Executive-MBA-Marketing lässt Kaderkandidaten singen

Der Nachdiplomstudiengang der Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung Zürich will mit einem viralen Werbespot die Aufmerksamkeit potenzieller Studierender auf sich ziehen.

Der Nachdiplomstudiengang
Executive-MBA-Marketing von der Hochschule für Wirtschaft und
Verwaltung Zürich möchte mit einem Werbespot die Aufmerksamkeit
potentieller Studierenden auf sich ziehen. Dafür hat er in
Zusammenarbeit mit der
Agentur 4C Business Campaigning einen – laut Medienmitteilung –
«grotesken Werbespot à la MusicStar» produziert, der ab 1. Dezember
unter dem Titel «CEO Casting» per E-Mail verbreitet wird. Der Spot
kann, wie auch zwei weitere, auf der Website von
Executive-MBA-Marketing abgespielt werden. Für Interessenten, die mehr
über den Studiengang erfahren möchten, findet am 7. Dezember findet im
Sihlhof an der Lagerstrase 5 in Zürich eine Orientierungsveranstaltung
statt.

Wer forscht, der stiftet

RTVG Rechtzeitig vor der zweiten RTVG-Lesung im Ständerat haben Privat-TVs, Privatradios und die SRG eine Lösung für die Forschung gefunden.

RTVG Rechtzeitig vor der zweiten
RTVG-Lesung im Ständerat haben Privat-TVs, Privatradios und die SRG
eine Lösung für die Forschung gefunden.Filippo Lombardi, CVP-Ständerat und
Präsident des Privatfernsehverbandes Telesuisse, hat es tatsächlich
geschafft: Sein Verband, die SRG, sowie der Verband Schweizerischer
Privatradios (VSP) sind sich über die künftige Organisation der
Publikumsforschung einig geworden.
Die Spitzen der drei Institutionen haben denn auch eine
«Absichtserklärung zwischen Telesuisse, VSP und SRG SSR idée suisse zum
Vorgehen betreffend Organisation der Nutzungsforschung gemäss RTVG
2006» unterschrieben. Lombardi hatte noch im September Vertreter der
drei Institutionen zusammengetrommelt, um nach jahrelanger Uneinigkeit
in dieser Frage endlich eine Branchenlösung präsentieren zu können
–rechtzeitig auf die zweite RTVG-Lesung im Ständerat hin. Eine Lösung
tat Not, denn wie die Branche war bisher auch das Parlament punkto
Radio- und TV-Forschung gespalten: Während der Nationalrat noch in
zweiter Lesung an einer Stiftung als Trägerin festhielt, wollte es der
Ständerat der Radio- und TV-Branche überlassen, welche
Trägerschaftsform sie wählt. Wenn der Ständerat diese Woche das RTVG
nun zum zweiten Mal berät, so stehen die Chancen gut, dass er diesmal
beim Thema Forschung (Artikel 85) eine Annäherung an den Nationalrat
schafft. Zumal seine vorberatende Kommission Mitte November der neuen
Lösung bereits zugestimmt hat. Sie hielt denn auch in ihrem Communiqué
fest, dass sie «in leicht modifizierter Form die Beschlüsse des
Nationalrates» übernommen habe.
Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich diese Modifikationen
allerdings keineswegs als «leicht». Der Gesetzestext, über den der
Ständerat diese Woche zu entscheiden hat, ähnelt zwar über weite
Strecken dem vom Nationalrat verabschiedeten Text, in der konkreten
Ausgestaltung läuft er aber auf eine neue Lösung hinaus, die sich am
Vorschlag anlehnt, den Walter Rüegg, Direktor von Radio DRS,
ausgearbeitet hat (siehe WW 37).

Die SRG lagert als Erstes den Forschungsdienst aus
Konkret einigte man sich darauf, dass die SRG in einem ersten Schritt
ihre Abteilung Forschungsdienst (FD) in eine Forschungs-AG auslagert,
an der sie vorerst 100 Prozent hält. Die SRG gewährt zudem der neuen
Forschungs-AG ein verzinsliches, aber nicht rückzahlbares Darlehen in
Form der Erhebungsmethoden und -systeme (Radio- und Telecontrol). Deren
aktueller Wert wird auf 4 Millionen Franken veranschlagt.
In einem zweiten Schritt gründet die SRG in Absprache mit den
Gesellschaften Telesuisse und VSP eine Stiftung, wobei die SRG
sämtliche Aktien an der Forschungs-AG als Stiftungsvermögen einbringt.
Damit wird die Stiftung zur Alleinaktionärin der Forschungs-AG. Auch
die privaten Radios und TVs zahlen einen – allerdings symbolischen –
Geldbetrag ein. Im Stiftungsrat und im Verwaltungsrat der Forschungs-AG
sind SRG und Private paritätisch vertreten, es müssen aber noch
weitere, nicht näher bezeichnete Personen dazugewählt werden. Die
Stiftung wird zudem der Aufsicht des UVEK unterstellt.
Vorgesehen ist, dass die Forschungs-AG einen jährlichen Beitrag aus den
Empfangsgebühren erhält. Ihre Daten soll sie ferner zu kostendeckenden
Preisen abgeben, wobei ausdrücklich auch die (neue) Verzinsung des
SRG-Darlehens sowie Abschreibungen unter die Kosten subsummiert werden.
Das heisst wohl, dass die Daten künftig etwas teurer werden. Für die
Preispolitik wird ab dato aber der Stiftungsrat zuständig sein.
Der wesentliche Unterschied zum Modell Rüegg besteht darin, dass offen
bleibt, was mit der Datenvermarkterin Publica Data AG (PDAG) geschieht.
Rüegg wollte diese 100-prozentige SRG-Tochter ebenfalls ausgliedern und
mit dem FD zur neuen Forschungs-AG fusionieren. Gegen diese Fusion
haben sich die Privaten offenbar erfolgreich zur Wehr gesetzt, weil sie
eine Trennung von Forschung und Vermarktung wünschen.
Punkto PDAG hält die «Absichtserklärung» nun lediglich fest, dass die
SRG bereit ist, die Publica Data AG zu verkaufen, wobei über den
Kaufpreis separat verhandelt werden müsse. Am ehesten kommen die
Privaten als Käufer in Frage, denn sie benötigen künftig eine Firma,
die die Daten der Forschungs-AG abkauft, diese aufbereitet und
weiterveräussert. Die SRG ihrerseits hat für ihre Bedürfnisse längst
solche Datenbezugsstellen: TV-Vermarkterin Publisuisse sowie die
einzelnen Medienreferate.
In einer Stellungnahme zur gefundenen Lösung betonte Walter Rüegg, die
Ausgliederung des Forschungsdienstes in die neue Forschungs-AG
entspreche einer Vorleistung der SRG, die die neue Lösung erst
ermögliche und deshalb auch vom Bundesamt für Kommunikation begrüsst
werde. Denn eine Ausgliederung der Forschung durch den Gesetzgeber wäre
nur schwer möglich», sagt Rüegg. Die neue Lösung würde nun der SRG und
allen andern Benutzern und Medien vor allem einen Vorteil bringen:
«Stabilität und Kontinuität in der Forschung.»

