«Armin Walpen hat nie in die Forschung eingegriffen»

In der Werbewoche-Ausgabe Nr. 26 äusserte Guiseppe Scaglione starke Zweifel und Bedenken über die Radioforschung mittels Radiocontrol an. Manuel Dähler, Leiter des SRG-Forschungsdienst, konnte aus zeitlichen Gründen jedoch nicht dazu Stellung nehmen und stellte eine spätere Antwort in Aussicht. Hier ist die Antwort – in Form eines Interviews.

In der Werbewoche-Ausgabe Nr. 26 äusserte Guiseppe Scaglione starke Zweifel und Bedenken über die Radioforschung mittels Radiocontrol an. Manuel Dähler, Leiter des SRG-Forschungsdienst, konnte aus zeitlichen Gründen jedoch nicht dazu Stellung nehmen und stellte eine spätere Antwort in Aussicht. Hier ist die Antwort – in Form eines Interviews, das mit Manuel Dähler schriftlich geführt wurde.Radiocontrol (RC) gilt in der Schweiz als die Radiowährung, obwohl es das Radiohören ab Internet nicht erfasst. Müsste der SRG-Forschungsdienst nicht bei jeder RC-Publikation fairerweise klar darauf hinweisen, dass ein wachsender Teil der Radionutzung nicht erhoben ist?Manuel Dähler: Dass RC das Radiohören ab Internet heute noch nicht misst, ist klar und unbestritten. Sehr viel weniger klar ist, wie häufig und wie lange Radio heute über Internet genutzt wird, wie «gross» also der nicht erfasste Teil der Radionutzung ist. Über einen Monat kumulierte «Clients» oder «Visits» sind für einen Vergleich mit den Tagesreichweiten aus RC ungeeignet, weil sie nicht auf Personen basieren und auch nicht zwischen in- und ausländischen Zugriffen unterscheiden. Zudem schränken viele Radios die Nutzung über Internet ein, indem sie die Anzahl gleichzeitiger Zugriffe auf den Stream aus Kostengründen limitieren. Zuverlässigere Angaben werden wir erst aus NET-Metrix – der neuen Internetforschung – bekommen, welche die Nutzung von Radio- (und anderen) Streams auf Personenbasis misst.Auf den Reichweitenranglisten der MA Strategy 2005 und von RC 2005 ist in der jungen Zielgruppe kein Sender so unterschiedlich platziert wie Radio 105. Wie kommt das?Die MA Strategy weist keine Reichweiten aus, sondern den engeren Nutzerkreis (ENK). Sie vergleichen also Befragungsergebnisse («wie häufig hören Sie …») mit der technischen Messung, dies in unterschiedlichen Stichproben. Im Unterschied zur Messung können bei Befragungen auch das Image eines Senders oder die Bekanntheit aufgrund von Werbekampagnen eine Rolle spielen. Betrachtet über die Gesamtbevölkerung sind die Rangunterschiede gar nicht so gross, auch andere Radiostationen sind in der MA Strategy ähnlich anders platziert als bei RC. Die Beurteilung von Radio 105 ist aber schwierig, da in der MA Strategy kein anderer Zielgruppensender und auch kein anderes Kabelradio erfasst werden.Am 3. Februar 2004 fiel bei Radio 105 das Sendesignal vollständig aus. Trotzdem wies RC in dieser Zeit mehr Hörer aus als bei normalem Sendebetrieb. Dies stellt doch das ganze RC-System in Frage?Soweit ich weiss, dauerte der Senderausfall damals etwa eine Stunde. Leider wurde uns dieser Vorfall erst etwa nach einem Jahr mitgeteilt, was die Untersuchung praktisch verunmöglichte: Nach dieser langen Zeit konnten wir nicht mehr rekonstruieren, was während des Ausfalls wirklich zu hören war auf den Frequenzen von Radio 105. Auch Radio 105 konnte uns bis heute keine Aufzeichnungen zur Verfügung stellen.In den Wochen 11 und 12 dieses Jahres schnellte die Hördauer von Radio 105 in der Zielgruppe 35 bis 44 plötzlich von 5 Minuten auf 307 und 278 Minuten pro Tag. Wie ist das zu erklären?RC weist zwei Arten von Minuten aus: Gesamtnutzung in Minuten (total gehörte Minuten eines Radios geteilt durch alle Personen inkl. Nicht-Nutzer) oder Nutzung pro Hörer (total gehörte Minuten eines Radios geteilt durch alle Nutzer dieses Radios). Im 2005 liegen diese Werte für Radio 105 bei 0.2 Minuten Gesamtnutzung beziehungsweise bei gut 25 Minuten Nutzung pro Hörer. Es ist nun richtig, dass zwischen dem 23. und 29. März 2006 (Wochen 12 und 13) die Nutzung pro Hörer für Radio 105 deutlich über dem Schnitt lag (Die Gesamtnutzung stieg an einem Tag bis auf 1.2 Minuten). Diese Tage wurden deshalb auch speziell kontrolliert. Die hohen Werte sind auf eine Person zwischen 35 und 44 zurückzuführen, welche