TVlight verschärft den Programmkrieg

Am Mittwoch startete Michael Hahns neue TV-Monatszeitschrift zum Kampfpreis von 3 Franken. Ringier ist nicht amüsiert.

Seit Mittwoch erscheint mit TVlight eine
weitere Programmzeitschrift für die Schweiz. Herausgeberin ist die St.
Galler HM Verlags AG, die im September bereits TiptopTV auf den Markt
gebracht hat. Das neuste Heft kommt alle vier Wochen heraus und
kostet am Kiosk 3 Franken, im Aboverkauf 29 Franken. Auf vier Seiten
pro Tag werden 33 Sender dargestellt, eine Doppelseite pro Woche gibt
über Programmhighlights Auskunft. TVlight hat keinen Mantelteil mit
redaktionellen Beiträgen, sondern lediglich den beliebten Rätselteil.
Gestartet wird mit einer Auflage von 40’000 Stück.
Aus zwei Gründen
denkt Herausgeber Michael Hahn, dass sich TVlight gegen die breite
Konkurrenz im Feld der TV-Zeitschriften durchsetzen kann: «Zum einen
wegen dem Preis, zum anderen wegen der Qualität.» Preislich ist TVlight
tatsächlich günstiger als etwa TVvier. Das ähnlich konzipierte Heft aus
dem Haus Ringier ist am Kiosk derzeit für 4.80 Franken zu haben. Die Qualität
besteht für Hahn im Listing der Programme: «Bei uns sind sie
handgemacht, während die Konkurrenz ihre Programmübersichten mit
Datenbankbeständen füttert.» Die Inhalte stammen vom gleichen
Lieferanten wie die von TiptopTV.
Auch im Druck können laut Hahn
Synergien mit dem Schwesterprodukt genutzt werden. Es bestehe jedoch
keine Gefahr, dass sich die beiden Produkte gegenseitig konkurrenzieren
würden. TVlight sei an Leute gerichtet, die eine reine Übersicht über
das Fernsehangebot erhalten wollen, während TiptopTV Leser anziehe, die
Berichte aus der Film- und TV-Szene wünschen. Ausserdem habe er die
zwei Zeitschriften zeitlich so rasch hintereinander lanciert, dass man
mit beiden auf dem gleichen Level starten könne, erläuterte Hahn. Beide
Hefte müssten sich noch etablieren und könnten sich also gar nicht
gegenseitig kannibalisieren.
Bei Ringier ist man über die Konkurrenz nicht sehr erfreut. «Wir
stellen fest, dass die neue Zeitschrift 1:1 wie unser TVvier aussieht»,
betonte Sprecher Marco Castellaneta. Der tiefe Preis von TVlight werde
Auswirkungen auf den Preis des Ringier-Hefts haben. «Bei gleicher
Qualität kauft der Leser doch einfach die günstigere Zeitschrift. Wir
werden deshalb nach einer Analyse der Sachlage reagieren.» Das
Argument, TVlight könne durch handgemachtes Listing mehr Qualität
bieten, leuchtet Castellaneta nicht ein. Die Programmübersicht in
TVvier stamme aus zuverlässigen Datenbanken, entscheidend sei für den
Leser schliesslich, dass die Angaben stimmen. Den Markt für
TV-Zeitschriften sieht der Ringier-Sprecher nun aber gesättigt, auch
wenn die vielen verschiedenen Publikationen unterschiedliche Leser
ansprechen würden: «Eine zweiwöchentlich erscheinende Zeitschrift mit
Hintergrundberichten konkurrenziert die vierwöchige Ausgabe ohne Mantel
nicht wesentlich. Der Kuchen ist jetzt aber auf alle Fälle verteilt.»
Carole Scheidegger

Obacht, der Beo kommt

Ratgeber Die Tücken des Alltags greift Spillmann Felser Leo Burnett in ihrer «Beobachter»-Kampagne auf.

