Affichage geht nach Vaduz

Nur eine Woche nach seinem ersten Zukauf in Norditalien führt der Aussenwerber seine Expansion fort.

Nur eine Woche nach seinem ersten Zukauf
in Norditalien führt der Aussenwerber Affichage seine Expansion in
Regionen des grenznahen Auslands weiter, diesmal mit der vollständigen
Übernahme der Firma Visiorama in Vaduz. Die Firma, die mit 27
Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 4 Millionen Franken
erwirtschaftet, ist hauptsächlich als Dienstleister für die Schweizer
Touristikstationen aktiv und bedient über 90 Prozent der Bergbahnen mit
Pistenleitsystemen, Beschilderungen und Informationstechnologie. Zudem
bietet Visiorama auch Werbung auf Skiständer oder Panoramatafeln an.
Gerade diese Aussenwerbeprodukte, die für Visiorama eher ein
Nebengeschäft darstellen, sind für Affichage interessant. Denn der
Schweizer Aussenwerber, der mit dem eigenen Angebot APGTouristic
bereits Partner praktisch aller bedeutender Touristikstatitionen der
Schweiz ist, sieht Synergien und Ausweitungspotenzial. Ferner soll
Visiorama für Affichage auch als Türöffner zu weiteren Bergbahnen und
Touristikzentren dienen. Madeleine Linter, Chief Corporate Development
bei Affichage, sagt es so: «Im Tourismusbereich funktioniert das
Geschäftsmodell ‘Plakatstellen gegen Cash’ immer weniger. Die
Touristikanbieter wünschen echte Dienstleistungen. Genau das bietet
Visiorama.»
Nicht zuletzt rechnet man bei Affichage auch mit der Möglichkeit, dank
Visiorama in weitere europäische Touristikregionen expandieren zu
können. Dafür ist deren Standort im kleinen, deutschsprachigen
EU-Mitglied strategisch geradezu ideal. Affichage, die bisher im
Fürstentum Liechtenstein nicht tätig war, behält Visiorama denn auch
als selbständiges Unternehmen bei, und zwar unter der Leitung des
bisherigen Geschäftsführers Schimun Murk und seines Stellvertreters
Christian Vonach.
Markus Knöpfli

CRM-Budgets legen zu

Das aktive Management von Kundenbeziehungen gewinnt bei Unternehmen immer mehr an Bedeutung.

Das aktive Management von
Kundenbeziehungen (Customer Relationship Management – CRM) gewinnt bei
Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Dies lassen die Ergebnisse des
CRM-Barometers 2005 der Management und IT-Beratung Capgemini erkennen.
In mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen (54 %) gibt es
mindestens einen Mitarbeiter, der ausschliesslich für CRM
verantwortlich ist. Dazu sind dieses Jahr bei 83 % der Unternehmen die
CRM-Budgets gegenüber dem Vorjahr gestiegen oder zumindest gleich
geblieben. Zudem hält die Studie fest, dass die Kundenbindung und ein
Anpassen der Geschäftsprozesse auf die Bedürfnisse der Kunden dieses
Jahr als sehr wichtig gewertet werden. Die vollständige Untersuchung
kann als PDF unter www.de.capgemini.com/presse
kostenlos bezogen
werden.

Ringier verlegt erste Sonntagszeitung in der Slowakei

In der Slowakei erweitert Ringier seine Produktepalette um zwei Titel.

In
der Slowakei erweitert Ringier seine Produktepalette um zwei Titel. Wie das Schweizer Verlagshaus in einer
Medienmitteilung bekannt gab, wird aus der Boulevardzeitung Novy Cas
die erste Sonntagszeitung des Landes mit Namen Novy Cas Nedela hervor
gehen. Der zweite neue Titel lehnt sich ebenfalls an die Mutterzeitung
Novy Cas an. Novy Cas Ludia ist ein wöchentlich erscheinendes
Peoplemagazin, das den slowakischen Lesern News aus den Bereichen
Showbusiness, Freizeit und Mode liefert.

Blick beteiligt sich am Brand Media Monitor

Die Markenstudie baut ihre Trägerschaft aus und startet die zweite Befragungswelle.

