Fein geschliffene Werbung

Medien Jugendsender Virus von Schweizer Radio DRS wirbt mit Schleiferkunst.

Medien Jugendsender Virus von
Schweizer Radio DRS steht nach eigenen Angaben für profiliertes
Musikprogramm statt Einheitsbrei, für Diskussionsforen, Aktuelles aus
der Welt der Partys und Musik, Game-, Film- und sonstige Tipps. «Kurz:
Virus ist anders», so CD Martin Spillmann von der Hausagentur SFLB.
Weshalb er und sein Team auch anders werben als der Rest der
Radiostationen. Zurzeit mit Card for free und ganzen Plakaten aus
Schleifpapier. Was folgt wohl auf die edle Schleiferkunst? Wir bleiben
gespannt.

Action über dem Röschtigraben

Agenturen Die Berner Agentur numéro10 bringt den Frühling auf die Plakate von La Redoute.

Agenturen
Die Berner Agentur numéro10 arbeitet weiter erfolgreich als
Brückenbauer zwischen Romands und der deutschen Schweiz. Für das
Modehaus La Redoute sind in den Städten Zürich, Bern und Basel neue
Plakate mit Vorboten des französisch angehauchten Frühlings aufgehängt
worden. In ihrem eigenen Stammgebiet vermeldet Gilles Aeby von numéro10
den Budgetgewinn rund um eine neue Inserentenkampagne für das Romandie
Combi sowie eine Kampagne für das Casino de Fribourg.

Der Flügelmacher

Leif Langenskiöld will nach mehr als zehn Jahren bei Red Bull jetzt auch der Eventagentur Triebwerk in Basel Flügel verleihen.

Leif Langenskiöld will nach mehr als zehn Jahren bei Red Bull jetzt auch der Eventagentur Triebwerk in Basel Flügel verleihen.«Man wusste nie, was weiter noch kommt»,
meint Leif Langenskiöld über seine Zeit bei Red Bull. Eigentlich hatte
ihn nach seinem Studium nur ein Aushilfsjob gelockt. Zehn Jahre später
kehrt er als erfolgreicher Marketingspezialist aus dem Headquarter von
Red Bull USA zurück. Dort hat Langenskiöld zum Schluss 800 Leute
mitbetreut, die er mit der Markenphilosophie von Red Bull nachhaltig
beflügeln konnte.

Leif Langenskiöld hat in St.Gallen Staatswissenschaften studiert und
wollte für internationale Organisationen tätig sein. Bei verschiedenen
Studienreisen nach Brüssel, Genf und Strasbourg ist er dann aber von
«den riesigen bürokratischen Strukturen» dieser politischen Apparate
abgeschreckt worden.In dieser Situation kam Studienkollege Sami Liechti, der später den
Internetverkauf für Black Socks erfunden hat, gerade richtig mit seinem
Tipp für einen «Sommerjob» bei Red Bull. Die Agentur Matter Leo Burnett
suchte jemanden, der für den Sprudel das Sampling aufgleist.
Langenskiöld holte die vier Minis mit dem bekannten Dosenaufbau aus
Österreich in die Schweiz. Dann galt es, lokal 25 Promotoren zu finden,
um 1995 die ersten Aktionen im Event- und Sponsoringbereich für Red
Bull auf die Beine zu stellen. Für all diese Aufgaben hatte
Langenskiöld einen Vertrag für sechs Monate. Am letzten Tag sei er dann
einfach sitzen geblieben und hat seither «nie mehr einen Vertrag von
Red Bull gesehen».

Für solche Nebensächlichkeiten blieb gar keine Zeit. Im Frühling 1996
wurde Red Bull Schweiz AG gegründet. Nur zu dritt verkauften
Langen-skiöld und sein Team aus einem kleinen Büro in Baar bereits im
ersten Jahr neun Millionen Dosen. Im zweiten Jahr waren es 13
Millionen, im dritten 17 und im vierten 25 und im fünften bereits 36
Millionen Dosen. «Das Wachstum war massiv», meint Langenskiöld, der
1998 zum Marketingleiter des Kultdrinks befördert wurde. Inzwischen
wurden über 35 Athleten gesponsert und rund 300 Events pro Jahr,
darunter die legendären Red-Bull-Flugtage.

Nach fünf Jahren wurde die logistische Distribution von Feldschlösschen
abgekoppelt. Das Bier war eben immer im Vordergrund, obwohl Red Bull
sogar Pepsi intern überholt hatte. «Feldschlösschen war für den
Aufstieg von Red Bull in der Schweiz ein sehr wichtiger und guter
Partner, doch trafen zwei völlig verschiedene Kulturen aufeinander»,
erinnert sich Langenskiöld.

