Google steigt in Radiowerbung ein

Der Suchmaschinenanbieter und Mediengigant Google hat das Unternehmen dMarc Broadcasting gekauft.

Der Suchmaschinenanbieter und Mediengigant
Google hat das Unternehmen dMarc Broadcasting gekauft. Damit besitzt
Google nun einen Service, um Werbetreibende mit Radiostationen über
eine automatisierte Werbeplattform zu verbinden. Google plant, diese
Technik für seinen Service AdWords zu verwenden, um Werbekunden
Schaltungen im Radio zu ermöglichen. Google bezahlt für das Unternehmen
102 Mio. Dollar, beim Erreichen von bestimmten Performance-Zielen kann
der Kaufpreis aber auf bis zu 1,14 Mrd. Dollar anwachsen.

Radio Energy Zürich hat zugelegt

Laut PublicaData ist Energy Zürich bei der Zielgruppe der 15- bis 34-Jährigen das stärkste Privatradio der Schweiz.

Das SRG-Medienforschungsinstitut
PublicaData hat die Hörerzahlen für das zweite Semester 2005
veröffentlicht. Laut der Studie ist Energy Zürich bei der Zielgruppe
der 15- bis 34-Jährigen das stärkste Privatradio der Schweiz. Bei den
15- bis 49-Jährigen hat das Zürcher Privatradio im Vergleich zum
Vorjahr um 4% zugelegt. In der Deutschschweiz kommt Energy Zürich in
der Zielgruppe 15+ täglich auf rund 240’000 Hörer. Dies entspricht
einem Zuwachs von 120’000 Hörern. Die Sendung «Energy Mein Morgen» ist
ausserdem bei den 15- bis 34-Jährigen die meistgehörte Morgensendung
der Schweizer Privatradios.

Auflagenbollwerk

Gratiszeitungen Zuger Woche erhöht zum Schutz Auflage.

Gratiszeitungen Zuger Woche erhöht zum Schutz Auflage.
Seit Anfang Jahr erscheint das Gratisblatt
Zuger Woche (ZW) von Verleger Rolf-Peter Zehnder jede Woche mit 54 391
Exemplaren. So viel wies vorher nur die monatliche Grossauflage aus,
regulär wurden 25 600 Exemplare verteilt. Die Auflagenerhöhung um mehr
als die Hälfte kündigte die ZW in einem Brief an Inserenten als Aktion
zum 20. Jubiläum an. Tatsächlich handelt es sich aber um eine
Abwehrmassnahme gegen die zum Gratisblatt mutierte Zuger Presse, die
sich neu im Besitz der LZ Medien befindet (50 000 Exemplare). Auf den
ersten Blick haben die beiden Blätter aber völlig verschieden hohe
Tarife: Bei der ZP kostet ein Millimeter vierfarbig 1.75 Franken, bei
der ZW 1.58 Franken (ausserlokal). Allerdings hat die ZP Fixformate,
weshalb ihr Seitenpreis ähnlich teuer ist wie jener der ZW. Zudem kann
man die ZP mit der ebenfalls zur LZ Medien gehörenden Neuen Zuger
Zeitung kombinieren. (mk)

Der Teamplayer

Michael Hug will als Chefredaktor neue Wege bei der Berner Zeitung beschreiten mit einer Doppelführung zusammen mit Markus Eisenhut.

Michael Hug will als Chefredaktor neue Wege
bei der Berner Zeitung beschreiten mit einer Doppelführung zusammen mit
Markus Eisenhut.Eine Zwangsheirat war es nicht. Aber
Michael Hug hat seinen künftigen Co-Chefredaktor Markus Eisenhut nie
persönlich gesehen, bevor die beiden für das gemeinsame Mandat bei der
Berner Zeitung zusammengeführt worden sind. Albert Stäheli, der
Delegierte des VR der Espace Media Groupe, hatte die Idee zu dieser
Lösung und mit beiden Wunschkandidaten parallel, aber unabhängig
verhandelt. Erst als beide Interesse zeigten, wurde ein Treffen
eingefädelt. Und Hug kann Stähelis Einschätzung Recht geben: «Wir haben
sofort gemerkt, dass wir gleich ticken.»

Der Solothurner Michael Hug hat seine journalistische Laufbahn als
freier Mitarbeiter bei den Solothurner Nachrichten angefangen. Als ein
Stage bei der Zeitung folgte, ist das Studium der Geschichte zur
Nebensache geworden. 1987 wechselte Hug zur Solothurner Zeitung. Hier
war er zuständig für den ganzen Kanton, als er nach zwei Jahren Lust
nach etwas völlig anderem verspürte – Landwirtschaft: «Wir wollten
Modelle ausprobieren, wie man sich selber ernähren kann.» So landete
der Journalist auf einem Bauernhof im Emmental. Er machte ein Diplom
als Melker und betreute neben Kühen auch Schafe und Schweine. Trotz
viel harter Arbeit reichte der Hof aber kaum zum Leben – und so ist die
Lust am Schreiben wieder erwacht. Zuerst betreute er für die Berner
Zeitung die Region Langnau. Als das Experiment mit dem Hof nach drei
«sehr wertvollen Jahren» auch in privater Beziehung zu Ende war,
wechselte Hug in die Inlandredaktion der Berner Zeitung über.

