Autor: admin
Mehr Anfragen für internationale Markenregistrierungen
Weltweit wurden 2005 33'565 Anfragen für Registrierungen von Marken platziert, was einer Zunahme von 13,9 Prozent entspricht.
Schreibwerkstatt.ch mit Redesign
Roger Hausmann bietet auf seinen neuen Internetauftritt sich selbst als digitalen Doppelgänger und wöchentliche Buchempfehlungen aus Marketing und Kommunikation.
Supertext.ch vereint 170 Schreibprofis
Das Zürcher Start-up Unternehmen Supertext.ch hat einen Text-Tuning-Service zum Businessmodell.
Adlink verdoppelt Umsatz
Der Online-Vermarkter konnte 2005 den Umsatz um 105 % auf 98,2 Millionen Euro steigern und erzielte 3,4 Millionen Euro Gewinn vor Steuern.
Ifra setzt zusätzlich auf ePaper
Zeitungsdruck Zeitungstechnik, das internationale Ifra-Magazin, startet eine ePaper-Ausgabe.
internationale Ifra-Magazin für Zeitungsstrategie, Business und
Technologie, berichtet jeweils über Themen und Fragen, mit denen sich
Herausgeber von Nachrichtenmedien konfrontiert sehen. Nun ist das
Magazin in technologischer Hinsicht selbst mit dem Start seiner neuen
ePaper-Ausgabe in die vorderste Reihe aufgerückt. Durch die Kombination
der Print- und ePaper-Ausgaben von zeitungstechnik wird der renommierte
Monatsreport der Ifra für eine noch breitere Leserschaft von CEOs,
Chefredakteuren, Technischen Leitern, Anzeigen- und Marketingmanagern
in Medienhäusern rund um den Globus zugänglich.
Westschweizer TVs raffen sich auf
TV-Lokalsender Die Schweizer Lokal-TVs kommen nur langsam vom Fleck. Am stärksten streben die Westschweizer Sender auf, dann TeleTicino, während in der Deutschschweiz stabile Verhältnisse vorherrschen.
kommen nur langsam vom Fleck. Am stärksten streben die
Westschweizer Sender auf, dann TeleTicino, während in der
Deutschschweiz – positiv ausgedrückt – stabile Verhältnisse
vorherrschen.
Die von Telecontrol ausgewiesenen Sender
in der Deutschschweiz – alles Mitglieder des TeleNewsCombi (TNC) –
kommen bei der Zielgruppe 3+ auf 1,3 Millionen Zuschauer täglich
(+0,5%), die im Durchschnitt 16,6 Minuten hinsehen. Das ergibt einen
Marktanteil (MA) von 3 Prozent (2004: 2,9%). Bei der Zielgruppe der 15-
bis 49-Jährigen ist ebenfalls keine Veränderung sichtbar: Das TNC
erreicht mit 24,3 Prozent knapp ein Viertel dieser Zielgruppe – und
diese investieren 14,1 Minuten ihres täglichen Zeitbudgets für die
Lokalsender, 24 Sekunden mehr als noch 2004. Der Marktanteil beträgt
hier 2,8 Prozent (+0,1%).
Zumindest punktuell besser sieht es im Tessin, genauer für den einzigen
Lokalsender TeleTicino, aus. Sein Marktanteil (3+) blieb zwar mit 1,2
Prozent genauso marginal wie im Vorjahr, und punkto Nettoreichweite und
Sehdauer gab es bezogen auf das Gesamtpublikum ebenfalls kaum Veränderungen. Bei den
15- bis 49-Jährigen hingegen vermochte TeleTicino seine Nettoreichweite
mit einem Sprung um 14,5 Prozent auf 27600 Zuschauer zu steigern und
erreicht damit nun 18 Prozent dieser Zielgruppe. Weil aber die Sehdauer dieser Personen
weiterhin deutlich unter 10 Minuten liegt, wuchs der Marktanteil bloss
um einen Zehntelprozentpunkt auf 1,1 Prozent.
