Tagi: Grosse Pläne

Regionalpresse Nach der Regionalisierung beim Tages-Anzeiger prüft Tamedia auch eine Grossauflage für ihr Flaggschiff.

Regionalpresse Nach der Regionalisierung beim Tages-Anzeiger prüft Tamedia auch eine Grossauflage für ihr Flaggschiff.Die Idee einer Tagi-Grossauflage liegt auf der Hand, entsprechend brodelt die Gerüchteküche. Doch Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer winkt ab: «Wir kommentieren Gerüchte grundsätzlich nicht.»Fest steht: Die Zuvo, die Vertriebsorganisation von Tamedia und NZZ, klärt derzeit die logistische Seite einer Tagi-Grossuflage für das Gebiet der vier Züriland-Splits ab. Jedenfalls richtete sie Anfang Oktober eine entsprechende Offertanfrage an die Vertriebsorganisation der Zürcher Landzeitung (ZLZ). Dies bestätigt Bruno Fischer, Leiter Vertrieb am Druckzentrum Oetwil (DZO).
Die Zuvo und der ZLZ-Vertrieb haben den Kanton Zürich gebietsmässig aufgeteilt: Am rechten Zürichseeufer, bis vor die Tore Winterthurs, besorgt der ZLZ-Vertrieb die Frühzustellung für die ZLZ-Partner, NZZ und Tages-Anzeiger; im restlichen Gebiet tut dies die Zuvo. Unklar ist, ob die Grossauflage über die Split-Gebiete hinaus noch weitere Teile des Kantons oder gar das ganze Land abdecken soll. Interessant ist aber, dass die Zuvo für eine Grossauflage mit dem Tagi-Hauptblatt anfragte, nicht etwa für mehrere Split-Grossauflagen. Ferner war weder ein Starttermin noch ein bestimmter Wochentag vorgegeben.
Fischers Offerte ist dagegen klar: «Vor Ende Jahr ist kaum an einen Start zu denken, denn wir brauchen eine Vorlaufzeit von zwei Monaten», sagt er. Zudem kann mittwochs im Oberland keine Grossauflage verteilt werden, weil Fischers Verträger dann mit jener des Zürcher Oberländers und des Anzeigers von Uster auf Tour sind. Donnerstags besteht bei andern ZLZ-Partnern dieselbe Einschränkung. «Zwei Grossauflagen am selben Tag machen keinen Sinn», sagt Fischer.
Erstaunlich ist, dass Tamedia erst jetzt die Idee prüft – umso mehr, als sich die Splits den Gemeinden gratis als öffentliche Publikationsorgane anbieten. Zudem könnte eine Grossauflage, die mit dem Tagblatt der Stadt Zürich koppelbar wäre, vielleicht Tamedias Problem mit diesem Titel mildern.
Doch vermutlich kamen die Zürcher ohnehin nur dank der Entwicklungshilfe aus Basel auf die Idee, hatte doch die Basler Zeitung schon vor eineinhalb Monaten eine Grossauflage für das Baselbiet lanciert. Die vorläufige Bilanz: Die BaZ gewann 150 Voll- und 2300 Schnupperabos. Zudem brachte sie die Grossauflage als Plusvariante in den Metropool ein. Das dürfte die Tamedia-Strategen auf den Geschmack gebracht haben.
Markus Knöpfli

Neuer Managing Director bei Saatchi & Saatchi Simko

Christophe Waeber wird neuer Managing Director bei der Kommunikationsagentur Saatchi & Saatchi Simko mit Sitz in Genf. Es handelt sich hierbei um eine neu geschaffene Stelle.

