Farbspass

Aufgefallen Andreas Panzeri über ein schwieriges Briefing, bei dem sich Euro RSCG Zürich nicht einfach auf den Beifahrersitz einer Kampagne setzen konnte.

Automobil «Der Fahrspass wird noch intensiver», soll ein neues Sujet für den Peugeot 207 suggerieren. Ein schwieriges Briefing, bei dem sich Euro RSCG Zürich nicht einfach auf den Beifahrersitz einer Kampagne setzen konnte, wie sie zurzeit als wahre Dutzendware von den Plakatsäulen langweilen. Modell X auf einem spiegelnden Boden, Modell Y vor einem das Modell spiegelnden See, Modell Z mit einem gespiegelten Halbschatten… Ob da ein kreativer Werber sich weiterhin am Morgen im Spiegel ertragen kann? Bei Euro RSCG hat man sich die Frage gar nicht gestellt, sondern las weiter im Briefing: «Der neu entwickelte 1.6 16V Turbomotor mit 150 PS überzeugt vor allem mit seinem Drehmoment von 240 Newton-Metern.»
Umsetzung gefällig? Wie die Abbildung zeigt, ist schliesslich auch das von Euro RSCG Zürich konzipierte Sujet ein solches Feuerwerk an Dynamik geworden. Die Collage zeigt den 207 XSi inmitten einer fantastischen Welt, in der das intensive Fahrgefühl visualisiert wird. Fast ein bisschen wie in der Kunstgewerbeschule – und zwar an dem Tag, wo der Lehrer mit seinem Peugeot noch irgendwo im Stau steckte und die Studenten deshalb ungebremst von aller Autorität einfach mal lustvoll den Turbo ihrer Fantasie zünden konnten.
Andreas Panzeri

Namics spart Zeit beim Prämiensparen

Namics rotweiss hat für CSS Versicherungen die Herbstkampagne «10 Sekunden» ins Internet gebracht. Eine Website namens 10sekunden.ch ist der Kern der crossmedialen Kampagne.

Namics rotweiss hat für CSS Versicherungen die Herbstkampagne «10 Sekunden» ins Internet gebracht. Eine Website namens 10sekunden.ch, verschiedene Online- und Offline-Werbemittel und ein Prämienvergleichsrechner wurden realisiert. Wer über seine persönliche Prämienersparnis Bescheid wissen will, kann dies – so die Botschaft der Kampagne – innert 10 Sekunden erfahren. Um die Website wurde eine crossmediale Lead-Kampagne gestaltet. Die Lead-Generierung erfolgt schwergewichtig durch Banner, aber auch über Affiliates auf einem weit verzweigten Partnernetzwerk. Parallel dazu werden Printanzeigen und Plakate in den öffentlichen Verkehrsmitteln geschaltet. Wer lieber mobil kommuniziert, kann seine Prämienersparnis auch unterwegs abfragen.

Sneaker-Auktion von Christie’s

Auktion Am 1. November auktioniert Christie’s im Zürcher Mascotte fünf Paar der Nike iD Air Max Sneakers.

Auktion Am Mittwoch, den 1. November auktioniert Christie’s fünf Paar der Nike iD Air Max Sneakers, die von der Lausanner Stardesign-Firma +41 entworfen wurden. Die Auktion wird in Zürichs trendigem Nachtlokal Mascotte stattfinden. Christie’s wird fünf Paar +41 Nike iD Air Max Sneakers versteigern, die zur Nike Air Max 1 Serie gehören und in der Sneaker-Geschichte Kultsymbolcharakter geniessen. Mit der Auktion soll Geld für die Stiftung Schtifti gesammelt werden.

Die Japan-Connection

Mode TBS Identity warb für die Schweizer Modebranche an der Japan Fashion Week in Tokio.

Mode TBS Identity warb für die Schweizer Modebranche an der Japan Fashion Week in Tokio.Die Zürcher Agentur TBS Identity wurde von Präsenz Schweiz bereits im vergangenen Jahr mit dem gesamten visuellen Auftritt an der Weltausstellung im japanischen Aichi betraut. Im Rahmen dieses Project Brandings beauftragte Präsenz Schweiz die Zürcher Agentur nun auch mit der Realisation eines Booklets, das die Swiss Fashion Show in Japan begleitete und das mit Prägedruck und Spezialbindung dem anspruchsvollen japanischen Publikum gerecht wird. Das Booklet dokumentiert die Aktivitäten der Schweiz an der Japan Fashion Week, die einen Workshop, einen Querschnitt durch die Schweizer Modeszene sowie eine Präsentation der Kreationen des in Paris ansässigen Schweizer Designers Laurent Mercier umfassten. Das Booklet ist ein kunstvoll gestalteter Beweis, wie das Schweizer Modedesign in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erleben konnte. Mit unkonventionellen Kreationen haben Schweizer Designerinnen und Designer sowohl auf nationaler Ebene als auch in den internationalen Lifestyle-Magazinen wie Wallpaper oder Elle auf sich aufmerksam gemacht.
Mit dem grossen Auftritt an der 3rd Japan Fashion Week, welche diesen Herbst in Tokio über die Bühne ging, folgte nun ein weiterer Höhepunkt. Diese Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Japan bildete ein fulminantes Schlussbouquet des Rahmenprogramms, das anlässlich der Weltausstellung in Aichi lanciert wurde und das die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sowohl auf kultureller wie auch auf wirtschaftlicher Ebene festigte.
Andreas Panzeri

LangGysiKnoll wird zu «Neue Lgk»

Die Berner Werbeagentur LangGysiKnoll wird ab 1. Dezember auch in Zürich ein Standbein haben. André Benker und Hans Tanner stossen als Partner zu den bisherigen Inhabern Silvano Spezia und Nicole und Alfredo Trasatti. Die «Neue Lgk» bedeute aber auch mehr Nähe zum Kunden.

