«Die Südostschweiz zu verkaufen wäre mein Niedergang!»

Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument sieht keinen zwingenden Grund für eine weitere Konzentration in der Schweizer Presselandschaft.

Hanspeter Lebrument, Verleger der
Südostschweiz und Verlegerverbandspräsident, sieht keinen zwingenden
Grund für eine weitere Konzentration in der Schweizer Presselandschaft.
Die bestehenden Verlage seien eigentlich alle ziemlich solid, sagte er
im Interview mit seiner eigenen Zeitung. Die Besitzer müssten ihre
Verlage nicht aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen, «sondern es gibt
eine Eigentümerschaft, die nicht mehr nahe genug bei ihren Zeitungen
ist und sich plötzlich sagt: Wir hätten eigentlich lieber ein wenig
Geld als einen Zeitungsverlag». Die Thurgauer Zeitung sieht Lebrument
ein gutes Beispiel dafür. Sein eigenes Ziel sei es dagegen, der Region
Südostschweiz eine eigenständige Zeitung zu erhalten. «Diesen Verlag an
meinem Lebensabend zu verkaufen und ein paar Millionen zu kassieren,
ist nicht mein Ziel, das wäre im Gegenteil mein Niedergang», betonte
Lebrument. Weiter wies er darauf hin, dass bei der Südostschweiz nur
Aktionär sein dürfe, wer auch bei ihr beschäftigt sei. Auf die Frage,
ob er denn seine Beteiligung abgeben werde, wenn er aus der Firma
ausscheide: «Ich könnte mir schlicht nicht vorstellen, aufzuhören und
etwas anderes zu machen.»

Neue TeleZüri-Website ist aufgeschaltet

Seit dem 15. September ist die neue Website von TeleZüri online, die das Senderkonzept im Internet weiterführt.

Seit dem 15. September ist die neue
Website von TeleZüri online, die das Senderkonzept im Internet
weiterführt. Der Fokus liegt auf den Formaten News, Talk und
Unterhaltung, deren Inhalte täglich aktualisiert werden. Das Web dient
somit als Ergänzung zum TV-Programm und liefert zusätzliche
Informationen zu den Sendungen. Im Web-Archiv können alle Beiträge vom
Vortag abgerufen werden, die Autoren-Blogs der Macher von TeleZüri
sollen für Nutzer-Bindung sorgen. Mit dem neuen Auftritt will man auch
die Aktivitäten im Internet kommerzialisieren. Dabei setzt man beim
Lokalsender auf «Local Crossmedia». Der Marktplatz ist durch
thematische Partnerschaften ausgebaut worden, darunter Mediashop,
Flugshop oder Bluewin. Auf eine Vielzahl unterschiedlicher Werbeformen
und auf Cost-per-Click-Modelle wurde aber verzichtet. Für den Relaunch der
Website ist die Internet-Agentur Planetactive aus Zürich
verantwortlich.

Aargauer Zeitung neu mit Kultur- und Special-Interest-Bund und aufgefrischtem Layout

Grosse regionale Tageszeitungen wie die AZ sind durch die konjunkturelle Situation und die strukturellen Veränderungen in der Medienwelt herausgefordert, sich neu zu positionieren.

Die Aargauer Zeitung (AZ) erscheint seit dem 17. September mit einem zusätzlichen Kultur- und Special-Interest-Bund
«Foyer», mit neuen Inhalten, Service- und Unterhaltungsangeboten und
einem aufgefrischten Layout.(pr) Grosse regionale Tageszeitungen wie die AZ
sind durch die konjunkturelle Situation und die strukturellen
Veränderungen in der Medienwelt herausgefordert, sich neu zu
positionieren. Verlag und Redaktion haben sich in den letzten zwei
Jahren intensiv mit der inhaltlichen und verlegerischen Ausrichtung der
Aargauer Zeitung auseinandergesetzt und ein neues publizistisches
Konzept entwickelt. Dieses basiert auf den Eckpunkten «regionale
Verankerung», «nationale Ausstrahlung», «veränderte Ansprüche und
Erwartungen der Leserschaft» sowie «Ausbau des Informations-, Service-
und Unterhaltungsangebotes».
In einem ersten Schritt wurden im Mai 2004 die Regionalbünde der
Aargauer Zeitung in acht eigenständige Regionalausgaben mit innovativem
Kleinformat umgewandelt. Morgen Samstag erfolgt nun ein weiterer
Entwicklungsschritt: Die AZ erscheint ab 17. September mit dem
zusätzlichen Magazinbund «Foyer» – mit ausgebautem Kulturteil und
Special-Interest-Angebot (Spezialthemen-Seiten Digital,
Leben/Gesundheit, Reisen, Wissen, Natur & Tiere und Lifestyle); in
der Samstagausgabe wird im Foyer-Bund feuilletonistischer Lesestoff
geboten. Ebenfalls im neuen Zeitungsbund zu finden sind die Seiten
Medien/People, das Fernseh- und Radioprogramm sowie die
Leserschaftsseite Forum/Leserbriefe mit zahlreichen interaktiven
Elementen (SMS- und Internet-Rubrik «Feedback»; Leserbilder-Kolumne
«Ihr Schnappschuss» oder «Tagesfrage»). Eine ganz spezielle Einladung
ins Foyer ergeht an die Zielgruppen Leserinnen und jüngeres Publikum.
Moderat verändert wird mit dem Relaunch auch das Erscheinungsbild der
Aargauer Zeitung: Speziell akzentuierte Bundauftakt-Seiten, eine
grössere und damit noch besser lesbare Grundschrift und neue
Blattfarben sind die augenfälligsten Neuerungen. Dank dem Ausbau der
Druckinfrastruktur können nun sämtliche Seiten der AZ vierfarbig
gedruckt werden. Das AZ-Layout ist vom Zürcher Zeitungsdesigner Kurt
Schwerzmann überarbeitet worden. Er hatte vor neun Jahren das
Erscheinungsbild der Aargauer Zeitung kreiert.