Die Markenstudie Brand Media Monitor baut
ihre Trägerschaft aus. Blick und SonntagsBlick sind dem Verein neu
beigetreten und werden an der Weiterentwicklung der Studie
partizipieren, wie es in einer Mitteilung heisst. Ringier war bereits
bisher mit den Zeitschriften und der Wirtschaftszeitung Cash vertreten.
«Wir streben eine möglichst breite Abstützung der Studie an, um den
Nutzen und die Relevanz des Brand Media Monitors als Planungstool zu
erhöhen», erklärt Ronny Schmid vom Gründungsmitglied Konnex. Bereits
sei man mit weiteren potenziellen Mitgliedern im Gespräch. Der Brand
Media Monitor untersucht rund 700 Schweizer Marken nach dem
«Markendreiklang» Bekanntheit, Sympathie und Verwendung. Die zweite
Befragungswelle ist soeben gestartet. Dabei wurde die Zahl der
erfassten Branchen von 26 auf 38 erhöht. Die neuen Daten werden im
Januar 2006 publiziert.

BSW und IP Multimedia laden zur ersten Clio Night

Nach (oder genau genommen noch vor) der Cannes-Rolle kommt dieses Jahr zum ersten Mal auch die Clio-Rolle in die Schweiz.

Nach (oder genau genommen noch vor) der
Cannes-Rolle kommt dieses Jahr zum ersten Mal auch die Clio-Rolle in
die Schweiz. Am 20. September laden der Branchenverband BSW Leading
Swiss Agencies und der Vermarkter IP Multimedia zur Clio Night in der
Labor-Bar in Zürich. Die Einladung unter dem Motto «Damit die Schweizer
Werbung international gross rauskommt» hat Euro RSCG Switzerland
gestaltet. Euro-RSCG-Chairman Frank Bodin war dieses Jahr Mitglied der
Clio-Jury und wird an der Clio Night über seine Eindrücke berichten.
Zur Teilnahme ist eine Einladung nötig.

web2com und Wemf haben das MA Comis Online-Planungstool optimiert

Bei der Auswahl einer Werbeform erscheinen nur noch jene Websites, die diese Werbeformen tatsächlich anbieten.

(pr) Seit einem Jahr wurde  die
Internet-Nutzungsstudie MA Comis um ein webbasiertes Mediaplanungstool
ergänzt. Das «Online-Planungstool» wurde von der Wemf in Zusammenarbeit
mit web2com AG realisiert und steht exklusiv auf der Website
zur Verfügung.
 
Auf der Basis von Netto-Reichweiten pro Woche (NpW) können
Werbetreibende 180 werberelevante Websites in ihre Planung einbeziehen.
Unter den 180 Websites sind neu auch die Westschweizer Websites mit ca.
60 Websites enthalten.
 
Nach wie vor können Online-Planer mit dem Tool zielgruppenspezifische
Medienrangierungen und Streuplananalysen erstellen.  Nebst Netto-
und Bruttoreichweiten sind Durchschnittskontakte, Affinitäten und
Kosten-Leistungsrelationen möglich.
 
Gegenüber der letzten Version sind neu folgende Ergänzungen gemacht worden:
 
Bei der Auswahl einer Werbeform erscheinen nur noch jene Websites, die
diese Werbeformen tatsächlich anbieten. Somit kann der Werbetreibende
sofort sehen, auf welchen Websites die ausgewählte Werbeform zur
Verfügung steht. Neu wurde auch die Werbeform «Layer» hinzugefügt.
Diese Werbeform ist eine der häufigsten Formen, welche im Netz gebucht
werden.
 
Bei der Kostenberechnung sind neu auch die Wochenpreise (sofern sie die
Sites führt) enthalten zudem stehen die CPM und fixe Preise zu
verfügung.  Die aktuellsten Veränderungen der Preisbildung der
Online-Werbung werden somit berücksichtigt.
 
 
Mit diesen Neuerungen erhofft sich web2com den Werbetreibenden den
Zugang zum Thema Onlinewerbung zu vereinfachen und somit die Gatttung
innerhalb dem Mediamix zu festigen resp. auszubauen.

Sammeln, prüfen, einreichen

Bildung Sven Oeschger über die Voraussetzungen und das beste Training, um einen Effie zu gewinnen.

