Werbefreie Zone wächst

DM In den letzten 12 Monaten sind in der Schweiz 77000 neue «Stopp Werbung»-Kleber angebracht worden.

DM In den letzten 12 Monaten sind in der
Schweiz 77000 neue «Stopp Werbung»-Kleber angebracht worden. Der Anteil
der Briefkästen, die der unadressierten Werbung verschlossen bleiben,
ist damit auf 39,3 Prozent gestiegen, wie der Anzeigenvermittler
Publimedia meldet. Die Angaben stützen sich auf die Streuzahlen
PromoPost 2005. An der Spitze der Verweigerer liegen die Kantone
Baselstadt (61%), Zug (55%) und Zürich (54%). Am werbefreundlichsten
sind Wallis (23%), Uri (19%) und Jura (18%).

ViznerBorel tritt auf

Kulturwerbung Das Theater an der Winkelwiese startet nach der Sommerpause seine neue Spielzeit unter dem Thema «Lichtungen».

Kulturwerbung Das Theater an der
Winkelwiese startet nach der Sommerpause seine neue Spielzeit unter dem
Thema «Lichtungen». Spannende Uraufführungen, Erstaufführungen sowie
eine Reihe von Wiederaufnahmen wie «Schwimmen wie Hunde» von Reto
Finger oder «Der Mensch erscheint im Holozän» von Max Frisch
versprechen einen interessanten Theaterherbst. Für heisse Diskussionen
hat die Hausagentur ViznerBorell jedenfalls vorgesorgt – mit dem
Jesuskreuz-Motiv, das auf dem Theaterstück-Plakat das letzte T im Wort
«Schutt» bildet.

Tanz auf neuer Bühne

Ballett Es ist eine der dankbareren Aufgaben in der Werbung und viele reissen sich darum: Plakate für Oper und Ballett.

Ballett Es ist eine der
dankbareren Aufgaben in der Werbung und viele reissen sich darum:
Plakate für Oper und Ballett lassen Kreative in schönsten Farben und
Formen schwelgen. Mit besonderem Stolz vermeldet Markus Cavegn deshalb,
dass er bereits wieder von Heinz Spoerli für ein Ballett-Plakat
angefragt worden ist. «Die Idee ist das eine und für das hervorragende
Bild war der Fotograf Julien Vonier verantwortlich», meint Cavegn und
freut sich, dass die Plakate auch an der Kasse des Opernhauses Zürich
erhältlich sind.

Ringer lanciert Progammzeitschrift für junge Männer

Tele erhält eine weitere Schwester. Ab 22. September erscheint TV2 vierzehntäglich am Kiosk.

Am 22. September erscheint TV2, die neue
Programmzeitschrift von Ringier, erstmals am Kiosk. Das Heft umfasst
164 Seiten, erscheint künftig alle zwei Wochen und soll in erster
Linie junge Männer ansprechen. TV2 orientiert sich an den
erfolgreichen deutschen Magazinen TV Movie und TV Spielfilm. Es soll
mit zehn Seiten pro Tag den umfangreichsten Inhalt aller Schweizer
Fernsehzeitschriften liefern und einen umfassenden Programmteil der
Digitalsender bieten. So werden neben den Daten zum Free-TV die
Programme der wichtigsten 28 Digital-Sender publiziert.

Gemäss Marco Castellaneta, Leiter Unternehmenskommunikation bei
Ringier, spricht TV Spielfilm in Deutschland in erster Linie junge
Männer an. Nicht zuletzt deshalb und aufgrund des Programmteils der
Digitalsender glaubt Ringier, vor allem junge und männliche Leser mit
TV2 anzusprechen. Was das äussere Erscheinungbild betrifft, so lehnt
sich TV2, anders als etwa das etablierte Schwesterblatt Tele, an die
Covers von TV Spielfilm an, welche die Akzente vor allem auf weibliche
Schauspielerinnen setzen.

