Geschenkideen für die Royals

Regionalzeitungen Die Werbeanstalt sucht nach neuen Lesern für das Oltner Tagblatt.

Regionalzeitungen Die Werbeanstalt sucht nach neuen Lesern für das Oltner Tagblatt.Olten hat Zuwachs erhalten: Nach dem
Weissen Haus, FC Real Madrid, Donald Trump und Budweiser sind nun auch
die Royals, die New York Times und das Hofbräuhaus in der Region Olten
vorzufinden. Wie es die Werbeanstalt Schweiz von Reto Dürrenberger
bereits vor ein paar Monaten in einer Kampagne angerissen hat, zeigt
das Oltner Tagblatt einmal mehr, dass die ganze Welt in der
Dreitannen-Stadt am Jurasüdfuss daheim ist. Und sowohl die Region wie
auch deren beliebteste Zeitung einem Vergleich mit den Grossen dieser
weiten Welt locker standhalten.
Damit geht die im Frühling 2005 erfolgreich lancierte Werbekampagne für
das Oltner Tagblatt in die zweite Runde. Mit neuen strategischen
Anzeigen, einem neuen Radiospot, zahlreichen Fülleranzeigen sowie jede
Menge Below-the-line- Massnahmen.

Abowerbung in Restaurants
Neue Wege bei der Abonnentenakquisition geht hier das Oltner Tagblatt
mit der breiten Distribution von Tischsets und Bierdeckeln in den
Gastrobetrieben der Region Olten. Die Aussagen «Vier Wochen rot statt
blau», «Vier Wochen 0,0», «Man liest, was auf den Tisch kommt» oder
«Lesen Sie jetzt aus Langeweile schon Tischsets?» soll die Zielgruppe
in einer für sie überraschenden Weise animieren, das Oltner Tagblatt zu
abonnieren. Auch als Probeabo.

Wer bereits von der Zeitung überzeugt ist, könnte ein solches Abo
vielleicht weiterschenken. Was steht beim aufgeschlossenen Oltner und
der weltoffenen Oltnerin auf der Weihnachtseinkaufsliste? Schon wieder
nur Pralinés, eine Krawatte, selber gebackene und inzwischen
gefürchtete Guetzli oder gar selbst gestrickte Socken?

Das Oltner Tagblatt gibt seinen Leserinnen und Lesern Ideen, was man zu
Weihnachen sonst noch Sinnvolles schenken könnte: zum Beispiel ein
Zeitungsabonnement des Oltner Leibblatts.

Andreas Panzeri

«Facts hat zu den Verlierern gehört»

Zeitschriften Am 15. Dezember übernimmt Andreas Durisch die Chefredaktion des Nachrichtenmagazins Facts. Er ist überzeugt, dass es mit dem Blatt aufwärts geht.

Am 15. Dezember übernimmt Andreas Durisch,
Chefredaktor der SonntagsZeitung, die Chefredaktion des
Nachrichtenmagazins Facts. Er ist überzeugt, dass es mit dem Blatt
aufwärts geht. WW: Warum übernimmt der Chefredaktor der SonntagsZeitung gleichzeitig die Leitung von Facts?
Andreas Durisch: Nachdem
klar geworden war, dass Stefan Barmettler die Facts- Chefredaktion
abgeben wird, kam man auf die Idee, dass ich zu Facts wechseln könnte.
Das gibt es zwar an anderen Orten in der Branche auch: Mit Le Matin, Le
Matin Dimanche und Le Matin Bleu hat Peter Rothenbühler auch mehrere
Titel zu verantworten. Aber in dieser Konstellation ist es
aussergewöhnlich.

WW: Das funktioniert ohne Probleme?
Andreas Durisch: Zwei
Sachen waren für mich wichtig: Machen erstens meine Stellvertreter und
die Redaktion mit? Und was kann man zweitens mit Facts machen? Kann man
einen Erfolg erzielen? Ich kam zum Schluss, dass Facts ein
interessanter Brand ist. Nach acht Jahren SonntagsZeitung ist das eine
Aufgabe, die mich reizt.

