Extra knusperig

Pharma Marc Bodmer über eine Präventionskampagne, für die schwarze Melanome, schwärende Brandschäden und Spätfolgen von jugendlichem Sonnenbadleichtsinn nicht effektiv genug sind.

Pharma Wer die Broschüren der Schweizer
Krebsliga studiert, verzieht sich am liebsten in ein Kellerloch.
Natürlich lauert dort die Gefahr, von gemeinem Schimmel befallen zu
werden, doch das ist immer noch besser, als der Mutationen
verheissenden Sonnenstrahlung ausgesetzt zu sein. Schwarze Melanome,
schwärende Brandschäden und Spätfolgen von jugendlichem
Sonnenbadleichtsinn sind aber für eine effektive Präventionskampagne
nicht genug. Der Sensemann muss her, aber dalli. Es ist eine Szene aus
einem «Baywatch»-Alptraum, welche die Apotheke am Zürcher Kreuzplatz
sich hat ins Schaufenster hängen lassen. Nein, Pamelas Schwimmhilfen
sind nicht geplatzt. Gevatter Tod hat einen Ausflug an den Strand
gewagt. Nicht weil er etwa Ferien brauchte, sondern auch in sandigen
Gefilden der Arbeit nachgeht: «Zu viel Sonne kann töten», weiss denn
auch das Plakat. Vom Schlag getroffen dürften weniger
Splatterfilmerprobte ob solch makabrer Strandtragödie die Apotheke
gleich um ein Beruhigungsmittel bitten, von Sonnenöl ganz zu schweigen,
das ab dato in der Apotheke am Kreuzplatz wohl in den drei neuen
Strandgrillkategorien farblich und geschmacklich abgestuft angeboten
wird: «Leichenblass – Richtig roh», «Morbid Rot – Schnell angebraten,
aber saignant» und «Nekro Schwarz – Extra knusperig, durch und durch».
Marc Bodmer

Students.ch kooperiert mit Sanitas

Die Sanitas Krankenversicherung ist mit dem grössten Internet-Portal für Studierende Students.ch eine Premium Partnerschaft eingegangen. Ziel ist die Gestaltung eines bedürfnisgerechten Angebots.

Die Sanitas Krankenversicherung ist mit dem grössten Internet-Portal für Studierende Students.ch eine Premium Partnerschaft eingegangen. Die Zusammenarbeit bestehe aus einer Werbe- und Marketingkooperation und einer Vielzahl von Aktionen für Studierende, die online und offline stattfinden werden, heisst es in einer Mitteilung.
Die Krankenversicherung will mit der Partnerschaft vor allem die Bedürfnisse der Studierenden besser verstehen und ihnen ein bedürfnisgerechtes Marketing- und Produktangebot offerieren – ganz gemäss dem Motto «Sanitas ein ganzes Leben lang».
Students.ch weist nach eigenen Angaben über 55’000 Mitglieder und täglich über 20’000 Besucher auf und will vom Portal-Angebot her alles bieten, was die Studienzeit erleichtert. Die Sanitas zählt rund 900’000 Versicherte und gehört zu den führenden Anbietern in Krankenversicherungsmarkt.

Die CI-Maschine der Fifa 2006

Werbemittel Die Datenbanklösung FileMaker steuert die Freigabeprozesse von Fifa-Merchandising-Produkten und erleichert damit die Produktion.

Werbemittel Die Datenbanklösung FileMaker
steuert die Freigabeprozesse von Fifa-Merchandising-Produkten und
erleichert damit die Produktion.Egal, ob Philips ein Baseballcap mit dem
Logo der Fifa-Fussball- Weltmeisterschaft 2006, McDonald’s ein Happy
Meal mit Fifa-Plastikball oder Adidas Turnschuhe mit einer Postkarte
des offiziellen Maskottchens «Goleo VI» produzieren lassen wollte – die
Corporate Brand Identity der Fifa musste eingehalten werden. Sämtliche
Marketingprodukte der Offiziellen Partner und Nationalen Förderer, die
die offiziellen Fifa-Marken trugen, wurden vor ihrer Produktion
zweifach auf stimmiges CI geprüft und nach der Produktion nochmals
abgenommen.

