Versuch verlängert

Post Erst wollten Verleger und die Post den Presseverkauf an 33 ausgesuchten Poststellen bloss von Juni bis November 2005 ausprobieren, doch dann wurde der Versuch in aller Stille um vier Monate verlängert.

Post Erst wollten Verleger und die Post
den Presseverkauf an 33 ausgesuchten Poststellen bloss von Juni bis
November 2005 ausprobieren, doch dann wurde der Versuch in aller Stille
um vier Monate verlängert. Die Verlage wollten offenbar prüfen, ob sich
aus den ersten «Spontankäufen» eine Regelmässigkeit entwickelt. Ende
März läuft der Test nun aus, wie beide Seiten bestätigen. Danach wird
ausgewertet und über das weitere Vorgehen entschieden. Einen Vorteil
hat die Post: Ihre Scannerkassen rapportieren die Verkäufe
tagesaktuell. (mk)

Kampagne des Apotherverbandes will Kunden anlocken

Mit dem Claim "Ihre Apotheke. Der erste Schritt zur Besserung" will der Apothekerverband (SAV) die Apotheken als erste Anlaufstelle für Prävention, Früherkennung und die pharmazeutische Triage positionieren.

Mit dem Claim „Ihre Apotheke. Der erste Schritt zur Besserung“ will der Apothekerverband (SAV) die Apotheken als erste Anlaufstelle für Prävention, Früherkennung und die pharmazeutische Triage positionieren. Die Kampagne des SAV nimmt deshalb im Verlauf des Jahres 2006 typische Themen auf, bei denen der Gang zur Apotheke Vorteile bringe. Im März und April stehen als erstes die Themen Blasenschwäche und Migräne auf dem Programm, ansprechen will man vor allem die 400’000 bzw. 800’000 Betroffenen in der Schweiz.

Volkstribunal der Medien

Kolumne Das demonstrierfreudige Frankreich wartet vergebens auf eine Demo gegen das Fernsehen: Für Medienkritik gibt es kein Massenpublikum.

Kolumne Das demonstrierfreudige Frankreich
wartet vergebens auf eine Demo gegen das Fernsehen: Für Medienkritik gibt
es kein Massenpublikum. Es war an einem Mittwochnachmittag, und
alle waren live dabei. Angesagt war das Verhör eines Richters mit Namen
Fabrice Burgaud. Burgaud wird – nicht ganz zu Unrecht – für einen der
grössten Justizskandale der letzten Jahre verantwortlich gemacht. An
diesem Nachmittag im vergangenen Februar wurden neue Schamschwellen der Mediengesellschaft unterschritten: Eine neue Form von
Fernsehgericht wurde zum Volkstribunal – der mittelalterliche Pranger
ist dafür ein schwacher Vergleich.

Es geht um einen schlimmen Fall von Kinderschändung, der unter dem
Stichwort «Outreau» in die Annalen eingegangen ist. Outreau heisst das
nordfranzösische Örtchen, wo das Drama begann. Die Vorfälle ereigneten
sich im Herbst 2000 – im Anschluss an die Affäre des Kindermörders Marc
Dutroux. Diese hatte auch in Frankreich ein hysterisches Klima
geschaffen. Es bildete den Nährboden für den Justiz- und Medienskandal
Outreau.

Dass es damals tatsächlich zum sexuellen Missbrauch von Kindern
gekommen war, muss angesichts der Entwicklung seither mit aller
Deutlichkeit festgehalten werden. Involviert waren Eltern und Nachbarn:
Sie wurden verhaftet und sitzen im Gefängnis. Doch im Sog der Ermittlungen wurden zahlreiche unbescholtene Bürger
verhört und verhaftet. Im Prozess wurden mehr als ein Dutzend Personen
zu Gefängnisstrafen verurteilt – erst im Berufungsverfahren zwei Jahre
danach fiel die Anklage wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Eines der
Opfer hatte sich im Gefängnis umgebracht. Familien waren zerstört,
Existenzen vernichtet worden. Im letzten Dezember entschuldigten sich
Staatspräsident Chirac und der zuständige Minister bei den Opfern. Eine
erneute Welle der moralischen Empörung ging durchs Land. Nur hatte sie
jetzt eine andere Stossrichtung.