Bildung In dieser Woche fand ein
Kurs des BSW für die Anmeldung zum Effie statt, den Sven Oeschger vom
Planning Shop Zürich geleitet hat. Ziel: Der eingereichte Fall soll
powern.
WW: Dass es einen Kurs gibt, um sich an
einem Wettbewerb anmelden zu können, ist neu. Wieso soll das beim neuen
Effie sinnvoll sein?Sven Oeschger: Ein Effie gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen, die
eine Agentur erwerben kann. Im Gegensatz zu anderen Preisen in der
Branche ist es beim Effie aber nicht damit getan, erledigte Arbeit
zusammenzutragen. Es ist ein zusätzlicher Aufwand erforderlich. Man
muss tief in den Daten graben, analysieren, werten, reduzieren und eine
konsistente und für Jurymitglieder verständliche Eingabe formulieren.
Die Erfahrung zeigt, dass in den Eingaben oft die gleichen Fehler
gemacht werden. Der Kurs will auf diese Fehler aufmerksam machen und
den Einreichenden Tipps vermitteln, damit der eingereichte Fall seine
volle Kraft entwickeln kann.
WW:
Für alle, welche diesen Kurs verpasst haben: Was sind die wichtigsten
Dinge, die man wissen muss, um sich richtig anmelden zu können?
Sven Oeschger:
Ich empfehle, sich etwas Zeit zu nehmen und die Seiten unter
durchzulesen. Auf der Website sind viele nützliche
Tipps, formale wie auch inhaltliche. Unter dieser Adresse ist auch der
Leitfaden «12 goldene Effie-Tipps» zu finden.
WW:
Die Anmeldefrist läuft noch bis 31. Oktober. Gibt es weitere Informationsmöglichkeiten, wo man sich schlau machen kann?Sven Oeschger:
Auf der Website des deutschen Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen
() gibt es eine hilfreiche Rubrik «Effie». Ebenso gibt es
weitere wertvolle Informationen auf der Website des Euro-Effie
().
WW:
Sie haben schon zweimal in der Jury des Euro-Effie mitgewirkt.
Was  sind Ihre persönlichen Beobachtungen, wie man eine Arbeit
gewinnbringender präsentieren kann?Sven Oeschger:
Es gibt eine Vielzahl von praktischen Tipps. Das Wichtigste ist aber,
dass bei einer Effie-Eingabe die präsentierten Ergebnisse mit den
Zielsetzungen der Kommunikationsaktivitäten korrespondieren. Solange
sich hier der Kreis nicht schliesst, ist eine Einreichung unbrauchbar.
WW:
Gibt es Fehler, die man bei der Präsentation eines Case vermeiden sollte?Sven Oeschger:
Es sollte tunlichst vermieden werden, eine unüberschaubare Sammlung von
Marktforschungsdaten einzureichen. Es ist die Aufgabe des
Einreichenden, den Fall aufzubereiten und den Jurymitgliedern fertig zu
servieren. Kein Jurymitglied steht noch selbst in die Küche, um die
Sauce abzuschmecken. Ein Tipp: Nach Fertigstellung des Falles würde ich
diesen einer ausserhalb der Werbung tätigen Person zur Durchsicht
geben. Versteht sie die Eingabe vollständig? Wurde das Problem gelöst?
Sind alle Fragen beantwortet? Hat man das Gefühl, über eine echte
Kommunikationsleistung gelesen zu haben? Viermal Ja und die Chancen
stehen gut für einen Effie. Viel Erfolg!

Interview: Andreas Panzeri

Die Baisse ist noch nicht überstanden

Wirtschaftspresse Nach dem allgemeinen Taucher im letzten Jahr ist der Abwärtstrend bei Bilanz und Cash noch keineswegs gestoppt.

Finanz- und Wirtschaftspresse Nach dem allgemeinen Taucher im letzten Jahr ist der Abwärtstrend bei den Wirtschaftstiteln Bilanz und Cash noch keineswegs gestoppt.Nachdem 2004 die Wemf-Zahlen für die
meisten Wirtschaftstitel entgegen früheren Erwartungen deutlich nach
unten gewiesen haben, haben sich die Werte zwar beruhigt. Doch die
Statistik weist für einzelne Titel in der Deutschschweiz weiterhin nach
unten, während in der Romandie die Werte stabil beziehungsweise minim
steigend sind.

So hat gegenüber dem Vorjahr die Bilanz weitere 27000 Leserinnen und
Leser verloren und erreicht nun eine Leserschaft von 390000 Personen.
Weil das Blatt im letzten Jahr auf vierzehntägliche Erscheinungsweise
umgestellt hat, sind jedoch die Werte statistisch gesehen nicht mit den
Vorjahreszahlen vergleichbar. Dasselbe gilt für das Westschweizer
Pendant Bilan, das 2000 Leser hinzugewonnen hat. Zu den Verlierern
gehört auch Cash. Immer noch hält die Talfahrt des Titels an, der seit
dem Jahr 2000 etwa ein Viertel seiner gesamten Leserschaft verloren
hat. Aktuell beträgt der statistisch signifikante Leserverlust 23000
Personen.