täglich längere Zeit Radio 105 hört. Die Uhr wird täglich während mindestens 13 Stunden getragen, die Nutzung von Radio 105 ist nicht en bloc sondern über den Tag verteilt und die Person hört auch andere Stationen (Basilisk, Radio Monte Carlo Suisse, SWR3). Es gibt keinen Grund, die Daten als ungültig oder manipuliert zu betrachten. Wir hatten wieder einmal einen echten Fan in der Messung, wie wir das für Radio 105 auch schon hatten: März 02, April 03, Oktober 03, März 04, Dezember 05 oder Februar 06. Das gehört zum Wesen der Stichprobe. Aussergewöhnlich bedeutet noch lange nicht falsch!Dass eine Uhr selbst bei einem sprachregional verbreiteten Sender derart viel Gewicht erhält, zeigt doch, dass die RC-Stichproben insbesondere für Spartensender zu klein und das RC-Panel somit nicht repräsentativ ist.Die Stichprobe ist so gross wie nie, das heisst, der Einfluss der einzelnen Person ist so tief wie nie: In der Deutschen Schweiz führten wir jährlich 9’800 Medienstudieninterviews durch. Heute geben wir wöchentlich 571 Uhren ab. Nach etwa 17 Wochen erreichen wir also gleich viele Personen wie früher in 52 Wochen. Wenn allerdings einzelne Tage betrachtet werden, sieht das anders aus. Für Spartensender, die nur einen Ausschnitt der Stichprobe betrachten, empfehlen wir Analysen über Quartals- und Semesterwerte. Bezüglich der «Repräsentativität» wäre eher zu fragen, ob der fleissige Radio 105-Hörer in eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe gehört: Ja, selbstverständlich! Aber da er ein «seltenes» Verhalten zeigt, eben nicht allzu häufig. Werden die Zahlen über ein Quartal ausgewertet, ist er einer unter Tausenden.Was sagen Sie zur These, wonach RC wegen dem Messinstrument Uhr und der Panelisten-Rekrutierung über Festnetztelefon primär die Radionutzung konservativer Bevölkerungsteile abbildet, kaum jedoch jene junger, progressiver Gesellschaftsgruppen.Die These ist nicht neu und schwierig zu beweisen. Soziodemografische Merkmale (Alter, Geschlecht, Bildung, Einkommen, Beruf usw.) werden zwar systematisch kontrolliert, sind aber schlecht geeignet, Progressivität abzubilden. Anhand der EuroSocioStyles konnten wir aber zeigen, dass das RC-Panel deutlich progressiver ist als das Telecontrol-Panel (TV-Forschung). Die Hauptschwierigkeit bei diesen Vergleichen liegt in fehlenden bevölkerungsrepräsentativen Angaben. Und in schwierigen Definitionen: Welche Kriterien kennzeichnen beispielsweise einen Hiphopper? Zudem sei hier eine kritische Rückfrage erlaubt: Ist es für einen Hiphopper tatsächlich cooler, telefonisch MA Strategy-Fragen zu beantworten? 2004 geschah, was nie hätte passieren dürfen: SRG-Chef Armin Walpen griff zugunsten von Radio Grischa in die Forschung ein. Das weckt auch heute noch Misstrauen. Warum haben Sie diese Vorgänge nie offensiver kommuniziert oder erklärt, wie Grischas Problem schliesslich «gelöst» wurde? Und was war anders als bei jenen andern Radios, die nach dem Aufstocken des Panels ebenfalls deutlich tiefere Werte auswiesen, aber ihre Daten nicht blockieren konnten?Hier muss ich Sie korrigieren: Armin Walpen hat nie in die Forschung eingegriffen. Er hat verlangt, dass die Daten den Kunden bekannt gemacht werden, bevor sie für die Allgemeinheit freigegeben werden. Bevor die Daten freigegeben wurden, fanden deshalb Gespräche mit allen Radios statt, deren Werte grössere Veränderungen erfuhren. Die Zustimmung zur Datenfreigabe erfolgte durch die einzelnen Stationen. Grischa, das durch den Fehler die grössten Korrekturen nach unten erfuhr, stimmte einer Öffnung der Daten im Reporter sehr viel später zu als die anderen. Im Planungstool für die Radiowerbung waren die Daten von Grischa allerdings immer verfügbar. Für die Korrektur des Fehlers und die anschliessende Kontrolle vor der Wiederfreigabe der Daten wurden sowohl die User Commission selbst als auch durch die User Commission bezeichnete externe Experten sowie die MWKK beigezogen, sie alle haben die Freigabe empfohlen. Die Verantwortung für die Freigabe nach der Korrektur aber lag letztlich bei mir und ich garantiere, dass an den Zahlen von Grischa oder anderen Radios nicht manipuliert wurde. Und wer die Daten analysiert, sieht, dass hier nichts «gelöst» wurde. Markus Knöpfli

