Pantone und GretagMacbeth spannen zusammen

Pantone, der weltweit führende Partner für Farben und Farbkommunikation der Grafik- und Designbranche, schliesst eine strategische Partnerschaft mit GretagMacbeth, dem Weltmarktführer für Farbmessungs- und Farbmanagementlösungen.

Pantone, der weltweit führende Partner für
Farben und Farbkommunikation der Grafik- und Designbranche, schliesst
eine strategische Partnerschaft mit GretagMacbeth, dem Weltmarktführer
für Farbmessungs- und Farbmanagementlösungen. Die Zusammenarbeit soll
Farbmanagement für Profis und Hobby-Anwender zugänglicher machen,
heisst es in einer Medienmitteilung. Als erstes Ergebnis der
Technologie-Partnerschaft präsentiert Pantone die anwenderfreundliche
Monitorkalibrierungs-Lösung Huey. Das Gerät zur Kalibrierung von
Monitoren wurde für Farbmanagementeinsteiger, Digitalfoto-Fans, Gamer
und PC-Nutzer entwickelt, die auf absolute Farbgenauigkeit und Brillanz
Wert legen.

Bund überarbeitet Strategie zur Informationsgesellschaft

Der Bundesrat hat seine Strategie für eine Informationsgesellschaft Schweiz von 1998 revidiert.

Der Bundesrat hat seine Strategie für eine
Informationsgesellschaft Schweiz von 1998 revidiert. Unverändert bleibt
das Ziel, Informationstechnologie rasch, koordiniert und zum Nutzen
aller einzusetzen, da dies den Wohlstand der Schweiz nachhaltig zu
vermehren vermöge, heisst es im Communiqué. Beim elektronischen
Behördenverkehr eGovernment will der Bundesrat die im internationalen
Vergleich abgeschlagene Schweiz in eine Spitzenposition führen. Ein
neuer Schwerpunkt wird auf den Einsatz der Informations- und
Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen gesetzt (eHealth). Hier
verspricht man sich Kosteneinsparungen. Das Departement des Innern
wurde mit der Ausarbeitung einer eHealth-Strategie bis Ende 2006
beauftragt.
Die von Bund, Kantonen und Gemeinden gemeinsam geführte Portalseite
www.ch.ch soll unter dem Namen „Das Schweizer Portal“ stetig ausgebaut
werden. Der Bundesrat misst der nationalen digitalen Visitenkarte
staatspolitische Bedeutung zu.

AZ Medien Gruppe mit neuer Leitung Unternehmenskommunikation

Die AZ Medien Gruppe hat Eva Keller (49) zur Leiterin Unternehmenskommunikation ernannt. Sie tritt ihre neu geschaffene Funktion am 23. Januar an.

Die AZ Medien Gruppe hat Eva Keller (49)
zur Leiterin Unternehmenskommunikation ernannt. Sie tritt ihre neu
geschaffene Funktion am 23. Januar an und nimmt auch Einsitz in die
erweiterte Unternehmensleitung. Keller wird ferner für verschiedene
Verlagsprojekte tätig werden. Aufgrund der wachsenden
Kommunikationsaufgaben hatte sich die AZ Unternehmensleitung für die
Bündelung und Konzentration der unternehmenskommunikativen Aktivitäten
entschieden, so die Mitteilung.
Generalsekretärin Eva Fuchs wird weiterhin die Events betreuen. Keller
ist diplomierte Verlgsfachfrau und war unter anderem als
Geschäftsführerin des Wirtschaftsmagazins Bilanz, als Geschäftsführerin
des Verbandes Schweizer Presse und zuletzt als Leiterin
Unternehmenskommunikation bei Ringier tätig.

GDI wählt sich Massiv zum Medienpartner

Ostschweizer Trend- und Lifestylemagazin Massiv erscheint neu mit Rubriken zu visionärem und neuem Denken.