Christophe Waeber wird neuer Managing Director bei der Kommunikationsagentur Saatchi & Saatchi Simko mit Sitz in Genf. Es handelt sich hierbei um eine neu geschaffene Stelle. Nachdem Madeleine von Arx-Richter, ehemalige COO bei Saatchi & Saatchi Simko, die Genfer Agentur im September verlassen hatte (siehe ), wurde die Stelle des COO zur Position des Managing Director aufgewertet. «Dieser Upgrade ist auf das rasante Wachstum der Agentur zurückzuführen», erklärte CEO Pedro Simko gegenüber der Werbewoche.«Christophe Waeber ist für uns die ideale Besetzung», so Simko. «Er kommt nicht aus der klassischen Werbeschule. Vielmehr bringt er neben eindrücklichen Leistungsausweisen in Management, strategischer Planung und Relationship Management auch viel Erfahrung aus der Mediawelt sowie anderen Marketing- und Kommunikationsdisziplinen mit», führte Simko weiter aus. Laut Simko sei dieses Know-How in einer Kommunikationswelt, die sich in einem dramatischen Wandel befinde und in welcher sich eine Agentur längst nicht mehr nur durch hervorragende Kreationen profilieren könne, für eine Kommunikationsagentur sowohl wertvoll wie auch notwendig.
Waeber, der über einen Master-Degree in Marketing und Betriebswirtschaft der Universität Basel verfügt, ist seit Juni 2005 Geschäftsführer von Carat Switzerland. Zuvor war er als stellvertretender Verlagsleiter und Verkaufsleiter bei der Weltwoche sowie bei der Bilanz tätig (2004-2005), zeichnete als Managing Director bei der Media Agentur OMD verantwortlich (2002-2004) und arbeitete u.a. als Head of Strategic Planning bei der Seiler DDB (1999-2001).
 
Christophe Waeber tritt seine neue Stelle bei Saatchi & Saatchi Simko am 2. Januar 2007 an. Die Genfer Agentur hat zuletzt durch den Gewinn des Orange-Accounts auf sich aufmerksam gemacht (siehe
und ).

Planetactive kreiert Fotowettbewerb für «Swisscom Together»

Planetactive Zürich, die Fullservice Agentur für digitales Marketing, hat für Swisscom eine Online-Promotion entwickelt. Mit dieser soll das neue Angebot «Swisscom Together» beworben werden.

Planetactive Zürich, die Fullservice Agentur für digitales Marketing, hat für Swisscom eine Online-Promotion entwickelt. Mit dieser soll das neue Angebot «Swisscom Together» beworben werden, mit welchem sich ein Festnetztelefon und zwei bis fünf Handys zu einer Gruppe zusammenfassen lassen.Zu den Aufgaben von Planetactive gehörte die Kreation und Durchführung einer Online-Kampagne, sowie die Entwicklung einer Microsite für einen Fotowettbewerb
http://www.swisscom-fixnet.ch/together
. Entsprechend der Hauptzielgruppe für Swisscom Together geht es bei dem Fotowettbewerb um das Thema «Zusammengehörigkeit». Die Fotos werden in einer Gallery auf der Microsite zu sehen sein und können als E-Card oder als Offline- Postkarte an Freunde und Familie verschickt werden. Der Fotowettbewerb steht auch im Mittelpunkt der von Planetactive kreierten Kampagne. Geschaltet wird diese auf reichweitenstarken Portalen und zielgruppenspezifischen Webseiten. Seit April 2006 ist der Mediabereich von Planetactive Teil von Neo@Ogilvy, dem weltweiten Digital und Direct Media Network von Ogilvy. Planetactive gehört mehrheitlich zur deutschen Ogilvy-Gruppe und beschäftigt an den Standorten Düsseldorf, Zürich und Wien ein Team von 85 Business- und Branding-Experten, Technologie- und Internetspezialisten, Account Managern sowie Kreativen und Media-Fachleuten.

3+ ist (noch) kein TV-Superstar

Privat-TV Nach zwei Monaten erreicht der Privatsender 3+ einen durchschnittlichen Marktanteil von 2,3 Prozent in der Primetime. Doch das sind Durchschnittszahlen.