Unter Beat Hurni hat es ihm in Bundesbern gefallen, wie dieser mit der
Inland-Berichterstattung «etwas Neues ausprobieren wollte». Die
vermehrte Eigenständigkeit beim Schreiben ist 1998 auch Facts
aufgefallen. Er wechselte zum Nachrichtenmagazin, arbeitete aber als
allein erziehender Vater die meiste Zeit von seiner Wohnung in Burgdorf
aus.

Beim Facts hat ihm gefallen, dass er grosse Geschichten oft über Wochen
recherchieren konnte. Besonders berührt hat ihn eine Reportage über
Frühgeburten. Hier ist Hug auf grundsätzliche Fragen des Lebens
gestossen, die ihn auch heute noch publizistisch beschäftigen:  Wo
sollen die Grenzen der medizinischen Möglichkeiten gezogen werden, wenn
der Mensch immer mehr über Tod und Leben entscheiden kann?

Nach drei Jahren beim Nachrichtenmagazin erfüllte sich ein Traum. Die
Espace Media Groupe hat in Solothurn eine neue Zeitung, das Solothurner
Tagblatt, gegründet. «Als Solothurner und Journalist redeten wir oft
davon, es sollte etwas mehr Konkurrenz geben zur Solothurner Zeitung.
Das war jetzt eine einmalige Gelegenheit zu beweisen, dass eine andere
Zeitung möglich ist.» Hug wirkte von 2001 bis Oktober 2005 als
Chefredaktor.

Weil ihm dieser Aufbau einer neuen Stimme in Solothurn gefallen hat,
wollte sich Hug seinen Wechsel nach Bern gut überlegen. Er hat die
Herausforderung angenommen, weil ihn sein Verleger überzeugen konnte,
dass die Espace Media Groupe neue Wege gehen will. «Man spürt, dass mit
der BZ etwas passieren muss.» Alle traditionellen Tageszeitungen
befinden sich im schwierigen Prozess einer noch offenen
Rollenverteilung zwischen Fernsehen, Internet und neuen
Gratiszeitungen. Wer bedient hier welche Zielgruppen?

Hug findet es spannend, dass seinem Partner das Verdienst zukommt, der
ersten Gratiszeitung der Schweiz zum Durchbruch verholfen zu haben. «20
Minuten war erfrischend anders gemacht.» Gute Ideen aus diesem Konzept,
die sich umsetzen lassen, will das Duo sicher auch in seine
Regionalzeitung einbringen. «Man muss aber genau die Abgrenzung finden:
Was kann 20 Minuten gut, und was können wir?»
Natürlich sei es für etablierte Zeitungen ein Problem, dass 20 Minuten
so erfolgreich geworden ist. «Auf der anderen Seite tut es uns auch
gut, weil der Kick in den Hintern gekommen ist.»

Hug gilt als sehr guter Teamplayer. Das Kompliment erklärt er sich,
weil es für ihn tatsächlich die grösste Freude ist, wenn sich
Mitarbeiter dank ihm entfalten und ihre Talente nutzen können. «Wenn
ich das unterstützen kann, ist der Job zu einem grossen Teil schon gut
gemacht».

Das Verteilen der Aufgaben wollen die beiden Chefredaktoren erst im
März vornehmen, wenn auch Eisenhut seine Stelle angetreten hat. Bereits
bewusst ist man sich, dass die Redaktion anders strukturiert werden
soll. «Die althergebrachte Ressortstruktur, wo jeder sein Revier hat,
soll durchbrochen werden», verrät Hug. Und auf was er sich besonders
freut: Heute sei eine Chefredaktion immer mehr zu einem Management-Job
geworden. Mit dem Verteilen dieser Aufgaben auf zwei Schultern sollen
die beiden Chefs alternierend auch wieder vermehrt publizistisch in
Erscheinung treten.

Andreas Panzeri

APG vereinfacht die Plakat-Produktionsrichtlinien

Der Schweizer Marktleader APG wartet mit einer Neuauflage der Publikation auf, die über die Produktionsrichtlinien transparent informiert.

Der Schweizer Marktleader APG wartet mit
einer Neuauflage der Publikation auf, die über die
Produktionsrichtlinien transparent informiert. Auf 21 Seiten sind die
wichtigsten Punkte der Plakatproduktion zusammengefasst, unterteilt
nach den Themenbereichen Papier, Druck, Formate und Logistik. Das
Vademecum kann auf der Website der APG kostenlos bezogen werden.

Getunik gewinnt NZZ, Tamedia und UNHCR

Der Webdienstleister bietet den neuen Kunden ein Online-Payment-System, Fundraising-Lösungen und Unterstützung im E-Mail-Marketing.

Der Webdienstleister Getunik hat mit der
NZZ, der Tamedia und dem UNHCR drei neue Kunden gewonnen. Das Zürcher
Unternehmen erweitert die Online-Plattform eBalance der NZZ um ein
zusätzliches Online-Payment-System. Die Tamedia Production Services
erhält Unterstützung im Bereich E-Mail-Marketing. Das UNHCR
schliesslich hat Getunik mit der Erarbeitung verschiedener
Online-Fundraising-Lösungen beauftragt.