TV2 wird in einer Auflage von 110’000 Exemplaren erscheinen, davon gehen 40’000 an den Kiosk.
Das Heft werde zu einem guten Preis verkauft,
erklärte Castellaneta. Wie viel es genau kosten wird, wollte
er jedoch noch nicht verraten. Am 22. September ist TV2 erstmals erhältlich. Neben dem Verkauf am Kiosk und dem regulären Abonnement wird die Zeitschrift
ausserdem den Abonnenten von Blick und SonntagsBlick zu einem
Spezialpreis angeboten. Die redaktionelle Leitung liegt bei Dominic
Geisseler, Chefredaktor Tele. Eine eigene Redaktion ist vorerst noch
nicht geplant, wie Castellaneta gegenüber der Werbewoche erklärte.
Neben Tele und TV2 verlegt Ringier noch TVvier (monatliche
Erscheinungsweise) und TVtäglich, letzteres in einem Joint Venture mit
Tamedia.

Rona Grünenfelder

Xerox rotiert heftig

Digitaldruck An ihrem Innovate-Event zeigte Xerox, was das Unternehmen unter Innovation versteht.

Digitaldruck Xerox Schweiz führte
kürzlich ihren Innovate-Event durch und zeigte dabei eine ganze Reihe
neuer Digitaldrucksysteme.Eine ganz besondere Location hatte sich das im Farbdruck und
Dokumentenmanagement aktive Unternehmen Xerox für seine diesjährige
Kundenveranstaltung ausgesucht: Die Innovate 05 fand im sonst nicht
zugänglichen Formel-1-Rennstall Sauber in Hinwil statt. Direkt
unterhalb des riesigen Windkanals, wo sonst Formel-1-Boliden
aerodynamisch optimiert werden, brillierten für einmal
Digitaldrucksysteme.

Vorträge als Zugabe
Im Mittelpunkt standen vor allem die von Xerox vorgestellten Produkte,
Workflow-Lösungen und Services. Zu reden gaben die durchgeführten
Vorträge: etwa das Referat vom im Bereich Raum- und Farbphysiologie
tätigen Hirnphysiologen Erich Chiavi, der die Zuhörerinnen und Zuhörer
über unser Farbempfinden aufklärte: «Bei in Schwarzweiss
wiedergegebenen Informationen speichert das menschliche Gehirn zwischen
5 und 10 Prozent; bei farbig aufbereiteten Informationen bleiben 60 bis
70 Prozent gespeichert.» Chiavi gibt daher Monochrome- respektive
Schwarzweissdruckern keine Zukunft: «Die Welt ist farbig, warum sollen
wir sie reduziert abbilden?» Indirekt bestätigte diese Aussage Yuji
Akiyoshi von Fuji Xerox anlässlich eines vor Ort durchgeführten
Pressegesprächs. Akiyoshi erklärte, dass die Entwicklungen bei den
Monochromesystemen zurückgefahren wurden und man sich bei Fuji Xerox
vermehrt auf den Farbdruck konzentriere.

Office- dringen ins Revier der Produktionsmaschinen vor
Über den Star des Events, das neue Drucksystem DocuColor 250,
informierte Dominique Lüscher, National Product Marketing Manager
Office bei Xerox Schweiz. Er sprach beim neuen Drucksystem (weitere
Informationen zum Drucksystem im Kasten oben) vom «grossen Bruder» der
vor zwei Jahren erfolgreich eingeführten DocuColor 3535. Die Lancierung
der DocuColor 250 zeigt einmal mehr, dass die so genannten
Office-Drucksysteme zunehmend in das Revier der Produktionsmaschinen
vordringen. Dies hängt mit schnelleren Maschinen zusammen, die
qualitativ besser drucken und vor allem auch länger einsetzbare
Druckwerke verwenden. Mit der DocuColor 250 hat Xerox damit eine Lücke
zwischen den beiden Bereichen nochmals verkleinert.

