ComRo geht mit Power auf die Strasse
Aussenwerbung Mit dem Bezug eines Neubaus in Rain LU hat die ComRo Rohner auch den Plakatdruck massiv ausgebaut.
nach grossformatigen Drucken in höchster Qualität; diese sollen dazu
noch aus nächster Nähe betrachtet werden können. Hier tritt zunehmend
der digitale Grossformatdruck in Erscheinung, der in den letzten Jahren
zugelegt und neue Marktsegmente erschlossen hat. Die entsprechenden
Maschinen sind darüber hinaus in neue Leistungsdimensionen sowohl bei
der Qualität wie auch bei der Ausgabegeschwindigkeit vorgedrungen.
Auf genau solche Drucksysteme, die digitale Daten zudem direkt und
damit ohne zusätzliche Druckform ausgeben können, setzt die ComRo
Rohner AG (ComRo). Aus Platzgründen und um als Anbieter weiterhin vorne
dabei zu sein, hat das 1996 gegründete Unternehmen zum Jahreswechsel
2006 eine neu erstellte Produktionshalle bezogen und damit gleichzeitig
den Produktions-Workflow verbessert. Mit dem Umzug von Kriens ins
ebenfalls luzernische Rain wurde auch gleich ein neues
Grossformat-Digitaldrucksystem von Scitex Vision installiert, das ComRo
hauptsächlich für den Plakatdruck einsetzt. «Für den Turbojet
interessieren wir uns schon länger. Wir hätten ihn am bisherigen
Standort aus Platzgründen aber nicht aufstellen können», erläutert
Silvan Rohner, Geschäftsführer und Inhaber der ComRo Rohner AG, die mit
dem Umzug erfolgte Maschineninvestition.
Mit dem Offset konkurrenzieren
Den Entscheid für das neue Drucksystem begründet Rohner mit der idealen
Kombination aus Qualität und Geschwindigkeit: «Wir sind mit unserem
neuen Wide-Format-Printer in der Lage, bei Auflagen bis zu 300
Exemplaren mit dem Sieb- und Offsetdruck zu konkurrenzieren.» Rohner,
der von weiter sinkenden Auflagen im Plakatdruck ausgeht, sieht den
Turbojet zudem als ideale Maschine, um auf die Anforderungen nach
Händlereindrucken, wechselnde Sujets, unterschiedliche Formate und
individualisierte Plakate reagieren zu können. «Qualitativ», so ist
Rohner überzeugt, «ist das Druckergebnis dem Offsetdruck ebenbürtig,
wenn nicht gar überlegen. Gerade bei kleineren bis mittleren Auflagen
und/oder wechselnden Sujets sind Drucksysteme wie der Turbojet gar
konkurrenzlos.»
Der Grossformatdrucker, mit dem neben ungestrichenen Papieren, Banner-
und Leinwand-Materialien auch selbstklebendes Vinyl bedruckt werden
kann, verwendet neben den Skalafarben CMYK noch mit LC und LM
Lightversionen von Cyan- und Magenta-Tinten, womit sich feine Verläufe
und vor allem die für die menschliche Wahrnehmung kritischen Hauttöne
besonders gut wiedergeben lassen. Rohner spricht dennoch von einem
Vierfarbendrucker «mit erweiterten Möglichkeiten», weil die Lightfarben
per se keine zusätzlichen Farben seien – was eine Frage der Definition
und letztlich unbedeutend ist.
Dank diverser Vorteile von Drucksystemen wie dem Turbojet ist der
digitale Plakatdruck weiter auf dem Vormarsch. So druckt ComRo
F12-Leuchtplakate mit dem Turbojet dank des maximal 1,63 x 3,6 m
grossen Formats einteilig. F12-Plakate werden gemäss Anforderungen zum
Beispiel der Plakatgesellschaft APG in zwei Teilen produziert, was
gegenüber der herkömmlichen dreiteiligen Produktion zu mehreren
Vorteilen führt: Weniger Abfall, kürzere Ausrüst- und schnellere
Produktionszeiten sowie nur eine statt zwei Überlappungen. «Wir würden
die F12-Plakate sogar einteilig drucken, wenn dies von Seiten der APG
möglich wäre», erklärt der 36-jährige Pionier des digitalen
Plakatdrucks. Neben den hauptsächlichen F12-, F4- und
F200-Strassenplakaten druckt ComRo auch sechsteilige, APG-konforme
GF-Plakate.
Als eine Besonderheit bietet ComRo zudem so genannte GF-BigRotation an.
Diese auf Vinyl gedruckten, vierteiligen Grosskleber werden auf ein von
der APG zur Verfügung gestelltes Montageblech aufgezogen. Im Gegensatz
zum Plakat werden diese Werbeflächen viel seltener aktualisiert.
Deshalb wechselt beziehungsweise «rotiert» das Plakatierunternehmen den
Standort.
