Autor: admin
SFLB bastelt für die Migros
Die Zürcher Agentur Spillmann Felser Leo Burnett SFLB will Migros-Kunden zum Basteln animieren. So hat die Agentur einige unkonventionelle Bastelvorschläge entwickelt.
Warten auf Initialzündung
Digitalradio Nach einer wenig erfolgreichen Werbekampagne vor einem Jahr unternimmt die SRG mit Plakaten und einem Kinospot einen weiteren Anlauf, um dem Publikum das Digitalradio DAB schmackhaft zu machen.
«In der Bevölkerung verankern»Mit einer Plakatkampagne und einem Kinospot macht die SRG derzeit auf die Vorzüge von Digitalradio aufmerksam. Die Kernbotschaft lautet simpel und einfach: überall und jederzeit Pop (respektive Klassik, Jazz oder Volksmusik) hören. «Es geht um die Initialzündung», sagt Ariane Ehrat, Kommunikationschefin von Radio DRS. Ziel sei es, den digitalen Radioempfang «bekannt zu machen und seine Vorteile in der Bevölkerung zu verankern».
Die Plakate wirken nüchtern bis unspektakulär. Grau auf Weiss sind in Form eines stilisierten Lautsprecherlochrasters die Silhouetten eines Jazztrompeters, Alphornbläsers, Dirigenten respektive Popgitarristen zu sehen. «Wir suchten nach einem Element, das uns auch für künftige Kampagnen erhalten bleibt; ein Key Visual, das man so noch nicht gesehen hat», begründet Andy Stäheli von Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) die Motivwahl.
Mit der Kampagne will die von der SRG beauftragte Agentur Leute ansprechen, «die nicht nur über die Stereoanlage, sondern auch unterwegs Radio in bester Qualität hören wollen». Die Musikanten im Motiv stehen für die Radioprogramme Swiss Classic, Swiss Pop, Swiss Jazz und Musigwälle 531, die terrestrisch exklusiv digital zu empfangen sind.
TV-Spots ohne WirkungBereits vor einem Jahr wollte die SRG den Radiohörern die neue Technologie schmackhaft machen. Doch das ging ziemlich schief. «Die TV-Spots waren ein eher unglücklicher Start», bestätigt DRS-Kommunikationschefin Ehrat. Die Zeit sei damals noch nicht reif gewesen. Kommt dazu, dass Funktionen angepriesen wurden, über die DAB-Geräte der mittleren und unteren Preisklasse standardmässig gar nicht verfügen; etwa eine Pausetaste, um Radiosendungen zu unterbrechen und später weiterzuhören.
«Damit wollten wir Technik-affine Early-Adopters ansprechen, die dann als Multiplikatoren fungieren sollten», erklärt Werber Andy Stäheli. Das hat offenbar nicht funktioniert. Deshalb kommt die aktuelle Kampagne ohne Verweise auf technischen Schnickschnack aus. «Wir wollen nun bewusst potenzielle Hemmschwellen gegenüber der Technologie abbauen.»
Gebührenerhöhung wegen DABDie SRG will mehr Geld
von den Gebührenzahlern: 72 Millionen Franken zusätzlich pro Jahr bis 2010. Diesen Wunsch hat die Radio- und Fernsehgesellschaft unlängst dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) unterbreitet. Über eine Gebührenerhöhung wird schliesslich der Bundesrat entscheiden. Knapp ein Fünftel (17 Prozent) der geforderten Mittel will der Rundfunkveranstalter für den weiteren Ausbau von Digitalradio einsetzen. Um eine flächendeckende Versorgung mit dem Radiostandard der Zukunft zu erreichen, rechnet die SRG bis 2010 mit Kosten von insgesamt 49 Millionen Franken. Im Prinzip ist die Digitaltechnik billiger als die Verbreitung von UKW-Radiowellen. Was jedoch ins Geld geht, ist der Parallelbetrieb von analoger und digitaler Infrastruktur während einer Übergangsphase von rund zehn Jahren. Während dieser Frist sollen die Hörer Geräte für den digitalen Empfang anschaffen und ihre alten Radiogeräte einmotten. DRS erachtet UKW noch bis 2015 als Hauptverbreitungsmittel für Radioprogramme. Danach soll DAB zum primären Verbreitungsvektor avancieren.
