«Das letzte Heft» steht weiss auf schwarz auf der Titelseite des aktuellen Strassenmagazins Surprise Nr. 139. Damit wollen die Verantwortlichen von Surprise auf ihre finanziellen Schwierigkeiten aufmerksam machen. Dem Magazin droht nämlich das Aus. Die Betreuung der Verkaufenden koste immer mehr. Daher fehlen dem Blatt in diesem Jahr rund 200’000 Franken, meldet die SDA. Wird kein Spender gefunden, muss das Projekt redimensioniert oder sogar eingestellt werden.Im letzten Jahr gab die Arbeitslosenzeitung rund 615’000 Franken für die Betreuung der Verkaufenden aus. Zwei Drittel davon konnte das Unternehmen durch den Heftverkauf selber decken. «Für den Rest sind wir auf Spenden angewiesen», erklärt Surprise-Geschäftsführer Michele Alvaro.
Die Situation sei gravierend. Entweder wachse das Magazin weiter, denn der jetzige Betreuungsaufwand könne nur mit noch höheren Einnahmen aus dem Strassenverkauf gedeckt werden. Sonst müsse das Projekt verkleinern oder gar aufgeben werden, so Alvaro. Surprise kümmert sich vor allem um arbeitlose Jugendlichen, die keine Aussicht auf eine Lehrstelle haben, um Drogenabhängige, Alkoholiker, psychisch Kranke. Die Betreuung umfasst begleitende Gespräche, Hilfe bei Behördengängen und Alltagsproblemen sowie psychologische Beratung.
Surprise bot rund 700 Arbeitslosen im letzten Jahr einen Job. 140 konnten sich persönlich weiterentwickeln, wie das Unternehmen mitteilt. 24 fanden sogar Arbeit in der freien Marktwirtschaft. Die Verkaufenden erwirtschafteten durch den Heftverkauf 2,2 Millionen Franken. Die Hälfte, also 1,1 Millionen Franken, flossen direkt in ihre Taschen.
Surprise wurde 1997 gegründet. Das Strassenmagazin, das unterhalten will «aber nicht nur», erscheint seit Dezember 2003 zweimal pro Monat und ist politisch unabhängig. Das Magazin will weiterhin auf die Missstände im Sozialstaate Schweiz hinweisen aber auch auf «die (noch) unentdeckten Rosinen des Kulturgeschehens» aufmerksam machen. Dafür braucht das Magazin Spendengelder. Erst kürzlich hatte die Zürcher Werbeagentur Publicis mit einem originellen Kino-Spot auf das Strassenmagazin aufmerksam gemacht (siehe
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