Privat-TV Nach zwei Monaten erreicht der Privatsender 3+ einen durchschnittlichen Marktanteil von 2,3 Prozent in der Primetime. Doch das sind Durchschnittszahlen.Das Ziel war so bescheiden gesteckt, dass es problemlos erreicht werden konnte: Zwei Monate nach dem Sendestart hat 3+ in der Primetime zwischen 20 und 22.30 Uhr einen durchschnittlichen Marktanteil von 2,3 Prozent bei den 15- bis 49-jährigen Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Zahl liegt höher als zu Sendebeginn prognostiziert, liegt aber bloss im Bereich der Zuschauerzahlen, die SuperRTL als kleinster der deutschen Privatsender in der Schweiz erreicht. Zum Vergleich: Das Tamedia-Fernsehen TV 3 erreichte im Herbst 1999 im ersten Monat nach dem Sendestart immerhin einen Marktanteil von gegen 4 Prozent.Einzelne Sendungen wie die Eigenproduktion «Superstar» mit dem unverwüstlichen Chris von Rohr als Juror heben die Durchschnittswerte zudem an. «Im Schnitt hatten wir bei den ersten drei Erstausstrahlungen der Sendung ‹Superstar› 51’200 Zuschauer», sagt Mediensprecherin Claudia Wintsch. Dies entspricht beim 15- bis 49-jährigen Publikum einem Marktanteil von 4,9 Prozent. Weil das Durchschnittsalter der Zuschauer tief war, liegt er in der Zielgruppe der 15- bis 34-Jährigen sogar bei 7 Prozent.
Einen noch höheren Marktanteil erreichte in dieser Zielgruppe die in den USA eingekaufte «Victoria’s Secret Fashion Show», in der Models die neuesten Unterwäschekreationen vorführen.
Nicht alle Versprechen eingelöstDas Attribut «jung», das sich 3+ selbst gibt, kann der Privatsender so immerhin erfüllen: Das von Telecontrol gemessene Durchschnittsalter des Publikums liegt mit knapp über 40 Jahren deutlich tiefer als beim Schweizer Fernsehen. Auch die Zuschauerinnen und Zuschauer von SF 2, das sich als Programm für das junge Publikum positioniert, sind im Durchschnitt rund drei Jahre älter.
Noch hat 3+ nicht alle Programmversprechen eingelöst, die im Vorfeld angekündigt worden waren. Günstig eingekaufte US-Serienkonserven wie «CSI» und der am kommenden Samstag bereits zum dritten Mal wiederholte Bond-Streifen «Goldeneye» dominieren die Primetime. Schrittweise ausbauen scheint das Credo von 3+-Geschäftsführer Dominik Kaiser zu lauten.
Eigenproduktionen geplantNach «Superstar» wird im Februar des nächsten Jahres «Switzerland’s next Supermodel» starten, moderiert von Ex-Model Nadja Schildknecht. Weitere Eigenproduktionen sind für den Frühling 2007 vorgesehen: Dann soll die eingeschweizerte «Supernanny» losgeschickt werden, auch der Programmstart einer Kochshow ist für diesen Termin vorgesehen. «Im Moment entwickeln wir zusammen mit Kunden diese Sendungen», sagt Dominik Kaiser unverbindlich.
Geplant wird ebenfalls an einem bereits angekündigten Wissensmagazin. Zu weiteren Vorhaben hält sich Kaiser noch bedeckt: «Wir sind im Moment dabei, diverse neue US-Topserien und Blockbuster einzukaufen.»
Noch ist auch der Kreativ-Preis für die besten Product Placements und Kundenintegrationen in Sendeformate nur eine Ankündigung: «Sobald wir mehr Eigenproduktionen auf dem Sender haben, werden wir ihn vergeben», sagt Kaiser.
SF im Clinch mit 3+Sauer aufgestossen
ist dem Schweizer Fernsehen (SF), dass sich 3+ in seinen Auftritten frech als «junges Schweizer Fernsehen» bezeichnet. Wie SF-Direktorin Ingrid Deltenre in den letzten Wochen bei jeder Gelegenheit sagte, habe dies zu zahlreichen Anrufen verwirrter TV-Zuschauerinnen und -Zuschauer geführt, die glaubten, 3+ sei ein zusätzliches Angebot von SF. Die SRG SSR hat als Mutterhaus von SF deshalb mittlerweile rechtliche Schritte eingeleitet: Beim Zürcher Handelsgericht hat sie vorsorglich das Gesuch deponiert, 3+ zu verbieten, das Begriffspaar «Schweizer Fernsehen» zu verwenden, weil eine «eklatante Verwechslungsgefahr» bestehe. 3+ stellt sich dagegen auf den Standpunkt, als privates Unterhaltungsfernsehen positioniere man sich ganz anders als SF. In der Anhörung hat der Einzelrichter kürzlich versucht, beide Parteien zu einem Vergleich zu bewegen. Noch ist dies nicht gelungen. Kommt es innerhalb von dreissig Tagen zu keiner Einigung, wird das Handelsgericht einen Entscheid fällen müssen.
Adrian Scherrer

Werbeumsätze steigen im September um 3,8 Prozent

Der September brachte der Werbebranche deutliche Mehreinnahmen gegenüber Vorjahr. Die Werbeumsätze liegen bei 368 Mio. Franken, was eine Steigerung um 3,8 Prozent bedeutet.

