Politisch korrekt

René Worni über die mostindische Presselandschaft.

René Worni über die mostindische Presselandschaft. Ziemlich genau vor einem Jahr hat sich das Bietverfahren um die Thurgauer Zeitung (TZ) zwischen den beiden Konkurrenten aus Zürich, NZZ-Gruppe und Tamedia, zu Gunsten von Tamedia entschieden. Bei  der NZZ zeigte man sich herb enttäuscht über die plötzliche Geldgier der TZ-Aktionäre, die ihr Blatt einfach an den Meistbietenden verhökerten. Dabei hatten die NZZ-Verantwortlichen bereits weit gediehene Modelle entwickelt, wie ihr St. Galler Tagblatt mit der Thurgauer Zeitung zusammenarbeiten könnte. Und auch die Thurgauer Regierung hätte ihr Hausblatt lieber im Umfeld der NZZ gesehen als bei den Herren Coninx und Kall. Denn der zumindest in der Vergangenheit als tendenziell linksliberal geltende Verlag passt nicht so recht ins Bild. Das erfordert von Tamedia ein tastendes Vorgehen, wo man sonst eher unzimperlich expandiert. Die Wahrung der publizistischen Unabhängigkeit der Thurgauer Zeitung als governementales Identifikationsblatt ist deshalb oberstes Gebot.
Jetzt sollen die Kooperationspläne zwischen TZ und St. Galler Tagblatt trotzdem wahr werden. Doch der zu erwartende Synergiegewinn ist nicht auf beiden Seiten gleich gross. Das St. Galler Tagblatt zieht sich von seiner sechsjährigen Offensive gegen die stark verankerte TZ zurück und streicht gegen zehn Stellen. Auch die TZ baut redaktionelle Ressourcen ab. Beide Blätter ergänzen stattdessen gegenseitig die Lücken mit Artikeln aus ihren Kerngebieten. 
Doch ist die Kooperation eine reine Angelegenheit zwischen den beiden Regionalzeitungen, wie man in Zürich zu insinnuieren sucht? Publizistisch gesehen verändert sich kaum etwas, buchhalterisch hingegen schon. Denn Tamedia braucht günstige Lösungen für die TZ. Coninx soll die TZ für teure 60 Millionen gekauft haben, die er mit dem Blatt allein nicht refinanzieren kann.
Eine Kooperation der TZ mit dem angrenzenden Zürcher Landboten ist daher zwingend. Doch bevor das passiert, braucht es Frieden im Thurgau. Die Kooperation von TZ und St. Galler Tagblatt ist daher nichts weiter als ein – politisch korrekter – Nichtangriffspakt.
René Worni, Redaktor

Ralph Haubensak zu Photopress

Die auf PR-Bilder spezialisierte Agentur erhält Verstärkung im Consulting Team.

Die auf PR-Bilder spezialisierte Agentur erhält Verstärkung im Consulting Team. Seit Anfang September arbeitet Ralph Haubensak bei der Photopress. Der 29-jährige eidgenössisch diplomierte PR-Fachmann war unter anderem schon bei der FAF tätig und arbeitete zuletzt als Freelancer.

Pressetexte per Agentur

Agenturen Die SDA befindet sich in einem Prozess der Neuausrichtung. Und prüft auch die Pressenetz-Idee der NZZ-Gruppe.

