Zwischen Journalismus und Europa

Kolumne Journalisten und Medien verharren in Provinzialität, wo doch (Medien-)Konzerne und Institutionen schon längst global agieren, kritisiert Stephan Russ-Mohl.

Kolumne Journalisten und Medien verharren in Provinzialität, wo doch (Medien)Konzerne und Institutionen schon längst global agieren.Warum gibt es einen «amerikanischen», aber
noch immer keinen «europäischen» Journalismus und auch keine
«europäische Öffentlichkeit»? Als Ende letzter Woche
Kommunikationswissenschaftler aus ganz Europa in Amsterdam
zusammenkamen, um sich in der European Communication Association zu
vereinen, war dies ein Anlass, solchen Fragen nachzuspüren.

Denn irgendwie ist es ja grotesk: Die grossen Konzerne agieren längst
global, die Wirtschaftsräume wachsen zusammen; die politische
Integration Europas macht Fortschritte, die politische Macht verlagert
sich zusehends nach Brüssel; und auch Medienunternehmen wie Ringier,
Bertelsmann, Springer, Schibstedt, Pearson, Mediaset oder die
WAZ-Gruppe sind transnationale Akteure geworden. Warum also
europäisieren sich nicht längst auch der Journalismus und die
Öffentlichkeit?

Auf der Suche nach ökonomischen Erklärungen sind wir auf fünf Filter
gestossen. Sie wirken zusammen, und der Teufelskreis, der so entsteht,
lässt sich vorerst kaum durchbrechen: Die erste Barriere bildet die
Medienindustrie selbst – und zwar im Wettbewerb um Einschaltquoten und
Auflagen. Der zweite Filter sind die Publika, die die Medienindustrie
erreichen möchte. Deren begrenzte Aufmerksamkeits-Spanne macht es
schwer, kulturelle und sprachliche Barrieren zu überwinden: Medien sind
Massenprodukte. Die Masse der Leute sind keine polyglotten Europäer,
sondern Schweden, Polen, Franzosen, Deutsche oder Schweizer. Die Medien
sind und bleiben so lokal und provinziell wie die Publika, die sie
erreichen wollen.

Filter Nr. 3 sind die EU-Institutionen. Wie alle Bürokratien, die weder
von Parlamenten noch von den Medien hinreichend kontrolliert werden,
neigt die Kommission zu Autismus und ihr Apparat zur
Verselbstständigung.

Die jüngsten Studien des Mediatenor-Forschungsinstituts haben neuerlich
gezeigt, dass die EU weitgehend unterhalb der öffentlichen
Wahrnehmungsschwelle agiert und obendrein negative Wertungen das Bild
bestimmen. Daran haben ganze Heerscharen von PR-Experten bisher wenig
ändern können. Dabei wirken sie fraglos als vierte Barriere, weil sie
den Kommunikationsfluss steuern wollen und damit auch oftmals
Journalisten von Informationen abschneiden.

Der fünfte und letzte Filter sind die Journalisten selbst – jedenfalls,
wenn man auch ihnen Eigeninteressen unterstellt und nicht die Mär vom
pausenlosen Reporter-Einsatz im Interesse des bonum comune glauben mag.
Nur auf den ersten Blick ist die Statistik beeindruckend: Über tausend
Korrespondenten sind in Brüssel akkreditiert – mehr als in allen
anderen europäischen Metropolen und womöglich sogar mehr als in
Washington. Nur ein kleiner Anteil dieser Journalisten arbeitet
allerdings bei Medien, die Zugang zu den Entscheidern haben und auch
sonst vernünftige Arbeitsbedingungen garantieren.

Die wenigen Korrespondenten, die für die grossen Nachrichtenagenturen
und für die Leitmedien ihrer Heimatländer tätig sind, fungieren als
tonangebende Agenda-Setter unter den Brüsseler Korrespondenten.
Gegenüber den Heimatredaktionen müssen sie dagegen stets um Platz für
ihre Geschichten kämpfen. Tun sie dies allzu oft und intensiv,
verschlechtern sie indes ihre eigenen Arbeitsbedingungen in der
privilegierten Nische.

Ein weit grösserer Korrespondentenanteil besteht aus eher schlecht
bezahlten freien Journalisten, die auf ein zweites Einkommen angewiesen
sind. Zeit für profunde Recherchen bleibt ihnen kaum. Bereits 1999
verdiente sich ein knappes Drittel von ihnen in Brüssel ein Zubrot
durch Öffentlichkeitsarbeit – und so langweilig, wie auf PR gestützte
Berichterstattung oftmals ist, geraten dann eben auch die Storys vieler
Journalisten.
 
Insgesamt also weiterhin wenig Hoffnung auf mehr und besseren
«europäischen Journalismus» für eine wissbegierige «europäische
Öffentlichkeit».

Stephan Russ-Mohl leitet das Europäische Journalismus-Observatorium (www.ejo.ch) der Universität Lugano.

