Redakteure an die Kette?

Kolumne Glaubwürdiger wäre zu benennen, was bei uns die Pressefreiheit täglich gefährdet, statt auf dem Karikaturenstreit herumzureiten, schreibt Oliver Fahrni.

Kolumne Glaubwürdiger wäre zu benennen, was
bei uns die Pressefreiheit täglich gefährdet, statt auf dem
Karikaturenstreit herumzureiten.  Freiheit hat man nicht, man nimmt sie
sich. Immer wieder. Oder, weniger burschikos vorgetragen: Mögen
Freiheiten in demokratischen Staaten auch verbrieft sein – allein ihre
regelmässige Ausübung verleiht ihnen Subs tanz und Gestalt. Dazu
gehört, dass ein bisschen Freiheit keine ist: Wer auf ihr besteht, muss
sie, wenigstens von Zeit zu Zeit, bis an den Rand ausschöpfen. Dies
gilt besonders für die Medienfreiheit.

Von ihr und vom freien Wort ist derzeit reichlich die Rede. Dem wäre
gut so. Leider ist der Anlass unappetitlich: Eine rechte dänische
Zeitung hat den Muslimen, allen Muslimen, mit zwölf Karikaturen über
den Propheten den rassistischen Stinkefinger gezeigt. Das tut man
nicht. Der Prophet wird in der Regel nicht bildlich dargestellt. Juden
und Protestanten halten es ebenso, unter den Monotheismen wuchern nur
Katholiken mit der symbolischen Wucht des Bildes. Auch waren die
dänischen Karikaturen eher von powerer Qualität, also nicht witzig, mit
einer Ausnahme, aber das tut hier nichts zur Sache.

Sie waren ohnehin, so schien es, ein Schlag ins Wasser. Dänemarks
Muslime ärgerten sich zwar, zeigten sich nur mässig provoziert. Sind
wohl schon etwas abgehärtet. Im Königreich, das aus unerfindlichen
Gründen immer noch im Ruf steht, ein kleines, nettes, tolerantes und
prinzipientreues Ländchen zu sein, herrscht ein rüder Umgang mit
Immigranten; die neuen Migrationsgesetze verletzen Menschenrecht, 
und die Medien nennen die Muslime schon mal Gesindel oder übler. So
viel Coolness durfte der Chefredakteur von Morgenavisen Jyllands-Posten
seinen Muslimen nicht durchgehen lassen. Sie spielten ihre Rolle nicht.
Immerhin ist Jyllands-Posten mit Hetze gegen Migranten und Islam von
der Provinzzeitung zur auflagestärksten Postille avanciert.
Premierminister Anders Fogh Rasmussen teilt diesen Werdegang.

Also wurden die Karikaturen wochenlang immer  wieder an
muslimische Community Leader verschickt, assortiert mit der Frage, ob
sie das wirklich nicht verletzte. Irgendwann fand sich ein Prediger zum
erwünschten Hass bereit und ging auf Agitationsreise. Der Rest scheint
bekannt – auch wenn sich ernsthafte Nahost-Kenner darin einig sind,
dass das Abfackeln westlicher Botschaften in Damaskus und anderswo
wenig mit den Karikaturen und viel mit der neuen harten europäischen
Hand gegen Syrien, Iran, Hamas et les autres zu tun hat. Konflikte
werden immer auch auf der Ebene der Symbole ausgetragen.

Darf Jyllands-Posten für derlei die Pressefreiheit in Anspruch nehmen?
Sie darf. So geht das Prinzip der Freiheit: Auch wenn sie ekelhafte
Ergebnisse zeitigt, wollen wir doch zu ihrer Verteidigung bereitstehen.

Das ist nur ein bisschen geheuchelt. In Wahrheit kennt jeder leitende
Redakteur die Situation,  einen Text oder eine Karikatur
entschärfen oder ablehnen zu müssen, weil sie die Gefühle von Chris ten
verletzten oder antisemitische Untertöne transportieren. AFP
veröffentlichte dieser Tage eine lange Latte von aktuellen Zensurfällen.
 
