International An der Fussball-WM hat Puma
die meisten Teams gesponsert. Dabei stand die Marke 1993 vor dem Ruin.
Wie es Puma wieder zu Markenbegehrtheit schaffte, hat
Unternehmenssprecher Ulf Santjer im «Praxishandbuch Internationales
Marketing» beschrieben. Vor dem Hintergrund eines härteren und globaleren Wettbewerbs ist das
Markenmanagement gezwungen, auf die zunehmende qualitative
Austauschbarkeit von Produkten zu reagieren, die bei den Verbrauchern
die Differenzierungsfähigkeit vermindert. Um die Wahrnehmung der
Konsumenten zu gewinnen, hilft die Umsetzung eines Konzeptes zur
Markenkommunikation, das konsequente Investitionen in die Steigerung
der Markenbegehrtheit fordert.
Vier Aufbauschritte
Zu den massgeblichen Voraussetzungen gehören: langfristige
Markenstrategie, Kreativität, innovative Markenkommunikation,
Designorientiertheit, eine selektive Distribution sowie klare
Markenbotschaften.
In der Praxis sind die wichtigsten Faktoren zur Schaffung von
Markenbegehrtheit eng mit der gesamten Unternehmensentwicklung
verbunden. In einer ersten Phase schafft eine umfassende
Restrukturierung aller Unternehmensbereiche die Grundlage für den
Aufbau von Markenbegehrtheit. Für den angestrebten Marken-Turnaround
sind in einem zweiten Schritt Investitionen in die Marke notwendig. In
einer dritten Phase muss das strategische Ziel verfolgt werden, die
Begehrtheit der Marke weiter zu steigern und in Gewinn bringendes
Wachstum umzuwandeln. In einem vierten, auf Expansion ausgerichteten
Schritt sind Investitionen in die Marke notwendig, die darauf abzielen,
neue Umsatzpotenziale zu erschliessen. Im Mittelpunkt aller
Entwicklungsphasen, die für die Markenbegehrtheit entscheidend sind,
steht immer eine unverwechselbare und innovative Markenkommunikation.
Zur Schaffung von Markenbegehrtheit ist ein Managementprozess
notwendig, der die Planung, Koordination und Kontrolle einer Vielzahl
von langfristigen Marketingmassnahmen umfasst. Elemente dieser
strategischen Markenentwicklung sind ein gezielter Markenaufbau,
fortwährende Markenpflege und ein effektiver Markenartikelvertrieb. Die
Grundlage für eine erfolgreiche Markenpositionierung ist eine
Strategie, die mit einem innovativen Marketing-Mix für eine emotionale
Aufladung sorgt und damit langfristig die Begehrtheit der Marke stärkt.
Begehrtheit der Marke
Die Begehrtheit einer Marke steht in ständigem Wechselspiel mit Trends
und Veränderungen im Markt und Wettbewerbsumfeld. Um diesen
Herausforderungen zu begegnen, ist ein kreatives Management mit
ungewöhnlichen und neuartigen Ideen notwendig. Denn Kreativität ist der
Schlüssel für Innovation. Ein Unternehmen muss sich bei der Entwicklung
und Umsetzung einer Markenstrategie auf Mitarbeiter stützen können, die
diesen kreativen Herausforderungen gewachsen sind. Voraussetzung dafür
ist die Schaffung eines entsprechenden Umfelds im Unternehmen, in dem
sich Kreativität entfalten kann. Dazu gehört die Förderung und
Weiterentwicklung gemeinsamer Werte, die im Einklang mit der
Markenpersönlichkeit stehen. Unter diesen Rahmenbedingungen
funktioniert Kreativität als Motor der Unternehmenskultur.
Die Markenkommunikation muss die Markenstrategie unterstützen, indem
sie der Marke ein unverwechselbares Profil gibt und mit innovativen
Konzepten neue Akzente im Markt setzt. Das Marketing muss
aussergewöhnliche Themen und Konzepte aufgreifen, um die
Markenbegehrtheit durch Marken bildende Massnahmen sowie innovative
Produkte zu forcieren. Eine zentrale Rolle kommt hierbei den Public
Relations zu, die sich überraschender und stimulierender
Kommunikationskonzepte bedienen müssen, um das Image der Marke zu
stärken. Indem innovative Markenkommunikation immer neue Sichtweisen
auf das Produkt liefert, wird die Begehrtheit der Marke gestärkt.