Zu stabilisieren vermochte sich dagegen die Finanz und Wirtschaft mit
einem kaum nennenswerten Anstieg um 1000 Leser. Stabil blieben auch die
Reichweiten der HandelsZeitung, die ebenfalls 1000 neue Leser zählt.
Stocks, das Investmentblatt aus der HandelsZeitungs-Gruppe, legte um
2000 auf neu 64000 Leser zu.
In der Romandie sind die Werte durchwegs stabil mit leichtem
Aufwärtstrend. Neben dem bereits erwähnten Bilan legte auch das PME
Magazine um 5000 Leser zu und erreicht nun 64000 Personen. Die
Leserschaft von L’Agefi, dem schweizweit einzigen täglich erscheinenden
Wirtschaftblatt, blieb unverändert bei 19000 Personen.

René Worni

Internauten surfen immer schneller

Internet Erstmals lässt die MA Comis den Vergleich der Webnutzung zwischen der Deutsch- und der Westschweiz zu.

Internet Mit der neuen MA Comis lassen sich erstmals die Internetgewohnheiten von Deutsch- und Westschweizer Usern unterscheiden. Es manifestieren sich erhebliche Differenzen.Die siebte Ausgabe der MA Comis, der
Konsum-Mediastudie der Wemf über die Internetnutzung in der Schweiz,
liefert erstmals auch Einblicke in die Netzgewohnheiten der
Westschweizer Bevölkerung. Damit dehnt sich die Anzahl der 
Nutzerinnen und Nutzer gegenüber der letztjährigen Befragung massiv von
2701000 auf 3711000 Personen aus. Die Aspekte Websitenutzung, Internet
generell, E-Commerce, Internetprovider und Mobiltelefonie sind im
Vergleich zum Vorjahr ausgebaut worden. Mit dem Onlineplaner steht
zudem ein Mediaplanungstool zur Verfügung.

Das Internet wird meist am Abend (75%) genutzt, doch am frühen Morgen
surfen und mailen bereits 24 Prozent der Deutsch- und Westschweizer.
Die MA Comis untersuchte 50 Internetangebote und -anwendungen. Nach wie
vor ist die beliebteste Anwendung das E-Mail, knapp gefolgt vom
Abfragen der Suchmaschinen. In beiden Landesteilen sind die
Gewohnheiten ungefähr gleich. Hingegen surfen Westschweizer auf der
Suche nach Unterhaltung und zum Spass öfter als Deutschschweizer, sie
konsultieren das Web auch häufiger, wenn es ums Ausgehen geht.

Anteil der E-Käufer stagniert
Das Internet wird intensiv zum Einkaufen benützt. Der Anteil der
Deutschschweizer E-Käufer stieg sehr deutlich von 43 Prozent (1999) auf
73 Prozent (2005), stagniert aber im Vergleich zum Vorjahr. Fast drei
Viertel (2087000) aller Deutschschweizer Internauten haben schon einmal
online eingekauft. In der Westschweiz sind es 69 Prozent (586000
Personen). Man ist auch in beschränktem Ausmass bereit, für
Internetangebote zu bezahlen, am meisten für das Herunterladen von
Programmen, für Versteigerungen und für den Musikdownload. Bei
Letzterem hat sich die Anzahl der Personen innert eines Jahres von
67000 auf 169000 Personen fast verdreifacht.
Die meistgekauften Produkte im Internet sind Bücher (57%) sowie
Konzert- und weitere Eintrittskarten (53%). Auch Reise- (45%) und
Hotelbuchungen (53%) sowie der Kauf von Tonträgern (48%) sind beliebt.
Zu den meistgekauften Produkten gehören auch Kleidung, Schuhe,
Modeartikel, DVDs und Videofilme, Computer-Software und -Hardware,
Geschenke, Billette für den öffentlichen Verkehr, Mietwagen und
weitere. Es gibt auch eine Reihe von sprachregionalen Unterschieden. So
nutzen Westschweizer das Web mehr, um beispielsweise Flüge zu buchen,
während Deutschschweizer mehr Musik im Internet bestellen. Für Einkäufe
im Netz gaben 48 Prozent aller Onlineshopper bis zu 500 Franken aus
(hochgerechnet 1099000 Personen), etwa ebenso viele kauften für noch
höhere Beträge ein.

