Das Rennen um die Übertragungsrechte der Euro 08 läuft

Derzeit verhandelt der Europäische Fussballverband mit der SRG SSR und verschiedenen Privatsendern, darunter dem Teleclub, und mit der Swisscom über die Schweizer Übertragungsrechte.

Derzeit verhandelt der Europäische Fussballverband mit der SRG SSR und verschiedenen Privatsendern, darunter dem Teleclub, und mit der Swisscom über die Schweizer Übertragungsrechte. Wer das Rennen macht, ist allerdings noch unklar.  Sollte sich die SRG SSR nicht mit der Uefa über die Preise und Bedingungen einigen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die EM nur im Pay-TV zu sehen ist – abgesehen von den Spielen der Schweizer Nationalmannschaft, die gemäss der europäischen Rundfunkverordnung ohne Zusatzgebühren empfangbar sein müssen. Die Chance auf eine Einigung schätzt Urs Leutert, SRG-Sportchef, gemäss dem SRG Newsletter Inside im Moment auf 51 Prozent. Denn die SRG wolle einerseits die Rechte erwerben und andererseits einen Teil der EM produzieren. Die SRG habe aber «eine finanzielle Schmerzgrenze», so Leutert weiter. Die Verhandlungen dauern noch bis Ende Jahr. Bereits für die Übertragungsrechte der WM bezahlte die SRG 17 Millionen Franken, konnte aber nur einen Teil davon wieder einspielen.
Auch der Teleclub könnte eine Rolle bei den Übertragungsrechten spielen: «Wir wurden angefragt» bestätigt Roger Feiner, Sportchef von Teleclub. Der Bezahlsender gehört zu zwei Dritteln der Kino- und Pay-TV-Gruppe CT Cinetrade, die zu einem Drittel dem Medienkonzern Ringier und zu 49 Prozent der Swisscom gehört.
An den Rechten ist insbesondere auch die Swisscom interessiert – und zwar im Hinblick auf Bluewin TV. Angekündigt ist der Start auf Herbst dieses Jahres. Die Übertragung der Euro 08 könnte der neuen Fernsehplattform zum Durchbruch verhelfen. Für die Swisscom wäre der Kauf der Übertragungsrechte jedenfalls keine grosse, finanzielle Sache. Ausserdem haben die beiden Swisscom-Töchter Teleclub und Bluewin TV bereits die TV-Rechte an der Super League erworben, wie die Werbewoche berichtete.

Elektronisch entern

Kommunikation Mit Sujets aus «Pirates of the Caribbean 2» feiert der Mobile Content-Provider Infowing am die Premiere seines Bluetooth-Dispensers.

Kommunikation 135 Millionen Dollar hat
«Pirates of the Caribbean 2» am Startwochenende allein in den USA
eingespielt. Mit Sujets dieses Kinoknallers feiert der führende Mobile
Content-Provider Infowing am 14. Juli die Premiere ihrer
Bluetooth-Dispenser. Das schlaue Gerät stellt eine Verbindung zu Handys
im Umkreis von 10 Metern her und bietet Fotos, Videos und anderes mehr
zu Download an. Darüber hinaus wird auch ein Kalendereintrag versandt,
der an das Premieredatum erinnert. Noch nie waren Piraten auf dem Handy
so willkommen. 

Warum Deo?

Wettbewerbe Warum für den kürzlich lancierten Viral-Spot-Contest das Thema "Deo" gewählt wurde, erklärt Mitorganisator Michael Kindermann.

Wettbewerbe Der kürzlich lancierte Contest
(WW 26/06) komme gut an, so Mitorganisator Michael Kindermann von
Snap-Film. Wegen des Themas «Deo» hegten aber viele den Verdacht, dass
ein Kosmetikkunde hinter dem Viral-Spot-Contest steht, der nur billig
an gute Ideen rankommen will. Dem sei nicht so: Das Thema laute zwar
so, der Spot müsse aber nicht zwingend für ein Deo und schon gar nicht
für eine Marke sein, stellt er klar. «Wir wollten ein Thema vorgeben,
bei dem alle die gleiche Ausgangslage haben, das alle kennen und wir
die Einsendungen besser miteinander vergleichen können», begründet
Kindermann die Wahl. Auch gibt es schon gute Vorlagen zum Beispiel von
Axe, die zeigen, dass sie von einer einfachen Idee leben und dennoch
geliebt werden. Genau das sei wichtig, denn «ein Viral Spot kann nur
mit einer starken Idee überleben».