TV-Frühling in der Romandie
Völlig anders zeigt sich die TV-Welt in der Romandie, hier könnte man
von einem TV-Frühling sprechen, wenn auch auf wesentlich tieferem
Niveau als in den andern beiden Landesteilen. Doch Vorsicht: Bevor man
sich die reinen Zahlen ansieht, bedarf es eines Blicks auf die
erhobenen Sender: Telecontrol-Daten für Einzelsender gibt es nur für
TVRL (Lausanne) und Léman Bleu (Genf), was keine Aussage über die
gesamte Romandie ermöglicht. Das ist beim RomandieNewsCombi (RNC) schon
eher der Fall, jedoch auch nicht wirklich, weil dort ausgerechnet Léman
Bleu, also der Sender in der grössten Westschweizer Agglomeration,
nicht mit von der Partie ist.
Keine hieb- und stichfesten Fakten, jedoch zumindest eine Ahnung von
der Westschweizer TV-Nutzung erhält man, wenn man das RNC und Léman
Bleu gemeinsam betrachtet: Bei der Nettoreichweite 3+ konnte sich das
RNC um 8,9 Prozent auf fast 100000 Zuschauer steigern, parallel dazu
steigerte sich Léman Bleu in derselben Zielgruppe gar um 77,3 Prozent.
Das zeigt, dass die Westschweizer Lokal-TVs ihr Publikum besser
ansprechen können. Die Nutzung vermochten sie allerdings nicht im
gleichen Mass zu steigern, er bleibt stark unterdurchschnittlich
zwischen sechs und sieben Minuten, weshalb der MA von 0,2 Prozent
eigentlich nicht erwähnenswert ist.
Zulegen, wenn auch deutlich weniger stark, konnte das RNC auch bei den
15- bis 49-Jährigen, Léman Bleu hingegen steigerte sich bei diesem
Publikum um sagenhafte 83 Prozent.
Obschon der Genfer Sender auch bei der Nutzung geradezu extraordinär
zulegen konnte (siehe Kasten), ist seine Sehdauer selbst für
Romandie-Verhältnisse noch unterdurchschnittlich. Bei den Reichweiten
hat er sich mittlerweile aber deutlich vor den Edipresse-Sender TVRL
katapultiert – und damit wohl an die Spitze aller Westschweizer
Lokalsender. Fazit: Der Genfer Sender ist keine vernachlässigbare
Grösse mehr.
In der Deutschschweiz gibt es Sprünge wie in Genf zwar nicht, doch
fällt ein Sender ebenfalls aus dem allzu stabilen Reichweitenrahmen:
TeleBasel. Beim Gesamtpublikum vermochte er um 7,1 Prozent, bei den 15-
bis 49-Jährigen immerhin um 5,7 Prozent zuzulegen. Das ist umso
bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der Sender mit einer Konkurrenz
zu kämpfen hat, die sich seit zwei Jahren – ohne Zahlen auszuweisen –
NW1 nennt und mit Christian Heeb, dem Mitbegründer von Radio Basilisk,
über einen finanzstarken Eigentümer verfügt. Bemerkenswert ist
TeleBasels Wachstum auch darum, weil er mit seinem Zuschauergewinn
innerhalb des TNC ziemlich genau den Verlust von TeleZüri auffängt.
Letzterer verliert übrigens schon seit seinem Höchststand 2003 kontinuierlich
Reichweite. Und das sowohl beim Gesamtpublikum als auch bei den 15- bis
49-Jährigen. Und dennoch bleibt seine Gesamtreichweite mit 34,4 Prozent
nach wie vor die mit Abstand grösste aller Lokal-TVs.
Als einziger Sender konnte Tele-Züri sein Publikum (3+) um eine ganze
Minute länger an sein Programm fesseln. Zu erwähnen ist auch TeleBärn,
das zwar die Gunst des Gesamtpublikums überhaupt nicht steigern konnte,
jedoch bei der Hauptzielgruppe der 15- bis 49-Jährigen um 6,5 Prozent
zulegte.
Markus Knöpfli
50+ ist zunehmend attraktiv
Knapp die Hälfte aller Lokal-TV-Zuschauer sind unter 49 Jahre alt, die
andere Hälfte zählt 50 und mehr. Folglich sollten Werbeauftraggeber bei
diesem Medium wohl nicht nur die so genannte Hauptzielgruppe der 15-
bis 49-Jährigen, sondern verstärkt auch jene ab 50 im Auge behalten.