Ratgeber Spillmann Felser Leo Burnett zeigt, wie wichtig der Beobachter als Ratgeber im Alltag ist.Eine rot-weisse Tafel mit der Aufschrift
«obacht» warnte vor Jahren in der Nähe des Zürcher Stauffachers bei der
Durchfahrt einer Unterführung. Martin Spillmann fiel das grafisch
wirkungsvolle Schild fast täglich auf dem Weg zu seiner Arbeit auf. Der
Werber hoffte, das antike Email eines Tages als Bürodekoration kaufen
zu können. Doch plötzlich war die Warnung verschwunden. Trotzdem blieb
die archaisch klingende Wortschöpfung seither weiter in Spillmanns Kopf
gespeichert. Jetzt ist dem CD von SFLB «obacht» wieder in den Sinn
gekommen.
«Man suchte eine Idee, die über alle Bereiche des Beobachters
(Branchejargon: ‹Beo›) durchgezogen werden kann», fasst Texter Peter
Brönnimann das Briefing des Verlages zusammen. Gemeinsam haben SFLB und
der Verlag nach einem Pitch jetzt die Lösung «obacht» gefunden.  
«Schön an diesem Auftrag ist, dass wir mit der Redaktion eng
zusammenarbeiten können», meint Spillmann. Das journalistische Team hat
nicht nur die aktuellsten Themen als mögliche Sujets für die Werbung
vorgeschlagen. Die neue Kampagne ist auch Thema im Editorial von
Beobachter-Chefredaktor Balz Hosang. Erstmalig in der Geschichte der
Schweizer Werbung gefiel es einer Redaktion, dass eine Anzeige sogar
das Titelblatt ihrer beworbenen Zeitschrift bedecken darf. Für die
erste Ausgabe am 14. Oktober, nach einem sanften Relaunch des
Beobachters, hat SFLB einen Umhefter gestaltet. Auf einer Klebefolie
ist dazu das Schlüsselwort «obacht» in verschiedenen Grössen gedruckt.
Die abreissbaren Sticker mit einem Pfeil sollen vom Publikum überall
hingeklebt werden, wo aufmerksame Beobachter aktiv etwas markieren
wollen. «Eine Kampagne, die auf die Strasse gebracht werden kann»,
hofft Spillmann.
Das Wort «obacht» wird aus dem Titel der Zeitschrift hervorgehoben. Es
soll jetzt aktiv und nicht mehr nur passiv beobachtend darauf
hinweisen, «wo etwas faul ist». Aktiv etwas aufdecken und Ratschläge
geben, das ist seit 79 Jahren das Anliegen des Beobachters. Seine Tipps
und Beobachtungen werden inzwischen alle zwei Wochen von 1060000
Leserinnen und Lesern erwartet. Und zwar nicht nur im Heft (siehe Box).
Der Beobachter ist damit zu einer Schweizer Institution geworden.
Als Sujets für die Kampagne wurden Szenen aus einer heilen Welt
dramatisiert, bei denen jedoch – «obacht» – überall Gefahren
schlummern. In der Schweiz werden jährlich 20 Milliarden Franken
vererbt. Für die Berater beim Beobachter ist das «ein gefragtes Thema»,
wie Verlagsleiter Roland Oetterli meint. Weitere Sujets in der auf alle
Bereiche des Verlages anwendbaren Kampagne sind Konflikte am
Arbeitsplatz, Drogenprobleme in den Schulen oder versteckte Gefahren in
der Umwelt.
«Das Wort ‹obacht› ist ein schön klingender Ausdruck, den wir mit
dieser Kampagne wieder reaktivieren möchten», hofft Spillmann. Mit den
Klebern kann auch auf neue Bucherscheinungen aufmerksam gemacht werden.
Mit mehr witzig gemeinten Warnschildern werden im kommenden Winter
möglichst viele Skiorte ausgerüstet. Weitere Überraschungen mit dem
Sticker sind bei der Agentur in Vorbereitung.
Dass es auch einen Film gibt, glaubt man bei SFLB noch nicht. Auch beim
Werbebudget könnte schliesslich im Verlag Jean Frey jemand «obacht:
Produktionskosten» sagen.    

Andreas Panzeri

SwissregioTV: Expansion ins Appenzellerland

Die vor einem Monat aufgeschaltete Internet-Fernsehplattform verfügt seit Oktober über einen Kanal für das Appenzellerland.