Agenturen Die SDA befindet sich in einem Prozess der Neuausrichtung. Und prüft auch die Pressenetz-Idee der NZZ-Gruppe.Die Zeiten im Mediengeschäft verändern sich stetig. Das spürt auch die traditionelle und von den Schweizer Medienhäusern genossenschaftlich getragene Schweizerische Depeschenagentur (SDA) mit Sitz in Bern. Im vergangenen Oktober passierte, was vor wenigen Jahren noch kaum denkbar gewesen wäre. Als die Agentur den Boulevardrabatt für Blick und SonntagBlick aufheben wollte, machten die beiden Ringier-Titel Druck und kündigten ihre SDA-Abos. Ringier hätte für die weitere Nutzung das Doppelte bezahlen müssen. Der SDA riss der Ausfall ein Loch von etwa 1 Million Franken in die Kasse. Dass sich ein Verlag diesen Schritt leisten kann, zeigt, wie sich die Wege der Informationsbeschaffung verschoben haben. Die Exklusivität der Angebote von Nachrichtenagenturen, welche sie kraft ihrer Vernetzung mit den Medien haben, verliert im Zuge der Möglichkeiten des Internet zunehmend an Bedeutung. «Früher hatte die Agentur als einzige Institution ein solches Netzwerk», sagt Bernhard Maissen, Chefredaktor und SDA-Geschäftsleiter. Man suche deshalb immer wieder nach neuen Geschäftsfeldern. Doch das Kerngeschäft der Agentur, der Basisdienst für praktisch alle Schweizer Medienhäuser, habe einen derart grossen Anteil am Gesamtumsatz von jährlich etwa 28 Millionen Franken, dass sich dieses kurzfristig nicht verändern liesse, meint Maissen.
Die technische Plattform der SDA, die in den Redaktionsstuben bestens vertraut und in die Arbeitsabläufe integriert ist, liesse sich jedoch breiter nutzen. Auf diese Idee kam Beat Lauber, Geschäftsführer der Freien Presse Holding, einer Tochter von NZZ und PubliGroupe. Im vergangenen Jahr stellte Lauber fest, dass seine Pressenetz-Idee, die er den Redaktionen angeboten hatte, wenig bis keine Beachtung fand. Sie besteht im Kern darin, dass sich Redaktionen in einem Pool mit Artikeln bedienen können, den sie selber speisen. Dadurch sollte auch ein inhaltlicher Wettbewerb unter den Journalisten entstehen, der die Qualität der Beiträge erhöht und als Idee damit über bereits bestehende Mantellösungen hinausgeht. Die Idee griff nicht, weil viele Redaktionen wegen knapper Ressourcen aus der Not bereits eine Tugend gemacht haben und Artikel und Beiträge bei Bedarf austauschen.
Technische StolpersteineDer Kostendruck und die sinkenden Anzeigenerlöse führten vielerorts zu gut funktionierenden Kooperationsmodellen und Mantellösungen. Eine selbstständige  Plattform zum Artikelaustausch erschien überflüssig. Letztlich scheiterte die Idee auch an ihrer technischen Umsetzung. Lauber möchte jetzt sein Pressenetz ein zweites Mal lancieren und stiess bei der SDA auf Interesse. «Wir sind an neuen Ideen und Projekten immer interessiert, die deckungsgleich mit unseren Kunden sind», bestätigt Maissen. Jüngst diskutierte auch der SDA-Verwaltungsrat anlässlich seiner regelmässigen Retraite die Idee. Jetzt will man abklären, wie gross das Bedürfnis bei den Medienhäusern nach einem zusätzlichen Angebot ist. 
«Zunächst haben wir das der SDA gar nicht zugetraut, sonst wären wir schon früher auf die Idee gekommen», sagt Lauber.  Mit dem Angebot von journalistischen Artikeln über das SDA-Netzwerk würde sich die Agentur die Konkurrenz sozusagen ins eigene Haus holen. Doch Lauber meint, bei der SDA habe man verstanden, dass die Pressenetz-Idee einen Wechsel vom klassischen Angebot der SDA zu Angebotsformen ermöglichen könnte.
Bei der Agentur zeigt man sich dennoch etwas zurückhaltend. Vor allem sieht man sich ausser Stande, solche Projekte vorzufinanzieren. Die Skepsis gründet auch auf dem bisherigen Scheitern der Idee in der Praxis. Bedingung wäre, so Maissen, dass die SDA von den grösseren Verlagen ein positives Echo bekäme. Doch Maissen betont: «Wir wären vielleicht wirlich der Partner, der eine solche Idee in Gang bringen könnte.» 
René Worni

«Verantwortung nicht gesucht»

Edgar C. Britschgi, Chairman & CEO Young & Rubicam Switzerland, ist zum Präsidenten der Handelskammer Schweiz-England gewählt worden.

