Mehr Wissen für alle
Bücher Mit dem «Praxishandbuch Internationales Marketing» liegt ein Grundlagenwerk vor, das praktische Fragen aufarbeitet und beantwortet.
Internationales Marketing» liegt ein Grundlagenwerk vor, das praktische
Fragen aufarbeitet und beantwortet.Wie positioniert sich McDonald’s in Asien,
wie verkauft man als Schweizer Firma eine Tütensuppe in China? Diese
und ähnliche Fragen beschäftigen Vorstände internationaler
Konzerne täglich. In seinem Buch macht Herausgeber Thomas
Heilmann, Partner und Vorstandsvorsitzender der deutschen
Scholz-&-Friends-Gruppe, internationales, praxiserprobtes
Managementwissen systematisch zugänglich. In 37 Beiträgen präsentieren
Marketingverantwortliche Strategien von Consumer Research über
Produktentwicklung und internationale Kommunikation bis zum Brand
Building.
WW: Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem Grundlagenwerk gekommen?
Thomas Heilmann: Die Idee
ist mir bei meiner Arbeit und meiner Tätigkeit als Gastprofessor an der
Universität der Künste Berlin gekommen. Dort habe ich über
internationales Marketing mit den Studenten zusammengearbeitet. Dabei
mussten wir feststellen, dass in der Wissenschaft ein gesammeltes und
strukturiertes Werk zum internationalen Marketing noch nicht vorliegt.
WW: Gibt es einen gemeinsamen Nenner der 37 internationalen Fallstudien?
Heilmann: Ich
würde sie eher 37 Themen aus dem internationalen Marketing
nennen. Bei allen haben wir versucht, anhand anschaulicher Cases das
gegenwärtige Wissen aus der Praxis in Modellen zu abstrahieren und
Up-to-date-Regeln zu erarbeiten – zum Beispiel für ein international
bewährtes Kundenbindungs-Tool.
WW: Und welches war das innovativste Ergebnis der Arbeit?
Heilmann: Eine
unserer radikalen Thesen lautet, dass die vier absatzpolitischen
Marketinginstrumente auf internationaler Ebene eigentlich nur drei
sind. Dies, weil der Faktor Preispolitik tatsächlich als Teil der
Produktpositionierungsstrategie verstanden wird und als restriktiver
Faktor international gar nicht taugt. Viele Unternehmen gehen auch
nicht über eine definierte Preispolitik vor.
WW: Sie sprechen von «Selbstläufermarken» wie Marlboro oder Coca-Cola. Darf man jüngere Marken an solchen Ikonen überhaupt messen?
Heilmann: Es
geht nicht darum, ob man so gut wie diese Marken arbeitet. Man kann ja
keinem Markenverantwortlichen vorwerfen, dass sich ihm die singuläre
Ausgangsposition der genannten Marken nicht mehr bietet. Gerade weil er
diese Ausgangslage nicht mehr hat, weist sein Produkt typischerweise
unterschiedliche Positionierungen, Bekanntheitsgrade und Marktanteile
auf. Im globalisierten Wettbewerb erschwert das seine Arbeit objektiv.
Seine Marketingaktivitäten muss er deshalb nicht einfach intensivieren,
sondern intelligenter, präziser und ausgefeilter gestalten, um auf neue
Rahmenbedingungen wie abnehmende Bedeutung von klassische Medien,
wachsende Medienkonvergenz und vor allem besser informierte und
wählerische Konsumenten zu antworten. Hier setzt das Buch an – ohne
Anspruch auf abschliessende Vollständigkeit.
WW: Der Fokus liegt auf Luxusmarken. Sind Marken der tieferen Preissegmente uninteressant?
Heilmann: Der
erste Eindruck täuscht. Wir haben genauso McDonald’s, Ikea, Dove,
Zigarettenmarken oder O2 als günstigste Telekommunikationsmarke im
deutschen Markt dabei, sprich: wir haben auch sehr preisaggressive
Marken berücksichtigt. Da wir ein umfassendes Bild wiedergeben wollten,
decken wir von der Genussmittel- bis zur Dientsleistungsmarke wirklich
alles ab.
WW: Das Buch ist der erste Teil eines Projekts. Was kommt noch auf uns zu?
Heilmann: Wir
haben ein Marketingmanual online gestellt, hinter dem das Executive
Science Project, eine internationale Nonprofit-Organisation zur
Entwicklung von Managementwissen, steht. Mit Hilfe eines neuen Ansatzes
zur systematischen Abbildung von Kernkonzepten und Strategien erheben
wir Managementwissen dort, wo es täglich entwickelt und praktisch
überprüft wird. Zudem wird dieses Netzwerk die Themen intern
weiterdiskutieren. Dieses Konzept werden wir in Veranstaltungen – mit
ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch in der Schweiz – vorstellen.
Auch eine Fortsetzung des Buchs ist nicht
ausgeschlossen.
Interview: Luca Aloisi