Made in Switzerland

Sportartikel Für Nike Schweiz bleiben Nati-Spieler Philippe Senderos und Dani Gygax im neusten Spot von Tobias Weber bis zur EM am Ball.

Sportartikel Für Nike Schweiz bleiben
Nati-Spieler Philippe Senderos und Dani Gygax im neusten Spot von
Tobias Weber bis zur EM am Ball.«Ab dem 10. Juli wird man sich auf die
Uefa-Europameisterschaft 2008 konzentrieren», freute sich Ralph
Zloczower, Präsident des Schweizerischen Fussballbundes, noch vor dem
WM-Finale. Wie heisst es im Fussball doch so schön: Nach dem Spiel ist
vor dem Spiel – zur Freude der Werbeindustrie.

Noch bevor sich der WM-Hype gelegt hat und die Sponsoren ihre
Markom-Bilanzen gezogen haben, will Nike Schweiz die hohe
Aufmerksamkeit und die positiven Emotionen auf die EM und sich lenken.
Je früher, desto besser lautet die Devise. Denn im Rennen um die
Medienpräsenz ist erst der Teamausrüster der beiden
Gastgebermannschaften gesetzt – Puma. Die anderen Sportmarken machen
daher indirekt über Nebenschauplätze auf sich aufmerksam. Wenn es um
neue Plattformen und Umsetzungen geht, ist der weltgrösste
Sportausrüster nicht um überraschende und sehr teure Auftritte
verlegen; die Werbeausgaben für die WM sollen gar das Quartalsergebnis
belastet haben.

Kosteneffizient führt jetzt Nike das «Joga
Bonito»- Werbespektakel aus der WM-Kampagne gleich in die EM-Vorfreude
über und besetzt die Themenfelder Fussballkultur und Fairness. Unter
dem Aushängeschild brasilianische Seleçao wurde die Kampagne lokal
heruntergebrochen: In der Schweiz enthielt das pralle Werbepaket
Partnerschaften wie jene mit 20 Minuten, Sunrise oder Playstation, eine
Eventserie, ein Turnier, Internetauftritte mit Film Footage sowie einem
Wettbewerb.

Ein neuer Viral Spot von Wirz & Fraefel und Regisseur Tobias Weber
aktualisiert den Schweizer Nike-Online-Auftritt und lässt mit den
beiden Nati-Spielern Philippe Senderos und Dani Gygax das erstarkte
Selbstbewusstsein auf die Marke abstrahlen. Mit Einzelbildaufnahmen
einer an der Studiodecke fixierten Kamera, natürlichen Surroundings und
nachträglich mit Pixilationstechnik animiert, wurde eine
zweidimensionale Welt geschaffen, in der das Staraufgebot die Bälle um
Strassenmarkierungen und andere Gegenstände herumjongliert.

Ein Novum für die Produktionsfirma Wirz & Fraefel wie für die
lokale Nike-Agentur + Söhne, denn die US-Marke liess erstmals einen
Spot für den Schweizer Markt machen.

Luca Aloisi

Das ABB des Verkehrs

Unternehmen !Now Communications zeigt an wichtigen Knotenpunkten, was ABB für den Verkehr leistet.

Unternehmen !Now Communications zeigt an wichtigen Knotenpunkten, was ABB für den Verkehr leistet.Wo immer der Mensch seine Mobilität
ausleben kann: ABB steckt dahinter. «Motion meets Emotion», nennt sich
die mobile Ausstellung, mit welcher das Schweizer
Technologie-Unternehmen von Juni bis November 2006  der breiten
Öffentlichkeit zeigen will, welche Beiträge ABB für den Auto-, Bahn-
und Luftverkehr sowie die Schifffahrt leistet.

Zu sehen gibt es vier spannende multimediale Verkehrswelten sowie ein
riesiges «Mobilitätsballett», das die Passanten in den Bahnhöfen Bern,
Zürich und Genf Airport faszinieren soll. Ende Juni wird die Show mit
einem zweitägigen Event im Hallenstadion Zürich-Oerlikon ergänzt. Hier
informieren Überraschungsgäste mit Vorträgen. Geboten werden aber auch
attraktive Showteile für Kunden, Ingenieure, Dozenten, VIPs und
Studenten.