Edgar C. Britschgi, Chairman & CEO Young & Rubicam Switzerland, ist zum Präsidenten der Handelskammer Schweiz-England gewählt worden.WW: Was führte zu dieser Wahl?Edgar C. Britschgi: Weil unsere Muttergesellschaft WPP eine britische Gesellschaft ist, sind einige der Agenturen seit langem  Mitglied der British Swiss Chamber of Commerce. Als ich aus dem Ausland zurück und zu AY&R kam, habe ich die Firmenmitgliedschaft «geerbt». Und weil ich in der  Regel Dinge richtig oder gar nicht anpacke, wurde ich bald Leiter des Marketing Committee, dann Councillor und seit 1. September Präsident der BSCC. Gesucht habe ich diese Verantwortung nicht, aber ich bin ihr auch nicht ausgewichen.WW: Was macht diese Kammer?  Britschgi: BSCC ist die offizielle Handelskammer Schweiz-UK mit Sitz in Zürich und London. Sie wurde 1920 gegründet, um die bilateralen Geschäftsbeziehungen zu fördern. Heute ist die BSCC eine der bedeutendsten Handelskammern und bietet  den Mitgliedern vielfältige Dienstleistungen und Beratungen an.WW: Wer ist Mitglied?Britschgi: Mitglieder sind Firmen, die Geschäftsbeziehungen in den beiden Ländern unterhalten oder solche planen. Dazu gehören Banken, Versicherungen, Produktions- und Handelsunternehmen, aber auch Berater, Anwälte, Revisionsgesellschaften und Kommunikationsagenturen. Sie alle profitieren von einem ausgezeichneten Netzwerk und Veranstaltungen in den einzelnen Chapters. WW: Konkreter Nutzen?Britschgi: Neben den Services für die Mitglieder ist die Handelskammer engagiert, allfällige Barrieren abzubauen, Interpretationen von Gesetzen zu harmonisieren,  Unebenheiten in den Regulierungen auszugleichen. Mehr und mehr nutzen die Mitglieder auch die Beziehungen der BSCC zur EU. Wir pflegen rege Beziehungen zu Regierungsstellen, Parlamentariern, Botschaften und Wirtschaftsorganisationen in beiden Ländern. Interview: Andreas Panzeri

Wie kommen die Schweizer Werber zu ihrem guten Ruf?

Mit fünf Milliarden Werbefranken gibt die Schweizer Wirtschaft vergleichsweise wenig Geld für Reklame aus. Trotzdem geniessen Schweizer Agenturen internationales Renommee und werden mit Preisen überhäuft. Die Handelszeitung ist dem Phänomen auf den Grund gegangen.

Mit fünf Milliarden Werbefranken gibt die Schweizer Wirtschaft vergleichsweise wenig Geld für Reklame aus. Trotzdem geniessen Schweizer Agenturen internationales Renommee und werden mit Preisen überhäuft. Die Handelszeitung ist dem Phänomen auf den Grund gegangen. Der Schweizer Wirtschaft sitzt das Portmonnaie nicht gerade locker was die Werbebudgets betrifft. Bei Beliebtheitsumfragen rangiert die Werber-Spezie stets irgendwo zwischen polizeilichen Hilfskräften und Offizieren – statt Bussenzettel und scharfem Arrest verteilen die Werber indes nur Botschaften. Aber auf diese, meint Markus Ruf von der Kreativschmiede Ruf Lanz im Interview mit der Handelszeitung, «hat kein Mensch gewartet». Und dennoch: Schweizer Werbung ist erfolgreich wie nie zuvor: fünf Löwen brachten sie aus Cannes heim – mehr denn je. Die Branche scheint sich mit den erschwerten Rahmenbedingen gut arrangiert zu haben. «Minimize to the Max», so hiess der Slogan für den Smart – und so ähnlich verhält es sich mit den Schweizer Werbern. Die insgesamt 400 Agenturen des Landes mit ihren 2500 Beschäftigten verstehen sich bestens darauf, frische Ideen für jedes Budget auszuarbeiten und das ist zu ihrer Spezialität geworden: «Die Stärke der besten Schweizer Werberinnen und Werber liegt in der plakativen Reduktion», resümiert Markus Ruf.  

Le Matin Bleu erlebt rosige Zeiten

Gratispresse Gemäss Wemf weist Le Matin Bleu auf Anhieb 218'000 Leser aus. Damit erreicht die Le-Matin-Familie an sechs Wochentagen mehr als 500'000 Westschweizer.