Der gute Ruf kommt nicht von selbst

Egon Zum zweiten Mal ist Markus Ruf zum Werber des Jahres gewählt worden. Ein Nachruf zu Lebzeiten.

Egon Zum zweiten Mal ist Markus Ruf zum Werber des Jahres gewählt worden. Ein Nachruf zu Lebzeiten.Markus Ruf, 42, gehörte zur letzten
Fachklasse an der Zürcher Kunstgewerbeschule, die noch das Handwerk des
Bleisetzers erlernte. Nach der Lehre war er arbeitslos, weil es seinen
Beruf nicht mehr gab. Das störte Ruf jedoch wenig, weil es ihn sowieso
in die Werbung drängte.

So weckte er schon während des letzten Lehrjahres mit selbst
ausgeheckten Kampagnen das Interesse von Werbeagenturen. Und konnte
1985 prompt als Junior Texter bei der damaligen Kreativagentur Grendene
+ Lanz anfangen. Danach folgten Grossagenturen wie Advico, GGK und
Publicis. Und Auszeichnung um Auszeichnung: Bereits 1989 gewann Ruf den
Sonderpreis Text des Art Directors Club für eine internationale
Swatch-Kampagne, für die rotzfreche Blick-Kampagne gabs 1992 das erste
Mal von mittlerweile 14 ADC-Gold.

1993 nutzte er seinen guten Ruf, um sich als Creative Consultant
selbstständig zu machen. Preisgekrönte Kampagnen für die Migros, das
Tagi-Magi, die Aargauer Zeitung, das Einkaufszentrum Glatt, RTL oder
SSR-Reisen trugen in dieser Zeit seine Handschrift. 2000 wurde er dafür
als erster Freischaffender zum Werber des Jahres gewählt.

Im Juli 2001 gründete Ruf mit Danielle Lanz, der Werberin des Jahres
1999, Ruf Lanz. Die Agentur stellt Qualität konsequent vor Quantität
und begeistert Publikum und Werbejurys seit Jahren mit Kampagnen für
Kunden wie Suva, VBZ, NZZ Folio, McKinsey, Bank Coop, Hotel Dolder
Waldhaus, Blindenwohnheim Mühlehalde und viele andere. Aktuelle
Kundenneuzugänge sind die Schweizer Bibliothek des Magazins und der
Musiksender Energy Zurich.

Ruf Lanz legt auch auf internationalem Parkett immer wieder Ehre für
die Schweizer Werbung ein. So gewann die Agentur 2005 drei Löwen an der
Werbe-WM in Cannes, drei Trophäen beim Eurobest, Gold bei den New York
Filmfestivals und den einzigen London-Award für die Schweiz. Das
spiegelt sich auch im Kreativranking 2005, welches Ruf Lanz mit grossem
Vorsprung anführt.

Dieser Erfolg ist umso beeindruckender, als Ruf Lanz nur gerade aus
zehn Leuten besteht. «Wir fühlen uns als David unter den Goliaths sehr
wohl. Wenn man ein so motiviertes Team hat wie wir und die
Agenturinhaber nicht golfen, kann man mit dieser Grösse viel bewegen»,
so Ruf.

Die Schweizer Illustrierte hatte übrigens einen guten Riecher und
wählte Markus Ruf und Danielle Lanz bereits im Sommer in ihre
Sonderausgabe «Die 100 wichtigsten Schweizer». Eine Ehre, die sonst
Tennis-Assen, TV-Moderatoren oder Wissenschaftlern vorbehalten
bleibt.   

Andreas Panzeri

Was Sie schon immer über Markus Ruf wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

WW: Liebesleben?
Markus Ruf: Bisher vier
wichtige Liebesbeziehungen, die alle im sechsten Jahr in die Brüche
gingen. Die letzte im vergangenen Oktober. Beziehungen mit mir sind
nicht einfach: Ich bin ja schon mit dem Job verheiratet. (Lacht:) Aber
ich werde versuchen, ihn mit der nächsten Partnerin etwas öfter zu
betrügen.

Erfolg?
Der Handleser Vung Tau hat mir im Januar in Vietnam prophezeit: «2006
very good year for you. You lucky man and very much success.» Zumindest
für den Januar hat der Mann voll ins Schwarze getroffen.

Lieblingskreativer?
Danielle Lanz, weil ihr weibliches Hirn auf Ideen kommt, auf die ich
selber nicht kommen würde. Und weil sie meine traditionell schlechte
Montagmorgenlaune seit bald fünf Jahren aushält.

Lieblingskreativwerbepreis?
Cannes-Löwen, weil eine rare Spezies in der Schweiz.