Journalistische Ethik würde im Falle der Jyllands-Posten verlangen,
dass wir zuerst jeden Angriff auf die Freiheit der Zeitung abwehren.
Dass wir uns aber dann, unter Journalisten und öffentlich, diese
Redaktion scharf vornehmen.  Einige dieser Karikaturen waren
eindeutig rassistisch – im strengen Sinn der Definition: Sie zielten
auf ethnische Stereotypen, verallgemeinerten, behaupteten die generelle
Minderwertigkeit des Islam und stifteten Hass gegen eine ganze Gruppe
von Menschen. Es war rassistische Hetze.

Schlimmer: Danach fühlten sich ein paar Journalisten um Alice Schwarzer
und Helmut Markwort bemüssigt, in einem islamophoben Manifest für die
freie Meinungsäusserung einzutreten. Glaubwürdiger wären sie, hätten
sie ein Wort dazu verloren, was bei uns die Medienfreiheit täglich
gefährdet, manchmal gar aussetzt: die Interessen der Anzeigenkunden,
Selbstzensur, Me dienkonzentration, der autoritäre neoliberale
Mainstream, ungenügendes Handwerk … Markwort hätte dazu ein paar sehr persönliche Fakten, Fakten, Fakten.

> Oliver Fahrni ist freier Publizist.

Mücke mit  Elefant?

Inseratevermittler Die Gründung eines Dachverbandes für Inseratevermittler ist weiterhin aktuell.

Inseratevermittler Unter den Schweizer
Inseratevermittlern bestehen zwei Verbände. Die vier
PubliGroupe-Töchter Publicitas, Publimedia, Publimag und Mosse sind im
Verband Schweizerischer Werbegesellschaften (VSW), 17 kleine Vermittler
sind im Verband Schweizer Anzeigen- und Medien-
Verkaufsunternehmen
(Sava) organisiert. Seit Jahren sprechen VSW und Sava über
Kooperationen. «Eine Fusion oder die Gründung eines Dachverbands ist
auch heute nicht abwegig», sagt Sava-Präsident Max Künzler. Nach
Abschluss der Weko-Untersuchung gegen PubliGroupe (siehe S. 17) könne
man die Gespräche mit dem VSW wieder aufnehmen, meint er.
Georges von Csernatony, Mitglied des VSW-Vorstandes, ist skeptisch.
«Wir sind Freunde, konnten uns aber vor allem wegen der
unterschiedlichen Grösse nie wirklich finden», sagt er. Das grösste
Sava-Mitglied sei viermal kleiner als das kleinste VSW-Mitglied,
deshalb sei in den Bereichen Technik oder Ausbildung kaum ein
gemeinsamer Nenner gegeben. Csernatony denkt an punktuelle
Kooperationen. (mk)

Klartext in Rosa

Verbände Die Erdöl-Vereinigung will die Vorteile von Heizöl den Schweizern mittels einer Argumentationskampagne bewusster machen.

Verbände Die Erdöl-Vereinigung glaubt,
dass die Vorteile von Heizöl den Schweizern zu wenig bewusst sind, und
tritt nun mit einer Argumentationskampagne von Lesch + Frei dagegen an:
insgesamt mit zehn Anzeigensujets und drei Reminderspots. Darunter
auch  das Motiv, das ältere Werbergenerationen bestimmt an einen
gewissen Howard Gossage erinnern dürfte. Der US-Werbepionier (1917 –
1969) revitalisierte innert weniger Jahre das Image des
Fina-Tankstellennetzes mit einer phänomenalen Werbeidee, wonach bei
Fina den Kunden rosa Luft in die Reifen gefüllt werde. Das Problem beim
Heizöl: Der Brennstoff mag zwar rosa sein, der Rauch ist es leider
nicht.

Analogien für Menschenrechte

Advico Young & Rubicam hat eine Kampagne für Brot für alle/Fastenopfer realisiert, die keine leidenden Menschen zeigt, aber trotzdem oder vielleicht deswegen aufrüttelt.

