Kultursponsoring: Alibiübung oder echtes Engagement?

Die Schweizer Sektion des IAA denkt an ihrem Luncheon vom 29. September 2005 über Sponsoring im Kulturellen und Sozialen nach.

Die Schweizer Sektion des IAA denkt an
ihrem Luncheon vom 29. September 2005 über Sponsoring im Kulturellen
und Sozialen nach. Die Kulturszene ist genauso wie viele soziale
Institutionen auf Beiträge aus der Wirtschaft angewiesen. Die Fondation
BNP Paribas beispielsweise engagiert sich in Frankreich seit Jahren für
kulturelle und soziale Projekte. 2002 wurde ausserdem eine ähnliche
Stiftung in der Schweiz gegründet, die Fondation BNP Paribas Schweiz.
Worin besteht die Motivation für ein solches Engagement? Liegen
Mäzenatentum und Sponsoring im Trend? Oder unterliegen Unternehmen
einer moralischen Verantwortung? François Debiesse, Präsident der
Fondation BNP Paribas in Paris, und Charlotte Leber, Generalsekretärin
der Fondation BNP Paribas Schweiz, stellen sich den kritischen Fragen
des Le-Matin-Chefredaktors Peter Rothenbühler. Der Anlass findet von
11.30 bis 14 Uhr im Hotel Savoy Baur en Ville in Zürich statt.
IAA-Mitglieder nehmen kostenlos teil, Nichtmitglieder zahlen 150
Franken. Anmeldung bis 26. September unter oder Tel.
044 383 26 62.  

Bär im Plakatwald

Eigenwerbung APG-Stellen finden sich nicht nur in den Ballungszentren, zeigt Publicis mit einer neuen Kampagne.

Eigenwerbung Die APG will ihren Kunden mit ihrer Gattungskampagne von Publicis keinen Bären aufbinden.Dass die APG in den Ballungszentren eine
breite Palette von Werbemöglichkeiten anbieten kann, ist bekannt. Ein
bisschen vergessen wird darob, dass die APG nach wie vor an besten
Lagen an einem Waldrand, beim Ausflugsort am See, in den Bergen oder
sonst irgendwo über Land und im Dorf mit attraktiven Plakatstellen
aufwarten kann.
Dieses Angebot der APG wird nun von Publicis in einer neuen
Gattungskampagne thematisiert. Nach Angie Becker oder den
«Wildplakaten» mit echtem Wild wollen uns die Werber diesmal mit einem
Bären zum Hinsehen bewegen. «Die ganze Schweiz redet zur Zeit vom Bär.
Doch wirklich gesehen hat ihn bisher noch fast kein Mensch», erklärt
Markus Gut. Der CD von Publicis will das petzige Kuscheltier, das im
Münstertal ein Kalb und ein paar Schafe gerissen hat, im benachbarten
Österreich mit einer Metzgersfrau flirten wollte und zurzeit
wahrscheinlich auf Erholungsurlaub in Italien weilt, deshalb nun
endlich auch für die breite Bevölkerung sichtbar machen.
An «zigtausenden von Plakatstellen» lässt Publicis derzeit Bilder mit
geheimnisvollen Bären aufhängen. Diese sollen als Fotografien wirken,
wie wenn sich Meister Petz tatsächlich auf einer Plakatstelle tummeln
würde. Aber damit will die APG uns natürlich keinen Bären aufbinden.
Synchron zu den geheimnisvollen Bären sind auch ein paar Teaser-Plakate
aufgehängt. Auf diesen «amtlichen Verlautbarungs-Plakaten» wird die
Bevölkerung gleichzeitig über den Sinn dieser Aktion informiert.
Die Kampagne hat zum Ziel, den Werbetreibenden die Attraktivität von
Plakataushängen in den Agglomerationen vor Augen zu führen.

Andreas Panzeri

Ein Sandwich ist mehr als Brot

Bildung Doppelt genäht hält besser, sagt man. Und doppelt geworben wirkt besser, hofft man.

