Am 4. Oktober rief Adlink den Tag der Online-Werbung aus. Doch wie steht es um diese Werbemassnahme, die lange Mühe bekundete, sich so wirklich zu etablieren?
Die erste Online-Werbung, ein Banner von AT&T, löste 1994 eine Kontroverse aus: Das Internet war ein kommerzfreier Raum und einige wollten, dass dies so blieb. Den ersten Abwehrreaktion und allen Unkenrufen zum Trotz setzte in den folgenden Jahren ein wahrer Boom ein.
In den USA erhobene Zahlen zeigen es: 1996 betrugen die Online-Werbeeinnahmen noch 267 Millionen US-Dollar, schon zwei Jahre später standen sie bei 1.9 Milliarden, 1999 waren es 4.6. Als die Blase 2000 platzte, wurden mit Online-Werbung 8 Milliarden Dollar umgesetzt. Bis Mitte 2002 ging es bergab, aber dann generierte die Branche wieder hohe Zuwachsraten und 2004 erreichten die Einnahmen einen neuen Höchststand: 9.6 Milliarden. Für die nächsten Jahre werden weltweit ständig wachsende Zuwachsraten im Bereich von fünf bis acht Prozent vorausgesagt.
Breitband gab neuen Schub Neben konjunkturellen wie Branchen-spezifischen Faktoren verhalf vor allem die rasche Verbreitung des Breitband-Internet der Online-Werbung zum Durchbruch. Die schnellere Übertragung erlaubt die multimediale Gestaltung von Inhalten und Werbung. So fand die Online-Werbung endlich ihren Platz im Werbemix. Was Akademiker und Werbefachleute in der Theorie schon lange als Crossmedia debattierten, wurde zur Praxis: verschiedene Medien werden synergetisch miteinander verknüpft. Wie Untersuchungen des Online-Vermarkters IP Newmedia zeigen, verbessern crossmediale Kommunikationskonzepte unter anderem die Werbeerinnerung und sind potente Mittel zur Verbesserung des Markenimage.
Doch dürfen die beeindruckenden absoluten Zahlen und Wachstumsraten nicht darüber hinweg täuschen, dass der Anteil der Online-Werbung am Werbegesamtumsatz nur gerade ein Prozent beträgt. Auch wahr ist jedoch, dass seitdem die Grundlagen für die Integration in den gesamten Werbemix etabliert sind, wächst dieser Anteil rasant.