Breitbandanschlüsse boomen
Markant verändert hat sich die Art und Weise, wie die Webnutzer aufs
Internet zugreifen: So haben die Breitbandanschlüsse (ADSL und
TV-Kabel) stark zugenommen. Während 2001 noch 60 Prozent der
Bevölkerung über eine analoge Telefonleitung surften, tun dies 2005 nur
noch 26 Prozent. Im gleichen Zeitraum schossen die ADSL-Verbindungen
auf 45 Prozent (von 1%) und der Zugang über TV-Kabel auf 19 Prozent
(von 6%). Seit der letztjährigen Erhebung wuchs ADSL um 13 Prozent,
während der Zugang über TV-Kabel unverändert blieb.
MA Comis liefert auch Aussagen über die Nutzungsgewohnheiten in der
Mobiltelefonie, wobei 93 Prozent der Webnutzer auch ein Handy besitzen.
Dabei steht nach dem Telefonieren die Kommunikation via SMS an
vorderster Stelle.
Von den Website-Gruppen werden am meisten jene der Bluewin-Familie
genutzt (72,4%), gefolgt von der Migros (53,5%), Search (53,1%),
Scout24 (34,1%) sowie der Directories-Familie (33%). Bei den
Verlagshäusern dominiert Tamedia (34,4), gefolgt von Ringier (21,8%),
Jean Frey (13,1%) sowie NZZ (11,8%).   

René Worni

Zweifel an Tabloidformel

Printmedien 20 Minuten und der Anzeiger St. Gallen gewinnen Leser. Der Erfolg von Le Matin flacht dagegen ab, und Blick kommt im neuen Format weniger gut an.

Printmedien 20 Minuten und der Anzeiger St.
Gallen – beides Tabloidtitel – gewinnen Leser. Der Erfolg von Le Matin
flacht dagegen ab, und Blick kommt im neuen Format weniger gut an.In allen Landesteilen bleiben die
Schweizer und Schweizerinnen ein Volk von Zeitungs- und
Zeitschriftenlesern und -leserinnen. Das schreibt die Wemf und stützt
sich dabei auf ihre jährliche Leserforschung Mach Basic. Danach lesen
nach wie vor 91 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Zeitung und 93
Prozent mindestens eine Zeitschrift. Der Vergleich mit dem Vorjahr
zeigt, dass die diesjährigen Reichweiten für die untersuchten Zeitungen
und Zeitschriften insgesamt stabil bis leicht rückläufig sind. Je nach
Sprachgebiet und Titelgattung lassen sich aber Unterschiede erkennen:
Die Leserzahlen der Tessiner Titel sind insgesamt stabil geblieben,
während in der Westschweiz sowohl die Zeitungen als auch die
Zeitschriften mehrheitlich Leserinnen und Leser verloren haben.
Blick verliert Leser
In der Deutschschweiz bewegt sich die Leserschaft der Zeitungen
insgesamt auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr. Ob zum
Beispiel Blick die Umstellung auf Tabloidformat gut bekommen ist, lässt
sich noch nicht abschliessend sagen. Zweifel sind jedoch angezeigt.
Denn seit der Änderung verliert er, zwar nicht signifikant, Leser und
steht jetzt bei 717000 Lesern. Letztes Jahr waren es noch 19000 mehr.
Mit der Negativtendenz des Blicks und dank dem Ausbau in der
Zentralschweiz konnte dagegen die Pendlerzeitung 20 Minuten ihre
Position als grösste Tageszeitung der Schweiz weiter festigen. Das
Gratisblatt legte signifikant um 21,2 Prozent auf 948000 Leserinnen und
Leser zu. Mit der im letzten Juni erfolgten Expansion in die Ostschweiz
dürfte der Tamedia-Titel zudem bereits die Millionen-Grenze
überschritten haben. Der Anzeiger St. Gallen aus dem Hause Tagblatt
Medien scheint jedoch gut gegen den Eindringling in der Gallusstadt
gewappnet zu sein: Mit der Umstellung auf Tabloid verzeichnet dieser
einen signifikanten Leserzuwachs von 45000 Lesern. Das St. Galler
Tagblatt hingegen tendiert nach unten (–10000 Leser). Interessant ist
übrigens, dass 20 Minuten in der Innerschweiz bis jetzt keinen Schaden
anrichten konnte. Die Neue Luzerner Zeitung und auch der Anzeiger
Luzern konnten ihre Leser halten.
Auf dem Platz Zürich könnte der Unterschied zwischen den beiden
Kontrahenten Neue Zürcher Zeitung und Tages-Anzeiger nicht grösser
sein. Der Tagi leidet (zwar nur marginal mit –6000 Lesern), die NZZ
konnte aber in der gleichen Erhebungsperiode immerhin 4,7 Prozent
zulegen und kommt jetzt auf 331000 Leser.