Kosmetik/Körperpflege +30 Prozent
Nahrungsmittel +28,2 ProzentGetränke +24,8 ProzentDienstleistungen +24,5 ProzentMedien +14 ProzentWohnen/Haus +10,6 Prozent Weniger Werbeaufwand wurde von den folgenden Branchen betrieben:
Tabakwaren -68,7 Prozent
Uhren/Schmuck -24,8 ProzentTelekommunikation/Internet -23,5 Prozent Die Investitionen der übrigen Branchen bewegten sich maximal 10 Prozent über oder unter den Werbeausgaben des entsprechenden Vorjahresmonats.
 
Die September-Daten stehen auf
zum Download zur Verfügung.

Tagi-Splits im Preiskampf

Regionalpresse Von den Regionalsplits des Tages-Anzeigers im Zürcher Umland sind jetzt auch die Preise bekannt.

Regionalpresse Von den Regionalsplits des Tages-Anzeigers im Zürcher Umland sind jetzt auch die Preise bekannt. Noch unklar ist, wie sich die neuen Regionalausgaben des Tages-Anzeigers auf die Konkurrenz, das Tages-Anzeiger- Hauptblatt und das Tagblatt der Stadt Zürich auswirken. Weiter offen ist, ob die Tamedia-Strategen für die Regionalausgaben ihres Flaggschiffes auch eine Grossauflage lancieren werden.«Es braucht eine Bereinigung im Zürcher Zeitungsmarkt. Es gibt zu viele Tageszeitungen.» So lautet Tamedias Presse-Credo für den Kanton Zürich, ausgesprochen von Rolf Bollmann, Verlagsleiter des Tages-Anzeigers – am 11. Oktober in einem Interview mit der Zürcher Landzeitung (ZLZ). Dort machte Bollmann auch klar, wie der Blätterwald seines Erachtens zu roden sei. In 20 Jahren würde es im Grossraum Zürich noch «den Tages-Anzeiger als einzige grosse Zeitung, daneben viele kleine Lokalzeitungen» geben, sagte er. Und die NZZ spiele als national ausgerichtetes Blatt «eine Sonderrolle». Kein Wort von der ZLZ.
Tarife für die RegionalausgabenDiese Vorstellung ist zwar nicht neu. Doch so schonungslos offen und ohne das leiseste Wimpernzucken in der ZLZ geäussert, lässt sie keine Fragen offen. Tamedia hat zudem ihr Machtgebaren bereits mit den Tarifen für die Regionalausgaben untermauert. Demnach kostet eine ganzseitige, vierfarbige Tagi-Split-Seite pro tausend Leser zwischen 7 und 71 Franken weniger als bei den entsprechenden ZLZ-Partnern. Mit einer Ausnahme: Im Bezirk Meilen hat der Tages-Anzeiger seinen Tarif bedeutend höher angesetzt als die dortige Zürichsee-Zeitung.
Bei solchen Vergleichen ist allerdings Vorsicht geboten, da die Verbreitungsgebiete der ZLZ-Partner nicht immer mit denen der entsprechenden Tagi-Regionalausgaben identisch sind. Hier nur ein Beispiel: Der Tagi-Split des linken See-ufers bedient alle Gemeinden des Bezirks Horgen, anders die linksufrige Ausgabe der Zürichsee-Zeitung (ZSZ): Sie wird in den Gemeinden Rüschlikon, Kilchberg und Thalwil nicht und in Oberrieden nur teilweise verteilt. Deshalb hat der Verbund Zürcher Landzeitung dort einen blinden Fleck. Um diese vier Gemeinden dennoch abdecken zu können, muss man den Thalwiler Anzeiger zur ZSZ oder zur ZLZ hinzubuchen.
Dennoch liegt es auf der Hand, dass die Tagi-Regionalausgaben mit dieser Preisstrategie ihre Kosten kaum refinanzieren können. Das müssen sie auch nicht. «Die Regionalausgaben für sich werden nie rentabel sein», sagte Bollmann im erwähnten Interview. Der Grund: Die Splits stützen die Tagi-Gesamtauflage, die dank ihrer Einnahmen aus dem nationalen Markt wiederum die Splits quersubventioniert.
Trotz dieser Preispolitik hört man bei Tamedia das Wort Dumping nicht gern: «Wir fahren keine Dumpingstrategie, unsere Preise sind vielmehr marktgerecht», wehrt sich Christoph Zimmer, neuer Leiter der Tamedia-Kommunikation. Die Split-Preise sollten aber der regionalen und lokalen Wirtschaft «die Möglichkeit geben, sich bei uns Werbung leisten zu können», erklärt Zimmer.
Im Dschungel der TarifeAn der Tarifpolitik des Tages-Anzeigers fällt weiter das einfache Handling und die Übersichtlichkeit auf. In dieser Region ist das wohltuend, denn das ZLZ-System ist zwar hoch flexibel, jedoch auch kompliziert. So lassen sich die ZLZ-Partner nicht nur im Trio, sondern auch paarweise beliebig verbinden, jeweils mit Kombirabatt und je nach Kundschaft auch mit Regionaltarif. Zudem kann man einzelne ZLZ-Titel mit teils zahlreichen Dritttiteln kombinieren.