Markus Knöpfli

Kanton Solothurn will Tabakwerbung verbieten

Werbung und Sponsorig für Tabakwaren auf öffentlichem sowie auf privatem Grund, der von öffentlichem Grund eingesehen werden kann, soll künftig im Kanton Solothurn verboten werden.

Werbung und Sponsorig für Tabakwaren auf
öffentlichem sowie auf privatem Grund, der von öffentlichem Grund
eingesehen werden kann, soll künftig im Kanton Solothurn verboten
werden. Der Regierungsrat hat eine entsprechende Änderung des
Gesundheitsgesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Verboten werden
soll Tabakwerbung zudem im Kino sowie an Kultur- und
Sportveranstaltungen. Dasselbe soll auch für alkoholische Getränke
gelten. Dieses Verbot geht auf den vom Kantonsrat erteilten Auftrag
«Wirksame Tabakprävention» zurück. Nicht nur die Werbung, sondern das
Rauchen an sich soll im Kanton Solothurn in öffentlichen Räumen nicht
mehr erlaubt sein. Ausserdem soll ein Verkaufsverbot von Tabakwaren an
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren eingeführt werden,
einschliesslich ein Verkaufsverbot von Tabak an Automaten. Für die
Umsetzung eines Teils der Massnahmen sind Übergangsfristen vorgesehen.
So gilt für die Umsetzung des Werbe- und Sponsoringverbots für
traditionelle Anlässe mit Namensbezug zu Alkohol- oder Tabakprodukten
eine Frist von drei Jahren. Die Vernehmlassung dauert bis am 28.
Februar. Definitiv dürfte der Kantonsrat in der zweiten Jahreshälfte
2006 über die Gesetzesänderung befinden.

Ständerat bleibt standhaft bei Gebühren und Medienkonzentration

Trotz den Wünschen kleiner Lokalradios verlangt die kleine Kammer flexible Anteile beim Gebührensplitting. Bei der Höchstzahl der Konzessionen pro Veranstalter zeichnet sich ein Kompromiss ab.