Bedenkt man, dass die 15 Offiziellen Partner der Fifa-WM 2006 – Adidas,
Anheuser-Busch, Avaya, Coca-Cola, Continental, Deutsche Telekom,
Emirates, Fujifilm, Gillette, Hyundai, MasterCard, McDonald’s, Philips,
Toshiba und Yahoo! –, die sechs Nationalen Förderer (Deutsche Bahn,
EnBW, Hamburg-Mannheimer, Obi, Oddset und Postbank) und die von der
Fifa beauftragte Agentur Marlow International mit über 500
Werbeartikel-Produzenten zusammenarbeiten, kann man sich das
Verwaltungsausmass dieses Freigabe-Prozederes gut vorstellen. Marlow
International, die bereits seit 2003 mit der Fifa zusammenarbeitet,
hatte zur Bewältigung dieser Herausforderung im Vorfeld eine
FileMaker-basierte Datenbank-Lösung entwickeln lassen, die genau auf
diese Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Komplex und webbasierend
«Das Logo ist ein wichtiger Teil aller Sport- Grossveranstaltungen. Es
garantiert den optischen Wiedererkennungswert. Auf allen Publikationen,
bei allen Veranstaltungen, im Merchandising, überall taucht es auf, als
Bindeglied zwischen den Organisatoren und dem Publikum», so will es die
Fifa. Der Text zur Entstehung der Logos zur Fifa-WM 2006 ist etwa 2100
Zeichen lang – das PDF-Dokument mit den Richtlinien zur Verwendung der
Marken umfasst 10 Seiten. Neben Anleitungen, wie die offiziellen
Warenzeichen im nicht gewerblichen beziehungsweise redaktionellen
Umfeld zu nutzen sind, finden sich hier auch Informationen über die
Offiziellen Partner und Nationalen Förderer. Dies sind Unternehmen, die
sich Marketingrechte im Umgang mit den Fifa-Warenzeichen eingekauft
haben.

Die Londoner Niederlassung von Marlow International, eine Marke der
Polyconcept-Gruppe mit Hauptsitz in Frankreich, hat sich als Fifa
Preferred Premium Supplier im Vorfeld verpflichtet, die Produktabnahme
sämtlicher Werbemittel der Offiziellen Partner zu begleiten. In
früheren Projekten hatte Marlow International jedoch zur Produktabnahme
noch kein EDV-gestütztes System, sondern verwaltete sämtliche Schritte
des Freigabeprozesses manuell. Mit der wachsenden Zahl an Aufträgen und
dem damit steigenden Aufwand sowie auf Grund einer vertraglichen
Verpflichtung mit der Fifa hat das Unternehmen Ende 2003 begonnen, ein
rechnergestütztes, auf die Bedürfnisse des Freigabeprozesses
massgeschneidertes System entwickeln zu lassen.

Marlow International hat sich für die Datenbanktechnologie FileMaker
entschieden – unter anderem auch deshalb, weil bereits eine
kleinere FileMaker-Lösung bei der Schwesterfirma in den USA im Einsatz
war. Das so entstandene System, hinter dem elf Datenbanken stehen, ist
eine komplexe, webbasierte Lösung, die verschiedenste Funktionen
erfüllt. So können Formulare heruntergeladen und eingereicht,
Abbildungen von Produktbeispielen hochgeladen, Freigaben online
erteilt, Freigabeprozesse und Historien sowie Kontakte der Offiziellen
Partner und Hersteller verwaltet, Kataloge eingesehen, PDF-Dokumente
hinterlegt und Bestellungen getätigt werden. Darüber hinaus können die
Nutzer direkt aus dem System heraus E-Mails und Faxe verschicken und
die Kommunikation den einzelnen Freigabestufen zuordnen.