Anders beim Tages-Anzeiger: Seine Splits lassen sich zwar untereinander frei kombinieren, doch laut Christoph Zimmer ohne Kombirabatt. Auch Kombis zwischen einem beliebigen Split und Drittzeitungen, etwa dem Landboten, den Uster Nachrichten oder dem Tagblatt der Stadt Zürich, existieren nicht, sagt Zimmer.
Der ZLZ-Tarifdschungel verdichtet sich durch ein schwer zu überblickendes Grossauflagenangebot zusätzlich, die Tagi-Regionalausgaben dagegen starten ohne Grossauflage. Falls Tamedia für diese zum Beispiel ab 2007 mit einer Grossauflage nachzieht, wird dies die Tarifdokumentation ebenfalls mit Zahlen anreichern.
Doch wie ist der Verkauf der Tagi-Splits angelaufen? Fragt man die ZLZ-Partner, so spüren diese von der neuen Konkurrenz wenig. «Am linken Seeufer, wo der Tagi schon seit eineinhalb Jahren mit einer Regionalausgabe präsent ist, haben wir bisher gar nichts gemerkt», sagt Jost Kessler, Anzeigenleiter der ZSZ. «Punkto Inserateeinnahmen sind wir dieses Jahr über Budget und auch über Vorjahr.» Am rechten Ufer dagegen hätten ihm einige Kunden angekündigt, dass sie versuchsweise beim Tages-Anzeiger inserieren werden. Trotzdem seien seine Kundenberater in den letzten Wochen nicht mit lauter Absagen zurückgekehrt, sagt Kessler.
Erland Herkenrath, Geschäftsführer bei der ZSZ und beim Zürcher Unterländer, bestätigt: «Ich bin zuversichtlich, denn wir haben bisher keinen einzigen Kunden verloren, sondern eher welche hinzugewonnen.» Zudem stelle er fest, dass sich die Tagi-Verkäufer «in unseren Gebieten die Zähne ausbeissen.» Konrad Müller, Verlagsleiter beim Zürcher Oberländer, doppelt nach: «Von entrüsteten Inseratekunden habe ich erfahren, dass der Tages-Anzeiger Angebote macht, die bis zu 50 Prozent unter seinen offiziellen Split-Tarifen liegen.» Doch trotz des Preisvorteils würden dies die Kunden nicht goutieren. «Sie wollen eben am Ende keinen Monopolisten im Zürcher Oberland», erklärt Müller.
Kannibalismus bei Tamedia?In der Stadt Zürich hingegen lief der Verkauf des Tagi-Splits dem Vernehmen nach gut an. Die dortige Ausgabe sei geradezu ein Verkaufsrenner, ist zu hören – allerdings auf Kosten des Tagi-Hauptblattes und des Tagblatts der Stadt Zürich. Letzteres gehört zu 60 Prozent ebenfalls Tamedia, den Rest hält die NZZ. Zudem dient es der Stadt als offizielles Publikationsorgan, wofür die beiden Verlage eine teils umsatzabhängige Konzessionsgebühr bezahlen müssen.
Bei Tamedia gibt sich Christoph Zimmer jedoch gelassen: «Es liegt auf der Hand, dass sich die Tages-Anzeiger- Regionalausgabe Stadt Zürich und das Tagblatt im Werbemarkt konkurrenzieren. Wir glauben jedoch an die Zukunft des Tagblatts.» Wie diese aussieht, steht aber auch zwei Wochen vor dem Split-Start nicht fest. «Wir sind gemeinsam mit der NZZ und mit der Stadt in konstruktiven Gesprächen. Für weitere Informationen über diese Gespräche ist es im Moment noch zu früh», sagt Zimmer.
Und was meint er zur möglichen Kannibalisierung des Tages-Anzeigers durch den hauseigenen Regionalsplit? Das treffe nicht zu, meint er. Vielmehr biete der Stadtsplit jenen KMU, denen der Tagi bisher zu teuer und mit einem zu hohen Streuverlust verbunden war, eine vorteilhafte Insertionsmöglichkeit. National tätige Unternehmen würden hingegen auch in Zukunft die Gesamtauflage belegen. «Es wird also kein Umsatzverlust, sondern ein Umsatzgewinn erzielt», sagt Zimmer.
Selbstbewusstes Züriland-BudgetKonrad Müller vom Zürcher Oberländer
hat eben seine Budgetierungsphase hinter sich. «Wegen der Einführung des integrierten Farbmillimetertarifs haben wir beim Inseratevolumen gegenüber 2005 um 4,3 Prozent zugelegt, der Inserateumsatz wuchs um 2,2 Prozent. Für 2007 habe ich nun einen Umsatz auf demselben Niveau veranschlagt», sagt er. Auch das bisherige Züriland-Kombi habe Umsatz und Volumen um je etwa 3 Prozent steigern können. 2007 kommt das Neue Bülacher Tagblatt hinzu, weshalb der Kombitarif – trotz Tagi-Konkurrenz – leicht angehoben wird. «Bei der Zürcher Landzeitung haben wir ein Umsatzwachstum von 5 Prozent veranschlagt», sagt Müller selbstbewusst.
Markus Knöpfli

