RTVG zwingt Westschweizer TV-Stationen zur Fusion

Mit der französischen Mediengruppe Hersant mischt in der Romandie auch ein ausländischer Akteur mit im Ringen um Gebührengelder und Konzessionen.

Die Gebührenregelung für Regionalfernsehen
im neuen RTVG zeitigt bereits wieder Konsequenzen: Dass nur zehn bis
zwölf Fernsehstationen konzessioniert werden sollen, hat die
Westschweizer Fernsehlandschaft in Bewegung gebracht, wie die Basler
Zeitung schreibt. TV Région Lausannoise, Ici TV (Vevey), Canal Nord
Vaudois (Yverdon) und Téléreseau de la Région nyonnaise haben sich
unter Beteiligung des grossen Verlagshauses Edipresse zum Vaud TV
zusammengetan, um damit eine der voraussichtlich vier Westschweizer
Konzessionen zu ergattern.
Doch auch ausländische Medienhäuser schalten sich in der Romandie ein:
Die französische Mediengruppe Hersant ist bereits beim Genfer Sender
Léman Bleu eingestiegen und hat sich dort eine gute Ausgangslage für
die zweite Westschweizer Konzession geschaffen. Nun ist Hersant laut
Baz auf der Suche nach weiteren Übernahmekandidaten in der Region
Biel-Neuenburg. Im Visier sind Canal Alpha oder TeleBielingue.

TSR streicht Sendungen wegen Spardruck

Das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) zwingt das Westschweizer Fernsehen TSR, bis Januar 2007 8,3 Millionen Franken einzusparen.

Das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG)
zwingt das Westschweizer Fernsehen TSR, bis Januar 2007 8,3 Millionen
Franken einzusparen. Bereits diesen Sommer sollen laut SDA einige
Sendungen aus dem Programm gekippt werden.
Nicht betroffen seien Sendungen in der Primetime, sagte der
TSR-Programmdirektor Yves Ménestrier am Freitag. Gestrichen werden
sollen die Quizsendung „Télé la Question“, das Familienspiel „Photos de
famille“, die Magazinsendung „C’est tous les jours dimanche“ sowie das
welsche Schweiz Aktuell „A.R.C.“ (Appellation Romande Contrôlée). Die
Regionalnachrichten werden aber nicht vom Bildschirm verbannt. Sie
sollen in die neue Tagesschau am Mittag integriert werden.

Agentur am Flughafen schafft Shortlist für Columbus Awards

Die Agentur aus Altenrhein erreichte in der Kategorie D-A-CH gleich mit zwei Arbeiten die Shortliste für den österreichischen Direktmarketingpreis.

Für das Finale der Columbus Awards, dem
österreichischen Direktmarketingpreis, sind dieses Jahr 26 Arbeiten in
insgesamt sieben Kategorien nominiert. Die Agentur am Flughafen aus
Altenrhein schaffte es in der Kategorie D-A-CH gleich mit zwei Arbeiten
auf die Shortlist, wie sie mitteilte. Ebenfalls auf der Shortlist in
der internationalen Kategorie stehen mit jeweils einer Arbeit OgilvyOne
worldwide, Wunderman und Tribal DDB GmbH aus Deutschland. Nominiert ist
die Agentur am Flughafen mit dem Badehaubenakquisitions-Mailing für
Schneider Aquatec AG, Staad sowie dem Backsteinmailing von Hautle +
Partner, Widnau. Die Awards werden am 20. April anlässlich der Fight
Night im Museumsquartier in Wien vergeben.

Bundesrat will Bericht zum Geheimnisverrat 

Die Landesregierung hat am Freitag Justizminister Christoph Blocher beauftragt, die Aufhebung der Strafnorm für die Publikation geheimer Amtsdokumente zu prüfen.