Angesichts der ungeheuerlichen Verurteilungen wurde eine
Parlamentarische Untersuchungskommission einberufen. Das
Parlamentsfernsehen durfte die Sitzungen ausnahmsweise übertragen. Doch
die Befragung der Opfer verlief so eindrücklich, dass sich auch die
Nachrichtenprogramme einschalteten und die Verhandlungen ausser
Programm live übertrugen. Die «Tagesschau» lieferte lange Berichte und
Sondersendungen. Es war die Stunde der Wahrheit. Endlich konnten die
unschuldig Verurteilten erzählen, welches Unrecht sie erlitten hatten.

Vergangenen Februar kam es zum Verhör des Richters Burgaud. Diesmal
waren TF 1 und alle anderen Sender schon eine Stunde vor Beginn dabei.
Bleich sass Burgaud zwischen seinen Anwälten. Die beklemmenden Bilder
vermittelten den Eindruck eines stalinistischen Schauprozesses. Es ging
um Sodomie und Fellatio, um die Erektionen eines Vaters und seines Sohnes. Doch mit dem Verhör des Richters
war der dramaturgische Höhepunkt erreicht. Seither interessiert sich
kaum jemand für die Arbeit der Parlamentarischen Untersuchungskommission. Seit Mitte März
durchleuchtet sie die Rolle der Medien. Die Reporter aus Paris und die
Lokalberichterstatter stehen mit erstaunlicher Offenheit Rede und
Antwort. Die Untersuchung produziert geradezu ein Lehrstück.

Man wusste, dass die Bereitschaft der Medien zur Selbstkritik nicht
grösser ist als jene der Justiz. Folgerichtig haben sie mit der Hatz
auf den Richter Burgaud von ihrer eigenen Mitverantwortung abgelenkt.
Immerhin erschienen in den seriösen Zeitungen auch fundierte Artikel,
die sich kritisch mit den Medien befassten. Doch neuere Fälle zeigen,
dass die Medien aus Outreau keinerlei Lehren gezogen haben.

Noch eine andere Einsicht drängt sich nach dem Fall Outreau auf: Für
Medienkritik gibt es kein Massenpublikum. Die Bürger gehen zwar gegen
die Regierung und auch gegen die Kirche auf die Strasse – erst recht
zur Bekämpfung der Päderastie. Doch die Zuschauer wollen offensichtlich
nicht wissen, wie sie manipuliert werden. Vor allem aber wollen sie
sich unter keinen Umständen ihre Genugtuung über ihre moralischen
Empörungsbekundungen miesmachen lassen. Auf eine Demo gegen das
Fernsehen wartet man indes selbst im demonstrierfreudigen Frankreich
noch immer.

> Jürg Altwegg ist Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen
Zeitung in Genf.

Dank Qualität zum Erfolg

ADC Sebastian Turner, Vorstandsvorsitzender und Chief Creative Director der Scholz-&- Friends-Gruppe, über die Flüchtigkeit von Erfolg.

ADC Sebastian Turner, Vorstandsvorsitzender und Chief Creative Director der Scholz-&- Friends-Gruppe, über die Flüchtigkeit von Erfolg.WW: Wie fühlt man sich als Kreativchef der Agentur mit den meisten ADC-Goldnägeln?
Sebastian Turner: Gut. Mir geht es aber auch ein wenig so wie Till Eulenspiegel. Der war immer froh, wenn er bergauf laufen musste, und – anders als alle anderen – wenn es leichter bergab ging, hat er
nicht so gelacht. Und zwar deswegen, weil er schon den nächsten Berg
sah. Wir freuen uns sehr, dass unsere Agentur so ausgezeichnet wurde.
Andererseits wird es nicht einfach, dagegen in der Zukunft nicht
abzufallen.

WW: Laut
Ihrem Geschäftsbericht hat die S&F-Gruppe im vergangenen Jahr über
200 neue Aufträge gewonnen. Das Potenzial für mehr Auszeichnungen ist
jedenfalls vorhanden.
Sebastian Turner: Das
stimmt. Etatgewinne sind für eine Agentur allerdings auch immer eine
Strapaze, weil sie während der Konkurrenzpräsentationszeit mit der
vorhandenen Besatzung arbeiten muss und bei einem Pitch-Gewinn erst mal
Personal gewinnen und integrieren muss. Man hat deshalb auch mehr
Gelegenheiten, Fehler zu machen.