Nobodys singen Coop in die Charts

Musik Coop ist vielseitig. Nicht nur im Sortiment. Denn der Detailhändler Nummer zwei produziert neu auch Musik.

Musik Coop ist vielseitig. Nicht nur im Sortiment. Denn der Detailhändler Nummer zwei produziert neu auch Musik. Ein Junge zieht vom Land in die Stadt. Er fühlt sich sichtlich unwohl. Der Bio-Bergkäse von Coop bringt ihm ein Stück Heimat in die Stadt. Er lächelt. Im Coop-TV-Spot ist da noch dieser schlichte Popsong. Man kennt ihn. Die Band weniger. Seit kurzem ist sie, Nova International, in der Schweiz bekannt und inzwischen auch in der Schweizer Hitparade gelistet. Dank Coop.Und das kam so: Anfang Jahr lancierte Coop die Werbekampagne «Für mich und dich». Die Coop-TV-Spots erzählen die lustigen Geschichten von Coop-Kunden. Mit dem Ziel, moderner und sympathischer wahrgenommen zu werden. Die Musik von Nova International ist Bestandteil der TV-Spots. Der «Mitsumm-Wohlfühl-Poprock», wie ihn ein Blogger beschreibt, kommt gut an. Und das, obwohl Nova International weder im Radio gespielt wurden noch je auf einer Open-Air-Bühne standen.
Das Kundenzentrum von Coop wurde innert kürzester Zeit, nachdem die Spots erstmals ausgestrahlt worden waren, mit Mails und Telefonanrufen überhäuft. Statt Beanstandungen wurde der Kundendienst mit Anfragen überrollt, wer denn die Band sei und wie man zu deren Musik komme. Kurzerhand entschloss sich Coop, eine ganze CD zu produzieren. Das Coop-TV-Spot-Material wurde zu kompletten Songs ausgearbeitet. Seit dem 17. Oktober ist das Album von Nova International in ausgewählten Coop-Verkaufsstellen und im Fachhandel zu haben. In den Media Control Album Charts rangieren Nova International auf Platz 54. In den Schweizer Airplay Charts auf 39.
Mit Nova International hat Coop den Schweizer Musikmarkt auf eine Weise erobert, die einzigartig ist, aber nicht neu. Immer wieder schaffen es Werbesongs in die Charts. Und Werber setzen oft auch auf die Songs berühmter Musiker. Aus der Schweiz ist DJ Bobo mit dem Chiwawa Song für Coca-Cola das populärste Beispiel, das auch im Ausland die Charts stürmte. Oder der Bündner Ferien-TV-Spot «Fitta mit em Gion». Dieser kam so gut an, dass Universal Music Zürich den Alpenhit «Move your Füdli» produzierte, der auf Viva rauf- und runtergespielt wurde.
Mit «Drive Drive Drive» hat Nova International zwar einen Ohrwurm geschaffen, aber er wird nicht von allen Schweizer Radios gespielt. Tobias Müller von der Musikredaktion Radio Ri sagt: «Der Song funktioniert in der Werbung, wenn man die Bilder sieht. Emotional und cool. Sonst ist die Musik der Jungs einfach zu lasch fürs Radio.» Diese Meinung findet man auch in den jüngsten Einträgen in Foren im Internet. «Den Song fand ich in der Werbung immer toll, auf CD ists nicht mehr
so der Börner. Gute 4», schreibt Schwizerin, und Pvayva sagt: «Kann mir vorstellen, dass er sehr schnell zu oft gehört wird. Im Moment gefällt mir der Song noch recht gut. Wärs der Song in einer Migros-Werbung, würde ich eine 5 geben.»
Für den Frühling 07 ist eine ganze Konzertreihe mit Nova International in Planung. Und die Werbeagentur KSB/S+J will mit der Musik von Nova International noch weitere TV-Spots produzieren.
Christian Lüscher