Der Bundesrat hat am Freitag
Justizminister Christoph Blocher beauftragt, die Aufhebung der
Strafnorm für die Publikation geheimer Amtsdokumente zu prüfen, wie die
SDA meldet. Der Artikel 293 des Strafgesetzbuches betrifft
Medienschaffende, die „amtliche geheime Verhandlungen“ veröffentlichen.
Ihnen drohen Haft oder Busse. Wie Bundesratssprecher Oswald Sigg den
Medien
mitteilte, soll das EJPD abklären, welche Konsequenzen eine allfällige
Aufhebung hätte.
An einer kurzen Aussprache über Fragen seiner Kommunikation habe der
Bundesrat beschlossen, bei den vertraulichen Vorankündigungen von
Bundesratsgeschäften nichts zu ändern, sagte Sigg. Die Vorankündigungen
sollen den Medienschaffenden die Vorbereitung ihrer Berichterstattung
erleichtern.

Zwei neue Mitglieder für ASW-Vorstand

Daniela Müller von Müller & Partner AG in Aarau und Michael Waldvogel von Idfx in Wädenswil werden zur Wahl vorgeschlagen.

Die ASW Allianz Schweizer Werbeagenturen
wird zwei neue Vorstandsmitglieder erhalten: Daniela Müller von Müller
& Partner AG in Aarau und Michael Waldvogel von Idfx in Wädenswil.
Die beiden haben bereits an der diesjährigen Vorstandsklausur
teilgenommen. Sie werden laut Mitteilung der ASW an der
Generalversammlung vom 19. Mai 2006 in Basel zur Wahl vorgeschlagen.

Krimi-Kommissare lesen für Focus

Das deutsche Nachrichtenmagazin Focus startet in Zusammenarbeit mit dem Hörbuchverlag die Hörbuch-Edition „TV-Kommissare lesen Krimis“.

Das deutsche Nachrichtenmagazin Focus
startet in Zusammenarbeit mit dem Hörbuchverlag am 17. März 2006 die
Hörbuch-Edition „TV-Kommissare lesen Krimis“. Für die Hörbücher konnten
laut Werben & Verkaufen prominente Schauspieler wie Andrea
Sawatzki, Sabine Postel, Udo Wachtveitl oder auch Jan Josef Liefers
gewonnen werden. Unter den Autoren befinden sich Ruth Rendell, Daphne
Du Maurier, Mary Higgings Clark und Marc Levy. Die CDs werden für 9,95
Euro im Handel und im Onlineshop von Focus erhältlich sein.

Publikumsrat vergibt Olympiamedaille an SF

Der Publikumsrat der SRG hat sich geäussert über die Berichterstattung von SF zu den olympischen Winterspielen in Turin, die Sitcom „Schöni Uussichte“ und die Sendung „Design Suisse“.

Der Publikumsrat der SRG hat sich
geäussert über die Berichterstattung von SF zu den olympischen
Winterspielen in Turin, die Sitcom „Schöni Uussichte“ und die Sendung
„Design Suisse“. „Gut bis sehr gut“ habe SF seinen Auftrag bei den
Olympischen Winterspielen erfüllt, kommentiert der Publikumsrat. Die
Liveübertragungen haben sich in seinem Augen durch hohe Präsenz, einen
guten Überblick über die einzelnen Aktivitäten und einer guten Lösung
für parallel stattfindende Wettbewerbe ausgezeichnet. Insgesamt wurden
die Moderatoren und Kommentatorinnen als fachkompetent beschrieben,
obwohl in einigen Sportarten fundierteres Wissen wünschenswert gewesen
wäre. Kritisch hinterfragt wurde hingegen die Rolle von Kabarettist
Simon Enzler, der jeweils das Tagesgeschehen humorvoll kommentierte:
Nicht alle Publikumsrat-Mitglieder hätten seine Beiträge gleichermassen
geschätzt.
Keine gute Beurteilung setzte es für die Sitcom «Schöni Uussichte». Das
Gremium findet es zwar gut, dass dieses Genre weiter gepflegt wird. Mit
den Vorgänger-Sitcoms wie z.B. «Fascht e Familie» könne aber die neue
Sendung nicht mithalten. Nur bedingt komisch seien die Witze, zu wenig
einfallsreich die einzelnen Geschichten, zu penetrant die hinterlegte
Lachspur. Allerdings gesteht der Rat der Sitcom Entwicklungspotential
zu.
Beeindruckt zeigte sich der Rat von „Design Suisse“. Die Sendereihe zum
Schweizer Design-Schaffen überzeuge durch das einheitliche Konzept, die
filmische Umsetzung erfülle hohe Ansprüche. Die Sendung habe ein
breites Spektrum, sei inhaltlich relevant und formal kreativ. Mehrere
Mitglieder des Rates hätten sich allerdings einen besseren Sendeplatz
gewünscht.

