Date and Drive

Automobil Flirten und Fahren – aus dieser Kombination will Publicis einen trendigen Event entstehen lassen.

Automobil Flirten und Fahren – aus dieser
Kombination will Publicis einen trendigen Event entstehen lassen. In
sechs Schweizer Städten können unternehmungslustige Singles auf eine
ganz neue Art und Weise flirten. Für die Lancierung des Renault
Nouvelle Clio hat die Zürcher Agentur zusammen mit Renault und der
Eventagentur La Folie ein Konzept entwickelt, bei dem man sein Blind
Date während einer Testfahrt mit dem Nouvelle Clio kennen lernt. Damit
die Fahrerinnen und Fahrer nicht am Steuer, sondern beim Flirten Gas
geben, findet in der Renault-Lounge eine attraktive Single-Party statt.
Dazu sorgt der Partner Nokia mit digitalen Fotos für bleibende
Erinnerungen. Nachdem in Luzern und Zürich bereits erfolgreich getestet
und geflirtet wurde, finden noch vier weitere Events statt. In Bern
(13.10.), Lausanne (14.10.), Genf (15.10.) und Basel (21.10.). Mehr
Infos zu den Events sowie Anmeldungsmöglichkeit findet man auf der
Website .

Jeder Tag ein Lese-Sonntag

Printmedien Die Leser und Inserenten laufen der Tagespresse davon. Soll sie sich der Sonntagszeitung angleichen?

Printmedien Soll sich die Tagespresse den Sonntagszeitungen angleichen, um Leser- und Inserentenschwund zu stoppen? Der Verlust an Publikum und Inserenten bei
den Printmedien, vorab bei der Mehrheit der Tageszeitungen, hält an.
Mittlerweile geistern die Probleme der Presse schon durch die Spalten
der Leserbriefseiten: So beklagte sich kürzlich in der NZZ ein Leser
über den «Mangel an Betroffenheit auslösenden Informationen» oder an
«Trendthemen wie Gesundheit und Lebensorientierung». Ihn wundere nicht,
dass die Sonntagspresse an Lesern zulege, da sie diese Themen
konsequenter realisiere. Die Reichweitenstudie der Wemf (Mach Basic
2005) gibt ihm Recht: Die drei Deutschschweizer Sonntagstitel haben
Leserinnen und Leser gewonnen, allen voran die NZZ am Sonntag (9,6 %).
Darüber hinaus blieben die Sonntagstitel beim Inserateumsatz stabil,
während die Tages- sowie die regionale Wochenpresse im ersten Halbjahr
2005 rund 17 Millionen Franken eingebüsst haben.
Sollen sich die Tageszeitungen demnach inhaltlich mehr in Richtung
Sonntagszeitungen bewegen? Le-Matin-Chefredaktor Peter Rothenbühler
goss anlässlich der Präsentation der Wemf-Zahlen Öl ins Feuer und
fragte, warum er nur am Sonntag eine lesenswerte Zeitung bekommen
könne. «Wir befassen uns täglich mit News», wenn diese aber die eigene
Branche beträfen, «so schliessen wir angewidert die Augen», hielt er
den (Deutschschweizer) Zeitungsverlagen ihre Innovationsschwächen vor.
Nichtsdestotrotz kannte die Schweizer Printlandschaft noch niemals
zuvor ein solches Relaunchen unzähliger Printtitel. Lifting ist in:
Allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren warfen Basler Zeitung,
Bieler Tagblatt, Mittelland Zeitung, Zürichsee-Zeitung, Oberländer,
Unterländer, Landbote, Berner Zeitung, Bund, Tages-Anzeiger, Le Temps,
SonntagsZeitung, WOZ, Facts, La Liberté und weitere mehr,  neu
gestaltete Blätter auf den Markt, welche die Leserschaft zum Teil nicht
wiedererkannte. Dasselbe gilt für die Zeitschriften.