Die vor einem Monat aufgeschaltete
Internet-Fernsehplattform mit dem Namen SwissregioTV verfügt neu
über einen Kanal für das Appenzellerland. Bis anhin wurden die Regionen St. Gallen,
Fürstenland und Toggenburg abgedeckt. In Zukunft soll die ganze Schweiz
bedient werden. Im ersten Monat hat SwissregioTV rund
30’000 Videoabrufe registriert. Die User
verweilten gemäss einer Pressemitteilung durchschnittlich rund 20 Minuten auf der
Website. Die Erwartungen seien somit deutlich übertroffen  worden, erklärte
Peter Weigelt, Verwaltungsrat von Mediapolis, gegenüber dem St. Galler
Tagblatt. Neben Weigelts Firma Mediapolis sind auch die
Videoproduktionsfirma Decatron Media sowie die Swissregiobank für das
regionale Fernsehen im Internet verantwortlich. «Wir machen Fernsehen
aus der Region für die Region», sagte SwissregioTV-Chef Claudio De
Cataldo dem St. Galler Tagblatt. Gezeigt würden nicht etwa klassische
Nachrichten. Vielmehr wolle man sich auf «Good-News» konzentrieren,
betonte De Cataldo. Das Angebot an Beiträgen soll laufend erweitert
werden.

Numéro10 gestaltet Launchkampagne für Le Matin Bleu

Die Berner Agentur macht die neue Westschweizer Gratiszeitung bekannt.

Die Berner Werbeagentur Numéro10 hat in einem
Pitch die Lancierungskampagne für die neue Westschweizer Gratiszeitung
Le Matin Bleu gewonnen. Laut Mitteilung hat sich Numéro10 gegen einige
Agenturen aus Zürich durchgesetzt. Geplant sind VIP-Lancierungsevents
am 31. Oktober 2005, an diesem Tag wird Le Matin Bleu erstmals
erscheinen. Die Anlässe werden wahrscheinlich in Zürich und Genf
stattfinden; Einladungen gehen vorwiegend an Mediaagenturen, Partner
und Journalisten, wie Agenturchef Gilles Aeby der Werbewoche erzählte.
Das Konzept der Lancierungsanlässe bleibt aber noch geheim. In der
Westschweiz wird eine Printkampagne das neue Gratisblatt bekannt
machen. Im deutschsprachigen Landesteil werde man sich hingegen vor
allem an die Inserenten richten, mit Mailings und Anzeigen in den
Branchenpublikationen. Für den Budgetgewinn war die bilingue
Ausrichtung von Numéro10 in Aebys Augen bestimmt ein Vorteil, nicht
aber entscheidend: «Die Kreativität hat wohl den Ausschlag gegeben –
dass wir die Westschweiz gut kennen, hat aber sicher nicht
geschadet.»

Glotzen bleibt glotzen – trotz Harddisc

Festplattenrecorder Die Werbung kann aufatmen: Die TV-Sehgewohnheiten scheinen sich nicht zu ändern

Festplattenrecorder Laut einer neuen Studie sollen die Aufnahmegeräte die TV-Gewohnheiten doch nicht revolutionieren.Festplattenrecorder machens möglich: Eine
Woche lang kann man damit Fernsehsendungen nach Belieben aufzeichnen,
sie durch so genanntes Timeshift zeitversetzt ansehen und –
Panikpotenzial für die Werbebranche – die Werbeblöcke einfach
überspringen.
Im Auftrag von IP Deutschland und der ProSieben-Sat-1-Gruppe hat das
Institut für Markt- und Medienforschung (IFM) in Köln 50 Fernsehnutzer
auf die Couch gelegt und sie mittels Befragungen abgetastet, inwiefern
sich ihre TV-Gewohnheiten nach der Anschaffung eines
Festplattenrecorders verändert haben. Der Werbewoche liegt ein Résumé
der Studie vor, die an der kommenden Screen-up-Tagung am 25. Oktober in
Zürich vorgestellt wird.
Das IFM kommt darin zum Schluss, dass die Geräte zu keiner Revolution
der Gewohnheiten beim Fernsehpublikum führen werden.
Festplattenrecorder sind demnach keine Werbekiller, wie immer wieder
von der Werbebranche befürchtet. Die Probanden nutzen die Geräte «kaum
mehr als gelegentlich», um Werbung zu vermeiden, heisst es, obwohl
diese mit dem Vorsatz gekauft würden, Werbung «systematisch
herauszuschneiden». Die Eigendynamik der TV-Rezeption lasse sogar in
vielen Alltagssituationen «Raum für hinreichende Werbetoleranz». Da
fragt sich, warum denn Festplattenrecorder überhaupt gekauft werden?
Zum Kauf bewegt der Vorsatz, sich von den Programmvorgaben der Sender
zu emanzipieren nach dem Motto: Jeder sein eigner Programmdirektor.
Doch im konkreten Alltag wird das gemäss der IFM-Studie nicht
durchgehalten. Es stellt sich bei den Gerätebesitzern vielmehr eine Art
Parallelfernsehen ein: Normales Fernsehen wie bisher und andererseits
gelegentliches Sehen über Festplatte, um sozusagen die Programmhoheit
auszuüben. Weil man das Fernsehen so scheinbar mehr im Griff habe,
werde es wieder als wertiger angesehen, heisst es.
Die Studie berücksichtigt jedoch die Preisentwicklung der
Festplattenrecorder nicht. Die Preise der Geräte, gegenwärtig noch
zwischen 1500 und 2000 Franken, werden erwartungsgemäss fallen und die
derzeit aktuellen DVD-Recorder schon bald ablösen.   