Bildung Doppelt genäht hält besser, sagt
man. Und doppelt geworben wirkt besser, hofft man. Für eine
ungewöhnliche Kampagne im Doppelpack spannen zurzeit die Migros und der
Beobachter zusammen. Im Design von Anna’s Best wird Interesse geweckt
für eine Beilage im Beobachter rund um das Thema Weiterbildung. Das
Brainfood-Sandwich, das die Agentur Exxtra belegt hat, soll zudem die
Marke Anna’s Best als Leaderin im Convenience-Produkte-Bereich vor
allem beim jüngeren Segment verankern. 

Rätoromanen kritisieren Umbenennung von SF DRS

Das R in DRS stand für die rätoromanische Schweiz.

Wie die Werbewoche gestern berichtete,
heisst SF DRS ab 5. Dezember nur noch SF Schweizer Fernsehen. Die
Umbenennung stösst bereits auf Kritik. SF DRS steht für «Schweizer
Fernsehen Deutsche und Rätoromanische Schweiz». Die Rätoromanen sind
über die Streichung von DRS enttäuscht, hat doch die SRG bisher mit dem
Label Idée Suisse die Sprachenvielfalt zelebriert. «Das ist ein
Rückschritt, wir haben das R im Namen immer geschätzt», erklärt Gion A.
Derungs von Lia Rumantscha, der Organisation zur Förderung der
rätoromanischen Sprache und Kultur gegenüber 20 Minuten. Bernard
Cathomas, Direktor der SRG-Abteilung Radio e Televisiun Rumantscha,
geht noch einen Schritt weiter und fordert einen eigenen romanischen
TV-Kanal, wie 20 Minuten berichtet.

Einmal SF, immer SF

Fernsehen Ab 5. Dezember 2005 heisst SF DRS SF Schweizer Fernsehen.

Fernsehen Ab 5. Dezember 2005 heisst SF
DRS SF Schweizer Fernsehen. Neben dem Namen werden auch das
Unternehmens- sowie die Senderlogos und Grafiken erneuert. Die
Sendungen sollen allmählich modernisiert werden. Hauptverantwortlicher
für den neuen Auftritt ist Creative Director Alex Hefter, der zuvor
Designchef beim ZDF war. Die Agentur Dunning Eley Jones aus London ist
für die Konzeption zuständig, und das Konzept der
News-Studio-Architektur stammt von der Schweizer Designagentur ZED.
Durch die Neuerungen sollen Name und Markenaufbau vereinfacht werden.
«Die Umbenennung finde ich grundsätzlich prima», erklärt Fibo Deutsch,
Geschäftsführer von Ringier TV. «Ist doch nichts als logisch, dass das
Schweizer Fernsehen Schweizer Fernsehen heissen soll», führt Deutsch
weiter aus. Roger Schawinski, Geschäftsführer des deutschen
Privatfernsehsenders SAT 1, wollte sich zur Umbenennung von SF DRS
nicht äussern, da er sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt habe.
(rg)

Der Direkte

Martin Zahner hat seine PR-Agentur in die Trimedia integriert und will als neuer CEO die Trimedia Schweiz zurück in die Topposition der Branche führen.