Was ist das Peinlichste, das Ihnen als Werber bisher passiert ist?
Das war 1998 die Anzeige für SSR-Reisen, auf der ein Gebetsbuch
abgebildet war, dazu die Schlagzeile: Empfohlene Reiselektüre für alle,
die noch billiger reisen wollen als mit SSR. Die Anzeige erschien im
Tagi-Magi, das einen langen Produktionsvorlauf hat. Während das Heft
bereits gedruckt war, stürzte eine Maschine der Swissair bei Halifax
ab, wodurch die Anzeige plötzlich sehr geschmacklos wurde. Man
überlegte sich sogar, das Magazin einzustampfen, beliess es dann aber
bei einer redaktionellen Erklärung auf der Tagi-Titelseite. Ich hab
schon die Blick-Schlagzeile vor mir gesehen: «Skandal: Topwerber
verhöhnen Absturzopfer!» Muss den Medien aber ein Kompliment machen:
Sie haben uns nicht in der Luft zerrissen, sondern sachlich über das
unglückliche Timing berichtet.

Was können Sie in der Werbung nicht ausstehen?
Blender, Neider und oberlehrerhafte Jungkreative, die bei jeder guten
Kampagne rummäkeln: «Das hats aber 1973 schon in Zimbabwe gegeben!»

Was ist das Schönste, das Ihnen in der Werbung je passiert ist?
Dass wir dem Publikum die Augen für die finanziellen Probleme des
Blindenwohnheims Mühlehalde öffnen konnten, das Spendenvolumen massiv
steigerten – und dafür nebenbei auch noch mit Preisen überhäuft wurden.

Welches ist der schönste Preis, den Sie in der Werbung je bekommen haben?
Der Sonderpreis Text, den ich 1989 vom ADC für eine Swatch-Kampagne erhalten habe. Einfach weils der allererste Preis war.

Schönste Reise?
«Auf den Spuren der Maharajas» durch Udaipur, Indien. Auch wenn die
Inder einen ziemlich nerven können, wenn sie einem zum 100. Mal einen
Pashmina verkaufen wollen.

An was denken Sie beim Wort Egon?
Im Moment natürlich an die «Werber des Jahres»-Trophäe. Lustigerweise
stammt der Name Egon ja von mir. Der geschätzte Ruedi Wyler, für den
ich damals als Freelancer regelmässig arbeitete, hatte das
Werbewoche-Budget, als die Trophäe eingeführt wurde. Wir kriegten den
Auftrag, dem Ding einen Namen zu geben. Ich habe den Namen Egon
vorgeschlagen, weil er zu drei Vierteln aus Ego besteht. Und das ist
bei Werbern mitunter ja ziemlich ausgeprägt.

Was nervt Sie an Ihrer Geschäftspartnerin?
Die Duftkerzen.

Welche Ideen rauben Ihnen den Schlaf?
Jene, die einfach nicht kommen wollen.

Welches Talent möchten Sie gerne noch haben?
Gitarre spielen können wie Eric Clapton. Ich kanns nicht mal wie Reini Weber.

Welches ist Ihre aktuelle Bettlektüre?
Jakob Arjouni, «Idioten». Ein wunderbar lakonischer Erzähler.

Welches Buch steht nicht auf Ihrem Nachttisch?
Corinne Hofmann, «Die weisse Massai».

Welchen Titel würde Ihre Autobiografie tragen?
Unterhalb von Menschen vom Kaliber eines Nelson Mandela sollte niemand Autobiografien schreiben.

Letzter Kinobesuch und warum?
«King Kong» mit vietnamesischem Ton. Weil an Silvester, den ich in
Saigon verbracht habe, ein deutscher Reisekollege diese hirnverbrannte
Idee hatte. Wir haben wohl zu viel «drunken shrimps» gegessen:
Garnelen, mit Litschischnaps flambiert.

Welche drei Eigenschaften charakterisieren einen guten Werber?
Dieselben wie einen guten Boxer: Talent, Ausdauer und die Fähigkeit, nach Niederschlägen schnell wieder aufzustehen.

Was halten Sie von Joggen am frühen Morgen?
Ich bin überzeugt, dass Joggen am Morgen die Stimmung hebt und man besser gelaunt ins Geschäft kommt. Ich jogge am Abend.

Wie viel verdienen Sie?
Ein Werber, der in meinen Augen ziemlich schlechte Werbung macht, hat
vor Jahren mal zu mir gesagt: «Du hast mehr Auszeichnungen, ich hab
mehr Ferrari.» Das stimmt auch heute noch.

Wie beurteilen Sie den Ruf der Werbung?
Bei der Bevölkerung hat Werbung mit Sicherheit keinen sonderlich guten
Ruf. Es gibt ja diese Umfragen über die beliebtesten  Berufe. Da
finden wir Werber uns regelmässig irgendwo zwischen Politesse, Offizier
und Politiker wieder. Das liegt auch daran, dass die smartesten und
unterhaltsamsten Kampagnen oft für kleine Kunden gemacht werden, welche
die Bevölkerung mangels Mediapower wenig wahrnimmt. Während die
grossen, sichtbaren Kampagnen oft in gruppendynamischen
Entscheidungsprozessen bis zur Unkenntlichkeit nivelliert werden. Ich
freue mich darum besonders über gute Werbung für grosse Kunden. Sie
sind nebenbei auch die beste Werbung für das Ansehen der Werbung. Ich
möchte hier keine eigenen Kampagnen nennen: Die pointierte
National-Versicherungs-Kampagne von SFLB ist ein wunderbares Beispiel
oder die geistreiche Bank-Bär-Kampagne von Jung von Matt/Limmat. Das
Hanflädeli um die Ecke kann man nebenbei ja immer noch pflegen.