René Worni

Anzeigen, die nicht für die Katze sind

Fachpresse Tierfreunde geben nicht nur Geld für ihre Lieblinge aus. Die Agentur KSSJ entdeckt die Tierwelt.

Fachpresse KSSJ entdeckt, dass Werbung in der samtpfotigen Tierwelt gehörig Biss hat.Das kann kein Hund wegbellen: Die
Fachzeitschrift Die Tierwelt wird von 367000 kaufkräftigen Leserinnen
und Lesern genutzt. Das Magazin ist damit ein erstaunliches
Medienprodukt: «Erstaunlich anders und erstaunlich erfolgreich», wie
die Agentur Krieg Schlupp Springer & Jacoby meint. KSSJ wundert
sich aber nicht. «Ein Teil des unternehmerischen Erfolgs beruht sicher
darauf, dass eine 4-farbige Seite in der Tierwelt nur gerade 3188
Franken kostet.» Das ergibt nämlich gemäss Uwe Schlupp und Daniel Krieg
einen rekordverdächtigen TLP von unter sechs Franken.
Wer kann damit erreicht werden? Wie Kurt Lipp, Verlagsleiter bei Die
Tierwelt, weiss, sind unter seiner Leserschaft nicht nur viele
Tierfreunde, sondern auch «bemerkenswert viele Autofreunde». Diese
geben natürlich nicht nur viel Geld für ihre Lieblinge mit Pfoten aus,
sondern lieben auch das schöne Fahren und Wohnen sowie noch vieles
mehr.
Diesem Wissen hat sich KSSJ für eine Herbstkampagne in der Fachpresse
von zwei Seiten genähert. Mit dem Motiv «Autos» wird kommuniziert: «Bei
uns erreichen Sie bemerkenswert viele Tierfreunde.» Dazu zeigt die
witzige Umsetzung, wie die Tierliebe auch in der Welt der Automarken
eine wichtige Rolle spielt – mit dem Pferdchen bei schnellen Flitzern,
einem Jaguar bei der Nobelmarke, dem Löwen bei Peugeot oder einem Stier
bei Lamborghini. Ein zweites Sujet mit Hunden zeigt umgekehrt, wie man
mit einer Anzeige in der Tierwelt «bemerkenswert viele Autofreunde»
erreichen kann. Weitere Motive folgen im Frühling 2006.
Die Tierwelt wird von der Schweizerischen Gesellschaft für
Kleintierzucht herausgegeben. Der Verlag ist in Zofingen zu Hause, und
gedruckt wird beim Zofinger Tagblatt. Sowohl bei den Abonnements als
auch im Kioskverkauf verzeichnet das Special-Interest-Medium seit
Jahren Zuwachsraten wie kein anderes Medium. Es dient Züchtern und
Haltern von Kleintieren als Drehscheibe für Fachinformationen. Eine
weitere Zielgruppe sind Heimtierhalter, Pferdesportfreunde und
Hobbygärtner.

Andreas Panzeri

AWP unter neuer Leitung

Christoph Gaberthüel hat per 1. Oktober die Geschäftsleitung der AG für Wirtschafts-Publikationen übernommen.