In der Differenzbereinigung zum Radio- und
TV-Gesetz ist der Ständerat in mehreren wichtigen Punkten hart
geblieben. In der Frage des Gebührensplittings verlangt er weiterhin
eine flexible Lösung. Unter private Radio- wie Fernsehsender sollen
jeweils 3 bis 5 % der entsprechenden Gebühreneinnahmen verteilt werden.
Während diese Lösung beim TV unumstritten war, unterlag ein Antrag für
fixe 4 % beim Radio nur mit einer Stimme Unterschied. Maximilian
Reimann und Filippo Lombardi hatten sich dafür eingesetzt. Lombardi
erklärte, die Radios hätten immer signalisiert, dass sie eine fixe
Lösung bevorzugen würden, während die TV-Sender eher mit einem
flexiblen Satz leben könnten. Reimann berief sich auf eine Gruppe von
17 finanzschwachen Sendern, die eindeutige Verhältnisse beim
Gebührenbezug wünschten.
Noch verschärft hat der Ständerat die Differenz zum Nationalrat bei der
Organisation der Programmaufsicht. Er will getrennte Zuständigkeiten
für redaktionellen Teil und Werbung. Wie bisher soll für ersteres die
Unabhängige Beschwerdeinstanz (UBI) zuständig sein, für letzteres die
Bundesbehörden. In der ersten Lesung hatte er der UBI noch Kompetenzen
für Werbung zugesprochen, sofern es dabei um Aspekte der freien
Willensbildung gehe. Thomas Pfisterer als Sprecher der vorberatenden
Kommission betonte, anders als beim Programm gehe es bei Werbung nicht
darum, durch inhaltliche Überprüfung vor Manipulation zu schützen:
«Werbung ist per definitionem einseitig und will in einem gewissen Grad
manipulieren. Das soll sie ja können», sagte der FDP-Ständerat. Es gehe
darum, dass die Werbung als solche erkennbar sei, damit die Zuschauer
sie beurteilen könnten. Sein Parteikollege Fritz Schiesser meldete
allerdings Zweifel an, ob die Trennung der beiden Kompetenzbereiche
angesichts neuer, mit dem Programm verknüpfter Werbeformen künftig
überhaupt klar gezogen werden könne.
Eine Beschränkung der Anzahl Konzessionen pro Veranstalter lehnt der
Ständerat weiterhin  ab. Er verlangt wie bisher die Streichung
eines Vorschlags des Nationalrats, dass nur je zwei Radio- und
TV-Konzessionen erlaubt werden sollen. In der Diskussion spurte CVP-Rat
Rolf Escher allerdings bereits für eine Kompromisslösung vor: In der
vorberatenden Kommission sei ein Antrag nur knapp unterlegen, der zwar
der Beschränkung zustimmte, diese aber nur für Konzessionen mit
Gebührenanteil gelten lassen wollte. Dies könnte «in der nächsten Runde
die Vermittlungslösung sein», meinte Escher, er selbst werde jedenfalls
das nächste Mal für eine Einschränkung stimmen.
Festgehalten hat der Ständerat auch an der so genannten «Lex Russi»:
Nur ständigen Mitarbeitern eines Senders soll es verboten werden, auf
diesem zu werben, nicht allen regelmässig mitwirkenden Personen, wie es
der Nationalrat fordert. Damit soll es vor allem Sportlern ermöglicht
werden, zugleich als Kommentatoren wie als Testimonials tätig zu sein.
Besonders freundlich gesinnt ist der Rat dem Auslanddienst Swissinfo.
Er hat nicht nur den Beitrag des Bundes von der Hälfte auf «mindestens
die Hälfte» erhöht, sondern beharrt auch darauf, dass SRG-Programme für
das Ausland werben dürfen. «Swissinfo könnte unseres Erachtens dieses
Geld gut gebrauchen; damit würde auch der Bund entlastet», sagte Rolf
Escher. Gerade im Ausland seien Werbebeschränkungen doch oft sehr viel
larger.
Bei den Bestimmungen zur Alkoholwerbung hat der Ständerat eingelenkt.
Sie wird vollständig verboten für Fernsehprogrammen in- und
ausländischer Veranstalter, die national oder sprachregional verbreitet
werden und sich eigens an das schweizerische Publikum richten. Auch die
Kompetenz des Bundesrats, zum Schutz der Gesundheit und der Jugend
bestimmte Werbesendungen als unzulässig zu erklären, hat der Rat jetzt
abgesegnet.
Einig sind sich die beiden Räte nun auch in der Frage der
Publikumsforschung. Zuvor hatte die grosse Kammer eine Stiftung
einrichten wollen, während die kleine eine Branchenlösung bevorzugte.
Nachdem die Branche selbst eine Stiftungslösung entwickelt und
vorgestellt hat, sah der Ständerat keinen Grund mehr zu Opposition. Nur
in zwei Punkten änderte er den Vorschlag des Nationalrats bedeuten ab:
Die Stiftung darf ihre Aufgaben auch an von ihr beherrschte
Tochterfirmen übertragen, und der Bundesrat soll keine mindestens zu
erhebenden Daten festlegen. Nicht eingegangen ist der Rat auf einen
Wunsch der Branche: Sie wollte, dass der Bundesrat die Mitglieder des
Stiftungsrats «auf Antrag der Betroffenen» wählt. Für den Fall, dass
die Branche sich nicht auf Anträge einigen könnte, bevorzugt der Rat
die Formulierung, dass der Bundesrat Vorschläge der Betroffenen
berücksichtigt.
Formuliert wurde die «Branchenlösung» von der SRG, dem
Privatfernsehverband Telesuisse und dem Verband Schweizerischer
Privatradios. Wie es zu dieser Einigung kam und was sie für die
SRG-Tochter Publica Data bedeutet, lesen Abonnenten der Werbewoche
hier:

Urs Siegfried verlässt Toxic.fm

Der Geschäftsführer des St. Galler Lokalradios Toxic.fm wechselt Ende Februar zum Medienbeobachtungsunternehmen Argus.

Der Geschäftsführer des St. Galler Radios
Toxic.fm, Urs Siegfried, wechselt Ende Februar 2006 zum Zürcher
Medienbeobachtungsunternehmen Argus. Dort wird
er die Stelle des Leiters Monitoring übernehmen. Sowohl der
scheidende Geschäftsführer als auch der Stiftungsratspräsident von
Toxic.fm, Adrian Schawalder, betrachten den Zeitpunkt für einen
Führungswechsel als günstig: «Siegfried ist es innerhalb der letzten
zwei Jahre gelungen, das junge Radiounternehmen aus der turbulenten
Gründungszeit herauszuführen und ein sicheres Fundament für eine
weiterhin positive und nachhaltige Entwicklung von Toxic.fm zu legen»,
so Schawalder. Ein Nachfolger sei noch nicht bestimmt, heisst es weiter
in einer Mitteilung des Senders.

Was tun mit dem digitalen Bild?

Fotodruck Fotos werden gerne ausgegeben, statt sie nur zu speichern und am Bildschirm anzusehen. Möglichkeiten zur Ausgabe gibt es viele.