Was bringen Sie zu einem guten Brainstorming mit?
Ich muss Sie enttäuschen: Ruf Lanz macht praktisch keine
Brainstormings. Das wirkt zwar trendig in ARD-Vorabendserien, wenn die
Arbeit in einer Werbeagentur dargestellt werden soll. In Realität
jedoch stammen die allermeisten guten Ideen aus dem Hirn einer einzigen
Person, allein erschwitzt in der stillen Klause. Zusammen sitzen wir
erst, wenn jeder bereits einige gute Ideen ausgebrütet hat, um die
besten davon zu perfektionieren.

Wie wird man Werber des Jahres?
Das hab ich mir noch nie überlegt. Man will ja nicht Werber des Jahres
werden. Es ist einfach die Folge leidenschaftlicher Arbeit und zeigt,
dass man nicht der Einzige ist, der diese gut findet. Da bin ich schon
eitel genug, um mich darüber zu freuen.

In welcher Epoche könnten Sie sich auch ein Leben vorstellen?
In jener sagenumwobenen Zeit der 17,65 Prozent.

Wen möchten Sie gerne kennen lernen?
Bei Misswahlen wird auf diese Frage ja immer noch Mutter Teresa
genannt. Ich bevorzuge lebende Personen: Quentin Tarantino oder Michel
Houellebecq. Oder halblebende wie Keith Richards.

Welche Chance haben Sie verpasst?
Hoffentlich noch nichts, was ich nicht noch nachholen könnte, wenn es mir wirklich wichtig wäre.

Womit wollten Sie schon immer ein Interview abschliessen?
Mit der Beschreibung einer Illustration des famosen Zeichners Bernd
Pfarr. Ein Mann sitzt allein an einem Tisch und gestikuliert wild mit
den Händen. Dazu steht sinngemäss: «Fünf Minuten nachdem der
Interviewer gegangen war, fielen ihm die prägnantesten Antworten ein.»

Interview: Andreas Panzeri

Playback bringt kein Payback

Management Wer in Verwaltungsräten sitzt, Firmen berät und Wirtschaftsbücher schreibt, muss keine Nadelstreifen tragen.

Management Wer in Verwaltungsräten sitzt, Firmen berät und Wirtschaftsbücher schreibt, muss keine Nadelstreifen tragen.Sie sind die Popstars der Wirtschaftswelt.
Und so treten Jonas Ridderstråle und Kjell A. Nordström auch auf. Ihre
Auftritte vor Nadelstreifen- und Bedenkenträgern rund um den Globus
bezeichnen sie selber als Gigs. Wenn die beiden Schweden, die an der
renommierten Stockholm School of Economics lehren, über ökonomische und
gesellschaftspolitische Themen sinnieren, sind die Hallen bis auf den
letzten Platz voll – wie bei Robbie Williams. Nur singen können sie
offenbar nicht ganz so gut wie Robbie … vielleicht heisst ihr neues
Buch darum «Karaoke-Kapitalismus».

Trotz ihres Auftretens – Ridderstråle und Nordström haben sich beide
eine Glatze rasiert, tragen am liebsten schwarzes Leder und sind
äusserlich kaum auseinander zu halten – sind sie gern gesehene (und
wohl auch teuer bezahlte) Gäste in zahlreichen Teppichetagen. Sie
beraten Konzerne, sitzen in Verwaltungsräten und treten an
Managementseminaren auf. Financial Times, Fortune, Paris Match oder
Time Magazine berichten auf der Frontseite über sie, CNN in der
Primetime. Und das,
obwohl sie Wirtschaftsbücher schreiben. Nicht gerade sexy, sollte man meinen.

Die Gedanken, Ideen und Überlegungen von Ridderstråle und Nordström
sind auch nicht wirklich sexy. Und alles andere als neu. Ein Leitsatz
der Schweden lautet, das Rad nicht neu zu erfinden, sondern Altes neu
zu kombinieren. Genau das tun die beiden geschickt und erfolgreich: Ihr
erstes Buch, «Funky Business», verkaufte sich mehr als 250000 Mal,
«Karaoke-Kapitalismus» steht trotz Harry Potter und Weihnachtsgeschäft
auf Platz 675 der Amazon-Verkaufshitparade. Ridderstråle und Nordström
beweisen in der Praxis, wie gut ihre Theorie funktioniert.

«Playback bringt kein Payback» lautet der Refrain der
Managementquerdenker in ihrem neuesten Hit. Wie im Showbiz ist es auch
im Management: Coverversionen sind meist nur ein Abklatsch des
Originals. Ausser, das Original wird gecovert, dekonstruiert und neu
interpretiert, wie das etwa die amerikanische New-Wave-Band Devo mit
«Satisfaction» von den Stones gemacht hat. Coverversionen wie diese
meinten Ridderstråle und Nordström wohl, als sie schrieben, das Rad
müsse nicht neu erfunden werden.