Freigaben übers Netz
Der grösste Vorteil der Lösung liegt darin, dass die Offiziellen
Partner und Nationalen Förderer online über das Web den Stand des
jeweiligen Freigabeschrittes in Echtzeit einsehen können, ohne dass
E-Mails verschickt oder Telefonate geführt werden müssten. «Ich kann mich noch gut an unsere Offline-Lösung erinnern. Ein
Viertel meiner Arbeitszeit habe ich damals am Faxgerät verbracht. Der
Hersteller faxte uns seinen Vorschlag, wir faxten ihn an die Fifa,
diese wieder an uns, wir an die Offiziellen Partner und Nationalen
Förderer und dann wieder an den Hersteller. Neben dem Aufwand war die
Fehlerquote natürlich sehr hoch, da sämtliche Schritte manuell
abgearbeitet wurden. So konnte man auch keine Historie der Freigaben
erstellen, keine Reports generieren und hatte keine Möglichkeit, die
Kommunikation mit einem Hersteller, Offiziellen Partner oder Nationalen
Förderer sinnvoll digital abzulegen», erinnert sich Helen Anderson.

Die Komplexität der Lösung kommt nicht von ungefähr, denn die Fifa
besteht auf ein dreistufiges Freigabesystem: Zwischen Marlow
International und dem Hersteller von Werbegeschenken muss ein Vertrag
abgeschlossen werden, wenn es sich um einen Hersteller handelt, mit dem
Marlow International nicht bereits zusammenarbeitet (dies kann der Fall
sein, wenn der Offizielle Partner oder Nationale Förderer auf «seine»
Hersteller besteht). Das Vertragswerk – das Premium Manufacturing
Agreement – kann über das Datenbank-System heruntergeladen und von den
befugten Anwendern eingesehen werden. Erst wenn der Vertrag
unterzeichnet ist, erhält der zuständige Bearbeiter sein Passwort.

Nachdem der Hersteller ein «Premium Request Form» ausgefüllt und eine
«Premium Request Form Number» erhalten hat, lädt er im ersten Schritt
ein Bild in das online- verfügbare System. Dieses Produktbild mit
WM-Logo (Wort- oder Bildmarke der Fifa-WM) oder Abbildung muss zuerst
von Marlow International, dann von der Fifa freigegeben werden oder
wird mit einer Mängelerklärung versehen. In diesem Falle wird ein
erneutes Bildsample gefordert.

Im zweiten Schritt schickt der Hersteller ein bis zwei Exemplare der
Vorproduktion zu Marlow International nach London. Dort werden sie
begutachtet und fotografiert, die Produktfotos online gestellt und eine
Abnahme durch die Fifa erwartet. Bei Nichtabnahme einer der beiden
Instanzen werden neue, korrigierte Samples angefordert. Darf der
Artikel aus anderen Gründen nicht produziert werden, wird der Prozess
nicht weiterverfolgt. Der Hersteller kann zu jeder Zeit den
Freigabestatus einsehen.

Im dritten und letzten Schritt schickt der Hersteller drei bis vier
Stichproben an Marlow International, und Schritt zwei wiederholt sich.
Werden die Exemplare seitens Marlow International und der Fifa
abgenommen, darf die Produktion anlaufen. Treten Komplikationen auf,
wird die Produktion gestoppt und möglicherweise bereits produzierte
Produkte zerstört. Auch diese Informationen werden ausschliesslich
online vermerkt; somit kann der Hersteller den Status in Echtzeit
abrufen.

«Solch ein Abnahmeverfahren kann von der Vertragsunterzeichnung bis zur
Produktion bis gegen 30 Tagen dauern», so Helen Anderson. «Früher, als
wir noch offline gearbeitet haben, dauerte es im Schnitt doppelt so
lang. Für uns ist diese FileMaker-Lösung eine unbeschreibliche
Arbeitserleichterung.»