In die Nähe gerückt

Digitalkameras Bisher holte JvM/Limmat für Panasonics Lumix-Kameras die Sterne vom Himmel. Jetzt vereinfacht sie das Sightseeing.

Digitalkameras Bisher holte JvM/Limmat für
Panasonics Lumix-Kameras der FZ-Serie die Sterne vom Himmel. Da das
Observatorium im Taschenformat in verschiedenen Tests als Sieger
glänzte, soll jetzt ein neues Motiv nachdoppeln. Also riss das
Kreativteam mit dem Zoomobjektiv eines der beliebtesten Fotomotive der
Welt so nah heran, dass es das Fähren-Ticket glatt sparen und sich
nebenbei das starre CD-Korsett schenken konnte.

60 m2-Adventskalender

eBoard Zum ersten Mal wird heuer den 450'000 Zugpassagieren, die täglich von und nach Zürich reisen, ein Türchen aufgehen.

eBoard Zum ersten Mal wird heuer den 450
000 Zugpassagieren, die täglich von und nach Zürich reisen, ein Türchen
aufgehen. Und zwar 216 Mal am Tag auf dem eBoard der
ShopVille-RailCity. Dort erhalten die Bahnhofsgeschäfte während des
Advents die Gelegenheit, sich ins beste Licht zu rücken. Von den 25
Kugeln wird jeder Tag eine andere ins Zentrum gerückt und mit dem
Firmenlogo und der Botschaft des Absenders versehen. Infos findet man
auf .

Edipresse verliert an Aktienwert

Das Westschweizer Medienhaus hat zu Wochenbeginn einen Kurssturz erlitten.

Der börsenkotierte Westschweizer Medienkonzern
Edipresse hat zu Wochenbeginn einen Kurssturz erlitten. Obwohl das
Verlagshaus am Montag, einen Monat nach der Lancierung der
Gratiszeitung Le Matin Bleu, noch eine positive Bilanz zog, verlor die
Inhaberaktie 5 %, die wenig gehandelte Namenaktie gar 13 %. Der
Inhabertitel hat seit Ende Juni beinahe 30 % an Wert verloren, wie die
HandelsZeitung berichtet. «Wir haben für Edipresse schon eine
Empfehlung auf Reduzieren gehabt, als die Aktie um 600 Franken
gehandelt hat», sagt Scott Weldon, Aktienanalyst bei Lombard Odier
Darier Hentsch. Trotz des starken Kursrückganges bleibt Weldon bei
seiner Empfehlung. Denn er ist sicher, dass sich die Lancierung von 20
Minutes in der Romandie negativ auf die Abonnementszeitungen von
Edipresse auswirken wird.

Verkaufen mit Herzblut

Buchhandel Die Berner Billingue-Agentur Numéro 10 macht für die Ladenkette Fnac die erste Imagekampagne in der Schweiz.

Multimedia Die Berner Billingue-Agentur Numéro 10 macht für die Ladenkette Fnac die erste Imagekampagne in der Schweiz.Mit einer Filiale in Genf hat Fnac, die
französische Handelskette für Bücher, Musik und Technik, im Jahre 2000
ihren ersten Laden in der Schweiz eröffnet. Inzwischen prosperiert das
Unternehmen bereits mit einem zweiten Laden in Genf,
einem in Lausanne und seit neustem einer Filiale in Fribourg. Geplant
ist auch eine Expansion in die deutsche Schweiz. Geeignete Standorte
sucht Fnac in Zürich, Basel und Bern.

Seit dem Auftreten des französischen Multimedia-Spezialisten in der
Schweiz betreut die Agentur Numéro 10 im bernischen Bremgarten
sämtliche Kommunikationsmassnahmen für Fnac Schweiz. Bis jetzt hat
Stratege Gilles Aeby und sein Team vor allem die Eröffnung der
verschiedenen Läden mit allerlei Aktionen und Kampagnen bekannt
gemacht. Jetzt erlaubt das Budget erstmals auch eine Image-kampagne.

Für diese Ideen hatte Numéro 10 völlig freie Hand und musste sich nicht
an die Werbung von Fnac in Paris anlehnen. Fündig geworden bei der
Umsetzung ist die Agentur bei der besonderen Leidenschaft des
Verkaufspersonals bei Fnac. «Mit Herzblut» heisst das Stichwort für
deren Arbeit, denn die Verkäufer bei Fnac sollen im Laden ihre
Kompetenz konkret mit Vorlieben für bestimmte Bücher, Videos, eine neue
CD oder zum Beispiel ihren Lieblingsfilm auf DVD ihren Kunden auch
bekannt machen dürfen. «Alle Verkäuferinnen oder Berater bei Fnac
sollen gemäss Konzept des Unternehmens in eigener Kompetenz einzelne
Produkte individuell empfehlen und in den Vordergrund stellen dürfen»,
erklärt Aeby.