Negativwerte in Bern
Veränderungen ausserhalb des Vertrauensbereichs weist die Berner
Zeitung (BZ) auf, die als Gesamttitel zusammen mit dem Bund auftritt
und diesen nicht separat ausweisen lässt. Beide haben insgesamt 21000
Leser (–4,9 Prozent) verloren. Der vor einer Woche angekündigte mehr
oder weniger paritätische Stellenabbau bei Bund und BZ dürfte darauf
hinweisen, dass beide Titel gleichermassen vom Leserschwund betroffen
sind.
Ein sanftes Plus weist die Aargauer Zeitung auf, die neu 262000 Leser
erreicht. Hier zahlt sich möglicherweise  die Umstellung des
Regionalbundes auf Tabloid aus. Mit dem bevorstehenden Relaunch (siehe
Artikel S. 28) hofft man jetzt, bei den Lesern im AZ-Verbreitungsgebiet
sowie im Raum des ganzen Verbundes Mittelland Zeitung auf mehr
Zuspruch.
Nachdenklich stimmen die Zahlen bei der Basler Zeitung. Sie hat, trotz
Kulturmagazin im Tabloidformat, 11000 Leser verloren. Das ist zwar
nicht signifikant, aber nach dem letztjährigen umfassenden Relaunch
bedeutet  dies für den neuen Chefredaktor Ivo Bachmann einen
schwachen Auftakt.
Interessant ist ferner, dass der Sonntagsmarkt noch keineswegs
ausgereizt ist. Signifikant zulegen konnte zwar nur die NZZ am Sonntag
mit plus 40000 auf 457000 Personen, aber auch die Leserzahlen von
SonntagsBlick und SonntagsZeitung stiegen relativ deutlich an (+11000
und +23000).

K-Tipp vergrössert Abstand
An der Spitze der Deutschschweizer Zeitschriften hat sich wenig bewegt.
Der K-Tipp führt weiterhin mit 1,114 Millionen Leserinnen und Lesern,
der Beobachter folgt in etwas grösserem Abstand als letztes Jahr, weil
er 24000 Leser verloren hat und nun mit 1,066 Millionen näher zur
drittplatzierten und stabilen Schweizer Illustrierten (1,042 Millionen
Leser) rückt. Zu den grössten Verlierern gehört Du. Das
traditionsreiche Kulturmagazin weist 14,3 Prozent weniger Leser aus.
Die OnlinePC-Zeitung hat mit einem Minus von 12,8 Prozent ebenfalls ein
schlechtes Jahr hinter sich. Den in absoluten Zahlen grössten Verlust
weist die Glückspost aus. Sie verliert 38000 Leserinnen und Leser (–7,9
Prozent). Auf Annäherungskurs befinden sich dagegen Facts und
Weltwoche. Zwar verlieren beide, doch der Verlust bei Facts ist
signifikant (–33000 Leser oder 7 Prozent). Facts liegt nur noch 20000
Leser über der Weltwoche (418000 Leser).
Positive Veränderungen ausserhalb des Vertrauensbereichs erfährt
Kochen. Das Blatt gewinnt 30000 zusätzliche Leserinnen und Leser (+10,2
Prozent). Auch Motorsport Aktuell kann um 10,7 Prozent auf 124000 Leser
zulegen. Die Programmzeitschrift TR7, die sich vor einigen Monaten zu
TV-Star umbenannt hat, sowie PulsTipp, der nun Gesundheitstipp heisst,
haben beide nicht vom Namenwechsel profitiert: Sie verloren signifikant
Leser, ähnlich wie die Konkurrenten Tele und Gesundheit Sprechstunde,
die aber ihre Namen beibehalten.

24 Heures kann sich steigern
Unter den grösseren Zeitungen der Westschweiz weist 24 Heures als
einziger Titel eine signifikante Steigerung aus, jedoch nur, weil er
sich letztes Jahr gleich zwei regionale Titel (La Presse
Riviera-Chablais und La Presse Nord-Vaudoise Broye) einverleibte.
Dadurch wuchs die Leserzahl um 22000 auf 266000 an. Einen Lichtblick
gibt es bei Le Matin. Das Blatt hat sich zwar nicht signifikant, aber
dennoch um 21000 auf 353000 Leser verbessert. Die Umstellung auf
Tabloid macht sich offenbar nachhaltig bezahlt. Sonst bekundet die
Tagespresse der Romands eher Mühe mit den Reichweiten. Schlimmer steht
es jedoch mit den Zeitschriften. Dort sind Verluste im zweistelligen
Prozentbereich keine Seltenheit. Das Minus von Moto Sport Suisse
beträgt 19 Prozent, Paris Match hat 17,7 Prozent weniger Leser, Live
verliert 16 Prozent, und die Leserschaft von Elle und Revue automobile
geht um je 15,5 Prozent zurück. Aber auch die grössten Titel Bon à
savoir und Illustré liegen mit minus 8,5 und minus 6,1 Prozent klar
ausserhalb des Vertrauensbereichs.
Die drei reichweitenstärksten Titel der Deutschschweiz bleiben
CoopZeitung mit 63,5 Prozent, Migros Magazin mit 56 Prozent und K-Tipp
mit 26,9 Prozent. In der Westschweiz führt weiterhin Le Matin Dimanche
mit 44,9 Prozent, gefolgt vom Migros Magazine mit 43,9 Prozent und von
Coopération mit 40,9 Prozent. Im Tessin ist dagegen Cooperazione mit
52,5 Prozent auf dem Goldpodest, Silber heimst Il Caffè mit 47,5
Reichweitenprozenten ein, und Bronze holt sich die Tageszeitung
Corriere mit 45,4 Prozent.