WW: Es
gab verschiedene gescheiterte Versuche, in der Schweiz ein
Nachrichtenmagazin zu lancieren – zum Beispiel «Die Woche» Anfang der
80er-Jahre. Seit Bestehen schreibt Facts mehrheitlich rote Zahlen, hat
laut der letzten Wemf 7 Prozent Reichweite verloren und wird immer
wieder totgesagt.
Andreas Durisch: Die neusten Trends zeigen jedoch, dass sich die Zahlen stabilisieren.

WW: Dennoch: warum braucht es Facts?
Andreas Durisch: Wir
arbeiten alle in übersättigten Märkten, wir leben in einer
Überflussgesellschaft. Ich glaube aber, dass es in der Schweiz ein
Publikum für Facts gibt. In Ergänzung zu den Tageszeitungen gibt es als
Wochenpublikation, die sich mit Politik und Wirtschaft auseinander
setzt, nur Facts. Da ist zwar noch die Weltwoche, aber die hat eine
andere Ausrichtung. Deshalb glaube ich, dass man genügend Leser finden
kann.

WW: Magazinjournalismus
ist nichts Aussergewöhnliches in der Schweiz, der Spiegel hat eine
treue Stammleserschaft hier. Wie erklären Sie sich, dass Facts auch
nach zehn Jahren immer noch nicht funktioniert?
Andreas Durisch: Es
ist nicht so, dass Facts nicht funktioniert. Man hatte über längere
Zeit 500 000 und mehr Leserinnen und Leser. Jetzt ist man etwas
darunter, das heisst, man hat gleichviele Leser, wie die Sendung «10
vor 10» Zuschauer hat. Kein Mensch stellt deswegen «10 vor 10» in
Frage. Facts hat auch ein paar Jahre lang schwarze Zahlen geschrieben.
Dass man jetzt wieder in die roten geraten ist, hat damit zu tun, dass
Print eine schwierige Phase hinter sich hat. In  einem gesättigten
Markt, der zusätzlich eine konjunkturelle Delle hat, gibt es
Umschichtungen und gewisse Verlierer. Facts hat in dieser Phase zu
diesen Verlierern gehört.

WW: Was heisst das konkret?
Andreas Durisch: Facts
hat eine schwierige Zeit hinter sich. Man hat das erfolgreiche
Grundkonzept verlassen und versucht, sich neu zu orientieren. Es gab
eine Korrektur dieses primären Kurses. Ich glaube, diese
Produkteschwäche von Facts über eine gewisse Zeit hat dazu geführt,
dass es zu einem Anzeigenrücklauf gekommen ist.

WW: Sie sprachen einmal davon, dass man Facts eine positive Wendung geben müsse. Welche Art von Geschichten braucht denn das Blatt?
Andreas Durisch: Facts
hat lange den frechen überbordenden Optimismus der 90er-Jahre
ausgestrahlt, doch diese liegen hinter uns. Das Blatt muss Solidität
ausstrahlen, die Korrektur mit dem Relaunch vor mehr als einem Jahr war
deshalb richtig. Was man noch nicht ganz geschafft hat, sind
Geschichten in den Kernbereichen Politik und Wirtschaft, die zu reden
geben. Zwar stehen immer wieder gute Storys im Blatt, aber zu wenig
häufig, und sie liefern zu wenig Gesprächsstoff, wo die Leute dann
sagen: «Häsch gläse im Fäcts?»

WW: Das funktioniert in der Sonntags-Zeitung offenbar besser.
Andreas Durisch: Das
ist auch einfacher. Es gibt ein gewisses News-Vakuum am Wochenende und
man kommt mit einer Schlagzeile leichter in die Agenturen als während
der Woche. Nichtsdestotrotz muss es Facts gelingen, auch während der
Woche mit selber recherchierten Geschichten immer mal wieder ins
Gespräch zu kommen.

WW: Facts ist das Blatt, das immer in den roten Zahlen steckt – eine Art Stigma.
Andreas Durisch: Facts
kämpft wie die anderen Wochentitel auch. Dem Unternehmen geht es
indessen gut. Facts hat also trotz der grossen Krise des Hauses Tamedia
überlebt. Das kann man ja auch mal zur Kenntnis nehmen. Zu einem
Zeitpunkt, als man sogar «Du» verkauft hat, ist man zu Facts gestanden.
Dieser Wille des Verwaltungsrates und der Unternehmensleitung, alles
dranzusetzen, damit Facts ein Erfolg wird, das finde ich positiv. Auf
Dauer, das ist klar, ist der wirtschaftliche Erfolg unabdingbar.