Ostschweizer Trend- und Lifestylemagazin
Massiv erscheint neu mit Rubriken zu visionärem und neuem Denken.
Massiv wurde vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) als Kanal
auserkoren, um die GDI-Networking-Plattform „Pioneers“, die Events und
Informationen für Vor- und Querdenker bietet, vorzustellen und zu
diskutieren. Geplant sind Informationen zu Veranstaltungen und
Besprechungen aber auch alle anderen möglichen Formen. Wie Chefredaktor
Mario Romano der Werbewoche verrät, soll der Leser überrascht werden.
„Wir möchten tiefere Impulse als blosse Fakten bieten“, so Romano. Ziel
sei es, den Leser zu berühren.
Massiv aus dem St. Galler Schreibwerk Verlag ging 1999 an den Start und
zählt bereits seine 37. Ausgabe. Es erscheint sieben Mal jährlich in
einer Auflage von 25’000 Exemplaren.

Neutral kommuniziert für Mistral

Die Zürcher Werbeagentur Neutral übernimmt in Zukunft sämtliche Kommunikationsaufgaben für die Schweizer Windsurfmarke Mistral.

Die Zürcher Werbeagentur Neutral übernimmt
in Zukunft sämtliche Kommunikationsaufgaben für die Schweizer
Windsurfmarke Mistral. Erste Massnahmen sollen schon im Februar zu
sehen sein. Mistral produziert seit 1976 Surfprodukte und ist damit die
älteste Windsurfmarke Europas.

Pleon C-Matrix will Brand Leadership

Mit Ruedi Alexander Müller-Beyeler (51) hat sich die Baarer Pleon C-Matrix einen ausgebufften Markenexperten ins Boot geholt.

Mit Ruedi Alexander Müller-Beyeler (51)
hat sich die Baarer Pleon C-Matrix einen ausgebufften Markenexperten
ins Boot geholt. Damit wird das Angebot in Markenstrategie,
Markenführung und Design Management erweitert, so das Communiqué. Die Gründung der Brand Leadership
Practice sei ein logischer Schritt, mit dem Pleon C-Matrix in der
Schweiz „eine eigene Klasse von Kommunikationsberatung“ schaffen wolle,
wird Managing Partner Alfred C. Köcher zitiert. Ruedi
Alexander Müller-Beyeler blickt auf eine erfolgreiche Karriere als
Berater für Corporate und Brand Identity bei Interbrand Zintzmeyer
& Lux und als CEO von Nose Design Intelligence zurück.

Die Newcomer-Agenturen des Jahres 2005

Im vom Jahrbuch der Werbung im gesamten deutschsprachigen Raum durchgeführten Wettbewerb behaupten sich kempertrautmann in Hamburg und die Zürcher Agentur Krieg Schlupp Springer & Jacoby KSSJ.

Im vom Jahrbuch der Werbung im gesamten
deutschsprachigen Raum durchgeführten Wettbewerb behaupten sich
kempertrautmann in Hamburg und die Zürcher Agentur Krieg Schlupp
Springer & Jacoby KSSJ. Auf Grund der überaus hohen Beteiligung hat
sich die Jury für zwei Agenturen entschieden, da beide mit
aussagekräftigen Kampagnen und einer erfolgreichen wirtschaftlichen
Performance überzeugten.
Die Zürcher Agentur KSSJ war im April 2004 als Zweimannunternehmen
gestartet und verzeichnete ein enormes Wachstum. Seit Januar 2006 zählt
die Agentur 35 Mitarbeiter. KSSJ zeige, dass man bereits anderthalb
Jahre nach der Gründung auch auf einem relativ kleinen Markt wie der
Schweiz aufmerksamkeitsstark und mit Erfolg werben kann, begründete die
Jury ihren Entscheid.

Migrosbank will mit Metadesign

Im Pitch um den Etat der Migrosbank hat die Zürcher Branding und CI-Agentur Metadesign mit der Neugestaltung des Logos überzeugt.

Im Pitch um den Etat der Migrosbank hat
die Zürcher Branding und CI-Agentur Metadesign mit der Neugestaltung des Logos überzeugt. Im Weiteren gilt
es nun, das gesamte Corporate Design neu zu entwickeln. Die Migrosbank
will sich dabei als „sympathischste Alternative im Schweizer
Bankenmarkt“ positionieren. Im Herbst wird die neue Identität in Gänze
zu sehen sein.