DocuColor 7000 für Einstieg in den Produktionsbereich
Unter der Bezeichnung DocuColor 7000 hat Xerox Ende August ein
weiteres, neues Farbdrucksystem vorgestellt. Die DocuColor 7000, die
Druckgeschwindigkeiten von bis zu 70 Seiten/Minute erreicht, eignet
sich für Kunden, die den Einstieg in den Markt für digitale
Farbdrucksysteme planen oder ihre Druckvolumen steigern möchten. Der
mittels Ergänzung von Weiterverarbeitungsgeräten zur Produktionsstrasse
ausbaubare Hochleistungsfarbdrucker arbeitet mit einer Auflösung von
2400 x 2400 dpi (Datentiefe 1 Bit) und adressiert damit die
Qualitätsanforderungen anspruchsvoller Druckprofis. Verarbeitet werden
können zahlreiche verschiedene Formate (von B5 bis SRA3) und Sorten von
Bedruckstoffen (60 bis 300 g/m2). Das Gesamtsystem eignet sich damit
bestens für Print-on-demand-Lösungen (Druck von bedarfsabhängigen
Auflagen), Web-to-Print-Anwendungen (browsergesteuerte Ausgabe), für
die Buchproduktion (integrierte Herstellung von
Booklets/Taschenbüchern) und für personalisierte Marketingdokumente.
«Mit dem neuen Modell, der DocuColor 7000, komplementieren wir unser
Portfolio im Production-Segment», begründet Claudia Stäbler, Business
Manager Production Color bei Xerox Schweiz, die Einführung des
Drucksystems. Obwohl die DocuColor 7000 auf der Xerox-Fachmesse dem
Fachpublikum vorenthalten wurde, stellte Xerox mit der DocuColor iGen3
und vor allem mit dem baugleichen, mit 80 Seiten/Minute jedoch um
nochmals gut 10 Prozent schnelleren Farbdrucksystem DocuColor 8000 zwei
adäquate Produktionssysteme aus.

Schneller Duplex-Drucker
In Produktion zu sehen war auf der Ausstellung das neue
Duplex-Endlosdrucksystem Xerox 495 CF. Der Drucker schafft eine
maximale Druckgeschwindigkeit von 472 A4-Drucken/Minute im
Doppelnutzen, dies doppelseitig bei einer Auflösung von 600 dpi.
Möglich wird dieser Ausstoss durch die gleichzeitige Verwendung von
zwei Druckmodulen. Dabei ist der Drucker auch nur etwa halb so gross
wie herkömmliche Duplex-Systeme. Mit der neuen
Kaltfixierungs-Technologie kann jetzt im Endlosdruck ein breites
Medienspektrum bedruckt werden wie etwa Kunststoffetiketten, Labels,
Transponders und so weiter, zusätzlich kann die Rückseite als
Werbeträger dienen. Im anvisierten Segment, dem Mailing-, Formular- und
Transaktionsdruck, werden solche Anlagen wohl noch lange im Einsatz
sein, auch wenn dem Schwarzweissdruck auf der Innovate 05 keine lange
Zukunft mehr vorausgesagt wurde.

Jürgen Franck

Schlüsselloch in die private Welt

Finanzpresse In der Romandie gibt es ein neues Monatsmagazin. Lanciert wird Private Banking mit einer Kampagne von Euro RSCG Genf.

