Autor: admin
Der Traum vom idealen Werbeland
Das Communiqué zum Jahresmeeting 2006 des Schweizer Werbe-Auftraggeberverbandes (SWA) nimmt Bezug auf den Traum des SWA Präsidenten Gérard Stalder einer idealen Werbelandschaft für die Schweiz – für die Wirtschaft, die Werber und die Medien.
Neue VSE-Kommunikations- leiterin heisst Elisabeth Boner
Elisabeth Boner übernimmt per 1. Mai die Leitung der Kommunikationsabteilung beim Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen (VSE).
Peter P. Knobel präsidiert BPRA
Der Agentur-Inhaber Peter P. Knobel ersetzt Ulrich Bollmann als Präsident des Bundes der Public Relations Agenturen der Schweiz.
Bundesgericht rügt „Kassensturz“
Das Bundesgericht hat den Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen zu einem „Kassensturz“-Beitrag über MBA-Ausbildungen bestätigt.
Internette Dummheiten
Aufgefallen Markus Knöpfli über Websitebetreiber und ihre Vermarkter, die ohne mit der Wimper zu zucken das schaffen, was selbst Krähen nicht fertig bringen.
Werbung informiert. Oder zumindest erheitert. Dann kommt man nicht
umhin, sie zu mögen. Findet aber der Werbeblock kein Ende, oder
verstopft unnützes Papier den Briefkasten, ist Werbung störend. Das
gilt auch für Pop-ups auf dem Bildschirm. Niemand mag sie. Aber sie
liessen sich wenigstens per Knopfdruck wegklicken. Ja, liessen.
Vergangenheitsform. Denn eine neue Generation dieser Werbemittel legt
sich als Banner frech über die Website, raubt dem Betrachter die Sicht
und ist weder verschieb- noch sonst wie entfernbar.
Damit nicht genug: Neuerdings decken manche Banner gar andere Banner
ab. Eine Werbebotschaft überlagert die andere. Bahn frei für eine neue
Hackordnung im Internet. Nach dem Motto: Wer mehr bezahlt, darf dem
andern auf den Banner rücken. Oder so ähnlich. Was selbst Krähen nicht
fertig bringen, schaffen Websitebetreiber und ihre Vermarkter, ohne mit
der Wimper zu zucken. Doch das könnte ins Auge gehen. (mk)
Letzter Aufruf für New York Festivals
Die Eingabefrist für die New York Festivals of Advertising NYFA wurde bis zum 17. April 2006 verlängert.
Trimedia mit neuem Finanzchef
Josef Schmid übernimmt Anfang April die Funktion des CFO bei Trimedia Communications. Schmid wird als Mitglied des Managements das schweizweite Finance Department leiten.
Networking im Netz
Internet Die US-Marketingbranche entdeckt eine neue Internetspielfläche: Bei Teenagern beliebte Networkingsites wie Myspace.com verzeichnen mehr Zugriffe als Google.
Bereits 10 Prozent der Onlinewerbung wird auf Myspace.com platziert. Immerhin verzeichnete die Site im Januar 2006 nach Angaben des Messunternehmens Comscore Media Metrix 23 Millionen Pageviews, mehr als Unternehmen wie Microsoft (20 Mio.), AOL Time Warner (20 Mio.), eBay (11 Mio.) und Google (7,6 Mio.). Nur gerade Yahoo lag mit 34 Millionen Pageviews vor dem Newcomer für Teenager. Facebook.com lag mit 5 Millionen Pageviews auf Platz sieben.
Rupert Murdoch, der die Site Myspace.com im vergangenen Sommer in sein Medienimperium News Corporation eingegliedert hat, bewies mit der 580-Millionen-Dollar- Akquisition wieder einmal ein gutes Händchen. «Myspace.com wird in einem halben Jahr viel üppiger aussehen. Wir fangen demnächst mit Videos an», versprach er in einem Interview mit Newsweek. Bald auch ins Suchmaschinenbusiness wird Myspace.com einsteigen. «Wir wollen damit jede Art von Werber ansprechen – vom Tante-Emma-Laden bis hin zu den grössten Konzernen Amerikas.» Auch das Murdoch-Network Fox und den im September startenden Fox-Jugendkanal My Network kann Myspace.com dazu nutzen, um neue Shows zu promoten, wie es auch NBC bereits mit seiner Sitcom «The Office» getan hat.