Ein wesentlicher Beitrag zur Schaffung und Stärkung der
Markenbegehrtheit wird auch durch die permanente Weiterentwicklung von
kreativen Designs, sprich: durch eine Designorientiertheit gesetzt. Im
Fokus muss die Entwicklung neuer Produkte stehen, die prägnant die
innovative Markenästhetik veranschaulichen. Alle wesentlichen
Produktkonzepte sollten aus aufeinander abgestimmten Kollektionen
bestehen, wobei die einzelnen Produkte durch neuartige Materialien und
Technologien in ihrer Funktionalität optimiert werden. Die
traditionelle Sichtweise, dass Funktionalität im Mittelpunkt jeder
Produktentwicklung steht, wird abgelöst durch das veränderte
Konsumverhalten: Der Verbraucher von heute erwartet neben der Funktion
auch innovatives Design. Die Kaufentscheidung führt immer stärker über
Design oder emotionale Wahrnehmung von Produkten.
Zur Steigerung der Markenbegehrtheit bietet sich zudem eine selektive
Distribution an. Dieses Instrument erlaubt es, unterschiedliche
Produkte über ausgewählte Distributoren gezielt zur jeweiligen
Zielgruppe zu bringen. Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und
Unterstützung der Waren- und Informationsflüsse entlang dem
logistischen Prozess gehört auch die Entwicklung und Nutzung eines
unternehmensübergreifenden, webbasierten Auftragsmanagementsystems. Der
daraus ableitbare Distributionsgrad dient als Kennzahl für die
Markenbegehrtheit und zur Steuerung der Nachfrage im Handel.
Die Austauschbarkeit von Produkten erfordert ständig neue
Kommunikationsmassnahmen, deren Effizienz immer wieder überprüft werden
muss. Vor diesem Hintergrund ist die Kommunikation von klaren
Markenbotschaften von entscheidender Bedeutung. Hinter den eigenen
Produkten muss eine Marke mit einer unverwechselbaren Persönlichkeit
stehen, die mit klaren Markenbotschaften die Komplexität reduziert und
dem Konsumenten Orientierung verschafft. Ausgangspunkt dafür ist die
Herausbildung einer eigenen Markenidentität. Zur Steigerung der
Begehrtheit müssen die Markenbotschaften vor allem die Positionierung
der Marke reflektieren und die positive Beurteilung der Marke aus
Abnehmersicht widerspiegeln.
Die Spitze der Faktoren bildet die sichtbare Markenidentität mit ihrer
Präsenz in der Öffentlichkeit und der vermittelten Produktewelt. Zu den
unsichtbaren Schichten der Markenpersönlichkeit gehören spezifische
Werte, Vorstellungen und Charakteristika, die auf dem Ursprung der
Marke aufbauen. Um die Begehrtheit zu stärken, müssen die bestehenden
Merkmale der Markenpersönlichkeit um neue Elemente ergänzt werden, die
zur Steigerung der Markenpräsenz und Einzigartigkeit der
Markenidentität beitragen. Das Modell (siehe unten) zeigt, dass neue
Normen und Werte mit der Marke verbunden werden müssen, die in Einklang
mit dem für die Markenbegehrtheit massgeblichen Zeitgeist stehen.
Restrukturierung (1993–1997)
1993 übernimmt Jochen Zeitz den Vorsitz des Vorstands. Es beginnt die
erste Phase der langfristig angelegten Unternehmensentwicklung bei Puma
mit dem Ziel der konsequenten Restrukturierung. Die Firma konzentriert
sich auf die Schaffung einer schlanken, effektiven und flexiblen
Organisationsstruktur als Grundlage für künftiges Wachstum und die
Möglichkeit, später gezielt in die Marke und den Aufbau von
Markenbegehrtheit investieren zu können. Zu den wesentlichen
Massnahmen, die das Management einleitet, zählen zum Beispiel der Abbau
von Unternehmenshierarchien, die Schaffung von Profitcentern sowie die
Schliessung aller verbliebenen eigenen Fertigungsbetriebe durch
Outsourcing. Durch die Bildung von Kernkategorien wie Fussball und
Running werden die äusserst diversifizierten Produktlinien gestrafft,
um die Gesamtzahl der Einzelprodukte zu reduzieren.
Ein unverzichtbarer Bestandteil ist die Entwicklung einer
Unternehmenskultur, die unternehmerisches Denken, Teamarbeit und
Kreativität fördert. Erstmals in seiner Firmengeschichte konzentriert
sich Puma auf eine weltweit integrierte Markenstrategie, indem globale
Marketingkonzepte entwickelt werden, um das Image der Marke in den
Kernmärkten zu stärken. In der Kommunikation fokussiert sich Puma auf
TV-Werbung und auf die Vermarktung eines neu zusammengestellten
Portfolios an Spitzensportlern, das zur Marke passt.