Weil Langenskiöld diese anderen, glaubwürdigeren Marketingstrategien
von Dietrich Mateschitz «irgendwie aus dem Bauch heraus» seit Beginn
weg richtig verstanden hatte, wurde er vom Mutterhaus in Österreich im
Jahre 2002 als Coach in die USA geschickt. Dort erlebte er den rasanten
Aufbau des Vertriebs mit 150 Leuten im ersten Jahr auf 600 bereits im
zweiten. «Jemand ist neu angestellt worden und hat innerhalb von zwei
Monaten selber wieder neue Leute suchen müssen. Da war die sehr
spezifische, europäische Kultur von Red Bull in Gefahr.» Sein Job war
es nun, dieses Image wieder richtig zu stellen. Er musste den von
amerikanischen Grosskonzernen zugestossenen Leuten beibringen, dass
Mateschitz mit seinem Marketing «ständig das Gegenteil von etablierten
Marken macht». Statt tonnenweise T-Shirts zu verschenken, werden diese
zum Beispiel nur sehr ausgewählt verteilt, damit Red Bull als Marke –
ähnlich wie Swatch in den Anfängen – möglichst exklusiv und damit als
Kult wahrgenommen wird.

In dieser Zeit hat der Schweizer Flügelmann vom kalifornischen Santa
Monica aus vier der acht Business Units in Amerika mit jeweils 40
Millionen potenzieller Kunden betreut und war fast täglich im Flugzeug
irgendwo zwischen Miami und Seattle unterwegs. In den letzten beiden Jahren ist Langenskiöld für Red Bull in den USA
auch noch als Director Motorsports Marketing in mehr als 25
Rennkategorien verantwortlich gewesen. Mit dem Projekt «American F 1
Champion» hofft er als Projektverantwortlicher  «den ersten
amerikanischen F-1-Weltmeister der Zukunft» gefunden zu haben. Scott
Speed darf jedenfalls bereits als erster Amerikaner seit über zehn
Jahren im neuen Red-Bull-Team in der Formel 1 mitfahren.

Von 20 Millionen Franken auf fast 2 Milliarden pro Jahr ist der Umsatz
während Langenskiölds zehn Jahren bei Red Bull gestiegen. Er hat in
dieser Zeit des Aufbaus vom Geheimtipp zu einer Weltmarke sehr viel in
Sachen Marketing gelernt: «Red Bull hat in Sachen Marketing neue
Standards gesetzt.» Dieses Wissen über die emotionale Wirkung, von
Marketing und die «Wichtigkeit, diese authentisch und glaubwürdig zu
gestalten», will er jetzt auch für andere Produkte anwenden.

Zurück in die Schweiz ist Langenskiöld schliesslich gekommen, «weil
George W. wiedergewählt worden ist». Der wichtigste Grund war aber,
dass er und seine Schweizer Frau, die inzwischen das Labo Spa in Zürich
eröffnet hatte, die drei Kinder hier einschulen wollen. «Entweder
bleiben wir noch zwanzig Jahre, oder wir gehen jetzt zurück. Jetzt sind
wir noch genug verwurzelt in der Schweiz», war der Entscheid. Obwohl es
schon einige Reize zum Bleiben gegeben hätte. «Wir wohnten am Strand.
Das morgendliche Surfen vor Arbeitsbeginn in den Wellen des Pazifiks
gehörte zum Ritual.»

Nach so vielen Abenteuern mit Red Bull musste der Heimkehrer auch
weiterhin eine Aufgabe etwas abseits der Norm suchen. Die ideale
Herausforderung für einen neuen Lebensabschnitt hat er jetzt bei
Triebwerk gefunden. Zusammen mit seinen Partnern Martin Bärtschi und
Robert Erhart will Langenskiöld die Eventagentur in Basel in eine neue
Dimension überführen. «Nach fünf erfolgreichen Jahren ist Triebwerk
(jetzt 15 Mitarbeiter und über 3 Mio. Umsatz) an einen Punkt 
gekommen, wo es neue Impulse brauchen kann.» Triebwerk hat sich in den vergangenen Jahren von einer ausführenden
Logistikagentur zur Spezialistin für Eventumsetzung entwickelt.
Insbesondere im Bereich der Leitung und Abwicklung von komplexen
Marketingprojekten hat sich Triebwerk einen Namen gemacht. Mit Leif
Langenskiöld soll sich Triebwerk nun inhaltlich und geografisch
weiterentwickeln. Allerdings sieht man sich nicht als Konkurrenz zu
klassischen Werbeagenturen. «Triebwerk soll für den Bereich
Below-the-line als perfekte Ergänzung wirken.»

Andreas Panzeri

Aktion zum Launch von 20 minutes

Euro RSCG Zürich hat zum Launch der Westschweizer Gratiszeitung 20 minutes zusammen mit Rueo RSCG Gend eine Aktion kreiert, die bei den Romands auf grossen Anklang stiess.