Kreiert wird der entsprechend bewegende Auftritt von !Now
Communications. Die Agentur aus Basel hat für die Crossmedia-Kampagne
die verschiedensten Medien kreiert: von Plakaten bis zum Megaposter,
von Inseraten, Radiospots und E-Boards bis zur persönlichen Einladung
und vom Wettbewerb bis zum Internet. Die Sujets zeigen Verkehrsmittel
wie Schiff, Eisenbahn, Seilbahn. Im Vordergrund stehen aber jeweils die
Menschen und ihr Nutzen, der im Claim formuliert ist: «Ganz schön mobil
– ABB steckt dahinter.»

Die Bellprat Associates erstellte das offen luftige Standkonzept mit
den Welten der Bahnen, der Autos, der Schiffe und der Seilbahnen, die
Nexintec entwickelte die Technik und Software der Installation.

Andreas Panzeri

Filmriss im Wasserglas

René Worni über unzufriedene Kinobetreiber und die Cinecom.

René Worni über unzufriedene Kinobetreiber.Werbegigant PubliGroupe ist allpräsent. So
auch in der Kinowerbung, die er in den rund 400 Schweizer Kinos
konkurrenzlos über die Tochtergesellschaft Cinecom abwickelt. Seit
Cinecom ein anderes Vertragsmodell einführen will, keimt Unmut bei den
Kinobetreibern. Die PubliGroupe-Tochter will, dass mit der Zeit alle
Kinos auf ihr Partizipationsmodell umsteigen.

Einige kleine Kinos haben ihre Verträge mit der Cinecom deshalb nicht
mehr erneuert und die Erfahrung gemacht, dass sie mit der
selbstständigen Vermarktung ihrer Leinwände besser fahren. Ein Effekt
dabei ist, dass lokale Kinowerbung mehr zum Zug kommt. Andere
unterschreiben die «Knebelverträge» mit der Cinecom unter Murren und
wollen sich nur noch kurzfristig an die Vermarkterin binden. Wären
Alternativen vorhanden, die Kinowerbung nicht über die Monopolistin
abzuwickeln, viele Kinobetreiber würden sofort zugreifen.

Doch warum gibt es keine Alternativen? Es ist noch nicht lange her,
seit Cinecom die elektronische Übermittlung der Werbefilme eingeführt
hat. Vorher flitzten die Filmrollen hin und her. Wer flächendeckend in
den Schweizer Kinos werben wollte, brauchte hunderte von Filmkopien.
Jetzt ist das anders. Wer das Monopol brechen will, muss also denselben
digitalen Standard bieten. Versuche, eine selbstständige Organisation
aufzubauen, seien im Gang, heisst es hinter vorgehaltener Hand.

In der Westschweiz hatte die französische Mediavision ab 1999
kontinuierlich einen Marktanteil von 50 Prozent aufgebaut. Doch bis in
die Deutschschweiz schafften es die Franzosen nie. Sie scheiterten am
technologischen Vorsprung der Cinecom, welche sich das Westschweizer
Geschäft von Mediavision einverleibte und diese so aus dem Markt
entfernte. Derzeit mag die Lage für einen neuen Anbieter günstig
scheinen, um gegen das Monopol der Cinecom anzutreten. Das könnte sogar
die Franzosen erneut auf den Plan rufen. Doch am Ende ist der Unmut ein
Sturm im Wasserglas, denn mit der Cinecom leben viele Kinobetreiber
immer noch gut.

René Worni

Radio Central erweitert Sendegebiet

Wie der Sender am Mittwoch mitteilte, ist Radio Central neu auch in der Region Dallenwil (OW) Richtung Engelberg empfangbar, da der Sender Stans-Oberdorf entsprechend ausgebaut worden ist.

Wie der Sender am Mittwoch mitteilte, ist Radio Central neu auch in der Region Dallenwil (OW) Richtung Engelberg empfangbar, da der Sender Stans-Oberdorf entsprechend ausgebaut worden ist.
Das Programm von Radio Central kann dank 19 UKW-Sendeanlagen vom Walensee und den Regionen Glarus, Zürichsee, Zug, Schwyz, Luzern bis zum Brünig und vom Gotthard bis ins Säuliamt empfangen werden.

Studie: In Kundenmagazinen steckt viel ungenutztes Dialogpotential

Kundenmagazine könnten viel stärker für neue Kundenkontakte genutzt werden. Denn immerhin 25 Prozent der deutschsprachigen Kundenmagazine bietet Lesern keinerlei Kontaktchancen.