Gratispresse Gemäss Wemf weist Le Matin Bleu auf Anhieb 218’000 Leser aus. Damit erreicht die Le-Matin-Familie an sechs Wochentagen mehr als 500’000 Westschweizer.Gemäss einer Leserschaftsstudie, die der Westschweizer Medienkonzern Edipresse bei der Wemf in Auftrag gab, kommt die Pendlerzeitung Le Matin Bleu in der Romandie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf durchschnittlich 218’000 tägliche Leser. Seine Reichweite beträgt in Genf (WG 11) 26,1 Prozent, im Waadtland (WG 12) 25,7 Prozent. In der übrigen Westschweiz, wo das Gratisblatt später und eher punktuell aufgelegt wurde, hat es noch 2,2 Prozent Reichweite. Nach Altersgruppen betrachtet, kommt die fünfmal wöchentlich erscheinende Tageszeitung bei den unter 34-Jährigen besonders gut an: 22,3 Prozent von ihnen lesen sie regelmässig, ihre Affinität ist mit 137 (gegenüber dem Mittelwert 100) hoch. Bei den Personen zwischen 34 und 54 holen sich noch 14,4 Prozent das Blatt aus den Boxen; unter jenen, die älter als 55 Jahre sind, tun dies immerhin noch 12 Prozent regelmässig.
Interessant ist, dass unter den Lesern von Le Matin Bleu der Frauenanteil mit 52 Prozent höher ist als jener der Männer (48 Prozent). Damit sei das Blatt «die erste Tageszeitung, die mehr Leserinnen als Leser ausweist», freut sich Théo Bouchat, Direktor von Edipresse. Gemäss seinen Angaben konnte die verteilte Auflage von anfänglich 130’000 auf mittlerweile mehr als 150’000 Exemplare pro Tag gesteigert werden, womit Le Matin Bleu auf derzeit 1,5 Leser pro Exemplar kommt.
Rätselraten über 20 MinutesNoch keine Wemf-Zwischenauswertung gibt es vom Konkurrenzblatt 20 Minutes. Im November werden jedoch erstmals Wemf-Zwischenresultate für beide Pendlerzeitungen erwartet.
Ein – etwas gewagter – Vergleich sei an dieser Stelle erlaubt: Im September 2000 veröffentlichte die Wemf eine nur viermonatige Zwischenstudie für Zürich, in der sie die Werte der damals frisch gestarteten Pendlerzeitungen Metropol und 20 Minuten sowie des Tagblatt-Vorgängers ZürichExpress erhob. Misst man Le Matin Bleu an den ersten Wemf-Werten von 20 Minuten in Zürich, so lässt sich Folgendes sagen: 20 Minuten kam damals im WG 43 auf 161’000 Leser und eine Reichweite von 16,4 Prozent.
Verglichen damit steht der Matin Bleu mit seinen Reichweiten in den WGs 11 und 12 wesentlich besser da. Bei der jungen Zielgruppe (14- bis 34-Jährige) hingegen schneidet das Pendlerblatt aus dem Hause Edipresse eher mager ab: 20 Minuten (und auch Metropol) kamen damals auf Anhieb auf einen Anteil von 55 Prozent. Mit andern Worten: Le Matin Bleu hat hier noch Potenzial – falls ihm Konkurrent 20 Minutes in dieser Zielgruppe nicht schon den Rang abgelaufen hat.
Es stellt sich noch die Frage, wie sich Le Matin Bleu auf Bezahltitel Le Matin Semaine und Le Matin Dimanche auswirkt. Klar ist, dass beide Titel etwas schlechter abschneiden als noch vor dem Start von Matin Bleu, doch halten sich die Verluste im Rahmen. Streng genommen sind die Werte zwar nicht vergleichbar, weil die Wemf neu präzis nach den Farben der Titel (orange, blau) fragt, um Verwechslungen zu vermeiden.
Edipresse-Direktor Théo Bouchat will dennoch nichts beschönigen: «Wir wollen uns hinter dieser Methodik nicht verstecken: Natürlich haben die beiden verkauften Matin-Titel Leser verloren. Damit haben wir ja gerechnet», sagt er. Doch der Verlust sei geringer als erwartet. Bouchat: «Auf der einen Seite haben wir zwar täglich 15’000 Leser weniger, gleichzeitig haben wir aber 218’000 hinzugewonnen. Somit hat sich die Lancierung des Matin Bleu gelohnt. Die Hauptsache ist, dass wir jetzt wie erwartet an jedem Tag mehr als 500’000 Personen erreichen – ausser samstags.»
   
