„Wir treten nicht gegen 20 Minuten an“
Der künftige Chefredaktor von „heute“, Bernhard Weissberg, erklärt im Interview mit der Werbewoche, wie das neue Feierabendblatt positioniert wird.
Das Medienhaus Ringier gab am Dienstag bekannt, dass es noch vor dem Sommer eine Gratiszeitung mit dem Namen „heute“ lancieren will. Der künftige Chefredaktor, Bernhard Weissberg, erklärt im Interview mit der Werbewoche, wie das neue Feierabendblatt positioniert wird.WW: Mit 20 Minuten existiert bereits ein dominierender Erfolgstitel im Markt. Wie wollen Sie mit «heute» dagegenhalten?Bernhard Weissberg: Wir treten nicht gegen 20 Minuten an. 20 Minuten hat – wie Metro, die weltweit grösste Gratiszeitung – den Markt für Gratistitel geöffnet. Gratiszeitungen sind mittlerweile akzeptiert, auch in der Werbewirtschaft. Das ist entscheidend, sonst gäbe es 20 Minuten nicht. Die Frage war, welche Entwicklungsfelder es für uns gibt. Der klassische Weg wäre gewesen, auch eine Zeitung am Morgen zu bringen. Dann gäbe es einen Zeitungskrieg und so fort. Aber das nützt weder den Unternehmen, den Anzeigekunden, noch den Lesern. Es ist zudem nicht sonderlich kreativ, dasselbe auf den Markt zu bringen. WW: Die Gefahr ist ja, mit einem Gratisblatt den Blick zu konkurrenzieren. War das der Grund für den Entscheid Abendblatt?Bernhard Weissberg: Wir beschäftigen uns schon seit längerem mit der Frage, was im Gratiszeitungsmarkt passiert. Das muss man aus Unternehmersicht unabhängig betrachten können. Zudem muss man sich fragen, welche Entwicklungen auf die bezahlten Zeitungen, auf die Boulevardpresse zukommen. Wenn sich das ideal kombinieren lässt, dann umso besser. WW: Noch nicht lange her, hat Verleger Michael Ringier gesagt, journalistische Inhalte dürfen nicht gratis sein. Was geht Ihnen bei dieser Aussage durch den Kopf?Bernhard Weissberg: Als Journalist bin ich überzeugt, dass Inhalte einen gewissen Wert haben müssen. Auswechselbarer Inhalt hat keinen Wert. Da muss man unterscheiden. Es gibt aber gesellschaftliche Entwicklungen, die man zur Kenntnis nehmen und akzeptieren muss. Noch vor zehn Jahren meinten Werbekunden, der Leser müsse mehr bezahlen. Mittlerweile sehen die das wohl anders. Das ausführliche Interview lesen Sie am Donnerstag in der neuen Werbewoche.
Interview: René Worni