Kundenmagazine könnten viel stärker für neue Kundenkontakte genutzt werden. Denn immerhin 25 Prozent der deutschsprachigen Kundenmagazine bietet Lesern keinerlei Kontaktchancen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der deutschen Agentur Dahlem + Partner, die 196 deutschsprachige Kundenmagazine untersucht hat. «Die Ergebnisse der Untersuchung signalisieren eine gewisse Unsicherheit im Umgang mit dem Dialog», kommentiert Richard Lücke, Leiter Produktmanagement Presse Distribution der Deutschen Post, die Ergebnisse gemäss Dahlem + Partner. Ausserdem fehlt für die Bearbeitung des Response oftmals schlicht das Personal, so Lücke weiter.
B-to-C kommuniziert zwar insgesamt besser als B-to-B, dennoch verschenken beide Zielgruppensegmente wertvolles Dialogpotenzial: Knapp jedes vierte B-to-C-Magazin bietet keine Möglichkeit zum Dialog an und jedes dritte B-to-B-Magazin setzt keine Dialogsignale.
Im Branchenvergleich können sich Pharma-Magazine profilieren – jedes Heft (100 Prozent) ist mit Responseangeboten ausgestattet. Auf Platz zwei folgen die Finanzdienstleister (91 Prozent). Anschliessend kommen Tourismus/Reisen (89 Prozent), Medien/Entertainment/Kultur und Energie mit je 86 Prozent, Handel/Konsum (72 Prozent) und zuletzt Autohersteller (69 Prozent).
Die Studie zeigt ferner die Nutzung von Dialoginstrumenten zur Adressgenerierung: Am häufigsten werden Webadressen, am zweithäufigsten E-Mail und am dritthäufigsten Fax genutzt. Responsekarten und Coupons werden nur von wenigen Unternehmen (ca. 10 Prozent) eingesetzt. SMS spielt praktisch keine Rolle.
Responsekarten gehören zwar nicht zu den häufig eingesetzten Responseinstrumenten, dafür gehören sie zusammen mit den Coupons zu den optisch am vorteilhaftesten positionierten – denn auf stabilen Umschlagsseiten oder im Bund sind sie kaum zu übersehen. Fax, Web und Telefon werden von der Mehrheit der untersuchten Magazine auffällig positioniert. Die E-Mail-Adresse aber wird von der Hälfte eher unauffällig integriert.

Der Wegbereiter

Andreas Waldis soll bei Ringier als Projektleiter «Neue Medien» bereichs- und länderübergreifend neue Geschäftsmodelle erkennen.

Andreas Waldis soll bei Ringier als Projektleiter «Neue Medien» bereichs- und länderübergreifend neue Geschäftsmodelle erkennen.
In die Zukunft schauen, mit einem
möglichst treffsicheren Filter, ist fast unmöglich. Was ist in fünf
Jahren wirklich erfolgreich? Wo schlummert ein Geschäftsmodell, das
nicht nur eine tolle Idee verspricht, sondern auch ein Return on
Invest? Antworten auf solche Fragen sucht beim Verlagshaus Ringier ein
neu
gegründeter Ausschuss «Neue Medien».

Projektleiter seit diesem Frühling
ist Andreas Waldis, der frühere Leiter Marketing & Sales von
Ringier-TV. Der nebenamtliche Bassist der Soul-Band «Captain Funk and
the Starships» dürfte damit einen Traumjob im weitgehend noch
unentdeckten Universum der Neuen Medien gefunden haben.

Bereits einen Drittel seines Umsatzes erwirtschaftet Ringier im
Ausland. Vielschichtig interessant in diesen Märkten ist, dass die
Entwicklungen zeitverschoben ablaufen.  Ideen, die hier schon
lange einen gesättigten Markt vorfinden, haben in anderen Ländern noch
Potenzial. «In vielen Oststaaten könnte man noch einen Printtitel
lancieren. Aber weil alles so schnell geht, muss man sich gleichzeitig
auch im neuen Medienbereich bewegen», weiss Waldis. 

Es gibt sehr viele Ideen in einem kreativen Haus wie Ringier. Der
Projektleiter Neue Medien soll nun diese erkennen und für die
Realisation die richtigen Leute zusammenbringen. Diese Funktion des
Vermittlers ist mit ein Grund, wieso Waldis bei den Corporate
Communications angesiedelt ist.