Keine Patentrezepte
Sogar an der Zürcher Falkenstrasse bastelt man an einem neuen Outfit
für die ehrwürdige NZZ. «Der Relaunch gehört zum Leben einer Zeitung»,
sagt Publizist und Meinungsmacher Roger de Weck dazu. Doch das allein
sei bei keinem Blatt die Antwort auf die gegenwärtigen
Herausforderungen. «Dass künftig ein Teil der Leserschaft
möglicherweise auf elektronischen Trägern lesen wird, darauf gibt es
keine Patentantwort, sondern viele Antworten», sagt de Weck. Praktisch
ausnahmslos alle Blätter haben heute ihren eigenen Webauftritt und
bieten eine Reihe von Zusatzdiensten an, wie ständig aktualisierte News
oder – kostenpflichtig – Zugriff auf das Archiv. Bei der New York Times
wird man künftig Print- und Onlineredaktion miteinander verschmelzen.
Trotzdem wandern Leser ab. An Modellen würde es indes nicht fehlen. Die
Rede ist von der Neuerfindung der Tageszeitung, die sich am
Wissensstand eines bereits über die News des Vortages informierten
Publikums orientiert und dazu die Hintergründe liefert, wie dies jüngst
Magazin-Chefredaktor Res Strehle dargelegt hat. Die Rede ist vom
bimedialen Tages-Magazin der Gebrüder Fellner in Österreich oder vom
just neu gelaunchten Wall Street Journal Europe (siehe Seite 16).
Vorbilder gibt es auch in Italien, etwa bei Il Foglio oder Il
Riformista, die zur Hauptsache aus Kommentaren bestehen. Je mehr die
Zeitung die Funktion der Nachrichtenübermittlung verliert, umso mehr
muss sie sich darauf konzentrieren, die Story hinter der Nachricht zu
entdecken, schrieb jüngst die Süddeutsche Zeitung.
Ob solche Zeitungsmodelle sich auf aktuelle Tagestitel zuschneiden
lassen, ist fraglich. «Das viel zitierte Modell in Österreich ist doch
eher ein Sonderfall», schätzt de Weck, der bezweifelt, dass man
bei den hiesigen überregionalen Qualitätszeitungen denselben Weg wie
die Brüder Fellner einschlagen könnte. Doch bereiten Leser- und
Inserateschwund an der Verlegerfront heftige Kopfschmerzen. «Die
Verleger müssen sich ernsthaft überlegen, ob das Sonntagsgeschäft nicht
auch noch eine tägliche Regionalkomponente hat, denn die Sonntagspresse
hat die Regionalpresse völlig überholt», sagt Verlegerpräsident
Hanspeter Lebrument. Damit tönt er an, in welche Richtung gedacht wird,
und lässt seinen Blick gen Vorarlberg schweifen.

Was tun Pendler am Sonntag?
Dort macht – allerdings unter anderen Vorzeichen – Kollege Eugen Russ
mit einer Gratisausgabe der Vorarlberger Nachrichten Kasse und hält so
die Sonntagsausgabe der Kronenzeitung gebührend auf Abstand. Ob ein
Gratisblatt am Sonntag für Lebrument eine Option wäre, will der
Südostschweiz-Verleger weder kommentieren noch dementieren.
Da stellt sich unweigerlich die Frage, wie die Leserschaft von 20
Minuten die Sonntage durchsteht. «Natürlich gibt es am Sonntag auch
Pendlerströme, das hat man sich auch schon überlegt», sagt dessen
Verlagsleiter Rolf Bollmann. Der Gedanke sei zwar attraktiv, doch was
in Vorarlberg per Hauszustellung funktioniere, wäre in der teuren
Schweiz ohne Betriebserlös nicht finanzierbar, rechnet Bollmann. «Man
müsste über ein völlig neues Konzept nachdenken», sagt er. Gemäss Roger
de Weck ist der Versuch, Qualität zu bieten, immer noch die beste
Antwort auf die Herausforderungen der Zeit: Recherchen und eigene
Ansätze an Stelle von Einheitsbrei sowie der Wille zur Profilierung.
 
René Worni

Script: BR-Kommission für Zertifizierung im November steht fest

Die Aufnahmekommission setzt sich aus Fachleuten der Kommunikationsbranche sowie aus Script-Vorstandsmitgliedern zusammen.

Script, der Schweizer Texterinnen- und
Texterverband, führt das Berufsregister der Texterinnen und Texter in
der Schweiz. Wer im Bereich Text, Redaktion und Adaption im Kontext von
Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenspublizistik tätig ist,
kann sich für den Eintrag in das Berufsregister (BR) der Schweizer
Texterinnen und Texter bewerben. Das Aufnahmeverfahren beruht auf der
ausführlichen Qualitätsprüfung von drei Arbeitsproben durch die
BR-Aufnahmekommission. Diese setzt sich aus Fachleuten der
Kommunikationsbranche sowie aus Script-Vorstandsmitgliedern zusammen.
Die zehn Mitglieder der Kommission für den Zertifizierungstermin Mitte
November stehen nun fest: Frank Bienenfeld (CD Text und Geschäftsführer
Soldini Bienenfeld Werbeagentur), Ludwig Hasler (Publizist und
Hochschuldozent), Stephanie Hugentobler (Präsidentin Script), Franco
Item (Schweizerische Text  Akademie) und die
Script-Vorstandsmitglieder Sonja Brunschwiler, Paul Girard, Gabriele
Clara Leist und Kaspar Silberschmidt. Interessierte TexterInnen können
sich noch bis zum 15. Oktober für die Herbst-Zertifizierung
einschreiben. Das Antragsformular kann unter [email protected]
bestellt werden.