Agefi will Klinik-Netzwerk übernehmen

Die Agefi Gruppe setzt mit einer Diversifikationsstrategie zu neuem Aufschwung an. Sie benennt sich zu AGEN Holding um und wird verstärkt im Gesundheitssektor tätig. Der erste Schritt in diese Richtung ist die Übernahme eines Klinik-Netzwerks.

Die Agefi Gruppe setzt mit einer Diversifikationsstrategie zu neuem Aufschwung an. Sie benennt sich zu AGEN Holding um und wird verstärkt im Gesundheitssektor tätig. Der erste Schritt in diese Richtung ist die Übernahme von Genolier Swiss Medical Network (GSMN). Das GSMN ist ein Netz aus vier Kliniken, die beinahe 400 Ärzte bzw. insgesamt 800 Angestellte beschäftigen. Die Transaktion muss noch von der Ende November angesetzten ausserordentlichen Generalversammlung genehmigt werden. Als neue Verwaltungsräte sollen GSMN-Aktionär Michael Schroeder und Raymond Loretan gewählt werden. Letzterer ist derzeit Schweizer Generalkonsul in New York, will diesen Posten aber aufgeben. Loretan wird bereits jetzt als künftiger Verwaltungsratspräsident gehandelt. Der jetzige, Alain Fabarez, will zurücktreten, da er sich im Spitalwesen nicht genug auskenne. Die Agefi-Aktie entwickelte sich nach der Ankündigung sehr positiv und stieg um 28,5 Prozent.  
Das Unternehmen verspricht sich von diesem Schritt solidere finanzielle und industrielle Grundlagen. Vom bedeutenden strukturellen Wachstum des Gesundheitswesens soll profitiert werden. Die Integration von GSMN in eine börsenkotierte Gesellschaft werde das Wachstum des Unternehmens weiter fördern und die Rentabilität erhöhen, heisst es im Communiqué der Agefi Gruppe. Offensichtlich ist auch die Schaffung einer grossen schweizerischen Gesundheitsgruppe bereits angedacht – durch Fusionen und Übernahmen anderer Kliniken.
GSMN verfüge über eine gute Ertragskraft und werde 2006 einen konsolidierten Umsatz von gut 120 Millionen erzielen. Zur Finanzierung muss die Generalversammlung eine Kapitalerhöhung genehmigen. Der Kaufpreis wird bar und in Aktien entrichtet werden.
Das historisch gewachsene Kerngeschäft im Verlagswesen werde weitergeführt, heisst es weiter. Die Agefi Gruppe ist Herausgeberin der Schweizer Tageszeitung für die Wirtschaft l’Agéfi mit nach eigenen Angaben 133’000 Lesern.

Studie: Luxus kann auch Online wirken

Wirkt Luxuswerbung auch Online? Die Vermarkterin Web2com, Cash-Online und die Edeluhrenmarke Maurice de Mauriac haben mehrere Online-Werbemittel auf ihre Wirksamkeit geprüft. Die Ergebnisse zeigten sehr positive Resultate.