Dieses persönliche Identifizieren mit einem Angebot bildet nun auch die
Grundlage für die vorderhand drei Printsujets. Gezeigt wird «die totale
Kompetenz» zum Beispiel in Sachen Music-CD, indem der Verkäufer als
Schlagzeuger in eine Rockband eingebaut wird. Ein anderes Sujet zeigt
den Verkäufer als Schauspieler in einem Videofilm. «Als ob diese Szenen seine persönliche Traumwelt
wären», meint Aeby. Stilistisch lesbar wird diese Umsetzung mit Hilfe
der Grafik. Das Kontrastbild arbeitet mit Fotos, die in
Comics-Zeichnungen einmontiert worden sind.

Die Kampagne wird in allen wichtigen Printmedien der Romandie geschaltet. In einer zweiten Phase können auch noch Plakate zum Zuge kommen.

Andreas Panzeri

Schaffhausen druckt selbst

Druck Ab 1. April 2006 werden die Schaffhauser Nachrichten farbiger und eine Dreibundzeitung.

Druck Ab 1. April 2006 werden die Schaffhauser Nachrichten farbiger und eine Dreibundzeitung.Nachdem sich der Verlag der Schaffhauser
Nachrichten (SN) in Zürich und St. Gallen nach Druckalternativen für
das eigene Blatt umgesehen hatte, entschied der Verwaltungsrat nun
doch, die eigene, zehnjährige Anilox-Zeitungsrotation für 400 000
Franken aufzurüsten. Dies sagte SN-Verleger Norbert Neininger auf
Anfrage. Spätestens ab April 2006 können somit bei beiden SN-Bünden je
16 von 32 Seiten vierfarbig gedruckt werden, ein dritter Bund im
Zeitungs- oder Tabloidformat wäre gar durchgehend vierfarbig möglich.
Heute ist jeweils nur ein Viertel der Seiten farbig.

Parallel mit dem Druckereiausbau laufen bei der SN auch Vorbereitungen
für einen Layoutwechsel an. Fest steht, dass per 1. April 2006 aus der
Zwei- eine Dreibundzeitung wird, die sich weiter als Komplettzeitung
versteht, den Regionalteil jedoch ausbaut. Mit dem Relaunch wurde die
Ostschweizer Zeitungsdesignerin Katja Hösli (St. Galler Tagblatt,
Financial Times Deutschland, Bund) beauftragt.
Der Ausbau punkto Farbigkeit wird nötig, weil die SN öfters Engpässe
für vierfarbige Anzeigen hat. Da zudem das Kombi 1B (mit Landbote und
Thurgauer Zeitung) gemäss Neininger nun definitiv wieder steht und
dieses vielleicht dem Tages-Anzeiger angehängt wird, muss sich die SN
erst recht für zusätzliche Volumina rüsten. Die SN druckt unter anderem
das Winterthurer Stadtblatt und die Schaffhauser AZ.

Markus Knöpfli

Der Motorradfahrer

Florian Walz will die Plakatforschung Swiss Poster Research als neuer Projektleiter bei der Affichage ohne Verzug vorantreiben.

Florian Walz will die Plakatforschung Swiss Poster Research als neuer Projektleiter bei der Affichage ohne Verzug vorantreiben.
Er fährt fürs Leben gerne Töff. «Ich habe
schon viele Maschinen ausprobiert, von den imageträchtigen schweren
Boliden bis zum Motorrad, mit dem ich täglich zur Arbeit fahren kann»,
erzählt Florian Walz. Am Sonntag ein bisschen Passfahren sei nicht sein
Ding. «Es macht mich aber glücklich, wenn ich nach einem gelösten
Problem an einem Meeting auf meinem Töff dem täglichen Stress
entfliehen kann. Die ganze Hektik ist dann für mich weg.»

Florian Walz pflegt seine Leidenschaft, seit er mit 18 die Fahrprüfung
gemacht hat. Aber welcher Typ «Motorradfahrer» ist er? «Es gibt nicht
den Töfffahrer als Typ», meint der Mediaspezialist, «obwohl man heute
alle Personen einem bestimmten Typen zuordnen will». Walz jedenfalls
passt in keines der Bilder, die man sich vom Töfffahrer macht. «Das
zeigt, wie notwendig unsere Arbeit für die Mediaforschung ist. Es
illustriert aber auch, dass es manchmal nicht leicht ist …»

Ab dem 1. September hat Florian Walz innerhalb der Affichage Holding
von der E-Advertising in Winterthur ins Departement Corporate
Development der Konzernleitung der Affichage-Gruppe gewechselt. In
seiner neuen Funktion in Zürich als Chief Researcher Innovation and
Technology soll er sich künftig den technologischen Entwicklungen des
gesamten Out-of-home-Marktes widmen. Dazu gehört auch die
Projektleitung des Swiss Poster Research SPR, nachdem die Affichage beschlossen hat, diese gemeinsame Grundlagenforschung nach dem Ausstieg von Clear Channel allein zu Ende zu führen.