20 Minuten lanciert WM-Samstagsausgabe

Mit einer Auflage von 150'000 Exemplaren könne gezielt ein attraktives Produkt für fussballbegeisterte junge Menschen auf den Leser- wie auch Werbemarkt gebracht werden, erklärte Marco Gasser, der Head of Sales von 20 Minuten, gegenüber der Werbewoche.

20 Minuten wird während der kommenden
Fussballweltmeisterschaft mit einer Samstagausgabe präsent sein. Die
Extraausgaben, die sich vollumfänglich der Fussball-WM widmen werden,
erscheinen am 10., 17. und 24. Juni sowie am 1. Juli. Ob am Tag vor dem
Finalspiel, dem 8. Juli, eine Zeitung herauskommt, ist noch offen.
„Falls die Schweiz im Final spielt, werden wir natürlich auch am 8.
Juli eine Ausgabe realisieren“, scherzte Marco Gasser, der Head of
Sales von 20 Minuten, gegenüber der Werbewoche. Da am 8. Juli aber
keine Spiele stattfinden, mache eine Newszeitung keinen Sinn. Die
Eventvorschau für den Finaltag werde in der 20-Minuten-Wochenendausgabe
Week realisiert.
Mit einer Auflage von 150’000 Exemplaren wird die Sonderzeitung in den
Städten Zürich, Bern, Basel, Luzern, St. Gallen, Winterthur sowie in
der Westschweiz in Lausanne und Genf von Kolporteuren verteilt.
„Zielpublikum sind fussballbegeisterte junge Menschen, die am Samstag
Vormittag unterwegs sind“, so Gasser. 20 Minuten habe bereits während
der WM 2002 in Korea Erfahrungen mit einer Abendzeitung gemacht. Mit
der Auflage von 150’000 Exemplaren könne gezielt ein attraktives
Produkt auf dem Leser- wie auch Werbemarkt lanciert werden,
kommentierte Gasser die Auflagenzahl.
Wie sehen die Rückmeldungen von den Anzeigekunden aus? „Das Interesse
ist gross, wir sind überrascht“, meinte Gasser. Keine Probleme sieht er
damit, dass die WM-Specials das etablierte Heft Week konkurrenzieren
könnten: „Es handelt sich um zwei verschiedene Produkte: Week ist ein
lifestyle-orientiertes Magazin für das Wochenende. Die WM-Ausgaben
werden als Sportzeitungen daherkommen, die sich ganz dem König Fussball
verschreiben.“
Carole Scheidegger

Deutsche Zeitung Die Welt wegen Karikaturen verklagt

Die Union of European Turkish Democrats hat gegen das von Roger Köppel geleitete Blatt Strafanzeige wegen Volksverhetzung und Beschimpfung von Religionsgesellschaften eingereicht.

Der Streit um die Mohammed-Karikaturen hat
für die deutsche Zeitung Die Welt ein gerichtliches Nachspiel, wie die
FAZ berichtet.? Die Union of European Turkish Democrats (UETD) hat gegen
das von Roger Köppel geleitete Blatt Strafanzeige bei der
Staatsanwaltschaft Köln wegen Volksverhetzung und Beschimpfung von
Religionsgesellschaften eingereicht. Mit der Veröffentlichung habe das
Blatt die muslimische Glaubensgemeinschaft in Deutschland provoziert
und den öffentlichen Frieden leichtfertig aufs Spiel gesetzt, heisst es
laut Deutschlandradio in der Begründung. Der Generalsekretär der
Vereinigung, Abdullah Emili, warf Roger Köppel ausserdem „hasserfüllte
Äusserungen“ über Muslime vor.

Swisscom, Nokia und Migros sind die Marken mit dem meisten Vertrauen

Die repräsentative Marktstudie Reader's Digest European Trusted Brands 2006 hat die Markenpräferenzen auch für die Schweiz zusammengetragen.