Go füttert Studenten mit Werbe-Paket

Die Beratungs-Agentur Go Uni-Werbung bietet Unternehmen mit der neuen Dienstleistung „Scroggin – Swiss Student Pack“ die Möglichkeit, ihre Produkte an Studierende zu bringen.

Die Beratungs-Agentur Go Uni-Werbung bietet Unternehmen mit der neuen Dienstleistung „Scroggin – Swiss Student Pack“ die Möglichkeit, ihre Produkte an Studierende zu bringen. Erstmals erfolgt der Versand im November 2006 und soll 10’000 Studierende erreichen, die sich auf der Website registriert haben. „Wir haben mit Scroggin eine Alternative zu Samplings an Hochschulen gefunden“, erklärt Erik Streller-Shen, Geschäftsführer von Go Uni-Werbung, die Idee gegenüber der Werbewoche. Da Samplings viel Abfall produzieren, sei es oft schwierig, Bewilligungen für Verteilaktionen zu erhalten. Mit dem Studenten-Paket kann dieses Hürde nun umgangen werde. Inhalt des Werbeversands können Warenproben, Werbegeschenke sowie Infobroschüren sein. Scroggin – das Wort kommt aus Neuseeland und bedeutet Studentenfutter – kann eine attraktive Zielgruppe zwischen 18 und 26 Jahren erreichen, heisst es in einem Communiqué. Zudem können Unternehmen ab November auf der Website auch über weitere Produkte, Dienstleistungen sowie Karrieremöglichkeiten informieren. Vervollständigt wird die Angebots-Palette durch Kurzeinträge im Newsletter und Banner-Impressionen. Go Uni-Werbung ist ein Beratungsunternehmen, das sich auf Werbung an Universitäten und Fachhochschulen in Europa spezialisiert hat. Gestartet wurde 1989 in der Schweiz. Unterdessen führt die Agentur an den meisten der über 3600 europäischen Universitäten und Fachhochschulen Hochschulwerbung durch.

Contexta holt Daniel Müller an Bord

Die Berner Agentur baut die Kreation mit dem Texter/Konzepter Daniel Müller aus.


Die Berner Agentur Contexta baut die Kreation mit Daniel Müller aus. Der Texter/Konzepter bringt 15 Jahre Erfahrung ins Mattequartier – insbesondere in der Konzeption von Kampagnen für Printmedien, Konsumgüter und Abstimmungsvorlagen. Der studierte Germanist und Kunsthistoriker arbeitete während den letzten beiden Jahren bei Strahm Müller Werbung für das Avanti-Nein-Komitee, Greenpeace und das NZZ Ticket. Zuvor war er bei GGK Zürich und Basel, Wirz sowie Guye Benker tätig.

ADC of Europe mit vier Schweizer Juroren

Die Jurierung des ADC of Europe (ADC*E) findet am kommenden Wochenende in Barcelona statt. Die Schweiz ist gleich mit vier Juroren mit dabei.

Die Jurierung des ADC of Europe (ADC*E) findet am kommenden Wochenende in Barcelona statt. Die Schweiz ist gleich mit vier Juroren mit dabei: Martin Spillmann als ADC*E Board Member und designierter Präsident des ADC*E, Lukas Frei, Mark Stahel und Pius Walker. Nächsten Montag werden die Resultate der grössten, nicht-kommerziellen Werbe-Jurierung Europas bekannt gegeben.