Zertifizierungssystem für Campaigner geschaffen

Der Fach- und Branchenverband Pro Campaigning hat ein Zertifizierungssystem für Campaigner entwickelt.

Der Fach- und Branchenverband Pro
Campaigning hat ein Zertifizierungssystem für Campaigner
entwickelt. Es basiert auf den bisher erarbeiteten Definitionen, was
gutes Campaigning ist und woran es erkannt werden kann. Um den
«Certified Campaigner» zu erlangen, werden vertiefte Kenntnisse in den
fünf Campaigning-Kerndisziplinen, Praxiserfahrung sowie ein Grundwissen
in je 13 Kommunikations- und Managementdisziplinen vorausgesetzt. Zudem
werden die Vorlage eines einwandfreien Campaigning-Konzepts und
permanente Weiterbildung gefordert. In nächster Zeit sollen ausserdem
die Kriterien weiterentwickelt und die Zertifizierung an eine externe
und somit neutralere Stelle übergeben werden. Das Zertifikat, welches
für eine Zeitdauer von drei Jahren erteilt wird, soll es
Campaigning-Kunden erleichtern, zwischen mehr oder weniger gut
qualifizierten Anbietern zu unterscheiden. Neben dem
Zertifizierungssystem engagiert sich der Fachverband auch für die
Qualität der Ausbildung. Seit Mai 2005 bietet er gemeinsam mit dem
Institut für Unternehmenskommunikation an der Fachhochschule Solothurn
Nordwestschweiz den Nachdiplomkurs Campaigning an.

David Schärer leitet PR bei Jung von Matt

Die Kommunikationsagentur Jung von Matt/Limmat erhält Zuwachs im Führungsteam.

Die Kommunikationsagentur Jung von
Matt/Limmat erhält Zuwachs im Führungsteam. Nach einem Jahr als
selbständiger Public-Relations-Berater übernimmt der dreissigjährige
Basler David Schärer ab 1. Oktober 2005 die Leitung der fünfköpfigen
PR-Unit. Die Agentur will mit ihm das Think-Tank-Modell mit
integrierten Spezial-Units weiter pflegen und ihre Kompetenzen in der
Marken-PR weiter ausbauen. Der eidgenössisch diplomierte PR-Berater ist
mit der Kultur von Jung von Matt/Limmat bereits bestens vertraut, da er
dort schon früher während Jahren tätig war. In seiner Selbstständigkeit
betreute Schärer zahlreiche PR-Kampagnen für Kunden wie Knorr oder
Comfort sowie die Pressestelle eines renommierten Architekturbüros und
begleitete die Übernahme eines öffentlich exponierten Unternehmens.
Schärer wird seine Mandate an der Limmat weiter führen.

X-Act für EVA-Award nominiert

Nach Silber beim Schweizer Branchen-Award Xaver ist die Zürcher Event-Agentur nun auch in Deutschland auf der Shortlist.

Nach Silber beim Schweizer Branchen-Award
Xaver ist die Zürcher Event-Agentur X-Act nun für den EVA-Award (Event Award)
in Deutschland nominiert. Wie schon beim Xaver mit den Anlass «eXperience 04» für den Auftraggeber
PricewaterhouseCoopers. Mittels einer 90-teiligen Ketteninstallation
aus 5000 Metern Dachlatten hatten 1500 Mitarbeiter die interne und
externe Arbeits- und Denkweise «Connected Thinking» erlebbar gemacht.