Christoph Gaberthüel hat per 1. Oktober
die Geschäftsleitung der AG für Wirtschafts-Publikationen (AWP)
übernommen. Bis anhin war Gaberthüel stellvertretender Geschäftsleiter
und Chefredaktor der Wirtschaftsnachrichtenagentur. Zuvor war er als
Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group sowie bei Arthur
Andersen Business Consulting und als Auslandredaktor der
Wirtschaftszeitung Finanz und Wirtschaft tätig. Der bisherige
Geschäftsleiter Hansjürg Saager bleibt als Präsident des
Verwaltungsrates weiterhin für das Unternehmen tätig.

Cinecom passt Strukturen an

Der Werbevermarkter ernennt einen COO und zerteilt den Bereich Adscreen.

Der Werbevermarkter Cinecom strukturiert um.
Weil das Unternehmen ab 2006 neben Sat.1 auch
Kabel 1 in der Schweiz vermarktet, wird die
Verkaufsorganisation neu ausgerichtet. Den Bereich TV, der bisher
von Geschäftsführer Matthias Luchsinger geleitet wurde,
übernimmt neu Roger Eckerlin, der seit vier Jahren
in der Sat.1-Kundenberatung bei Cinecom tätig ist.
Die drei Verkaufseinheiten (TV, Kino/Print und Lokal) werden neu direkt
Luchsinger unterstellt, welcher neben seiner Aufgabe als
Geschäftsleiter die Gesamtverkaufsleitung übernimmt. Aufgeteilt wird die Adscreen-Vermarktung: Der POS-Bereich (Coop Pronto, Einkaufszentren) wird in die TV-Vermarktung integriert, der Bereich Entertainment (Kinofoyers, samt Promotion und Events) dem Bereich Kino National zugeschlagen. Im Zuge dieser Umstrukturierung verlässt Roger Baur, der den Bereich Adscreen geführt hatte, das Unternehmen. Neu geschaffen wird die Position eines Chief Operating Officers (COO), welche Jean Claude Bruhin übernimmt. Ihm sind die Bereiche IT-Digital, Sales Services, Marketing Services und Forschung unterstellt. Bruhin war bisher Leiter Kommunikation von Cinecom und als solcher bereits für Marketing und Forschung verantwortlich.

VBZ zerteilen Tramdachwerbung

Die Verkehrsbetriebe Zürich passen ihr Angebot für Tramdachwerbung der neuen Fahzeuggeneration an.

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) passen ihr Angebot für Tramdachwerbung der neuen Fahzeuggeneration an. Die alten Modelle wie Mirage und Karpfen werden in den kommenden Jahren sukzessive aus dem Verkehr gezogen; Sänften (dreiteilig) und Cobras (fünfteilig) kommen vermehrt zum Einsatz. Deren Werbeflächen werden neu in drei Grössen verkauft: Small, Medium und Large. Letzteres entspricht der ganzen Tramlänge, Medium umfasst die drei bzw. zwei vorderen Teile, Small die hintersten Teile. Im Mittelteil der Sänfte können zudem dreidimensionale Elemente angebracht werden. Die Dachwerbung der VBZ wird gewöhnlich für ein Jahr gebucht.

Manifesto holt Verstärkung für die Produktion

Denny Spirig stösst als Junior Producer zur Zürcher Filmfirma.

Denny Spirig verstärkt seit Anfang Oktober als Junior Producer das Team von Manifesto Films in Zürich. Spirig war während viereinhalb Jahren Junior Account Director bei der Werbeagentur Grendene Ogilvy & Mather. Danach hat er an der New York Film Academy die Produzenten-Ausbildung durchlaufen. Bei Manifesto wird Spirig an der Seite von Senior Producer Shannon Mildon für eine optimale
Abwicklung der Werbespot-Produktionen zuständig sein.

Druckgelüste in der Ostschweiz

Schaffhauser Nachrichten und Tamedia kooperieren – lediglich – verstärkt im Bogendruck.

Schaffhauser Nachrichten und Tamedia kooperieren – lediglich – verstärkt im Bogendruck.Die seit einem Monat 100-prozentige
Tochter von Tamedia, die Huber & Co in Frauenfeld (Thurgauer
Zeitung), übernimmt  ab Jahresbeginn 80 % des Aktienkapitals der
Druckerei MeierWaser in Feuerthalen. Diese gehörte bisher zu je 50 %
der Tamedia sowie der Meier & Cie in Schaffhausen, ihres Zeichens
Herausgeberin der Schaffhauser Nachrichten (SHN). Damit entsteht eine
neue AG, die als Huber Print AG zeichnet, an welcher Meier & Cie mit
den restlichen 20 % beteiligt ist.

