Mazz Design kommuniziert für Autoregio

Die Gesamtkonzeption der Autoregio am Bodensee liegt künftig in den Händen von Mazz Design.

Die Gesamtkonzeption der Autoregio am
Bodensee liegt künftig in den Händen von Mazz Design. Die Werbe- und
Kommunikationsagentur zeichnet pünktlich zur zehnjährigen
Jubiläums-Autoshow für die neue Logo-Gestaltung, F12-Plakaten,
Mailings, Inserateserien, Bildstories, die 24-seitige
Jubiläumsbroschüre sowie für den neuen Internetauftritt und die
Eventkoordination verantwortlich.

Nette Tierchen zum Greifen nah

Optik AY&R zeigt mit dreidimensionalen und gefalteten Plakaten, wie Feldstecher von Leica wirken.

Optik AY&R zeigt mit dreidimensionalen und gefalteten Plakaten, wie Feldstecher von Leica wirken.Die Ultravid-Feldstecher von Leica
überwinden selbst weiteste Entfernungen mit höchster
Abbildungsleistung. Das innovative optische System, mit sichtbar
höherer Bildhelligkeit und besonders scharfen Kontrasten, verspricht
mehr Erlebnisqualität beim Beobachten. Diese Eigenschaft unterstreicht
Advico Young & Rubicam mit dreidimensionalen Plakaten: Die über 5
Meter lang angedruckten F12-Plakate und die über 2 Meter langen
POS-Plakate sind in der Mitte wie eine Ziehharmonika zusammengefaltet.
Wie bei einem Blick durch das Ultravid entsteht so der Eindruck, dass
sich Beobachter und Beobachtungsobjekt ganz nah gegenüberstehen.

«Extrem nah dran» zu sein ist eben immer ein extremes Erlebnis, nicht zuletzt für den Betrachter der Plakate, hofft AY&R.

Die Händlerplakate hängen seit Anfang Dezember auf F12-Plakatflächen in
der näheren Umgebung wichtiger Leica-Vertriebspartner und als
verkaufsfördernde Plakate bei den Händlern.   

Andreas Panzeri

APG wertet acht Jahre Plakatforschung aus

Mit dem Poster Performance Index lässt die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) regelmässig die Wirkung von Plakatkampagnen messen.

Mit dem Poster Performance Index (PPI)
lässt die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) regelmässig die Wirkung
von Plakatkampagnen messen. Rund 2,7 Millionen wurden laut der APG
bisher in das Forschungsprojekt investiert. Jetzt hat sie eine
Auswertung der Ergebnisse von 1997 bis 2005 publiziert. 374
verschiedene Aushänge wurden in dieser Zeit bezüglich Erinnerung,
Markenzuordnung und Gefallen unter die Lupe genommen. Dazu wurden 83
Repräsentativ-Befragungen mit insgesamt 35’000 Interviews durchgeführt.
Der PPI-Testbericht 1997–2005 präsentiert die Zahlen gesamthaft sowie
differenziert nach verschiedenen Einflussfaktoren: Branche, Saison,
Werbedruck, Aushangdauer, eingesetzte Plakatformate, Anzahl Sujets. Er
dokumentiert auch die methodischen Grundlagen der Studie, die 2006 mit
weiteren Befragungswellen fortgesetzt wird. Abgelöst wird dagegen das
bisherige Online-Planungstool, mit dem Mediaplaner wichtigsten
quantitativen Richtwerte in der Disposition selbständig kalkulieren
konnten. Ab Herbst 2006 kommt ein neues Tool zum Einsatz, das auf den
Ergebnissen der neuen Grundlagenstudie Swiss Poster Research (SPR)
basiert.
Der PPI-Testbericht kann unentgeltlich angefordert werden unter Telefon 052 208 94 21 oder auf der APG-Website.

Renn Santa, renn

Online-Games Ein unterhaltendes, wenn auch virtuelles Einkaufserlebnis bietet Coop mit der Agentur Futurecom unter www.santarun.ch an.