Angefangen hat diese von der Branche schon lange erwartete
Plakatforschung mit einem Pilotprojekt in Winterthur. «Es war wichtig,
dass auch jemand von Mediaagenturseite in der Arbeitsgruppe mitwirken
konnte», erklärt Walz. Er war in seiner Winterthurer Zeit beim SPR
gleich von Beginn weg beteiligt und war damals zuständig für den
Bereich Planungsinstrument.

Wie ist er in diesem Gebiet zum Spezialisten geworden? Nach einem abgebrochenen Studium der Germanistik und Publizistik an der
Universität Zürich hat er es später mit Umwelt- und Naturwissenschaften
an der ETH versucht. Er wollte einen Beruf, «wo man etwas mit Ideen
machen kann». Die Germanistik war enttäuschend, weil er mit
Althochdeutsch seine sprachliche Entwicklung nicht unbedingt weiter
gefördert sah. «Umwelt» war damals eine ganz neue Studienrichtung:
«Umfassend. Da war alles drin von Mathematik über Informatik bis
Geografie. Eine Art logische Weiterführung der Matur.» Zum Abschluss
ist es schliesslich trotz fortgeschrittener Prüfungen nicht gekommen,
weil Florian Walz als junger Vater plötzlich die Verantwortung für eine
Familie übernehmen durfte. Nachdem er in seinen Studienzeiten noch im
Gastgewerbe oder auch schon mal beim Zirkus gejobbt hat, schien ihm nun
die Zeit reif für etwas Handfesteres in der Werbung. Walz suchte den
Einstieg als Texter und ist 1996 schliesslich über Umwege zu Bemberg,
Gedenk, Media gekommen. «Die hatten einfach Vertrauen und Interesse an
einem Quereinsteiger.» Diese «kleine und kämpferische» Mediaagentur
zählte damals nur vier Mitarbeitende. Da hat Walz alle Arbeitsprozesse
von der Pike auf erlernen können. Als die Agentur 2002 mit Optimedia
fusioniert hat, waren es bereits 35 Leute. Diese ganze Entwicklung
miterleben zu können, empfindet Walz im Rückblick als sehr wertvoll. Er
selber hat sich in dieser Zeit vom Mediaassistent bis zum
Beratungsgruppenleiter entwickelt. Zum Schluss bei Optimedia hat man
ihn angefragt, ob er für den Bereich Aussenwerbung eine neue Unit
aufziehen und mit dieser für die damalige Zeit neue Standards setzen
will. Walz hat die Herausforderung angenommen und mit fünf
Mitarbeitenden innerhalb von zwei Jahren eine renommierte Einheit
präsentiert. Dann war es Zeit, wieder etwas Neues zu machen. Er sah
aber keinen Sinn darin, diese Agentur zu verlassen, nur um in einer
anderen wieder das Gleiche zu machen. «Nach acht Jahren Media musste es
etwas völlig Neues sein.»

Im Verlauf dieser Umbruchphase kam der Kontakt mit der E-Advertising in
Winterhur wie gerufen. Die Affichage wollte jemand von Agenturseite.
Dazu lockte Walz, dass es wieder ein kleiner kämpferischer Betrieb war,
den er von Beginn weg aufbauen konnte. Das Unternehmen E-Advertising
bestand nur aus zwei Technikern, einem Verkäufer, dem Geschäftsführer
und einer kleinen Administration. Das Produkt E-Board interessierte
ihn. «Ich konnte dahinter stehen, wusste aber, dass mein Engagement auf
zwei Jahre beschränkt sein wird.»

Schier unbeschränkt sind nun die Möglichkeiten, die Walz bei der
Affichage im Rahmen der Leitung des ganzen Forschungsbereiches
entdecken darf. «Die Aussenwerbung hat eine viel versprechende Zukunft,
die wir heute noch gar nicht genau definieren können», meint er.

Aussenwerbung hat für Walz ein riesiges Potenzial, weil man dem Plakat
nicht ausweichen kann. Zudem besitzt das Plakat eine grosse Akzeptanz.
Es ist für Walz entweder Informationsträger zum Beispiel für Kultur
oder ein ganz ehrlicher Werbeträger. «Diese Ehrlichkeit schafft fast
kein anderes Medium. Andere mischen zwischen Zweck, Information und
Unterhaltung. Darin verpackt ist die Werbung versteckt», glaubt Walz.
Diese Grenze zwischen Werbung und Ehrlichkeit könne manchmal Probleme
schaffen. Beim Plakat hingegen ist Werbung ganz klar als solche
deklariert. «Wenn Werbung derart ehrlich kommuniziert wird, ist auch
die Akzeptanz da. Es wird mir nichts vorgespielt.»

Bei der Affichage im Bereich Corporate Development kann er den Wandel
von einem klassischen Plakatunternehmen zu einem modernen
Medienunternehmen begleiten. Was sind zukünftige Werbeformen? Wo sind
neue Felder für die Aussenwerbung? Wie verändert sich das statische
Medium zu einem dynamischen? Was will der Markt?