Zurzeit können 75 Prozent der Schweizer Bevölkerung Digitalradio empfangen, primär in den Grossagglomerationen sowie entlang der Ost-West-Achse vom Genfer- bis an den Bodensee. Die Inbetriebnahme neuer Senderstandorte läuft nicht ganz reibunglos. Wegen Einsprachen konnten einzelne Antennen nicht wie geplant in Betrieb genommen werden.
Nick Lüthi
Seid umschlungen, Millionen
Glücksspiele Contexta betätigt sich für Swisslos als Anlageberater mit einer Kampagne für die Euro Millions.
Ein weiterer Tipp, welchen die Contexta-Chefs Bene Abegglen und Nadine Borter bei ihren Textern Moritz Staehelin und Samuel Wicki ohne Bedenken durchgehen lassen konnten: «Dummer Chef? Kaufen Sie sich eine eigene Firma.» Wieso wechseln? Abegglen und seine Agentur arbeiten auch erfolgreich für das Zahlenlotto mit dem Claim «Niemand macht mehr Millionäre …».
In den einzelnen Ländern werden die Euro Millions von den lokalen Lotteriegesellschaften auf eigene Rechnung betrieben. Die Zahlen werden jeden Freitag um 21.30 Uhr in Paris gezogen. Die Spieleinsätze in sämtlichen teilnehmenden Ländern werden gepoolt. Das Ziel sind 15 Millionen Franken pro wöchentlichen Jackpot. Der Rekord liegt inzwischen aber bei 285 Millionen. Um diesen Topf statistisch knacken zu können, müssten 75 Millionen Lottoscheine ausgefüllt werden.
Den grossen Zahlen entsprechend, ist die Kampagne von Contexta nicht nur auf klassischen F12-Plakatstellen zu sehen, sondern auch als Megaposter an ausgewählten Standorten. Die Imagekampagne wird ergänzt durch wöchentliche Jackpot-Inserate und -Banner, welche jeweils Bezug auf ein aktuelles Thema nehmen.
Andreas Panzeri
Facts: Trendwende
Magazine Das Nachrichtenmagazin erholt sich nach dem Relaunch zusehends.
Auch inhaltlich sei das neue Facts gut vorwärtsgekommen und die Verschmelzung von Kultur und Lifestyle im neuen Ressort Lebensart werde gut akzeptiert. «Facts kann wieder inhaltliche Akzente setzen», sagt Durisch und verweist auf die Sondernummer zu Nineeleven.
Im Vergleich mit Konkurrentin Weltwoche, die Durisch hauptsächlich im Anzeigenmarkt sieht, habe man sich mit dem Claim «zuerst die Facts und dann die Meinung» gut positioniert, was sich nach einem halben Jahr als strategisch richtig herausgestellt habe. Im Unterschied zur Weltwoche bezeichnet Durisch sein Blatt als «magaziniger». Ob sich die Konkurrenz auch inhaltlich manifestieren wird, hängt vom Kurs des neuen Mehrheitseigners Roger Köppel ab.
René Worni
Agenten und Prinzipale
Kolumne Journalisten gestehen nie ein, welche Folgen ihre Doppelrolle als Informationsempfänger und -vermittler zeitigt, findet Stephan Russ-Mohl.
Verhalten sich Agenten eigeninteressiert, werden sie vorzugsweise ihren Prinzipalen Positives vermelden, Misserfolge oder Mängel dagegen möglichst vertuschen. Geschieht dies über mehrere (Hierarchie-)Ebenen hinweg, entsteht an der Spitze einer Organisation ein verfälschtes, stark geschöntes Bild – im Extremfall so etwas wie der «Honecker-Effekt»: Dem letzten Staatschef der DDR wurden bekanntlich von seinen Lakaien regelrecht potemkinsche Dörfer gebaut, um seinen Glauben an die Wirtschaftskraft und Führungsmacht des Landes zu bestärken.