«Ein sehr mächtiges Beweismittel»

Urheberrecht Marko Straus, CEO der Idea Care Company, über das raffinierte Tool Idea-Protector.

Urheberrecht An einem Workshop der fünf
Kommunikationsverbände hat Marko Straus das Tool Idea-Protector
präsentiert. Der CEO der Idea Care Company erklärt ein paar zentrale
Details.WW: Was hat Sie bei der Idea Care Company motiviert, das Programm Idea-Protector zu entwickeln?Marko Straus: Unser Kreativ-Kopf, Benno Flotziger, hatte die Idee, weil
ihm immer wieder Ideen «geklaut» wurden. Er wirkt in der Werbeszene in
Österreich und ist im Vorstand des Verbandes Design Austria.
Ich meinerseits habe ein Entwicklerteam zur Verfügung, welches die Idee
auch technisch umsetzen konnte für Windows, Mac und Linux.
WW:
Wie funktioniert diese Idee?
Marko Straus: Wer seine Idee mit uns schützen will, muss einmalig den Idea-Protector
aus dem Web runterladen und sich auf www.idea-protector.com
registrieren. Über dieses Tool können Kreative die schützenswerten
Ideen in einer oder mehreren Dateien speichern, bevor sie damit zum
Kunden gehen. Steht eine solche Präsentation bevor, wird der
Idea-Protector gestartet, und man zieht eine Kopie der Dateien in den
Idea-Protector. Diese Kopie wird verschlüsselt, komprimiert und mit
einem zertifizierten, eindeutigen Zeitstempel versehen. Damit kann
später die Hinterlegung für einen genauen Zeitpunkt bewiesen werden.
WW:
Was kostet diese Sicherheit?
Marko Straus: Die Software für dieses Zertifikat ist gratis, jede
Hinterlegung mit beliebig vielen Dateien kostet 12 Euro. Wir
zerschneiden die hinterlegte Datei, und ein kleines Stück mit wenigen
Bytes wird auf unseren Server verschoben. Das funktioniert
wie im alten China, wo ein Vertrag in zwei Teile getrennt wurde.
Nur durch das Zusammenfügen beider Teile wird er wieder lesbar. Wir
kennen den Inhalt also nicht, denn wir haben ja nur wenige Bytes, und
der Hinterleger kann die hinterlegten Dateien nicht verändern, weil ihm
dazu einige Bytes fehlen. Das Prinzip ist also dasselbe wie eine
Hinterlegung beim Notar, nur schneller und erheblich billiger …
WW:
Gibt es andere vergleichbare Tools?
Marko Straus: Nein, wir haben ein weltweites Patent auf dem Sicherungsprozess.
Ausserdem stecken fünf Mannjahre Arbeit im Tool. Vergleichbar sind nur
manuelle Prozesse wie Notar, sich selber einen Umschlag mit Poststempel
senden oder unter Zeugen präsentieren.
WW:
Was zeichnet Ihr Programm besonders aus?
Marko Straus: Eine Hinterlegung dauert bei einem
durchschnittlichen Anwender zwischen 20 und 40 Sekunden. Dann
kann er zum Kunden rennen, ohne Angst zu haben, dass seine Ideen
einfach geklaut werden. Wo kann man das sonst für 12 Euro?
WW: Wer, wo und wie viele User nutzen heute bereits das Tool von Idea Care?
Marko Straus: Die so genannten Drops oder Hinterlegungen sind unser
Betriebsgeheimnis. Ich kann aber verraten, dass die Nutzerzahlen stetig
steigen und dass wir mittlerweile Drops aus vielen Ländern verzeichnen.

WW:
Sind die bei Idea Care registrierten Ideen quasi amtlich überwacht, oder was macht das System rechtskräftig?
Marko Straus: Der Idea-Protector ist lediglich ein Beweismittel. Er beweist,
dass der Hinterleger zum Zeitpunkt x im Besitz der besagten
Dokumente war. Damit kann aber ein sehr wichtiges Detail bewiesen
werden: Wer war zuerst? Wenn jemand das beweisen kann – zum Beispiel
eine Stunde vor der Kundenpräsentation, kann die Gegenpartei
nicht mehr argumentieren, dass die Idee zum Beispiel bei einem
gemeinsamen Meeting entwickelt wurde. Wir sind keine amtliche Stelle,
aber ein sehr mächtiges Beweismittel. Nichtsdestotrotz ist es bei
einem Streitfall im freien Ermessen des Richters, was er als
Beweismittel akzeptiert. Die Chancen mit dem Idea-Protector sind dabei
allerdings bedeutend grösser als ohne.
WW:
Wie wirksam scheint Ihnen der «Nebeneffekt» der Prävention?
Marko Straus: Das ist der Haupteffekt! Der Kreative geht zum Kunden, präsentiert und
deutet mit dem Hinterlegungs-zertifikat ganz beiläufig an, dass es
wohl besser ist, diese Ideen nicht zu klauen, weil sie «quasi
notariell» hinterlegt sind.
WW:
Kennen Sie bereits erfolgreich verlaufene Streitfälle?
Marko Straus: Nein, bisher ist die Prävention sehr erfolgreich.
WW:
Haben Sie weitere solche Entwicklungen in Vorbereitung?
Marko Straus: Es gibt Ideen zur Weiterentwicklung, jedoch müssen wir zuallererst
mal die Kosten wieder einspielen. Das dürfte eine Weile dauern bei 12
Euro pro Drop …
Interview: Andreas Panzeri