Diesen Fragen wird sich Walz sicher wieder einmal mehr als nur zwei
Jahre lang widmen können, wenn die nächsten Schritte beim SPR
abgeschlossen sind. Nach der Realisation des Plakat-Tools und der
Markteinführung wird die anschliessende Weiterentwicklung der Forschung
auf der Basis von SPR in eine neutrale Trägerschaft überführt.

Andreas Panzeri

Die Weltwoche liest vor

Ab 1. Dezember bietet die Weltwoche ausgewählte Artikel als MP3-Datei oder als Podcast zum Anhören.

Ab 1. Dezember bietet die Weltwoche
ausgewählte Artikel als MP3-Datei oder als Podcast zum Anhören. Jede
Woche werden eine Hauptgeschichte und zwei Kolumnen aus der aktuellen
Ausgabe von Sprechern gelesen und als halbstündige Audiofiles kostenlos
zur Verfügung gestellt.

Leise rieselt der Schrott

Aufgefallen Die ästhetisch gelungene Collage – ‹Rote Kugeln am Weihnachtsbaum und in Shorts verpackt› – sucht ihresgleichen.

Unterwäsche Warhol ist tot, Beuys ist tot,
und ich fühl mich auch unwohl. Nicht weil der überzeugte Hutträger,
Fett- und Filzvirtuose den Künstlerbegriff etwas strapazierte. Dass
alle Menschen Künstler sind, hat man schon vor seiner Zeit in Museen
vernommen: «Das könnte auch mein Sohn malen, der zehn ist.»
Bauchschmerzen bereitet mir viel eher Beuys’ Darlegung, dass Werbung
Kunst ist. Dass wir alle Künstler und Werber in Personalunion sind.
«Mit Verlaub, lieber Joseph», würde ich am liebsten einwenden, «mit
Ihrem Jekami haben Sie uns eine Bilder- und Sprachschrotthalde
eingebrockt, die Sie nicht mehr auszulöffeln haben.»
Unsereins wird aber mit Sternstunden moderner Werbekunst wie Manors
Weihnachtsbroschüre konfrontiert. Das erste Werk darin stammt von einem
herzerfrischend philosophischen Sprachperformer: «Was würde sich die
Seele wünschen? Sie fährt nicht Ski und hört keine Musik. … Oder doch?
Sie ist ja immer und überall mit dabei.» Könnte doch von einem
Elfjährigen stammen. Wie alt dürfte dann der zeitgenössische Künstler
oder eben Werber sein, der die meisterhafte Anzeige für Schiesser
gemacht hat? Die ästhetisch gelungene Collage – ‹Rote Kugeln am
Weihnachtsbaum und in Shorts verpackt› – sucht ihresgleichen. Genau wie
der Claim, der mich eher peinlich berührt. Ich tippe auf achtjährig.
(la)

Tally Weijl engagiert sich für Weltaidstag

Der Schweizer Modekonzern spendet der Aids-Hilfe Schweiz 20'000 Franken, die er durch den Verkauf von rosa Plüschhäschen eingenommen hat.

In den letzten Monaten erzielte der Modekonzern Tally Weijl mit dem Verkauf von rosa Stoffhäschen
rund 20’000 Franken Erlös. Diese Summe spendet das Schweizer
Modeunternehmen anlässlich des Weltaidstags vom 1. Dezember 2005 der
Aids-Hilfe Schweiz, welche das Geld vollumfänglich für die
HIV-Prävention einsetzen wird. «Das Geld gibt uns die Möglichkeit,
verstärkt eine junge Zielgruppe über die Gefahren einer Ansteckung mit
dem HI-Virus zu informieren», sagte Katharina von Allmen, Leiterin
Fundraising der Aids-Hilfe Schweiz. Auch Tally Weijl möchte laut einer
Mitteilung ein klares Zeichen setzen und gleichzeitig der Meinung
widersprechen, die Mode und Werbung des Labels seien zu sexy.

Gross, grösser, XXL

Print Der deutsche Druckmaschinenhersteller MAN Roland thematisierte bei seinem «Heimspiel» in Augsburg das Supergrossformat.

Print Der deutsche Druckmaschinenhersteller MAN Roland thematisierte bei seinem «Heimspiel» in Augsburg das Supergrossformat.Im Oktober lud der
Druckmaschinen- hersteller MAN Roland Kunden und Fachpresse ins Werk nach
Augsburg zu einer zweitägigen, «Heimspiel» genannten Veranstaltung ein.
Erklärt wurde, was auf den ersten Moment nicht unbedingt einleuchtet:
Grössere Maschinen produzieren auch Kleinauflagen wirtschaftlicher.
Dazu wurde das Thema XXL (Supergrossformat) an der Kunden- veranstaltung
im Bogen, Illustrations- und Zeitungsdruck im wahrsten Sinne des Wortes
gross geschrieben.