Aus diesem Grund lädt der Radio- und TV-Vermarkter Radiotele am 8. und 9. März 2006 zu einem Forum mit dem Titel «Der Seniorenmarkt –
Marketing und Personal» ins Paul Klee Zentrum nach Bern ein.
Veranstaltet wird das Forum von der Plus.ch AG, die sich auf der
eigenen Homepage als «Ihr Partner für den stärkstwachsenden Markt der
Zukunft» (gemeint ist die Zielgruppe 50+) anpreist, sowie als «erste
Firma in der Schweiz, die sich ausschliesslich mit dem Plus-Markt
beschäftigt». (mk)
Léman Bleu sticht heraus
Ob das sprunghaft gewachsene Interesse auf das Seilziehen zwischen den
Medienhäusern Edipresse, Hérsant und der Stadt Genf sowie auf die noch
immer nicht geklärten Beteiligungsverhältnisse des Senders (siehe
Werbewoche Nr. 3/06) zurückzuführen ist?
Direktor Michel Chevrolet winkt ab: «Im Gegenteil, diese Wirren haben
uns eher geschadet», sagt er. Der Zuschauerwuchs habe mit der guten
Arbeit der ganzen Mannschaft zu tun – und mit den
Programmveränderungen, die er seit seinem Antritt vor knapp zwei Jahren
eingeleitet habe. «Wir machen das Programm heute nicht mit mehr,
sondern mit weniger Geld, dafür mit grosser Motivation und viel Ideen»,
triumphiert Chevrolet, der früher unter anderem als Journalist bei
Radio Suisse Romande gearbeitet hat. Léman Bleu sei heute weniger
pädagogisch, dafür unterhaltender, weniger intellektuell, dafür
«witziger, simpler und näher bei den Leuten», sagt er. Auch den
Newsanteil habe er ausgebaut. (mk)
Ziegler Papier baut Kleinformatbereich aus
Erweiterung Der Papierbedarf im Kleinformatbereich nimmt ständig zu.
Kleinformatbereich nimmt ständig zu. Die Ziegler Papier AG, Grellingen,
trägt dieser Marktentwicklung vermehrt Rechnung und hat Ende 2005 eine
Kleinformat-Schneide- und Verpackungslinie in Betrieb genommen. Damit
können bei Ziegler Papier pro Schicht bis zu 15000 kg Fein- und
Spezialpapiere der Grammaturen 60 bis 250 g/m2 zur Formatware A4, A3,
A3+ und SRA3 zugeschnitten und in Rieseinschlagpapier verpackt werden.
Cashgate on air
Banken Die Zürcher Agentur HessKiss hat zwei TV-Spots für Cashgate realisiert, das jüngste Schweizer Kredit- und Leasingunternehmen.
zwei TV-Spots für Cashgate realisiert, das jüngste Schweizer Kredit-
und Leasing- unternehmen. Bei Krediten und Leasings geht es bekanntlich
darum, die Realisierung von Kundenwünschen und Träumen zu ermöglichen.
HessKiss hat dies für Cashgate bereits in einer Printkampagne
umgesetzt, nun ist die Grundidee der Cashgate-Werbung auch im TV zu
sehen. In den beiden 20-Sekunden-Spots erscheinen je drei ganz
unterschiedliche Menschen, die alle einen individuellen Wunsch haben.
Gezeigt werden die Leute in Umgebungen, in denen sich nur gerade ihr
Wunsch – von Möbeln und Ferien über einen Töff oder ein Cabrio bis hin
zu einem Segelschiff – noch nicht materialisiert hat. Dass sich Wünsche
mit der Unterstützung von Cashgate aber jederzeit realisieren lassen,
klärt das Ending mit dem charakteristischen Cashgate-Logo. Unter dem
Namen Cashgate haben die Graubündner, Schwyzer, Thurgauer und Zürcher
Kantonalbank sowie die Valiant Holding im Juli 2004 eine auf
Konsumfinanzierung spezialisierte Bank gegründet. Der
Konsumfinanzierungsmarkt, der heute von wenigen Marktteilnehmern
beherrscht wird, soll damit um eine wettbewerbsbelebende Kraft ergänzt
werden.
IKEA-Werbung wird mit PerfectProof Newsprint gedruckt
In der zweiten Hälfte 2005 wurde in der Werbeabteilung von IKEA in Finnland ein hochwertiges Tintenstrahldrucker-Proofing-System von PerfectProof installiert.
