NZZ-Gruppe und Tamedia begraben Kriegsbeil
Im Kampf um die Vorherrschaft im Kanton Thurgau wollen die Zürcher Grossverlage eine territoriale Lösung vereinbaren und sogar redaktionell kooperieren.
Im Kampf um die Vorherrschaft im Kanton Thurgau wollen die Zürcher Grossverlage eine territoriale Lösung vereinbaren und sogar redaktionell kooperieren. Das überrascht, lieferten sich doch die Thurgauer Zeitung (TZ) der Tamedia und das zur NZZ-Gruppe gehörende St. Galler Tagblatt einen veritablen Kleinkrieg um die Vorherrschaft im Kanton Thurgau. Nun scheint das Ende in greifbarer Nähe: Gemäss Recherchen der Aargauer Zeitung soll am 15. September ein Vertrag unterzeichnet werden, der das Territorium unter den Konkurrenten aufteilt. Der Westen mit den Bezirken Frauenfeld, Weinfelden, Münchwilen, Diessenhofen und Steckborn ist das Einzugsgebiet der Thurgauer Zeitung, und der Osten mit Arbon, Bischofszell und Kreuzlingen jenes des St. Galler Tagblatts. Geplant sei ausserdem eine redaktionelle Zusammenarbeit auf der Basis von Artikel- oder gar Seitenaustausch.
Bei beiden Häusern gibt man sich bedeckt. Seitens des Tagblatts werden die Kontakte immerhin bestätigt, spruchreif sei indes noch nichts. Überrascht zeigt man sich bei der TZ. Die bisherigen Entwicklungen hätten eher auf eine engere Kooperation mit dem Landboten schliessen lassen, wo die Tamedia bereits im Anzeigenbereich, Druck und Vertrieb engagiert ist – aus Spargründen (siehe
Thurgauer Zeitung und Landbote verhandeln über Kooperation). Kommt der Deal zwischen Tamedia und NZZ-Gruppe zu Stande, würde das Sparpotential auf die Redaktionen ausgeweitet, weshalb sogar Stellenabbau zum Thema würde. Das St. Galler Tagblatt müsste zudem Abschied nehmen von seinem Ziel der grossen Tageszeitung für die Ostschweiz.