USA: TV-Werbung hat die Nase vorn

Die US-Werbewirtschaft investierte 2005 mit 26,7 Milliarden Dollar am meisten in die TV-Werbung der klassischen Fernseh-Unternehmen.


Die US-Werbewirtschaft investierte 2005 26,7 Milliarden Dollar in die TV-Werbung der klassischen Fernseh-Unternehmen. Das bedeutet gegenüber 2004 eine Zunahme von 1,9 Prozent sowie einen Anteil am Gesamtmarkt von 9,9 Prozent, schreibt Horizont.at. Danach folgen Tageszeitungen und Zeitungen mit einem Gesamtanteil von 25,16 Milliarden Dollar (9,4%) und die Magazine mit 23,22 Milliarden (8,6%). Diese Mediengattung hat im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 7,3 Prozent erzielt. Auf Spot-TV entfallen 17,12 Milliarden US-Dollar, gefolgt von den Kabel-TV-Netzwerken mit 16,45 Milliarden sowie dem Internet mit 8,3 Milliarden. Die Werbeinvestitionen für die lokalen Radiostationen beliefen sich auf 7,4 Milliarden Dollar, diejenigen für die Fachpresse auf 5 Milliarden. Am Schluss der Liste stehen Syndicated TV (4,22 Mrd.), Outdoor (3,53 Mrd.) und die national erscheinenden Zeitungen (3,47 Mrd.).

DJ Radio erneuert Konzessionsgesuch

Der Internetsender und Favorit für das Zürcher Jugendradio DJ Radio will sein Konzessionsgesuch erneuern, um es dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) erneut zuzustellen.

Der Internetsender und Favorit für das Zürcher Jugendradio DJ Radio will sein Konzessionsgesuch erneuern, um es dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) erneut zuzustellen. DJ Radio möchte nicht nur Online, sondern auch via UKW empfangen werden können.
«Alle im Team wollen diese Konzession erneut erhalten. Viele können nicht verstehen, wieso wir noch nicht on Air sind. Wir blicken in eine starke Radiozukunft und wollen endlich starten», wird Geschäftsführer Egon Blatter in einer Medienmitteilung zitiert. Das Team arbeite hart, um dem Bakom seine Stärken im Konzessionsgesuch erneut aufzuzeigen.
Neu im Team von DJ Radio befindet sich Jürgen Maier. Der Besitzer eines Exexcutive MBA ergänze das Team durch seine langjährige Erfahrung als Produkt- und Projektmanager bei führenden Schweizer Unternehmen. Der bisherige Marketingleiter Oliver Flückiger verlässt DJ Radio, um sich seinem Studium zu widmen.
Weiter kündigt DJ Radio an, es dem Sender die Ausbildung junger Nachwuchskräfte sein starkes Anliegen ist. Zusammen mit Ausbildungspartnern soll ein Beitrag zur Professionalisierung des Radiojournalismus in der Schweiz geleistet werden. Das Konzessionsgesuch wurde entsprechend angepasst.

AY&R verabschiedet Milch-Kuh Lovely

Die Zusammenarbeit zwischen Advico Young & Rubicam und dem Verband der Schweizer Milchproduzenten geht zu Ende.

Die Zusammenarbeit zwischen Advico Young
& Rubicam (AY&R) und dem Verband der Schweizer Milchproduzenten
(SMP) geht zu Ende. Damit verschwindet auch Lovely – die Kuh, die
tanzt, Fussball spielt und über Skischanzen springt. Bei SMP wolle man
„den Markt nach anderen Ideen ausloten“, heisst es in einer Mitteilung.
Dafür lädt der Verband zum Pitch. Laut AY&R wird dieser ohne
ersichtlichen Grund veranstaltet, die Kreativität der Agentur habe zu
keinem Zeitpunkt Anlass dazu gegeben. Daher verzichten die Gockhausner
auf eine Pitch-Teilnahme. Lovely hat das Publikum während 14 Jahren
unterhalten sowie zahlreiche internationale und nationale Preise
gewonnen; unter anderem Gold in Cannes, beim ADC Schweiz und Effie
Schweiz. Dank der Print-Kampagne «Milch gibt starke Knochen» wissen
heute 93% der Schweizer, dass Milch ein wichtiger Calciumlieferant ist.