Die Lösung, die von PrePress Center Oy aus Helsinki installiert wurde, besteht aus einem Epson Stylus PRO 4000 A2-Tintenstrahldrucker mit dem ProofMaster Folio-Software-RIP von PerfectProof und beinhaltet die FOGRA/UGRA Certified Proof-Option. Für das Erstellen von Presse-Proofs entschied sich IKEA für das kürzlich auf dem Markt eingeführte PerfectProof Newsprint Proofing Paper, ein Tintestrahldrucker-Papier, das speziell für die Zeitungsdrucksimulation entwickelt wurde.
Aus Sicht von IKEA ermöglicht die neue Lösung die komplette firmeninterne Produktion und das Proofing hauptsächlich von Zeitungsanzeigen, ohne dass ein externer Dienstanbieter erforderlich wäre. Das neue PerfectProof Newsprint Proofing Paper liefert sehr präzise Proofing-Ergebnisse und reduziert den Zeitaufwand zum Erstellen von Anzeigen erheblich. Die Proofs können mit der Proof-Zertifizierungsoption auf einfache Weise für den ISO-12647-3-Standard zertifiziert werden. Ohne optische Aufheller und mit bis zu 40 % recycelten Fasern ist das Papier außerdem umweltfreundlich.
„Wir haben es nie für möglich gehalten, dass Zeitungsanzeigen mit einer solchen Präzision und auf so einfache Weise simuliert werden können. Die Installation und das Training durch Miika Lammela bei PrePress Center Oy war sehr professionell, und der Support ist hervorragend“, meint Kimmo Ylonen von der Marketingabteilung bei IKEA Finnland.
Der Hauptgeschäftsführer Mark Verbist von PerfectProof fügt hinzu: „Es ist eine sehr dankbare Aufgabe, diese Lösung für IKEA in Finnland bereitzustellen. Uns war klar, dass es hinsichtlich der Proof-Qualität keinen Raum für Kompromisse geben würde. Es war deshalb das reinste Vergnügen, mit einem Kunden zusammenzuarbeiten, bei dem die Qualität an erster Stelle steht“.
Informationen zu ProofMasterDer preisgekrönte ProofMaster-Software-RIP zählt zu den umfassendsten Produktpaketen, die derzeit in der Branche erhältlich sind. ProofMaster unterstützt ConTone/1-Bit-Proofing und -Fotodruck, die Verwendung auf mehreren Plattformen für Mac und PC, eine Vielzahl von Dateiformaten (PDF, PostScript und systemeigene Dateiformate) sowie eine Reihe von Produktionstools, Soft-Proofing und Workflow-Automatisierung. Die Software ermöglicht die firmeninterne Produktion von Fogra-zertifizierten Proofs und hochwertigen Fotodrucken. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.proofmaster.net.
Informationen zu PerfectProofPerfectProof bietet ein umfangreiches Produktsortiment für Digital-Proofing, hochwertigen Fotodruck und e-Commerce-Lösungen für Drucker. Die ProofMaster-RIP-Software für Mac und PC und ein breites Spektrum von Medien werden von allen führenden Digitaldruckern wie z. B. Iris, Digital Cromalin, Epson, Canon, HP und Agfa Sherpa unterstützt. Mit „Printers-Website“, der e-Commerce-Plattform, und SimplePrep, der PDF-Generierungssoftware für Microsoft-Dokumente, können Drucker das Unternehmen in wenigen Tagen online schalten. Die Produkte von PerfectProof werden über ein weltweites Netz unabhängiger Händler vertrieben. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.perfectproof.com.
Wenn Werbung Werbung macht
Kreativität Wieso Milliarden für kreative und emotionale Werbung ausgegeben, wenn man doch alles viel einfacher, direkter, billiger und hirnschonender mit einer Publireportage bekannt machen könnte, fragt sich Andreas Panzeri.
Botschaft ist klar und bereits im Titel unmissverständlich
kommuniziert. Wer sich trotzdem noch etwas detaillierter überzeugen
lassen will, darf weiterlesen: «Was haben Alex Frei, Edith Hunkeler und
Francine Jordi gemeinsam?», fragt der Text im Inserat. Die Antwort lautet: «Sie haben Betty.» Nicht Bossi, die Köchin – sondern die neue
interaktive Fernbedienung, die es dem Zuschauer ermöglicht, per
Knopfdruck direkt am aktuellen TV-Programm teilzunehmen. «Ein
Riesenspass!», doppelt das Inserat noch einmal nach. Und trippelt nach:
«Betty bietet mehr als Spass und Unterhaltung.»