Fotodruck Fotos werden
gerne ausgegeben, statt sie nur zu speichern und am Bildschirm
anzusehen. Möglichkeiten zur Ausgabe gibt es viele.Zu den Vorteilen digital vorhandener Fotos
gehört die sofortige und einfache Verwendung mit Computern, modernen
elektronischen Geräten und Telekommunikationsmitteln. Vor allem durch
die Digitalfotografie ergeben sich darüber hinaus viele neue und
interessante Präsentationsformen. Fotos können direkt von der Kamera
auf einem TV-Gerät oder Computer als Diaschau vorgeführt werden, sie
lassen sich für den gleichen Zweck auf Datenträger übertragen, im Web
publizieren oder auf mobilen Geräten (Handy, PDA, Multimediaplayer)
darstellen.
Trotz dieser Fülle an elektronischen Möglichkeiten sind Fotos auf
Papier nach wie vor ausgesprochen beliebt. Vielleicht ist es eine reine
Gewohnheit, die aus «alten» analogen Fototagen herrührt. Tatsache ist
jedoch, dass Papier als Medium für Digitalfotos den neuen
Präsentationsformen in vielen Punkten überlegen ist. Auf Papier kann
ein Foto überall und jederzeit von jedermann angeschaut werden. Es
braucht dafür weder ein technisches Gerät, das gestartet und mit
Energie versorgt werden muss, noch wird vom Betrachter Know-how bei der
Bedienung verlangt.

Bilddaten auf Papier bringen
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, um digitale Fotos zu Papier zu bringen. Entweder werden sie in
einem Fotolabor per Laser- oder Elektronenstrahl auf herkömmliches,
lichtempfindliches Fotopapier belichtet, das anschliessend in einem
chemischen Prozess entwickelt und fixiert wird, oder die Fotos werden
mit einem Digitaldruckverfahren ausgegeben. Der Weg über das Labor
lohnt sich besonders, wenn viele Fotos aufs Papier sollen, denn man
spart dabei Geld und vor allem Zeit, die für das dauernde Füttern des
Druckers mit Druckaufträgen, Papier und Tinten benötigt wird.
Endverbraucher bringen ihre Digitalfotos entweder zu einem lokalen
Fotohändler oder senden sie übers Internet direkt in eines der
preisgünstigen Online-Versandlabors. Die Preise für ein 10 ¥ 15 cm
grosses Bild liegen dort zwischen 20 und 60 Rappen. Eine Übersicht über
Labors und Preise gibt es im Internet unter www.bessere-bilder.ch. Auch
Profis benutzen diese Labors oder deren Professional-Varianten (etwa
www.pro.colormailer.ch). Wenn spezielle Arbeiten, besonders grosse oder
hochwertige Vergrösserungen benötigt werden, ist das Fachlabor die
richtige Anlaufstelle.
Der Fotodruck mit dem eigenen Drucker bietet den Vorteil, dass die
Papierbilder fast unmittelbar verfügbar sind. Spezielle Fotodrucker
bieten heute eine Qualität, die der von Fotos aus dem Labor entspricht.
Meist handelt es sich hierbei um hochauflösende Tintenstrahldrucker,
die an Stelle der üblichen vier Farben sechs oder bis zu neun fein
nuancierte Farben für möglichst authentische Drucke verwenden. Eine
trotz niedriger Druckauflösung vergleichbare Qualität liefert ausserdem
das Thermosublimationsverfahren, das heute vor allem bei kleineren
Druckern implementiert ist. Die Kosten für ein 10 ¥ 15 cm grosses
Papierbild betragen beim Kauf von günstigen Fotokits (Druckfarbe und
Papier) 45 Rappen pro Bild (nur Verbrauchsmaterial), liegen ansonsten
eher zwischen 60 und 90 Rappen.
Der Tintenstrahldruck wird aber nicht nur für den schnellen Ausdruck
eines Papierbilds, sondern auch für hochwertige Papierabzüge
(FineArt-Prints) genutzt, die zum Beispiel in Ausstellungen gezeigt und
verkauft werden. Hierfür
werden Tinten mit Farbpigmenten
eingesetzt, die besonders lichtbeständig sind. Für den Bereich der Kunstfotografie werden zudem graue
Tinten zu einigen Epson-Druckermodellen angeboten. Diese ermöglichen
die Reproduktion
von analogen und digitalen Schwarzweissfotos als fein nuancierte
Graustufendrucke ohne den sonst üblichen Farbstich. Im Consumerbereich
bietet sonst nur noch HP Graupatronen passend zu einigen ihrer
Fotodruckermodelle an. Das Drucken von Fotos wird zudem von vielen Copyshops, Fotohändlern und
Fachlabors als zusätzliche Dienstleistung angeboten. Zielgruppen sind
Konsumenten und Firmen, die schnell Papierbilder benötigen, keine Zeit
haben oder über keinen geeigneten Drucker verfügen. Für das Poster zur
Dekoration oder für Museums-, Messe- und Ausstellungsplakate und
dergleichen in Auflage 1 oder in Kleinstauflagen bieten sich diese
Dienstleister ebenfalls an, sofern sie über so genannte
Large-Format-Drucker verfügen, um damit diese grossen Formate
produzieren zu können.