Praktisch findet Helen Anderson, die an der Entwicklung des Systems
massgeblich beteiligt war, auch, dass sie kleine Änderungen an der
Bedienoberfläche, dem «Frontend», selbst vornehmen kann. «Ich muss
nicht wegen jedem Button oder jeder Rechtevergabe in Kanada anrufen,
sondern ich mache das einfach selber. Das hilft mir ungemein weiter,
meine Arbeitszeit effektiv zu nutzen.» Nun denkt Marlow International
sogar darüber nach, das Produkt vertriebsreif zu machen. «Ich bin mir
sicher, dass auch andere Marketers vor ähnlichen Problemen stehen, wie
wir sie hatten. Die würden solch eine Vereinfachung schätzen», so
Anderson.    

Informationenwww.fifaworldcup.yahoo.com

www.admpromotions.com
www.hind-smith.com
www.filemaker.com

Elke Wössner

Total beliebt

Waschmittel Exxtra bewirbt das beliebteste Waschpulver der Schweiz mit einem schrägen Spot.

Waschmittel Exxtra bewirbt das beliebteste Waschpulver der Schweiz mit einem schrägen Spot.Waschmittelwerbung ist in der Regel extra
dämlich. Am häufigsten appellieren die Flecken- und
Textilpflegeexperten mit pseudowissenschaftlichen Beweisführungen oder
Testimonials von Zielgruppenvertretern ans Hygienebewusstsein der
Konsumenten. Wirklich wirksam, auch das ist nicht neu, sind die
Wettbewerbsdeterminanten Nähe des Verkaufsstandortes und der Preis – je
tiefer desto höher der Absatz. Migros-Agentur Exxtra verabschiedet sich
mit dem neuen Total-Spot aus dem Feld gängiger Waschmittelwerbung und
stützt sich statt auf rationale Gründe, auf den Sympathiebonus, den
sich die Marke in den 70 Jahren ihres Bestehens verdient hat.

Der Spot von CD Dieter Hofmanns Team zeigt einen jungen Mann, der mit
Wäschesack und einer Packung Total in den Händen einen Wäschesalon
betritt. Verblüfft stellt er fest, dass sich alle Maschinen um seine
Wäsche bemühen und ihre Klappen öffnen, wenn er an ihnen vorbeigeht.
«Waschmaschinen lieben Total», so die simple Erklärung, die mit der
anschliessenden Bemerkung «Kleider übrigens auch» nachgedoppelt wird.
Dabei «schluckt» eine Waschmaschine kurzerhand das Kleid einer Frau,
die den Total-Beutel genauer überprüft.

Luca Aloisi

M-real erhöht die Papierpreise

Papier Der Papierproduzent M-real will die Preise für seine gestrichenen Magazinpapiere zum 1. September 2006 um rund 5 Prozent erhöhen.

Papier Der Geschäftsbereich Publishing des
Papierproduzenten M-real strebt an, die Preise für seine gestrichenen
Magazinpapiere in den europäischen Märkten zum 1. September 2006 um
rund 5 Prozent zu erhöhen. Auch die Verkaufspreise für seine holzfrei
gestrichenen und ungestrichenen Grossformatpapiere will der
Papierkonzern zum gleichen Datum um ebenfalls rund 5 Prozent erhöhen.
M-real begründet die Preiserhöhungen mit der unbefriedigenden
Erlössituation, die aus einer angespannten Kostensituation bei Roh- und
Zellstoffen resultiert; ebenso hätten die jüngsten Kostenerhöhungen bei
den Energie- und Transportkosten zu den Preisanpassungen geführt.

Das Image-Schnäppchen

International Der weltweit grösste Lebensmittelhandelskonzern Wal-Mart peilt neu auch weniger preissensible Käuferschichten an und erreicht mit dem eigenen TV-Network wöchentlich 138 Millionen Kunden.