Euro RSCG Zürich hat zum Launch der
Westschweizer Gratiszeitung 20 minutes zusammen mit Rueo RSCG Gend eine
Aktion kreiert, die bei den Romands auf grossen Anklang stiess. Plakate
in Genf und Lausanne wollen die Menschen näher an die News bringen: man
kann den Kopf durch ein Loche im Plakat stecken und zum Beilspiel dem
US-Präsidenten die Hand schütteln. Tillate-Fortografen sind zur Stelle
und machen davon einen Schnappschuss. So sind am ersten Morgen des
Aushangs über 400 Fotos entstanden, die auf www.20minutes.ch bewundert
werden können, wie es in einer Mitteilung heisst. Für die grosse
Launchparty in Lausanne wurden zudem VIP-Einladungen in Übergrösse
verschickt und im Radio gratulierte George W. Bush auf französisch den
Romands zum 20 minutes Launch.

Generika-Werbekampagne von Werbeanstalt Schweiz

Die Kampagne der Novartis-Tochter Sandoz, die sich auf Generika spezialisiert hat, zielt darauf ab, zu informieren und allfällige Vorurteile gegenüber Generika abzubauen.

Die Kampagne der Novartis-Tochter Sandoz,
die sich auf Generika spezialisiert hat, zielt darauf ab, zu
informieren und allfällige Vorurteile gegenüber Generika abzubauen.
Dazu werden auf der strategischen Ebene mit einem TV-Spot Vorurteile
thematisiert und in Vergleich mit der heitigen Generika-Marktsituation
gebracht, auf der taktischen Ebene erfahre man detailliert die
Leistungsmerkmale der Generika-Medikamente. Ärzte und Apotheker, die
seit dem 1.1.2006 durch den höheren Selbstbehalt einen Anreiz haben,
Generika zu verschreiben, sind in die Kampagne als Vertrauenspersonen
clever integriert, heisst es in einer Mitteilung. Die
gesamtschweizerische Kampagne umfasst neben dem TV-Spot F200- und
F12-Plakate, Anzeigen sowie eine mehrwöchige Werbepräsenz am POS in
Apotheken.

Nur wenig Geld, viel Effizienz

Martin Radelfinger, Managing Director der Goldbach-Tochter Adlink, zur Lage der In-Game-Werbung in der Schweiz.

Martin Radelfinger, Managing Director der Goldbach- Tochter Adlink, zur Lage der In-Game-Werbung in der Schweiz.WW: Gibt es Produkte, die sich für die neue Werbeform speziell anbieten?
Martin Radelfinger: Im
Prinzip eignen sich dazu alle Produkte und Dienstleistungen, die auch
in Filmen via Werbung oder Product Placement beworben werden und sich
dazu an die Zielgruppe des jeweiligen Games wenden.

WW: Was kostet mich das als Auftraggeber?
Martin Radelfinger: Viel
weniger, als man annimmt, denn das Medium ist immer noch neu. Der Preis
hängt weitgehend davon ab, ob eine fixe Integration in das Spiel
angeboten wird oder ob analog zum Internet die Werbung dynamisch in das
Game eingespeist wird.

WW: Die Reichweite des Advertisings ist beschränkt. Vorab Jugendliche spielen am Computer und mit der Konsole.
Martin Radelfinger: Das
stimmt so schon längst nicht mehr. Immer mehr über 30-Jährige
verbringen ihre Freizeit mit elektronischen Spielen. Das zeigen Zahlen
aus den USA und auch aus Europa.

WW: Weshalb auf ein neues Medium setzen, ohne über verlässliche Langzeitdaten zu verfügen?
Martin Radelfinger: Eines ist schon heute klar: In-
Game-Advertising ist eine effiziente Art und Weise, mit einem bescheidenen Budget einen sehr prominenten Auftritt zu erreichen.

WW: Weshalb?
Martin Radelfinger: Klassische
Kampagnen können oft eins-zu-eins in Games abgebildet werden. Ein
Plakat ist ein Plakat, ein TV-Spot ein TV-Spot – ob in der realen oder
der digitalen Welt.

WW: Zurück
zum Thema Geld: Beobachten Sie bereits eine Verschiebung in den Budgets
der Werbeauftraggeber zu Gunsten von In-Game-Advertising?
Martin Radelfinger: Zurzeit
stammen die Gelder noch aus den Sponsoringbudgets und weniger aus den
klassischen Werbe-Etats. Das ist allerdings immer so, wenn sich ein
neues Werbemedium zu etablieren beginnt. Da lässt man zuerst
Versuchsballons steigen.