Finanzpresse In der Romandie gibt es ein
neues Monatsmagazin. Lanciert wird Private Banking mit einer Kampagne
von Euro RSCG Genf.Am 15. September 2005 – pünktlich zum
Schweizerischen Bankiertag – lanciert die Verlagsgruppe HandelsZeitung
das neue französischsprachige Monatsmagazin «Private Banking». Das
gediegene Heft richtet sich an eine anspruchsvolle Leserschaft. Zu ihr
gehören Entscheidungsträger in Privatbanken und
Private-Banking-Abteilungen sowie Vermögensverwalter und Spezialisten
aus dem Financial Planning und der Vorsorge. Darüber hinaus wird
«Private Banking» aber auch von deren vermögenden Kunden gelesen.
Genau das Spektrum dieser Leserschaft ist der Ansatz der Kampagne, mit
der Euro RSCG Genf diese ganz besondere Publikation lancieren will.
Realisiert worden sind Anzeigen, die den Blick aus dem Fenster einer
Privatbank auf eine Szene in Genf schweifen lassen, der Hauptstadt des
Schweizer Private Banking.
Das erste Motiv zeigt neben dem Montblanc-Füller im Büro eines Bankiers
einen hoch über der Rhonestadt dahinsausenden Learjet. «Pour les
acteurs» ist als Schrift neben dem eleganten Füller zu lesen. Neben dem
Jet steht der Text «Et leurs clients». Im zweiten Sujet wird dann das
edle Schreibgerät durch die Zigarre in einem Sitzungszimmer ersetzt,
und das Schlüsselbild auf Kundenseite ist eine Jacht.
Für Dominik Imseng, CD auch für Euro RSCG Genf, visualisieren diese
Ideen die richtigen Bilder für «eine Kampagne, die in ihrer
Geradlinigkeit und Distinguiertheit der Welt des Private Banking – und
damit ‹Private Banking› – perfekt entspricht».

Andreas Panzeri

Alles Marke oder was?!

Kolumne Ob Nestlé, die Schweiz oder al-Kaida: In unserer Gesellschaft wird der Begriff «Marke» arg strapaziert. Doch gerade im politischen Bereich sind die etablierten Konzepte übertragbar.

Kolumne Ob Nestlé, die Schweiz oder
al-Kaida: In unserer Gesellschaft wird der Begriff «Marke» arg
strapaziert. Doch gerade im politischen Bereich sind die etablierten
Konzepte übertragbar.Historisch waren es zunächst Produkte, die
zu Marken wurden. Es ist etwa hundert Jahre her, als Marken an die
Stelle des persönlich vertrauten Ladenbesitzers im Dorf traten und
anonym, ortsunabhängig und massenhaft Vertrauensbeziehungen zwischen
Konsumenten und Produkt institutionalisierten. Unternehmen kamen in
jüngerer Vergangenheit dazu: Corporate Brands liefen Corporate Identity
den Rang ab. In unseren Tagen geht es Schlag auf Schlag:
gewinnorientierten Unternehmen folgen Non-Profit-Organisationen (von
Greenpeace bis Rega), Organisationen folgen Personen (von Becker bis
Beckham).
Und dann hält der Beobachter doch inne, wenn eine Buchbesprechung die
vorgestellte These so zusammenfasst: «Es handle sich weder um eine
Organisation noch um eine Bande, sondern um den Namen einer Marke.» Und
dies unter dem Titel: «Die Marke al-Kaida it wieder ‹in›.» Dies muss
ernsthafte Zweifel an der Belastbarkeit des Gedankenmodells «Marke»
erwecken.
Auch in den Diskussionen um den Status und die Perspektiven von
politischen Institutionen (von der Gemeinde bis zur Nation) taucht in
letzter Zeit immer wieder der Begriff Marke auf. Markenmacher drängen,
vor Selbstvertrauen strotzend, ins Rampenlicht der politischen Bühnen.
Aktuell wäre die kontinentale Perspektive sicher die zeitgemässe: Was
fiele dem Markenmacher zur EU-Debatte bzw. zum EU-Debakel ein? Der
Befund wäre vernichtend. Am Point of Sale versagt das Produkt Europa
und droht zum Ladenhüter zu werden. Selbstzweifel dominieren auch bei
den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und werden längst von den
führenden Angestellten geschäftsschädigend öffentlich zur Schau
gestellt. Im globalen Wettbewerb ist das Angebot aus der Champions
League abgestiegen. Die Produktgestaltung leidet am dauernden
kosmetischen Basteln am hinlänglich Bekannten, das Produkt wirkt
verstaubt. Die Angebotsbreite ist heftig umstritten: was gehört
überhaupt noch dazu? Lücken im (alpinen) Kernbereich nerven.
Erweiterungen am (östlichen) Rande stressen. Ein klassischer Spruch der
68er fällt ein: Wer sind wir, und wenn ja, wie viele?
Dies wäre wohl grob die Diagnose. Und die Therapie? Erstens: Workshops
mit allen Entscheidungsträgern zur Definition der Markenpersönlichkeit.
Zweitens: entsprechende Regelungen (in Gesetzen und
Verwaltungsrichtlinien) des Verhaltens, der Kommunikation, des
Auftritts und der Strukturen, also für alle Dimensionen der erlebbaren
Äusserung der Markenpersönlichkeit. Drittens schliesslich: stringente
Umsetzung an allen Punkten der Erlebniskette zwischen Marke und Kunde.
Die Einreise würde ebenso wie die Entgegennahme des Strafzettels zum
attraktiven und kundenbindenden Markenerlebnis.
Ein Dreijahresprogramm hätte zum Ziel, die Marke entscheidend
weiterzubringen und wieder unter die Marktführer zu positionieren. Der
(Re-)Launch der Marke Europa im Rahmen einer breiten globalen
Kommunikationskampagne würde begleitet werden von einem intensiven
internen Brandingprozess. Vom Führungspersonal wären mutige Visionen,
unerschütterliche Durchsetzungskraft und langfristiger Durchhaltewillen
gefordert.
Es ist augenscheinlich: Branding für Unternehmen unterscheidet sich
wohl nicht nur graduell und in Nuancen vom Branding von politischen
Einheiten. Die Übertragbarkeit der etablierten Konzepte der
Markenentwicklung hat Grenzen. Im politischen Bereich finden sich
solche Grenzen. Wir Markenmacher sollten uns spätestens dort in
selbstbewusster und informierter Bescheidenheit üben.