Online-Games Ein unterhaltendes, wenn auch
virtuelles Einkaufserlebnis bietet Coop mit der Agentur Futurecom unter
www.santarun.ch an. Im Santa Run Challenge gilt es, gegen den
Computer-gesteuerten Chlaus möglichst viele Punkte zu erzielen. Für
fleissige Punktesammler winken Einkaufsgutscheine, für den
Detailhandelsriesen neue Supercard-Kunden und für die Labels gezielte
Produktpromotionen.

Publisuisse untersucht Medium TV

Die Studie «TV – Medium der Zukunft» soll im Auftrag der Publisuisse Ordnung in die Begriffsvielfalt und die Ergebnisse bisheriger Untersuchungen bringen.

Triple Play, PVR, IP-TV, HDTV, Pay-TV,
Time-Shift, VDSL, Handy-TV – der eine oder andere mag beim Lesen dieser
Wörter verwirrt werden. Vor diesem Hintergrund hat Publisuisse die
Studie „TV – Medium der Zukunft“ in Auftrag gegeben. Ziel der
Untersuchung ist es, Ordnung in dieses Begriffswirrwarr und die
Resultate bisheriger Studien zu bringen sowie Entwicklungsmöglichkeiten
für das Medium Fernsehen aufzuzeigen. Einerseits geht es dabei um
spezifische Entwicklungen im Bereich TV-Werbung, andererseits um
allgemeine technische Veränderungen. Zehnvier Marketingberatung aus St.
Gallen wird in den nächsten Monaten Technikexperten, Programmgestalter,
Vermarkter, Forschungseinrichtungen und Hochschulen aus den Bereichen
Medien und Kommunikation sowie Medienexperten und Werbetreibende
befragen. Dabei kommt ein Methoden-Mix aus Delphi-Studie,
Fokusgruppendiskussionen, Online-Befragung und Experteninterviews zum
Einsatz. Erste Resultate werden Anfang März 2006 erwartet.

Die Papierfasern entscheiden den Lauf

Weiterverarbeitung Bei einer falsch gewählten Laufrichtung wellen sich die Seiten, mindert sich die Aufschlagfähigkeit, sprengt es die Klebebindung – und die ganze kreative Leistung ist für die Katz’.

Weiterverarbeitung Bei einer falsch gewählten Laufrichtung wellen sich die Seiten, mindert sich die
Aufschlagfähigkeit, sprengt es die Klebebindung – und die ganze
kreative Leistung ist für die Katz’.Die Beachtung der Laufrichtung ist immens
wichtig für den Druck und die Weiterverarbeitung – besonders das Binden
– und für die anschliessende Verwendung des Druckerzeugnisses, weil
sich die Fasern durch Feuchtigkeit, Temperatur und Beanspruchung in den
Druck- und Weiterverarbeitungsmaschinen in der Quer- und Längsrichtung
unterschiedlich verhalten. Während das Papier in der Laufrichtung zug-,
falz- und dehnfest ist, mangelt es in der Querrichtung an
gleichwertiger Zugfestigkeit. Zudem dehnt es sich in Querrichtung bei
Feuchtigkeitseinwirkung eher aus. Und so kann sich die falsche
Laufrichtung nachteilig auswirken:
– Durch Welligkeit im Bund beziehungsweise im Rücken von Broschuren und Büchern.
– Durch Brechen der Rillen im Buchumschlag.
– Durch Sprengen der Klebebindung bei Feuchtigkeitseinfluss.
– Durch selbstständiges, unerwünschtes Schliessen der Broschüre
(wobei die Ursache hier auch bei der Klebebindung liegen könnte).
– Durch Passerdifferenzen.
– Durch Rollneigung bei Etiketten.
– Durch Ungenauigkeit in der Zusammensetzung (Bildanschluss) von
Plakaten, die aus einem grossen und kleinen Bogen (mit
unterschiedlichem Verzug) bestehen.
– Durch schlechte Planlage kaschierter Umschläge, Mappen und so weiter oder des Einbandmaterials der Buchdeckel.