Martin Zahner hat seine PR-Agentur in die Trimedia integriert und will als neuer CEO die Trimedia Schweiz zurück in die Topposition der Branche führen.Als Präsident des Openair St.Gallen, dem
grössten Deutschschweizer Musikfestival, gibt er während drei Tagen
backstage jeweils sehr viele  Interviews, die meisten davon über
Radio. «Dies bringt einem dazu, für den O-Ton möglichst klare Aussagen
zu machen», meint Martin Zahner.
Der neue CEO von Trimedia Schweiz kommt auch bei unserem Gespräch immer
wieder sofort auf den Punkt. Ob es nicht weh tat, die florierende
eigene Agentur in einem grossen Netzwerk aufgehen zu lassen? «Wo das
Herz schlägt, da gibt man sich voll rein», bestätigt Zahner. So hätten
er und seine sechs Mitkämpfer in St.Gallen zu Beginn tatsächlich etwas
Mühe gehabt, ihren Namen Zahner & Partner zu verlieren. «Nach
erfolgter Integration sind wir jetzt aber klar der Meinung, dass wir
die gleiche Identität brauchen, um voll einsteigen zu können», weiss er
heute mit Überzeugung zu argumentieren.
Trimedia als Brand hat ihn schon immer gereizt. «Ich habe das
Unternehmen viele Jahre beobachtet und bin Trimedia ab und zu auch als
Konkurrent begegnet». Manchmal hat David gegen Goliath verloren –
manchmal gewonnen. Heute gibt es eine Win-Win-Situation für beide.
Zahner ist überzeugt, mit all den neuen Synergien aus dem
Zusammenschluss und dem internationalen Netzwerk, die Trimedia Schweiz
von den Diplomrängen im Ranking wieder aufs Podest zu bringen. 2006
kann Trimedia das 25-jährige Bestehen feiern. Eine gute Gelegenheit,
die Marke Trimedia neu zu beseelen und klar Stellung im Markt zu
beziehen.  
Neu mit seinem Eintritt ist ein Büro in St.Gallen sowie viel Know-how
aus den Bereichen Öffentliche Hand, Kultur und Sponsoring dazu-
gekommen. Zahner selber will in Zukunft mit Schwerpunkt in Zürich
arbeiten und neben Genf, Basel und Lugano auch die kürzlich
geschlossene Niederlassung in Bern «irgendwann» wieder öffnen.
Zahner sitzt auch im Board von Trimedia International. Dieses Netzwerk
ist seit der Übernahme durch die Londoner Huntsworth vor bald zwei
Jahren nebst der Präsenz in den tradierten Trimedia-Märkten Frankreich,
Deutschland und Österreich auch im weiteren Europa sehr stark am
Wachsen. Bald soll Trimedia auch in Süd- und Nordeuropa eingeführt
sein. «Paneuropäische Strategien entwickeln zu können und dies mit
lokaler Taktik umzusetzen» gehört zu den Reizen, die den St.Galler nun
in den grösseren Verbund eines internationalen Players gelockt haben.
Martin Zahner ist in St.Gallen aufgewachsen und hat nach der Matura in
Zürich Phil I mit Geschichte, Deutsch und Philosophie studiert. Wie
viele seiner Zunft hat er aber statt abgeschlossen lieber als freier
Journalist gejobbt und praktische Erfahrungen bei diversen
Lokalzeitungen in der Ostschweiz gesammelt.
Als der junge Zeitungsmann eines Tages einen Bericht über den
amerikanischen Star-Designer Mario Garçia gelesen hat, kam Zahner eine
verrückte Idee: Wieso nicht bei diesem Guru in Amerika arbeiten?
Direkt – wie er alles angehe – hat der Lokaljournalist dem Trendsetter
einen Brief geschrieben und wurde umgehend nach Florida eingeladen.
Fast zwei Jahre durfte der Schweizer für Garçia Leserschaftsanalysen
für dessen Zeitungsprojekte in Europa durchführen, weil der Designer
aus den USA zu wenig Deutsch und Französisch konnte. Als Gegenleistung
durfte der Assistent am Institute for Media Study in St. Petersburg die
gewünschten Seminare besuchen.
Nach der Rückkehr in die Schweiz wirkte Martin Zahner an der Hochschule
St.Gallen als Chefredaktor des internationalen Studentenmagazins Forum.