Das haben sie auch nicht. Sie schreiben nichts grundlegend Neues, doch
sie bringen es deutlicher auf den Punkt als alle anderen bisher. Ein
Beispiel aus den zehn Geboten des Karaoke-Managements ist Punkt 5: Du
sollst alle lieben, und du wirst von allen geliebt werden. Das hat mir
meine Mutter schon mit auf den Weg gegeben, nur sagte sie, «wie man in
den Wald hineinruft, so schallt es heraus». Im Gegensatz zu meiner
Mutter (und zu vor allem amerikanischen Managementgurus) sagen
beziehungsweise schreiben Jonas Ridderstråle und Kjell A. Nordström,
was sie denken. Und das in einer  Sprache, die alle verstehen,
auch ohne viel über Wirtschaft und/oder Management wissen zu müssen.

Dennoch ist ihr neues Buch nicht ohne. Ihre Bestandesaufnahmen,
Analysen und Prognosen sind messerscharf. Sie haben massenhaft Zahlen,
Daten, Statistiken und Fakten zusammengetragen, um ihre oft
provokativen Hypothesen zu unterstützen. Sie sind weder
Weltuntergangspropheten noch Jünger eines grenzenlosen Wachstums; sie
beobachten vorurteilslos und ziehen ihre Schlüsse, wie sich unsere Welt
und die Wirtschaft morgen oder übermorgen präsentieren könnten. Und sie
prangern an, woran unser System ihrer Ansicht nach krankt: Das
Mittelmass regiert und hindert jeden Einzelnen von uns daran, sich zu
entfalten. Individualität ist für Ridderstråle und Nordström der
Schlüssel zum Erfolg; für die Wirtschaft im Allgemeinen und für die
Firmen sowie die Menschen im Besonderen.

«Karaoke-Kapitalismus» liest sich leicht, nicht wie viele andere
Wirtschaftsbücher. Die zwei Managementquerdenker greifen kontroverse
Themen auf und beziehen pointiert Stellung. Oft provokativ, meistens
kompromisslos, aber immer inspirierend. Und weil Leben und Werk
Ridderstråles und Nordströms auch ein Schulbeispiel für erfolgreiches
Selbstmarketing sind, eignet sich das Buch nicht nur für Manager.

Roger Hausmann

Ringier geht mit SI Style auf Frauenfang

Am 20. Februar geht SI Style mit 330'000 Exemplaren Auflage an den Start.

Am 20. Februar geht SI Style mit 330’000
Exemplaren Auflage an den Start. Das sich an das Segment der 20- bis
40-jährigen Frauen richtende Magazin wird in einer ersten Phase der
Schweizer Illustrierten (SI) beigelegt (Auflage 240’240 Ex.) und ist
auch am Kiosk erhältlich. Ein Preis sei noch nicht definiert.
Das Magazin wird Rubriken zu Mode, Beauty, Lifestyle und Stars
enthalten, gab Ringier-Sprecherin Prisca Wolfensberger Auskunft. Da es
sich an rund eine halbe Million Leserinnen richtet, konkurriert es das
hauseigene Magazin Bolero (Auflage 19’111 Ex.) mit hochpositionierter
Zielgruppe nicht. Die beiden Produkte seien klar unterschiedlich
ausgerichtet. Das Magazin wird in einer ersten Phase von Projektleiter
Urs Heller und SI-Chefredaktor Marc Walder geführt, die
Redaktionsräumlichkeiten befindet sich wie die Schweizer Illustrierte
an der Zürcher Höschgasse. 12 der 14 Redaktionsstellen seien bereits
besetzt. Gewonnen werden konnte insbesondere Sabine Diethelm, die das
Moderessort von Bolero massgeblich geprägt hat.
Erfreut zeigt sich Thomas Passen, der Leiter Werbe- und Lesermarkt im
Communiqué über das rege Interesse der Anzeigenkunden. Aufgrund der
ersten Buchungen wurde der Umfang der ersten Nummer bereits erhöht. Wie
Prisca Wolfensberger weiter ausführt, sollen Anzeigenkunden aus Mode,
Beauty, Pflege, Auto und Luxus angesprochen werden. Es scheine ein
grosses Bedürfnis für eine Frauenzeitschrift wie SI Style zu geben.
Ringier strebt mit SI Style eine verkaufte Auflage von 100’000
Exemplaren an.
Kathrin Fischer

Nur beim Humor spart Exxtra nicht

Detailhandel Der M-Budget-Erfolg wird mit neuen Produkten – die beste und günstigste Werbung – und mit einer neuen Plakatkampagne fortgeführt.

Detailhandel Der M-Budget-Erfolg
wird mit neuen Produkten – die beste und günstigste Werbung – und mit
einer neuen Plakatkampagne fortgeführt.Was bei der Lancierung vor zehn Jahren
nicht einmal die ausgebufftesten Strategen zu träumen wagten, wurde
inzwischen Realität: 2005 setzte das Hard-Discount-Sortiment der Migros
mit einer Palette von 350 Artikeln 475 Millionen Franken um. Nahezu
zehnmal mehr als im Einführungsjahr 1996, als sich das erste
M-Budget-Sortiment noch aus 70 Produkten zusammensetzte. Der Anteil am
gesamten Migros-Umsatz hat sich verachtfacht – von 0,3 auf 2,4 Prozent
2005. Die grosse und schnelle Akzeptanz der pragmatischen Programmmarke
sowie die steigende Loyalität erfasste immer breitere
Konsumentensegmente – auch dank der Zusammensetzung des schnell
wachsenden M-Budget-Korbes: mengenmässig 60 Prozent Food, 17 Prozent
Near Food und 23 Prozent Non Food.