Wirkt Luxuswerbung auch Online? Die Vermarkterin Web2com, Cash-Online und der Edeluhrenmarke Maurice de Mauriac haben mehrere Online-Werbemittel auf ihre Wirksamkeit geprüft. Die Ergebnisse zeigten sehr positive Resultate. Die Website erreichte während der Kampagne einen Besucherzuwachs von über 130 Prozent. Rund 40 Prozent der Besucher wollten sich über die neue Uhrenkollektion informieren. 30 Prozent interessierten sich für den Katalog, und die Bestellungen des Printkatalogs wurden sogar verdoppelt. Die Betreiber der Studie kommen zum Schluss, dass sich besonders die grossflächigen Werbeformen mit hohem Bildanteil zur Online-Werbung für Luxusgüter eignen. Bei der Fallstudie eingesetzt wurden die Online-Werbemittel Fullbanner, Leaderboard, Skyscraper, Expandable Skyscraper und Textanzeigen. Dabei wurde bewusst auf aufdringliche Animationen und Botschaften verzichtet. Die Werbemittel wurden während eines Monats auf Cash.ch geschaltet. Gemessen wurden die Interaktionen der User mit der Website von Maurice de Mauriac (Post-Tracking). Die Klickraten betrugen beim Fullbanner 0,27 Prozent, beim Leaderboard 0.39 Prozent, beim Skyscraper 0,55 Prozent und beim Expandable Skyscraper 6,56 Prozent. Besonders bei den Formaten Skyscraper und Expandable Skyscraper übertrafen sie die durchschnittliche Klickrate markant.

Ringier Zeitschriften werben mit Streuwurf

Die St. Galler Spezialistin für Direktmarketing Lammoth Mailkonzept hat zwecks Neuabonnentengewinnung für die Ringier Zeitschriften Schweizer Illustrierte und Glückspost eine Werbekampagne per Streuwurf konzipiert.

Die St. Galler Spezialistin für Direktmarketing Lammoth Mailkonzept hat für die Ringier Zeitschriften Schweizer Illustrierte und Glückspost eine Werbekampagne per Streuwurf konzipiert. Denn die unadressierte Variante des Mailings würde die adressierte in Sachen Erfolg übertreffen. Das zwar nicht beim Response, der meistens unter einem Prozent liege, aber dafür beim Cost-per-Order. Dies zeige sich besonders bei Produkten, die sich nicht an kleine Zielgruppen wenden, sondern von allgemeinem Interesse sind, heisst es in einer Mitteilung. Deshalb stünden attraktive Abo-Angebote im Fokus der Kommunikation. Lammoth Mailkonzept realisiert damit bereits die dritte DM-Kampagne innert acht Monaten für den Ringier Verlag.

Coop baut Partnerschaft mit Swiss aus

Swiss International Air Lines und Coop verlängern die Zusammenarbeit um fünf weitere Jahre bis 2011. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits im Bereich der Kundenbindung zusammen.

Swiss International Air Lines und Coop verlängern die Zusammenarbeit um fünf weitere Jahre bis 2011. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits im Bereich der Kundenbindung (Coop Supercard-Punkte können im Miles&More Prämienmeilen umgetauscht werden) und der Bordverpflegung zusammen. Die beiden Unternehmen planen nun auch im Vertrieb gemeinsame Aktionen durchzuführen, um neue Zielgruppen zu erreichen, heisst es in einer Mitteilung. Ein entsprechendes Angebot werde in Kürze auf den Markt kommen.

Axel Springer baut Zeitschriften- und Onlinegeschäft aus

Nachdem das Berliner Verlagshaus Axel Springer erst im September dieses Jahres den Abbau von 266 Stellen in der Verwaltung gemeldet hat, verkündet der Verlag jetzt einen Personalaufbau.

Nachdem das Berliner Verlagshaus Axel Springer erst im September dieses Jahres den Abbau von 266 Stellen in der Verwaltung gemeldet hat (siehe ), verkündet der Verlag jetzt einen Personalaufbau. Zum einen hat Axel Springer in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres ein Plus von 281 (+ 2,9 Prozent) Mitarbeitern zu verzeichnen. Dies geht gemäss der SDA aus der aktuellen Personalstatistik des Medienunternehmens hervor. Zum anderen sollen weitere Stellen im deutschen Zeitschriften- und Onlinegeschäft sowie im Ausland geschaffen werden. Vor allem in marktnahe Bereiche soll investiert werden, was auch neue Stellen zur Folge habe. «Wir freuen uns über diese Entwicklung, denn sie beweist, dass es trotz des gegenläufigen Trends in der Branche gelingen kann, mit erfolgreichem Neugeschäft Arbeitsplätze zu schaffen», erklärt Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer. Der Vorstand geht davon aus, dass mit einer Reihe neuer Projekte auch im kommenden Jahr das Personalwachstum fortgeführt werde.
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