Auch Viacom-CEO Tom Freston kündigte das Engagement des Konzerns in diesem Bereich an. «Alle wollen wissen, wie man damit Geld machen kann», sagte er in einem Interview mit Reuters. «Im Prinzip bitten wir die Leute, Werbung zwischen den Gesprächen der Leute zu schalten.»
John Page vom Jugend-Consulting-Unternehmen Yankelovich weist darauf hin, dass der Networkingaspekt des Internets zunehmend wichtiger wird. «Menschen wollen Kontakte knüpfen.» Marken, die diese Connection fördern, würden aus diesem Phänomen einen besonderen Vorteil ziehen: «Sie erreichen damit den ‹soft spot› der Nutzer.» Vor allem Produkte, über die sich Teenager gern mit ihren Freunden austauschen, könnten eine stärkere Bindung zu der Marke herstellen. Und um diese Bindung aufzubauen, muss man die Kids «mit jenen Mitteln bewaffnen, durch die sich die Marke weiterpredigen lässt» – Tools wie interaktive Funktionen oder elektronisches Spielzeug etwa.
Myspace.com war von seinen Gründern Tom Anderson und Chris DeWolfe ursprünglich dazu gedacht gewesen, jungen Musikern eine Präsentationsfläche im Internet zu geben. Es hat funktioniert. Tausende von Künstlern, von Superstar Madonna bis hin zum Möchtegern-Rocker, stellen inzwischen ihre Musik per MP3-File ins Internet, in der Hoffnung, auf diesem Weg zu Ruhm und Geld zu kommen.
Damit nicht genug. Im Dezember launchte Myspace.com ein Recordlabel, das Alben von Künstlern herausbringt, die durch die Website entdeckt wurden. Darüber hinaus soll es demnächst auch einen Myspace-Radiosender per Satellit geben, neue Handy-Features, mit denen die Nutzer sich mit der Website per Telefon einloggen können, und sogar Myspace-Filme. «Wir wollen eine Lifestylemarke sein», sagt DeWolfe.
Branchenbeobachter glauben, dass mit Social-Networking-Sites wie Myspace.com, Facebook.com oder Friendster.com eine neue Kultur geschaffen wird. Laut einer Studie des Pew-Internet-&-American-Life-Projekts nutzen 87 Prozent der amerikanischen Teenager das Internet, die Hälfte davon kreiert eigenen Onlinecontent: User Generated Content, im Fachjargon. Manche Nutzer glauben, damit ihr Leben verändert zu haben. «Vielen Dank, Tom», schreibt da etwa ein Teenager namens Swanna. «Bevor ich Myspace kannte, war ich nur ein Loser, der zu Hause rumsass und darauf wartete, dass das Telefon klingelt. Jetzt kann ich mit all meinen neuen Freunden ausgehen. I love you, Tom.»
Erfolg trotz PädophilenskandalIn die öffentliche Diskussion geriet Myspace.com
vor kurzem, als die Polizei im US-Bundesstaat Connecticut einen 21-jährigen Mann verhaftete, der verdächtigt wird, eine 14-Jährige vergewaltigt zu haben, die er durch die Website getroffen hatte. Auch in anderen Bundesstaaten sind Untersuchungen ähnlicher Fälle im Gange, was zahlreiche Schul- und Elternorganisationen veranlasst hat, Vorsorgemassnahmen für die Internetnutzung ihrer Kinder zu ergreifen. Die Myspace-Verantwortlichen versichern im Zusammenhang mit diesem Fall, dass sie alles tun würden, um gegen illegale und pornografische Postings vorzugehen. So gehen allein zwölf Myspace-Angestellte jeden Tag durch die Tausenden von Onlineseiten, um sie auf ihren Content hin zu überprüfen. Kindern unter 14 Jahren wird der Zugang verboten.Das Problem leuchtet vielen ein, ist jedoch schwer zu lösen. «In der Praxis ist die Gefahr, dass Pädophile durch Myspace.com tatsächlich Kontakt zu Kindern aufnehmen, gering», urteilt Alex Halavais, Informatikprofessor an der Universität in Buffalo. Und fügt hinzu: «Aber eine kleine Zahl ist schon genug, um eine moralische Panik auszulösen.» Obwohl auch die Werbeindustrie sich anfangs schockiert zeigte, hatte dies auf das Business der Site wenig Einfluss: 50 Millionen Jugendliche sind ein zu starkes Argument. «Diese Nutzer sind die besten Kunden, die die Unternehmen im Hinblick auf ihre Marke haben können», sagt Treffiletti. «Und zwar, weil sie durch die Werbung aktiv damit interagieren.»