Numéro 10 bewirbt Vaudoise Versicherungen

Die Berner Werbeagentur Numéro 10 betreut neu das nationale Etat des Westschweizer Versicherers «Vaudoise».

Die Berner Werbeagentur Numéro 10 betreut
neu das nationale Etat des Westschweizer Versicherers «Vaudoise».
Geworben wird zunächst auf regionaler Ebene in Bern, Basel, Luzern
& Aarau. Neben Produkteinführungen im laufenden Jahr wird parallel
ein neuer Marktauftritt für 2007 entwickelt.

Blogger sind ehrlicher

Weblogs Ohne spezialisierte Suchdienste wäre man im Dschungel der Blogs hoffnungslos verloren. Der Suchdienst Umbria ist besonders für Werbetreibende interessant.

Weblogs Ohne spezialisierte Suchdienste wäre man im Dschungel der Blogs hoffnungslos verloren. Der Suchdienst Umbria ist besonders für Werbetreibende interessant.Blogs gelten als eines der
Kommunikationsmedien der Zukunft: Weblogs, kurz Blogs, sind
Onlinetagebücher, in denen sich die Autoren beliebig über jedes Thema
ergiessen können. Jeder halbwegs versierte Internetnutzer kann ein Blog
starten. Kein Wunder also, dass es derzeit weltweit bereits über 25,5
Millionen Blogs gibt, und jeden Tag kommen rund 50000 neue dazu. 90
Prozent der Blogs kommen aus den USA, und immer mehr Amerikaner greifen
darin eines ihrer Lieblingsthemen auf: Konsumgüter. Produkte jeglicher Art werden in den Blogs schonungslos kritisiert oder
auch schon mal weiterempfohlen: Teenager lassen sich gern über
Fernsehserien, Handys und Computerspiele aus, Techno-Geeks kritisieren
die neuesten Laptops, und Hausfrauen warnen vor untauglichen
Dosenöffnern oder ungeniessbarem Apfelbrei.

Für die Marketingunternehmen stellen diese Onlinetiraden eine wertvolle
Informationsquelle über ihre Produkte dar. «Marketingprofis fangen an
zu kapieren, dass sie direkt mit den Kunden kommunizieren können, ohne
den üblichen Mittelsmann dazwischen», sagt Brad Adgate,
Forschungsdirektor des Marketingunternehmens Horizon Media in New York.
«Die Kunden sind viel ehrlicher und direkter, als wenn sie zum Beispiel
an einer Fokusgruppe teilnehmen würden.» Adgate glaubt, dass das
Internet den traditionellen Fokusgruppen schon bald zum Aussterben
verhelfen wird, weil viele der Teilnehmer sich bei der Befragung einem
gewissen sozialen Druck beugen und deshalb häufig nicht ehrlich ihre
Meinung sagen.

Umbria hat die Nase vorn
Doch weil auch eine ganze Stabsabteilung von Praktikanten mit dem Lesen
von 25 Millionen Blogs überfordert wäre, haben sich mehrere
Suchmaschinen auf ihre tägliche Auswertung spezialisiert. In der
US-Presse tauchte jüngst besonders häufig der Suchdienst Umbria auf,
weil er neben anderen Anbietern wie BuzzMetrics, WebFountain von IBM
oder Intelliseek nicht nur effektiv, sondern auch günstig ist. Für rund
60000 Dollar jährlich bekommen Unternehmen wie der Telefonkonzern
Sprint, Gaming-Spezialist Electronic Arts oder auch der deutsche
Softwaregigant SAP detaillierte Informationen, wie ihre Produkte und
Services von einer online-versierten Öffentlichkeit aufgenommen werden.
Auch der Effekt von Werbekampagnen oder das Image der Konkurrenten
können auf diese Weise analysiert werden. «Dies ist für die
werbungtreibenden Unternehmen ein besonders wichtiger Aspekt: Einblicke
zu bekommen, wie die Produkte der Konkurrenz ankommen», sagt
Umbria-Sprecherin Willow Baum.