Der Werbebote

Heinrich Reinacher – Der Filmfan gründet einen Schweizer Ableger der deutschen Markenfilm.

Heinrich Reinacher hat mit Markenfilm
Schweiz einen Ableger des grossen deutschen Spotproduzenten gegründet
und will damit von hier aus in der internationalen Liga mitfilmen.Der erste Auftrag ist per SMS gekommen.
Stilgerecht – bei einem Spot für M-Budget mobile. Eine alte Kollegin
aus Agenturzeiten hat die frohe Anfrage übermittelt, als Heinrich
Reinacher gerade am Zusammen-
schrauben der Billig-Pulte war und noch gar
nicht für Kundengespräche eingerichtet. Inzwischen sind in einem
grossen Loft im Zürcher Steinfelsareal die Arbeitsplätze für drei feste
Mitarbeiter sowie ein Tisch für Freie einsatzbereit und bereits zwei
weitere Spots von Publicis für den Zürcher Verkehrs Verbund dazu
gekommen. «Man braucht für eine Filmproduktion heute Know-how,
Leidenschaft, und eine schnelle Internet-Verbindung. Den Rest sucht man
sich auf dem Markt zusammen», erklärt Reinacher sein Konzept einer
«Komprimierung von Markenfilm».
Auf die Idee für einen solchen Schweizer Ableger der mit Gründungsjahr
1957 ältesten und heute auch weltweit zu den Grössten zählenden
Werbefilmproduktionen in Deutschland ist Reinacher gekommen, als er die
letzten fünf Jahre als Head of TV bei Publicis in Zürich wirkte. In
dieser Funktion hat er zusammen mit Markenfilm Deutschland drei Spots
für Swisscom mobile «Go far, come close» gedreht, die «technisch sehr
aufwändigen» ZVV-Spots mit dem Tram als Schiff und dem Schiff als Bus
realisiert sowie zuletzt eine Serie von Top-Level-Spots für UBS
«Alinghi».  Doch zuerst mal eine Rückblende.
Weil seine Frau Yvonne Amstutz einen länger dauernden Job als
Aufnahmeleiterin bei der Schweizer Serie «Die Direktorin» angeboten
bekam, wollte auch Heinrich Reinacher nicht mehr allein in Deutschland
bleiben. Er war als Absolvent der Dimitri-Schule dorthin ausgewandert
für eine Regieassistenz am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, später
Schauspielhaus Bremen und dann am Nationaltheater in Mannheim, bevor er
als Assistent der Regieklasse an die Filmakademie in Ludwigsburg
wechselte. In der Schweiz konnte die Vega Film ihm nur einen Job als
Fahrer bei der «Direktorin» anbieten. Der inzwischen vom Film völlig
infiszierte Reinacher sagte trotz dem hierarchischen Abstieg aber
sofort zu und realisierte erst nach dem Aufhängen des Telefons, dass er
eigentlich gar keinen Fahrausweis besass.
Da der zweite Fahrer auf dem Set in Bergün bereits zweimal Paris-Dakar
absolviert hatte, musste Reinacher ziemlich schnell lernen, damit die
Schauspieler schliesslich auch von ihm durch die sommerliche Landschaft
des Albulatals chauffiert werden wollten. Gelernt hat er bei diesem Job
aber nicht nur das Kurvenfahren. «Die Arbeit als Fahrer ist die beste
Grundausbildung für einen Produzenten», ist der Markenfilm-Chef heute
überzeugt.  «Bei den diversen Botengängen lernt man viel über das
Timing hinter den Kulissen einer Produktion: Wo gibt es Stress und
wieso?»
Seine Erfahrungen konnte er später als Produktionsassistent für Ruth
Waldburger, Regieassistent bei Bruno Molls Spielfilm «Mekong» sowie als
Aufnahmeleiter bei Daniel Schmids «Beresina» und Fredi Murers
«Vollmond» einbringen. Zwischen diesen Grossproduktionen drehte
Reinacher auch seine ersten Werbespots beim Filmhaus, liess sich später
bei Turnus anstellen und suchte 1999 schliesslich seinen Einstieg in
die Welt der international konkurrenzfähigen Spots als Executive
Producer bei Publicis.
In dieser Funktion ist nun Markenfilm Deutschland mit einem Vorschlag
zum Joint-Venture in der Schweiz an ihn heran getreten. «Wir haben eine
lange gemeinsame Geschichte und wissen gegenseitig, auf was wir uns
einlassen. Ich habe mich nicht einfach in ein erfolgreiches Netzwerk
eingekauft.»
Mit den weltweiten Connections von Markenfilm im Rücken will Reinacher
«Hohe Kreativität mit einem Top Handling verbinden» und seinen
Auftraggebern Sicherheit bieten. «Heute sind Kunden extrem nervös, wenn
es um Werbespots geht. Man will kein Risiko eingehen und kennt die
besten Spots auf dem Markt. Da will niemand Geld in den Sand setzen.»
Zur Zeit dreht Reinacher in Island einen Spot für das
Sportbekleidungslabel Odlo. Diesen Film will er in Zürich mit einem
spezialisierten Cutter aus Prag offline schneiden, in London folgt die
Postproduction für das Bild, in Island wird im Umkreis des Regisseurs
das Sounddesign gemacht und in Zürich schliesslich gemischt. Für
Reinacher, der nach wie vor mindestens zwei Abende pro Woche damit
verbringt, die Showreels von internationalen Produktionen zu studieren,
ist das der Stil, «wie man heute Werbespots dreht».

