Entwicklungshilfe Spillmann Felser Leo Burnett sucht für Helvetas nach neuen Wasserquellen.Eine Afrikanerin legt pro Jahr 5000
Kilometer zurück, um an ihr tägliches Wasser zu kommen. Das entspricht
der Distanz aus dem Herzen der Schweiz bis nach Mali. Den umgekehrten
Weg will Spillmann Felser Leo Burnett nun mit einer Kampagne für
Helvetas gehen.
Weltweit hat rund ein Drittel der Menschen keinen Zugang zu
Trinkwasser. Deshalb setzt sich die Schweizer Entwicklungsorganisation
Helvetas seit Jahren für den Bau von Trinkwasseranlagen und Brunnen in
der Dritten Welt ein. Denn um an sauberes Wasser zu kommen, muss eine
Afrikanerin immer noch durchschnittlich 15 Kilometer weit gehen. Und
das jeden Tag. Wie viel das im Jahr ausmacht, zeigt der neue
Helvetas-Spot von SFLB: «So weit geht eine Afrikanerin für Wasser.»
Mit Schwarzweissbildern wird dramatisiert, wie eine Afrikanerin mit
einem leeren Wassereimer ihr Dorf verlässt. Sie läuft und läuft und
läuft, bis sie in einer Schweizer Stadt angekommen ist. Dort füllt sie
ihren Wassertopf an einem Brunnen und macht sich auf den Rückweg. Dazu
blendet der Text ein: «Eine Afrikanerin geht im Jahr etwa 5000 km, um
Wasser zu holen. Verkürzen Sie diesen Weg: PC 80-3130-4.»
Der Spot aus der Produktion von Will van der Vlugt ist seit Ende August
in den Kinos, ab 5. September auf SF DRS sowie zahlreichen
Lokalstationen zu sehen, und ab 12. September geht ein Spendemailing an
die Haushalte.
Andreas Panzeri
8000 Liter Wasser für ein Paar Jeans
Wasser ist Leben: Rund 125 Liter Wasser verbrauchen wir in Europa
täglich zum Duschen, Zähneputzen oder Geschirrspülen. Das ist aber nur
ein Tropfen in einer viel grösseren Verschwendung. Menschen in den
Industrieländern konsumieren mit ihrem modernen Lebensstil indirekt
viel mehr an Wasser. Besonders hoch ist der unsichtbare Wasserverbrauch
beim Essen: Zwei Scheiben Brot zum Frühstück benötigen in der
Herstellung rund 100 Liter Wasser. Wer sich dann zum Mittag ein schönes
Stück Rindfleisch gönnt, hat dafür über den Umweg der Rinderaufzucht
leicht weitere 1000 Liter Wasser aufgebraucht. Die Portion Kartoffeln
hat beim Anbau rund 150 Liter Wasser verschlungen, zur Herstellung von
einer Portion Reis sind sogar 500 Liter nötig.
Wasserschlucker gibt es auch bei der Arbeit: 50 Blatt Papier brauchen
zu ihrer Herstellung zwar nur etwas mehr als einen Liter Wasser. Wird
der Fax oder Kopierer aber von einem Mitarbeiter in flotten Jeans
bedient, geht die Wasserbilanz ins Extreme: Ein neues Paar Jeans
schlägt mit 8000 Liter Wasserverbrauch zu Buche, denn besonders der
Baumwollanbau und Färbung sind sehr wasserintensiv. Und das wird nicht
bei uns gemacht! (pan)