Tagespresse verliert weiter
Auflagezahlen Die Auflagen der Tagespresse hören nicht auf zu sinken. Auch die Sonntagspresse scheint am Zenit.
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So erklärt es sich, dass zum Beispiel das St. Galler Tagblatt derzeit noch fehlt. Im Falle der Basler Zeitung beziehungsweise der Titel der Espace Media Groupe, unter anderem mit Bund und Berner Zeitung, hat der Ausstand andere Gründe. Bei der Basler Zeitung will man erst die Wirkung der jüngst gestarteten Basellandoffensive abwarten, welche die BaZ als Antwort auf die Kooperation der Basellandschaftlichen Zeitung mit der Mittelland Zeitung eingeleitet hat. «Mit der BaZ-Grossauflage von 90’000 verteilten Exemplaren jeweils am Freitag wollen wir Impulse im Leser- und Inseratemarkt setzen», sagt CFO Jürgen Hunscheidt. Selbstverständlich ziehe man die Auflagenbeglaubigung in keiner Weise in Zweifel.
Bei der Espace Media Groupe verunmöglicht eine Anpassung der Abo-Datenbankstrukturen die Deklaration. «Wir können nicht mehr auf die alten Zahlen zurückgreifen und werden deshalb mit der Beglaubigung aussetzen», sagt Gruppensprecher Christopher Wehrli. Da Espace den Bund jeweils in der Gesamtauflage mit der Berner Zeitung ausweist, entfallen auch diese Angaben.
Blick verliert immer nochDie Auflagen der meisten Deutschschweizer Tageszeitungen zeigen in die Verlustrichtung. Allein der Erfolg der Pendlerzeitung 20 Minuten bleibt mit einer Gesamtauflage von 419’684 Exemplaren ungebrochen und ist damit das am meisten konsumierte Zeitungsprodukt der Tagespresse. Die Expansion in die Westschweiz mit 20 Minutes hat der Gesamtauflage einen Zuwachs von knapp 40’000 Exemplaren gebracht. Dies war bereits nach der Ausdehnung nach St. Gallen etwa in gleichem Umfang der Fall.
Die meistverkaufte Bezahlzeitung bleibt der Blick mit 254’657 verkauften Exemplaren. Doch die Auflagenentwicklung des Boulevardblattes setzt sich weiter nach unten fort. Gegenüber der Vorjahresperiode verlor der Blick weitere 7’605 Exemplare (2003 waren es 275’275).
An zweiter Stelle der Bezahlzeitungen steht der Tages-Anzeiger (210’142), doch auch hier schrumpft die Auflage um 5’895 Exemplare. Dafür weist das Tamedia-Flaggschiff erstmals gesondert 15’145 Exemplare für die Regionalausgabe am linken Seeufer aus.
An dritter Stelle folgt die MittellandZeitung, ebenfalls mit um 2’637 auf 186’749 Exemplare rückläufiger Gesamtauflage. Die Rangliste setzt sich fort mit der Neuen Zürcher Zeitung (146’729, minus 4’216), der Südostschweiz (139’802) und der Neuen Luzerner Zeitung (131’004). Neu in der Rangliste figuriert die Zürcher Landzeitung mit einer Auflage von 109’930 Exemplaren, die sich zu einer Mantelzeitung bestehend aus Zürichsee Zeitung, Zürcher Oberländer und Zürcher Unterländer zusammensetzt.
Auch in der Romandie zeigt die Entwicklung der Auflagen der grossen Tageszeitungen nach unten. Hatte im vergangenen Jahr praktisch einzig Le Matin eine positive Auflagenentwicklung ausgewiesen, verliert das Blatt jetzt leicht (76’194, minus 216). Denkbar, dass einige Leser zum Gratisblatt Le Matin Bleu aus dem Stammhaus Edipresse greifen, welches erstmals eine provisorisch beglaubigte Auflage von 134’500 Exemplaren ausweist. Leaderin bleibt 24heures mit einer Auflage von 95’315 Exemplaren. Drittplatziert folgt die Tribune de Genève, die weiter an Auflage verliert (67’151, minus 3’978). Die unabhängige La Liberté bleibt dagegen mit minim steigender Auflage bei 38’733 Exemplaren stabil.
Im Tessin verliert die grösste Tageszeitung Corriere del Ticino (39’061, minus 237), während La Regione Ticino (34’114, plus 1’071) aufholt. Auch das kleine Giornale del Popolo legte leicht zu.
Wirtschaft im PlusDie Sonntagspresse scheint ihren Zenit erreicht zu haben. Der grösste Titel, SonntagsBlick, verliert 7’855 Exemplare (neu 272’425), ebenso die SonntagsZeitung, während die NZZ am Sonntag um 5’733 Exemplare zulegt (neu 121’204). In der Westschweiz verliert Le Matin Dimanche 2’368 Exemplare (neu 215’024).
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Bei den Wirtschaftstiteln deutet die Auflagenentwicklung abgesehen von der Finanz und Wirtschaft mit einem leichten Minus von 665 Exemplaren (neu 34’538) nach oben. Die Bilanz legt um 1’440 zu (neu 38’100), ebenso aufwärts gehts mit Cash (61’547, plus 2’703).
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Ein Negativtrend zeigt sich bei den Zeitschriften. Die auflagenstärkste, der Beobachter, weist den grössten Auflagenrückgang um 11’223 Exemplare (neu 31’5081) aus.
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Auch die andere Grosse, die Schweizer Illustrierte, verliert 7’721 Exemplare (neu 232’519). Selbst die in der Westschweiz meistgelesene Fémina muss um 4’183 Exemplare (neu 213’662) zurückbuchstabieren. Die Schweizer Familie legt hingegen zu (plus 3’738, neu 175’643). In der Romandie hat das Nachrichtenmagazin L’Hébdo zugelegt (plus 959, neu 44’870), ebenso das einst arg schlingernde Facts (plus 106, neu 73’140). Die Weltwoche schliesslich hat zugelegt (plus 2’413, neu 82’849), während die Wochenzeitung leicht Auflage verlor (minus 366, neu 13’866).
René Worni