Natürlich bietet Betty all diesen Spass und die Unterhaltung nicht
bereits im Inserat an. Zur Unterhaltung soll schliesslich Betty gekauft
werden. Das nennt man die Strategie. So muss Werbung funktionieren,
juckt es dem Betrachter dieser doppelseitigen Anzeige jedenfalls
unweigerlich durchs Hirn. Und der Kreative kann noch weiter lernen: Man
nehme einen prominenten Sportler, eine sympathische Behinderte und eine
beliebte Sängerin als Testimonial – und schon ist das ganze Spektrum
sämtlicher Publikumsinteressen abgedeckt. Sollte es trotzdem jemand
geben, der weiterhin an Betty zu zweifeln wagt, wird diesem
uneinsichtigen Betty-Verweigerer mit einer handfesten Abreibe
zusätzlich TV-Experte Helmut Thoma ans Herz gelegt. Der RTL-Gründer
weiss über Betty: «Es gibt kein besseres Instrument für interaktives
Fernsehen.» Also noch Fragen? Also endlich. Oder vielleicht höchstens
noch diese: Wieso werden in der Welt eigentlich Milliarden für kreative und emotionale Werbung ausgegeben, wenn man doch alles viel
einfacher, direkter, billiger und hirnschonender mit einer völlig
fantasielosen und stillosen Publireportage bekannt machen könnte? (pan)
Mann mit Musikgehör
Alexander Jaggy will als neuer Teilhaber bei Jung von Matt weiterhin als Macher und nicht als Machtmensch wahrgenommen werden.
bei Alexander Jaggy Überraschendes finden: «Ja, es gibt im Internet
sowie gelegentlich auf dem Flohmarkt noch eine Rock-CD von mir. Die
letzte habe ich zum Very Nice Prize von 1.50 Franken gesehen»,
bestätigt der Executive CD und neue Teilhaber bei Jung von Matt/Limmat.
Der Abstecher in die Musik war aber nur «ein kurzer Traum in einer
anderen Welt».
Wirklich ernsthaft wollte der mehrfach preisgekrönte Kreative nie etwas
anderes als Werbung machen. Trotzdem spielt Jaggy nicht Golf und kann
auch keine Zigarren rauchen. «Dieses klischierte Umfeld der Werbung
interessiert mich nicht. Ich weiss nur, was es für gute Werbung
braucht», meint er. Nämlich: «Viel Fleiss und dranbleiben, um
Inspirationen auf den Boden bringen zu können.»
Kein Machtmensch sondern immer noch ein Machermensch, definiert Jaggy
deshalb spontan seine Einstellung auch als neuer Mitbesitzer einer
grossen Agentur. Nicht als Patron, sondern als ein Vertreter der jungen
Managergeneration will er mit seinen Teams möglichst partnerschaftlich
arbeiten und nach guten Lösungen suchen.
Sein Weg in der Werbung begann mit einer Schnupperlehre bei einem
Grafiker in Zürich. Dieser schickte ihn an die Aufnahmeprüfung zum
Vorkurs an die Kunstgewerbeschule. Mit erst 14 Jahren wurde Alexander
aber unter den mehr als 600 Bewerbern nicht aufgenommen. Eine
Alternative war die Handelsschule. In dieser Zeit sind ihm aber
weiterhin immer wieder gelungene Plakate ins Auge gestochen. Also hat
Jaggy nach dem Handelsdiplom in der Werbewoche ein Inserat aufgegeben:
«Junior Texter oder Berater-Assistent sucht …»
Heute lacht er: Da sehe man, wie schnell es hätte falsch laufen können.
Nur weil ihn jemand zuerst als Texter wollte, hat seine Karriere
schliesslich die richtige Abzweigung erwischt. Eingestellt wurde er bei
einem Ableger von BBDO nach einem 45-Minuten-Gespräch über Musik und
Fussball. «So ist das 1990 gelaufen.»