Papierbilder hier und jetztViele
der aktuellen Fotodrucker lassen sich auch PC-unabhängig
betreiben. Integrierte Laufwerke für die gängigsten Bildspeicherkarten
ermöglichen den Druck von Fotos ab Speicherkarte, während dank des
PictBridge-Standards – einem offenen Standard für den Direktdruck ohne
PC – beliebige Kameras und Drucker per Kabel (USB) oder per Funk
(BlueTooth, WLAN) miteinander verbunden und Fotos so
direkt aus der Digitalkamera heraus gedruckt werden können. Besonders
praktisch ist dies bei kleinen portablen Geräten, die Fotos im
annähernden Postkartenformat (meist 10 ¥ 15 cm) ausgeben. Sie lassen
sich an Partys oder sonstige Anlässe mitnehmen und ebenso für die
professionelle Eventfotografie einsetzen. Mit einem Akku erzeugen
solche Mobildrucker persönliche Postkarten auf Ferienreisen oder
«digitale Sofortbilder» für den Fotografen beim Outdoor-Shooting. Ein
Modefotograf kann anhand des
Papierbilds die optimale Bildgestaltung mit dem Stylisten, dem Modell
und einem anwesenden Auftraggeber besprechen.

Fotobücher statt Album
Es gibt also viele Möglichkeiten, um Papierbilder ab Digitalfotos zu
erhalten. Statt diese dann als losen Papierstapel herumzureichen,
könnte man sie ganz klassisch in ein Fotoalbum kleben. Doch auch hier
bietet die Digitaldrucktechnik mit dem gedruckten und anschliessend
gebundenen Fotobuch eine zeitgemässe Alternative.
Mit einem kostenlos von der
Internetseite eines Fotobuchdienstleisters heruntergeladenen Programm
kann jedermann am Computer zuerst ganze Seiten und schliesslich diese
zu einem Fotobuch zusammenstellen. Die Programme bieten je nach
gewähltem Buchformat gleich mehrere Schablonen bzw. Vorlagen für
Seitenlayouts mit 1, 2, 3, 4 oder mehr Fotos. Nachdem für eine Seite
eine Layout-Schablone gewählt wurde, können mit der Maus Digitalfotos
von der Festplatte in die Platzhalter der Seitenschablone gezogen
werden. Bild um Bild werden so die Seiten gefüllt und dazu allenfalls
Bildlegenden oder kurze Texte eingetippt. Änderungen in der
Seitengestaltung sowie der Reihenfolge sind dabei jederzeit möglich.
Ebenso können einzelne Fotos wieder entfernt und durch andere ersetzt
werden. Abschliessend werden dann die Layout- und Bilddaten direkt aus
dem Programm per Internet in die entsprechend ausgerüstete
Fotobuchdruckerei oder ein Online-Labor übermittelt – die Daten können
allenfalls auch auf eine CD-ROM gebrannt und per Post verschickt werden.
Gedruckt werden die Fotobücher mit einem Digitaldrucksystem, das diese individualisierten Drucke erst ermöglicht.
Anschliessend werden die Bücher je nach Wunsch und Budget gebunden
(Fadenheftung, Klebebindung, Spiralbindung oder Drahtheftung) und an
den Kunden verschickt. Dieser erhält so innerhalb von drei bis maximal
vierzehn Tagen ein Fotobuch mit den eigenen Fotos, das, mit edlem
Leineneinband als Hardcover oder bedrucktem Halbkarton (Softcover)
ausgerüstet, wie ein Bildband aus dem Buchhandel daher- kommt.
Während das Fotobuch für den Endverbraucher eine trendige Alternative
zum herkömmlichen Fotoalbum und für das bevorstehende Weichnachtsfest
eine attraktive Geschenkidee darstellt, kann es auch anderweitig
genutzt werden. Fotografen, Fotomodelle und andere Kreative setzen
Fotobücher als Demomappe ein, in Kleinauflagen taugt es als Handkatalog
zu einer Ausstellung – und nach einem Anlass eignet es sich gut, den
Teilnehmern ein Exemplar zur Erinnerung an den Event zu verschicken.

Markus Zitt

Das Theater ums Kino

Kino Keine Spur von Krise: Die Gattung Lichtspieltheater lebt und bewegt sich, nach Rekordjahren, wieder in leicht ruhigeren Gefilden.

Kino Keine Spur von Krise: Die Gattung
Lichtspieltheater lebt und bewegt sich, nach Rekordjahren, wieder in
leicht ruhigeren Gefilden. Das Kinogeschäft steckt in der Krise, war
kürzlich im Spiegel zu lesen. Besonders die grossen Multiplexkinos
stehen in Deutschland vor leeren Sälen und kämpfen, wegen dramatisch
sinkender Zuschauerzahlen, ums Überleben. Der Branche macht
überdies der Siegeszug der DVD zu schaffen und ausgerechnet jetzt fehlt
es an attraktiven Filmen. «Das Filmangebot war in diesem Jahr zu
eintönig», sagt Erwin C.
Dietrich zu Rückgängen, die sich auch im  diesjährigen Schweizer
Kinogeschäft bemerkbar machen. Das Publikum sei der mit Spezialeffekten
hochgezüchteten Hollywood-Produktionen müde und wolle keine
Fantasyfilme mehr sehen, keine
Katastrophen und nicht noch einen weiteren Spiderman. «2005 hatten wir
keinen einzigen deutschen Film, der in die Millionen ging», sagt
Dietrich. Früher habe es zudem jedes Jahr immerhin einen 007 gegeben,
ein
jeweils sicheres Geschäft. Doch sogar der blieb heuer aus. Der
75-jährige Zürcher Kinokönig hat unlängst seine beiden grossen
Lichtspielhäuser Cinemax und Metropol an die
Kino-Theater-AG (Kitag) verkauft und zieht sich altershalber aus seinem
Metier zurück.