Interview: Nick Lüthi

„Move your Füdli“ an der Spitze der National-Charts

Das Büro Reinhold, Manifesto Film und Universal Music haben gemeinsam Werbung für Graubünden gemacht. Das Konzept ist aufgegangen, denn: Sie wollen damit nicht nur Gäste anlocken, sondern auch gleich in die Hitparade.

Das Büro Reinhold, Manifesto Film und
Universal Music haben gemeinsam Werbung für Graubünden gemacht. Das
Konzept ist aufgegangen, denn: Sie wollen damit nicht nur Gäste
anlocken, sondern auch gleich in die Hitparade. Die Bündner Boygroup
„Fitta mit dem Gion“ steht nun tatsächlich auf Platz 1 der
National-Charts. Die National-Chart ist eine monatliche, unabhängige
Schweizer Hitparade, die auf den Kriterien Verkaufszahlenm Airplay,
Kritiken und Trenda basiert. Aufgenommen werden nur Schweizer
Produktionen oder Prodsukte von Schweizer Künstlern. National-Chart
will die Schweizer Musikszene widerspiegeln und sieht sich als
Ergänzung zu anderen Hitparaden. Geplant waren Band und Lied als
«Bündner Antidepressivum gegen Null-Wirtschaftswachstum, Flachlandnebel
und schwere Beine». Das Rezept: Ein Werbespot wird zu einem Musikvideo
ausgebaut, von Universal in die Plattenläden gebracht und in den
Musiksendern «heavy promoted». Scheinbar kommt die Bündner Band und das
damit einhergende Feeling auch im Auslang gut an. Wie Persoenlich.com
berichtet, wird der Song von einer Radio-Station in Holland gespielt.

Kundenbindungsprogramme sind oft zu kompliziert

Wie die aktuellste Online-Umfrage von McCann Erickson und dem internationalen Marktforschungsinstitut Global Opinion ergab, beteiligen sich nur 55 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an Kundenbindungs- oder Loyalitätsprogrammen.

Wie die aktuellste Online-Umfrage von
McCann Erickson und dem internationalen Marktforschungsinstitut Global
Opinion ergab, beteiligen sich nur 55 Prozent der Schweizerinnen und
Schweizer an Kundenbindungs- oder Loyalitätsprogrammen. Befragt nach
der Motivation der Teilnahme an den Programmen, reizten hauptsächlich
die Rabatte und möglichen Einsparungen. Hauptgründe für die
Nichtteilnahme sind laut Befragung mangelnde Kenntnisse über das
Kundenbindungsprogramm oder zu wenig Zeit und Interesse, da die
Programme zu kompliziert oder zu aufwändig für die potenziellen
Teilnehmer sind. Wie es in einer Mitteilung heisst, erstaune dieses
Ergebnis wenig, wenn man bedenke, was dem Konsumenten oft zugemutet
werde, damit er von Vorteilen eines Programms profitieren könne.
Die besten Programme seien klar und einfach. Die bestgenannten sind
denn auch die etablierten Programme der Detailhändler Migros und Coop.
Auf die Frage „Welche der Loyalitäts-/Bonusprogramme finden Sie
besonders gut oder interessant?“ fielen die Antworten wie folgt aus:
Migros M-Cumulus: 81 Prozent
Coop Supercard: 69 Prozent
Ikea Family Card: 33 Prozent
Swiss Qualiflyer: 26 Prozent
UBS KeyClub: 18 Prozent
Webmiles: 14 Prozent
Marionnaud: 9 Prozent
American Express Qualiflyer: 6 Prozent
Beldona Bloved Card: 4 Prozent
Esprit Kundenkarte: 4 Prozent
Weitere 5 Nennungen waren mit unter 3 Prozent vertreten. An der
Befragung teilgenommen haben 266 Personen, was einer
Stichprobenausschöpfung von 35 Prozent entsprächen, teilte McCann
Erickson am Donnerstag mit.

Leichter Anstieg der Werbeausgaben im Februar

Nachdem der Publicitas-Index der Werbeausgaben in der Tagespresse im Januar am Rückgang der kommerziellen Inserate litt, hat der der Index im Februar leicht zugelegt.

Nachdem der Publicitas-Index der
Werbeausgaben in der Tagespresse im Januar am Rückgang der
kommerziellen Inserate litt, hat der der Index im Februar leicht
zugelegt. Er erreichte 92,6 Punkte und wuchs demnach um 0,2 Punkte.
Diese Zunahme sei auf die Stelleninserate und Immobilieninserate
zurückzuführen, teilte Publicitas am Donnerstagabend mit. Die
Gelegenheitsinserate seien leicht zurückgegangen, aber vor allem die
nur zögerlich platzierten kommerziellen Inserate würden immer noch
einen wirklichen Aufschwung verhindern. Der Index der Stelleninserate
stieg im Februar von 136,6 auf 139,0 Punkte, was laut Publicitas für
den Februar einen beachtlichen Aufschwung bedeutet. Dieses Wachstum
wiederspiegle die seit einigen Monaten zu beobachtende allgemeine
Verbesserung der Marktsituation. Die meisten Branchen tätigten höhere
Investitionen. Der neue Index der der Immoblieninserate in der
Tagespresse stieg von 96,6 auf 97,0 Punkte.