Markus Knöpfli

Markenstärkung in der Maternité

Spitäler Hirslanden wird als elitäre Privatklinikgruppe für Spitzenchirurgie wahrgenommen. Für die Neukundengewinnung nicht immer von Vorteil.

Spitäler Hirslanden wird als elitäre
Privatklinik-gruppe für Spitzenchirurgie wahrgenommen. Für die
Neukundengewinnung nicht immer von Vorteil. Hirslanden-baby.ch soll das
verbessern.4500 Babys erblicken jährlich in der
Privatklinikgruppe Hirslanden das Licht der Welt. Das entspricht rund
6,2 Prozent aller Lebendgeburten in der Schweiz und damit der
Leaderposition unter den Privatkliniken. Eine ideale Ausgangslage, um
das elitäre und hochtechnologische Image der Hirslanden-Gruppe (HG) zu
korrigieren und mit Herzlichkeit und Geborgenheit aufzuladen. Denn:
Selbst der erneute Zuwachs bei den stationären Patienten und der gute
Geschäftsgang (Umsatz 2004: +7,1%) können nicht über die allgemeinen
Markttrends hinwegtäuschen. Rückläufig sind die Geburtenzahlen, die
Privatversicherten sowie die Pflegetage. Eine weitere Verschärfung des
Konkurrenzkampfs im Gesundheitsmarkt ist die Folge.
In diesem Umfeld sei eine klare Markenpositionierung elementar, weil
sie Wettbewerbsvorteile verschaffe, sagt Marketingleiter Julien
Alexandre Buro. Seit 2001, als sich die Gruppe eine einheitliche
Corporate Identity geschaffen hat, werden Schritte in diese Richtung
unternommen. Allerdings wuchsen Bekanntheit und Renommee der 13
Hirslanden-Kliniken vor allem dank der Image-prägenden Disziplinen wie
Kardiologie und Orthopädie. Als attraktive Kommunikationsplattformen
für Imageauftritte können diese jedoch kaum eingesetzt werden.

Völlig anders präsentieren sich die Vermarktungseigenschaften des
Bereichs Geburtshilfe. Bei der HG nimmt dieser, gemessen an den
Patientenzahlen, zwar nur eine geringe Stellung ein, doch wegen der
durchwegs positiven Codierung und seines hohen Kundenbindungscharakters
fokussierten die Verantwortlichen ihre Bemühungen auf diese Disziplin.
Um die 4500 Babys und deren Eltern dreht sich denn auch das
Kommunikationskonzept HirslandenBaby.ch. Es stellt mit einem
aussergewöhnlichen und vielfältigen Angebot die Familie und ihren
Nachwuchs in den Mittelpunkt.

Um vom neuen Qualitätslabel und seinem Logo zu profitieren, sei es
einerlei, ob ein Paar den Kinderwunsch erst hegt oder das Baby bereits
unterwegs sei, erklärt Andrea Heim vom HG-Marketing. Um der
Erwartungshaltung an eine Privatklinik zu entsprechen, hat sich
Hirslanden unter anderem ein aussergewöhnliches Marketingtool
ausgedacht: das bekannte Present-Service-Geschenkköfferchen wurde mit
einer Wickeltasche kombiniert, die als «Hirslanden-Babybag» ins
Merchandising-Programm aufgenommen wird. Den Eltern bietet er
attraktive Präsente und die ersten Utensilien zur Versorgung des Babys.