Ähnliche Informations-Asymmetrien prägen auch den Medienbetrieb. Journalisten lassen sich – zunächst – als Prinzipale sehen: Sie sind abhängig von Informationen, die ihnen von Öffentlichkeitsarbeitern als ihren Agenten zugänglich gemacht werden.
Umgekehrt sind die Publika die Prinzipale der Journalisten. Die Mediennutzer haben kaum eine andere Möglichkeit, als den Nachrichten zu vertrauen, die ihnen ihre Agenten in den Redaktionen anbieten. Denn (fast) alles, was sie über die Gesellschaft, ja sogar über die Welt, in der sie leben, wissen, erfahren sie von den Massenmedien.
Journalisten gestehen sich so gut wie nie ein, welche Folgen für die Informationsvermittlung aus ihrer Doppelrolle als Prinzipale und Agenten resultieren. Ihren Publika gegenüber erhalten sie – gerade im Umgang mit komplexen Materien wie zum Beispiel der Gesundheits- oder der Rentenreform – die Fiktion aufrecht, sie seien unabhängig und gut informiert. Für die Publika bleibt intransparent, dass auch Journalisten viele Informationen nur teilweise verstehen und nicht beurteilen können.
Um das Bild abzurunden: Doppelrollen als Prinzipale und Agenten spielen auch die PR-Experten. Sind sie im Verhältnis zu den Journalisten – und auch zu ihren Vorgesetzten oder Auftraggebern – Agenten mit Informationsvorsprung, so schlüpfen sie in die «Prinzipal»-Rolle, wenn sie organisationsintern von Fachabteilungen Informationen einholen, um beispielsweise auf eine Presseanfrage zu reagieren.
In ähnlicher Weise sind Verleger oder Topmanager in Medienunternehmen die Prinzipale ihrer Chefredaktoren und diese wiederum Prinzipale der Ressortleiter und Redaktoren. Umgekehrt werden aus Journalisten, die redaktionsintern meist als Agenten tätig sind, im Umgang mit Nachrichtenagenturen, aber auch freien Mitarbeitern Prinzipale.
Einige dieser Prinzipal-Agenten-Beziehungen sind kaskadenartig hintereinandergeschaltet. Somit ist ein kumulativer Effekt zu befürchten. Zusammenfassend lässt sich erwarten, dass nicht allein Nachrichtenwerte und Publikumswünsche, sondern auch die Eigeninteressen der verschiedenen Agenten und Prinzipale den Output bestimmen – und damit die Verzerrungen, das Over- und Underreporting und die letztlich verschwiegenen Sachverhalte in der Nachrichtenproduktion.
Die «blinden Flecken» der Medienberichterstattung sind eben nicht nur zufällig blinde Flecken. Meist sind sie das Ergebnis eigeninteressierten Verhaltens. Und es sind beileibe nicht nur die von Journalisten gern gescholtenen PR-Leute, die solche Eigeninteressen haben.
Stephan Russ-Mohl leitet das europäische Journalismus-Observatorium der Universität Lugano.
Der Beitrag basiert auf einem Vortrag, mit dem der Autor das diesjährige Schweizer PR-Symposion in Zürich eröffnet hat.
RTVG: Schaffhausen protestiert gegen Zwangseinbürgerung
Das Bundesamt für Kommunikation hat eine Fernsehlandschaft entworfen, in dem 13 Konzessionsgebiete ausgeschrieben sind. Schaffhausen geht dabei leer aus und wird medial Zürich untergeordnet.
Rikscha-Taxi in fünf Schweizer Städten
Fastfood McDonald's chauffiert in Schweizer Städten die Passanten in Velo-Taxis umher und kündigt damit seine asiatischen Wochen an.
Werbung fliegt auf Passagiere
Flughafenwerbung Mit dem Werbezusammenschluss von elf grossen Flughäfen im deutschsprachigen Raum soll eine neue, normierte Werbegattung entstehen.