WW: Im
Vergleich zu den erfolgreichen heimischen Agenturen nimmt sich eine
einzige Shortlist-Arbeit des Schweizer Büros am Schweizer ADC dürftig
aus.
Sebastian Turner: Als
ich das Scholz-&-Friends-Büro Dresden und später Berlin gegründet
habe, haben wir einige Jahre lang nicht einmal eine
Shortlist-Platzierung gewonnen. Man muss sich Zeit nehmen und
kontinuierlich auf Qualität achten – dann wird das auch. Unseren Erfolg
in dieser Saison haben wir genauso wenig geplant. Umso mehr können wir
uns jetzt darüber freuen. Und wenn wir vielleicht einmal nicht so toll
abschneiden, dann war es auch nicht geplant.

WW: Hingegen planen Sie, demnächst die S&F-Filiale in Zürich aufzustocken. Was können Sie uns jetzt schon darüber verraten?
Sebastian Turner: Nichts
mehr, als Sie offenbar bereits wissen. Wir haben es in Zürich – und
nicht nur dort – immer so gehandhabt, dass wir versuchen, erst die Eier
zu legen und dann zu gackern. Und wenn es so weit ist, werden wir auch
gackern.

WW: Glauben Sie, dass die ADC-Botschaft – kreative Werbung sei effizienter – von den Auftraggebern mittlerweile verstanden wurde?
Sebastian Turner:
Wir sind verblüfft, wie schnell und gut sich die Botschaft durchgesetzt
hat. Ich habe schon lange kein Statement mehr gehört, das sich gegen
Kreativität richtet. Es geht nicht mehr nur darum, ob kreativ oder
nicht, sondern darum, was ist kreativ? Auch wenn das nicht heisst, dass
überall, wo man Kreatives erreichen will, auch schon Kreatives erreicht
wird: Allein schon das Ziel gesetzt zu haben, ist bereits ein enormer
Schritt.

WW: Haben Sie dafür konkrete Beispiele?
Sebastian Turner: Heute
stellen sie sogar bei der Handelswerbung fest, dass sie in den letzten
Jahren einen qualitativen Sprung gemacht hat. Die Schweinebäuche werden
unterhaltsamer, geistreicher und liefern inzwischen sogar geflügelte
Worte wie «Geiz ist
geil».            
    

Interview: Luca Aloisi

Der Versuch der Pfründesicherung

Gastkommentar Der Verlegerverband lässt sich für Mitgliederinteressen einspannen, sagt Günter Heuberger.

Gastkommentar Der Verlegerverband lässt sich für Mitgliederinteressen einspannen, sagt Günter Heuberger.Der neueste Versuch des Verbands Schweizer
Presse, sich die eigenen Pfründen zu sichern und gleichzeitig das
einzige unabhängige Regionalfernsehen abzuschaffen, ist der bisher dreisteste. Das vorgestellte Papier würde
die regionalen Vormachtstellungen der Multimedia-Verleger zementieren,
und die Politik soll dies auch noch mit Gebührengeldern finanzieren.
Weil die Monopolverleger ahnen, dass dies nicht so einfach durchgehen
wird, wollen sie gleich einen Sockelbeitrag von 50 Prozent der Gebühren
für jeden Veranstalter. Der Service public hätte gerade noch einen
Anteil von 10 bis 20 Prozent (!). Ich frage mich, ob die Exponenten des
Verbands Schweizer Presse die Beratungen im Parlament zur Kenntnis
genommen haben. In mehreren Voten war das Unbehagen gegen die
Ausschüttung von Gebührengeldern an marktmächtige Verleger ein Thema.
Und bei den Versorgungsgebieten wurden die von den St. Gallern und
Schaffhausern bestellten Einzelanträge für kantonale Versorgungsgebiete
abgelehnt. Geradezu unappetitlich war, dass ein einst bei den
Schaffhauser Nachrichten arbeitender Ständerat den ominösen
Einzelantrag einbringen musste.

