtfinden.
Andreas Panzeri

Falscher Alarm

Gastkommentar Die öffentliche Hysterie um Springers Übernahme von ProSiebenSat1 entbehrt jeder rationalen Grundlage, meint Heribert Seifert.

Gastkommentar Die öffentliche Hysterie um Springers Übernahme von ProSiebenSat1 entbehrt jeder rationalen Grundlage, meint Heribert Seifert.Seit bekannt ist, dass der Axel Springer Verlag die ProSieben-Sat1-Gruppe kaufen will, sind wieder einmal Pluralismus und Meinungsfreiheit in Gefahr. Nicht nur die Konkurrenten des Käufers gruseln sich öffentlich vor einem Medienverbund, in dem die Bild-Zeitung die TV-Sendungen der angeschlossenen Kanäle bewirbt. Auch Springers konservative Grundhaltung gilt als Risiko, müsse man doch künftig einen noch massiveren Kampagnenjournalismus befürchten, welcher das Publikum komplett manipuliere.Solcher Alarmismus ist albern, weil er weder die heutige Verfassung des Springer Verlags noch die Zielsetzung moderner Medienunternehmen berücksichtigt. Zum einen hat die Ökonomisierung der Publizistik entideologisierend gewirkt: Was zählt, ist die Fähigkeit der einzelnen Medien, Geld zu verdienen, und nicht ihre Funktion als Träger politischer Botschaften. Wenn Boulevardblätter aus dem Hause Springer regelmässig Politkampagnen inszenieren, gehört das halt zum Geschäft. Wie man im letzten Bundestagswahlkampf sehen konnte, ist die Wirkung journalistischer Kampfeinsätze zudem beschränkt: Der Wunschkandidat der Bild-Zeitung fiel damals durch.
Auch darf man die Grössenordnungen nicht aus dem Blick verlieren: Springer und ProSiebenSat1 haben 2004 zusammen 4,24 Milliarden Euro erwirtschaftet und dabei einen Gewinn von 600 Millionen erzielt. Bertelsmann – wo nicht nur harmlose Blätter wie Schöner Wohnen, sondern auch der Stern erscheinen – kam derweil auf 17 Milliarden Umsatz und 1,4 Milliarden Gewinn. Sowohl im Printsektor als auch im Fernsehen (mit der von Bertelsmann kontrollierten RTL-Gruppe) ist also für genügend Balance gesorgt.
Ökonomisch liegt ohnehin die Vermutung nahe, dass Springers Sprung eher einer Not folgt, als Ausdruck von Dominanzstreben ist. Denn der Konzern braucht ein zweites Standbein: Die Auflage der Bild-Zeitung sackt unaufhaltsam nach unten. Wenn Gratiszeitungen demnächst auch hier zu Lande flächendeckend durchgesetzt werden, wird das Reichweite und Werbeumsatz des Blattes weiter untergraben. Auf diesem Hintergrund scheint Springers Ziel, TV zu einer zweiten Erlösquelle auszubauen, als legitim und sinnvoll.
Doch diese Strategie hat ihren Preis: Mit mehr als 4 Milliarden Euro muss Springer ein Mehrfaches von dem bezahlen, was 2003 nach der Kirch-Pleite nötig gewesen wäre. Auf 3,6 Milliarden dürfte sich die Schuldenlast belaufen, die sich der Konzern ans Bein bindet. Da wird mancher im Hause Ringier nachträglich noch erleichtert sein, dass der einmal erwogene Verbund mit den Berlinern nicht zu Stande kam. Tja, wer nicht wagt, kann nicht viel verlieren. Er kann aber auch nicht viel gewinnen.
> Heribert Seifert ist Medienkorrespondent der NZZ in Deutschland.

Cicero meldet Rekordauflage

Zeitschriften Ringiers deutsches Politmagazin Cicero ist im 2. Quartal 2005 auf das Rekordniveau von 56865 verkauften Exemplaren gestiegen. Im Vergleich zum 1. Quartal bedeutet dies eine Zunahme um 1899 Ex. ...

Zeitschriften Ringiers deutsches Politmagazin Cicero ist im 2. Quartal 2005 auf das Rekordniveau von 56865 verkauften Exemplaren gestiegen. Im Vergleich zum 1. Quartal bedeutet dies eine Zunahme um 1899 Ex. …Zeitschriften Ringiers deutsches Politmagazin Cicero ist im 2. Quartal 2005 auf das Rekordniveau von 56865 verkauften Exemplaren gestiegen. Im Vergleich zum 1. Quartal bedeutet dies eine Zunahme um 1899 Exemplare. Insbesondere wächst die Zahl der Abonnenten kontinuierlich. Deshalb erhofft sich Verlagsleiter Martin Paff auch für das 3. Quartal eine Steigerung der Auflage, wie er gegenüber der Werbewoche sagte.

Jean Etienne Aebi auf Chinesisch

Fachliteratur

FachliteraturAuf der Suche nach geeigneten Lehrbüchern für ihre Kommunikationsstudenten in Shanghai, Peking und Hongkong ist die Dalian University in der Schweiz fündig geworden. Ihr Hausverlag Hightone International Publications in Shenzhen legt im Herbst eine Lizenzausgabe von Jean Etienne Aebis Werk auf: «Einfall oder Abfall – Was Werbung warum erfolgreicher macht» in chinesischer Sprache. «Ich werde die Übersetzung selbstverständlich Wort für Wort überprüfen und korrigieren», so der ehemalige Publicis-Chefkreative.

Ohne CI kein CD

Wer ein Corporate Design gestalten will, muss zuerst die Corporate Identity verstehen. Leider tun das nur wenige, weil es mühsam ist, die Identität eines Kunden zu ergründen. Doch ohne geht es kaum.

Wer ein Corporate Design gestalten will, muss zuerst die Corporate Identity verstehen. Leider tun das nur wenige, weil es mühsam ist, die Identität eines Kunden zu ergründen. Doch ohne geht es kaum.Firmen unterliegen immer mehr dem Zwang zur Unterscheidung – und zwar mittels Identität, nicht mit ihren Produkten. Wie das geht, zeigt Robert Paulmann anschaulich. CI-Grundwissen auf den Punkt gebracht.> Double Loop von Robert Paulmann.
Verlag Hermann Schmidt, Mainz 2005. 160 Seiten, 49.80 Franken.

Best of Southeast

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»Gold (136) ManorSilber (135) Bepanthen Viel Liebe (JWT+H+F Zürich)Silber (135) Swiss Life Verantwortung (Spillmann Felser Leo Burnett)
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