Fehleinschätzung im Bogenbereich korrigiert
Jens Gebel, Leiter Geschäftsfeld Grossformat Bogendruck- systeme bei MAN
Roland, räumte ein, dass das Unternehmen im grossformatigen Bogendruck
Fehler bei der Einschätzung des Marktes begangen und das Feld lange
einem Mitbewerber überlassen habe. Ebenso hat man den
Entwicklungsaufwand unterschätzt. Der Konzern, der sich im Bogenbereich
in einer Restrukturierungsphase befindet, erkennt heute vor allem im
Bereich Verpackungsdruck einen Trend hin zu grösseren Formaten und
Maschinen. Doch nicht nur dort macht das Supergrossformat XXL – dazu
gehören das Format 7 (1,120 ¥ 1,620 mm), 7B (1,200 ¥
1,620 mm) und 8 (1,300 ¥ 1,850 mm) – Sinn. Auf die grossen Druckbogen
können 64
Seiten DIN A4 auf einmal gedruckt werden, womit sich XXL zum Beispiel
auch für die Buchproduktion eignet. Das Problem der anfänglich knappen
Auswahl an Druckformenbelichtern (CtP) und bei
Druckweiterverarbeitungsmaschinen ist inzwischen weitgehend gelöst. So
gibt es heute mehrere Anbieter von CtP-Belichtern – neben Agfa,
Basysprint und Creo bietet auch der
Schweizer Anbieter Lüscher entsprechende Systeme an –, auch sind
entsprechende Falzmaschinen (T1420 von MBO und TD 142 Topline von
Heidelberg) zum Falzen dieser riesigen, bis maximal knapp 2,5
Quadratmeter grossen Bogen im Markt erhältlich. Auch für Firmen, die
für die Weiterverarbeitung von Bogen im XXL-Format nicht ausgerüstet
sind, steht mit dem auf den letzten Druckzylinder montierbaren, so
genannten InlineSlitter ein Werkzeug zur Verfügung, das den Bogen
inline und hochpräzise in zwei Bogenteile trennt. Damit können auch
kleinere Falzmaschinen verwendet werden, ohne dass auf die Vorteile des
XXL-Formats (unter anderem höhere Produktivität, weniger Makulatur)
verzichtet werden muss. Auch die Papierhersteller haben sich auf die
grossen Formate eingestellt. Von M-real, Sappi, Stora Enso und UPM
steht inzwischen eine recht gute Auswahl an Papieren für das XXL-Format
zur Verfügung. Hier muss allerdings angefügt werden, dass die
Papierproduzenten weder alle Sorten noch sämtliche Grammaturen einer
Sorte führen. Da bekanntermassen Rollenpapiere günstiger sind als
Bogenpapiere, hat MAN Roland bei dieser Gelegenheit darüber informiert,
dass das Unternehmen im nächsten Jahr einen Inline-Sheeter samt einem
Rolle-Bogen-Anleger entwickeln will, der auch dem Format 8 Rechnung
trägt. Damit können Rollenpapiere im Bogenoffset eingesetzt werden.

72 Seiten von der Rolle
Obwohl der Rollendruck etwas anders tickt als der Bogendruck – die
Maschinen werden nicht nach ihren maximalen Druckformaten (z.B.
Speedmaster 74, Rapida 74, Roland 700 = Druckmaschinen verschiedener
Hersteller im «50 ¥ 70 cm [Netto]Format»), sondern nach den pro
Zylinderumdrehung produzierbaren Seiten bezeichnet –, macht gemäss
Vertriebsleiter Peter Kuisle auch im Illustrationsrollenoffset das
XXL-Konzept Sinn. Kuisle begründet dies mit Trends wie
Zielgruppen-Splitting, Regionalisierung/Lokalisierung,
Vor-/Testauflagen, Just-in-Time-Produktion und crossmediales
Publishing. «Wenn man sich diese Trends ansieht, dann fallen vor allem
die damit verbundenen kleineren Auflagen auf. Doch die
Schlussfolgerung, wonach kleinere Auflagen besser mit kleineren
Maschinen produziert werden, ist die falsche.» Warum diese Schlussfolgerung nicht
zutrifft, begründet Kuisle damit, dass grössere Maschinen im
Rollenbereich eine Produktion mit weniger Signaturen (ein dem
Druckformat entsprechender Bahnabschnitt) erlaubt. Weniger Signaturen
bedeuten kürzere Rüstzeiten, was zudem zu einer deutlichen Reduktion
der Makulatur führt – die das Unternehmen mit einer «Closed Loop»
genannten Qualitätssicherungslösung mit diversen Mess- und
Regelsystemen zudem noch unterstützt. Zum Erfolgsrezept XXL, das im
Illustrationsdruck zu einer Reduktion der Exemplarkosten führt (siehe
Kasten Seite 22), zählt nicht zuletzt die Automatisierung der
Druckanlage. Die Möglichkeiten reichen vom automatischen Rollenhandling
über einen automatischen Bahneinzug und Plattenwechsel bis zu
Maschinendiagnosesystemen. Der den Weltmarkt Illustrationsrollenoffset
(24 bis 72 Seiten) beherrschende Maschinenanbieter hat mit der
72-Seiten-Maschine Lithoman (2,06 m Bahnbreite) die weltweit grösste
(XXL-)Rotation im Portfolio.