Anfangen wollte er eigentlich als Jurist. Nach zwei Jahren war für ihn
aber der Reiz dieses Studiums vorbei. Mehr faszinierte ihn die Werbung.
Bei diversen kleinen und mittleren Agenturen in Zürich durfte er «von
der Pike auf» lernen, machte beim Sawi den Werbeassistenten und
schliesslich berufsbegleitend noch den eidg. dipl. Werbeleiter. Bei
Burkard & Partner endete seine Karriere auf Agenturseite 1998 im
Rang eines stellvertretenden Geschäftsführers. In diesem
Fünf-Mann-Betrieb habe er «fast alles gemacht und sehr viel gelernt».
Das Vertrauensverhältnis zu den Kunden hat dazu geführt, dass der
Werber immer mehr auch «fast Unternehmensberatung» machen konnte.
Waldis entdeckte sein «Interesse am Strategischen».

Noch direkter ausleben konnte er dieses Vorausdenken natürlich auf
Kundenseite. Es folgten vier Jahre als Leiter Werbung bei Kuoni. Die
Reisebranche war eher Zufall, obwohl Waldis Affinitäten zum Produkt
durchaus vorweisen konnte. Sein Studium verdiente er als «Seasonal
Flight Attendant». Auch dieses «Europa bolzen» sei für ihn eine
lehrreiche Erfahrung gewesen, vor allem, was die Teamarbeit betrifft,
wenn mehrmals pro Tag ein voll besetzter Kurs gemäss damaligem
Swissair-Standard verpflegt werden musste.

Bei Kuoni hat Waldis die Kampagnen «Ferien, in denen Sie alles
vergessen» sowie Helvetic Tours mit Advico durchgezogen. Er hat neben
der Markenführung auf Ebene Konzern auch den Direktvertrieb Reisen
Netto mitaufgebaut. Hier haben sich erste Erfahrungen mit den Neuen
Medien ergeben, denn auch das eben frisch aufgekommene Onlinemarketing
wurde bei ihm angesiedelt. «Die Reisebranche zählte zu den Pionieren im
Netz.»

Kurz vor dem fatalen 11. September kündigte Waldis beim Touroperator.
«Der Laden lief rund und ich hatte Lust auf etwas Neues.» Auf dem
folgenden Sabbatical-Trip von Los Angeles quer durch die USA war er
dann oft der einzige Tourist. «Allein reisend und männlich – das machte
mich suspekt», erinnert er sich. Befreiter fühlte er sich auf einer
zweiten Reise durch Mexiko. Dort holte ihn aber ein Anruf von Marc
Görtz in die Realität der Berufswelt zurück.

Der Geschäftsführer von Ringier TV wollte das Marketing verstärken.
«Medien sind genau das Gebiet, welches in meinem Lebenslauf noch
fehlt», freute sich Waldis. So ist er 2002 als Mitglied der
Geschäftsleitung bei Ringier-TV eingestiegen. Waldis zeichnete
verantwortlich für Marketing und Verkauf. «Das Rückgrat einer Sendung
im Privat-TV ist sehr oft das Sponsoring», hat Waldis realisiert.

Eine
spannende Aufgabe: 14 Sendungen – und alle brauchen Partner, Finanzen
und Image: Wie sehe ich eine Marke in einer bestimmten Sendung? Wo
gibts im Programm Rubriken, in denen eine Marke gut integriert werden
kann, ohne dass es aufgesetzt wirkt und im besten Fall der Formel «1 +
1 = 3» entspricht, nämlich: ein gutes Programm mit einem guten Partner,
so dass auch der Zuschauer etwas davon hat, wenn dieser Partner mit
dabei ist. Waldis gefiel es, dass er bei diesem Geschäft jeweils «auf
einer hohen Hierarchiestufe Kontakte pflegen» durfte.

Mit der Beteiligung von Ringier an Sat 1 Schweiz hat Waldis viele neuen
Gefässe mitentwickelt. Stolz ist er zum Beispiel auf «People» oder
«Celebrations». «Fernsehen ist in einem traditionellen Printhaus wie Ringier ein
exotischer Bereich», erklärt Waldis. Als eine seiner wichtigen Aufgaben
sah er deshalb «die Scharnierfunktionen ins Stammhaus». Dazu gehörte
das Key-Account-Marketing – heute organisiert als
«Crossmedia-Solutions». Immer wichtiger wurden auf  Kunden
zugeschnittene Projekte mit crossmedialen Lösungen, die über mehrere
Bereiche von Ringier gehen. «Win-a-house» für Credit Suisse oder «Die
Familie des Jahres» für Vögele sind hier erfolgreich vernetzte Cases.