Das Papier des Verbands Schweizer Presse will durch die Neuaufteilung
der Versorgungsgebiete in der Ostschweiz das unabhängige Tele- Top zum
Verschwinden bringen, nachdem dies durch gewaltige Marketingmassnahmen
in den letzten Jahren nicht gelungen ist. Eine wissenschaftliche
Untersuchung hatte im Jahr 2001 unter anderem festgestellt, dass im St.
Galler Tagblatt für die eigenen elektronischen Medien Radio Aktuell und
TeleOstschweiz ein Werbedruck von 1,67 Mio. Franken erzeugt wurde. Eine
Zahl, die direkt hinter den beiden Grossverteilern Coop und Migros,
aber noch vor der Swisscom lag.

Bis heute haben TeleTop und Radio Top ihre Position ausbauen können.
Immer wieder gibt es aber Rückschläge, wenn Veranstalter mit unseren
Medien zusammenarbeiten wollen. Das St. Galler Tagblatt droht jeweils
direkt, dass man in diesem Fall eine andere Zeitung in der Region
suchen solle. Das neueste Papier der Schweizer Presse wirkt wenig
durchdacht. Ob es zum gewünschten Verschwinden des einzigen
verlagsunabhängigen Regionalfernsehens der Schweiz führen wird, ist
offen. Die Art und Weise, wie sich der Zeitungsverlegerverband in die
Teilinteressen einzelner Mitglieder einspannen lässt, wirft aber ein schales Licht auf
den Zustand einer Branche und deren Repräsentanten, die ja eigentlich
genug künftige gesamtstrategische Herausforderungen zu lösen hätten.

   Günter Heuberger ist Geschäftsführer TeleTop und Radio Top.

Digitalradio erhält eine zweite Plattform

Der Bundesrat will eine zweite digitale Plattform auf der Basis der digitalen Technologie T-DAB in der deutschen Schweiz schaffen, die primär privaten Anbietern neuer sprachregionaler Programme, aber auch der SRG SSR offen stehen soll.

Der Bundesrat will eine zweite digitale Plattform auf der Basis der digitalen Technologie T-DAB in der deutschen Schweiz schaffen, die primär privaten Anbietern neuer sprachregionaler Programme, aber auch der SRG SSR offen stehen soll. Die öffentliche Ausschreibung der Konzessionen wird voraussichtlich diesem Sommer stattfinden. Anschliessend ist der Ausbau einer zweiten digitalen Radioplattform auch in der Romandie und im Tessin vorgesehen. Die SRG SSR biete heute bereits ein erstes T-DAB-Programmbouquet in weiten Teilen der Schweiz an. Bezüglich der analogen Verbreitung der Radioprogramme per UKW vollzieht der bundesrat keinen radikalen Kurswechsel. Er ist der Ansicht, dass analoge Verbreitungstechnik über UKW auch in den kommenden Jahren vorherrschen wird. Eine tiefgreifende technische Umplanung lehnt er deshalb ab, da sie auch nur wenigen neuen Programmen platz machen würden. Mittelfristig beständen interessante Aussichten auf die Digitalisierung, heisst es im Communiqué. Der Bundesrat hat die Planungsbehörde dazu verpflichtet, alle Massnahmen zu unterlassen, die einen allfälligen späteren Technologiesprung beeinträchtigen könnten. Die Entscheide des Bundesrates stützten sich auf Studien und Analysen zur Zukunft der Radiolandschaft Schweiz sowie auf die Ergebnisse einer Bedürfnisabklärung, die das Bakom im vergangenen Jahr bei den Akteuren der Medienszene durchgeführt hatte. Der eingeschlagene Kurs würde von der überwiegenden Mehrheit der angehörten Kreise getragen, heisst es in der Mitteilung weiter.

PubliGroupe steigerte 2005 den Gewinn

Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr den Umsatz um 1,7 Prozent auf 2,015 Milliarden Franken erhöht. Das Nettoergebnis nahm dank gestiegener Finanzerträge um 21,3 Prozent auf 85 Millionen Franken zu.