XXL-Konzept auch auf den Zeitungsdruck übertragbar
Beim Zeitungsdruck sind die Ergänzungen zu den Maschinennamen auf die
maximal druckbaren Seiten in der Breite und im Umfang bezeichnet. Eine
2/1-Maschine verfügt demnach über eine Druckzylindergrösse, die zwei
(Broadsheet)-Seiten breit (Broadsheet = Sammelbegriff diverser
Zeitungsformate; siehe Ausgabe 37, Seite 24) und eine Seite hoch ist;
eine 4/2-Maschine vermag demnach mit einer Zylinderumdrehung 4 ¥ 2
Blatt = 16 (Broadsheet)-Seiten zu drucken – vierfarbig wohlgemerkt.
Doch obwohl Zeitungsmaschinen von Haus aus schon «extragross» sind,
bezeichnet MAN Roland erst die neue Zeitungsrotation Colorman 6/2 als
XXL-Maschine. Anton Hamm, Geschäftsfeldleiter Zeitungsmaschinen, ist
sich im Klaren darüber, dass die Technik nicht den Markt bestimmt.
«Aber», so erklärt er, «die Colorman XXL schafft 50 Prozent mehr
Druckkapazität als vergleichbare 4/2-Maschinen – pro Bahn bei gleicher
Geschwindigkeit. Damit lässt sich ein deutlich grösserer Ausstoss bei
gleichzeitig weniger Aufwand bei der Wartung, Energie und Gebäudekosten
erzielen.» Verlangt wurden von einer Zeitungsrotation in der
Vergangenheit zuerst mehr Möglichkeiten bei der Farbe, dann eine
einfachere Bedienung, gefolgt vom Wunsch nach einer flexibleren
Produktion, dann höchste Qualität – und schliesslich ist heute die
höchste Produktivität vordringlich. Die aktuelle Forderung nach einer
maximalen Produktivität erfüllten, so Hamm, gerade
XXL-Zeitungsrotationen in idealer Weise. Gefragt seien im Zeitungsdruck
zunehmend auch vorgelagerte Konzepte (Papierrollenlogistik) und
Lösungen nach der Rampe. Hamm weist damit auch darauf hin, dass die
Investition in die Maschine nur ein Teil der Gesamtinvestition ausmacht
und dass vor allem bei Investitionen in Rotationsanlagen der «ganze
Lebenszyklus» der Maschine berücksichtigt werden müsse. Dass MAN Roland
mit dem XXL-Konzept offenbar auch im Zeitungsbereich richtig liegt,
zeigen die Erfolge des auch im Bereich Zeitungsrotation führenden
Maschinenherstellers. Die Produktion des Augsburger Werks ist
dreischichtig ausgelastet, man produziert an sechs Tagen in der Woche.
Die erste weltgrösste Colorman 6/2 oder auch XXL genannte Maschine ist
ausgeliefert und produziert, die zweite wird gerade aufgebaut – bei
Pressedruck in Augsburg. So wurde der Kundenevent auch in diesem Sinne
zum Heimspiel.

Integrierte Produktion
Wie an der Veranstaltung immer wieder zu vernehmen war, ist die
eigentliche Produktion nur ein Teil der gesamten Produktionskette.
Gerade im XXL-Bereich ist es nicht zuletzt auf Grund der grossen
Investitionskosten besonders wichtig, sich diese genauer anzuschauen.
Norbert Ohl, Geschäftsführer der MAN-Roland-Tochter ppi Media GmbH,
erklärte hierzu die Bedeutung der Vernetzung für Verlage und
Druckhäuser. «Die Vernetzung der Produktionsmittel ist bei
XXL-Maschinen besonders wichtig.» Er spricht von elektronischen
Lauftaschen und digitalen Plantafeln, die auf dem neueren, so genannten
JDF-Standard basieren, der eine durchgehende Vernetzung ermöglicht.
Damit ist es zumindest technisch möglich, bisherige Produktionsinseln zu einem grösseren Ganzen zusammenzuführen.

Fazit: Grösste Hürden bestehen noch im Bogenbereich
Die Vorteile von XXL sind insgesamt nicht von der Hand zu weisen, wenn
auch das Thema selbstverständlich differenziert betrachtet werden muss.
Hürden gibt es noch im Bogenbereich. Obwohl dort die
Druckformenherstellung und das Falzen gelöst sind, gibt es bislang
keine Stanzmaschine, die mit der Roland 900 gedruckte Bogen zu stanzen
vermag. Auch ist die eingeschränkte Verfügbarkeit von Papieren im
Bogenbereich zu berücksichtigen. Einem von den Anwendern adressierten
Bedürfnis geht MAN Roland nach: Die Inline-Messung (automatische
Qualitätsprüfung des Bogens) ist in der Entwicklung. «Wir arbeiten
daran, weil wir wissen, dass die Handhabung der grossen Formate naturgemäss sehr schwierig ist», erklärt CEO
Gerd Finkbeiner, der die Veranstaltung mit einer Zusammenfassung
abgeschlossen hat.