Mit Hilfe solcher Blog-Analysen wurde etlichen Telefonieanbietern klar,
wie besorgt viele Teenager über ihren Handy-Service sind. Da wird über
die beschränkte Anzahl der Telefonminuten geklagt, die in den Verträgen
ihrer Eltern vorgesehen sind, und dass sie am Ende des Monats ihr Handy
abschalten müssen, um nicht für die überzogenen Minuten blechen zu
müssen. Ein Anbieter, US Cellular, baute daraufhin seine Angebote um
und schaltete umgehend diverse TV-Spots mit der Message, dass die
Minuten der eingehenden Telefonate nicht mehr berechnet würden, was in
der Blog-Community mit Beifall verzeichnet wurde.

Ein anderes Unternehmen, das erfolgreich mit Umbria zusammenarbeitete,
war ein ungenannter Süsswarenhersteller, der ein neues Produkt mit
wenig Kohlehydraten auf den Markt bringen wollte. Die Idee war eine
Reaktion auf den allgemeinen Hype in der Bevölkerung, Diäten mit wenig
Kohlehydraten auszuprobieren, wie etwa die Atkins-Diät oder die South
Beach Diet. Doch weil in den USA alle Jahre wieder eine neue
Wunder-Schlankheitskur die Runde macht, wollte der Hersteller
herausfinden, ob Atkins und Co. überhaupt noch «in» seien. Das Ergebnis
war unmissverständlich negativ: Weil inzwischen mehr Blogger darüber
klagen als schwärmen, wurde das Produkt nicht weiter ausgebaut und am
Ende eingestellt. «Die Unternehmen sparen auf diese Weise eine Menge
Geld», sagt Baum.

Auch ein Hersteller von Kommunikationsgeräten profitierte von der neuen
Methode. Eingeführt werden sollte ein neues Smart Phone, eine
Kombination aus Handy und Palm Pilot. Die Analyse ergab, dass viele
Frauen über 40 diese Kombination bevorzugen und sich darüber hinaus
weitere Audio-Möglichkeiten wünschten, während Männer gleichen Alters
sich mehr für die Kapazitäten der Datenübertragung interessierten. Das
Unternehmen bot daraufhin mehrere Modelle an und launchte gleich für
beide Demografien eine Marketingkampagne.

Gerti Schön

Kampagne des Jahres: Interviews

Kampagne des Jahres IISuvaLiv, Bank Coop und Swisscom Fixnet sind die unangefochtenen Spitzenreiter in der Gunst des Publikums.

Kampagne des Jahres II SuvaLiv, Bank Coop
und Swisscom Fixnet sind die unangefochtenen Spitzenreiter in der Gunst
des Publikums. Weshalb Werbewoche-Redaktor Luca Aloisi umso neugieriger
ist und den verantwortlichen Marketingleitern auf den Zahn fühlte.
«Jährlich können dank dem Velohelm 800 Kopfverletzungen verhindert werden.»
Für Susan Huber, Leiterin Freizeitsicherheit,
Werbung und Kommunikation, spart die Kampagne 30 Millionen Franken
Versicherungskosten.

WW: Trug im Jahr
2000 erst jeder fünfte Velofahrer einen Helm, tut das heute mehr als
jeder dritte. Wo steht die Schweiz mit dieser hohen Tragquote im
internationalen Vergleich?
Susan Huber (Freizeitsicherheit,Werbung und Kommunikation): Diese Frage ist schwierig zu beantworten, da unsere Nachbarländer keine Velohelm-Tragquoten erheben.

WW: Bleiben wir also innerhalb der Landesgrenzen. Welchen Anteil haben Ihre Marketingmassnahmen zu diesem Erfolg beigetragen?