International Der weltweit grösste 
Lebensmittelhandelskonzern Wal-Mart peilt neu auch weniger
preissensible Käuferschichten an und erreicht mit dem eigenen
TV-Network wöchentlich 138 Millionen Kunden.Jahrzehntelang empfing Wal-Mart, der
Handelsgigant in Bentonville, Arkansas, seine Geschäftspartner in einer
bescheidenen Atmosphäre. Ganz egal, ob es sich dabei um den Chef eines
Rasenmäherhändlers handelte oder den grössten Unterhaltungskonzern der
Welt. So bestand das «Wal-Mart-Erlebnis» bis vor einem Jahr für alle
Besucher gleichermassen aus einem kühlen Wartesaalambiente und dünnem
Kaffee. Damit ist es nun vorbei, wurde doch im vergangenen Juni mit dem
Business Center «Wal-Street» endlich eine angemessene Räumlichkeit
geschaffen, wo Wal-Marts Zulieferer ihre Präsentationen stilvoll
abhalten können, und auch beim Kaffee ist Besserung in Sicht.

Langfristige Neupositionierung
Die einladende Geste gegenüber seinen Business-Partnern ist nur ein
Element in einer gross angelegten Image-Überholung, die Wal-Mart
derzeit durchläuft. «Wal-Mart hat ein Imageproblem», urteilt Mark
DiMassimo, CEO der Markenberatung DiMassimo Brand Advertising. «Und das
ist für die weiteren Wachstumsabsichten hinderlich.»

Mittlerweile haben auch die andauernden Angriffe der
Gewerkschaftsvertreter, die das Unternehmen beschuldigen, seine
Beschäftigten auszubeuten, und die zunehmend härtere Konkurrenz von
Einzelhandelsriesen wie Target Wirkung gezeigt. Um die derzeitige
Umbruchphase erfolgreich zu gestalten, wird die Marketingabteilung, die
über ein Budget von einer Milliarde Dollar verfügt, ausgebaut und auf
260 Angestellte erweitert. Eine Imagekampagne soll im nächsten Jahr
folgen.

Der Koloss macht abhängig
Das Geschäft läuft aber alles andere als schlecht. 30 Prozent aller
Amerikaner gehen nämlich nach einem einzigen Wahlkriterium einkaufen:
preiswerte Produkte. Und keine Handelskette hat die Preise so weit
hinuntergetrieben wie der Detailhandelsriese aus Bentonville. «Die
Strategie von Wal-Mart ist denn auch simpel: Die Waren so günstig wie
möglich einzukaufen und sie so günstig wie möglich zu verkaufen», sagt
Bill Cody, Marketingprofessor an der Wharton School der University of
Pennsylvania. «Ihr Slogan heisst: ‹Immer niedrige Preise.› Und so
verfahren sie auch.»

Wal-Mart, so heisst es unter Beobachtern des internationalen Handels,
kann eine ganze Ökonomie verändern, zumindest in den Ländern, wo sie
erfolgreich sind wie etwa in Mexiko, England oder Kanada. «Wal-Mart hat
den Handel in Kanada effizienter gemacht, trieb jene Handelsfirmen, die
nicht wettbewerbsfähig waren, in den Bankrott und kommt dem Kunden mit
seinen Preisen entgegen», urteilt Karl Moore, Marketingprofessor an der
McGill Universität in Toronto.

Für die Zulieferer hat das positive wie negative Folgen: «Sie kriegen
riesige Bestellungen, aber mit geringen Gewinnmargen», urteilt Moore.
«Sie müssen vorsichtig sein, weil Wal-Mart die Preise immer weiter nach
unten schraubt, und kleinere Produzenten werden schnell von ihnen
abhängig.» Aus diesem Grund sollte man laut einer Studie der
Consulting-Firma Bain & Company maximal einen Viertel seiner Waren
an Wal-Mart absetzen.