«Dies hat für die Schaffhauser Nachrichten keinerlei Konsequenzen»,
betont Norbert Neininger, SHN-Chefredaktor und CEO der Meier & Cie.
Die SHN werden bekanntlich im Zuge des anhaltenden
Konsolidierungsprozesses unter den Verlagen im erweiterten Grossraum
Zürich und der angrenzenden Ostschweiz stark von Tamedia und NZZ
umworben. Das könnte zu einem späteren Zeitpunkt den Einstieg von
Tamedia beim Blatt in der Munotstadt begünstigen. Doch Neininger
dementiert und wiederholt bereits frühere Aussagen, wonach die
SHN-Aktionäre, von denen er selber einer ist, nicht an einen Verkauf
des Titels denken.

Die Kooperation im Bogenoffsetdruck hat gemäss Neininger auch keinerlei
Einfluss auf die Verhandlungen über einen neuen Inserateverbund der
SHN, die demnächst wieder aufgenommen würden. Er hofft nach wie vor auf
eine Lösung im kürzlich noch existenten Inseratekombi 1 mit Landbote
und Thurgauer Zeitung.

Mit der Neugründung der Firma Huber Print AG reagieren die Unternehmen
auf die Überkapazitäten im Schweizer Bogendruckmarkt. Der Standort
Feuerthalen wird aufgegeben und der technische Betrieb in Frauenfeld
konzentriert. Die Kooperation kostet unter dem Strich 46 Mitarbeitenden
die Stelle, mit denen sozialverträgliche Lösungen ausgehandelt werden
sollen.

Unabhängig davon wird ab kommendem Jahr die Thurgauer Zeitung in der
Tamedia-Zeitungsrotation durchgehend vierfarbig gedruckt, womit sich
die teure Sanierung der heutigen Druckanlagen in Frauenfeld erübrigt.

René Worni

Swiss Music Radio kritisiert DAB

Der Kabel- und Satellitensender wird sich kaum um eine DAB-Ausstrahlung bewerben, weil der Preis pro Hörer noch viel zu hoch sei.

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom)
hat im August eine Bedürfnisabklärung für einen zweiten
DAB-Multiplex (digitales terrestrisches Radio) bei den interessierten
Kreisen in der Deutschschweiz durchgeführt (die Werbewoche berichtete).
Der Kabel- und Satellitensender Swiss Music Radio hat auf eine
offizielle Stellungnahme zu den Fragen des Bakom verzichtet, wie er am Dienstag mitteilte. Man könne diese Fragen derzeit nicht beantworten, da
Grundinformationen fehlten. So sei beispielsweise unbekannt, wieviele
DAB-Geräte in der Schweiz bereits in Betrieb seien und wie sich der
Verkauf entwickle. Zudem sei unklar, weshalb die SRG den existierenden
ersten DAB-Multiplex nur zögernd ausbaue.
Für Swiss Music Radio handelt es sich bei DAB nicht um eine Weiterentwicklung des
UKW-Radios, sondern um eine «Revolution». Diese habe der Markt aber bisher
nicht angenommen. Zudem sei DAB den Schweizer Konsumenten kaum bekannt.
Swiss Music Radio würde eine Verbesserung des UKW-Radios begrüssen und
hat dem Bakom empfohlen, neben DAB auch HD-Radio zuzulassen. Gemäss dem Sender würde HD-Radio viele Probleme lösen, denn die Kapazität auf
UKW könne damit verdoppelt werden. Ferner gebe es vielfältige
Internet-Radios und bei jungen Zielgruppen sei Podcasting viel mehr ein
Thema als etwa DAB.
«Mit welcher neuen Technologie gewinnt der Radioveranstalter neue
Hörer/innen und wieviel kostet das pro Hörer/in?» bleiben die zentralen
Fragen für Swiss Music Radio. Der Radiosender wird sich kaum
um eine DAB-Ausstrahlung bewerben, weil der Preis pro Hörer noch viel
zu hoch sei. Sollten die Kosten sinken, wird sich eventuell auch Swiss
Music Radio um eine digitale terrestrische Verbreitung
über DAB bemühen.
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