Die repräsentative Marktstudie Reader’s
Digest European Trusted Brands 2006 hat die Markenpräferenzen auch für
die Schweiz zusammengetragen. Wie im vorigen Jahr heisst die Siegerin
Swisscom. Für 74 Prozent der Schweizer ist Swisscom de
vertrauenswürdigste Marke in der Telekommunikation. Nokia glänzt bei
den Mobiltelefonen mit 65 Prozent der Nennungen, Migros dominiert bei
den Dienstleistern mit 63 Prozent. Migros hat im Vertrauenstest Coop
mit 33 Prozent und Denner mit 4 Prozent klar hinter sich gelassen.
Insgesamt befragte Reader’s Digest die 1100 Schweizerinnen und
Schweizer zu 35 Kategorien, die Befragung wurde dieses Jahr um 7 neue
Kategorien erweitert. Zu den Gewinnern der Umfrage gehören Canon in der
Kategorie Fotogeräte, Raiffeisen in der Kategorien Banken, Nespresso in
der Kategorie Kaffeemarken, Emmi bei den Milchprodukten, Swiss Life bei
den Lebensversicherern sowie Findus bei dern Fertiggerichten.
Erfolgreich verteigen konnten ihre Positionen ferner Toyota (Auto),
Miele (Haushaltgeräte), Dell (PC), Kuoni (Reiseveranstalter), Visa
(Kreditkarten), Die Mibiliar (Sachversicherungen), Bluewin
(Internet-Unternehmen), Shell (Benzin), Migros (Vitamin-Produkte),
Aspirin (Schemrzmittel), Neo Citran (Erkältungsmittel), L’Oréal
(Haarpflege), Nivea (Kosmetik und Hautpflege), OMO (Waschmittel),
Swatch (Uhren), Whiskas (Tiernahrung), Helsana (Krankenkassen),
Similasan (Homöopathie) und Elmex (Zahnpflege).
Die Umfrage wird jährlich europaweit in 14 Ländern durchgeführt. Über
25’000 Personen werden dafür befragt, 1100 davon in der Schweiz, und
zwar repräsentativ zur jeweiligen Altersstruktur der Bevölkerung. 15
der 35 Produktkategorien sind explizit nur in der Schweiz zur Umfrage
gekommen, teilt Reader’s Digest in einer Mitteilung mit.

Steilpass für TeleTop

Gebührensplitting Ein heikles Positionspapier der Verleger bringt TeleTop in Poleposition.

Gebührensplitting Ein heikles Positionspapier der Verleger bringt TeleTop in Poleposition.Am 14. März, kurz vor den
parlamentarischen Schlussabstimmungen über das neue RTVG, publizierte
der Tages-Anzeiger Brisantes: Die grossen Verleger der Deutschschweiz
haben offenbar klare Vorstellungen darüber, wie der in Aussicht
stehende Gebührensplitting- Kuchen für
Privat-TVs – immerhin 28 Millionen Franken – künftig zu verteilen sei.
Der Plan, den der Tagi einem Entwurf des Verbandes Schweizer Presse
entnahm, ist ziemlich einfach: Alle Deutschschweizer Verleger mit
eigenem Regional-TV sollen eine Konzession mit Leis  tungsauftrag
erhalten – und damit auch Gebührensplittinganteile. Für
verlagsunabhängige TVs sieht das Verbandsdokument hingegen keinen
Bedarf. Konkret: TeleTop, der gebietsmässig grösste Sender der
Ostschweiz, geht leer aus und sein Gebiet würde unter TeleZüri,
TeleOstschweiz und Schaffhauser TV aufgeteilt.