Orange8 realisiert neue Projekte

Die Bieler Internetagentur Orange8 Interactive hat einige neue Kunden an Land gezogen.

Die Bieler Internetagentur Orange8
Interactive hat einige neue Projekte an Land gezogen. So verleiht sie
in den kommenden Wochen dem Skigebiet Flumserberg, dem
Schlankheits-Institut Marie France Bodyline, der Molkerei Gstaad und
dem Berner Unternehmen Merz+Benteli neue Internetauftritte. Als
Resultat der Fusion von Liberty Call und Extratel kreiert die Agentur
nun die entsprechende Website für die Swiss Contact Management Group.
Zudem lässt der Bieler Uhrenzulieferer Lécureux seinen E-Shop
überarbeiten.

101 Buchtipps für Marketing- und Kommunikationsfachleute

Sein Internet-Auftritt ist für Roger Hausmann mehr als eine Firmenpräsentation.

Der beratende Texter und textende Berater
Roger Hausmann empfiehlt jede Woche auf seiner Webseite ein Buch für
Fachleute aus Marketing und Kommunikation. Inzwischen sind 101 Tipps in
seinem elektronischen Archiv zusammengekommen. (pr) Sein Internet-Auftritt ist für Roger Hausmann mehr als eine Firmenpräsentation: «Natürlich will ich die Schreibwerkstatt und meine Arbeit vorstellen, aber das ist nicht alles – ich will ein Archiv mit Buchtipps aufbauen, das Marketing- und Kommunikationsfachleuten hilft, interessante, lehrreiche sowie spannende Sach- und Fachbücher zu entdecken». Dieses Archiv umfasst inzwischen 101 Tipps für Bücher von «ABM – Erfolgsgeschichte einer Warenhauskette» bis «Wie man mit schmalem Budget erfolgreich wirbt». Das Spektrum der Titel ist so breit wie das Feld der Kommunikation weit ist. Jeden Monat fasst Roger Hausmann diese Empfehlungen zusammen und verschickt sie als Newsletter an mehr als 300 Marketing- und Kommunikationsfachleute in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich. Ausserdem rezensiert er regelmässig für die Werbewoche und ist – obwohl er sich ausschliesslich auf Marketing- und Kommunikationsfachbücher beschränkt – Top 1000-Rezensent bei amazon.de. Roger Hausmann ist seit dem 1. August 2000 selbstständiger Texter mit Eintrag im Berufsregister script. In dieser Zeit hat er für über 70 grosse und weniger grosse, bekannte und weniger bekannte Firmen getextet und konzipiert – von Apple bis Zürcher Hochschule Winterthur. Ausserdem arbeitet er regelmässig als Störtexter für Agenturen. Eine Auswahl seiner aktuellen Arbeiten, etwa den Jahresbericht des Stadtmarketings Winterthur oder einen Radiospot für den neuen SEAT Leon, stellt Roger Hausmann auf seiner Webseite vor.

US-Richterin: Google darf Markennamen als Keywords verkaufen

Der Autoversicherer Geico und die Suchmaschine Google haben einen Rechtsstreit mit einem Vergleich abgeschlossen.

Der amerikanische Autoversicherer Geico
und die Suchmaschine Google haben einen Rechtsstreit mit einem geheimen
Vergleich abgeschlossen. Geico hatte Google wegen
Markenrechtsverletzung verklagt, weil die Suchmaschine zum Suchbegriff
«Geico» Werbung von Konkurrenten eingeblendet hatte. Zum Vergleich kam
es laut Advertising Age, nachdem Distriktsrichterin Leonie M. Brinkema
in einer schriftlichen Stellungnahme den Verkauf von Markennamen als
Keywords durch Google gutgeheissen hatte. Ein Missbrauch liege
allenfalls vor, wenn die Marke auch im Text der eingeblendeten Anzeige
erscheine, meinte die Richterin. Offen liess sie, ob möglicherweise
Googles Kunden das Markenrecht verletzen, wenn sie Marken als Keywords
kaufen. Entsprechend hat Geico nach dem Abschluss des Vergleichs nun
Konkurrenten, die solche Werbung schalten, abzumahnen und mit
Gerichtsverfahren zu bedrohen.

Publicis und Dai gewinnen Jet Aviation

Im Pitch um die neue Corporate Identity setzten sie sich gegen internationale Konkurrenz durch.