> Jürgen Häusler ist CEO der Interbrand Zintzmeyer und Lux Gruppe in Zürich.

Drucken ohne Druckform

Digitaldruck Tintentstrahl vs. Laserdruck – Versuch einer Abgrenzung der beiden Verfahren.

Digitaldruck Spricht man von Digitaldruck, meint man meistens Tintenstrahl- oder Laserdrucker: Versuch einer Abgrenzung der beiden Verfahren.Digital drucken … kann man eigentlich
nicht. Was man im Allgemeinen und in der grafischen Industrie darunter
versteht, ist die digitale Druckdatenaufbereitung für eine Bebilderung
von Fotoleitertrommeln bzw. Übertragsriemen in Toner-Drucksystemen
(Laserdruck) oder eine Ansteuerung von mit Tinte gefüllten Nadeln in
Tinten-Drucksystemen (Inkjetdruck). Dazu gehört noch die anschliessende
Übertragung des Toners/der Tinte auf einen Bedruckstoff. Leider sind
die Begriffe schlecht abgegrenzt, die Bebilderung und der Farbstoff
werden vermischt – man spricht von Tinten-, nicht aber von
Tonerdruckern.

Tinte gegen Toner
Genau wie im Privatbereich bevorzugen auch bei der professionellen
Ausgabe die einen Anwender die Inkjetdrucker und die anderen die
Laserdrucker. Das hängt mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen auf
beiden Seiten zusammen. Im professionellen Umfeld (Produktionsdruck)
hat sich der Laserdruck vor allem dank Kostenvorteilen bei den
Verbrauchsmaterialien bei Druckereien oder Inhouse-Druckereien
durchgesetzt: Eine mit Toner bedruckte Seite ist ab einem gewissen
Druckvolumen billiger als eine mit Tinte bedruckte Seite. Anders im
grossformatigen Digitaldruck: Dort sind ausschliesslich
Tintenstrahldrucker vorzufinden, weil sich bislang in der Breite nur
das Inkjetprinzip auf grosse Formate übertragen lässt – und weil
die Länge eines Drucks beim Laserdruck durch den Durchmesser der
Fotoleitertrommel/des Transfertbelts begrenzt ist.

Jürgen Franck

Vom Kleinbild zum Grossformatdruck

Digitaldruck Das Zürcher Photo Studio 13 will neue Markt- und Kundensegmente erschliessen.