Jürgen Franck

Der Glaube macht selig

Fussball Freiburghaus und Partner lanciert für die Young Boys in Bern eine neue Religion.

Fussball Freiburghaus und Partner lanciert für die Young Boys in Bern eine neue Religion.«YB forever» ist seit Generationen die
wichtigste Redewendung in Bern, die auch Gielen und Modis ohne
Frühenglisch verstehen. Die Berner Fans glauben an ihren Fussballclub,
auch wenn die Young Boys momentan im Mittelfeld darben und für das
nächste Spiel gegen den FC Thun am 2. Dezember nicht als Favorit
gehandelt werden. Dafür haben die Berner mit ihrem neuen Stade de
Suisse Wankdorf Bern das schönste Stadion in diesem Land.

Hundert Tage nach der Eröffnung ihrer neuen Heimspielstätte startet der
BSC Young Boys jetzt eine Kommunikationsoffensive. Das Ziel der
integrierten Kampagne in allen Medien ist die Erhöhung der
Zuschauerfrequenzen. YB war schon immer ein Club mit Kultpotenzial –
1898 gegründet, säumen zahlreiche sportliche Grosserfolge das Palmarés.
Mit dem neuen Stadion steigt dieses Potenzial weiter an, glaubt auch
die Agentur Freiburghaus und Partner in Bern. Sie will mit einer
kreativen Ola-Welle den Kreis der YB-Anhänger noch einmal erweitern.
Neue Besuchersegmente sollen mit engagiertem Fussball und hohem
Sitzplatzkomfort begeistert werden.

Im Auftrag des BSC Young Boys und der Stadionbetreiberin haben die
Kreativen von Freiburghaus und Partner dafür das Kommunikationskonzept
«Glaube an YB» entwickelt. Mit verschiedenen Sujets in Print, Radio, TV
und elektronischen Medien wird dafür geworben, die Mannschaft «in
guten, wie in schlechten Zeiten» zu unterstützen. Nicht nur der harte
Kern der Fans soll zu einem glaubwürdigen Teil der grossen YB-Familie
werden.

Der Marketingkreuzzug hat – der Zweck heiligt buchstäblich die Mittel –
für diese Idee sogar den YB-Wimpel ans Kreuz genagelt. Natürlich hat
sich die Agentur für diese Sünde einen kleinen Aufruhr erhofft. In der
protestantischen Stadt ist das mediale Fegefeuer allerdings nicht heiss
geworden. Dafür sind beim letzten Spiel am 26. November und Sieg gegen
St. Gallen unter den 12000 Zuschauenden tatsächlich rund 3000 Frauen
gesehen worden.

Diese haben die Young Boys und ihre Werber mit einer ersten Ladies
Night ins Stadion gelockt. Für einen Sonderpreis von 20 Franken durften
die Frauen sitzen, wo sie wollten und sich von den elf YB-Spielern «den
Kopf verdrehen lassen». Vor dem Spiel gab es eine Aufwärmrunde für die
Damen mit einem zweiten Gratis-Prosecco sowie Mitgliedern der
Frauennati als Stargäste beim «Cüplen». Wer Glück mit einem geschenkten
Los hatte, durfte auf dem heiligen Rasen gegen die Miss Schweiz zum
Penalty-Schiessen antreten. Die beste Schützin konnte dabei zwei
Tickets für Robbie Williams und sein längst ausverkauftes Konzert am
23. August im Stade de Suisse
gewinnen. Als weitere Events plant die Stadionbetreiberin und
Freiburghaus noch verschiedene Überraschungen. Vor der Tür steht eine
Weihnachtsaktion zur Promotion der neuen Jahreskarte. Die Kampagne soll
auch im nächsten Jahr zum Einsatz kommen. Neben neuen Sujets soll dann
noch stärker auf Viral-Marketing-Massnahmen gesetzt werden.

Doppelte Unterstützung
Unabhängig zu der Kampagne von Freiburghaus und Partner hat auch die
Berner Kommunikationsagentur Republica rund um das neue Stadion den
Auftrag für zwei TV-Spots erhalten. Diese werben für die Mall mit 35
Fachgeschäften und dem Coop Megastore als Einkaufserlebnis. In den
Spots warten die YB-Spieler und der als Schiedsrichter verkleidete
Sänger Kuno Lauener vergeblich auf das Einlaufen der Grasshoppers, da
sich diese lieber im Wankdorf Center vergnügen, als gegen YB zum Spiel
anzutreten. In einem zweiten Spot laufen die Tigers des SC Langnau in
ihre fast leere Eishalle Arena ein, weil alle Zuschauer ihren Spielern
ins nahe Wankdorf zum Einkaufen gefolgt sind. Zumindest hier hat das
Beten der YB-Fans genützt – wenn auch vorderhand nur für die Betreiber
der Verkaufsgeschäfte im Stadion und noch nicht für den
Club.       

Andreas Panzeri

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