Norbert Neininger, im Verband zuständig für das Departement
elektronische Medien, bestätigt die Exis tenz «eines solchen Papiers»,
wollte aber keine Stellung nehmen und erntet Kopfschütteln. «Dass die
Verleger eine Position beziehen und einen Nichtverleger ausgrenzen, ist
nicht sehr klug», kommentiert Anton Schaller. Seine
Medienberatungsfirma baute bis 2000 für die
St. Galler Tagblatt AG den Sender TeleOstschweiz auf und versuchte
vergeblich, mit Top-Chef Günter Heuberger eine gemeinsame Ostschweizer
TV-Lösung zu finden. Noch heute beurteilt Schaller das
Verbreitungsgebiet von TeleTop als «zu heterogen und mangels eines
klaren Zentrums zum Fernsehmachen ungeeignet». Dennoch ist er
überzeugt: «Das Positionspapier der Verleger nützt letztlich TeleTop.»
Denn der Top-Chef sei als Einziger konzernunabhängig, betreibe nur
elektronische Medien und stelle keine marktbeherrschende Gefahr dar.
«Gegen Multimediakonzerne wie Tamedia und NZZ hat Heuberger nun im
Kampf um Gebührengelder gute Karten bei den Konzessionsbehörden», sagt
Schaller. (mk)

Das Kleinvieh, der Mist und die Brosamen

Gastkommentar Wer meint, mit Weblog- Werbung rolle der Rubel, der irrt, sagt Nick Lüthi.

Gastkommentar Wer meint, mit Weblog-Werbung rolle der Rubel, der irrt, sagt Nick Lüthi.Wer viel Zeit in sein Weblog investiert,
im Internet recherchiert, Texte formuliert, Grafiken erstellt oder gar
Ton und Bild auf seiner persönlichen Webseite zum Abruf oder Abonnement
bereitstellt, spielt irgendwann mit dem Gedanken: Liesse sich meine
Amateurpublizistik in bare Münze verwandeln? Gut: Die meisten bloggen
aus Spass an der Freude. Gegen ein paar zusätzliche Franken als
Entschädigung für das oft zeitaufwändige Hobby haben deshalb die
wenigsten Blogger etwas einzuwenden. Sich neben dem Pub lizieren auch
noch als Werbeakquisiteur zu betätigen, dazu mangelt es dann aber an
Lust und Zeit. Wenn schon Geld verdienen, dann möglichst automatisch.

Den scheinbar perfekten Ausweg aus dem Dilemma bieten die
Partnerprogramme von Internet giganten wie Google, Amazon oder Yahoo.
So bietet seit drei Jahren das Adsense-Programm von Google die
Möglichkeit, mit äusserst geringem Aufwand Anzeigen in sein Weblog
einzubinden. Wer aber meint, nun rolle der Rubel, der irrt. Selbst viel
beachtete Weblogs, wie zum Beispiel «schockwellenreiter.de», das laut
seinem Betreiber Jörg Kantel rund 200000-mal pro Monat angeklickt wird,
generiert monatliche Nettoeinnahmen von gerade mal 180 Euro. Mit seinem
Aufwand verrechnet, entspreche dieser Betrag einem Stundenlohn von 2
Euro, schrieb Kantel im Juni 2005. Ähnliches berichtet auch andere
Bloggerprominenz. Web log-Autorinnen und -Autoren, die von ihrer
Tätigkeit leben können, gibt es weltweit höchstens ein paar Dutzend –
bei einer geschätzten Anzahl Weblogs in zweistelliger Millionenhöhe.

Auch wenn Google fast 80 Prozent des Umsatzes aus dem Adsense-Programm
(mehr als 600 Millionen Dollar allein im dritten Quartal 2005!) an die
Partner weitergibt, bleibt der grösste Einzelbetrag beim
Anzeigenvermittler. Mit Web logs lässt sich also durchaus Geld
verdienen, wird sich Google sagen. Viel Kleinvieh macht auch viel Mist
– dem Kleinvieh bleiben die Brosamen. Diese ökonomische Realität
verbietet im Prinzip die Frage: Wie werde ich Profi-Blogger? Und das
ist nicht einmal schlecht. Schliesslich kommt auch niemand auf die
Idee, sich die Konversation auf der Strasse, das Gespräch im Café
versilbern zu lassen. Die Blogosphäre ist in erster Linie eine globale
Plauderecke. Wenn begrenzte Ressourcen dazu führen, dass man sich in
seinen Weblog-Einträgen nur knapp fassen kann, dann ist das der
Qualität nur zuträglich.

> Nick Lüthi ist Medienjournalist und Blogger auf www.bernergazette.ch.

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