Werbung kommt ins Spiel

In-Game-Werbung Die Werber reagieren, wenn die relevante Zielgruppe stets weniger Zeit vor dem TV, dafür Stunden mit der Spielkonsole und am Computer verbringt. Annäherung an einen Trend.

In-Game-Werbung Die
Werber reagieren, wenn die relevante Zielgruppe stets weniger Zeit vor
dem TV, dafür Stunden mit der Spielkonsole und am Computer verbringt.
Annäherung an einen Trend.
Wie schnell sich die Zeiten ändern: Noch
1989 verklagte Philip Morris den Videospielehersteller Sega, weil
dieser unerlaubterweise Werbung für Marlboro-Zigaretten entlang den
virtuellen Rundkursen im Autorennspiel «Super Monaco Grand Prix»
platziert hatte. Heute, 17 Jahre später, bezahlen Unternehmen
sechsstellige Beträge, damit Werbung für ihre Produkte auf digitalen
Plakatwänden in Computer- und Video-Games eingeblendet wird. Vom
brutalen Ballerspiel «Counterstrike» bis zum harmlosen
Familienvergnügen «The Sims» – überall prangen Affichen bekannter
Marken in den digitalen Landschaften.

Besonders glaubwürdig wirkt In-Game-Advertising in Spielumgebungen, die
uns aus dem Alltag vertraut sind. Etwa bei Wirklichkeitssimulationen
wie «The Sims» oder in Sportspielen à la «Fifa 06». Ein Stadion mit
neutralen Banden? Unvorstellbar. Weniger geeignet als Werbefläche sind
hingegen Fantasy- oder Historienspiele. Eine Coca-Cola-Dose passt nun
mal nicht in eine mittelalterliche Szenerie. Aber generell gilt: Anders
als am TV unterbricht Werbung in Spielen die Handlung nicht, es lässt
sie sogar glaubwürdiger erscheinen. «Solange die Werbung nicht
penetrant wirkt, stört das niemanden», findet etwa David Schneider,
Organisator so genannter Lan-Partys, grosser Computerspiel-Turniere.

Weiterhin jung und männlich
Mit einigen Hundert Millionen Dollar an jährlichen Werbeausgaben für
In-Game-Advertising fristet das Genre gegenüber klassischer Werbung
noch ein marginales Dasein. Die realen und prognostizierten
Zuwachsraten weisen allerdings steil aufwärts. Ein zentraler Faktor,
der diese Entwicklung begünstigt, sind die veränderten
Medienkonsumgewohnheiten. «Wir verzeichnen seit drei bis vier Jahren
einen Wandel in der Mediennutzung bei den 18- bis 34-Jährigen», sagt
André Sonder von IGA Worldwide, einem führenden Vermarkter von
In-Game-Advertising. «Diese Gruppe verbringt einen Grossteil ihrer
Freizeit mit Computer- und Videospielen – und das zu Lasten des
TV-Konsums.» Eine Entwicklung, die sich auch in der Schweiz beobachten
lässt, wenn auch erst in geringerem Mass als etwa in den USA oder
Deutschland.

Ein weiterer Grund für diesen Werbetrend sind die stark gestiegenen
Entwicklungskosten für die Spiele. Fachleute gehen von Beträgen im
Bereich von zehn bis zwanzig Millionen Dollar pro Titel aus. «Indem
Spielinhalte durch finanzkräftige Marken ergänzt werden, lässt sich das
kommerzielle Risiko ausgleichen. Finanziert werden die Games aber erst
zu fünf Prozent über Werbung», weiss Martin Radelfinger, Managing
Director von Adlink Schweiz (siehe auch Interview).

Milliardenbusiness prognostiziert
Das soll sich ändern, wenn man den Prognosen von Fachkreisen glaubt.
Zuwachsrate der In-Game-Werbeumsätze um 40 Prozent im laufenden Jahr
sagen die einen, eine Milliarde Dollar Volumen in vier Jahren 
andere. «Bis dahin wird In-Game- Werbung als vollwertiges Massenmedium
akzeptiert und schafft es, in die Mediaplanung der Marken als
Standard-Werbemedium aufgenommen zu werden», glaubt André Sonder von
IGA Worldwide.