Seinen Einstieg in die Public Relations fand er 1990 als Berater bei
Frontpage von Wirz Corporate Publishing. Dort hat Zahner vor allem die
Swissair Gazette betreut sowie Eurocard.
Eine erste Heirat brachte den Auswanderer nach St.Gallen zurück. 
Sieben Jahre «amtete» Zahner mit vielen Ideen als
Informationsbeauftragter der Stadt. Irgendwann kam aber das Gefühl:
«Ist das wirklich alles gewesen?»
1999 hat er sich selbstständig gemacht und die Zahner & Partner
gegründet. Das PR-Büro hat sich schnell einen guten Namen verdient und
immer grössere Mandate gewonnen. Beim Expo-Projekt für die Ostschweizer
Kantone hat Zahner & Partner die Gesamtleitung Marketing und
Kommunikation für den beim Publikum sehr beliebten «Barfuss-Pavillon»
in Neuenburg betreut. Gleichzeitig wirkte man auch federführend für
«200 Jahre Kanton St.Gallen».
Inzwischen als BPRA-Mitglied ist Zahner & Partner auch eine Liaison
mit Wirz PR eingegangen. Diese Beteiligung wurde aber wieder gelöst,
nachdem die heutige Wirz Corporate in verschiedene Einzelfirmen
aufgelöst worden war.
Die neue Integration mit Trimedia hat sich aus längeren
Gesprächen  mit Werner Mäder ergeben. Der bisherige CEO will sich
bei Trimedia wieder mehr als Consultant betätigen und suchte einen
frischen Macher als Nachfolger.
Zahner hofft, der Trimedia einen neuen Impuls auch im Sinne einer
Verjüngung geben zu können. Der Brand soll neu beseelt werden und nach
dem starken, aber nicht spurlos erlebten Ausbau der letzten Jahre noch
einmal eine neue Vision entdecken.
Kraft dazu holt sich der neue CEO jeden Morgen bei seinem sitzenden
Meditieren mit Zen. Die Frage nach einem weiteren «Hobby» erübrige
sich, da der inzwischen zum zweiten Mal verheiratete Vater möglichst
viel Zeit auch für seine fünf Kinder zwischen vier und dreizehn Jahren
aufwenden will.

Andreas Panzeri

Rekordverdächtiges Halbjahresergebnis für Messe Schweiz

Die Messe Schweiz konnte im ersten Halbjahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr Ertrag und Gewinn deutlich steigern.

Die Messe Schweiz konnte im ersten
Halbjahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr Ertrag und Gewinn deutlich
steigern. Bis zum 30. Juni wurde ein konsolidierter Ertrag von
157,5 Millionen Franken (+ 25 %) erzielt. Der Semestergewinn beträgt
32,2 Millionen Franken (+ 145 %). Die Steigerung des Semesterergebnisses
im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf zwei Gründe zurückzuführen.
Einerseits umfasste das Messeprogramm im Frühjahr 2005 die nur im
Zweijahresrhythmus stattfindende Swissbau sowie die neue Ilmac und die
neue Orbit/iEx. Andererseits wiesen auch die meisten jährlich
stattfindenden Messen ein erfreuliches Ertragswachstum aus. Der
Vergleich zum Vorjahr ist nur bedingt berechtigt, da das
Veranstaltungsprogramm nicht jedes Jahr dieselben Messen beinhaltet.
Ausserdem hat der dichte Messekalender im ersten Semester generell
einen positiven Einfluss auf das Halbjahresergebnis. Das
Veranstaltungsprogramm im zweiten Semester ist jeweils bedeutend
schwächer. Deshalb kann von den Resultaten im ersten Semester nicht
linear auf das Ergebnis des Gesamtjahres geschlossen werden. Aufgrund
der bis zum 30. Juni erzielten Resultate wird für das Jahr 2005 jedoch
ein Rekordergebnis erwartet. Auch im personellen Bereich gibt es
Änderungen: Ueli Vischer, Rechtsanwalt und als damaliger
Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt langjähriger Verwaltungsrat der
Messe Schweiz, wird Nachfolger des im Frühjahr 2006 altersbedingt
zurücktretenden Verwaltungsratspräsidenten Robert A. Jeker.