WW: Wie viele Stunden werden Sie für Facts einsetzen, was hat die Redaktion der SonntagsZeitung noch von Ihnen?
Andreas Durisch: In
der Startphase werde ich mich mit aller Kraft um Facts kümmern. Mit der
Redaktion der Sonntags-Zeitung habe ich vereinbart, dass ich an den
Mittwochnachmittagen anwesend sein werde, um anstehende Fragen mit
meinen Stellvertretern zu besprechen und um den übrigen
Redaktionsmitgliedern zur Verfügung zu stehen. Ich werde mich jedoch
darauf beschränken, die SonntagsZeitung in der nächsten Zeit zu
begleiten. Ich werde mein Büro auf den Facts-Stock zügeln, wo ich
primär präsent sein werde.

WW: Ein neuer Chefredaktor kostet. Ist Ihr sozusagen halber Job bei Facts eine Sparmassnahme?
Andreas Durisch: Nein,
das ist es nicht. Das heisst aber auch nicht, dass ich den doppelten
Lohn verdienen werde. Auf Grund der Analyse bei Facts fand man, im
Dienst der Sache sei das die beste Lösung. Finanzielle Aspekte haben da
keine Rolle gespielt.

WW: Was wird der neue Facts Chefredaktor als Erstes tun?
Andreas Durisch: Zuerst
will ich die Redaktion von innen kennen lernen und werde mit den
Ressortleitern Gespräche führen. Ich hab gewisse Ideen und
Vorstellungen, finde es aber vernünftig und Erfolg versprechender, zu
schauen, welches die Ideen der Leute waren, die bisher das Blatt
gemacht haben.

WW: Ergibt sich da nicht eine verschärfte Themenkonkurrenz zur SonntagsZeitung?
Andreas Durisch: Diese
thematische Konkurrenz hat es bisher schon gegeben. Solange die
Redaktionen völlig unabhängig voneinander gearbeitet haben, hatten sie
dennoch hin und wieder dieselben Ideen und kamen dieselben Themen vor.
Das wird auch in Zukunft nicht anders sein. Heute laufen die Themen ja
zum Teil recht schnell. Es gibt somit Unterschiede, was man sonntags
und was man donnerstags bringen kann und umgekehrt. Weiter haben die
Titel ein unterschiedliches Format. Dadurch unterscheidet sich auch der
Themenzugriff und die Themenaufbereitung.

WW: Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Andreas Durisch: Ich
will natürlich zum anvisierten Erfolg beitragen. Ich möchte Facts
weiterentwickeln. Es soll in Politik und Wirtschaft relevant sein, soll
immer wieder für Überraschungen sorgen, die Themen sollen gut umgesetzt
sein. Mein Ziel ist, dass man sagt, Facts ist interessant.

WW: Das ist bisher nicht der Fall?
Andreas Durisch: Zu wenig!

WW: Können Sie das präzisieren?
Andreas Durisch: Ich
kann nur wiederholen: Man hat zu wenig Akzente in den beiden
Schlüsselressorts Politik und Wirtschaft gesetzt. Das gehört einfach zu
einem Nachrichtenmagazin. Dann werden hoffentlich auch die Erträge
wieder steigen.

Interview René Worni

Spannende Zukunft

Editorial Pierre C. Meier weiss, dass vieles kommen kann. Sicher aber nur das neue Jahr.