Advico Young & Rubicam hat eine
Kampagne für Brot für alle/Fastenopfer realisiert, die keine leidenden
Menschen zeigt, aber trotzdem oder vielleicht deswegen aufrüttelt. Via
Sprache und umfeldbezogener Werbung macht sie eindrücklich auf die
erschreckenden Situationen aufmerksam. Die Kampagne arbeitet mit
Analogien, die jeder kennt. Zu sehen sind wertlose Gegenstände wie eine
alte, zerknickte Dose, die achtlos weg-geworfen wurde oder eine
ausgequetschte Tube mit der Headline: „In Kolumbien ist das ein Mensch.
Tun Sie mit uns etwas für die Opfer von Gewalt: PK 46-7694-0.“ Die
Kampagne wird mit Aufklebern und Kleinplakaten ergänzt. Statt der
Motive wirken hier die Umfelder. „Hier wohnt Ihr Kind“ steht bspw. auf
einem Fussbodenaufkleber in einer überdachten Strassenecke. „wenn Sie
eine arme Familie in Mexico City sind. Tun Sie mit uns etwas für die
Menschenrechte.“ Auf einer Apothekentür steh: Sie bekommen hier keine
Medikamente.“ Auf einem Abfalleimer steht zu lesen: „Hier ernährt sich
Ihr Kind.“ Und auf einer Toilettentür „In so einem Raum müssen Sie 15
Jahre verbringen.“

MAN steigt aus Druckmaschinengeschäft aus

Der nach Heidelberger Druck zweitgrösste Druckmaschinenhersteller der Welt verkauft  seine Druckmaschinentochter MAN Roland an die Allianz.

Der nach Heidelberger Druck zweitgrösste
Druckmaschinenhersteller der Welt verkauft  seine
Druckmaschinentochter MAN Roland an die Allianz. Die MAN-Tochter hatte
jahrelang unter der Krise der Druck- und Zeitungsbranche gelitten,
heisst es in der Mitteilung der SDA. Nach einem harten Sparkurs war MAN
Roland aber letztes Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt, die laufende
Restrukturierung wird fortgesetzt. Vom Besitzerwecshel betroffen sind
knapp 9000 Mitarbeitenbde und 10 Prozent des MAN-Umsatzes. Der Konzern
will sich mehr auf sein wachstumsstarkes Kerngeschäft rund um Transport
und Mobilität konzentrieren. Man gründet mit Allianz ein
Gemeinschaftsunternehmen, das die Mehrheit an der MAN Roland
Druckmaschinen übernimmt. MAN bleibt zu 35 Prozent beteiligt.

Relaunch der Radio Awards

Die ARD Sales & Services relauncht mit "Radio Stars" den Golden Radio Award, den sie seit 1978 durchführt. Bem ältesten deutschen Wettbewerb für Radiowerbung können Arbeiten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum teilnehmen.

Die ARD Sales & Services relauncht mit
„Radio Stars“ den Golden Radio Award, den sie seit 1978 durchführt. Bem
ältesten deutschen Wettbewerb für Radiowerbung können Arbeiten aus dem
gesamten deutschsprachigen Raum teilnehmen. Einreichungen sind ab
sofort möglich. Bewertet werden die individuellen Leistungen und die
Wirkung der Radiospots. Ein Radiosot kann in unterschiedlichen
Kategorien siegen, muss aber nur einmal eingereicht werden. Weitere
Details finden sich auf der Website.

Sandoz’ Rückkehr

Pharma Sandoz will Marktleader im Generikamarkt werden. Die Agentur Werbeanstalt positioniert das Traditionshaus als neue Vertrauensmarke.

Pharma Sandoz will Marktleader im
Generikamarkt werden. Die Agentur Werbeanstalt positioniert das
Traditionshaus als neue Vertrauensmarke.Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach der
bis damals grössten Firmenheirat der Welt zwischen Ciba Geigy und
Sandoz ist in der Schweiz die Relaunchkampagne für die damals
«untergegangene» Marke Sandoz gestartet. 2003 wurde die stillgelegte
Sandoz als Generikamarke wiederbelebt und im Fachhandel unter der
ehemaligen Firma Schönenberger Pharma Generics vertrieben. Die Marke
Sandoz trat nach aussen kaum mehr in Erscheinung und wurde von den
Schweizer Endkonsumenten fast nicht mehr wahrgenommen. Doch mit
Zukäufen von verschiedenen Generikaherstellern 2005 – unter anderen
Hexal in Holzkirchen bei München und deren Schweizer
Tochtergesellschaft Ecosol, die Nummer zwei im Schweizer Generikamarkt
– will Novartis ihre Konzerndivision Sandoz zur weltweit grössten
Generikamarke aufbauen und sie dementsprechend auch im Heimmarkt
Schweiz positionieren. Und der Zeitpunkt könnte kaum besser sein.