Digitaldruck Mit dem UV-Inkjetdruck auf einem Rho 600 von Durst will das Photo Studio 13 neue Markt- und Kundensegmente erschliessen.Mit der Einrichtung des zur diesjährigen
Fespa erstmals vorgestellten Inkjet-Flachbettsystems Rho 600 der Firma
Durst vollzieht das Photo Studio 13 in Zürich den Schritt vom
klassischen Fachlabor zum Kompetenzzentrum rund um die
Bildreproduktion. Das Unternehmen bietet seinen Kunden neue
Möglichkeiten, um neben der herkömmlichen Belichtung auf Fotopapier die
Bild- und Gestaltungsideen auf ein erweitertes Spektrum an
beschichteten und unbeschichteten Materialien – auch mit strukturierten
Oberflächen – anzuwenden. Damit mutiert das Photo Studio 13 zum
Gesamtdienstleister bei der Herstellung grossformatiger Werbeflächen
für POS, POP, Messen und Gebäudeausstattungen.
Dank der UV-Technologie lassen sich auf dem Rho 600 neben Papier,
Karton, Wellpappe und textilen Stoffen auch nicht saugfähige Werkstoffe
wie Acryl, Glas, Folien, Metalle oder Stein bis zu 40 Millimeter
Materialstärke beziehungsweise 50 Kilo Gewicht und einer maximalen
Druckbreite von 205 Zentimeter verarbeiten. Durch die Direktausgabe ab
digitalem Datenbestand können kleinste Stückzahlen, auch nur ein
Exemplar (Mustererstellung), in kurzer Zeit produziert werden.

Mehr Freiraum mit Deckweiss
Auf dem Rho 600 205 WV können die Prozessfarben Cyan, Magenta, Yellow
und Schwarz sowie Deckweiss und Effekt- respektive Schutzlacke
eingesetzt werden. Die Anwendung von Deckweiss wirkt sich bei
transparenten Materialien insofern vorteilhaft aus, als das Aufkleben
opaker Folien auf Glas beziehungsweise das Auftragen einer Deckschicht
mittels Spritztechnik aus dem Prozess eliminiert werden kann.
Ferner kommt Deckweiss dort zum Einsatz, wo sonst die Eigenfarbe eines
Bedruckstoffs (Durchscheinen durch die transparenten Inkjet-Farben) das
Erzielen eines gewünschten Farbraums bzw. die farbverbindliche
Wiedergabe von Logos usw. nicht zulassen würde. Der Auftrag von Schutz-
und Effektlacken ist sowohl vollflächig als auch selektiv möglich,
wodurch Glanz-Matt-Effekte gezielt auf einzelne Bildelemente anwendbar
sind. Die vollständige Durchhärtung der UV-Farben über die integrierte
Trocknungsvorrichtung erlaubt die Verarbeitung von Deckweiss,
Buntfarben und Effekt-/Schutzlacken in einem Durchgang.
Die UV-härtenden Pigmenttinten für Anwendungen im Innen- und
Aussenbereich sind VOC-frei und beinhalten keine die Umwelt oder die
Arbeitsumgebung belastenden Substanzen.

Jürg Marti

Keine Marke für Mutlose

Auto Zum Launch von neuen Modellversionen spritzt McCann-Erickson einen selbstbewussten Image-Lack auf die Opel-Palette.

Auto Zum Launch von neuen Modellversionen spritzt McCann-Erickson einen selbstbewussten Image-Lack auf die Opel-Palette.Zwar hat die Vereinigung Schweizer
Automobilimporteure die Publikation ihrer Verkaufsstatistiken wegen
eines gravierenden Datenbankenproblems sistiert. Bis April wiedergab
sie das Bild eines weiterhin stark rückläufigen Markts für Neuwagen.
Etwas optimistischer stuft der Auto Gewerbe Verband Schweiz die
Situation ein, aber auch in seinen Zahlen erkennt man die hartnäckige
Stagnation. Stark getroffen von dieser Konsumflaute ist Opel. Mit gut
23000 verkauften neuen Personenwagen im vergangenen Jahr – 5800 weniger
als Topseller VW – fuhr Opel, die Nummer zwei in der Schweiz, immer
noch im Rückwärtsgang. Rollten 2001 15 Prozent mehr Neuautos auf die
Schweizer Strassen als 2004, so gingen die Zulassungen von Opel im
gleichen Zeitraum um rund 29,3 Prozent zurück.