Pierre C. Meier weiss, dass vieles kommen kann. Sicher aber nur das neue Jahr.Nach den verschiedenen strategischen
Veränderungen in diesem Jahr wird 2006 zu einem Jahr der Innovationen
werden. Wenn all das, was angedacht, geplant, gerüchteweise verbreitet
oder sogar schon angekündigt ist, Wirklichkeit wird, dann stehen wir
vor einem wahrlich spannenden Jahr. Die NZZ wird in einem neuen Layout
erscheinen. Der Tages-Anzeiger lanciert auf einen Schlag mindestens
fünf Regionalausgaben und nimmt den Kampf mit den angestammten
Lokalverlegern auf. Im Gegenzug überzieht die NZZ das erweiterte
Millionen-Zürich mit Lokalzeitungen, und Facts wird wieder zu einem
spannenden Nachrichtenmagazin. Ringier mischt mit SI Young den
Zeitschriftenmarkt auf und launcht neben der täglichen crossmedialen
Wirtschaftszeitung Cash Daily auch noch eine Gratis-(Abend)-Zeitung.
Gleichzeitig mutiert der Blick von der emanzipierten Boulevardzeitung
zu einem echten Boulevardblatt, das jeden Monat eine Petition lanciert;
die Kampfhunde machten den
Anfang. 20minutes startet in der Westschweiz und ringt mit Le Matin
Bleu um die Poleposition im Gratiszeitungsmarkt. Das Berner
Zeitungsmodell kämpft weiterhin um seine Existenz, und die Espace Media
startet mit Capital FM in die Radiozukunft. Die PubliGroupe trennt sich
von ihrer 37-Prozent-Beteiligung an der Basler Zeitung und übernimmt
dafür die Anzeigenverwaltung des Tages-Anzeigers.

Was von all dem Wirklichkeit wird, wissen wir in einem Jahr. Einiges
sickert vielleicht schon an der Dreikönigstagung des Verbandes
Schweizer Presse durch. Wir sind mal gespannt.

Gespannt sind wir auch, ob sich die optimistischen Prognosen der
Werbeauftraggeber und der Agenturen zur Entwicklung des Werbeaufwandes
wirklich bewahrheiten werden (siehe Seite 9). Schön jedenfalls wäre es.

Die nächste Werbewoche erscheint am 12. Januar. Ihnen, liebe Leserinnen
und Leser, wünschen wir schöne und geruhsame Weihnachtstage und ein
spannendes 2006.

Pierre C. Meier, Chefredaktor

Cicero-Redaktion zieht ins Zentrum der Macht

Gleichzeitig mit dem Bezug der neuen Räumlichkeiten wird auch die Redaktion aufgestockt.

Das deutsche Politmagazin Cicero aus dem
Haus Ringier zieht von Potsdam nach Berlin um, wie die Märkische
Allgemeine Zeitung (MAZ) meldet. Chefredaktor Wolfram Weimer hat
bestätigt, dass die Verträge unterschrieben seien. Der Umzug werde im
März 2006 erfolgen und sei keine Konsequenz der Redaktionsdurchsuchung
wegen Verdachts auf Geheimnisverrat vom September (vgl. Newsmail vom
14.09.). Vielmehr gehe es um eine grössere «Nähe zur Macht»,
zitiert die MAZ den Chefredaktor. Vom neuen Sitz aus wird das
bundespolitische Geschehen rund um den Reichstag zu Fuss in 20 Minuten
erreichbar sein. Gleichzeitig mit dem Bezug der neuen Räumlichkeiten
wird auch die Redaktion, die derzeit 25 Mitarbeiter zählt, aufgestockt.
Schon ab Januar übernimmt Judith Hart die Leitung des Ressorts
«Weltbühne». Sie ist derzeit Chefredaktorin der Jüdischen Allgemeinen
Wochenzeitung.

EU-Kommission schlägt neue TV-Regeln vor

Die überarbeitete Richtlinie erlaubt Product Placement und Split Screens, liberalisiert die Unterbrecherwerbung und unterscheidet zwischen Push- und Pull-Diensten.