Werber Harbeke kommuniziert für x-hoch-Herz

Migros-Kulturprozent möchte mit dem Wettbewerb x-hoch-Herz die Freiwilligenarbeit unter Jugendlichen fördern.

Gemäss Bundesamt für Statistik leisten 15 bis 24-Jährige mit Abstand am wenigsten Freiwilligenarbeit. Um das zu ändern, startet Migros-Kulturprozent den Wettbewerb x-hoch-Herz für Schulklassen. Die Zürcher Agentur Weber Harbeke hat die Website gestaltet und  begleitet den Wettbewerb ab sofort mit Werbemitteln wie Flyern, Postkarten und Infobroschüren. Gesucht werden Projekte aus der 1. bis 9. Schulstufe mit sozialem, ökologischen oder karitativen Charakter, die Einzelpersonen, Gemeinden oder gemeinnützigen Organisationen zu Gute kommen. Einsendeschluss ist der 16. Februar 2007. Mit dem x-hoch-herz möchte das Migros-Kulturprozent Schulprojekte im Freiwilligenbereich anregen und gleichzeitig auf das pädagogische Programm Service Learning hinweisen, heisst es auf der Website. Das Lern- und Lehrkonzept geht von der Überzeugung aus, dass Freiwilligenarbeit in der Gemeinschaft unabdingbar ist für die gesellschaftliche Entwicklung.

Drohende Werbeverbote gefährden die Werbeindustrie

Am 24. September stimmt Baselland über ein Werbeverbot für Tabak und Alkohol ab. Sagen die Basler ja, könnte eine Verbotswelle durch die Schweiz schwappen.

Am 24. September stimmt Baselland über ein Werbeverbot für Tabak und Alkohol ab. Sagen die Basler ja, werde eine Verbotswelle durch die Schweiz schwappen, prognostiziert die Wirtschaftszeitung «Cash» in ihrer aktuellen Ausgabe. Zurzeit beraten zwei Drittel der Kantone über eine Verbotsvorlage – wenn sie eine solche nicht schon bereits umgesetzt haben. Derweil bezeichnen Wirtschaftsverbände und die Werbeindustrie die Verbote als Einschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit, auch befürchten sie, dass ein Ja weitere Massnahmen wie ein Werbeverbot für Fastfood nach sich ziehen könnte. In Basel ist zurzeit die «Allianz gegen Werbeverbote» mit einem Abstimmungskampf aktiv. Mit dabei ist auch die Plakatgesellschaft APG, die jährlich mit Tabakwerbung einen Umsatz von 20 Millionen Franken erzielt. Gar nicht begeistert von allfälligen Werbeverboten sind auch Werber wie Frank Bodin, Martin Spillmann und Bernhard Abegglen, die Aufträge für Plakatkampagnen, Kinospots oder Sponsorenauftritte gefährdet sehen. Doch auch ohne Verbote befinden sich Alkohol- und Tabakwerbung auf dem Sinkflug. 70,8 Millionen Franken gab die Tabakindustrie für Werbung in der Schweiz im Jahre 2000 aus. 2005 waren es gerade noch 49,9 Millionen. Für Alkoholwerbung wurde 2002 noch 57,7 Millionen investiert, 2005 sank die Zahl auf 31,2 Millionen Franken. Wie Abegglen von der Berner Agentur Contexta ausführt, gebe es jedoch «Schleichwege» für die Werbung im Internet, mit welchen allfällige Werbeverbote umgangen werden können: So zum Beispiel Online-Games, die gesponsert sind, ohne einen Markenname – der aber durchaus spürbar ist – zu erwähnen.  
Der Dachverband Schweizer Werbung verkündet unterdessen den Slogan «Abgewürgt! Ausgetourt! Abgeblasen!» und setzt damit bei Veranstaltungen im Sport und der Musik an, welche ohne Tabak- und Alkoholwerbung kaum existieren könnten. In einigen Kantonen sind sich die Politiker der Problematik jedoch bewusst, schreibt «Cash». Im Kanton Bern soll auch in Zukunft Werbung für Alkohol mit weniger als 15 Volumenprozent an Kultur- und Sportanlässen möglich sein. Im Bündnerland ist die Alkoholwerbung sogar erst ab 20 Volumenprozent verboten – aus Rücksicht auf lokale Bierbrauer und Weinbauern.
Laut einer Studie des Bundesamts für Gesundheit begrüsst zurzeit die Mehrheit der 14- bis 65-jährigen Schweizer (67%) Werbeverbote für Tabak. 1993 hatte das Volk Werbeverbote für Alkohol- und Tabak im Rahmen der Zwillingsinitiative mit einem Nein-Anteil von je über 75 Prozent abgelehnt.