Andreas Panzeri

Toilettenbenutzerin mit Spitzen

Aufgefallen Auch das sollte an dieser Stelle einmal gesagt sein: Manchmal werden Werbemotive dadurch besser, indem man Damenhöschen, am besten rote, in der Peripherie des beworbenen Produkts drapiert.

Schuhe Auch das sollte an dieser Stelle
einmal gesagt sein: Manchmal werden Werbemotive dadurch besser, indem
man Damenhöschen, am besten rote, in der Peripherie des beworbenen
Produkts drapiert. Ein Hochseilakt, den nicht jeder beherrscht. Auch
dieses Handwerk braucht den beruflichen Könner. Der weiss zum Beispiel,
dass Dessous nur dann très chic wirken, wenn sie – wie Sex – natürlich
und spontan eingesetzt werden. So wie im vorliegenden Fall.
Zugegeben, für Faltenwurf-Fans sind schon öffentliche Toiletten eine
arge Zumutung. Aber die Sorte Menschen landet kaum in der Werbung,
sondern höchstens im falschen Schuhladen. Und dort findet sie die
mörderischen Highheels für die bizarren Spielchen garantiert auch
nicht. Und so führt das eine zum anderen Malheur.
Umso herzerfrischender, dass es noch Werber gibt, die eine IWC, einen
SUV und überschäumenden Humor besitzen. Die finden nichts Anstössiges
dabei, Feldforschung in Toiletten zu betreiben oder ab und zu mit einem
Intelligenzblatt dorthin zu verschwinden, um sich einen von der Palme
zu wedeln oder um niveauvolle Kampagnen auszuhecken. (la)

Buhlen, zirpen, gockeln

Kolumne Oliver Fahrni begegnet der Forderung nach einer Definition des Trendbegriffs Medienökologie mit einem Manifest und nimmt sich des Balztanzes der Silberreiher an.