Die PubliGroupe hat 2005 den Umsatz um 1,7 Prozent auf 2,015 Milliarden Franken erhöht. Die Umsatzzunahme ist laut Communiqué auf die neuen Aktivitäten von Cinecom im Bereich der elektronischen Medien und auf die seit dem 1. Januar 2005 verstärkte Zusammenarbeit zwischen PubliPresse und der Neuen Zürcher Zeitung zurückzuführen.  Das Nettoergebnis nahm dank gestiegener Finanzerträge um 21,3 Prozent auf 85 Millionen Franken zu. Das Betriebsergebnis (Ebit) betrug 72 Millionen Franken, was einer Abnahme um 5,3 Prozent entspricht. Wesentlicher Grund für den Rückgang ist der bedeutende Mitteleinsatz (ca. 12 Millionen Franken) für die Entwicklung der Gruppe in den Bereichen Online und elektronische Medien, wie das Unternehmen mitteilte.
Der Verwaltungsrat des Unternehmens beantragt der nächsten Generalversammlung eine Gesamtausschüttung an die Aktionäre von 11 Franken pro Aktie. Im Jahr 2004 hatte sie 9 Franken betragen. Die Ausschüttung an die Aktionäre beträgt insgesamt 26,2 Millionen Franken (+ 22 Prozent), beziehungsweise 36,5 Prozent des Nettoergebnisses.
In den verschiedenen Segmenten hat sich in Bezug auf das Betriebsergebnis der Bereich Publicitas Promotion Network (PPN), die internationale Vermarktung von Pressewerbung, am meisten gesteigert: Er legt ein Ebit-Wachstum um 117,9 Prozent auf 8 Millionen Franken vor. Der Umsatz nahm um 2 Prozent zu und liegt bei 345 Millionen Franken. PPN verzeichnete ein starkes Wachstum in Asien (+ 27,9 Prozent), während die Europaaktivitäten (- 0,1 Prozent) insgesamt stabil blieben. Das Geschäft in Amerika erlitt eine Umsatzeinbusse von insgesamt 24,3 Prozent.
Das Segment PubliPresse, das die Vermarktung des Werbeangebots der Schweizer Presse und ihrer Onlinedienste übernimmt, verbesserte den Umsatz um 1,5 Prozent auf 1’480 Millionen Franken. Die Umsatzsteigerung wird zurückgeführt auf die exklusive Zusammenarbeit mit NZZ und NZZ am Sonntag ab 1. Januar 2005. Das Betriebsergebnis sank um 8 Millionen auf 16 Millionen Franken. Der grösste Teil des EBIT-Rückgangs resultiere aus den rund 5 Millionen Franken, die in den Aufbau von Publiconnect investiert wurden. Belastend wirkte sich für PubliPresse der Rückgang der kommerziellen Werbung aus (- 2,8 Prozent), der durch die günstige Entwicklung bei den Stellenanzeigen (+ 14,2 Prozent) und der Immobilienwerbung (+ 5,1 Prozent) nur teilweise kompensiert werden konnte.
Der Bereich PubliDirect legte beim Ebit um 0,6 Prozent auf 52 Millionen Franken zu. Der Umsatz blieb ebenfalls stabil bei 133 Millionen Franken. Die gedruckten Telefonbücher verzeichneten leichte Einbussen, während sich der Absatz der Internetprodukte stark erhöhte. PubliDirect bereitet laut Communiqué auf April 2006 mit www.local.ch die Lancierung eines neuen Portals, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Lokalmärkte in der ganzen Schweiz, vor.
Das Segment „Geschäfte im Aufbau“ weist einen Umsatz von 68 Millionen Franken und einen Betriebsverlust von 5 Millionen Franken aus. Die Cinecom verzeichnete eine gute Entwicklung ihrer Werbevermarktung für das Fernsehen (+ 3 Prozent),  während der Kinobereich 10 Prozent verlor. Die Web2com AG, die am 1. Juli 2005 aus der Fusion von Publicitas Webservices und Publimedia Webadvertising hervorgegangen ist, kann einen Umsatz von 8 Millionen Franken (+ 10,5 Prozent) im Bereich der Werbevermarktung für Internetseiten und der Mobiltelefonie ausweisen. Die Consulting/E-Business-Firma namics erhöhte den Umsatz um 12,3 Prozent auf 20 Millionen Franken.

Young-Creative-Wettbewerb „Das kann nur ein Inserat“

Die Sieger der 2. Runde im Young-Creative-Wettbewerb "Das kann nur ein Inserat" stehen fest. Überzeugt hat der Vorschlag von Nik Hodel, das Stelleninserat zu verwenden, auf das sich Ingrid Deltenre beworben hat.