Die Europäische Kommission hat am Dienstag
einen Vorschlag zur Neufassung der Richtlinie «Fernsehen ohne Grenzen»
von 1989 verabschiedet. Ziel seien weniger Regulierung für die
Veranstalter und mehr Flexibilität für die Finanzierung durch neue
Formen der Werbung, heisst es in einer Mitteilung.
So sollen die Sender künftig selbst entscheiden, wann sie Werbung in
ihr laufendes Programm einfügen wollen. Erhalten bliebe nach dem
Vorschlag nur die Begrenzung auf 12 Minuten pro Stunde. Kommissarin
Viviane Reding möchte  zudem Sonderformate wie Split Screen,
virtuelle und interaktive Werbung zulassen. Product Placement soll
erlaubt werden, sofern zu Beginn einer Sendung deutlich darauf
hingewiesen wird. Ausgenommen bleiben Nachrichten, Sendungen zum
aktuellen Zeitgeschehen und das Kinderprogramm.
Dank EU-weit einheitlicher Regeln würden die Anbieter audiovisueller
Mediendienste künftig nur noch den Vorschriften des Mitgliedstaats
unterliegen, in dem sie niedergelassen sind, und nicht mehr den
vielfältigen Vorschriften all der Mitgliedstaaten, in denen ihre
Dienste empfangen werden können, heisst es weiter.
Die neue Richtlinie soll sowohl für das Fernsehen als auch für
fernsehähnliche Dienste gelten. Im Hinblick auf künftige technologische
Entwicklungen wird  zwischen linearen Diensten (die den Zuschauer
nach Programmplan laufend mit Inhalten versorgen) und nicht-linearen
Diensten (wo der Zuschauer nach Bedarf Inhalte abruft) unterschieden.
Für nicht-lineare Dienste sollen nur minimale Grundvorschriften
festgelegt werden, etwa für den Jugendschutz und gegen die
Aufstachelung zum Rassenhass und zur Verhinderung von Schleichwerbung.
Nicht von der Regelung betroffen sind der private Schriftverkehr,
elektronische Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften, Websites, die
nicht hauptsächlich der Verbreitung audiovisueller Medieninhalte
dienen, sowie reine Tonübertragungen und das Radio.
Dem Vorschlag der EU-Kommission müssen EU-Parlament und Ministerrat
zustimmen, bevor er in Kraft treten kann. Parlamentarier haben bereits
Widerstand angekündigt, insbesondere wegen der Lockerung beim Product
Placement.

Anti-Tabak-Massnahmen bleiben Kantonssache

Der Ständerat hat es abgelehnt, den Bund zur Koordination der Tabakpräventionsmassnahmen in den Kantonen zu verpflichten.

Der Ständerat hat es abgelehnt, den Bund
zur Koordination der Tabakpräventionsmassnahmen in den Kantonen zu
verpflichten. Mit nur 16 zu 15 Stimmen wurde eine Motion von Hans Hess,
seines Zeichens Präsident der Vereinigung des Schweizerischen
Tabakhandels, bachab geschickt. In der Motion wurden namentlich
Rauchverbote und Alterslimiten genannt. In der Debatte erklärte Hess,
auch Werbeeinschränkungen könnten nur gesamtschweizerisch sinnvoll
geregelt werden. Es mache doch keinen Sinn, wenn etwa ein
Lastwagenchauffeur der Zigarrenfirma Villiger den Schriftzug auf dem
Wagen bei der Überquerung von Kantonsgrenzen abdecken müsse.
Unterstützung erhielt Hess von Claudio Schmid-Sutter, Präsident der
Schweizer Werbung. Der Ständerat folgte aber in der knappen Mehrheit
der Regierung, der festhielt, dass sie bereits koordinierend tätig sei.
Bundesrat Pascale Couchepin sprach sich für nationale Mindestnormen
aus, will aber den Kantonen die Freiheit lassen, selbst schärfere
Regelungen einzuführen.

Honda betraut Trio mit Töff-Etat

Die Westschweizer Werbeagentur übenimmt die gesamte Kommunikation für Honda-Motorräder im kommenden Jahr.

Die Westschweizer Werbeagentur Trio
übenimmt die gesamte Kommunikation für Honda-Motorräder im kommenden
Jahr. Trio gewann den Etat des Importeurs Honda (Suisse) in einer
Konkurrenzpräsentation. Im Frühling startet eine Multikanal-Kampagne
mit klassischen und neuen Medien. Laut einer Mitteilung der Agentur
liess sich Honda in der Präsentation besonders von den interaktiven
Konzepten überzeugen.

Espace Stellen integriert Weiterbildungsangebote

Die Kursdatenbank des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung wird in die Job-Plattform auf Espace.ch eingebunden.

Der Stellenmarkt auf Espace.ch bietet neu
die Suche nach Weiterbildungen und Kursen an. Dazu wird die
Kursdatenbank des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung (SVEB) in
die Job-Plattform eingebunden. Der SVEB betreibt unter dem Namen
«Alisearch» eine umfangreiche Kurs- und Weiterbildungsdatenbank mit
über 25’000 Angeboten aus der Schweiz. Die Datenbank enthält
detaillierte Kursinhalte von Anbietern aller Fachbereiche und Stufen
und ermöglicht Weiterbildungsinteressierten die direkte Anmeldung zum
gewählten Kurs.