Kolumne Auf die verständliche Forderung
nach der Definition eines Trendbegriffs reagiert unser Autor mit einem
medienökologischen Manifest.Hannah T. ist verärgert. «Sie reden
dauernd von Medienökologie, aber niemand weiss, was das sein soll»,
mault sie per Mail: «Wohl auch Sie selber nicht. Ich will sofort eine
Definition!»
So freundlich aufgefordert, machen wir uns an die Arbeit: Plädiert
Ökologie für die Schonung der Natur, will Medienökologie den schonenden
Umgang des Menschen mit seiner Natur.
Die ist vertrackt. Zum einen sind wir vernunftbegabt, erkennen Ursachen
und Wirkungen, sind rundum ernüchtert. Andererseits sind wir auf Reize
programmiert. Zumal wenns der Fortpflanzung dienlich ist. In früheren
Stadien menschlicher Entwicklung beförderte der Reiz die Erkenntnis –
heute allerdings meist nur mehr den Verkauf.
Sehen Sie den Silberreiher? Beim Balztanz spreizt er das
Schwanzgefieder, gibt freilich vor, die Reiherin nicht zu sehen.
Erfolgreiche Taktik. Clevere Don Juans haben sich da was abgeschaut.
Das Problem ist, dass Medien heute auf nämliche Weise verfahren: Sie
reizen, buhlen, zirpen und gockeln, ignorieren dabei aber Leserin und
Zuschauer.
Ist das schlimm? Ökonomisch gesprochen, ist die Reizerei dumm. Der
Bürger, die Bürgerin, mit denen der Journalist in eine Art kollektives
Zwiegespräch über die Welt trat, mutieren zu Konsumenten. Und verhalten
sich entsprechend: Sie naschen, nippen, zappen und sehen die Medien
längst als das, was sie geworden sind – Gemütsmixer. Weichmacher. Ein
kleiner Fix. Seither explodieren die Budgets für Lesermarketing.
Schwerer wiegt: Wer mit Techniken der Liebeswerbung den Irak-Krieg,
Arbeitslosigkeit oder den Gen-Streit zu erhellen sucht, scheitert
(sofern Erhellung überhaupt seine Absicht war). Die Form (der Reiz)
tötet den Inhalt. Darum gab es nie zeitkritischen Boulevard, darum ist
diese Gesellschaft so schlecht über sich im Bilde.
Gerhard Schröder beklagte dieser Tage eine feindselige Medienlage. Zu
Recht. Selbst Medien, die sich im marktgängigen Glanz seiner Person
gesonnt hatten, verfolgten den Bundeskanzler jüngst mit Häme und später
Abrechnung. Dennoch ist sein Opferpart Schmiere: Schröder selbst war
ein Mächtiger des Mediengetöses, das die öffentliche Verständigung über
den Stand der Dinge nicht nur verzerrt, sondern zunehmend verunmöglicht.
Wie das? Bevor wir die Lehrstühle für Medienökologie anrufen, zum
Beispiel an der Hamburger Hochschule für bildende Künste, und uns mit
Dingen wie der «polymedialen Reproduktion im Wechsel der Generationen»
verwirren, wollen wir selbst denken. Zuerst ein wenig Empirie: Trifft
man auf interessante Menschen, auf Gründer und Beweger, erkennt man
ihnen Gemeinsames: Ihr Fernseher ist meist ausgesteckt. Sie kennen die
neueste Sitcom nicht, lesen keine Springer- oder Ringier-Blätter,
meiden Coelho & Co. Eliten nutzen Medien hoch selektiv. Sie
tauschen fleissig Bookmarks und starke Texte. Sie sind auf
perlentaucher.de abonniert. Sie informieren sich vernetzt.
Andererseits frönen diese Menschen so merkwürdigen Verrichtungen wie
Renaissance-Atlanten zu sammeln oder Blogs zu schreiben. Ihre selektive
Mediennutzung hat auch einen ökologischen Grund: Sie schonen die
knappen Ressourcen Aufmerksamkeit und Verstand. Nur weil sie den Reiz
mindern, können sie denken und handeln. Das ist eine Bedingung ihrer
Schaffenskraft, ihr Vorteil in einer permanent erregten, hyperaktiven
und depressiven Gesellschaft.
Ungebremster Konsum von Reiz-Medien verkrümmt Sinne, Kopf, Seele.
Früher dienten Medien auch dazu, die Verhältnisse zu verstehen; heute
sind sie nur noch Teil der Verhältnisse.
Hier setzt die Medienökologie an. Gewiss ist es fein, Medienpädagogik
zu treiben, etwa die Entschlüsselung von Bildern zu lernen. Ungleich
nützlicher ist es, sich den Medien selektiv zu entziehen. Und andere
Medien zu bauen.

> Oliver Fahrni ist freier Publizist. Bis 2001 war er
stellvertretender Chefredaktor der Weltwoche und zuletzt Auslandschef
der Hamburger Woche.

Nach 38 Jahren wird Ski völlig erneuert

Die Schweizer Schneesportzeitschrift erhält ein neues Erscheinungsbild und heisst ab sofort Snowactive.

Die Schweizer Schneesportzeitschrift Ski
erhält ein neues Erscheinungsbild und heisst ab sofort Snowactive. Das
renovierte Sportmagazin erscheint sieben Mal jährlich während der
Wintersaison, in deutscher und französischer Sprache. Von Oktober bis
April werden rund 75’000 Exemplare an Verbandsmitglieder und Abonnenten
versandt, die Druckauflage beträgt 90’000 Stück. Das Themenspektrum des
38 Jahre alten Magazins wird verbreitert und soll neu alle Facetten des
Schneesports beleuchtem, weniger leistungs- als lustorientiert. Neben
sportlichen Berichten werden auch People- und Lifestyle-Themen,
Tourismus, Trends und Produkte integriert. Ausserdem stellt Snowactive
in jeder Ausgabe Schneesportregionen im In- und Ausland vor. Die erste
Ausgabe wird am 18. Oktober am Kiosk erhältlich sein. Gleichzeitig wird
der bisherige Ski-Guide ab Oktober unter dem Namen Snowactive-Guide
erscheinen und kostenlos in Coop-Filialen, Intersport-Geschäften sowie
Raiffaisenbank-Filialen verteilt. Herausgeberin von Snowactive ist Vogt-Schild/Habegger Medien in Solothurn.