Trotzdem dürften die Verantwortlichen noch lange an der Dauerhaftigkeit
des Erfolgs gezweifelt haben, denn die erste Werbekampagne für die
M-Budget-Linie folgte erst 2002, also erst sechs Jahre nach ihrer
Lancierung. Dass die Kannibalisierung des bestehenden Sortiments gering
geblieben ist, zeigt, dass sich der MGB den Markt ausweiten und im
untersten Preisbereich etablieren konnte. Und das, Jahre bevor die
ausländische Konkurrenz in den Schweizer Markt eindringen konnte.

Diesen Vorsprung baute die Migros konsequent aus, indem sie das
Preisspektrum erweiterte und die Kombination von Mittelklasse- und
Billigprodukten mit einer Premiumlinie ergänzte. Entsprechend dem
modernen Konsumverhalten, bei dem der Warenkorb völlig ungeniert mit
sehr teuren wie sehr billigen Produkten gefüllt wird. Und das weiterhin
beim vertrauten Detaillisten, wie die neusten Untersuchungen von
ACNielsen ergeben haben.

Um das Image der Marke weiter zu stärken und den jüngsten Zuwachs der
Produktfamilie bekannt zu machen, hat die Migros-Hausagentur Exxtra die
vierte M-Budget-Kampagne entwickelt. Nachdem die letztjährige
Zeitungsschnipsel-Umsetzung auf die Einführung von Aldi und Lidl Bezug
genommen hatte, knüpft der diesjährige M-Budget-Auftritt an die
ursprüngliche Headline-Kampagne und an den Tugenden der Marke an:
selbstbewusst, prägnant und auf das Wesentliche reduziert wie die
Stempeltypografie, die das Billig-Image ausdrücken soll. Die neuen
Schlagzeilen – von «Balsam für Ihr Portemonnaie» für die Handcreme bis
zu «Ihr Haustier ist schliesslich kein Goldesel» jene zum Katzenfutter
– geben sich humorvoll, aber immer sparsam. Alles andere als
zurückhaltend zeigt sich der orange Riese bei der Entwicklung neuer
Discountartikel. Welche und wie viele in der Pipeline stecken, «wird
nicht bekannt gegeben», hütet der Leiter der Marketingkommunikation
beim MGB, Beat Mühlemann, den Migros-Schatz.

Luca Aloisi

Geschichtenerzähler räumen mit rasenden Omis und Horrorhelmen ab

Kampagne des Jahres Das grosse Publikum urteilt wie die Fachjuroren: Auf die vordersten Ränge setzte es Kampagnen, die an nationalen wie internationalen Wettbewerben bereits mehrfach ausgezeichnet wurden.

Kampagne des Jahres Das grosse Publikum
urteilt wie die Fachjuroren: Auf die vordersten Ränge setzte es
Kampagnen, die an nationalen wie internationalen Wettbewerben bereits
mehrfach ausgezeichnet wurden.
Da Werbung generell von vielen als
langweilig empfunden werde, denke die Suva bei ihren
Kommunikationsmassnahmen immer auch ans Publikum, das sie auf
überraschende, intelligente oder humorvolle Art unterhalten wolle. Das
sagte Suva-Werbeleiter Urs Schaad 2004, als die Unfallversicherung mit
ihrer TV-Spot-Kampagne für den Bereich Risk zur Kampagne des Jahres
gewählt wurde. Und: «Regelmässige Erfolgskontrollen zeigen, dass unsere
Kampagnen einem breiten Publikum gefallen.» Damit sollte er Recht
behalten.

Denn die 2005 in den Kinos, im TV und auf Plakaten lancierte
Gemeinschaftskampagne der SuvaRisk und der bfu (Beratungsstelle für
Unfallverhütung) zur Vorbeugung von Unfällen in der Freizeit hat der
Versicherung erneut die meisten Stimmen beschert.

Damit ehren die Leserinnen und Leser der Zeitschrift TV-Star und der
Fachzeitung Werbewoche nebst Werbeauftraggeberin Suva auch die Zürcher
Kleinagentur Ruf Lanz, die mit dem plakativen wie humorvollen
Horrorfilmzitat ein sehr einprägsames Motiv zur Sensibilisierung
entwickelt hat. Dass sich die Kreativen mit ihrer Arbeit dem Ziel der
Kampagne – einen Velohelm auch auf kurzen Strecken zu tragen – um ein
schönes Stück genähert haben, scheint auf Grund der hohen Wahrnehmung
in der Öffentlichkeit klar.