Markus Knöpfli

Frauen lieben Handtaschenformat

Mach Basic 2006-2 Jürg Marquards Joy findet bei Schweizer Frauen immer mehr Freundinnen.

Mach Basic 2006-2 Jürg Marquards Joy findet bei Schweizer Frauen immer mehr Freundinnen.2002 sattelte das deutsche Frauenmagazin Joy auf das Pocketformat (168 x 223 Millimeter) um und richtete sich inhaltlich neu aus. Seither stieg die verkaufte Auflage raketenartig von damals 200000 auf mittlerweile eine halbe Million Exemplare pro Monat. Der Themenmix aus Mode, Beauty, People, Männer, Sex und Liebe, gepaart mit dem praktischen Format für jede Handtasche, kam so gut an, dass Verleger Jürg Marquard bald Expansionen in andere Länder vorantrieb – auch in die Schweiz.2003 erhielt Joy einen Schweizer Split mit eigener Redaktion, zwei Jahre später wurde das Heft erstmals in der Mach Basic ausgewiesen: Es konnte sich auf Anhieb mit 133 000 Leserinnen immerhin vor Ringiers Bolero (damals 117000 Leserinnen) platzieren. Doch jetzt hat Joy weiter zugelegt: Innert Jahresfrist stieg die Leserschaft des Monatsmagazins signifikant um 22,6 Prozent auf 163000 Frauen, womit das kleine Heft punkto Reichweite auch die grösserformatige Freundin aus dem Burda-Verlag überrunden konnte. Letztere hat in derselben Zeit signifikant Reichweite verloren.
Beim Freundin-Verlag an der Arabellastrasse in München rätselt man über den Verlust. Anzeigenleiterin Anett Hanck findet das Resultat «komisch», denn am Vertrieb und am 14-täglich erscheinenden Schweizer Split habe man nichts geändert, auch die Auflage sei so hoch wie vorher. Dass die Erosion bei der Freundin etwas mit dem Aufstieg von Joy zu tun haben könnte, glaubt Hanck nicht.
Ein paar Häuser weiter arbeitet Albrecht Hengstenberg, Geschäftsführer der Media Verlags Gesellschaft, einer Tochter der Marquard Media. Auch er scheut einen Vergleich zwischen Joy und Freundin. Der Erfolg in der Schweiz zeige jedoch, was auch in Polen, Rumänien, Tschechien und anderswo schon feststehe: «Das redaktionelle Konzept, die Tonalität und das Format von Joy trifft den Nerv der jungen, mobilen Frauen eben besonders gut», sagt Hengstenberg.   
Markus Knöpfli

Im Zweifel für die richtigen Chips

Snacks Advico Young & Rubicam ist dem Geheimnis Chips aus dem Hause Zweifel auf die Spur gekommen.