Familie zum Filmen

Sitcoms Contexta produziert die 16. Staffel von Beck & Bondi. Für Spannung ist gesorgt

Sitcoms Contexta arbeitet bereits an
der 16. Staffel für Beck & Bondi. Es wird immer spannender: Bruno
Bondi ist nicht mehr bei Swisscom Fixnet.Wir hätten richtig gehört, bestätigt CD
Jürg Brechbühl bei Contexta: Bruno Bondi telefoniert nicht mehr mit
Swisscom Fixnet. Er ist den Verlockungen der Konkurrenz erlegen. Und
findet nichts dabei, auch wenn der Rest der Bondis mit dem Wechsel
überhaupt nicht einverstanden ist.
Auch bei Becks hängt in den neusten Folgen der Sitcom für Swisscom
Fixnet der Haussegen schief. Susanne Beck kommt erst im Morgengrauen
von ihrer Klassenzusammenkunft zurück. Damit habe er überhaupt kein
Problem, beteuert zwar Daniel Beck. Aber niemand mag es ihm richtig
glauben.
So brisant ist die Ausgangslage der neuen und inzwischen 13. Folge von Beck & Bondi.
Die Sitcom als Werbemedium läuft munter weiter und geht bereits ins
zweite Jahr. Auch Folge 14 ist abgedreht, und an den Folgen 15 und 16
wird bei Contexta auf Hochtouren gearbeitet.
Nach dem letztjährigen Edi-Gewinn sind die Ansprüche der Macher rund um
Regisseur Tobias Fueter und Contexta nicht kleiner geworden. «Nach wie
vor will man nicht einfach nur Produkte bewerben, sondern auch
Geschichten erzählen, die berühren, weil sie aus dem Leben gegriffen
sind», meint Jürg Brechbühl. Geschichten, die beim Betrachter eine
starke emotionale Verbundenheit zu den beiden Familien und zu Swisscom
Fixnet bewirken.
Das sieht auch Roger Renfer, Projektverantwortlicher bei Swisscom
Fixnet, so: «Wir sind mit Beck & Bondi auf sehr gutem Weg. Und die
Filme lösen immer wieder Begeisterung aus. Bei unseren Kunden und auch
bei uns. Was allerdings nicht heisst, dass Beck & Bondi nicht noch
besser werden kann.»
Das ist ganz im Sinne von Bene Abegglen, Mitbesitzer von Contexta: «Wir
sind ständig auf der Suche nach neuen Ideen und Möglichkeiten für Beck
& Bondi. Gerade auch im crossmedialen Bereich.» Die Lancierung des
Songs «Let’s Get Out» mit Jesse Brown und das dazugehörende Musikvideo
sind somit erst als ein Anfang zu werten.
Auch für Regisseur Tobi Fueter liegt bei der Sitcom noch einiges drin.
«Mir geht es darum, mit immer wieder anderen filmischen Mitteln zu
arbeiten. Denn Beck & Bondi darf nicht in den klassischen
Sitcom-Trott fallen. Jede Episode muss neu und überraschend umgesetzt
sein.»
Das gelinge ihm nicht zuletzt dank einem verschworenen Team, das bei
jedem Dreh bereit ist, an seine Grenzen zu gehen. «Die Stimmung auf dem
Set ist jeweils phänomenal», bestätigt auch Jürg Brechbühl, CD bei
Contexta. «Es sind Freundschaften entstanden, und es kann schon einmal
vorkommen, dass sich die Schauspieler auch neben dem Set mit ihren
Beck-&-Bondi-Namen ansprechen.»
Für alle Beteiligten ist Beck & Bondi somit ein schönes Beispiel
für Werbung, die im Markt funktioniert und erst noch Spass macht. Den
Machern, den Schauspielern, den Zuschauern – und vor allem natürlich
den Kunden.

Andreas Panzeri

Druckgelüste in der Ostschweiz

Print Schaffhauser Nachrichten und Tamedia arbeiten lediglich verstärkt im Bogendruck zusammen.