Werbeausgaben gedrosselt
Wie arg steht es um die deutsche GM-Marke, dass der Negativtrend trotz
der Einführung mehrerer neuer Modelle nicht gebrochen werden konnte?
Fest steht, dass die Werbeausgaben mit Ausnahme von 2004 seit 1999 zum
Teil stark gedrosselt wurden. Dies ist bei abnehmender Sichtbarkeit auf
den Strassen eine denkbar schwierige Ausgangslage, weil die
Volumenmarke dadurch nicht einmal medial präsent ist und die
Markenakzeptanz immer stärker von externen Beeinflussern gesteuert
wird, deren Verhältnis zu Opel wiederum vom Hörensagen geprägt ist.

Marke der vernünftigen Bünzlis
Die Pulse-Studie der Hausagentur McCann-Erickson Schweiz, die im
Vorfeld zur werblichen Präsentation neuer Modellversionen 
durchgeführt wurde, bestätigt die Befindlichkeit und Wahrnehmung der
Marke: Ausgerechnet bei der Grup-pe der Family Builders, bei der
Erfolgsmodelle wie Zafira oder Astra scheinbar über eine hohe Akzeptanz
verfügen, war mitunter starke Ablehnung zu verspüren: Nur keinen Opel,
lautete bei so manchen der Tenor. Und bei Opel-fahrenden Probanden
rechtfertigten viele ihre Markenwahl aus einer Verteidigungsposition
heraus und bekräftigten unbewusst das Klischee des biederen,
bodenständigen Opel-Besitzers.
Da die rationalen, harten Facts und durchwegs positiven Fahrberichte
das Image bisher kaum nachhaltig stärken konnten, wurde McCanns
Kreativen klar, dass das Defizit bei «soften» Marken-Dimensionen zur
Diskrepanz in der Wahrnehmung führt. Die aktuelle – hauptsächlich
adaptierte – Opel-Werbung, die auf reine Produkte-kommunikation setzt,
kann Leute mit einer negativen Einstellung zu Opel kaum erreichen,
geschweige denn überzeugen. Eine Kampagne für verschiedene Modelle mit
einheitlicher Image-Komponente – erstmals nach drei Jahren – soll dies
korrigieren.

Mit Image-Anzeigen, die auf einem Vorurteilskonzept basieren, versucht
das Team um CD Timo Kirez das Image – nein, nicht der Marke, sondern –
der uncoolen und braven Opel-Fahrer zu korrigieren, um dadurch
potenzielle Neukunden zu ermutigen. Das Spiel mit den Vorurteilen nimmt
denn auch Ergebnisse der Pulse-Studie auf und gibt sie sinnverkehrt
wieder. Der doppelte Boden entpuppt sich in der Auflösung jeweils als
ein Hinweis auf spezielle Eigenschaften wie Ausstattung, Design oder
Laderaum, die positiv codiert sind. Angepeilt werden vor allem die
Segmente der Identity und Career Builders, weil diese einerseits
weniger Vorurteile haben und andererseits die neuen Modelle schon
teilweise wahrgenommen haben.  
 

Luca Aloisi

Edipresse holt TicinOnline an Bord

Der Medienkonzern Edipresse hat eine neue Lösung für die elektronischen Ausgaben seiner Titel gefunden - bei TicinOnline.

