Die Sportvermarktung in Deutschland nimmt weiter zu, wobei es künftig die höchsten Zuwächse im Bereich Internet- und Mobilrechte geben wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Instituts für Sportmanagement Remagen und der Sportbusiness Gruppe von Deloitte. Am stärksten dürften dabei die deutschen Proficlubs im Fussball profitieren: Im Segment Internet erwarten 44 Prozent der befragten Branchenexperten ein Wachstum von über 15 Prozent. Im Mobilmarkt rechnen dagegen 48 Prozent mit einer solchen Steigerung. Für andere Sportarten wie Handball, Basketball und Eishockey werden nur von 10 Prozent derart hohe Zuwächse prognostiziert.Eine Unterscheidung zwischen TV- und Internetrechten wird es in Zukunft nicht mehr geben: «In England werden schon jetzt nur mehr Live-Rechte ausgeschrieben, die sowohl TV- als auch Internet-Berichterstattung» beinhalten, sagt Stefan Ludwig, Leiter der Sportbusiness Gruppe Deloitte, gegenüber Pressetext.
Mehr als 60 Prozent der Studienteilnehmer erwarten für die Sportbranche in der Saison 2006/07 Einnahmesteigerungen von mindestens 15 Prozent im Sponsoring und Fernsehen. Für Internet- und Mobilrechte wird von 70 Prozent der Befragten ein etwa gleich grosses Wachstum vorausgesagt. Mehr als 80 Prozent rechnen allerdings mit einer Steigerung im Bereich neuer und mobiler Medien, sofern die Vorraussagen für Sponsoring und TV für die kommende Spielzeit bis 2008 ungefähr gleich bleiben. Insgesamt wird das Wachstum in diesen Segmenten laut 25 Prozent bei über 15 Prozent liegen.
Die künftige Vermarktung der unterschiedlichen Sportliegen wird verschieden eingeschätzt: Dass die DFL-Clubs bei Sponsoring und TV zulegen werden, glauben über 80 Prozent der Befragten. Für Sportarten wie Eishockey und Basketball werden von den Branchenkennern keine steigenden Einnahmen erwartet. Immerhin für die Handball-Liga prognostizieren 45 Prozent zunehmende finanzielle Sponsoring- und TV-Erlöse.
Erhebliche Auswirkungen auf die Sponsoringeinnahmen könnte ein Werbeverbot für Wettanbieter in Deutschland haben. Dieses wird derzeit stark diskutiert. «Den Klubs könnte eine signifikante Sponsoring-Summer verloren gehen», sagt Ludwig gegenüber Pressetext weiter.
Neben klassischen Einnahmefeldern wie Klingeltönen, Games oder Wallpapers werden insbesondere in den Bereichen Wetten, Ticketing, Single-Sportportale höhere Erlöse erwartet. Eher skeptisch werden dagegen Handy-TV-Angebote betrachtet, die nur im Mittelfeld mobiler Business-Dienstleistungen rangieren.