Droht dem Schweizer Kinogeschäft ähnliches Ungemach wie dem deutschen?
«Die Kurve bewegt sich immer auf und ab, das gilt für die USA, für
Europa und auch in der Schweiz machen wir hier keine Ausnahme», sagt
Grégoire Schnegg, Generaldirektor von Pathé Schweiz. Der
Überlebenskampf deutscher Multiplexkinos sei hingegen eine
Teilproblematik, die so nicht bestehen müsste, wären massgebende
Faktoren bei der Eröffnung der Lichtspieltheater berücksichtigt worden.
Heute leidet man in Deutschland an zu vielen Kinosälen, die in den
boomenden 90er-Jahren als wahre Popcorntempel lieblos aus dem Boden
gestampft wurden und mit ihrem Ambiente heutige Besucher schon fast in
die Flucht schlagen. Dabei wäre gemäss Schnegg die Abklärung der
Bedürfnislage auf einfachste Art zu errechnen. «Der Rest hängt vom
Filmangebot ab, vom Wetter und vom Fussball.» Doch trotz DVD und
Homecinema sei die Erfolgskurve weiter steigend.
Offenbar liegt es in der Natur der Sache, dass das Kino regelmässig
totgesagt wird, kaum gehen die Besucherzahlen etwas zurück. Dass dies
nach dem Kinorevival von 2003 jetzt wieder passiere, mache «schon etwas
muffig». Denn Kino, das bestätigt Erwin C. Dietrich aus
jahrzehntelanger Erfahrung, ist als gesellschaftlicher Anlass, als
Gemeinschaftserlebnis, unverändert aktuell und ausserdem die
Unterhaltungsform, die am günstigsten zu haben sei. Zudem hat die
Branche gelernt und bietet seit geraumer Zeit dem Publikum im
Zuschauerraum vereinzelter Kinos kuschelige Nischen, wo etwa Prosecco
und Snacks gereicht werden.

Jüngst meldete sich auch die Kinovermarkterin Cinecom in einer Medienmitteilung zu Wort und
dementierte ihrerseits die Meldungen über die Krise der Kinobranche.
Mathias Luchsinger, CEO von Cinecom, will den Vergleich mit Deutschland
nicht gelten lassen. Luchsinger spricht von starkem Overscreening, die
Kinobesitzer hätten am Publikum vorbeigeplant und viel zu viele Kinos
aufgestellt. «Bei uns ist das anders, wir haben kein Overscreening in
der Schweiz, die Multiplexkinos entwickeln sich gut und haben Besucher
gewonnen.» Hier und da werde es auf
dem Land hingegen zu Flurbereinigungen kommen, da es immer noch überdurchschnittlich viele Landkinos gebe.
Mit über 18 Millionen Besucherinnen und Besuchern erlebte die
Kinobranche im Jahr 2003 ihren Höhepunkt. Auch im 2004 lag die Zahl bei
stattlichen 17,7 Millionen und dürfte sich bis Ende Jahr zwischen 15
und 16 Millionen einpendeln, schätzt Luchsinger. «Die Kinobesitzer
haben in den vergangenen zwei Jahren viel verdient und kommen jetzt
wieder auf ein Niveau wie in den 90er-Jahren.» Die beschworene Krise ist für Luchsinger nichts weiter als die Normalität, wo man
jedoch immer noch um 10 Prozent über dem Schnitt der Jahre 1995 bis
2000 liege.

Doch gefährdet die ungebrochene Verbreitung der DVD oder der
Filmdownload den Kinobesuch? «DVD und iPod sind Sachen, die passieren
im privaten Umfeld, doch ins Kino geht man gemeinsam», sagt Luchsinger.
Es wäre ähnlich, wie wenn wegen des Musikdownloads plötzlich weniger
Konzerte stattfänden. Das Geld fliesse ja in die Kassen der
Filmindustrie, die ihrerseits wieder Filme damit produziere. Doch so
ganz von alleine geht nichts. Kinobesitzer investieren deshalb laufend
in die Einrichtung, in Soundqualität und zukünftige Technologien, zum
Beispiel 3D. Auch mit der Werbung wird nicht geprotzt in Schweizer
Kinosälen. Wo in Deutschland bis zu 25 Minuten Werbung abspult,
beschränkt man sich bei uns auf durchschnittlich 12 Minuten. «In
Deutschland sieht man in den meisten Multiplexkinos vor lauter Werbung nicht
mal mehr die Anzeigen mit den freien Plätzen.»   

René Worni

Mit FSC-Papieren profilieren

Umweltschutz Hans Peter Vieli, Leiter der Ropress AG in Zürich, spricht im Interview mit der Werbewoche über ökologische Produktion und Zertifizierung.

Umweltschutz Hans Peter Vieli setzt bei der Druckerei Ropress AG vor allem beim Papier an.Neben einigen Papierfabriken und
Papiergrosshändlern sind in der Schweiz knapp zwei Dutzend Druckereien
nach FSC-Kriterien zertifiziert. Die von Hans Peter Vieli geleitete
Ropress AG in Zürich war im Jahr 2000 die weltweit erste Druckerei, die
diesen Schritt getan hat.
 

WW: Was müssen/können Druckereien heute tun, um
ökologisch zu produzieren?