SH: 1987
lancierte die Suva erstmals eine Velohelm-Kampagne. Auf Grund des
fehlenden Angebots war die Suva sogar gezwungen, dem Fachhandel einen
eigenen Velohelm anzubieten. Heute ist aus dem puren «Kopfschutz» ein
trendiges Bike-Accessoire geworden. Durch die
Sensibilisierungskampagnen konnte der Nutzen des Velohelms einem
breiten Publikum auf eine attraktive, unterhaltende Art und Weise
kommuniziert werden. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass eine
mehrgliedrige Kampagne, welche Kinder, Jugendliche, Erwachsene jeweils
gezielt anspricht, die besten Resultate erreicht. Dank den immer wieder
neuen Ideen wird die Thematik jeweils wieder frisch beleuchtet.

WW: Welchen Anteil haben die Velounfälle am Schadenvolumen der Suva?
Und in welchem Verhältnis stehen die Werbeausgaben dazu?

SH: Die
Fahrradunfälle nehmen mit 26 Prozent den zweiten Platz aller Unfälle
mit Verkehrsmitteln ein und verursachen jährlich 140 Millionen Franken
Versicherungskosten. Jährlich können dank dem Velohelm rund 800
Schädel- und Hirnverletzungen verhindert werden. In Zahlen ausgedrückt
heisst dies, dass die Suva jährlich über 30 Millionen Franken an
Versicherungskosten spart. Ein Unfall mit Kopfverletzungen kostet
durchschnittlich 45 000 Franken; ein Unfall ohne Kopfverletzungen etwa
5000. Da sind die jährlichen Werbeausgaben von rund einer Million
Franken gut investiertes Geld.

«Die Suva erhält weder Steuergelder noch Subventionen.»
Eine reine Imagekampagne kommt für Urs Schaad,
Markom-Leiter bei der Suva, auch in der aktuellen, aussergewöhnlichen
Situation nicht in Frage. Für die Präventionskampagnen erhält er
bereits den zweiten Publikumspreis in drei Jahren.

WW: Sie sind privilegiert.
Im Unterschied zu den Sozialversicherungen erhalten Sie
Präventionsgelder des Bundes für Ihre Werbekampagnen. Wie hoch ist der
Anteil der Eigenmittel für die Werbekampagnen?

Urs Schaad (Leiter Marketing-Kommunikation): Da
muss ich etwas richtig stellen. Die Suva ist selbsttragend und erhält
weder Steuergelder noch Subventionen. Die Suva arbeitet nicht
gewinnorientiert. Alle Prämieneinnahmen und Erträge aus Kapitalanlagen
kommen vollumfänglich den Kunden und Versicherten zugute und fliessen
nicht in die Taschen von Aktionären.

WW: Seit einigen Monaten
sorgt die Suva vor allem für Negativschlagzeilen. Wie wichtig ist diese
Publikumsauszeichnung für die Wahrnehmung der Marke unter diesen
Umständen?

US: Verschiedene
Immobilienverkäufe haben ein immenses Mediengewitter verursacht.
Allerdings blendeten die Medien immer wieder aus, dass nicht die
Struktur unseres Unternehmens als viel mehr die kriminelle Energie
einer Einzelperson der Auslöser zu sein scheint. All die anderen
Mitarbeitenden der Suva leisten tagtäglich eine gute Arbeit für unsere
Kunden. Das wird uns bei regelmässigen Kundenzufriedenheitsumfragen
immer wieder bestätigt. Schön ist es aber schon, wenn wir – wie jetzt –
wegen unserer guten Taten in den redaktionellen Spalten erscheinen.
Dies umso mehr, weil das bereits der zweite Publikumspreis innert
dreier Jahre ist, den wir erhalten haben.

WW: Wäre im vorherrschenden Klima nicht eine Imagekampagne angebracht?

US: Eine reine
Imagekampagne, die weder die Prävention noch die Wiedereingliederung
zum Thema hat, würde ich auch in der aktuellen, aussergewöhnlichen
Situation nicht empfehlen. Von der Suva wird erwartet, dass sie
effiziente Unfallprävention betreibt und Verunfallte so gut und so
rasch als möglich wieder eingliedert. Und dies alles zu einem tiefen
Preis. Wenn wir Kampagnen lancieren, die diese Ziele realisieren
helfen, hat das automatisch auch einen positiven Imageeffekt.

