Digitale Innovationen stehen auf der Agenda von Führungskräften ganz oben. Dabei spielen Themen wie Innovationsmanagement und Fachkräftemangel international eine grosse Rolle. Schweizer IT-Verantwortliche räumen derweil dem Aspekt der Kostenoptimierung einen viel höheren Stellenwert ein als ihre Kollegen im Ausland.
Nachholbedarf bei Grossunternehmen
Zwei Drittel der Chief Information Officer (CIO) weltweit bezeichnen die digitale Umwälzung als sehr bedeutsame Veränderung. Lediglich einer von zehn CIO glaubt, dass sein Unternehmen in den kommenden Jahren davon unberührt bleibe. Der digitale Wandel zwingt die Unternehmen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und neue Produkte und Dienstleistungen schneller auf den Markt zu bringen. Die internationale Umfrage hat ergeben, dass Grossunternehmen hinsichtlich der digitalen Technologien Nachholbedarf sehen. Nur 17 Prozent sind der Meinung, die digitale Umwälzung «viel besser» zu meistern als ihre Mitbewerber. Unter den KMU sind es weltweit 35 Prozent.
Breit abgestützte Verantwortung für digitale Strategien
Die Umfrage zeigt, dass die Rolle des Chief Digital Officer (CDO) weiter an Gewicht gewinnt. 17 Prozent aller CIO arbeiten mittlerweile mit einem CDO zusammen, letztes Jahr waren es erst 7 Prozent. Weitere 5 Prozent der Befragten äusserten die Absicht, in den nächsten Monaten einen CDO einzustel- len. Allerdings variiert die Rolle des CDO stark von Unternehmen zu Unternehmen. Von denjenigen, die über einen CDO verfügen, hat nur knapp die Hälfte (47 Prozent) dieser Person auch die Ge- samtverantwortung für die digitale Strategie übertragen. Die übrigen Unternehmen ziehen es vor, den CIO, den Marketingleiter oder die Geschäftsführung mit dieser Rolle zu betrauen.
Ein Trend, der in den Jahren 2012 bis 2014 festgestellt wurde, hat sich derweil umgekehrt: Die Zahl der Unternehmen, in denen ausschliesslich die Marketingabteilungen für die digitale Strategie zuständig sind, ist von 40 Prozent im Vorjahr auf 24 Prozent gesunken. Im Gegenzug ist die Zahl der Un- ternehmen, deren IT-Abteilungen die Federführung im digitalen Bereich haben, auf 18 Prozent angewachsen. Damit hat sich der Einfluss der IT im Vergleich zum letzten Jahr fast verdoppelt. Ausserdem hat sich die Beziehung der CIO mit dem Marketing intensiviert: 33 Prozent der Befragen bezeichnen sie als «sehr eng», im Vorjahr taten dies erst 30 Prozent. In Firmen, in denen sich die IT- und die Marketing-Abteilung die Verantwortung für die digitale Strategie teilen, ist die Beziehung am engsten. 41 Prozent der CIO in diesen Unternehmen bezeichnen die Zusammenarbeit als «sehr eng».
Zunehmendes Gefahrenpotenzial durch Cyberkriminalität
Mit einer Quote von 61 Prozent führt Effizienzsteigerungen die Liste der operativen Prioritäten an. Im Vergleich zum letzten Jahr gelang aber dem Bereich Bereich Business Intelligence und Analytik in der Prioritätenliste der grösste Sprung: Beinahe die Hälfte der CIO räumte diesem Punkt oberste Priorität ein (+ 5,7 Prozent). Im Bereich der Risiken zeigt sich, dass Cyberkriminalität eine sehr reale Bedrohung darstellt. Weltweit berichtet einer von vier CIO von grösseren IT-Sicherheitsvorfällen in den letzten zwölf Monaten. Und die Herausforderungen nehmen zu: Nur noch 23 Prozent der Befragten geben dabei an, «sehr gut» auf die Bedrohung vorbereitet zu sein, was einem Minus von 6 Prozent gegenüber dem letzten Jahr entspricht.
Höherer Kostendruck in der Schweiz
In der Schweiz behandeln sechs von zehn CIO (62 Prozent) Kosteneinsparungen im Jahr 2015 prioritär, womit dieser Wert viel höher liegt als der weltweite Durchschnitt von 17 Prozent. 59 Prozent der CIO in der Schweiz räumen 2015 der operativen Effizienz Priorität ein. Verglichen mit dem weltweiten Durchschnitt ist dagegen die strategische Ausrichtung der Schweizer CIO weniger stark ausgeprägt. Zudem sind in der Schweiz die Chancen auf einen Personalausbau geringer. Dafür ent- spricht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schweizer CIO einen Chief Digital Officer an seiner Seite hat, dem globalen Durchschnitt.
Prafull Sharma, Leiter CIO Advisory bei KPMG Schweiz, kommentiert die Ergebnisse in einer Mitteilung wie folgt: «Die CIO gehen sowohl in der Schweiz als auch weltweit davon aus, dass der Wandel rapide voranschreitet und die Nachfrage etwa nach CDO und nach Big-Data-Spezialisten weiter stark wachsen wird.»