Snacks Advico Young & Rubicam ist dem Geheimnis Chips aus dem Hause Zweifel auf die Spur gekommen.Umfragen vom Schulhof bis zum Altersheim belegen: Zweifel-Chips gelten als die besten der Schweiz. Wie aber kommt ein Produkt zu diesem Ruf? Natürlich: Zweifel legt viel Wert auf beste Zutaten, absolute Frische, makellose Verarbeitung. Doch daran allein kann es nicht liegen. Advico Young & Rubicam ist deshalb dem Geheimnis auf die Spur gegangen. Jetzt decken die Werber in einer neuen Kampagne auf, was wirklich hinter der einzigartigen Zweifel-Qualität steckt. «Nach einer alten Musiker-Maxime kann man den Blues nur richtig spielen, wenn man ihn auch selber gefühlt hat», weiss CD Urs Schrepfer bei AY&R. Die gleiche Weisheit soll jetzt auch bei Zweifel jeden Zweifel rund um höchsten Genuss ausräumen: «Man kann nur absolute Qualität produzieren, wenn man sie auch selber erlebt hat», wissen die Chefs in der Chips-Küche. Und so werden in den neuen Spots Zweifel-Mitarbeiter in die grosse Welt geschickt. Dort sollen sie die absolute Frische oder das absolute Kracken am eigenen Leib erfahren, welche die Chips und Snacks von Zweifel auszeichnen. In einem Spot «Eskimo» wird somit gezeigt, wie «Mitarbeiter» von Zweifel nahe beim Nordpol in ein Loch im Eismeer springen. Dazu die logische Erklärung: «Nur wer absolute Frische erlebt hat, kann auch die besten Chips backen.»
Ein anderer Spot zeigt einen ebenso engagiert neugierigen «Mitarbeiter» irgendwo im harten Osten bei einer Massage. Dort soll er am eigenen Leib zu spüren bekommen, wie richtiges Knacken bei Zweifel wirken muss.
Dass diese Exkursionen nicht immer nur Zuckerschlecken sind, zeigt vor allem eines: Bei Zweifel tut man wirklich alles für die besten Chips. Und kann sich deshalb mit Fug und Recht Chips-Experte nennen.
Und wer noch mehr vom Chips-Geheimnis erfahren will: Zweifel hat 1950 zuerst in Rümlang und dann in Höngg Kartoffelchips frittiert. Bereits 1960 wurde eine Produktionsanlage aus den USA in Betrieb genommen. Inzwischen beschäftigt Zweifel 400 Leute. Diese verarbeiten jährlich 17 000 Tonnen Kartoffeln – vorwiegend aus der Schweiz – zu 5000 Tonnen Chips. Geröstet wird mit Sonnenblumenöl.
Die Spots sind ab Mitte September im Einsatz. Gleichzeitig werden die Zweifel-Teams auch erstmals auf verschiedenen POS-Massnahmen zu sehen sein. Eine Viral-Version des Spots «Massage» wurde Ende August in Umlauf gebracht. Die Spots sind von Gapfilms/Nxtfilm produziert worden unter der Regie von Nic und Sune.   
Andreas Panzeri

TV für Couch Potatoes

Möbel Ikea hat einen neuen Katalog und sponsert die Sendung «Tapetenwechsel» auf SF 2. Unikat liefert die Kommunikation dazu.