Stärkung der Kommunikation (1998–2001)
In dieser Phase des Marken-Turn-arounds konzentrierte sich Puma auf die
Markenidentität, die innovative Markom, auf die Produkte und auf seine
virtuelle Struktur.
Nach erfolgreicher Restrukturierung und Stärkung der
Ertragslage beschliesst Puma im vierten Quartal 1997, im Rahmen seines
zweiten Fünf-Jahres-Plans aggressiv in die Marke zu investieren. Die
eingesetzten Mittel liegen weit über dem Branchendurchschnitt. Seither
hat Puma seine global ausgerichtete Markenstrategie kontinuierlich
weiter entwickelt und seine Markenposition weiter ausgebaut. Mit hohen
Investitionen in Kommunikation, Produktdesign und Entwicklung verfolgt
Puma das Ziel, «eine der begehrtesten Sportlifestylemarken der Welt» zu
werden. Durch die Festschreibung der Markenbegehrtheit im Leitbild des
Unternehmens wird deren strategische Bedeutung besonders hervorgehoben.
Gemäss seiner Markenidentität ist Puma die Marke, die die Einflüsse aus
Sport, Lifestyle und Mode erfolgreich kombiniert. Ihre sportliche
Heritage verleiht der Marke eine hohe Glaubwürdigkeit für neue Wege in
Design, Technologie und Kommunikation. Konzepte und Produkte decken
alle Sportarten – vom traditionellen bis hin zum Extremsport – ab.
Da eine Marke aber nicht mehr nur durch die Qualität ihrer Produkte
allein erfolgreich ist, muss hinter den Produkten eine Marke mit einer
unverwechselbaren Persönlichkeit stehen. Nur so kann sie sich von der
Konkurrenz abheben. Puma will eine dieser besonderen Marken sein, nicht
wegen der Grösse, sondern weil Puma die Dinge überzeugend und
unverwechselbar anpackt.
In der innovativen Markom konzentrierte sich Puma darauf, das Image in
den Schlüsselmärkten zu stärken und die Markenpräsenz zu erhöhen.
Traditionelle Sponsoringausgaben wurden zu Gunsten gezielter
Investitionen in die Produktverfügbarkeit umgeschichtet. Diese
Sales-Promotion-Massnahmen umfassten zusätzliche Investitionen zur
Verbesserung der Produktpräsenz im Handel, zum Beispiel durch die
Ausweitung des In-Store-Merchandisings. Visual Merchandising hat der
Marke zu einem prägnanten Markenauftritt am POS verholfen. Entscheidend
für den kleineren Anbieter im Konzert der führenden Sportartikelfirmen
ist für Puma nicht nur der richtige Marketing-Mix und die Vernetzung
der Tools Sales – und Sport Promotion, PR, Werbung und Marketing
Services in den Kernkategorien Fussball und Running. Auch der Aufbau
eines neuen, global ausgerichteten Portfolios an Promotionspartnern mit
der Top-Tennisspielerin Serena Williams, dem Weltklasse-Leichtathleten
Wilson Kipketer oder der kamerunischen Nationalmannschaft, die von
ihrer Persönlichkeit her perfekt zur Marke passten und passen, haben
entscheidend zur Schaffung der Markenbegehrtheit beigetragen.
Funktionalität und das Design von Produkten nehmen einen herausragenden
Stellenwert ein. Die Entwicklungsarbeit findet hauptsächlich in
Herzogenaurach, Boston und Taiwan statt. Dies ermöglicht die optimale
Nutzung der vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen der einzelnen Teams.
Das Produktportfolio ist durch externes Know-how über Kooperationen
entscheidend verstärkt worden. Eine Vorreiterrolle für die Branche hat
Puma eingenommen, als das Unternehmen 1998 eine Kooperation mit dem
Modelabel Jil Sander eingeht und damit die Verschmelzung von Sport und
Mode im Rahmen einer innovativen Schuhkollektion zum Ausdruck bringt.