Wie die Laufrichtung entsteht
Die Laufrichtung der Papierfasern entsteht bei der Papierproduktion in
der Papiermaschine, die eine unterschiedliche Arbeits- beziehungsweise
Siebbreite (Querrichtung) aufweist. So verfügt beispielsweise die
Büttenpapierfabrik Gmund (Bayern) über eine Maschine, die 156 cm breite
Papiere produzieren kann, bei Ziegler Papier in Grellingen BL beträgt
dieses Mass 331 cm und bei M-real in Biberist SO können 564 cm breite
Papierrollen produziert werden.
Mit hoher Geschwindigkeit wird in den Papiermaschinen der Papierbrei
durch Entwässerung aus dem flüssigen in den festen Zustand überführt.
Dabei ordnen sich in der Strömung des Langsiebes die Fasern in Längs-
respektive Laufrichtung. So entsteht in dieser (Maschinen-)Laufrichtung
auch die grössere Steifheit und Festigkeit des Papiers beziehungsweise
Kartons.
Die fertige von der Papiermaschine, Streichmaschine (Papiere mit
gestrichener Oberfläche) oder vom Kalander (Papiere mit glänzender oder
matter Oberfläche) kommende Produktion ist auf einer Stahlrolle, dem so
genannten Tambour, in der Arbeitsbreite aufgewickelt. Dieses Papier
wird noch in der Papierfabrik gemäss Händler- oder
Grossabnehmerbestellung zu Papierrollen in der gewünschten Breite für
den Rollenrotationsdruck respektive zu Formaten für den Bogendruck
konfektioniert.

Der Teufel liegt im Detail
Am besten lässt sich Papier in Laufrichtung falzen. Damit beginnen
nicht selten die Differenzen zwischen Drucker und Buchbinder. Der
Offsetdrucker verarbeitet nämlich Papier und Karton in der Regel in
Schmalbahn (SB). Die Laufrichtung befindet sich hier parallel zum
Druckzylinder und der Passer ist genauer. Doch wie schon bemerkt, muss
die Laufrichtung bei Büchern und Broschuren aus Qualitätsgründen immer
parallel zum Rücken liegen. Mit anderen Worten kann oder muss
mehrfarbiger Druck auch in Breitbahn (BB) erfolgen, wenn es die
Weiterverarbeitung verlangt – mit entsprechenden Vorbehalten beim
Passer (exakter Zusammendruck). Sonst bleibt nur das Ausweichen auf ein
anderes Bogen- und/oder Druckmaschinenformat die Alternative.
Im Rollendruck ist die Laufrichtung durch die Papierbahn gegeben. Da
aber bei den Rotationsdruckmaschinen eine Unterscheidung in der
Bahnbreite von liegenden und stehenden Seiten besteht, gilt auch hier
die Beachtung der Laufrichtung parallel zum Bund.
Bei Flaschenetiketten sollte sich die Laufrichtung parallel zum
Flaschenboden befinden, sofern für die Etikettiermaschine in der
Kellerei keine andere Vorschrift besteht. Und bei der Produktion von
Faltschachteln sollte eine Laufrichtung quer zur Klebenaht, parallel
zum Schachtelboden oder quer zur Stehrichtung gewählt werden – je nach
Verpackungsautomat.
Bei ungebundenen Falzprodukten gilt, dass die Laufrichtung immer
parallel zum letzten Falz liegen muss (wie bei Büchern und Broschuren).

Im Allgemeinen sollten vor Kreation und Druck mit Auftraggeber bzw.
Abnehmer die entsprechenden Bedingungen geklärt und vereinbart werden,
um vor unliebsamen Überraschungen gefeit zu sein.

Erkennen der Laufrichtung
Doch wie kann man die richtige Laufrichtung überhaupt feststellen? Hier
gibt es verschiedene Wege, inklusive Irrwege. Da ist von der Nagel- und
der Reissprobe die Rede. Diese Tests halten sich noch hartnäckig in der
einschlägigen Fachliteratur. Vor bald einem Vierteljahrhundert warnte
schon die damals noch unter Mühlebach AG firmierende Papierhandelsfirma
in Lupfig (heute Antalis) davor, dass derartige Proben zu falschen
Schlüssen führen und deshalb nicht mehr angewandt werden sollten. Diese
Methoden sind also aus heutiger Sicht nicht (mehr) zu empfehlen.
Die Laufrichtung des Papiers beziehungsweise Kartons kann mittels drei
Möglichkeiten verlässlich und eindeutig ermittelt werden: Mittels
Biegeprobe einerseits oder andererseits durch die Befeuchtungsprobe
(siehe Kasten). Ob die aus der Probe gewonnene Erkenntnis dann wirklich
stimmt, lässt sich meistens anhand eines Pfeils auf der
Papierverpackung feststellen, der die Laufrichtung markiert.