Kooperationen mit Potenzial Der HG auf der anderen Seite bietet der
Babybag Differenzierungs- und Kundenbindungspotenzial und hat bereits
zu neuen Markenpartnerschaften – unter anderem mit Philips – geführt,
die ihrerseits ungeahnte Kommunikationsmassnahmen ermöglichen. 
Das Konzept Hirslanden-baby.ch baut auf zusätzliche Säulen wie das
Internet auf. Dort finden sich, der Kernkompetenz der HG entsprechend,
medizinische Informationen, Tipps und Tricks, die das Mama- und
Papasein vereinfachen. Im geschützten Bereich «myBaby» können die
Eltern zudem ein ganz persönliches Tagebuch erstellen, die
Ultraschallbilder ablegen, die Geburt dokumentieren, das Wachstum des
Kindes verfolgen und vieles mehr.

Auch ohne Internetzugang kommt die angepeilte Zielgruppe zu
Informationen von Hirslanden rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt
und Baby: an gemütlichen «Baby-Weekends» in einem Viersternehotel. Das
erste Wochenende findet im Ramada Plaza Basel statt und wird von
Ärzten, Hebammen und anderen Fachleuten durchgeführt. Wie weit das neue
Konzept ausbaubar ist, beweist namentlich der Leisure-Teil, für den
Hirslanden die Foundation Beyeler gewinnen konnte.   

Luca Aloisi

Heisser Herbst

Die Werbewoche ist die einzige wöchentlich erscheinende Fachpublikation für Opinion-Leader der Marketing-, Werbe-, Medien- und PR-Branche der Schweiz. Aktuell und kompetent informiert sie über sämtliche Aspekte der kommerziellen Ko...

 
Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat vor den Sommerferien noch kurz reinen Tisch gemacht. Es erteilte jenen Privatradios und Lokalfernsehstationen, die unproblematisch waren, d. h. die sich in den betreffenden Gebieten ohne Konkurrenz bewarben, die ersehnte Konzession (siehe auch Seite 1). Freude herrscht bei den Konzessionsbewerbern, denn bald fliesst das Manna aus den Konzessionsgeldern.All diejenigen Stationen aber, die sich für Gebiete beworben haben, an denen mehrere Bewerber interessiert sind, müssen sich noch weiter gedulden. Der Entscheid des Uvek ist für den Herbst vorgesehen. Wann genau, steht noch in den Sternen, denn unser Medienminister nimmt sich Zeit. Er wird sich sehr genau überlegen müssen, wem er eine Konzession erteilen wird und wem eine Abfuhr. Moritz Leuenberger steckt in der Zwickmühle, denn, egal wie er und seine Mitarbeiter im Uvek auch entscheiden werden, der Krach ist programmiert. Falls einer der Herren Schawinski, Lebrument, Wanner, Kall, Heuberger – um nur einige zu nennen – zu den Verlierern gehören sollten, wird sich die ganze Konzessionserteilung zu einer langfädigen und mühsamen Geschichte auswachsen. Es wird Einsprachen hageln, man wird die Gerichte bemühen, und die Gehässigkeiten unter den Beteiligten werden wohl nicht von schlechten Eltern sein. Einen Vorgeschmack hatten wir ja schon anlässlich der Veröffentlichung der Stellungnahmen zu den Konzessionsgesuchen. Es wird also einen heissen Herbst geben.
Liebe Leserinnen und Leser, mit der vorliegenden Ausgabe verabschiedet sich die Werbewoche in die Sommerferien. Die nächste gedruckte Ausgabe erscheint am
21. August als Doppelnummer 28/29.
Der Newsletter informiert Sie bis zum 18. Juli, macht eine kurze Pause und erscheint dann wieder am 28. Juli.
Bis dann muss noch einiges passieren. Nach zweieinhalb Jahren in Rüschlikon zieht es uns zurück in die Stadt Zürich. Ab 28. Juli werden wir an der Neugasse 10 anzutreffen sein. Falls einigen unter Ihnen die Adresse bekannt vorkommen sollte: Wir zügeln in die Räumlichkeiten, in denen bis vor kurzem die Cinecom und die Web2com anzutreffen waren. Dort sind wir zum Glück wieder näher bei einem Grossteil unserer Leserschaft und vieler Inserenten.
Aber es gibt noch andere Neuigkeiten. Die Werbewoche hat sich nach sechs Jahren einen Relaunch gegönnt. Ausser dem bewährten Format wird praktisch alles neu: Die Werbewoche  erhält ein neues Logo, ein völlig neues Design mit neuen Titelseiten und einer revidierten Heft-Dramaturgie. Es wird viele neue Inhalte geben, und auch Online werden wir noch einen Zacken zulegen. Lassen Sie sich am 21. August überraschen.
Wir wünschen allen eine schöne, erholsame Sommerzeit.
 

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