Mit dieser Partnerschaft eröffnet sich die Möglichkeit, modische
Designs zu entwickeln und der Marke damit Zugang zu neuen Zielgruppen
zu verschaffen. Mit Hilfe von gezieltem Product Placement im Print- und
TV-Bereich hat Puma Akzente gesetzt und seine Markenpräsenz deutlich
erhöht. Durch die strategische Allianz mit seinem Anteilseigner
Monarchy/Regency, einem der führenden Unternehmen der
Unterhaltungsindustrie Hollywoods in den Bereichen Film, TV und Musik,
wird das Product Placement weiter forciert. Puma-Produkte tauchen
regelmäßig in Regency-Produktionen auf, und auch Schauspieler tragen
sie vermehrt in ihrer Freizeit. Mit Hilfe von Regency wird ein
einzigartiges Portfolio an internationalen Promotionspartnern
aufgebaut.
Zur Unterstützung seiner globalen Markenstrategie hat Puma eine
virtuelle Organisationsstruktur entwickelt, die sich vom herkömmlichen,
zentralistischen Aufbau deutlich unterscheidet. Damit verbunden ist die
Herausforderung, Kommunikation und Prozessabläufe schneller und
effizienter zu gestalten. Die virtuelle Unternehmenszentrale besteht
aus dezentralen Kompetenzzentren, die in Deutschland, USA und Hongkong
angesiedelt sind. Diese gliedern sich in die Unternehmensfunktionen
Produkt, Warenlogistik, Marke, Wachstum, Struktur, Unternehmenswert und
Kultur. Die einzelnen Funktionen sind strategisch dort angesiedelt, wo
Spezialisierung und Management-Know-how optimal vorhanden sind und
eingesetzt werden können. So wurde Marketing als Teil der
Funktionseinheit Marke in die USA verlegt, um neue Trends schneller
aufzugreifen. Distribution als Teil der Warenlogistik wird dagegen von
Deutschland aus gesteuert, wo Puma den Grundstein für das virtuelle
Unternehmen legte. Innerhalb der Matrixstruktur erzielt die Firma einen
geografischen Fokus, dank dem Puma ihre Töchter, Vertreiber und
Lizenznehmer steuern, aber auch dynamisch auf regionale und lokale
Gegebenheiten reagieren kann.
Den wohl wichtigsten Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten die
Mitarbeiter. Puma hat in dieser Phase eine Unternehmenskultur
entwickelt, in der sich Kreativität entfalten soll, wo Prozesse nur als
Mittel zum Zweck dienen und traditionelle Bürokratie keinen Platz hat.
Unternehmensentwicklung (2002–2005)
Mit Hilfe einer prägnanten Markom wird die Markenstrategie unterstützt,
die Einflüsse aus den Bereichen Sport, Mode und Lifestyle kombiniert.
Der Challenge ist die Kommunikation des innovativen Konzepts
«Sportlifestyle». Sportlifestyle ist die Herausbildung eines neuen
Marktes vor dem Hintergrund, dass die Konsumenten sportive Produkte und
Styles nachfragen, die sie auf dem Spielfeld wie auch in der Freizeit
tragen können. Die Markenkommunikation trägt dieser modernen
Interpretation des Sport-Begriffs Rechnung, indem sie das Konzept
Sportlifestyle thematisch immer wieder neu auflädt und damit das Image
der Marke in den Zielgruppen weiter stärkt. Dies bedeutet zum einen die
konsequente Ausrichtung aller PR-Instrumente und -Massnahmen am sportbegeisterten Athleten in Fussball, Running und
Motorsport bis hin zu den Extremsportarten. Zum anderen ist es aber
auch Fitness und Wellness, der aktive Berufsmensch oder der
modebewusste Verbraucher, der Luxus in einer sportlichen Variante
sucht. Puma steigert den Markenwert durch die prägnante Markenbotschaft
und die unverwechselbare Stimme im Segment Sportlifestyle. Das Ergebnis
überzeugt: Gemäss einer Interbrand-Studie aus dem Jahr 2004 befindet
sich Puma unter den 14 einflussreichsten Marken weltweit.
In der Markom wird dem Fussball als eines der Kernsegmente eine grosse
Bedeutung zugemessen. Die Ausrüstung und Vermarktung konzentriert sich
auf Nationalmannschaften (z.B. Italien oder Tschechien),
Clubmannschaften (z.B. Lazio Rom, AS Monaco) und Einzelspieler (z.B.
Freddie Ljungberg/Arsenal London). Dabei stützt sich Puma auf die hohe
Produktkompetenz und Markenbekanntheit, die sich im Laufe der über
55-jährigen Firmengeschichte herausgebildet hat. Sport, Lifestyle und
modisches Flair werden vor allem durch die italienische
Nationalmannschaft verkörpert. Ausdruck dieser Partnerschaft mit dem
Fussballverband Italiens ist die Tatsache, dass nicht nur das Trikot,
sondern auch eine eigene Modekollektion vom renommierten Designer Neil
Barrett entwickelt wurde.
