Die NZZ-Gruppe bezeichnet das Jahr 2005 als eines des Umbruchs und des Aufbruchs. Das finanzielle Ergebnis fiel mit mit einem Rückgang um 38 Prozent mit 13,6 Mio. Fr. Gewinn (2004: 21,8 Mio.) und einem konsolidierten Umsatz von 482,3 Mio. Franken (2004: 547 Mio.), was einem Rückgang von 12 Prozent bedeutet, bescheiden aus. Gewinn erwirtschafteten vor allem die Töchter LZ-Medien-Gruppe und Tagblatt-Medien. Die Neue Zürcher Zeitung AG, wo nochmals Anlaufkosten für die «NZZ am Sonntag» und die Online-Aktivitäten anfielen, konnte knapp noch nicht in die Gewinnzone geführt werden. Die Situation des Stammhauses habe sich gegenüber den beiden Vorjahren aber deutlich verbessert, heisst es im Communiqué. Hoffnung setzt die NZZ auf bereits getroffene und umgesetzte Massnahmen, zu denen auch eine Erneuerung des Erscheinungsbildes und der Präsentation der Inhalte der NZZ mit Blick auf neue Lesegewohnheiten gehören. Diese dürften ihre positive Wirkung im Betriebsergebnis 2006 zeitigen. Laut Antrag des Verwaltungsrates an die Generalversammlung vom 22. April sollen 1,2 Mio. zur Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 300 Fr. pro Aktie verwendet werden.
Weichenstellungen mit neuen Partnern2005 seien jedoch zahlreiche Weichenstellungen erfolgt, die mittelfristig Früchte tragen dürften, teilte die NZZ Gruppe Am Freitag abend mit. Dazu gehört die Partnerschaft mit der PubliGroupe: Seit dem 1. Januar 2005 wird die Vermarktung des Werberaumes in der NZZ und der «NZZ am Sonntag» unter dem Namen «NZZ Media» durch die Publicitas wahrgenommen. In Zusammenarbeit mit der PubliGroupe wurde der Ausbau des Regionalzeitungsbereichs vorangetrieben: Nachdem die NZZ-Gruppe über die Freie Presse Holding (FPH) von der PubliGroupe eine 20%-Beteiligung an der Zürichsee-Presse, Verlegerin der «Zürichsee-Zeitung», und eine 40%-Beteiligung an der Zürcher Unterland Medien AG, Herausgeberin des «Zürcher Unterländers», übernommen hatte, kaufte sie von einem privaten Vermögensverwalter 38% der Zürcher Oberland Medien AG, Herausgeberin des «Zürcher Oberländers». Im Zuge der Bildung der beiden Geschäftsbereiche NZZ und FPH wurden die Führung der Gruppe und die Geschäftsleitung der NZZ verselbstständigt und personell erneuert. Der Bereich Geschäftsdruck der NZZ-Gruppe mit den Tochtergesellschaften Zollikofer AG und NZZ Fretz AG ist in das Joint Venture Swiss Printers AG von NZZ-Gruppe (30% Aktienanteil) und Ringier (70%) eingebracht worden. Das Startjahr der Swiss Printers AG wurde durch die Restrukturierungsaufwendungen bei der Ringier Print Zofingen AG belastet.
Das Jahr der enttäuschten HoffnungenAuf dem Inseratemarkt habe sich 2005 als Jahr der enttäuschten Hoffnungen gezeigt, teilte die NZZ Gruppe weiter mit. Neben dem Rückgang im Anzeigengeschäft bei der «Neuen Zürcher Zeitung» (-5,2%), der «Neuen Luzerner Zeitung»(-6,5%) und dem «St.Galler Tagblatt» (-8,9%) hielten sich die «NZZ am Sonntag» und das «NZZ Folio» relativ gut. Bei allen Titeln, ausgenommen die «NZZ am Sonntag», die weiter zulegte, waren neben dem Rückgang im Anzeigengeschäft auch leicht schrumpfende Auflagezahlen zu verzeichnen. Dazu stünden in deutlich positivem Kontrast die Leserschaftszahlen, die auf eine vermehrte Beachtung der Produkte aus dem Hause NZZ hinwiesen. Die Zahlen der ersten beiden Monate des laufenden Jahres liessen jedoch auf einen leichten Aufwärtstrend im Inserategeschäft schliessen, teilte die NZZ Gruppe weiter mit. Nach einem Jahr des Umbruchs und des Aufbruchs sei die NZZ-Gruppe für die Bewältigung der künftigen Herausforderungen gut gerüstet.