Die Zürcher Agenturen Publicis (Werbung)
und Dai (Design) haben von Jet Aviation das Mandat für eine neue
Corporate Identity erhalten. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren
haben sie sich gemäss Communiqué gegen namhafte internationale und
nationale Agenturen durchgesetzt. Publicis und Dai nahmen mit einem
gemeinsamen Team am Auswahlverfahren teil, da die Ausschreibung von Jet
Aviation sowohl Elemente eines zu überarbeitenden Markenauftritts als
auch eine neue Kommunikationsstrategie beinhaltete. Jet Aviation mit
Hauptsitz in Zürich ist weltweit als Flugdienstleister für Unternehmen
tätig.

Ringier kündigt Gratiszeitung für Prag an

Das noch ungetaufte Projekt macht Metro Konkurrenz.

Der Zürcher Medienkonzern Ringier steigt
in den Gratiszeitungsmarkt ein. Allerdings nicht in der Schweiz, sonden
in Tschechien. Ringier werde noch vor Weihnachten in Prag eine neue
Gratiszeitung herausgeben, heisst es in einer Mitteilung. Ein Name
wurde noch nicht bekannt gegeben. Die Druckauflage beim Start beträgt
250’000 Exemplare. Der Titel wende sich an eine junge, urbane
Leserschaft und werde von Montag bis Freitag erscheinen, schreibt
Ringier weiter. Die Zeitung werde von einer neu aufgebauten Redaktion
produziert und mit «einem modernen Layout» auf den tschechischen Markt
kommen. «Dieses neue Feld der Gratiszeitungen ist für Ringier
strategisch wichtig und für die Zukunft unseres Medienunternehmens
interessant», wird CEO Martin Werfeli in der Mitteilung zitiert.
Ringier tritt mit seinem Titel in direkte Konkurrenz zur Gratiszeitung
Metro, die in Prag 1997 ihre erste Ausgabe ausserhalb von Schweden
lanciert hat. Metro Prag wird heute nach eigenen Angaben von 245’000
Personen täglich gelesen. Die Bevölkerung des Verteilungsgebiets
betrage 1,2 Millionen, heisst es auf der Website von Metro. Der
nationale Markt für Zeitungswerbung in Tschechien werde auf 126
Millionen Dollar netto geschätzt.

«Meteo» unter Schleichwerbeverdacht wegen Wetterbildern

Das Bakom führt eine Voruntersuchung, weil Tourismusorte für die Einschaltung ihrer Panoramabilder in den Wettersendungen von SF DRS bezahlen.

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom)
führt eine Voruntersuchung zu «Meteo» und dem Wetterkanal von SF DRS
wegen Verdachts auf Schleichwerbung. Dabei geht es um die
Panoramabilder aus Tourismusorten, wie die SonntagsZeitung (SoZ)
berichtet. Die Orte müssten nicht nur für die Inbetriebnahme der
Kameras, sondern auch für den Sendeplatz bei SF DRS bezahlen. Laut der
SoZ fliesst das Geld dabei über die Firma Feratel, die für Akquisition
und Aufbereitung der Bilder zuständig ist. Die Investitionskosten von
35’000 Franken und die jährlichen Betriebskosten von rund 30’000
Franken bezahlen die Ferienorte direkt. Feratel kassiere aber auch eine
«Jahrespauschale» von 20’000 bis 25’000 Franken «für die Einschaltung
in das Programm von SF DRS», zitiert das Blatt aus einem Vertrag, der
ihm vorliegt. Ein Teil davon geht gemäss Feratel-Geschäftsführer Gregor
Fuchs an SF DRS. Über die Höhe dieser Summen gaben weder SF DRS noch
Feratel Auskunft. Für das Bakom sind die Geldflüsse «Indizien für
Werbung». «Wir wollen genaue Informationen über die Rolle von SF DRS in
diesem Geschäft», sagt Carole Winistörfer, Leiterin der Abteilung
Aufsicht im Bakom. Da die Wetterbilder nicht als bezahlte
Werbebotschaften gekennzeichnet sind, wäre es laut der SoZ in jedem
Fall Schleichwerbung. SF DRS spricht beim Wetterkanal nicht von einer
Werbesendung. «Dass die Kamerastandorte genannt werden, ist
selbstverständlich. Das Publikum will wissen, wo welches Wetter
herrscht», sagte TV-Sprecher Robert Neuhaus zur SoZ. Was «Meteo»
angehe, gebe es für die Orte keine Garantie für eine Bildpräsenz. Die
Redaktion entscheide nach redaktionellen Kriterien, ob eine Kamera in
die Sendung geschaltet werde.
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