«Die Festnetzanschlüsse werden wieder an Bedeutung gewinnen.»
Roger Renfer, Marketingleiter bei Swisscom
Fixnet, ist überzeugt, dass seine Sitcom die junge Zielgruppe
anspricht. Ein Beweis dafür sind mitunter die Liebesbriefe an Denis
Bondi.

WW: Herr Renfer,
das TV-Publikum hat die Becks und Bondis ins Herz geschlossen. Ist denn
die Werbewirkung der Seifenoper für Swisscom immer noch grösser als die
Bekanntheit ihrer Protagonisten?

Roger Renfer: Die
Werbewirkung von Beck & Bondi ist nach wie vor sehr gross. Gerade
weil das Publikum die beiden Familien ins Herz geschlossen hat. Beck
& Bondi steht stellvertretend für Swisscom Fixnet. Je bekannter die
Protagonisten sind, umso besser für uns.

WW: Mittlerweile treten die
Familienmitglieder in allen möglichen Werbemitteln und -kanälen auf –
bis hin zur Single von Brown & Bondi mit Videoclip. Gibts noch eine
B&B-freie Zone bei Swisscom Fixnet?

RR: Nein. Beck & Bondi
ist eine Kommunikations-Plattform, deren Stärke unter anderem darin
liegt, dass sie eine integrierte Kommunikation über sämtliche
Dienstleistungen und Produkte von Swisscom Fixnet ermöglicht. Und das
in allen Kanälen. Die Single Brown & Bondi und der dazugehörige
Videoclip sind ein gutes Beispiel für gelungene crossmediale
Kommunikation.

WW: Obwohl vor allem der
Festnetzbereich den intensiven Konkurrenz- und Kostendruck zu spüren
bekommt, hat er gegenwärtig den stärkeren Werbeauftritt im Vergleich zu
den anderen Swisscom-Units. Führen Sie einen internen Wettbewerb?

RR: Die verschiedenen
Swisscom Units haben verschiedene Werbeauftritte. Deswegen herrscht
noch lange kein interner Wettbewerb. Es freut uns aber, dass Sie den
Auftritt von Swisscom Fixnet als stärksten innerhalb des Konzerns
wahrnehmen. Auch das ist wohl eine Folge der konsequenten integrierten
Kommunikation.

WW: Die Anzahl der
Festnetzanschlüsse sinkt, vor allem bei jüngeren Zielgruppen, die zudem
weniger fernsehen als andere Segmente. Ist Beck & Bondi eine
Kampagne für Ältere und für ein veraltetes Produkt?

RR: Erfreulicherweise kommt
Beck & Bondi nicht nur bei einer älteren Zielgruppe an, sondern
auch bei jungen Zuschauern. Das zeigen zum Beispiel die Liebesbriefe,
die Denis Bondi erhält. Oder die Tatsache, dass er von den Lesern von
20 Minuten zum Star der Serie gewählt wurde. Es ist auch unser
erklärtes Ziel, die Jungen stärker anzusprechen. Denn die
Festnetzanschlüsse werden in Zukunft wieder an Bedeutung zunehmen. Auch
in einer Zusammenarbeit mit Mobile. Swisscom Fixnet wird darauf
vorbereitet sein.

«Mit unserem Budget ist dieser Erfolg keine Selbstverständlichkeit.»
Christoph Loeb, Leiter Kommunikation bei der
Bank Coop AG, hätte seinen Omi-Spot gerne häufiger geschaltet und den
Italo-Schlager die Hitparade stürmen lassen.

WW: Herr Loeb, mit der Kampagne der bösen Potentaten, die ihre
Millionen in Schweizer Instituten lagern ausser bei der Bank Coop,
haben Sie vor zwei Jahren verschiedene Awards gewonnen. Welchen
Stellenwert hat diese neue Auszeichnung für die letztjährige
Werbekampagne?