Fünf Jahre lang hat der Medienkonzern
Edipresse die elektronische Ausgabe für die Websites der eigenen Titel
mit einer Olive-Applikation im eigenen Haus produziert. Doch das
tägliche Herstellen der elektronischen Vollzeitung (inklusive
Inserateseiten) wurde nun doch zu kostspielig und zeitintensiv, sagt
Theo Bouchat. Nun fand das Unternehmen im Tessin eine neue Lösung – bei
TicinOnline, der Online-Business-Unit von La Regione Ticino, Giornale
del Popolo und Corriere del Ticino. «Das System ist einfach», lobt Theo
Bouchat. «Wir übermitteln jede Nacht die Daten unserer Titel nach
Lugano und TicinOnline reproduziert sie bis am frühen Morgen auf
unseren Websites.» TicinOnline, an dem auch die PubliGroupe beteiligt
ist, wird demnächst Femina und
24 Heures neu aufs Web bringen, die übrigen Edipresse-Titel, auch
Bilan, folgen bis Ende Jahr. In der Regel sind die elektronischen
Ausgaben bei Edipresse kostenpflichtig, nicht jedoch bei 24 Heures. Der
Grund: 24 Heures mit seinen jungen Regio-Splits will jenen Lesern, die
die Ausgabe einer andern Region nicht erhalten, über die Website
Einblick in die anderen Splits ermöglichen. (mk)

Da ist kein Wurm drin

Banken Kids von heute sind Kunden von morgen, weiss SFLB und hat für die Kantonalbanken die entsprechende Kampagne entwickelt.

Spillmann Felser Leo Burnett visualisiert, wie schlaue Kunden mit ihrer Kantonalbank gemeinsam weiter wachsen können. «Gemeinsam wachsen.» So lautete der Claim
zu den drei bisher bekannten TV-Spots für die Kantonalbanken. Weil er
gut ankommt, lautet er auch weiterhin so für zwei neue Geschichten.
Diese sind vom Leben geschrieben und wiederum von Spillmann Felser Leo
Burnett verfilmt worden.
Eine der Geschichten handelt von zwei Mädchen und ihrer Liebe zu
Hunden. Die Girls verdienen ihr erstes Geld, indem sie die Hunde aus
der Nachbarschaft spazieren führen – respektive auf clevere Art dafür
sorgen, dass die Hunde spazieren geführt werden. 25 Jahre später sind
die beiden Besitzerinnen einer Tierarztpraxis. Sie sind ihren Tieren
treu geblieben und natürlich noch immer Kundinnen bei der Kantonalbank.

Genau so wie die Mädchen aus der zweiten Erfolgsgeschichte, die die
Agentur ersonnen hat. Die zwei Schulkameradinnen verdienen ihr erstes
Geld mit einer aussergewöhnlichen Mutprobe: Sie wetten darauf, dass sie
einen Regenwurm essen werden. Die Klassenkameraden, die es nicht
glauben, verlieren die Wette prompt.
Natürlich sind für diesen Spot aus der Produktion von Will van der
Vlugt keine Mädchen mit echten Würmern genötigt worden. Das «gruusig»
wirkende Requisit wurde aus einer süssen Masse ähnlich den Gummibärchen
«nachgebaut». Die Lieferantin von
wird zurzeit von Kids
regelrecht bestürmt, die das Rezept kopieren wollen.
Eine ähnliche Nachfrage gilt auch für die Musik: Diese wurde für alle
inzwischen fünf Filme beibehalten, weil Mitarbeitende der Kantonalbank
immer wieder darauf angesprochen werden, von wem denn diese Melodie
sei. Die Antwort heisst: eine Sinn machende Anlehnung an den Soundtrack
von «Endurance» – einem Film über den Langstreckenläufer Haile
Gebresselasie. Dass die Musik und Protagonisten in den Filmen beim
Publikum ganz gross raus- und ankommen, beweist auch eine mehrfach und
regelmässig durchgeführte Marktforschung.
Bei der Weiterführung der Kampagne sind den kleinen Hauptdarstellern
nun bewusst noch «etwas mehr Charakter und Cleverness» zugestanden
worden als in den vorherigen Filmen, wie CD Martin Spillmann meint.
Auch die Spots sollen schliesslich zusammen mit ihrem Auftraggeber
wachsen dürfen.

Andreas Panzeri

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