Der Beginn des Generika-Booms
In Pharmamärkten wie Dänemark oder Deutschland, wo die
Kostenbeteiligung der Patienten die Preissensitivität ansteigen liess,
ist der Imitatenanteil am gesamten Medikamentenmarkt entsprechend hoch
– 32 beziehungsweise 23 Prozent. In der Schweiz liegt der
Generikaanteil trotz Verdreifachung des Umsatzes seit 2000 auf über 300
Millionen Franken bei gerade mal acht Prozent des gesamten
Pharmamarktes. Das könnte sich innert Kürze drastisch ändern. Mit der
bundesrätlichen Verordnung, wonach Patienten seit Anfang Jahr für
Originalmedikamente einen doppelt so hohen Selbstbehalt zahlen müssen
als für Nachahmungspräparate, sofern solche erhältlich sind. Die Frage
lautet nicht mehr Original oder Kopie, sondern neu 20 oder 10 Prozent
Selbstbehalt.

Interessierten Generika bis vor kurzem kaum jemand, so wird in
absehbarer Zeit auch per Bundesvorschrift aus der Low-Interest- eine
High-Interest-Produktgruppe und aus einem Nischen- bald ein
Massenmarkt. Obwohl bis 2010 der Patentschutz von über 30 Blockbustern
(Medikamente mit einem Jahresumsatz von weltweit über einer Milliarde
Dollar) ansteht, will niemand präzise Angaben zum enormen
Marktpotenzial machen. Weder der Gesundheitsminister noch Robin Koenig,
Brand Manager von Sandoz. Wohl weil sie damit die Hersteller von
Originalarzneien nicht zusätzlich provozieren möchten. Immerhin müssen
diese ihre Margen mit dem Argument der höheren Forschungs- und
Entwicklungskosten verteidigen, was seinerseits immer mehr zu Buche
schlägt – in der Regel macht der Posten «Marketing und Vertrieb» rund
ein Drittel des Umsatzes aus. Im Vergleich zu deren Werbebotschaft
fällt jene von Sandoz – gemessen an den Zielen – strategisch wie
taktisch nicht unbedingt leichter, doch liegt sie finanziell weit unter
den Aufwänden der Originalarzneifirmen.

Die Herausforderungen der Markom im Generikamarkt sind vor allem die
Konkurrenzsituation, weil Originalpräparate nach Ablauf der 20-jährigen
Patentfrist durchschnittlich von zehn Firmen nachgeahmt werden, und die
immer noch vorherrschende Meinung, dass die Kopien nur so günstig sein
können, weil sie den Originalen in mancherlei Hinsicht nachstehen.
Gegen dieses Vorurteil will die von Sandoz beauftragte Zürcher Agentur
Werbeanstalt mit ihrer Kampagne ankämpfen. Im Zentrum steht der
Vertrauens- und Imageaufbau für Sandoz. Denn neben dem wichtigen, aber
oft skeptisch wahrgenommenen Preisargument nimmt bei den Endkonsumenten
das Bedürfnis stark zu, über die Nachahmerprodukte besser Bescheid zu
wissen. Diesem kommt die Kampagne vor allem auf taktischer Ebene mit
Plakaten, Anzeigen und POS-Präsenz in den Schweizer Apotheken entgegen,
indem sie die 20-jährige Bewährtheit der Präparate und die gleiche
Wirkung und Verträglichkeit der Originale aber zum günstigeren Preis
thematisiert.