Allerdings, so glaubt Bain-Berater Marc-André Kamel, profitiert ein
Zulieferer, der mit Wal-Mart zusammenarbeitet, in mehrfacher Hinsicht.
«Arbeiten Sie nicht gegen Wal-Mart», warnt er. Man sollte vielmehr
seine eigene Marketingstrategie nach Wal-Mart ausrichten und Werbung
mit dem Partner gemeinsam schalten. Kamel nennt hierfür das Beispiel
des Haushaltswarenherstellers Clorox, der auch Grillkohlen vertreibt.
Konsumentenstudien ergaben, dass Kunden, die Kohle kaufen, auch
verstärkt Fleisch mit nach Hause nehmen. Also bewarb Clorox seine Kohle
mit Werbeclips von Grillfesten und stellte Grillstände auf den
Wal-Mart-Parkplätzen auf. Mit Erfolg: Der Umsatz für Kohle wie auch für
Fleisch stieg dramatisch an. «Wenn man solche Aktionen macht, wird
Wal-Mart Sie dabei unterstützen», folgert Kamel.

Das 7-Dollar-Jacket
Wal-Mart erwartet aber auch auf anderer Ebene Kooperationen mit seinen
Zulieferern. Um die billigsten Preise für die Kunden herauszuschlagen,
zwingt Wal-Mart die Hersteller, alle unnötigen Kosten – von Lohnkosten,
Verwaltung bis hin zum Vertrieb – so weit wie möglich zu senken. Auf
diese Weise bekommt man eine Levi’s Jeans mitunter für weniger als 20
Dollar – in manchen Läden für 9 Dollar – oder einen Blazer für 7
Dollar. Besonders preisgünstig sind die so genannten In-Store-Brands,
also Wal-Marts Eigenmarken – wie etwa hauseigene Computermodelle mit
vorinstalliertem «Lindows»-Betriebssystem, die ab 200 Dollar zu haben
sind. 

Doch die Chefs der US-Supermarktkette wollen sich nun nicht mehr allein
auf die Billigstrategie verlassen und beugen einem möglichen
Wachstumseinbruch vor, indem sie neue Käuferschichten umwerben:
Konsumenten höherer Einkommensgruppen zum Beispiel. Aus diesem Grund
werden in den neuen Wal-Mart-Filialen Produkte wie
Flachbildschirmfernseher, Lebensmittel aus organischem Landbau, teurere
Weinsorten oder Designerware angeboten. Vor allem jene Skeptiker, die
Wal-Mart bisher aus Prinzip ignorierten und vermieden, sollen damit
überzeugt werden. Das Ziel ist es nach den Worten von Eduardo
Castro-Wright, CEO der Wal-Mart Stores, «das Einkaufserlebnis zu
verbessern», ohne dabei jedoch in die Luxuskategorie verfallen zu
wollen.

Wal-Mart kann sich bei seinen Umstrukturierungsbemühungen auf ein
einzigartiges Marketingmittel verlassen: sein eigenes
In-House-TV-Network, das 1997 gestartet wurde und Werbung der
Zulieferfirmen sendet. Vor kurzem begann das Unternehmen neue
Plasmabildschirme einzuführen, die auf Augenhöhe installiert werden.
«Die Werbespots laufen auf über 100 000 In-Store-TV-Schirmen und
erreichen auf diese Weise 138 Millionen Kunden pro Woche im ganzen
Land», erklärt Wal-Mart-Kommunikationsdirektorin Karen Burk. Das ist
mehr als jedes andere TV-Ereignis im amerikanischen Fernsehen,
einschliesslich des Superbowl, der einen Share von 90 Millionen
Zuschauern erreicht.

Kundenfang via In-house-TV-Network
Ein weiteres Instrument, das Wal-Mart zu Marketingzwecken nutzen kann,
ist seine umfangreiche Sammlung von Kundendaten. Nach Firmenschätzung
hat das Unternehmen seit 1991 inzwischen 460 Terabytes an Daten
gesammelt – mehr als jedes andere Handelsunternehmen. Zum Vergleich:
Das Internet habe Zugriff auf lediglich die Hälfte solcher Datenmengen,
schätzt die New York Times. «Lediglich die US-Regierung hat mehr Daten
zur Verfügung», meint Bill Cody. Er glaubt, dass erst diese Daten
Wal-Mart zu seiner dominierenden Stellung verholfen haben. «Alles läuft
auf die Datensammlung hinaus.»     
     