Christoph Loeb: Für die
Bank Coop hat die Auszeichnung für unser «Taschenklau-Omi» einen
höheren  Stellenwert als die diversen hochkarätigen Awards für die
Kampagne mit den Potentaten. Denn diesmal hat das Publikum abgestimmt
und uns aufs Podest gehoben, während die Potentaten von der Werbewelt
prämiert wurden. Wir freuen uns darüber, dass unser aktuellster Spot
den TV-Zuschauerinnen und -Zuschauern so gut gefallen hat, und wir
freuen uns noch mehr darüber, dass er offensichtlich auch wahrgenommen
wurde. Dies ist bei unserem vergleichsweise  äusserst bescheidenen
Budget und dem damit verbundenen tiefen Werbedruck absolut keine
Selbstverständlichkeit.

WW: Haben Sie mit der humoristischen Werbung nebst den Preisen auch quantitative und qualitative Ziele erreicht?

CL: Innert dreier Jahre haben wir unsere gestützte Bekanntheit von
69 auf 80 Prozent erhöht – und dies bei einem unveränderten Budget! Die
ungestützte Bekanntheit ist gar um mehr als 50 Prozent gestiegen. Der
«Omi-Spot» hatte zum Ziel,  die Bank Coop auch als Anlagebank zu
positionieren. Eine repräsentative Befragung hat ergeben, dass 85
Prozent der Befragten wissen, dass die Bank Coop eine Anlageberatung
anbietet. Schliesslich belegte die moralisch-ethisch anständige
 Geschäftspolitik bei den Imagewerten der Bank Coop hinter der
Sicherheit den zweiten Platz – ein Beleg dafür, dass die
Positionierung als anständige Bank greift.  

WW: Trotz der hohen
Aufmerksamkeitswerte besteht laut Werbepsychologie bei humorvoller
Werbung schon binnen kurzer Zeit die Gefahr der Ermüdung. Erhöhen Sie
deshalb nicht den Werbedruck?

CL: Wir hätten unser Omi
liebend gerne noch viel länger durch die  Schweizer TV-Stuben
fahren lassen. Denn noch nie hatten wir so viele
positive Reaktionen auf einen Spot. Und der Sound, der eigens für
diesen Spot komponiert wurde, hätte wahrscheinlich in der
Sommerhitparade einen der ersten Plätze belegt – so gross war die
Nachfrage bei uns. Doch unser Budget ist und  bleibt beschränkt.
Deshalb ist es für uns so wichtig, im wahrsten Sinne des Wortes
hervorragende Spots zu senden. Ausserdem bleiben wir damit unserem
eigenem Anspruch treu, hohe Qualität zu fairen Preisen anzubieten.

WW: Auf Grund von
Supercard-Promotionen und anderen Co-Branding-Massnahmen scheint die
Anbindung an die Detailhandelsgruppe wichtig zu sein. Wird Ihr Institut
künftig als Bank für mich und dich beworben?

CL: Die Bank Coop ist eine
Retailbank – und damit eine Bank für mich und dich. Und sie ist
eine Tochter der Basler Kantonalbank. Selbstverständlich wird die Bank
Coop auch in Zukunft ihre partnerschaftliche Nähe zu ihrem bedeutenden
Minderheitsaktionär Coop betonen und vor allem auch die Vorteile des
Supercard-Programms nutzen. Daneben wird sie aber ihren eigenständigen
Auftritt beibehalten.

Interview: Luca Aloisi
> Bild: Susan Huber

Ein Stapel voll kreativer Kartenspielertricks

Kreativität Gute Ideen fallen nicht vom Himmel. Aber der einen oder dem anderen fallen sie offenbar in den Schoss. Mario Pricken zeigt mit «Creative Sessions» auf spielerische Art, wie Kreativität funktioniert.