In der Schweiz spielt das Genre erst eine marginale Rolle. Heute
stammten die Werbeaufträge für In-Game-Advertising fast ausschliesslich
von Agenturen mit internationalen Kunden, so Martin Radelfinger. «Die
Entscheidung wird aber von einer lokalen Agentur getroffen.» Adlink ist
bereits seit 2004 als Vermittlerin für Computer- und Onlinespielwerbung
tätig. Erstmalig in der Schweiz konnten Kunden damals Werbeplätze in
der kommerziellen Online-Jugendcommunity habbohotel.ch buchen. Genutzt
haben das Angebot Filmverleihe, die in der virtuellen Hotellandschaft
mit Pixelplakaten auf die nächsten Kinostarts hingewiesen haben.

Seither ist das Genre hier zu Lande bei verschiedenen Gelegenheiten
eingesetzt worden. Zuletzt in einer Variante mit statischen, fest
eingebundenen Elementen bei «Ski Challenge», das SF Schweizer Fernsehen
auf seiner Website zum Download angeboten hat. Die Spielsponsoren
Swisscom und «Winterthur» waren auf den virtuellen Skipisten mit
Bandenwerbung präsent. Wir werden in Zukunft noch mehr davon sehen.

Nick Lüthi

Eugens Streiche in Montreal

Film Der bereits auf der Hitmarke von über 543'000 Besuchern angelangte Film «Mein Name ist Eugen» flimmert weiterhin auf Erfolgskurs.

Film Der bereits auf
der Hitmarke von über 543000 Besuchern angelangte Film «Mein Name ist
Eugen» flimmert weiter auf Erfolgskurs. So hat ihm die Kinderjury vom
Montreal International Children’s Film Festival den «Grand prix de
Montréal» als «Bester Film» verliehen. Derweil fährt der von der
Mobiliar und den SBB
gesponserte Film weiter auf seiner «Eugen-Tour de Suisse», einem
Wettbewerb für Kids und Familien. Auf der Homepage (eugen.film.ch)
findet sich eine interaktive Schweizerkarte für eine Schnitzeljagd der
besonderen Art: Wer auf die markierten Punkte klickt, findet 23
Drehorte des Films. An allen Locations steht ein Schild mit einem
nummerierten Eugen-Logo. Wer die meisten Schilder aufspürt, sich davor
fotografiert und die Fotos an die Eugen-Website schickt, kann tolle
Preis gewinnen.

«Markt und Ton haben sich geändert»

Werbevermittler Georges von Csernatony, Direktionsmitglied der PubliGroupe, über die Hintergründe der neuen Richtlinien für Berufsvermittler.

Werbevermittler Die neuen
Richtlinien für Berufsvermittler, die die PubliGroupe mit Vorbehalt
publizierte, offenbaren eine neue Philosophie. Georges von Csernatony,
Direktionsmitglied der PubliGroupe, über deren Hintergründe.
WW: Der
Titel über dem Werbewoche- Bericht zum Verfahren der
Wettbewerbs- kommission (Weko) gegen PubliGroupe lautete «Etappensieg für
AdX» (WW 9/06). Einverstanden?
Georges von Csernatony: (lacht) Nein, denn vielleicht ist es auch ein Etappensieg für PubliGroupe. Zudem hat die Weko noch nicht definitiv entschieden.

WW: Aber
Hand aufs Herz: Die wichtigsten inhaltlichen Änderungen an den
Richtlinien des Verbands Schweizerischer Werbegesellschaften (VSW) sind
auf den Druck der Weko und damit auf die Klage von AdX zurückzuführen.
Georges von Csernatony: (zögert)
Das lässt sich nicht so sagen. Denn auch ohne die Klage von AdX hätten
wir die Richtlinien den neuen Entwicklungen angepasst.

WW: Welchen Entwicklungen?
Georges von Csernatony: Jenen
im Markt. Ende der 90er-Jahre gab es etwa zehn aktive
Spartenvermittler, alles Vermittler von Stelleninseraten. Dann brach
der Stellenmarkt ein. Die Folge: Drei oder vier Vermittler von
Stelleninseraten blieben übrig und richteten sich neu aus, etwa
Richtung Universalvermittlung: Sie begannen, andere Rubriken, Beilagen,
kommerzielle Werbung oder neu Werbung im Internet zu vermitteln.
Deshalb macht der Begriff Spartenvermittler heute kaum mehr Sinn. Auch
der Markt veränderte sich: Es kamen neue Vermittler dazu, die in Print
und auch in Onlineportalen vermitteln. Und dann haben wir heute auch
neue Umsätze, die es früher nicht gab: Online to Print ist ein
wachsendes Geschäft.