Hans Joachim Laue

Process gestaltet neue Post-Briefkästen

Die Schweizerische Post hat die Kommunikationsagentur Process mit der Konzeption und Gestaltung des neuen Briefkastens beauftragt.

Die Schweizerische Post hat die
Kommunikationsagentur Process mit der Konzeption und Gestaltung des
neuen Briefkastens beauftragt. Bis 2010 sollen sämtliche der 20’000
Stück erneuert und vereinheitlicht werden. Dafür hat Process den gelben
Kasten neu konzipiert – ab 2006 werden Briefkästen mit breiteren
Einwurfmöglichkeiten, einem Sicherheitsschloss sowie einer
Rückholsperre und Einsichtsschutz dem Post-Kunden zur Verfügung stehen.
Die Luzerner Agentur feiert 2005 ihr zehn jähriges Bestehen. Unter
anderem gestaltete sie im Laufe des letzten Jahres das neue Corporate
Design der Credit Suisse Group und war für Unternehmen wie die Swiss Re
und Ernst & Young tätig.

Budgetgewinne für Angelink Yourposition

Der Zürcher Anbieter im Bereich Suchmaschinenmarketing hat sein Kundenportfolio erweitert und den Umsatz verdoppelt.

Angelink Yourposition, der Zürcher
Anbieter im Bereich Suchmaschinenmarketing, hat sein Kundenportfolio
erweitert. Der Fahnenhersteller Keller Fahnen und der Anbieter von
Antriebskomponenten Maxon Motor werden neu in sämtlichen
Suchmaschinenbelangen von Angelink Yourposition unterstützt. Für
NettoShop wird die Agentur eine Kampagne bei Google konzipieren.
Ausserdem haben die Privatklinikgruppe Hirslanden sowie der Schweizer
Ableger des Baustoffkonzerns Holcim ihre Zusammenarbeit mit der Agentur
verlängert. Das zweite Geschäftsjahr geht für den
Suchmaschinenmarketing-Anbieter somit mit einer Umsatzsteigerung von
etwas mehr als 100% zu Ende. Daher wurde das Team erneut aufgestockt.
Neu mit dabei sind Christina Droz (Projektleiterin) und Mechthild
Malash (Administration).

Ein bisschen Hoffnung

Konjunktur Die Agenturbranche ist zurück auf dem Wachstumspfad. Struktur- und Rankingprobleme aber bleiben.

Konjunktur Die Agenturbranche ist zurück auf dem Wachstumspfad. Struktur- und Rankingprobleme aber bleiben.Wenige Tage bis zum Jahresende – Zeit für
Bilanzen und Perspektiven. Eines fällt dabei auf: Die Branche stellt
wieder Zuversicht zur Schau.

Trotz Naturkatastrophen und steigenden Energie- und Rohstoffpreisen hat
sich die Schweizer Wirtschaft – verhaltener als in den USA und in Asien
– erholt. In erster Linie dank des privaten Konsums, so das
Staatssekretariat für Wirtschaft seco. Nicht nur das seco, auch die
Ökonomen der UBS rechnen mit einer Fortsetzung der moderaten
Konjunkturbelebung – in Zahlen: ein durchschnittliches Wachstum des BIP
von 1,6 Prozent.