Innerhalb der letzten fünf Jahre ist es der SuvaLiv und der
Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung mit verschiedenen
Kommunikationsmassnahmen gelungen, die Helmtragquote von 20 auf 34
Prozent zu steigern. Erfreulich sind auch die konkreten Folgen dieses
Trends: Während in diesem Zeitraum die Velounfälle weiterhin zugenommen
haben, sind die Kopfverletzungen bei diesen tendenziell zurückgegangen.
Spannend zu beobachten, ob die von der Publikumsjury mit Gold
ausgezeichnete Kampagne die positive Verhaltensänderung bei den
Fahrradfahrern weiter fördern wird.

Unkonventionelles ist angesagt
Fiel der SuvaLiv-Appell vor allem wegen der eindrucksvollen Kreatividee
und ihrer erstklassigen Umsetzung auf, dürfte die zweitplatzierte
TV-Spot-Kampagne der Bank Coop hauptsächlich dank des entwaffnenden
Argumentationsstils jede fünfte Stimme erhalten haben. Auch die
Silberkampagne kam mit einem relativ bescheidenen Budget zu Stande, und
auch sie stammt aus der erst fünfjährigen Agentur Ruf Lanz. Mit der
kinoreifen Geschichte, in der eine sympathisch wirkende Rentnerin ihre
Finanzen mit dem Raub von Handtaschen aufbessern muss, sollen
potenzielle Bankkunden für die Dienste der Anlageberater bei der Bank
Coop gewonnen werden. Nachdem die Positionierung der anständigen Bank
und ihre Bekanntheit mit bösen Potentaten erhöht wurde, folgte 2005 ein
weiterer Schritt auf der Imageebene. Dazu haben die Kreativen die
Botschaft, dass es sich lohnt, rechtzeitig mit einem Anlageberater der
Bank Coop zu sprechen, drastisch ins Gegenteil zugespitzt: Wer sein
Geld nicht rechtzeitig nachhaltig anlegt, hat im Alter vielleicht zu
wenig davon.

Unkonventionell in ihrer Form ist auch die Bronze-Gewinnerin, Contextas
crossmediale Werbe-Sitcom für Swisscom Fixnet. Und wie die anderen
Podestplatz-Kampagnen hat auch diese schon mehrere Fachjurys überzeugt:
ADC-Gold und Edi sind nur zwei der vielen Auszeichnungen. Mit den
Preisen sind auch die Ansprüche der Macher gestiegen. In der
bevorstehenden 16. Folge werden sich die Familien Beck und Bondi in den
Winterferien begegnen.

Emotionen binden an die Marke
Dem Erfolgsrezept der Werbe-Sitcom folgend, wartet auch die neue Story
mit frischen Überraschungen auf. «Und die wachsende Fangemeinde kann
sich freuen; vorerst ist kein Ende der Serie in Sicht», freut sich CD
Jürg Brechbühl. Das Ziel des Konzepts – ein Kommunikationsgefäss zu
schaffen, in dem alle Produkte und Dienstleistungen von Swisscom Fixnet
Platz finden und das eine integrierte Kommunikation über sämtliche
Massnahmen hinweg erlaubt –, wurde in den vergangenen anderthalb Jahren
seit dem Start klar erreicht. Trotzdem: Angesichts der
ausserordentlichen Aufwände für das Longspot-Format brauchte es Mut und
Entschlossenheit, um den Weg einzuschlagen. Sowohl bei Swisscom als
auch bei Contexta. Marktforschungen hätten gezeigt, dass sich das
Risiko auszahlt, so die Agentur. 80 Prozent der Zuschauer finden die
Sitcom gut bis sehr gut, und die Sympathie für Swisscom Fixnet 
und den Konzern habe markant zugenommen, heisst es. Selbst Bundesrat
Moritz Leuenberger outete sich in seiner Rede zum 40-Jahr-Jubiläum von
TV-Vermarkter Publisuisse als B&B-Fan. Der einfache Grund: «Nach
wie vor will man nicht einfach nur Produkte bewerben, sondern auch
Geschichten erzählen, die berühren, weil sie aus dem Leben gegriffen
sind», sagt Jürg Brechbühl.

Gefragt sind mehr denn je Geschichten, die beim Betrachter starke
emotionale Verbundenheit bewirken. Die drei Bestplatzierten sind der
beste Beweis dafür.
 

Luca Aloisi

Best of Swiss Web 2006: Ausschreibung läuft

Gesucht werden die besten Webprojekte der Schweiz, die 2005 realisiert wurden.

Gesucht werden die besten Webprojekte der
Schweiz. Ab dem 18. Januar können sich alle Web- und Mobileprojekte,
die 2005 realisiert wurden, um die Auszeichnung «Master of Swiss Web»
bewerben. Die Jurierung erfolgt zum sechsten Mal in Folge auf
Initiative der Simsa (swiss interactive media and software association)
und der Netzwoche. Neu werden die eingereichten Projekte in neun
Kategorien ausgezeichnet: Creation, Business Efficiency, Online
Marketing, Online & Mobile Campaigns (neu), Public Affairs,
Technology Quality, Technology Innovation, Usability sowie die
Spezial-Kategorie Free Ride (neu). Einsendeschluss für die
Projekteingaben ist der 3. Februar 2006.
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