Gerti Schön
PIN sorgt für Zündstoff
Marktforschung Igem und Publisuisse lancieren die Diskussion um die Freigabe der PIN-Daten neu.
Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft elektronische Medien
(Igem), präsentiert die TV-Vermarkterin Publisuisse eine Umfrage zur
Freigabe der so genannten PIN-Daten. TV-Vermarkter und -Anbieter sowie
Mediaagenturen seien gefragt worden, ob sie diese
«personenindividuellen Nutzungsdaten» aus der TV-Forschung wünschen und
was sie dafür zu zahlen bereit wären, sagt Igem-Geschäftsführer Ueli
Custer auf Anfrage. Zum Resultat machte er keine Angaben.
PIN-Daten sind das Rohmaterial aus der TV-Forschung: ein Mix aus den
soziodemografischen Angaben der Telecontrol-Panel-listen und den
sekundengenau erhobenen Nutzungsdaten. Auf diese Daten haben Agenturen
und TV-Anbieter bereits heute über Auswertungs- oder Planungstools der
SRG Zugriff. Allerdings sind die Daten dort nicht mehr im Rohzustand,
sondern vorsortiert und mit Werbeblockpreisen und Leistungsprognosen
angereichert. So ist zum Beispiel eine fixe Zahl von auswertbaren
Zielgruppen vorgegeben, es sind keine Sende-, nur Werbeblockratings
abrufbar, und das Zapp-Verhalten lässt sich kaum mehr verfolgen.
Wegen solcher Unschärfen verlangen vor allem international vernetzte
Mediaagenturen seit Jahren einen ungefilterten Zugriff auf die
PIN-Daten – wie im Ausland. Zudem könnten sie mit den Daten künftig
eigene Leistungsprognosen erstellen – eine zusätzliche
Profilierungsmöglichkeit im harten Wettbewerb.
Ein erster Einführungsvorschlag war aber vor fünf Jahren von der
Branche verworfen worden. Zu teuer, zu komplex, zu reglementiert, so
lautete die Kritik. Kleine Agenturen fürchteten zudem um ihre Existenz,
weil sie hohe Personal-, Ausbildungs- und EDV-Kosten auf sich zukommen
sahen. Den PIN-Daten wird deshalb ein «marktveränderndes Potenzial»
zugeschrieben. «An den Sorgen der kleinen Agenturen hat sich in den
letzten fünf Jahren wenig geändert», kommentiert denn auch
BSW-Geschäftsführer Walter Merz.
Wie die Umfrage auch ausfällt: Für Zündstoff ist gesorgt. Anzunehmen
ist, dass das Resultat den Ruf nach freien PIN-Daten wieder stärker
erschallen lässt, denn die internationale Vernetzung der Agenturen nahm
weiter zu, ebenso deren Profilierungsdruck. Die Umfrage der Publisuisse
wird darum wohl auf einen zweiten Einführungsvorschlag hinauslaufen,
wobei man den kleinen Agenturen mit Tools und punkto Kosten etwas
entgegenkommen wird.
Markus Knöpfli
Kommt jetzt der Werbefrühling?
Nach der jährlich durchgeführten Analyse „Werbetrends 2006“ der HandelsZeitung in der Schweizer Werbebranche ist die Stimmung unter den Agenturen und Werbeauftraggebern so gut wie schon lange nicht mehr.
Twin Towers von Einsiedeln
Kultur Claude Catskys Flyer fürs Einsiedler Welttheater 2007 hat in der Schweiz ein Riesentheater ausgelöst.
der Plakat- und Inseratekampagne – fürs Einsiedler Welttheater 2007 hat
in der Schweiz ein Riesentheater ausgelöst. Und das noch bevor die
Agentur mitteilen konnte, dass sie in der Welttheatergesellschaft
Einsiedeln einen neuen Auftraggeber gewonnen hatte. Nach einem Artikel
im Boten der Urschweiz berichteten auch «10vor10», 20 Minuten und die
SonntagsZeitung – die Catsky auf eine Linie mit Oliviero Toscani
stellte – über das Werbemotiv. Da sich auch die US-Botschaft
eingeschaltet hat, ist ein Ende des Medienechos noch nicht abzusehen.