Die Werbestatistik Schweiz von Media Focus widerspiegelt diesen Trend
in den bis Oktober gemessenen Spendings, die mit +3,8 Prozent deutlich
über jenen des Vorjahres liegen. Während Lukas Zihlmann,
Geschäftsführer und Berater bei Media Focus, für das ganze Jahr 2005
einen Zuwachs von drei Prozent für durchaus realistisch hält, wagt
Stephan Wyss, AIS-Leiter bei der Wemf, eine Prognose fürs kommende
Jahr: «Tendenziell werden wir auf gleichem Nivau weiterfahren, mit
leicht positiven Schwankungen, je nach Medium. Dabei wird die
Fussball-WM speziell im TV für Dynamik sorgen.» Nicht nur die
Frühindikatoren dürften den beiden Marktforschern Recht geben.

Egal, ob auf Agentur- oder Auftraggeberseite, bei den Product Managern
wird der Optimismus allenthalben geteilt. Jürg Siegrist, Direktor des
Schweizer Werbe-Auftraggeberverbands SWA, dessen Mitglieder nahezu drei
Viertel des heimischen Werbeaufkommens tragen, beurteilt die Lage
ebenfalls als gut: «Wir gehen von einer positiven Entwicklung aus. Die
Werbespendings werden wohl in einer Bandbreite von drei bis fünf
Prozent zulegen.»

Das gleiche Bild auf Agenturseite. «Für 2006 sehen wir eine leichte
Steigerung der Werbeausgaben im Gesamtmarkt», so Daniel Hartmann, CEO
und Partner bei der Berner Contexta, die sich zum Ziel setzt, leicht
überdurchschnittlich zu wachsen. Damit rechnet auch Agenturgründer und
-mitinhaber Dominique von Matt, der auf ein gutes 2005 zurückblicken
kann. Seine Prognosen zeigen nach oben: «Die Branche hat Mitte 2003 die
Talsohle durchschritten und nun endgültig wieder Boden unter den
Füssen.» Kaum überraschend die Antwort auf die Wachstumsfrage auch bei
Branchenleader Publicis: «Wir sind optimistisch», frohlockt CEO Kaspar
Loeb.

Hakt man indes nach, wo Impulsgeber zu erwarten sind, bröckelt der
Positivismus, und die Meinungen gehen auseinander. Loeb kämpferisch:
«Wir können nicht auf Impulse von aussen oder auf ein Anziehen der
Konjunktur warten, sondern müssen ein Produkt bieten, das uns für die
Kunden unverzichtbar macht.»

Ermunternde Signale
Dominique von Matt dagegen macht eine Verschiebung im Mindset vieler
Entscheidungsträger aus, auch wenn sich in deren Köpfen mehr bewegt
habe als in den Portemonnaies. Als weiteres ermunterndes Signal sieht
er die Konsumentenstimmung, die in Deutschland anziehe und als Folge
auch in der Schweiz einen Impact haben werde. «Ich hoffe, dass die
Schweiz genug aus den besseren Rahmenbedingungen macht», sagt von Matt.
Allerdings könnte uns die isolationistische Strategie verschiedener
politischer Gruppen beim Aufschwung in die Quere kommen.

Differenziert gibt sich auch Lowe-CEO Kurt Schmid, bei dessen Agentur
sich heuer «Erfreuliches und weniger Erfreuliches» die Waage gehalten
haben: «Es gibt kein endogenes Wachstum in der Werbung. Sorgten die
Reise- und Konsumgüterindus-
trie in den 80er-Jahren für Wachstum, so waren dies in den 90ern der
New Economy Hype und danach der liberalisierte Telekommarkt und das
E-Banking. Derzeit ist aber am Horizont keine solche Entwicklung
sichtbar.» Deshalb gebe es vielleicht ein Wachstum für einzelne
Agenturen, aber kaum für die gesamte Branche. Zum gleichen Schluss mit
eher negativen Vorzeichen für die Agenturbranche kommt auch Frank
Bodin, CEO von Euro RSCG (siehe Interview).

In dieses Bild passt auch der Trend von immer mehr internationalen
Werbeauftraggebern, die ihre Budgets nicht mehr ausschliesslich bei den
grossen Netzwerkagenturen parkieren, sondern experimentierfreudig
geworden sind und kurzfristig agile Lokalagenturen mit Teilbudgets
betrauen. Entsprechend hat die Zahl der Pitches und der daran
teilnehmenden Agenturen zugenommen. Auf der anderen Seite haben die
Konditionen zusammen mit den Werbebudgets eine weitere Erosion
erfahren. Die meisten Agenturmanager sind sich durchaus bewusst, dass
2006 nicht alle grössere Brötchen backen werden.