Premiere im Gerangel um Bundesliga-Rechte unter Druck

Premiere könnte die Rechte für die Bundesliga-Übertragung verlieren, spekuliert die deutsche Presse.

Premiere könnte die Rechte für die
Bundesliga-Übertragung verlieren, spekuliert die deutsche Presse. Am
Rande der WM-Auslosung will die Fussball-Zeitschrift Kicker erfahren
haben, dass es bezüglich der Rechtevergabe «eine Sensation» geben
werde. Bis Ende dieser Woche können die 35 Bewerber um die
Bundesliga-Übertragung ihre Angebote nochmals nachbessern; am 21.
Dezember soll der Entscheid kommuniziert werden. Gerüchten zufolge muss
der Pay-TV-Sender Premiere sein Angebot nochmals deutlich erhöhen, wenn
er nicht leer ausgehen will. Premiere hat dem Vernehmen nach 250
Millionen Euro für die Rechte am Pay-TV offeriert, wie die Frankfurter
Allgemeine Zeitung schreibt. Mitbieter sind unter anderem die deutsche
Telekom und der Kabelanbieter Kabel Deutschland. Sie hätten beide für
alle Rechte geboten, also für Free-TV, Bezahlfernsehen und Internet,
berichtet die FAZ weiter. Einiges spricht laut Kicker dafür, dass die
deutsche Telekom einen grossen Teil der Rechte erwerben und Sublizenzen
an ARD und ZDF veräussern wird. Das ZDF wolle sich ausserdem auch die
Übertragung der beiden Sonntagsspiele der Bundesliga sichern. Bis anhin
sind die Free-TV-Rechte dafür in den Händen des DSF. Profitieren dürfte
die Liga von diesem Bieterstreit. Der Kicker schätzt, dass der neue
Vertrag im Bereich von etwa 500 Millionen Euro statt momentan 300
Millionen Euro liegen wird.

Schweizer vertrauen dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Die Eidgenossen haben grosses Vertrauen in TV-Nachrichten, lieben Informationssendungen und lassen sich im Wahlverhalten von politischen Debatten im Fernsehen leiten. Dies ergab eine Studie von UPC und Cablecom.

Die Eidgenossen haben grosses Vertrauen in
TV-Nachrichten, lieben Informationssendungen und lassen sich im
Wahlverhalten von politischen Debatten im Fernsehen leiten. Dies ergab
eine Studie von UPC und Cablecom. Direkt befragt wurden rund 6000
Konsumenten in 14 europäischen Ländern, 500 davon in der Schweiz. Die
Studienteilnehmer wurden in drei Alterskategorien aufgeteilt: 16 bis
29, 30 bis 49 und ab 50 Jahre.
Im paneuropäischen Vergleich verzeichnen die Eidgenossen den
niedrigsten TV-Konsum in ganz Europa. Nur 31 % verbringen täglich mehr
als zwei Stunden vor dem Fernseher. Ältere Menschen nutzen den TV sehr
viel mehr als jüngere: 37 % der Befragten über 50 sehen mehr als zwei
Stunden am Tag fern. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es nur 25 %.
Diese durch Selbsteinschätzung erhobenen Daten entsprechen in der
Tendenz den Ergebnissen der elektronischen Publikumsforschung.
Die ältere Generation mag ihre Fernsehprogramme laut der
UPC-/Cablecom-Studie so sehr, dass 30 % davon bereit sind, für die
Lieblingssendung zu Hause zu bleiben; 32 % zeichnen Sendungen auf, die
sie nicht verpassen möchten. Von den 16- bis 29-Jährigen richtet sich
die Mehrheit, nämlich 56 %, nicht nach dem Fernsehprogramm.
Information ist für 68 % der Befragten der Hauptgrund für TV-Nutzung,
bei jenen über 50 Jahren sind es sogar 86 %. Die Jungen zwischen 16 und
29 haben allerdings andere Vorlieben: 55 % von ihnen schalten den
Fernseher mehrheitlich ein, um unterhalten zu werden. Eine Grosszahl
der Befragten (82 %) glaubt daran, dass die Nachrichten im Fernsehen
der Wahrheit entsprechen. Öffentlich-rechtliche Sender erhalten von 64
% der Befragten den Vorzug in Sachen Information gegenüber den privaten
(2 %). Mit dieser Haltung heben sich die Schweizer laut den Autoren der
UPC-/Cablecom-Studie deutlich von Europa ab, wo die Hälfte der
Zuschauer der Meinung ist, dass die Nachrichten des kommerziellen
privaten Fernsehens ebenso glaubwürdig sind. 
Politische Informationen am Fernsehen haben einen hohen Stellenwert. 71
% der Studienteilnehmer interessieren sich für nationale Politik und
noch mehr (73 %) für europäische Politik. Die Mehrheit der Befragten
(64 %) gibt an, dass ihr Wahlverhalten von den politischen Debatten im
Fernsehen beeinflusst wird.
In allen Ländern, in denen die Studie durchgeführt wurde, wählten die
Teilnehmenden ihren beliebtesten Nachrichtenmoderator aus. In der
Schweiz belegt Stephan Klapproth, Moderator von «10 vor 10», den ersten
Platz. Gefolgt wird er von «Tagesschau»-Sprecher Heinrich Müller und
dem Westschweizer Nachrichtensprecher Darius Rochebin. Cablecom
verleiht dem Sieger Stephan Klapproth den neu geschaffenen Swiss TV
Award in Höhe von 20’000 Franken. Er möchte das Geld laut Mitteilung
der Hilfsorganisation Goutte d’eau spenden.