Kreativität Gute Ideen fallen nicht vom
Himmel. Aber der einen oder dem anderen fallen sie offenbar in den
Schoss. Mario Pricken zeigt mit «Creative Sessions» auf spielerische
Art, wie Kreativität funktioniert.Nein, natürlich, wie konnte ich nur …
Sie brauchen «Creative Sessions» nicht! Sie sind von Geburt an kreativ,
lösen jedes Kommunikationsproblem mit links, obwohl Sie bekennender
Rechtshänder sind, und wissen, wie die Nase läuft. Sparen Sie sich die
65 Franken für 100 Pappkarten und die drei Minuten, die Sie bräuchten,
um diesen Text zu lesen.

Wie bitte, Sie lesen weiter? Dann haben Sie entweder gerade Kaffeepause
oder Sie kommen ab und an nicht (mehr) so schnell wie früher auf die
zündende Idee. Oder wie Ihr CD. Oder Ihr Junior-AD. Und wie kommen die
überhaupt auf so gute Ideen? Entweder sind die einfach besser als Sie,
das soll vorkommen, oder sie arbeiten mit «Creative Sessions». Wer
weiss, vielleicht lohnt es sich für Sie doch, sich dieses
Kreativitätswerkzeug näher anzuschauen.

«Creative Sessions» ist keine Gebrauchsanweisung, wie Sie kreativ(er)
werden, sonderen ein Werkzeug. Das heisst Arbeit. Aber es ist Arbeit,
die Spass macht, weil Sie spielerisch lernen, was hinter dem Mythos
Kreativität steckt. Mario Pricken zeigt Werbung als das, was sie ist:
Kreativ gestaltete Kommunikation, die oft nachvollziehbaren Mustern
folgt. In seiner täglichen Arbeit, in Seminaren und Workshops ist
Pricken immer wieder auf dieselben Denkstrategien gestossen, dank denen
Kommunikation verblüfft, überzeugt und verkauft: kombinieren, drehen,
übertreiben, zerlegen, ersetzen, umdeuten, mit Metaphern arbeiten,
Perspektive wechseln, provozieren.

Wie das geht, lernen Sie mit 100 bunten Pappkarten. Allein oder im
Team. Am Anfang definieren Sie ein klares Ziel, dann bestimmen Sie
jemanden, der jede Idee notiert oder, falls notwendig, skizziert. Nun
wählen Sie eine Karte aus, natürlich zufällig, und stellen die Frage
auf der Karte an das Team. Nun generieren Sie Ideenrohlinge, keine
fertigen Konzepte. Je mehr, desto besser, weil die Wahrscheinlichkeit
steigt, die zündende Idee zu finden. Das erinnert an Brainstorming, ist
aber strukturierter, weil das Ziel klar definiert ist und die Karten
Fragen stellen, die helfen sollen, dieses Ziel zu erreichen.

Auf der Rückseite der Karte finden Sie Hinweise, Erklärungen und
Fragen, die dazu anregen sollen, quer und weiter zu denken als bisher,
sowie eine mögliche Lösung. Wenn Sie mit einer Karte nicht
weiterkommen, wählen Sie eine andere aus, auch wieder nach dem
Zufallsprinzip. Vielleicht reicht eine Karte, um das
Kommunikationsproblem zu lösen, vielleicht brauchen Sie mehrere. Am
Ende haben Sie viele Ideen, natürlich noch keine ausgereift. Nun gilt
es, die beste auszusuchen und umzusetzen. Wie das geht, wissen Sie
selbst am besten, Sie sind ja lange genug im Geschäft …

«Creative Sessions» ist nicht nur ein Arbeitswerkzeug, sondern auch ein
Spiel. Sie können versuchen, eine Kampagne zu verbessern. Oder ein Team
zieht eine Karte und muss innerhalb von 60 Sekunden zwei brauchbare
Ideen entwickeln. Falls das misslingt, erhält das andere Team diese
Karte und hat nun zwei Karten, um selber zwei Ideen zu generieren.
Gewonnen hat, wer nach 20 Runden am meisten Ideen notiert hat.

Roger Hausmann
Kribbeln im Kopf – Creative Sessions von Mario Pricken und Christine
Klell. Verlag Hermann Schmidt, Mainz; 2005, 100 Karten in der
Blechdose,
65 Franken.

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