Hans Peter Vieli: Hier gibt
es zwei Bereiche: die Reduktion der flüchtigen Lösemittel und vor allem
die Verwendung von Papieren aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern
(FSC-Papier). Es liegt bei den Druckereien, sich hier zertifizieren zu
lassen und ihre Kunden auf FSC-Papiere aufmerksam zu machen.
 

WW: Welche konkreten Auswirkungen bringt eine Zertifizierung für die Druckereien mit sich?
Hans Peter Vieli: Dem
Papier sieht man die nachhaltige Waldbewirtschaftung nicht an. Deshalb
müssen zertifizierte Druckereien das Papier getrennt lagern und eine
separate Papierbuchhaltung führen, die jährlich von einer
Revisionsfirma überprüft wird. Dabei wird kontrolliert, ob die
Rückverfolgung der Produktionskette nachweisbar ist. Wichtig ist auch,
dass die Verwendung von FSC-Papier auf der Rechnung festgehalten wird.
Das FSC-Logo kann, muss aber nicht aufgedruckt werden.

WW: Was hat eine Werbeagentur oder ein Auftraggeber/ Kunde davon, wenn eine Druckerei ökologisch produziert?
Hans Peter Vieli: Beide, sowohl die Agentur als auch der Abnehmer der Drucksachen, können sich damit eindeutig profilieren.

WW: Der Nachteil ist eine eingeschränkte Auswahl an Papieren …
Hans Peter Vieli: Das
stimmt. Allerdings ist vielen Drucksacheneinkäufern und Agenturen oft
nicht bekannt, dass sich das Angebot an FSC-Qualitäten in den Jahren
2004 und 2005 deutlich vergrössert und sich die Akzeptanz des Labels
stark verbessert hat.

WW: Das FSC-Label wurde aufgesplittet. Inwieweit sind Druckereien davon betroffen?
Hans Peter Vieli: Diese
Änderung ist für Druckereien von grosser Relevanz. So müssen wir die
Kunden seither auf die drei Standards ansprechen und die Unterschiede
erklären (siehe Kasten oben). Unser Unternehmen hat nach der Zerti-
fizierung im Jahr 2000 dieses Jahr eine Neuzertifizierung nach allen drei Standards durchgeführt.

WW: Wie setzt sich schliesslich ein ökologisches Papier zusammen?
Hans Peter Vieli: Ideal
ist ein Mix aus 75 Prozent Recyclingpapier und 25 Prozent Neufasern –
Letztere idealerweise aus FSC-zertifizierten Wäldern.
   

Interview: Jürgen Franck

Dickes Heft

Medienpresse Das neue Magazin Schweizer Journalist erscheint eine Woche verspätet.

Medienpresse Das neue Magazin Schweizer Journalist erscheint eine Woche verspätet.Schon am 25. November wurde das neue Blatt
erwartet. Dabei interessieren weniger die 99 besten Schweizer
Journalistinnen und Journalisten, die eine illustre Jury gekürt hat.
Vielmehr ist man gespannt auf die Themen in eigener Sache. Jetzt
verspätet sich das Journalistenblatt aus dem Salzburger
Medienfachverlag Oberauer um mehr als eine Woche. Verleger Johann
Oberauer gibt sich einerseits fasziniert von der Schweizer Präzision im
Umgang mit der Zeit, schützt jedoch eine Reihe von durchaus plausiblen
Gründen für sein Zuspätkommen vor. Da ist zunächst die grosse Akzeptanz
des Projektes im Anzeigenbereich bei den Lesern und bei den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. «Ich hätte nie mit einer so grossen
Begeisterung gerechnet», schwärmt Oberauer, dessen Projekt in der
Schweiz «mit grossem Entgegenkommen» aufgenommen worden sei. Das hatte
selbstredend Auswirkungen. So habe sich der Umfang des auf 76 Seiten
geplanten Magazins auf über 130 Seiten ausgeweitet. 16 Seiten Special
sind Weblogs und dem Phänomen Citizen Journalism gewidmet, weitere 16
Seiten der Interviewtechnik, also Handwerklichem. «Und wir wollten aus
aktuellem Anlass den Verleger Michael Ringier mit im Heft haben», sagt
Oberauer. Damit nicht genug. Just zur Verleihung des BZ-Preises für
Lokaljournalismus liefert das Blatt die Liste der Preisträgerinnen und
Preisträger nebst Interview mit dem/der Erstgekürten.

Oberauer empfindet sein Zuspätkommen nicht als Katastrophe: «Ich
verspreche, das Ergebnis wird die Verspätung entschuldigen.» Immerhin
hatte sich das kleine Team um den umtriebigen Verleger lediglich drei
Monate Zeit gelassen, um den neuen Titel vorzubereiten. Doch es scheint
des Verlegers Natur, erst mal ins kalte Wasser zu springen und dann zu
schauen, ob Land zu gewinnen ist. «Es braucht ein gutes Projekt und die
richtigen Leute, der Zeitpunkt ist zweitrangig», verweist er auf seine
gut gehenden Medientitel in Österreich und in Deutschland und fügt an:
«Vergessen Sie Marktforschung.» Ab dem 5. Dezember sollte der Schweizer
Journalist erhältlich sein.

René Worni

RTL und ProSiebenSat.1 bleiben gebührenfrei

Bei RTL und Pro Sieben Sat.1 ist das Thema über Verhandlungen zur Verschlüsselung ihrer Programme im digitalen Satellitenfernsehen seit längerem nicht mehr aktuell.