Alle vier Jahre packt es ihn. «Wo kann ich in Zukunft noch mehr
strategisch arbeiten und etwas Neues aufbauen?», war nun letztes Jahr
die Frage, als Waldis sich wieder einmal verändern wollte. Die Chance
dazu haben ihm Thomas Trüb und Marco Castellaneta angeboten im Rahmen
des Projektes «Ringier 2010». Wohin geht die Reise? Was macht ein
Medienhaus in Zukunft? Wo gibt es Handlungsbedarf? Wie geht man um mit
den Generationen, die nachkommen? Wie verändert sich die Distribution?

Man redet seit zehn Jahren von den «Neuen Medien». Jetzt sind sie da.
Unter möglichen Techniken, über die man unterwegs ein Medium
konsumieren kann, sieht Waldis neben dem Handy bald einmal das E-Paper.
Dieses auch kombiniert mit bewegten Bildern.

Bei solchen Entwicklungen will Ringier «von Beginn weg sehr stark dabei
sein». Eine wichtige Zukunft birgt auch das Schlagwort «Communities»:
Wie kann ein bestehender Titel in diese Richtung ausgeweitet werden?
Und welche neuen Marken braucht es dazu?

Andreas Panzeri

Handelszeitung erneuert Führungsstruktur

Die Handelszeitung baut die Berichterstattung in den Bereichen Unternehmen und Finanz weiter aus und gibt sich in diesem Zusammenhang eine neue redaktionelle Führungsstruktur.

Die Handelszeitung baut die Berichterstattung in den Bereichen Unternehmen und Finanz weiter aus und gibt sich in diesem Zusammenhang eine neue redaktionelle Führungsstruktur. Sandra Willmeroth (36) wird am 1. Oktober neue Leiterin der Finanzredaktion der Handelszeitung. Derzeit ist Willmeroth Leiterin Wirtschaftspresse bei Swisscontent, zuvor war sie als Wirtschaftsredaktorin beim Tages-Anzeiger tätig. Willmeroth ersetzt in dieser Funktion Daniel Hügli, der die Handelszeitung verlässt.
Zur Ressortleiterin Unternehmen wurde Gabriela Weiss (30) befördert. Weiss ist seit zwei Jahren als Redaktorin bei der Handelszeitung tätig. Stellvertretender Ressortleiter wird Michael Kuhn (27). Peter Hody (38) wird stellvertretender Ressortleiter des Finanzbundes. Zum Koordinator für die redaktionelle Zusammenarbeit mit dem «Wall Street Journal» wurde Christoph Fehr (46) bestimmt. Unverändert blieb die Chefredaktion, die aus Chefredaktor Martin Spieler, Pascal Ihle und Markus Köchli besteht.

Bröckelt Cinecom-Monopol?

Kinowerbung Seit die Cinecom neue Pachtverträge vorlegt, mehren sich unzufriedene Kinobetreiber. Einige haben sich vom Vermarktungsmonopol der PubliGroupe-Tochter gelöst.

Kinowerbung Seit die Cinecom neue Pachtverträge vorlegt, mehren sich unzufriedene Kinobetreiber. Einige haben sich vom Vermarktungsmonopol der PubliGroupe-Tochter gelöst.Die Kinovermarkterin Cinecom ist
Monopolistin im Kinomarkt Schweiz: Sie hat seit 2004 alle gut 400
kommerziellen Schweizer Kinos in Pacht. Doch seit bei der 100-prozentigen PubliGroupe-Tochter Vertragserneuerungen anstehen,
ist unter den Kinobetreibern der Beginn einer Absetzbewegung
auszumachen. Eine der
Ersten, die ihren Pachtvertrag auflöste, ist die Kino Chur AG. «Der
Vertrag für unsere vier Kinosäle lief Ende 2005 aus, wir haben ihn
nicht mehr erneuert», sagt Rita Kalberer, zuständig für Marketing und
Administration. Der Grund: «Die neuen Konditionen haben für uns nicht
mehr gestimmt. Doch die Cinecom liess nicht mit sich reden.»