WW: Warum wartete der VSW so lange mit dem Anpassen der Richtlinien?
Georges von Csernatony: Das
Weko-Verfahren dauert schon seit Juli 2001. Wir sind auch heute noch
davon überzeugt, dass die Praxis des VSW kartellrechtlich nicht zu
beanstanden war; wir sahen deshalb auch keine Veranlassung, die
Richtlinien zu ändern. Die Änderung der Richtlinien erfolgt in erster
Linie wegen der neuen Marktverhältnisse.

WW: Wie
viel tragen die Vermittler zum Schweizer Geschäft von PubliGroupe, also
zum Umsatz von PubliPresse (2004: 1,5 Milliarden Franken), bei?
Georges von Csernatony: So
viel kann ich sagen: Ende der 90er-Jahre brachten uns die
Berufsvermittler mehrere Zehnmillionen Franken. Heute sind es weniger.

WW: Umfasst dies die Umsätze der kommissionierten und der nichtkommissionierten Vermittler?Georges von Csernatony: Es gibt faktisch keine nichtkommissionierten Umsätze.

WW: Wie bitte?
Georges von Csernatony: Die
meisten nichtkommissionierten Vermittler holen sich doch die
Vermittlerkommission (VK), indem sie die Dispositionen in unsern
Pachttiteln einfach über einen befreundeten kommissionierten Vermittler
abwickeln, der ihnen dann die VK weitergibt.

WW: Nun existieren neue Richtlinien – zwar noch mit Vorbehalt. Was ist der Hauptunterschied zu früher?
Georges von Csernatony: Die
Rolle des Berufsvermittlers ist präziser dargestellt: Er verkauft
Werberaum und soll für unsere Pachttitel tätig sein. Die alten
Richtlinien legten das Gewicht noch auf die Universalvermittlung, neu
wird der Spartenvermittler ebenfalls kommissioniert. Einiges wurde
gestrichen: Ob ein Vermittler die VK an einen Dritten weitergibt und ob
er für die Gesamtpresse mindestens eine Million Umsatz generiert,
können wir nicht überprüfen, darum nahmen wir es heraus.

WW: Neu heisst es explizit, dass der VSW an der Tätigkeit von Berufsvermittlern interessiert ist. Eine neue PubliGroupe-Philosophie?
Georges von Csernatony: Nein.
Wir waren schon bisher an Berufsvermittlern interessiert, nicht aber an
reinen Spartenvermittlern, die ohne Mehrwert bloss Umsatz von einem Ort
zum andern schoben. Aber wie gesagt, solche Spartenvermittler gibt es
praktisch nicht mehr. Darum wollten wir nicht eine Philosophie
verteidigen, die überholt ist. Hätte sich der Markt aber nicht derart
verändert, wären wir wohl punkto Spartenvermittler hart geblieben.

WW: Erstmals wird gesagt, wofür die VK gedacht ist: Sie soll die Verkaufsorganisation der Vermittler und deren Leistung abgelten.
Georges von Csernatony: Das
kommt in den neuen Richtlinien stärker zum Ausdruck; es war aber schon
immer so, dass die Kommissionen die Verkaufsleistungen der Vermittler
abgelten sollen. Die neuen Richtlinien heben die Grenze zwischen
Verkäufer und Käufer hervor. Auf der Verkäuferseite stehen die Medien,
das heisst die Zeitungen, die VSW-Werbegesellschaften und die
Berufsvermittler. Zu den Käufern gehören die Werbeauftraggeber, die
Werbe- und die Mediaagenturen.

WW: Neu
müssen die Vermittler gar «die Interessen der Pachttitel der
VSW-Mitglieder vertreten und aktiv den Verkauf von Inserateraum in
diesen Pachttiteln fördern». Warum sollen sie ihre Neutralität aufgeben?
Georges von Csernatony: Der
Vermittler ist der Verkaufskanal des Printmediums; insofern hat er
gegenüber dem Kunden keine Neutralitätsverpflichtung; er ist keine
Werbe- oder Mediaagentur. Er hat die gleiche Aufgabe wie wir oder ein
Verlag, nämlich den Werberaum einer Zeitung aktiv und bestmöglich zu
verkaufen. Die neuen Richtlinien bringen in dieser Hinsicht nichts
Neues. Für uns ist er ein Zusatzkanal. Die Diskussionen mit der Weko
dauerten darum so lang, weil wir genau definieren mussten, wer zu den
Verkäufern gehört, wer was für wen macht und wem gegenüber der
Vermittler verpflichtet ist. Damit auch niemand für eine Leistung
abgegolten wird, die er nicht erbringt. Dadurch kommt nun die
Quintessenz des Systems klar zum Ausdruck: Der Vermittler soll sich für
unsere Pachtblätter einsetzen. Dafür erhält er die VK von uns.