Diese Zielgruppe ist in der Kommunikation sehr begehrt: Denn etwa die Hälfte der Passagiere sind Geschäftsreisende mit hohem Einkommen. So verfügt beispielsweise der Münchner Geschäftsreisende über ein monatliches Netto-Haushalteinkommen von 3650 Euro. Zum Vergleich: Die Zielgruppe der Leser des Managermagazins ist mit einem verfügbaren Monatseinkommen von 3200 Euro klassifiziert.
Bei der Vermarktung der neuen «Airport-Connection» wird eine Inhouse-Lösung angestrebt. Das heisst, in der Gruppe wird ein Ansprechpartner für Angebote und Buchung zuständig sein. Wie viele hinterleuchtete CLP-Vitrinen die elf Airports auf den gemeinsamen Markt bringen werden, ist noch nicht geklärt.
Die Entscheidung für das normierte Leuchtplakat bedeutet gleichzeitig in München das Ende der berühmten Parallelogramme. Erfunden vom deutschen Werbeguru Michael Schirner, sorgten die schrägen, um 64 Grad geneigten Plakatflächen ab 1992 am neuen Flughafen Franz Josef Strauss für Aufsehen. «Diese kreative Idee hat sich 14 Jahre lang bewährt», so Marketing-Manager Hassler. «Aber wir müssen mit der Zeit gehen, und das bedeutet Formatstandardisierung.»
Zweistelliger UmsatzzuwachsDie neue Werbegattung «Airport» gibt den Terminals der elf Flughäfen die Möglichkeit, gemeinsam neue Kunden und Umsätze zu generieren. Auf der anderen Seite will die Gemeinschaft die jeweils individuellen Regionalangebote nicht einschränken. Floorgrafics, Werbung auf dem Gepäckband oder 3-D-Installationen sorgen bei den Airports schon jetzt für gute Marketingumsätze.
Wie interessant gerade für die grossen internationalen Marken die Flughafenwerbung schon jetzt im Einzelbuchungsverfahren geworden ist, zeigt ein Blick in die Auftragsbücher der Airports. So erzielte Frankfurt im vergangenen Jahr Marketingerlöse in der Höhe von rund 18 Millionen Euro. München steht mit rund 12 Millionen an Werbeumsätzen auf Platz 2.
Exklusives Umfeld und gut situierte Zielgruppen: Frankfurt und München (50 respektive 30 Millionen Passagiere) führen die neue «Airport-Connection» an. Mit einem jährlichen Passagieraufkommen von 17,2 Millionen landet dabei Zürich noch vor Wien mit 14,8 Millionen Passagieren. Eine neue, gemeinsame Vermarktung, so hoffen die Gründer der Werbe-Initiative, wird den einzelnen Mitgliedern ein Umsatzplus im zweistelligen Prozentbereich bringen.
Luzerner beim Münchner Airport AwardMit ihrer Kampagne
«Travel refreshed» für Coca-Cola sorgte die Luzerner Agentur Planet Kommunikation und Gestaltung beim Münchner Airport Award 2006 für Aufsehen. Der Münchner Award zeichnet die besten Werbeauftritte an den Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Am 26. Oktober wurden die Sieger des Jahres gekürt.Insgesamt verzeichnete die Jury eine Rekordbeteiligung von 147 Einsendungen. Im vergangenen Jahr waren es 96. «Die Airport-Werbung spielt nicht nur in der Schweiz eine immer grössere Rolle», sagt Peter Frey, Mitgründer und Creative Director der Luzerner Fullservice-Agentur Planet. Für den Kunden Coca-Cola hatten die Luzerner am Flughafen Zürich grosse Leuchtpanels gestaltet. Mit der Kampagne «Travel refreshed» landeten die Schweizer, so ein Jurymitglied, im vorderen Feld. Ein Shortlist- beziehungsweise Medaillenplatz blieb ihnen allerdings verwehrt.
Für Peter Frey, der die Agentur Planet Kommunikation und Gestaltung 1998 mitgründete, ist das kein Grund zur Resignation. Genügend Ansatzpunkte für «Werbung zum Abheben» hat die Agentur. Denn zur Kundschaft gehört neben der Coca-Cola-Gruppe unter anderen die Luzerner Kantonalbank, Bucherer und die CSS Versicherung.
Peter Ehm