Gerti Schön

Firmenprofil
Wal-Mart wurde 1962 von Sam Walton gegründet und beschäftigt heute
weltweit über 1,8 Millionen Mitarbeiter. Zu den rund 3900 Märkten in
den USA (Wal-Mart Supercenters und Märkte, SAM’s Clubs und
Neighbourhood Markets) kommen international weitere 2700 Geschäfte in 9
Ländern hinzu. Mehrheitsbeteiligungen an Handelsketten mit über 700
Läden in 6 weiteren Ländern werden separat gelistet. Ohne Letztere
erwirtschaftete der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 312,4
Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 9,5 Prozent gegenüber 2004
entspricht.

 
Luca Aloisi

Creative Marketing Service kommuniziert für Distrelec

Die Aargauer Agentur Creative Marketing Service hat mit Distrelec ein neues PR-Mandat gewonnen.

Die Aargauer Agentur Creative Marketing Service hat mit Distrelec ein neues PR-Mandat gewonnen. Distrelec bietet übers Web unterschiedliche Sortimente in den Bereichen Elektronik (Distrelec), Computertechnik (Disdata) und Hobby & Freizeit (Distop) an. Creative Marketing Service ist für die PR in der Schweiz zuständig und wird unter der Leitung von Marco Plüss die Medienpräsenz ausbauen, wie die Agentur in einer Medienmitteilung schreibt.

TopJobsScout24 lanciert Tarifmodell DayPay

Die beiden Online-Stellenbörsen JobScout24 und TopJobs können mit DayPay Online-Stelleninserate neu tagesgenau und flexibel abrechnen.

Die beiden Online-Stellenbörsen JobScout24 und TopJobs können mit DayPay Online-Stelleninserate neu tagesgenau und flexibel abrechnen. Das neue Tarifmodell bietet den Vorteil, dass neu die monatliche Rechnung individuell nach der Anzahl der in Anspruch genommenen Inseratetage tagesgenau gestellt werden kann. DayPay ist der erste und bisher einzige flexible Tarif für Stelleninserate in der Schweiz, heisst es in einer Mitteilung.

Publicis bündelt europäische Online-Aktivität in Zed digital

In der neuen Tochtergesellschaft Zed digital bündelt die franzosische Publicis-Gruppe alle Interactive- und Digital-Unternehmenseinheiten in Europa. Durch die Bündelung werden auch in der Schweiz die Interactive-Units von Bemberg, Gedenk, Media., Optimedia und Zenithmedia zusammengelegt.

In der neuen Tochtergesellschaft Zed digital bündelt die franzosische Publicis-Gruppe alle Interactive- und Digital-Unternehmenseinheiten in Europa. Von der Zusammenlegung verspricht man sich ein signifikantes Wachstum und Vorteile für die Kunden, schon jetzt sei das Wachstum in diesem Geschäftssegment rasant. Durch die Bündelung werden auch in der Schweiz die Interactive-Units von Bemberg, Gedenk, Media., Optimedia und Zenithmedia zusammengelegt und unter die Leitung von Patrick Theus gestellt. In der Schweiz sind 10 Mitarbeitende tätig. Das gesamte Netzwerk von Zed digital beschäftigt 280 Mitarbeitende in den wichtigsten europäischen Ländern.
Zum Leistungsspektrum von Zed digital gehört das Channel-Planning in gesamten digitalen Bereich – von Mobile Marketing bis hin zu den gängigen Werbeformen im Internet. In Disziplinen wie Suchmaschinen-, Affiliate- und Mobile Marketing nutzt Zed digital enge Kontakte zu bestehenden Marktpartnern, heisst es in einer Mitteilung. Konkret handelt es sich um Angelink yourposition, Minick und Orange8Interactive.