Presserat rügt Südostschweiz

Auch wenn an ihr rüde und ausfällige Kritik geübt wird, darf eine Redaktion keinen Berichterstattungsboykott verhängen.

Auch wenn an ihr rüde und ausfällige
Kritik geübt wird, darf eine Redaktion auf einen Konflikt nicht mit
einem Publikationsstop reagieren. Dies hält der Presserat in einer
Stellungnahme zum Streit zwischen der Südostschweiz und der Churer
Kulturgruppe In Situ fest. Andrea Masüger, Chefredaktor der
Südostschweiz, teilte der Kulturgruppe im März 2005 mit, seine Zeitung
werde «über In Situ solange publizistisch keine Zeile mehr verlieren,
bis sich Herr Frank schriftlich bei uns entschuldigt hat und bis er
seine Anwürfe eingestellt hat». Damit war der künstlerische Leiter von
In Situ, Wolfgang Frank, gemeint. Er hatte zuvor Masüger und weitere
Mitarbeiter der Südostschweiz in der Öffentlichkeit verbal angegangen;
laut Masüger sei beispielsweise verschiedentlich der Ausdruck «Faschistenblatt» gefallen. In Situ reichte gegen das
Publikationsmoratorium eine Beschwerde beim Presserat ein. Dieser kommt
zum Schluss, dass der Informationsboykott als Reaktion auf verbale
Anwürfe eine unverhältnismässige Massnahme darstelle, wie verständlich
auch immer die Gründe sein mögen, die diesen Entscheid provozierten.
Dies gelte, obwohl Journalistinnen und Journalisten nicht verpflichtet
seien, über ein bestimmtes Einzelereignis zu berichten. Denn es gehe
nicht an, die Berichterstattung über einen Anlass von anderen als
journalistischen Kriterien abhängig zu machen. Zudem wären der
Südostschweiz für die Auseinandersetzung mit Wolfgang Frank
alternative, zum Beispiel rechtliche Mittel zur Verfügung gestanden.

Infam macht PR für Landi-Stuhl

Die Basler Agentur übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit für den Relaunch des legendären Designmöbels.

Die Basler PR-Agentur Infam übernimmt die
Öffentlichkeitsarbeit für den Relaunch des Landi-Stuhls. Die legendäre
Sitzgelegenheit aus Aluminium mit der typischen Lochung wurde
anlässlich der Landesausstellung von 1939 vom Schweizer Hans Coray
entworfen und fehlt laut der Agentur heute in keinem
bedeutenden Design-Museum. Nächstes Jahr will Dimitri Westermann
(Westermann AG, Aarau) dem Landi-Stuhl zu einem Revival verhelfen.
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