Zeitungsdruck Schaffhauser Nachrichten und Tamedia arbeiten lediglich verstärkt im Bogendruck zusammen.Die seit einem Monat hundertprozentige
Tochter von Tamedia, die Huber & Co. in Frauenfeld (Thurgauer
Zeitung), übernimmt  ab Jahresbeginn 80 Prozent des Aktienkapitals
der Druckerei MeierWaser AG in Feuerthalen. Diese gehörte bisher zu je
50 Prozent Tamedia sowie der Meier & Cie AG in Schaffhausen, ihres
Zeichens Herausgeberin der Schaffhauser Nachrichten (SHN). Damit
entsteht eine neue AG, die als Huber Print AG zeichnet, an welcher
Meier & Cie AG mit den restlichen 20 Prozent beteiligt ist. «Dies
hat für die Schaffhauser Nachrichten keinerlei Konsequenzen», betont
Norbert Neininger, SHN-Chefredaktor und CEO der Meier & Cie AG.

Die SHN werden bekanntlich im Zuge des anhaltenden
Konsolidierungsprozesses unter den Verlagen im erweiterten Grossraum
Zürich und der angrenzenden Ostschweiz stark von Tamedia und NZZ
umworben. Das könnte zu einem späteren Zeitpunkt den Einstieg von
Tamedia beim Blatt in der Munotstadt begünstigen. Doch Neininger
dementiert und wiederholt bereits frühere Aussagen, wonach die
SHN-Aktionäre, von denen er selber einer ist, nicht an einen Verkauf
des Titels denken. Die SHN befinden sich im Besitz einer Stiftung sowie
eines kleinen Kreises von lediglich fünf Aktionären.
Die Kooperation im Bogenoffsetdruck hat gemäss Neininger auch keinerlei
Einfluss auf die Verhandlungen über einen neuen Inserateverbund der
SHN, die demnächst wieder aufgenommen würden. Er hofft nach wie vor auf
eine Lösung im kürzlich noch existenten Inseratekombi 1 mit Landbote
und Thurgauer Zeitung oder im Verbund mit den Zürcher Landzeitungen.
Mit der Neugründung der Firma Huber Print AG reagieren die Unternehmen
auf die Überkapazitäten im Schweizer Bogendruckmarkt. Der Standort
Feuerthalen wird aufgegeben und der technische Betrieb in Frauenfeld zu
einer neuen Druckerei konzentriert, deren Geschäftsleitung der
Direktionspräsident von Huber & Co., Urs Lüdi, übernimmt. In der
Innenstadt von Schaffhausen wird eine Printagentur für
Marktbearbeitung, Kundenbetreuung und die Druckvorstufe mit
voraussichtlich zwölf Mitarbeitenden weitergeführt. Die Kooperation
kostet unter dem Strich 46 Mitarbeitenden die Stelle, mit denen
sozialverträgliche Lösungen ausgehandelt werden sollen.
Unabhängig davon wird ab kommendem Jahr die Thurgauer Zeitung in der
Tamedia-Zeitungsrotation durchgehend vierfarbig gedruckt, womit sich
die teure Sanierung der heutigen Druckanlagen in Frauenfeld erübrigt.

René Worni

Das Bessere ist die Herausforderung des Guten

Beratungsfirmen Für McKinsey & Company entsorgt Ruf Lanz erstbeste Lösungen in den elektronischen Container.

Beratungsfirmen McKinsey & Company ist
die Beratungsfirma, die führende Unternehmen in allen Branchen berät.
Sie bietet Hochschulabgängern verschiedener Fachrichtungen nach dem
Studium interessante Einstiegsmöglichkeiten. Für Ruf Lanz folgte daraus
ein Auftrag, solche Hochschulabgänger möglichst effizient anzusprechen
und gleichzeitig für eine Selektion zu sorgen. Denn natürlich ist nicht
jeder Hochschulabgänger für den Einstieg bei McKinsey & Company
geeignet. Nur die ambitioniertesten sollen angesprochen werden. Die
Agentur folgerte daraus 2004 die Botschaft: McKinsey sucht
Hochschulabsolventen, die nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden
sind. Die Strategie und die Lösungen mit den speziellen Gummis wurden
in Cannes mit einem Silber- und einem Bronze-Löwen belohnt. Jetzt soll
der erfolgreichen Idee natürlich treu geblieben werden. Dieses Jahr mit
einem Laptop, in dem rechts unten nicht einfach der bekannte kleine
Papierkorb steht, sondern gleich ein ganzer Container.

Zuwachs in der Beratung von Fisch Meier

Julia Dimmler und Daniel Gerber sind neu zu der Dialogagentur gestossen.

Julia Dimmler unterstützt neu die Beratung
der Dialogagentur Fisch Meier. Die ausgebildete Planerin
Marketing-Kommunikation bringt langjährige Erfahrung im Direktmarketing
mit und war zuvor für Lowe Direct tätig. Neu im Team ist auch Daniel
Gerber. Er ist gleich nach dem Umzug der Agentur von Adliswil nach
Zürich an den Sitz von Publicis zu Fisch Meier gestossen.
get_footer();