Die Sieger der 2. Runde im Young-Creative-Wettbewerb „Das kann nur ein Inserat“ stehen fest. In einer ersten Bewertungsrunde im Herbst 2005 waren aus 78 eingereichten Vorschlägen 12 Ideen für die Realisierung ausgewählt worden. Jetzt wurden die fertigen Inserate nochmals juriert und die besten Arbeiten erkoren. Nik Hodel hat mit seiner Idee die Jury überzeugt. Er verwendete die Stellenanzeige für die Nachfolge auf den Direktionsposten des Schweizer Fernsehens, die am 21./22. September 2002 tatsächlich erschienen ist, als Anzeige für die Aktion „Das kann nur ein Inserat“. Rang zwei belegt ein Bubenzimmer, dessen Wände mit Autoanzeigen tapeziert sind. Einsender sind Alain Szerdahelyi und Achim Kaufmann. Die drei Gewinner reisen vom 11. bis 13. Mai nach Berlin zum „Best YET“ (Best Young European Team), dem internationalen Pendant des Schweizer Young-Creative-Wettbewerbs.Die Sieger und FinalistenPlatz 1:

Hodel Nik – Fernsehdirektor/in gesuchtPlatz 2:

Kaufmann Achim + Szerdahelyi Alain – Inserate bringen Träume näherPlatz 3 bis 12 (ex aequo):

Bresch Corinne – Response und Sampling
Bresch Corinne – Nur ein Inserat kann an jede Destination mitgenommen werden
Lüscher Sylvie + Meyer Sabina – Nur ein Inserat bleibt lange mit dem Konsumenten in Kontakt
Hauser Isabelle + Günter Matthias – Ein Inserat hat als einziges Werbemedium ein frei wählbares Format
Tüscher Anne – Inserate lassen ihren Kunden die Zeit, die sie brauchen
Jungo Alexander + Parente Claudio – Nur ein Inserat kommt auch auf 56 x 30 mm noch gross raus
Oetterli Reto + Makarow Alischer – Ein Inserat wird in genussvollen Momenten gelesen
Oetterli Reto + Makarow Alischer – Ein Inserat war, ist und bleibt ein modernes  Kommunikationsmittel
Weber Yvonne + Sabo Rim – … dein lebenslanger Begleiter
Tuskanovic Stefanija +Böni Sabrina – Nur ein Inserat kann stundenlang unterhalten – Golfclub
Alle 12 Sujets werden bis September 2006 in über 120 Zeitungen der Schweiz sowie im Internet erscheinen. Danach findet die letzte und dritte Jurierungsrunde statt: durch die Leserinnen und Leser der Pressetitel. Der Publikumspreis wird am 9. Januar 2007 überreicht werden, an der Dreikönigstagung des Verbands Schweizer Presse.
Der Verband Schweizer Presse führt die Kampagne „Das kann nur ein inserat“ bereits zum vierten Mal durch. 2003 bis 2005 erschienen 34 Anzeigen von 34 namhaften Agenturen. Die Fortsetzung hat nun die Gestalt eines Wettbewerbs angenommen, der unter jungen Kreativen ausgeschrieben wurde.

Commpartners gewinnt zwei neue Mandate

Die St. Galler Werbeagentur Commpartners konnte Bucher Leichtbau und zudem Egeli Treuhand von ihren Leistungen überzeugen.

Die St. Galler Werbeagentur Commpartners hat sich im einem mehrstufigen Pitch Bucher Leichtbau als neuen Kunden geangelt. Für den Hersteller hochwertiger Luftfahrtausrüstung mit Sitz in Fällanden und Everett/USA werden die St. Galler einen neuen Marktauftritt konzipieren und realisieren und entsprechende Mittel der Marktbearbeitung umsetzen. Zudem hat die Egeli Treuhand Commpartners mit der Entwicklung und Realisierung eines neuen Marketingkonzepts betreut. Erste Resultate bei Bucher sind ab April 2006, bei Egeli ab Mitte Jahr zu sehen.

IPRA schreibt Golden Award aus

Die International Public Relations Association IPRA verleiht den Golden Award für herausragende Leistungen im Public Relations Bereich.