Möbel Ikea hat einen neuen Katalog und sponsert die Sendung «Tapetenwechsel» auf SF 2. Unikat liefert die Kommunikation dazu. Der Ausdruck «Tapetenwechsel» gilt als geflügeltes Wort und steht für einen umfassenden Wechsel – man will verreisen, einen neuen Job suchen oder zumindest die Wohnung neu einrichten. In einem neuen TV-Spot für Ikea hat die Küsnachter Agentur Unikat das Wort «Tapetenwechsel» extrem wörtlich genommen. Gezeigt wird die Wohnsituation eines Paares, bei dem offensichtlich schon länger ein Tapetenwechsel angesagt ist. Vieles scheint hier eingeschlafen, stecken geblieben und langweilig. «Belebe dein Leben», heisst nun die Botschaft von Unikat. Formuliert wird sie rund um eine Kampagne für Ikea Schweiz.
Zwei humorvolle Spots gelangen zum Einsatz. Ein erster wird zur Unterstützung der landesweiten Verteilung des neuen Ikea-Jahreskataloges Anfang September eingesetzt. In einer zweiten Staffel untermauern die Spots das TV-Sponsoring von Ikea für die neue Sendung «Tapetenwechsel» auf SF 2. Die für diese Ausstrahlung konzipierte Idee «Schlafzimmer» soll aber noch bis zur Premiere der Sendung am kommenden Dienstag, 19. September, unter Verschluss bleiben. Die Spots wurden von Wirz + Fraefel produziert. Das Konzept stammt von CD Daniel Meier.
Der erste Film «nimmt die Männer aufs Korn, die im Beziehungsleben oft phlegmatisch sind, auch in Sachen Einrichten», meint Daniel Meier von Unikat. Konkret: Im Spot schaut der Mann einmal mehr gelangweilt Fernsehen, während die Frau den neuen Ikea-Katalog studiert. Plötzlich hat die Frau genug, sie reisst voller Elan die Tapete herunter. Und während sie so reisst, wird zur Pointe des Films gleich auch ihr Mann in den Strudel des Änderns hineingezogen. Der Langweiler wird zu einem Bestandteil dieser Tapete – und damit entsorgt.
Dieser erste Spot für das Lancieren des neuen Katalogs spielt in einem Wohnzimmer. Der zweite Spot zur Bekanntmachung des Ikea-Sponsorings bei der Sendung «Tapetenwechsel» lässt den Humor in einem Schlafzimmer stattfinden.
Dieses Sponsoring einer TV-Serie ist «eine Premiere für die Möbel-Branche», meint Marketingleiter Carlos Friedrich bei Ikea Schweiz. Entsprechend gespannt gibt man sich beim Einrichtungshaus. Für Ikea ist dieses Sponsoring «ein neuer Weg, um an viele Menschen zu kommen».
Neue Wohnung, neues Leben, neues Glück: In «Tapetenwechsel – Das grosse Zügeln» erhalten Menschen mit Wohnsorgen Hilfe. In sieben Folgen begleiten ein TV-Team von SF 2 sowie die Moderatorin Susanne Kunz und das Expertenduo Andrin Schweizer und Tatjana Glemser sieben ganz unterschiedliche Familien auf dem Weg in deren Wunschzuhause. Dabei schaut das Trio nicht nur zu, sondern spuckt auch tüchtig in die Hände.
Andrin Schweizer, der als selbstständiger Architekt neben Kurt Aeschbachers «Labor-Bar» auch einen Teil der Expo.02 designt hat, ist «das innenarchitektonische Gewissen der Sendung», Tatjana Glemser ist als Dekorateurin und Ausstatterin mit verschiedenen Werbefilmen und Musikvideos bekannt geworden  und macht als Handwerksprofi «aus Visionen Wirklichkeit». 
Die erste Sendung porträtiert eine Patchworkfamilie im Baselbiet. Diese muss einen harten Schlag verdauen: Kaum hat man, nach jahrelang sehr beengtem Wohnen, ein für alle passendes Haus in Münchenstein gemietet und eingerichtet, kommt die Kündigung – das Haus wird verkauft. Doch das «Tapetenwechsel»-Team weiss Rat. Mit vereinten Kräften wird ein neues Heim gesucht und schliesslich in Reinach gefunden. Was kommt mit? Was auf gar keinen Fall? Das eigentliche Zügeln und Einrichten geschieht unter Ausschluss der Familie. Umso grösser sind die Emotionen, als sich die Türen zum neuen Daheim endlich öffnen.  
Möblierte SendungIn der TV-Serie «Tapetenwechsel»
kann das Möbelhaus Ikea zeigen, welche Wohnideen sich mit seinem Sortiment auf einfache Weise realisieren lassen. Die Beiträge funktionieren nach dem Schema «vorher – nachher».Die Idee ist von den Verantwortlichen für Sponsoring bei SF entwickelt worden. Die Kontaktnahme mit Ikea war «nahe liegend und das gegenseitige Interesse sofort vorhanden», so Marketingleiter Carlos Friedrich bei Ikea. Ähnliche Sendegefässe, die von Ikea gesponsert werden, funktionieren nämlich bereits mit grossem Erfolg in Deutschland sowie weiteren europäischen Ländern.
Beim Konzipieren der Sendung war Ikea von Beginn weg involviert. Um gemäss Sponsoring-Richtlinien unabhängig bleiben zu können, musste die endgültige Form vom TV und seinen Verantwortlichen aber unabhängig entwickelt werden.
Als Dienstleistung wird rund um die Serie auch eine Website lanciert. Hier werden laufend Informationen, Tipps und Tricks rund um den Traum von den neuen vier Wänden gesammelt. Hier findet das Publikum auch Informationen zur Wohnungssuche, Tipps zum Umzug und Ideen punkto Einrichtung.
Andreas Panzeri

Startbahn West wirbt mit Anti-Ozontabletten für Erdgasautos

Anti-Ozon, das Medikament gegen hohe Ozonwerte wurde von der Agentur Startbahn West als Sujet für die Kampagne für den Werbekunden Gasverbund Mittelland entwickelt. Die Kampagne wirbt für Erdgas-Autos.