Auf dem Vormarsch

Jürgen Franck über die digitale Revolution in der Druckindustrie

Jürgen Franck über die digitale Revolution in der Druckindustrie.Auf den ersten Moment hören sich die vom
Verband Viscom geschätzten acht Prozent Umsatzanteile an den
Druckverfahren nach wenig bis sehr wenig an. Berücksichtigt man aber,
dass das Digitaldruckverfahren damit alle Druckverfahren – natürlich
mit Ausnahme des Offsetdrucks – auf die Nachfolgeränge abgedrängt hat,
wird klar, dass es sich mitnichten um ein unbedeutendes Druckverfahren
handelt. Die Gründe für das schnelle Wachstum sind vielfältig: So
lassen sich durch den Wegfall der Druckformherstellung bei kleinen
Auflagen Kosten einsparen, Personalisierung und Individualisierung
erlauben neue Möglichkeiten bei der Kundenansprache, zu
Inline-Produktionsanlagen ausgebaute Systeme erlauben die
kostengünstige Herstellung fixfertiger Prospekte oder Booklets.
Kein Wunder, nimmt das Interesse seitens der Anbieter zu, die den
Digitaldruck als Ergänzung ihres Produktportfolios sehen. Hewlett
Packard – schon lange ein führender Anbieter von Druckern für kleine
Unternehmen und im Privatbereich –, ist durch die Übernahme des
Digitaldruck-Pioniers Indigo vor vier Jahren in den Produktionsbereich
eingestiegen und baut nun mit der jüngsten Übernahme von Scitex Vision
auch den grossformatigen Inkjetdruck aus. Seit letztem Mai engagiert
sich auch Kodak im Digitaldruck. Zum einen hat der neue
Unternehmensbereich Graphic Communication Group des ehemals reinen
Fotokonzerns die 50-Prozent-Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen
Nexpress von Heidelberg übernommen und ist zum anderen durch die
Übernahme von Scitex digital printing und von Encad, Anbieter von
Grossformatsystemen, zu einem führenden Digitaldruckanbieter
aufgestiegen. Xerox ist u.a. dank grosser Anstrengungen im Digitaldruck
ein Turnaround gelungen. Die Firma verfügt heute über die breiteste
Produktepalette, das vom Office- und Multifunktionsgerät bis zu mehr
als 100 Seiten pro Minute druckenden Farbsystemen reicht. Last but not
least ist auch Canon in den Produktionsbereich eingestiegen, um
Inhouse-Druckereien oder grafische Betriebe mit für grosse Druckvolumen
geeignete Schwarzweiss-Drucksystemen ausstatten zu können.

Jürgen Franck

Affichage stillt ersten Pasta-Hunger

Aussenwerbung Affichage kauft Publifutura– direkt jenseits der Grenze in Como.

Aussenwerbung Affichage kauft Publifutura– direkt jenseits der Grenze in Como.
Was der Aussenwerber Affichage schon
letztes Jahr ankündigte, macht er jetzt wahr: Er setzte in den letzten
Tagen einen Fuss nach Italien und kaufte das in Como domizilierte und
verankerte Aussenwerbeunternehmen Publifutura zu 100 Prozent. Von
Publifutura übernimmt Affichage einen Mitarbeiter. Dazu kommen überdies
für die Region wichtige Dienstleistungsverträge.
Nach Auskunft von Madeleine Linter, seit einigen Monaten Chief
Corporate Developement bei Affichage und auch für die
Regionalisierungsstrategie im Ausland zuständig, besitzt Publifutura in
Como etwa 100 eigene Plakatflächen, rund fünf Prozent der vorhandenen.
Vielerorts in Italien sind jeweils die politischen Gemeinden die
örtlichen Hauptplakatierer. Diese stellen aber ihre Flächen vor allem
für politische, weniger für kommerzielle Werbung zur Verfügung. Aus
diesem Grund nimmt Publifutura gemäss Linter bei der kommerziellen
Werbung «eine interessante Position» ein.
Für den Kauf des kleinen Plakatierers macht Linter zunächst
strategische Gründe geltend. «Wenn man in Italien etwas erreichen will,
muss man Italiener sein, besonders als Unternehmen aus einem
Nicht-EU-Land», sagt sie. Zudem hätten viele italienische Gemeinden von
Rom aus die Auflage, das wilde Plakatieren einzudämmen, weshalb derzeit
vielerorts die Gemeindegesetze entsprechend abgeändert würden.
«Affichage will dies nun nutzen, um über Publifutura aktiv auf die
Gemeinden zuzugehen», sagt Madeleine Linter.
Die Ausdehnung von Affichage in die italienische Nachbarregion
Insubrica hat aber noch einen weiteren Grund: Die Affichage-Tochter APG
kann so ihr schwaches Plakatgeschäft im Tessin längerfristig
verstärken. Deshalb bildet die APG für Verkauf und Logistik eine neue
APG-Filiale Insubrica mit Geschäftsstellen in Lugano und in Como.
Geleitet wird diese von Renato Belotti, dem bisherigen Leiter der
APG-Filiale Ticino.

Markus Knöpfli

60 Jahre «Echo der Zeit» – die Welt am Radio

Für Schweizer Radio DRS ein ganz besonderes Jubiläum mit verschiedenen Aktivitäten.