Fragwürdige Orientierungshilfe
An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, wer denn nun die grössten,
schönsten und sättigendsten Brötchen bäckt? Und noch dringlicher: Wer
soll und kann das beurteilen?

Etwa die Media Research Group mit ihrem umstrittenen Agentur-Ranking
(WW 42/05), das sie bei den Werbeauftraggebern erhebt? Wohl kaum. Das
Problem wird aus einer rein subjektiven Warte formuliert, von der aus
selbst empirischstes Forschungsdesign und exakteste Analysen keine
objektiven Schlüsse zulassen. Transparenz, Nachvollziehbarkeit und
Aussagekraft tendieren laut Agenturverantwortlichen gegen null. Weshalb
die Liste als Orientierungshilfe kaum brauchbar sei.

Dann halt das Kreativ-Ranking (S. 12), bei dem die Agenturen ihre
Awards nach einem breit abgestützten Gewichtungsschlüssel addieren.
Auch diese Liste ist mit Vorsicht zu geniessen. Agenturkonglomerate
verzerren häufig das Bild. Zudem: Die Aussagekraft von Kreativpreisen
lässt kaum Rückschlüsse auf die Effizienz der Massnahme und die
wirtschaftliche Bedeutung des Auftrags zu. Würden die nämlich
korrelieren, dann müssten – um ein Beispiel zu machen – die Erträge der
grössten Schweizer Agentur Publicis zwischen 2003 und 2005 auf die
Hälfte eingebrochen sein. Das sind sie aber nicht. Das Gegenteil dürfte
eher den Tatsachen entsprechen.

Der Konjunktiv ist nötig, weil das BSW-Agentur-Ranking als einzige
rationale Ordnungsskala 2003 obsolet wurde. Seit der Sarbane-Oxley- Act
den grossen, lokalen Netzwerkagenturen die Bekanntgabe des
Bruttobetriebsertrags und aussagekräftiger Fakten wie des
Personalbestandes verbietet, macht die wirtschaftliche Vergleichsliste
auch für die verbleibenden, nicht an US-Börsen kotierten Agenturen
keinen Sinn.
Viele sehen hinter der zugeknöpften Kommunikationspolitik der Agenturen
eine Branchenabsprache. Peter Hammer, Ressortleiter Agenturen beim
Fachtitel Werbe & Verkaufen: «Einige Agenturen sind sicher froh,
dass ihnen die Holding verbietet, irgendwelche Zahlen herauszugeben.»
Nur noch für die Design- und Eventbranche, die noch nicht international
vernetzt ist, erstelle W&V weiterhin Umsatzrankings. Auch die
Wirtschaftsprüfer bei KPMG und PricewaterhouseCoopers können keine
entsprechenden Punkte finden, die dieses Verhalten erklären könnten,
weil sie dem Transparenzprinzip und -ziel des Regelwerks nicht
entsprechen.

«Die Liste mag für Werbe-Insider interessant sein, die Kunden zeigen
sich viel weniger neugierig, als oft behauptet wird. Kommt hinzu, dass
in gewissen Fällen Zahlen publiziert wurden, die einer harten Prüfung
nicht standgehalten hätten», spielt Kaspar Loeb bei Publicis die
Ranking-Diskussion herunter. Anders als in den USA könne man in der
Schweiz mit dem Argument der Grösse nicht gut hausieren gehen. Publicis
präsentiert sich denn auch lieber als «die grösste Kleinagentur der
Schweiz», da diese Lesart auf internationaler Ebene mehr Sinn mache, so
Loeb.