Über ein Dutzend Schlagzeilen
Auf strategischer Ebene wollen die Verantwortlichen mit einem schönen
und recht generisch wirkenden TV-Spot einerseits die Vorurteile abbauen
und das skeptische Verhaltensmuster durchbrechen, indem sie Vergleiche
zu historischen Vorurteilen ziehen – gegenüber dem Auto, dem TV oder
der Mode –, die sich später als Irrtümer entpuppt hatten. Andererseits
soll damit die Marke Sandoz als Synonym für Generika positioniert
werden. Beide Ebenen verbindet vor allem der neuere Claim «eine gesunde
Entscheidung», der von den verschiedenen Zielgruppen als konkretes wie
als finanzielles Versprechen gedeutet werden kann. Auf diesem Fundament
und der Schwächung von Vorurteilen baut das Headline-Konzept auf.
Konzepter Michael Manzardo und CD Sarah Hiltebrand entwickelten über
ein Dutzend Schlagzeilen, die mit ironischen Anspielungen auf die
Originale die gleichwertigen Nachahmerprodukte bewerben und zudem Ärzte
und Apotheker als Vertrauensinstanzen in der Beeinflusserrolle aufbauen
und das Sicherheitsbedürfnis der Patienten ansprechen. Dass die Marke
Sandoz im älteren und interessanteren Segment einen weit höheren
Bekanntheitsgrad aufweist, kann dabei nur förderlich sein.

Luca Aloisi

Schweiz Tourismus sahnt Preise ab

Im Rahmen der internationalen Tourismusbörse in Berlin ITB konnte Schweiz Tourismus vier Preise entgegennehmen.

Im Rahmen der internationalen
Tourismusbörse in Berlin ITB konnte Schweiz Tourismus vier Preise
entgegennehmen. Platz 1 gab es für Schweiz Tourismus Deutschland als
bestes Verkehrsbüro in Deutschland, wie es in einer Mitteilung heisst.
Dieser Preis wurde Schweiz Tourismus bereits zum dritten Mal in Folge
verliehen. Bewertet wurden hier Gebietskenntnis, Beantwortung
journalistischer Anfragen, Pressemailings und Organisation von
Pressekonferenzen und -reisen. Platz 1 bis 3 gab es zudem für die
besten touristischen Broschüren. Schweiz Tourismus darf sich nun mit
der goldenen Windrose, dem Oskar bei den Tourismusbroschüren schmücken.

Trybol ruft zum Kampf gegen Missbrauch der Marke Schweiz auf

Die Kosmetikfirma Trybol aus Neuhausen im Kanton Schaffhausen sucht via Inserat nach Gleichgesinnten.

Die Kosmetikfirma Trybol aus Neuhausen im
Kanton Schaffhausen such via Inserat nach Gleichgesinnten. Sie sieht
sich mit einem zunahmenden missbrauch der Marke Schweiz und
irreführenden Herkunftsangaben im In- und Ausland konfrontiert. Es
bestehe „dringender Handlungsbedarf für einen besseren Schutz der Marke
Schweiz“, wie das Unternehmen in einem im Tages-Anzeiger geschalteten
Inserat kommuniziert. Weitere Unternehmen sollten sich dem Kampf für
einen besseren Schutz der Marke Schweiz anschliessen. Auch die
Schweizer Industrie- und Handelskammer habe bereits Unterstützung
signalisiert, heisst es in einer Mitteilung.
Trybol hat sich für den Weg der Öffentlichkeit entschieden, da es mit
einer Klage und ebenfalls mit dem Rekurs bei der Lauterkeitskommission
abgeblitzt war. Die eingeklagten Produkte von Juvena wurden auf der
Pachungsbeilage die Bezeichnung „… of Switzerland“ verwenden, obwohl
die Produkte in Deutschland hergestellt werden. „Firmen, egal welcher
Branche, die durch den Missbrauch der Marke Schweiz und irreführende
Herkunftsangaben im In- und Ausland betroffen sind“, sollen sich nun
melden. Bereits habe das Inserat einige Reaktionen ausgelöst, heisst es
in einer Mitteilung der SDA. Da man auf gesetzgeberischer Ebene keinen
Handlungsbedarf sieht, will Trybol nun offensichtlich den Druck auf das
eidgenössische Institut für geistiges Eigentum und das Justiz- und
Polizeidepartement EJPD verstärken. Seitens EJPD hiess es laut SDA am
Donnerstag, dass Brundesrat Blocher alle Bestrebungen zum Schutz der
Herkunfsbezeichnungen begrüsse.

Regional TVs rüsten sich für Fussball-WM

Konstante Werbeblockwerte auf den am Tele News Combi TNC beteiligten Regionalsendern seien dank Toren im Stundentakt sicher.