Die International Public Relations Association IPRA verleiht den Golden Award für herausragende Leistungen im Public Relations Bereich. Am Wettbewerb sind lokale, regionale, nationale oder internationale PR-Programme zugelassen. Einreichungen sind in zwanzig Kategorien möglich, die Disziplinen decken den gesamten Bereich der PR ab. Die Jury besteht aus internationalen PR-Practitioners. Eingabeschluss ist der 2. Mai 2006, die Gewinner werden im Juli benachrichtigt.

Gründung der IG Plakat/Raum/Gesellschaft

Am Mittwoch ist die Interessengemeinschaft Plakat/Raum/Gesellschaft (IG P/R/G) gegründet worden. Ihr Zweck ist es, die heute bestehenden Plakatflächen auf dem öffentlichem Grund in Stadt und Kanton Zürich zu reduzieren.

Am Mittwoch ist die Interssengemeinschaft Plakat/Raum/Gesellschaft (IG P/R/G) gegründet worden. Die Mitglieder wollen sich dafür einsetzen, dass die heute bestehenden Plakatflächen auf dem öffentlichem Grund in Stadt und Kanton Zürich reduziert werden. Initiator der Idee ist der 26-jährige Kommunikationsberater Christian Hänggi. Die IG möchte mit allen Beteiligten in Dialog treten, aber auch mit politischen Mitteln Druck erzeugen. Auslöser für die Gründung der IG war die Ankündigung des neuen Plakatierungskonzepts der Stadt Zürich, das eine Zunahme der Aussenwerbefläche um 15 Prozent vorsieht.

Der TV-Künstler

Felix Schenker will mit Art-TV eine kulturelle Alternative zum Mainstream-Fernsehen aufbauen.

Felix Schenker will mit Art-TV eine kulturelle Alternative zum Mainstream-Fernsehen aufbauen.Die Zahl tönt fantastisch, aber sie stimmt. Im Januar haben weltweit 496000 Kulturinteressierte im Internet den kleinen Zürcher
«Sender» www.art-tv.ch angeklickt. «Neuer Rekord!», meint Felix
Schenker. Der Gründer, Kopf und Macher für alles beim alternativen
Kulturkanal ortet den Grund für das grosse Interesse in einem Video mit
James Blond. Diesen Bericht vom Konzert hat Art-TV im Zürcher
Hallenstadion aufgenommen. «Seither sind wohl viele Fans weltweit über
Google auf unsere Website geleitet worden», glaubt Schenker. Dieses
zeitgemässe Hinführen der Interessierten aus aller Welt zur Zürcher
Kultur funktioniert auch, wenn Art-TV über die Ausstellung «The Gates»
von Christo berichtet. Mehr lokale Insider klicken sich ein, wenn ein
knapp zweiminütiger Szenenmitschnitt von «Julius Caesar» im Theater
Neumarkt aufgeschaltet wird. Schweizweit stösst Art-TV auf Interesse
zum Beispiel mit einem 4’1’’-Premierenbericht des Musicals «Aida» in
Basel oder 4’ vom Ballett «Les Noces» im Zürcher Opernhaus.

Rund 350 Interviews, Ausstellungsberichte oder Reportagen aus dem
Theater «lagern» zum Downloaden im Archiv von Art-TV. Und wöchentlich
kommen fünf neue dazu. Für diesen Content wirken rund zehn
Kulturschaffende auf freiwilliger Basis als VJ. «In ihrem Fachbereich
sind sie Profis. Als Filmer meistens Autodidakten», erklärt Schenker.
Inhalt ist bei Art-TV somit wichtiger als gekünstelte Bilder. Trotzdem
wirkt das Auftreten des Unternehmens sehr professionell. Soeben hat man
sogar der Basler Zeitung einen fixen Auftrag zum Covern der vom Staat
geförderten kulturellen Events in Basel weggeschnappt. In Verhandlungen
für eine regelmässige Korrespondenz gegen Honorar ist Art-TV auch mit
der Stadt Winterthur. Von dort kommt bereits der wichtigste Förderer,
die Volkart-Stiftung.