Neuauflage des BSW-Ranking?
Beim Branchenverband BSW denkt man – trotz einiger ablehnender
Reaktionen auf das Vernehmlassungsverfahren – wieder laut über ein
Ersatz-Ranking nach. Als neue Variante sieht man eine Kategorisierung
in BBE-Klassen vor. Doch: «Bezüglich ob und wann ist nichts
entschieden», so BSW-Geschäftsführer Walter Merz. Für Lowe-Chef und
BSW-Vizepräsident Kurt Schmid ist weniger das Ausbleiben des
BSW-Rankings bedauerlich. Es gebe schlimmere Auswüchse des
Sarbane-Oxley wie die nicht enden wollenden Revisionen. Grundsätzlich
gehen denn auch alle Agenturmanager mit Contexta-Chef Daniel Hartmann
einig: «Der Erfolg einer Werbeagentur hängt nicht von einem Ranking
ab.» Die logische Abhängigkeit erfolge eh in die andere Richtung.
Und so dürfte die Aufregung über die Rankings an diesen kaum etwas
ändern. Schliesslich wird sich der potenzielle Auftraggeber auch in
Zukunft auf die stimmende Chemie als wichtigstes Bewertungskriterium
ver-lassen.    

Luca Aloisi

Kribbeln beginnt im Kopf

Spiele Für die kreativen Sessions empfiehlt der Verlag Hermann Schmidt sein neu erschienenes Spiel – Kribbeln im Kopf.

Spiele Für die kreativen Sessions
empfiehlt der Verlag Hermann Schmidt sein neu erschienenes Spiel –
Kribbeln im Kopf. Die «sechseckige Wunderdroge mit idealen
Nebenwirkungen» habe Entwickler Mario Pricken in unzähligen Seminarien
erprobt, heisst es. Das Tool soll sich da als Inspirationskatalysator
für Kreative aus Werbung, Film, Grafikdesign und neuen Medien bewährt
haben. Vielleicht eine Geschenksidee für das eigene Team, auf keinen
Fall aber für die Konkurrenz.

Publicis und Akut gegen Aids

Prävention Anlässlich des Welt-Aids-Tages 2005 ist Publicis zusammen mit dem Schweizer Gay Lifestyle Magazin Akut aktiv gegen die lebensgefährliche Fehleinschätzung vorgegangen, wonach Aids keine schwerwiegende Bedrohung mehr sei.

Prävention Anlässlich des Welt-Aids-Tages
2005 ist Publicis zusammen mit dem Schweizer Gay Lifestyle Magazin Akut
aktiv gegen die lebensgefährliche Fehleinschätzung vorgegangen, wonach
Aids keine schwerwiegende Bedrohung mehr sei. Über 30 Millionen
Menschen sind laut Schätzungen seit dem Auftreten der
Immunschwächekrankheit bis Ende 2004 daran gestorben. Dass Männer ihr
grösstes Sexualorgan, das Gehirn, oft zwischen den Beinen tragen,
bringt die von CD Philipp Skrabal provokante Umsetzung auf den Punkt.
Und fordert sie auf, diesen einzuschalten. Denn, nicht nur der
wirtschaftliche Aufschwung, auch «Aids beginnt im Kopf».

Stellen gestrichen bei L’Express und L’Impartial

Bei den Neuenburger Zeitungen L'Express und L'Impartial werden per 31. März fünf Personen entlassen.

Bei den Neuenburger Zeitungen L’Express
und L’Impartial werden per 31. März fünf Personen entlassen. Gemäss dem
Journalistenverband Impressum handelt es sich hierbei um 2,7 Stellen in
den Redaktionen und 2 Stellen in der Technik. Mario Sessa, Chefredaktor
der beiden Blätter, bestätigte diese Meldung gegenüber der SDA. Die
Entlassungen erfolgten aus rein wirtschaftlichen Gründen, führte Sessa
weiter aus. Man habe zu dieser Massnahme greifen müssen, um dem
„dramatischen Sinken des Inseratenvolumens“ zu begegnen. Impressum will
seinerseits die Personalvertreter kontaktieren, „damit der Dialog mit
dem Verleger wieder aufgenommen wird“, wie es in einem Communiqué
heisst. Nach Ansicht der Gewerkschaft sollen Alternativen wie
vorzeitige Pensionierung oder eine Senkung der Arbeitszeit nicht
ernsthaft geprüft worden sein.
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