WW: Nun gibt es aber Vermittler, auch VSW-Mitglieder, die Kundenbudgets verwalten. Das müssen sie doch treuhänderisch tun.
Georges von Csernatony: Rechtlich
gesehen nicht. Der Berufsvermittler handelt in eigenem Namen und auf
eigene Rechnung. Eine Mediaagentur kauft im Namen und im Auftrag des
Kunden Werberaum und wird von ihm entschädigt. Wir und die Vermittler
erhalten vom Kunden kein Honorar. Der Vermittler ist ein Verkäufer, der
Produkte verkauft. Ob das VSW-Produkte sind oder andere, entscheidet er
selbst. Wir zwingen ihn nicht, bei uns zu inserieren, aber mit der VK
geben wir ihm einen Anreiz, weil wir verpflichtet sind, unsere
Pachttitel aktiv zu verkaufen.

WW: Bisher
musste ein Vermittler einen Mindestumsatz von 100000 Franken in
VSW-Pachttiteln vorweisen, um anerkannt zu werden. Neu muss er diese
Limite erst im dritten Jahr nach der VSW-Anerkennung erreichen.
Georges von Csernatony: Ja, das ist sehr generös. Damit geben wir auch Newcomern eine Chance.

WW: Bisher
musste ein Vermittler von seinen Inserenten rechtlich und
wirtschaftlich unabhängig sein. Neu muss er dies im Zweifelsfall auch
notariell nachweisen. Warum?
Georges von Csernatony: Diese
Bestimmung ist zentral und soll verhindern, dass ein Grosskunde eine
Hausagentur gründet, diese als Vermittler anerkennen lässt und dann die
VK einstreicht – zusätzlich zur JUP, die er als Grosskunde bereits
erhält. Dass die Bestimmung jetzt noch verstärkt wurde, zeigt, dass
auch die Weko die Verkaufsleistung des Vermittlers als eigenständige
ökonomische Wertschöpfung anerkennt. Wenn man für sich selber
vermittelt, ist das keine eigenständige ökonomische Leistung.

WW: Vermittler
müssen neu technisch up to date sein und dabei «die von den
VSW-Mitgliedern definierten technischen Vorgaben strikte einhalten und
allenfalls zur Verfügung gestellte Instrumente ausschliesslich im
Verkehr mit den VSW-Mitgliedern» nutzen. Das riecht nach Marktschranken
auf technischer Ebene.
Georges von Csernatony: Nein,
das hat mit dem Kostensenkungsprozess zu tun. Wir erhalten noch heute
von einigen so genannten Berufsvermittlern auf Schreibmaschine
verfasste Aufträge. Diese müssen vollständig neu erfasst werden; das
ist kein effizientes Vorgehen. Wir erwarten nur, dass ein
Berufsvermittler mit den auf dem Werbemarkt üblichen Übermittlungs- und
Abwicklungstechnologien arbeitet.

WW: Was ändern nun alle Neuerungen am Streit mit AdX?
Georges von Csernatony: Wie
gegenüber jedem anderen Antragsteller werden wir einen Antrag von AdX
dahingehend überprüfen, ob er den Voraussetzungen der Richtlinien
entspricht. Es wurden keine AdX-Richtlinien geschaffen, sondern
allgemein für den Markt gültige. Wenn AdX für seine Umsätze die
Voraussetzungen einer Kommissionierung gemäss den Richtlinien erfüllt,
werden wird dafür selbstverständlich die Kommission ausbezahlen.

WW: Und wie gehts mit den Richtlinien weiter?
Georges von Csernatony: Demnächst
folgt die Publikation der französischen Fassung, dann hoffen wir auf
die baldige Zustimmung der Weko und auf neue Gesuche. Ja, wir hoffen
auf weitere Berufsvermittler, die auch mehr Umsatz bringen.

Im Sinn der Voruntersuchung
Noch steht die Schlussverfügung der Weko,die das viereinhalbjährige
Verfahren gegen PubliGroupe beenden würde, aus (siehe auch WW 9/06).
Änderungen an den neuen Richtlinien sind theoretisch möglich – sie
wären für das Weko-Sekretariat, das deren (vorzeitige) Publikation
verlangt hatte, allerdings peinlich. Offen bleibt zudem, ob die
PubliGroupe trotz der neuen Richtlinien von der Weko verurteilt werden
wird. Immerhin erfolgte ein Grossteil der Änderungen ganz im Sinn der
Kritik in der Voruntersuchung von 2002.

Zumindest ein Kritikpunkt von damals hatte aber offenbar keinen
Bestand: Die Tariftreue bleibt eine wichtige Voraussetzung für die
Anerkennung als Berufsvermittler. In der Voruntersuchung hatte das
Weko-Sekretariat noch gemutmasst, die Verpflichtung zur Tariftreue
könnte eine kartellrechtswidrige Preisbindungsklausel darstellen.

Markus Knöpfli

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