Die führenden deutschen
Privatfernsehgruppen RTL und ProSiebenSat.1 sollen laut der
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mitten in Verhandlungen mit dem
Satellitenbetreiber SES Astra über die Verschlüsselung ihrer Programme
im digitalen Satellitenfernsehen stecken. Doch bei ProSiebenSat.1
gehört dieses Thema seit längerem zu den Akten. Wie der Chef des
Sendermultis, Guillaume de Posch, gegenüber dem Handelsblatt sagte,
habe man sich Anfang dieses Jahres gegen eine Verschlüsselung
entschieden. Das Projekt habe sich als logistisch zu aufwändig
erwiesen, ausserdem wäre das wirtschaftliche Risiko zu hoch gewesen und
hätte Wettbewerbshüter auf den Plan rufen können. Mit dieser
Entwicklung bleiben mehrere Millionen Fernsehhaushalte in Deutschland
von der Anschaffung eines Zusatzmoduls für ihr Satellitenempfangsgerät
sowie von einer Gebühr um die drei Euro verschont. Für die übrigen
deutschsprachigen Regionen könnte deutsches Fernsehen dennoch
gebührenpflichtig werden – zumindest was das Programm von RTL angeht.
Denn laut Mediensprecher Christian Körner wollen internationale
Lizenzgeber nicht, dass Filme auf RTL oder Shows wie «Wer wird
Millionär?» auch in anderen deutschsprachigen Ländern zu sehen seien.
Für die deutschen RTL-Zuschauer wird sich aber auch künftig nichts
ändern, wie Körner gegenüber dem Handelsblatt beteuerte: «Free-TV
bleibt Free-TV».

Tu Gutes und werbe darüber

Fundraising Pünktlich auf Weihnachten häufen sich die Benefizanlässe. Dabei gilt: Wer Publikum will, muss darum kämpfen.

Fundraising Pünktlich auf Weihnachten
häufen sich die Benefizanlässe. Dabei gilt: Wer Publikum will, muss
darum kämpfen. Jürg Brechbühl, CD bei Contexta, schlug sich tapfer für
seine Überzeugung, dass es mehr als nur noble Ziele dafür braucht –
nämlich Stars. Aber auch eine Kampagne, die auffällt, informiert und
kräftig Vorfreude schürt. Auch das Line-up stimmt, denn beim
Eishockey-Benefizspiel in der Bern Arena sind unter anderen Stéphane
Chapuisat, DJ Bobo und Adolf Ogi, der das Patronat übernimmt, mit von
der Partie. Sie alle treten jetzt schon auf nostalgisch anmutenden
«Boxplakaten» auf. Die Einnahmen kommen dem Therapiehof Schwand in
Münsingen zugute, der sich seit  25 Jahren um geistig oder
körperlich Behinderte und psychisch Kranke kümmert.

First we take Manhattan …

Editorial René Worni über Verlockungen ausserhalb der EU-Randzone Schweiz.

René Worni über Verlockungen ausserhalb der EU-Randzone Schweiz.
Der Coup ist gelungen, im Rampenlicht
sonnt sich das Trio Schröder–Ringier–Meyer. Gegen die im gemeinsamen
Schmauchen von Cigarren (Schröder–Ringier), durch Genuss gelegentlicher
Tafelfreuden (wer hat jetzt schon wieder für wen im Adlon nicht
gekocht?) sowie im gemeinsamen Kunstdisput gründende Männerfreundschaft
ist nichts einzuwenden.

Zugegeben, das alles wirkt auf den ersten Blick etwas angestaubt und
grossväterlich. Doch Chapeau! Das Schiff ist, noch nicht flott zwar,
praktisch schon auf Kurs. «Ringier? Muss ich den kennen?», mag sich
noch im vergangenen Dezember der frisch gewählte rumänische Präsident
gefragt haben, als Michael Ringier (er verlegt im Armenhaus Europas
immerhin elf Titel) Traian Basescu seine Aufwartung machen wollte. Mit
Freund Schröder an der Seite ist das heute null Problemo. Die
Perspektiven haben sich sowieso schlagartig verändert. Lernen Sie
Russisch, Herr Ringier!, entfährt es einem da schier von selbst.

Den prophylaktischen Wert fremdländischer Sprachkenntnis hat auch
Hanspeter Rohner, CEO der PubliGroupe, schon länger für sich entdeckt.
Rohner lernt fleissig Chinesisch, denn hier zu Lande sind die Wachstumsmöglichkeiten im
Zeitungsmarkt für die PubliGroupe praktisch erschöpft und eine Frage
der Zeit, bis sich die etwa zwölf P-Wirtschaftsräume im Sinne des
Konzerns eingependelt haben.

Obwohl jenseits der chinesischen Mauer das Chaos einer boomenden
Wirtschaft lockt, soll die enge Schweiz doch nicht ganz abgeschrieben
werden. Dem Vernehmen nach kam jedoch Rohners und der NZZ jüngstes
Experiment, im Thurgau gleich eine Reihe von fünf lokalen
Zeitungstiteln zu lancieren, nicht zu Stande. Die NZZ sprang ab. Sind
deren Strategen auf dem Weg zur publizistischen Führungsübernahme der
Schweizer Regionalpresse (Besseres könnte kaum geschehen)
möglicherweise über die expandierende Konkurrentin gestolpert? Denn
Tamedia will zuerst im Kanton und Umland reinen Tisch, um später
ebenfalls die Fühler nach Deutschland auszustrecken.

René Worni, Redaktor

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