Auch Stephan Stottele, Besitzer der Kinos ABC und Bambi in Bülach,
mochte die neuen «Knebelverträge» der Cinecom nicht akzeptieren und
kündigte per Ende 2005. Gar vorzeitig gekündigt hat Marco Brenner,
Geschäftsführer der Kinos Palace 1 und 2 in Wetzikon. Sein Vertrag mit
der Cinecom würde erst Ende 2007 auslaufen, doch er will sich schon per
Ende 2006 «vollständig» lösen.

Ob Chur, Bülach, Wetzikon oder anderswo – die Situation ist überall
gleich: Bisher bezahlte die Cinecom den 400 Kinos je einen fixen,
allerdings standortabhängigen Betrag pro Kinobesucher. Neu präsentiert
die PubliGroupe-Tochter der Kinobranche ein Partizipationsmodell: Sie
streicht die besucherabhängige Entschädigung, stattdessen will sie den
Nettowerbeertrag je Kino in etwa hälftig teilen. Zudem verlangt sie für
die digitale Übermittlung von Kinowerbung eine jährliche Gebühr.

Die Unzufriedenheit wächst
Was dies für ihre Kinos bedeuten würde, erklärt Rita Kalberer so:
«Gemäss Vertragsofferte hätten wir von der Cinecom nur noch etwa 50
Prozent des bisherigen Umsatzes erhalten.» Marco Brenner pflichtet bei:
«Der Umsatz der Cinecom nimmt ab, trotzdem drückt sie bei jeder
Vertragserneuerung den Preis und macht neue Auflagen.» Und Stefan
Stottele ist mit dem Partizipationssatz nicht einverstanden. «Für die
Werbeakquisition bezahle ich höchstens 20 Prozent», sagt er. Zudem
beurteilt er die Berechnung des zu teilenden Nettowerbeertrags als
«intransparent». Denn die Cinecom vermarkte neben Kino auch TV,
Adscreen und Print, habe aber ihre Overheadkosten allein für
Kinowerbung nie aufgeschlüsselt. «Ich will doch nicht den ganzen
Cinecom-Apparat mitfinanzieren», sagt Stottele. Und für die digitale
Übermittlung der Werbung will er nichts bezahlen, da sich die Cinecom
ja schon die Transportkosten für die Werbefilmrollen spare.

Ob noch andere Kinobetreiber den Emanzipationsschritt vorhaben oder
schon wagten, ist unklar. Fest steht jedoch: Die Unzufriedenheit
wächst. Das weiss man auch bei den Kinoverbänden. Stellungnahmen oder
Empfehlungen gibt es dort zwar nicht, denn man will aus
kartellrechtlichen Gründen jeden Eindruck von Preisabsprachen
vermeiden. Doch einige Präsidenten halten zumindest mit ihrer
persönlichen Meinung nicht hinter dem Berg: So hält etwa Vital
Epelbaum, Präsident von United Cinemas of Switzerland (100 Kinos) eine
Ausweitung der «Oppositionsbewegung» für durchaus möglich – allerdings
ohne ihn, denn bei seinen 19 Sälen steht noch keine Vertragserneuerung
an.

Ähnlich bei Manuel Zach, Präsident von rund 130 Kleinstadt- und
Landkinos: Er hat für seine eigenen fünf Kinos die Pacht erneuert.
Dennoch hält er fest: «Seit die Cinecom allein auf dem Markt ist,
verhält sie sich sehr dominant.» Und Hanspeter Sigg, Präsident des
Ostschweizer Kinoverbandes (56 Kinos) ergänzt: «Die Kinobranche ist
sehr ungehalten.» Er selbst auch. Deshalb wird er für seine 22 Kinos
zwar einen neuen Pachtvertrag unterschreiben, «ihn jedoch nur auf ein
Jahr befristen.»

Und wie kommen die abtrünnigen Kinos nun zu ihren Werbeeinnahmen? «Wir
sind jetzt daran, für uns eine Vermarktungsabteilung aufzubauen», sagt
Rita Kalberer in Chur. Als Erstes ging sie mit Tele- Südostschweiz ein
Werbekombi ein: Wer seinen Spot in beiden Medien zeigt, erhält einen
Rabatt. Zudem hat Kalberer alle lokalen Kunden über die neue Situation
informiert und auch bei nationalen Kunden erste Besuche abgestattet.
Mit Erfolg: Ihr Umsatz im ersten Semester 2006 sei höher als jener, den sie von Cinecom erhalten hätte, und er liege «nur knapp»
unter jenem, den ihr die Cinecom vor einem Jahr brachte, sagt sie.
Allerdings sei jetzt der Anteil lokaler Werbung wesentlich höher.