Neben dem Bereich Fussball gehört Running zu Pumas Kernkategorien.
Durch gezieltes Merchandising, Werbung und innovative Produkte will
Puma seine Kunden begeistern und neue Wege im Running beschreiten. Im
internationalen Bereich wird die Zusammenarbeit mit der jamaikanischen
Leichtathletikmannschaft fortgesetzt. Dadurch wird nicht nur das Image
als eine der weltweit führenden Runningmarken gestärkt, sondern auch
der Spass, die Lebensfreude und Begeisterung der Jamaikaner
transportiert. Das Unternehmen begleitet ausserdem ein
Entwicklungsprogramm für den sportlichen Nachwuchs, das die
jamaikanische Vorreiterrolle im Bereich Leichtathletik forcieren soll.
Mit Sportartikeln und finanziellen Mitteln wird nicht nur der Sport an
den Hochschulen, sondern auch das Nachwuchstraining sowie das
Junioren-Wettkampfprogramm unterstützt.
Sein Engagement hat Puma 2005 im Bereich Motorsport weiter ausgebaut
und mit den Rennställen Scuderia Ferrari, BMW Williams, Mild Seven
Renault, Sauber Petronas und Minardi nunmehr fünf Formel-1Teams in
seinem Portfolio. Nicht nur die neue Partnerschaft mit der Rallye
Weltmeisterschaft, sondern auch die Zusammenarbeit mit Porsche und das
Engagement bei den Deutschen Tourenwagenmeisterschaften runden das
Spektrum ab und sorgen für eine starke Präsenz in der Welt des
Motorsports. Durch diese Partnerschaften erhält das Unternehmen die
Möglichkeit, Fahrer und Teams mit Schuhen und Bekleidung auszustatten,
welche die typischen Bedürfnisse des Motorsports auf wie auch neben der
Rennstrecke reflektieren. Die ersten Puma-Rennschuhe sind bereits in
den 70er-Jahren von Fahrern und Teams getragen worden.
In dieser Phase setzt Puma die selektive Vertriebsstrategie konsequent
fort und überprüft laufend deren Umsetzung, um damit die Begehrtheit
der Marke zu stärken. Produkte werden zunächst über ausgewählte,
limitierte Vertriebswege – wie den Puma-Stores, eigentliche
Schaufenster der Marke – in den Markt eingeführt. Bei entsprechender
Akzeptanz von Seiten der Kunden und Verbraucher wird dann entschieden,
in welchem Umfang und in welcher Form diese Produkte vertrieben werden.
Durch die Verbindung der Markenpersönlichkeit mit dem hohen
Designanspruch hat Puma eine einzigartige Positionierung als begehrte
Sportlifestylemarke innerhalb der Sportartikelbranche erreicht. Sport
besitzt weiterhin eine zentrale Bedeutung, allerdings wird er heute
viel moderner definiert. Deshalb spielt das Design der Produkte und die
angepeilte Designführerschaft im Marktsegment Sportlifestyle eine
entscheidende Rolle.
Der Mix aus designorientierten, innovativen Produkten und dem
konsequenten Produktlebenszyklus-Management stärkt die Begehrtheit der
Marke. Das Produktmanagement arbeitet daher kontinuierlich mit dem
Vertrieb daran, neue Produkte und Styles zu entwickeln, die
Produktpalette zu verjüngen, bestehende Konzepte zu erweitern und deren
Distribution sicherzustellen.
Puma verdankt seinen Erfolg dem Einsatz seiner weltweit über 4000
Mitarbeiter. Ihre gemeinsamen Werte fördern die Unternehmenskultur,
stehen im Einklang mit der Markenpersönlichkeit und lassen sich mit
vier Begriffen zusammenfassen: Faszination, Offenheit, Selbstvertrauen
und unternehmerisches Handeln.
Unternehmensexpansion (2006–2010)
Die Phase des Unternehmenswachstums geht in der Regel mit erhöhten
Investitionen einher, um neue Märkte und Umsatzpotenziale zu
erschliessen. Ziele in der Expansionsphase können die Steigerung
des Umsatzes, die Erhöhung des Marktanteils oder mögliche Akquisitionen
sein. Damit ist meist auch eine Zunahme der Mitarbeiterzahl verbunden.