Anti-Ozon, das Medikament gegen hohe Ozonwerte wurde von der Agentur Startbahn West als Sujet für die Kampagne für den Werbekunden Gasverbund Mittelland entwickelt.
Grund für die Tablettenschachtel, in der sich anstelle von Tabletten kleine Erdgasautos befinden, ist der günstige Einfluss, den Ergas auf die Ozonwerte hat. Denn Erdgasautos produzieren deutlich weniger Ozon als ihre Kollegen auf Benzin oder Diesel.
Auf der Packungsbeilage werden die weiteren Vorteile von Erdgas aufgezählt: Erdgas produziert auch kein Feinstaub und ist erst noch 40 Prozent günstiger.
Die Kampagne besteht aus Inseraten und Flyern, die an grösseren Bahnhöfen und Plätzen sowie in Parkhäusern verteilt werden. Hingewiesen wird auch auf die eigens für die Kampagne entwickelte Website: Unter www.anti-ozon.ch sind Informationen zu Ozon und Erdgas aufgeführt.

Christoph Blocher prüft Klage gegen TSR

Christoph Blocher wird nach seinem Zensur-Versuch am Westschweizer Fernsehen TSR in der welschen Presse mit Häme überschüttet. Deutschschweizer seien halt harte Satire nicht gewohnt. Derweil prüft man im Blocher-Lager eine Klage.

Christoph Blocher wird nach seinem Zensur-Versuch am Westschweizer Fernsehen TSR in der welschen Presse mit Häme überschüttet. Deutschschweizer seien halt harte Satire nicht gewohnt. Derweil prüft man im Blocher-Lager eine Klage. Am Montag wurde die Sendung «Infrarouge», eine welsche Fernsehdebatte im Stil von Arena aufgezeichnet – Thema der Sendung waren die Asylvorlagen. Am Dienstag versuchte Blocher erfolglos die vom Zeichner Mix & Remix live angefertigten Karikaturen vor der Ausstrahlung am Abend aus der Sendung zu kippen (siehe
Christoph Blocher verlangte Änderungen an TV-Sendung). Am Mittwoch war der Justizminister in der welschen Presse die Lachnummer schlechthin. Le Matin-Chefredaktor Peter Rothenbühler meinte gegenüber der SDA: «Blocher hat völlig überreagiert, nun erhält er die Quittung». Er selbst sei in der Sendung auch schon als Gossen-Journalist verunglimpft worden. Die Deutschschweizer hätten sicher nicht einfach weniger Humor, mutmasst Rothenbühler, doch sei die Satire dort schon weniger bissig als im französischen Kulturkreis.
Kommt es zur Klage?Wie Bundesratssprecher Oswald Sigg bestätigt, schliesst Blocher eine Klage nicht aus. Mit dieser könnte er an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) oder an den Presserat gelangen. Fachleute räumen einer allfälligen Klage aber schlechte Chancen ein. Presserat-Vizepräsidentin Sylvie Arsever meint auf Anfrage der SDA, dass Blocher die Spielregeln gekannt habe. Chancen auf eine Rüge habe er deshalb kaum, nur wenn die Karikaturen «wirklich beleidigend oder ehrverletzend» gewesen wären.

Internationaler Werbemarkt legt 5,2 Prozent zu

Die Brutto-Werbeumsätze in den klassischen Medien sind laut Nielsen Media Research international im Zeitraum Januar bis August verglichen mit Vorjahr um 5,2 Prozent auf 12,15 Milliarden Euro gestiegen. Besonders gut abgeschnitten haben die Printmedien.


Die Brutto-Werbeumsätze in den klassischen Medien sind laut Nielsen Media Research international im Zeitraum Januar bis August verglichen mit Vorjahr um 5,2 Prozent auf 12,15 Milliarden Euro gestiegen. Dies berichtet das deutsche Branchenmagazin Werben und Verkaufen. Nach wie vor ist das umsatzstärkste Medium das Fernsehen, und es legte sogar noch um 3 Prozent auf 4,84 Milliarden Euro Umsatz zu. Die Radios steigerten ihren Umsatz um 2 Prozent auf 737,7 Millionen. Printmedien konnten im Zeitraum von Januar bis August aber besonders punkten: Die Zeitungen legten um 7,3 Prozent auf 3,3 Miliarden Euro zu, die Publikumszeitschriften steigerten sich um 8,1 Prozent auf 2,54 Milliarden Euro. Auch die Fachzeitschriften legten international zu, hier betrug der Anstieg 7,4 Prozent auf 285,2 Millionen Euro. Plakat verbesserte sich ebenfalls und kletterte bezüglich Bruttoumsätzen um 3,7 Prozent auf 426,8 Millionen Euro.
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