Stephan Stottele in Bülach gibt gar an, heute denselben Umsatz zu
erreichen, wie vorher mit Cinecom. «Ohne die ganzen Overheadkosten kann
ich eben meine Preise tiefer ansetzen», erklärt er. Und Marco Brenner
setzt neben der lokalen Werbung auch auf nationale Werbung mit lokalem
Bezug. «Es bringt der Automarke X mehr, wenn ich Ihr neues Auto
zusammen mit der Adresse Ihres lokalen Garagisten zeige», sagt er.

Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass einige Kinobetreiber auch über
eine Alternative zur Cinecom nachdenken. «So etwas könnte durchaus
entstehen», schätzt Vital Epelbaum die Situation ein. Und Stephan
Stottele meint: «Falls jemand mit einem guten Angebot kommt, bin ich
der Erste, der mitmacht.»

Wie aber reagiert man bei Cinecom in Zürich? «Dass wir seit 2004 die
Verträge kontinuierlich erneuern und dabei statt einer
besucherabhängigen Entschädigung das in allen andern Medien übliche
Partizipationsprinzip einführen wollen, sind keine News, aber für die
Schweizer Kinobranche halt etwas ungewohnt», sagt Geschäftsführer
Matthias Luchsinger. Allerdings seien bisher nur zwei kleinere Verträge
nicht erneuert worden. Er betont, dass die Berechnung des
Nettowerbeertrags in den Verträgen klar aufgeschlüsselt sei und die
korrekte Verteilung der Einnahmen durch die Revisionsstelle geprüft
werde.

Zu den Prozentsätzen sowie zu den Overheadkosten will Luchsinger
dagegen nicht Stellung nehmen. Doch er weist darauf hin, dass die
Cinecom den Kinowerbeumsatz im ersten Halbjahr 2006 dank der im letzten
Jahr eingeführten digitalen Übermittlung um zehn Prozent habe steigern
können, dies obwohl erneut die Tabakwerbung zurückgegangen sei. «Sollte
diese einmal wegfallen, kann ich allen, die sich selbst vermarkten
wollen, viel Glück wünschen», sagt er.

Geschichte des Cinecom-Monopols
1995 schlossen sich die beiden damaligen Kinovermarkter Digital
Cinefilm und Central Films zur Cinecom & Media zusammen. CEO des
neuen Monopolisten wurde Matthias Luchsinger, zuvor Verkaufsleiter bei
Digital Cinefilm.

1999 erhielt das Monopol aber einen Riss, als die Vermarktung des neu
eröffneten Genfer Multiplexkinos Balexert der französischen
Kinovermarkterin Mediavision übertragen wurde. In der Folge baute
Mediavision ihren Marktanteil in der Westschweiz kontinuierlich auf
über 50 Prozent aus, in der Deutschschweiz konnte sie aber nie Fuss
fassen. Darum – und auch weil sie punkto Digitalisierung der
Kinowerbung nicht mit der Cinecom mithalten konnte – strich sie Anfang
2004 die Segel. Die Cinecom übernahm wieder alle Kinoverträge. Im
selben Jahr wurde die Cinecom, die damals im Besitz des Investors Peter
Gmür war, von der PubliGroupe aufgekauft.

Markus Knöpfli

Google Video startet auf Deutsch

Am Mittwoch hat Google die deutschsprachige Version seines Video-Dienstes lanciert. Der Dienst ist bislang kostenlos, Google testet derzeit aber auch die Möglichkeit der Werbefinanzierung.

Am Mittwoch hat Google die Deutschsprachige Version seines Video-Dienstes lanciert. Neben den Einträgen in internationalen Index finden Benutzer neu auch Einträge aus Deutschland. Google Video wird auch in Frankreich, Polen, Italien, Spanien, Kanada und den Niederlanden in einer nationalisierten Version angeboten.
Google baut nach eigenen Angaben in Europa ein Netzwerk von Medienpartnern auf, die ihre Videoinhalte in den kommenden Monaten bei Google Video anbieten sollen.
Google Video ist für jedermann offen, für den Upload der Filme gelten keine Grössenbeschränkungen. Neben der Suchfunktion für Videos bietet Google Video auch eine täglich aktualisierte Liste der hundert meistgesehenen Filme. Die Videos lassen sich zudem in Websites integrieren und herunterladen. Alle Dienstleistungen der Plattform sind derzeit kostenlos.
get_footer();