«Wir brauchen natürlich eine gesunde finanzielle Basis für Art-TV. Die
Grundidee darf aber nicht verraten werden. Wir wollen kein
kommerzielles Internetfernsehen werden», erklärt Schenker. Die in den
Anfängen vor drei Jahren gegründete Genossenschaft ist inzwischen in
einen Verein umgewandelt worden. Das erste kulturelle Internetfernsehen
der Schweiz ist in zwei kleinen Büros im Zürcher Kreis 4 installiert.
Mit den heutigen Möglichkeiten der Videotechnik mit Final-Cut-Pro auf
einem Laptop könnte Schenker sein Programm aber auch im Abteil eines
Zuges montieren und dann ins Netz stellen. So leicht wird man heute
Intendant. Aber natürlich ist die Entwicklung dazu auch bei Felix
Schenker nicht von Beginn weg online verlaufen.

Der Urner hat Soziologie, Psychologie und Publizistik studiert und ist
dann «sehr unverhofft» zur Kunst gekommen. Zwar hätten ihn schon
während der Mittelschule ein paar Kollegen gelegentlich ins Museum
geschleppt. Er fand das aber «eher öd im Zeitalter von MTV». Wieso 20
Minuten vor einem einzigen Bild verharren, wenn man im Fernsehen in der
gleichen Zeit 30000 Pictures reinziehen kann? Das fand Schenker
jedenfalls «näher bei seinen Interessen». Dass er dann trotzdem selber
mit Malen angefangen hat – und zwar mit Öl – ist einem Schulhausabwart
in den Urner Bergen zu verdanken. Dort unterrichtete der junge Wilde
als Werkstudent. In seiner Dienstwohnung durfte er aber keine Bilder
aufhängen. Damit herrschte in seinem Wohnraum eine Atmosphäre «cool wie
in einem Kühlschrank».

Um dem abhelfen zu können, kaufte Schenker bei seinem nächsten Besuch
im Unterland in einer Papeterie «alles zusammen, was an Farben zu
finden war». Seinen Gefühlen freien Lauf lassend, hat er im Kampf gegen
die Kälte diese Farben auf eine Leinwand geschmiert, liess die
Ergebnisse rahmen – und wurde umgehend entdeckt. Ein bekannter Sammler
hat die farbigen Werke beim Rahmenhändler gesehen und wollte sie
unbedingt haben. Bald darauf hat Aushilfslehrer Schenker an seiner
ersten Ausstellung Werke für einen halben Jahreslohn verkaufen können.
Weil ein namhafter Kurator bei der Vernissage meinte, Schenkers Bilder
kämen stilistisch etwa 50 Jahre zu spät, hat er in der Folge auf
Videoinstallationen gewechselt. Er durfte zusammen mit Roman Signer
oder Fischli Weiss ausstellen und führte – jetzt vollends im Art
Business – in Luzern zehn Jahre lang auch eine eigene Galerie.

In dieser Phase, wo er mit immer neuen Ideen versucht hat, Kunst zu
vermitteln, musste Schenker realisieren, wie wichtig bei seiner Arbeit
auch das Mitspielen der Medien ist. Aber: «Es ist unglaublich, wie viel
kulturellen Output wir haben und wie wenig das rezipiert wird.» Nur
zwei Ausstellungen habe er in seiner Zeit als Kurator ins Fernsehen
gebracht – für kaum wahrgenommene 20 Sekunden im «angesagt». Dabei sei
doch TV eigentlich «das ideale Medium für eine Kunstausstellung». –
Aber vielleicht zu wenig für interessante oder gar elitäre Nischen
geeignet. Und so ist die Idee zu Art-TV entstanden.

Das anfänglich noch technisch sehr abenteuerlich anmutende Experiment
sieht einer buchstäblich strahlenden Zukunft entgegen, wenn die
Übermittlungsmöglichkeiten für Internet immer raffinierter werden. Da
ist es gar kein Thema, dass Art-TV auch mit einer Konzession für einen
«richtigen Sender» liebäugeln könnte. «Unser Effort geht in die grosse
Klammer. Wir wollen die gemeinsame Internetplattform für die ganze
Kulturszene werden. Wer an Kultur und Video denkt, soll zuerst an
Art-TV denken.» Finanziell möglich machen wollen Schenker und sein Verein dieses
Projekt in Zukunft auch mit Werbung. Mit der immer professioneller
gewordenen Erfahrung soll zudem die Infrastruktur von Art-TV auch für
kommerzielle Dienstleistungen im Bereich Video und Web-TV angeboten
werden. Erste Kunden für Trailer sind das Zürcher Schauspielhaus oder
das Fredy Burger Management.

Andreas Panzeri

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