Dank Proof auf der sicheren Seite
Bei der Datenlieferung favorisiert ComRo «offene» Layoutdaten statt
PDF-Daten. Dazu hat das Unternehmen auf seiner Website comro.ch
Layoutvorlagen zur Verfügung gestellt, wo auch der Daten-Upload
erfolgen kann. Der Grund ist technischer Natur: So ist in
Zusammenarbeit mit dem Hersteller derzeit in Rain ein Schneidsystem im
Einsatz, das den exakten und vollautomatischen Beschnitt der Plakate
ermöglicht. Dazu ist es allerdings erforderlich, spezielle Elemente zu
platzieren, die von einem optischen System erkannt werden und einen
exakten Rundumbeschnitt erst ermöglichen. «Für diesen Workflow sind
offene Daten besser als PDF-Dokumente geeignet, weil sonst die
PDF-Daten in einem weiteren Arbeitsschritt in die Layoutvorlagen
platziert werden müssen», erklärt Rohner. «Zudem können wir nach
Absprache noch den einen oder anderen Fehler korrigieren, wenn sich ein
solches Vorgehen aufdrängt.»
Als weitere Vorgabe für eine professionelle Ausgabe verlangt ComRo ein
farbverbindliches Proof. Andernfalls wird als Hausstandard nach
Euroscala gedruckt (optische Farbkorrektur nach Empfinden,
Druckoperator inklusive). Ein Proof sei vor allem bei anspruchsvollen
Sujets zu empfehlen, welches Schmuckelemente oder Hauttöne beinhaltet.
Fahrzeug- und Fassadenwerbung
Neue Bedruckstoffe und wasserfeste Tinten haben neue Werbemöglichkeiten
im gesamten Aussenbereich geschaffen. Dank den drei inzwischen ideal
aufeinander abgestimmten Komponenten Digitaldrucksystem, Bedruckstoff
und Tinte kann heute anspruchsvolle, vollfarbige Werbung an Stellen
angebracht werden, wo dies vor Jahren noch undenkbar war.
Auch diesen Aussenwerbebereich deckt ComRo ab. Neben dem Turbojet sind
in Rain insgesamt sieben weitere Printer installiert. «Unsere
Drucksysteme decken unterschiedliche Bedürfnisse ab, bedrucken
unterschiedliche Materialien und verwenden daher auch unterschiedliche
Tinten. Daher können wir für jede Anforderung auf das jeweils ideale
Drucksystem zurückgreifen.» So ist ComRo in der Lage, mit einem Roland
Permasol genannten Grossformatdrucker Vinylfolien in sehr hoher
Auflösung zu bedrucken, womit Fahrzeuge, Schaufenster und dergleichen
beschriftet werden können. Kleinstauflagen werden auf zwei X2-Drucker
von Xerox produziert. Die Super-Wide-Drucker Grandjet (3,2 m
Bahnbreite) und XL-Jet (5 m), wie der Turbojet von Scitex Vision, setzt
ComRo unter anderem für die Produktion von Gitternetzmaterialien für
die Verkleidung von Gebäuden, Werbeplanen und Grossformattextilien ein.
Dazu kommen Sublimationsdrucker für das Bedrucken von Textilien für
Fahnen, Banner und dergleichen.
Zu den vielfältigen Ausgabemöglichkeiten bietet ComRo die passende
Ausrüstung und/oder die Montage der Werbeflächen an. Gelernte
Schriftenmaler und ausgebildete Mitarbeitende mit handwerklichem
Geschick befestigen schliesslich die Aussenwerbematerialien an Gebäuden
oder Fassaden, auf Fahrzeugen oder an Messeständen, als Werbebanden an
Sportstätten oder als Sichtschutz an Baustellen. Zum Angebot gehört
auch das Veredeln, Laminieren oder Aufziehen sowie das Aufbringen von
Montagesystemen.
Bis 400 m2/Stunde
Der Turbojet von Scitex Vision ist eine Rolle-zu-Bogen-Maschine, die
zwei verschiedene Modi bietet: den Produktionsmodus (336-dpi-Auflösung)
und den High-Quality-Modus (448 dpi). Innerhalb dieser beiden
Produktionsarten gibt es weitere Optionen zur Feineinstellung der
Qualität und der Druckgeschwindigkeit, die von 200 bis 400 m2/Stunde
reicht. Der Turbojet verwendet lösemittelhaltige Drucktinten, die für
Lichtechtheit optimiert sind und für Innen- und Aussenanwendungen
eingesetzt werden können. Neben ComRo Rohner ist seit November 2005
auch bei Christinger Partner in Schlieren ein Turbojet in Betrieb.
Scitex Vision ist ein führender Anbieter von grossformatigen
Digitaldrucksystemen. Der Anbieter von Drucksystemen liefert eine
breite Palette an Digitaldruckmaschinen und Verbrauchsmaterialien für
industrielle Anwendungen, einschliesslich Grossformat- und
Verpackungsdruck sowie zum Bedrucken von Textilien. Scitex Vision
beschäftigt rund 500 Mitarbeitende. Das Unternehmen wurde im November
2005 von der Hewlett-Packard Company (HP) übernommen.
Jürgen Franck