Konstante Werbeblockwerte auf den am Tele
News Combi TNC beteiligten Sendern seien dank Toren im Stundentakt
sicher. Die Regionalsender wollen sich auch einen Teil von Werbekuchen
abschneiden und begleiten das sportliche Grossereignis mit Magazinen,
Übersichten und mit dem, was laut einer Mitteilung das Kerngeschäft des
Regionalfernsheens ist: „Nah dran sein an den Fans, und die Stimmung
ums Stadion und in den Städten einfangen“. Wie die
Werbevermarktungsfirma Radiotele am Donnerstag mitteilte, sei der grose
Trumpf dabei die Konstanz der Werbeblöcke. Die  Analyse der EM
2004 habe gezeigt, dass das durchschnittliche Blockrating während der
EM-Monate Juni und Juli 2004 nicht den geringsten Leistungsverlust zu
verzeichnen hatte. Die Werbetreibenden würden eine „sehr grosse Chance“
verpassen, wenn sie die Werbebudgets im Zeitraum der WM 2006
zurückfahren würde, heisst es in der Mitteilung weiter.

Alle Rechte den Verlagen?

Urheberrechte Internet und die Kooperation von Verlagen gefährden die Rechte der Journalisten an ihren Werken.

Urheberrechte Internet und die Kooperation von Verlagen gefährden die Rechte der Journalisten an ihren Werken. Die Südostschweiz Mediengruppe (SOM)
geriet jüngst ins Visier der Gewerkschaft Impressum. Grund war das
Kursieren eines Urheberrechtsvertrages. Freie Journalistinnen und
Journalisten sollten sämtliche Rechte an ihren Werken an die
Verlagsgruppe abtreten und auf jegliche Vergütungsansprüche verzichten.
Darüberhinaus wollte sich die SOM mit dem Vertrag auch das Recht auf
die Weitergabe der Werke an Dritte sichern. Für den freien Journalismus
im weitreichenden Einflussbereich des Monopolisten im Kanton Graubünden
hätte dies das sichere Aus bedeutet. Unterdessen entpuppte sich die
Angelegenheit als Sturm im Wasserglas – Grund für die Aufregung ist
gemäss den Verantwortlichen ein Missverständnis in der
Personalabteilung. Dort gerieten Vertragsinhalte für freie
Medienschaffende und fest angestellte Redaktorinnen und Redaktoren
gehörig durcheinander.
Klare Regelung fehlt
«Es war ein Fehler von uns», räumt Verleger Hanspeter Lebrument ein.
Südostschweiz-Chefredaktor Andrea Masüger spricht von einem «internen
Lapsus», wo Freie plötzlich der Aargauer Zeitung ihre Texte
unentgeltlich im Rahmen des gängig praktizierten 
Artikelaustausches hätten liefern sollen und umgekehrt Festangestellte
ihre Werke entsprechend hätten zweitverwerten dürfen. «Wir richten uns
grundsätzlich nach den Musterverträgen des Verbandes Schweizer Presse»,
erklärt Masüger. Was also innerhalb der zahlreichen Betriebe der SOM
(Bündner Tagblatt, Die Südostschweiz, Radio Grischa, TeleSüdostschweiz,
Radio Engiadina) – auch mehrfach – publiziert oder gesendet wird, gilt
als entschädigt. Bis dato hat es gemäss den
Südostschweiz-Verantwortlichen damit keine Probleme gegeben. Dennoch
fehlt eine klare Regelung. «Bisher haben wir den gesunden
Menschenverstand walten lassen», ein regelfreier Zustand also, der
nicht von Dauer sein könne, sagt Masüger. Es gehe darum, die gelebte
Praxis zur Absicherung der Mitarbeiter zu formulieren. Damit steht die
SOM nicht allein. Dieses Formulierungsdefizit ist weit verbreitet.
Heute ist es gang und gäbe, dass die Inhalte von Publikationen
praktisch automatisch auch auf den Internetseiten der Verlage
erscheinen. Mit dem Aufkommen neuer Internetangebote wie Weblogs und
Podcasts oder mobiler Kommunikation wird die Übersicht immer
schwieriger. «Viele Leute glauben, was auf dem Internet angeboten wird,
sei frei. Dem ist aber nicht so. Die Inhalte unterliegen
denselben  Nutzungsregeln wie in der reellen Welt», sagt
Medienrechtsexperte Franz A. Zölch.  