Nach der Rekrutenschule ging es bei GGK Zürich weiter. Hier hat Jaggy
den damaligen Grafiker Pius Walker kennen gelernt. Zusammen bildeten
sie ein Juniorteam im Umfeld von vielen noch unbekannten Kollegen, die
heute zur Spitze der Schweizer Werbung gehören. Auch Jaggy und Walker
wollten es wissen. Nach zwei Jahren bei GGK Zürich hat sich das Team
bei Springer & Jacoby in Hamburg beworben. Mit einem gemieteten
Europ-Car voller Hausrat ist das Duo 1994 gen Norden gefahren, hat sich
in einer WG eingenistet und durfte dann in der «dritten Unit» – wie die
verschiedenen Ableger von Springer & Jacoby nummeriert werden – ein
Team bilden.
Weil ihre Arbeit überzeugte, haben sich Walker als AD und Jaggy als
Texter weiter als Team bei der vierten Unit für das Budget von Mercedes
beworben und wurden prompt mit dem Etat betraut. Der schnelle Erfolg im
Ausland machte die beiden mutig. Nun wollten sie es auch in London
versuchen. Ohne konkreten Job überquerten sie den Kanal, absolvierten
weiter als Team 33 Interviews «mit allen Grossen». Dann waren nach vier
Monaten ihre Ersparnisse weg. Dafür um eine Erfahrung reicher, kehrte
man nach Hamburg zurück, diesmal zu Jung von Matt. Walker ist später zu
einer Weltreise aufgebrochen. Jaggy blieb in Hamburg und bekam
schliesslich die Chance, doch noch London zu erobern. Er sollte
dort als Texter für Springer & Jacoby mithelfen, ein London-Office
zu eröffnen.
Mit dem Schweizer-Deutsch-Englisch-Norwegischen Trupp hat Jaggy in
London den Daimler-Chrysler-Pitch mit 80 Millionen Dollar gewonnen. Es
hätte gut weitergehen können. Als nach zwei Jahren seine Frau, die
ebenfalls von Springer & Jacoby aus Hamburg nach London gekommen
war, ein Kind erwartete, war wieder einmal ein Wechsel angesagt. Die
junge Familie kam zur Einsicht, dass London eher ein Ding für Singles
oder Doppelverdiener war.
In dieser Phase haben ihm Jung von Matt ein gerade richtiges Angebot
für Zürich unterbreitet. Hier suchte Dominique von Matt nach dem
Ausstieg seines Partners einen neuen CD Text. Seit April 2001 wirkt
Jaggy nun hier und hat in der Agentur schon einiges bewegt. In Zürich
vermisst er heute das flirrende Leben von London nicht mehr. Die vielen
Comedy-Bühnen und die Pubs sind ihm aber noch in bester Erinnerung.
«Ich habe sicher auch eine gewisse Lockerheit aus dieser Zeit nach
Zürich retten können», meint er.
Beim Neuaufbau der Agentur Jung von Matt/Limmat habe ihm das geholfen,
weil Teams mit verschiedenen Kulturen gemeinsam nach einer Lösung
suchen mussten. «Viele haben zu Beginn den Familien-Groove von Honegger
von Matt vermisst.» Die Einheit reifte, als man sich im Kreativ-Ranking
nach vorne hangeln konnte. Bluewin wurde gewonnen und blieb. Mit Julius
Bär und SBB hat sich eine «erfreuliche Zusammenarbeit entwickelt».
Erfolg mit grossen und relevanten Budgets: Sogar eine Goldmedaille beim
ADC für Panasonic führte die Agentur in Jaggys erstem Jahr auf Platz 7.
Ein Jahr später war es bereits Rang vier im Kreativ-Ranking. «Das hat
vielen Leuten Mut gemacht, dass Wirtschaftlichkeit auch mit Kreativität
verbunden werden kann», meint er.
Jaggy ist es wie Dominique von Matt ein Anliegen, dass neben der
obersten Managementebene die Agentur auch eine solide zweite Ebene hat,
wo der Nachwuchs in spätere Aufgaben hineinreifen kann. Rund um den
Think Tank an der Limmat arbeiten heute 60 Leute, inklusive einer
Webunit, PR und einer Dialog-abteilung, die Anfang Jahr gestartet
ist.
Andreas Panzeri