 
(pr) Rund 700’000 Personen hören täglich das «Echo der Zeit». Im
September 1945 das erste Mal ausgestrahlt, ist diese Sendung seit 60
Jahren ein Flaggschiff und die älteste politische Hintergrundsendung
von Schweizer Radio DRS. Sie vermittelt täglich News, Reportagen,
Interviews und Berichte über das aktuelle Zeitgeschehen.
 
Das «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS bietet seit 60 Jahren
Hintergruünde und Analysen zum tagesaktuellen Geschehen. Die
Nutzungszahlen sprechen für sich: Gegen 700’000 Personen hören täglich
das «Echo der Zeit». Während beinahe 30’000 Minuten ist das «Echo»
jährlich auf Sendung und bietet rund 2’600 Beiträge zu den wichtigsten
Entwicklungen im In- und Ausland. Rund 20 AuslandkorrespondentInnen und
feste MitarbeiterInnen berichten regelmässig aus allen Kontinenten.
«Echo»-Redaktionsleiter Casper Selg schreibt im Intro zum
Jubiläumsbuch, das am 7. September erschienen ist: «Die Sendung hat
immer gleich geheissen. Seit dem Beginn im September 1945. Und sie
hatte auch immer den gleichen Anspruch: Hintergrund anzubieten zu den
Abendnachrichten. Es ist der tägliche Versuch, die jüngsten
Entwicklungen in der Welt und in der Schweiz verständlich zu machen,
sie einzuordnen.»
 
Für Schweizer Radio DRS ist dies ein ganz besonderes Jubiläum mit verschiedenen Aktivitäten:
 
• Am Mittwoch, 7. September erscheint das Buch «Echo der Zeit –
Weltgeschehen am Radio» im Verlag NZZ. Autor des erzählenden Sachbuchs
ist Hanspeter Gschwend. Zum Buch gehört eine Audio-CD von
«Echo»-Redaktionsleiter Casper Selg. ISBN 3-03823-175-4.
www.nzz-buchverlag.ch
 
• Am Dienstag, 20. September feiert Schweizer Radio DRS das Jubiläum
mit einem Spezialtag auf DRS 1, live aus dem Museum für Kommunikation
in Bern. Mit dabei ist auch DRS 2. Der Eintritt ins Museum für
Kommunikation ist frei. An diesem Tag können Interessierte das «Echo
der Zeit» um 18 Uhr vor Ort live mitverfolgen.
Weitere Sendungen im Tagesprogramm von DRS 1 und DRS 2 gewähren den
Gästen Einblick in die Radioarbeit von Schweizer Radio DRS und die
Möglichkeit, die Gesichter zu den bekannten Radio-Stimmen kennen zu
lernen. Das Museum für Kommunikation bietet ausserdem mit seiner
interaktiv gestalteten Ausstellung eine interessante Auseinandersetzung
mit dem Thema Kommunikation.
 
• Am Abend des 20. Septembers wird zudem die Sendung «Doppelpunkt» ab
20 Uhr live aus dem Kornhausforum in Bern gesendet; verbunden mit einem
Anlass für geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, mit
einem Podium zum Thema «Wie viel Weitsicht braucht der Mensch –
Spannungsfeld zwischen globaler Herausforderung und Rückzug ins
Lokale». Radiodirektor Walter Rüegg begrüsst die Gäste und Bundesrat
Moritz Leuenberger hält eine Ansprache. Podiumsteilnehmende sind:
Walter Kielholz, VR-Präsident der Credit Suisse Group; Ellen Ringier,
Juristin; Otfried Jarren, Publizist und Hugo Loetscher Schriftsteller.
Moderation: Fredy Gsteiger. 
 
• Die Möglichkeiten das «Echo der Zeit» zu hören, werden noch
vielfältiger. Im Internet konnte es bereits sei längerem zeitversetzt
nachgehört werden. Ab 20. September steht das «Echo» auch als Download
(www.drs.ch) zur Verfügung. Dadurch kann es auf einen beliebigen
mobilen Audioplayer heruntergeladen und unterwegs gehört werden.
 