Tamedia bald ohne Franziska Hügli

Wie das Zürcher Verlagshaus am Donnerstag mitteilte, wird die Leiterin Personalmanagement und Unternehmenskommunikation, Franziaka Hügli, Tamedia im Herbst verlassen.

Wie das Zürcher Verlagshaus am Donnerstag mitteilte, wird die Leiterin Personalmanagement und Unternehmenskommunikation, Franziaka Hügli, Tamedia im Herbst verlassen. Der Grund: Hügli habe sich nach 14 Jahren ununterbrochener Tätigkeit in der Medienbranche entschieden, im Herbst eine Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Über die Nachfolge der beiden neu zu besetzenden Positionen will der Verlag zu gegebener Zeit informieren.

SF zwei meldet Rekordmarktanteile im Juni

Der Fussball-WM sei Dank: Das Schweizer Fernsehen (SF) erreichte im Juni 2006 einen Marktanteil von 42.5 Prozent und steigerte sich gegenüber Vorjahr um 10.5 Prozent. SF zwei erzielte im Juni sogar die höchsten Werte seit der Einführung des zweiten Sendekanals.

Der Fussball-WM sei Dank: Das Schweizer Fernsehen (SF) erreichte im Juni 2006 einen Marktanteil von 42.5 Prozent und steigerte sich gegenüber Vorjahr um 10.5 Prozent. SF zwei erzielte im Juni sogar die höchsten Werte seit der Einführung des zweiten Sendekanals.
Wie das Schweizer Fernsehen in einem Communiqué mitteilte, erreichte SF von Januar bis Juni 2006 einen Jahresmittelwert von 36.5 Prozentpunkten, was einer Zunahme von 3.1 Prozentpunkten gegenüber dem Jahresmittelwert 2005 entspricht. Während SF im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 33.4 Prozent erreichte, liegt der Wert in den Monaten Januar bis Juni 2006 bei 36.5 Prozent. Auch hier liegt SF in allen Zeitabschnitten im Plus. Am grössten ist die Zunahme am Vorabend (plus 7.6 Prozent gegenüber dem Jahresmittelwert 2006).

Vor allem SF zwei profitierte vom sportlichen Grossanlass Fussball-Weltmeisterschaft. Doch konnte das Schweizer Fernsehen im Monat Juni generell zusätzlich Zuschauer gewinnen. Alle SF-Sender zusammen genommen (SF 1, SF zwei, SF info) legten in allen Zeitabschnitten gegenüber dem Vorjahresmonat klar zu. Am deutlichsten ist die Zunahme am Vorabend mit 16.9, am Spätabend mit 14.1 und am Hauptabend mit 8.8 Prozentpunkten.
Betrachtet man nur SF zwei, waren die Marktanteile seit der Einführung des zweiten noch nie so hoch. Im Ganztagesschnitt betrugen sie nicht weniger als 22.7 Prozent (plus 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat). Höchstwerte erzielte SF zwei im Juni 2006 ebenfalls am Vorabend (26.9 Prozent), am Hauptabend (25.1 Prozent) und am Spätabend (27.4 Prozent).

Radio Liechtenstein ist nicht mehr führungslos

Martin Frommelt heisst der neue Chefredaktor des Radio Liechtenstein. Frommelt tritt seine neue Aufgabe Anfang September an und wird gleichzeitig auch das vakante Amt des stellvertretenden Intendanten übernehmen.

Martin Frommelt heisst der neue Chefredaktor des Radio Liechtenstein. Frommelt tritt seine neue Aufgabe Anfang September an und wird gleichzeitig auch das vakante Amt des stellvertretenden Intendanten übernehmen. Wie der Verwaltungsrat am Donnerstag mitteilte, werden Optimierungen im Programm angestrebt. Der neue Chefredaktor werde die Neuausrichtung federführend mitgestalten. Frommelt ist derzeit Chefredaktor des Liechtensteiner Volksblatts und verfügt über ausgewiesene Qualifikationen im Medienbereich und Erfahrung als Radiojournalist.
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