In der vierten Phase seiner strategischen Unternehmensentwicklung, also
in der Unternehmensexpansion, verfolgt Puma das langfristige Ziel, zur
begehrtesten Sportlifestylefirma zu werden. Im Vordergrund steht dabei
die Stärkung und Weiterentwicklung als führende «Multi
category»-Sportlifestylemarke. Um dieses Ziel zu erreichen, orientiert
sich Puma konsequent an einer Reihe von Eckpfeilern – die
Markenbegehrtheit aber immer an erster Stelle. Weitere Eckpfeiler sind
Nachhaltigkeit, Produktlebenszyklus-Management, Unternehmenswerte,
Organisationsstruktur und Wertschöpfung. Dabei will sich die Firma auf
drei Kernbereiche konzentrieren: Expansion der Produktkategorien,
regionale Expansion sowie eine Expansion über Nicht-Puma-Marken.
Die Expansion der Produktkategorien bezieht sich sowohl auf das
Wachstum innerhalb des bestehenden Geschäfts als auch auf den Einstieg
in neue Produktkategorien, wie Golf und Motorradsport. Das Unternehmen
wird die Expansion der Produktkategorien auf mehreren Ebenen forcieren,
indem neue, starke Akzente im Bereich Sportlifestyle – von Sport bis
hin zur Mode – gesetzt werden und Puma so für die Verbraucher noch
relevanter wird.
Neben der Erweiterung des Produkt-Portfolios in bestehenden und neuen
Kategorien wird das Unternehmen die regionale Expansion in Ländern, die
bereits von Tochtergesellschaften betreut werden, beschleunigen, sowie
durch selektive Joint Ventures und Rücknahmen von Lizenzen im
Kerngeschäft. Zunächst sind Joint Ventures mit mehrheitlicher
Beteiligung mit derzeitigen Lizenznehmern in Japan, China/Hongkong und
Taiwan sowie durch 100%ige Tochtergesellschaften in Indien und Dubai
für die Region Mittlerer Osten geplant, die dann ab 2006 das operative
Geschäft in den jeweiligen Ländern übernehmen. In dieser Phase erwägt
das Unternehmen erstmals auch selektiv durch andere Marken zu
expandieren. Dafür soll auch die Markenbegehrtheit der bereits
erworbenen Zweitmarke Tretorn gezielt erhöht werden. Am Ende der Phase
IV könnten Zweitmarken bis zu zehn Prozent des gesamten Geschäfts
ausmachen. Nach Einschätzung des Managements liegt das langfristige
Unternehmenspotenzial bei 3,5 Milliarden Euro, wobei im Verlauf der
Phase IV ein grosser Teil davon ausgeschöpft werden soll.
Durch die Phase IV soll Puma dauerhaft als eine der drei Top-Marken im
Sportartikelmarkt etabliert werden und langfristig das begehrteste
Sportlifestyle-Unternehmen werden. Die Phase IV startet im Jahr der
Fussball-WM und sieht deutliche Investitionen in die Bereiche
Marketing, Vertrieb (inklusive eigenes Retailgeschäft) sowie in die
Bereiche Produktentwicklung und Design vor.
Bearbeitung: Luca Aloisi
Fussball-WM als Markenbegehrtheits-Tool
Für Puma ist die WM 06 Heimspiel und Steilvorlage für die
Markenkommunikation zugleich. Das Ziel: Die Position als eine der drei
führenden Fussballmarken weltweit zu stärken und auszubauen. Dazu
weitet Puma die Markenpräsenz durch die WM-Teilnahme von zwölf Teams
und zahlreichen Einzelspielern, durch kreative Konzepte sowie neue
Technologien und innovative Designs aus. Basis dafür ist eine
aufeinander abgestimmte interne und externe Kommunikation. Einen ersten
Vorgeschmack in Sachen Kreativität bot Puma mit den Einteilern für
Kameruns Nationalelf beim Afrika-Cup 04, dessen Einsatz die Fifa noch
während des Turniers verhindern wollte. Mit einer stark beachteten
Kampagne hat Puma daraufhin den afrikanischen Fussball unterstützt und
der Fifa auch abseits des Spielfelds die Krallen gezeigt.
Die weltweite Fussballkampagne wurde 2005 im Rahmen einer
internationalen Fussballkonferenz in Berlin gestartet, wo
Fussball-Legende Pelé als neuer Puma-WM-Botschafter vorgestellt wurde.
In weiteren WM-Aktivitäten setzte und setzt Puma nicht nur auf Sport,
sondern auch auf einen entsprechenden Lifestyle. (la)