• Schlusspunkt des «Echo»-Jubiläums bildet das Radiosymposium zum Thema
«Schneller, kürzer, seichter: Gefährdeter Tiefgang in den Medien?» am
8. Dezember im
Kursaal in Bern. In Zusammenarbeit mit der Universität Bern
organisiert Schweizer Radio DRS Referate und Diskussionen mit
Praktikern und Wissenschaftlern der Medienszene.

Parental Advisory

Banken Jugendlicher Forschungsdrang wird allenthalben reglementiert und unterdrückt. Ginge es nach den kreativen Beratern der «Bank zum Erfolg», dürften Youngsters nicht mal mehr in den eigenen vier Wänden planschen.

Banken Liebe Erbsenzähler, rein
statistisch gesehen, nennen Herr und Frau Schweizer je etwas mehr als
eine Autohälfte ihr Eigen und besitzen je nahezu ein ganzes TV-Gerät.
Jedoch bewirtet heute jeder von ihnen gerade noch einen halben
Nachkommen. Das Problem liegt auf der Hand: Je kleiner der
Jugendquotient, desto grösser die Sorgen ihrer Erzeuger. Hatten sie
ihnen früher noch das Rückwärts-Abspielen von Beatles-Platten verboten
– wegen versteckter Botschaften –, so klebt heute die Federal
Communications Commission stellvertretend für alle Eltern auf jeder
noch legal erhältlichen CD die Warnung vor anzüglichen Liedertexten.
Einen ähnlichen Trend zur Unterdrückung jugendlichen Forschungsdrangs
beobachten wir auf allen TV-Kanälen – seit Thomas Gottschalks Spruch:
«Liebe Kinder, versucht das bitte nicht Zu Hause!» – und erst recht
seit Jackass. Jetzt nimmt diese Bevormundung auch in der Werbung
überhand: Ginge es nämlich nach den kreativen Beratern der «Bank zum
Erfolg», dürften die Youngsters nicht mal mehr in den eigenen vier
Wänden planschen und noch viel weniger trampen. Was ist denn heute
überhaupt noch erlaubt, würden wir füglich gerne wissen. (la)

Carat prophezeit Europa weniger Werbewachstum

Weltweit sollen die Werbeausgaben im laufenden Jahr um 5,2 % steigen. Laut dem Medianetzwerk liegt das aber vor allem an Asien.

Weltweit sollen die Werbeausgaben im
laufenden Jahr um 5,2 % steigen. Das erwartet das Medianetzwerk Carat,
das seine März-Prognose am Dienstag um 0,2 % erhöht hat. Bessere
Aussichten hat für Carat aber hauptsächlich die Region Asien-Pazifik
(6,8 % statt 5,8 %). Die Schätzung für Europa wurde dagegen um 0,4 %
auf 4,2 % gesenkt. An der Prognose für die USA (4,5 %) wurde nichts
geändert.
Europäisches Schlusslicht ist Deutschland, das gerade noch mit einem
Wachstum von 1 % rechnen darf. Auch Grossbritannien, Frankreich und
Italien sehen die Mediaspezialisten weniger optimistisch als im
Frühling. Dagegen erhält Spanien mit 5,1 % nun 0,1 Prozentpunkte mehr
zugerechnet und steht als wachstumsstärkstes Land Westeuropas da.
Die grössten Zuwachsraten prophezeit Carat Mitteleuropa (11,4 %) und
China (18 %). Zwar hatten beide Regionen im vergangenen Jahr besser
abgeschnitten. Dennoch: Setze sich die Entwicklung in diesem Tempo
fort, werde Asien Europa in 2008 als Werbemarkt überholen, rechnet
Carat vor. Mitteleuropa soll 2006 einen Anteil von 16 % an den
gesamteuropäischen Werbeausgaben einnehmen. Vor vier Jahren waren es
noch 12 %.
Im kommenden Jahr soll das Wachstum weltweit auf 5,8 % steigen. Auch in
Europa dürften die Werbeausgaben wieder anziehen, glaubt Carat. Dank
der Fussball-WM in Deutschland und der Winterolympiade in Italien
könnten sie um 5,8 % steigen.
Der vollständige Report kann von der Carat-Website geladen werden.
Stefano Monachesi
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