In den USA ist neues Bezahlsystem für TV-Werbung geplant

Wie das US-Fachblatt Advertising Age berichtet, steht für die US-TV-Werbung die grösste Veränderung seit ihres 65-jährigen Bestehens an.

Wie das US-Fachblatt Advertising Age berichtet, steht für die US-TV-Werbung die grösste Veränderung seit ihres 65-jährigen Bestehens an. Bisher wurden in den USA die TV-Werbegebühren nach der Anzahl Programm-Zuschauer berechnet. Nun planen die TV-Sender für das kommende Jahr die Gebühren gemäss der Anzahl Werbezuschauer festzulegen. «Commercial Ratings are going to bet he new big thing», prophezeit Mike Shaw, Verkaufsleiter bei ABC, gegenüber Advertising Age. Die Werbetreibenden sollen allerdings nicht auf Basis der Zuschauerzahl ihrer eigener Spots zahlen, sondern auf Basis durchschnittlicher Zuschauerzahlen während der Werbepausen einer jeweiligen Sendung. Dieses Jahr wurden noch insgesamt 9,05 Milliarden Dollar für TV-Werbegebühren eingenommen.

Annabelle mit neuer Anzeigenleitung

Andreas Florek (38) übernimmt am 1. September die Anzeigenleitung der Frauenzeitschrift Annabelle.

Andreas Florek (38) übernimmt am 1. September die Anzeigenleitung der Frauenzeitschrift Annabelle. Florek wechselt Tamedia-intern, denn er arbeitet seit über zwei Jahren als Gebietsverkaufsleiter von Facts beim Zürcher Verlagshaus. Zuvor war Florek Geschäftsführer bei der Media-Agentur Media Planing Group und stellvertretzender Geschäftsführer bei The MediaEdge und leitete auch zwei Jahre lang eine Agentur in Budapest. Wie der Verlag mitteilt, wird zu gegebener Zeit über die Nachfolgeregelung der Vakanz Gebietsverkaufsleiter Facts informiert werden.

Mediaforum.ch lanciert Newsletter für Verpackungsfragen «pack’s!»

Der neue Newsletter will sowohl Vermarktern von Verpackungslösungen als auch Verpackungs-Designern und Einkäufern ein Markt-Forum bieten und versteht sich als Business-to-Business-Tool zur Erreichung der abpackenden Industrien. Erstmals wird er Mitte August versendet.

Mitte August wird «pack’s!», Swiss Packaging Newsletter für Verpackung, Etikettieren, Codieren und Product Decoration, erstmals versendet werden. Der neue Newsletter will sowohl Vermarktern von Verpackungslösungen als auch Verpackungs-Designern und Einkäufern ein Markt-Forum bieten und versteht sich als Business-to-Business-Tool zur Erreichung der abpackenden Industrien.
Wie Redaktor von «pack’s!», Claude Bürki, ehemaliger Chefredaktor der Fachzeitschrift Tara gegenüber der Werbewoche ausführte, soll mit dem neuen Newsletter vor allem der Brückenschlag zwischen Anbieter und Anwender gelingen. «Das Interesse für Verpackungen wächst zunehmend», führte Bürki aus, «Anbieter und Anwender haben erkannt, dass gute Verpackung soviel Wert ist wie gute Werbung». Demgemäss stehen beim neuen Newsletter denn auch die Marketingfunktionen der Verpackung und nicht technische Spitzfindigkeiten im Zentrum.
Der Newsletter soll anfänglich alle drei Wochen versendet werden – wobei eine Steigerung der Frequenz auf 14-täglich bereits im Gespräch ist. Gesendet wird «pack’s!» an die Empfänger des Mediaforum Pressespiegels. Auf der Website des Mediaforums unter http://www.mediaforum.ch/index.html?stage=2 ist die kostenlose Subscription der neuen Dienstleistung möglich.
Kathrin Fischer
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