So treten Medienschaffende auch bei Ringier dem Verlag die Rechte an
ihren Werken für alle Ringiertitel ab – Internet eingeschlossen. «Das
ist Bestandteil der Verträge», sagt Mediensprecher Marco Castellaneta.
Eine Reihe von Verlagen, darunter Tamedia und Basler Zeitung, haben
jüngst ihre Vertragsvereinbarungen angepasst und fordern die umfassende
Abtretung der Urheberrechte mit geringen pauschalen Abgeltungsmodellen,
wie die Gewerkschaftszeitung Journalisten.ch in ihrer jüngsten Ausgabe
schreibt.

Globale Abgeltung kein Thema
Medienschaffende wehren sich kaum dagegen, da Internet bisher kein
einträgliches Businessmodell ist. Kostenpflichtige Webseiten sollen
lediglich verhindern, dass das Publikum Inhalte gratis im Web liest,
anstatt sie am Kiosk zu kaufen. «In dem Moment, wo das Haus Geld im
Internet verdient, muss auch der Journalist etwas davon bekommen», sagt
Hanspeter Lebrument. Doch der Verwaltungsaufwand lohne nicht, um die
Abgeltung für jeden Beitrag zu errechnen. «Es müsste verhältnismässig
und ein Geschäft sein», sagt Lebrument. Globale Abgeltungmodelle, wie
man sie beispielsweise von Pro Litteris kennt, sind jedoch derzeit kein
Thema. «Das wird sicher einmal kommen» meint Medienrechtsexperte Zölch.
Denn es sei immer noch besser, dem Urheber stehe etwas zu als gar
nichts, auch wenn das am Schluss nur wenig sei. Doch wie sollen die
Rechte an journalistischen Werken verbindlich geschützt werden? Im
Rahmen der Teilrevision des Urheberrechtsgesetzes hat der Bundesrat
jüngst signalisiert, dass er das Produzentenurheberrecht nicht ins
Gesetz aufnehmen will. Dies hätte die Rechte per Gesetz jenen
automatisch übertragen, welche das wirtschaftliche Risiko bei der
Veröffentlichung tragen. «Da hätte man das gesamte Urheberrecht
umkehren müssen, denn es ist allein auf den Urheber ausgerichtet, und
das ist gut so», sagt Zölch.
So ist denn auch nicht die Urheberrechtsfrage das alleinige Problem für
vor allem freie Medienschaffende, sondern die zunehmende Kooperation
der Verlagshäuser im redaktionellen Bereich sowie Käufe und Fusionen.
«Man will verlagsseitig sparen und arbeitet eng zusammen. So entstehen
praktisch identische Zeitungsseiten, die man ja dann nicht doppelt
bezahlen will», sagt Benjamin Geiger, Chefredaktor der
Zürichsee-Zeitung. Das trockne den Markt für freie Journalisten aus,
genauso wie Zeitungsfusionen. Denn wird der kleine Thalwiler Anzeiger
dereinst zur Zürichsee-Zeitung übergehen, dann ist es mit der jetzt
noch doppelten Honorierung der Artikel von Freien am linken
Zürichseeufer vorbei.

    

René Worni

Verlag Handelszeitung lanciert TopFinanzkombi

Die drei Finanzpublikationen des Verlags Handelszeitung, Schweizer Bank, Schweizer Versicherung und Private Banking können ab sofort im neuen nationalen TopFinanzkombi gebucht werden.

Die drei Finanzpublikationen des Verlags
Handelszeitung, Schweizer Bank, Schweizer Versicherung und Private
Banking können ab sofort im neuen nationalen TopFinanzkombi gebucht
werden. Damit werden mit einer gesamten Druckauflage von 34’000
Exemplaren die Leader und Top-Leader aus Bank, Finanz und Assekuranz in
einem höchst entscheidungswirksamen Umfeld direkt und ohne Streuverlust
erreicht, heisst es in der Mitteilung des Verlags. Neben der
Deutschschweiz ist im TopFinanzkombi dank Private Banking auch die
gleichzeitige Marktpräsenz im Westschweizer Markt ermöglicht.
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