Die Berner Werbeagentur LangGysiKnoll wird ab 1. Dezember auch in Zürich ein Standbein haben. André Benker und Hans Tanner stossen als Partner zu den bisherigen Inhabern Silvano Spezia und Nicole und Alfredo Trasatti und werden den Markt in Zürich betreuen und aufbauen. Wie Geschäftsführer Alfredo Trasatti gegenüber der Werbewoche ausführte, handelt es sich beim neuen Zürcher Standort nicht um eine zweite Lgk, sondern um eine «Kreativfiliale». Erst wenn sich die Verhältnisse entsprechend entwickelt hätten, würde man die Zürcher Filiale zu einer vollen Agentur ausbauen. LangGysiKnoll reagiere mit der Veränderung auf die Bedürfnisse des Marktes, die immer schneller bessere Lösungen verlangten. Die «Neue Lgk» werde sich dieser veränderten Nachfrage stellen mit einer Geschäftsleitung, einem Team und einer Infrastruktur, die dezentral und flexibel zum Einsatz komme. Das bedeute auch mehr Kundennähe und eine engagiertere Zusammenarbeit.
Mit den kreativen Köpfen André Benker, den Werber des Jahres 1998 und Hans Tanner wurden Partner gewonnen, die seit vielen Jahren in der Kommunikation tätig sind und die bereits zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen gewonnen haben. Ab 1. Dezember werden sie sicher wöchentlich bei der Berner «Neue Lgk» präsent sein, aber mit ihrer lokalen Kompetenz und Know-how die Zürcher «Neue Lgk» leiten.
Die an der Thunstrasse in Bern ansässige LangGysiKnoll hat derzeit 30 Mitarbeitende und ist nach eigenen Angaben die fünftgrösste inhabergeführte Agentur der Schweiz.

SMS-Box in Bluewin Webmail integriert

Swisscom Fixnet integriert seine SMS-Box in die E-Mail-Applikation Bluewin Webmail. So sollen zwei Dienste des Service-Angebots von Bluewin enger zusammenrücken und somit einfacher zu nutzen sein.

Swisscom Fixnet integriert seine SMS-Box in die E-Mail-Applikation Bluewin Webmail. Dank dieser Neuerung können Bluewin-Kunden ihre SMS-Nachrichten direkt aus dem Bluewin Webmail senden. Dank individueller Absendernummer kann die Antwort aufs Handy, in die SMS-Box oder auch aufs Festnetzgerät übermittelt werden. Nachrichten können direkt aus dem Adressbuch versandt oder alle erfassten Telefonnummern aus dem Adressbuch übernommen werden. So sollen zwei Dienste des Service-Angebots von Bluewin enger zusammenrücken und somit einfacher zu nutzen sein, wie es in einer Mitteilung heisst.

Loretan, Ballet und Fasel gründen Beratungsunternehmen

Der derzeitige Schweizer Generalkonsul in New York, Raymond Loretan, gründet zusammen mit der Direktorin des Westschweizer Wirtschaftsverbandes Economiesuisse Chantal Ballet und dem Kommunikationsberater Edgar Fasel ein neues Beratungsunternehmen.

Der derzeitige Schweizer Generalkonsul in New York, Raymond Loretan, gründet zusammen mit der Direktorin des Westschweizer Wirtschaftsverbandes Economiesuisse Chantal Ballet und dem Kommunikationsberater Edgar Fasel ein neues Beratungsunternehmen. Wie die Nachrichtenagentur SDA meldet, soll das Dreigespann im Februar 2007 an den Start gehen. Das Büro soll zunächst in Genf und im Wallis Zweigstellen betreiben. Loretan wird im Januar 2007 in der neuen AGEN-Gruppe leitende Verantwortung übernehmen. Er wird bereits als neuer Verwaltungsratspräsident gehandelt (siehe ).

Gegenwartskunst aus Sicht des Geldes

Kundenmagazine Grey kommuniziert für die Credit Suisse Fides über die Welt der Kunst.

Kundenmagazine Grey kommuniziert für die Credit Suisse Fides über die Welt der Kunst.Das Quarterly ist die vierteljährlich erscheinende Publikation der Credit Suisse Fides für ihre Kunden. Das Magazin wird von der Zürcher Agentur Grey betreut. Es enthält aktuelle Konjunkturanalysen, Anlagekommentare und gezielte Informationen und Empfehlungen zur erfolgreichen Vermögensbildung und Vermögensverwaltung. Als Aufhänger hält jede Ausgabe ein exklusives (nicht eingekauftes) Interview mit einer Persönlichkeit bereit, die «wie die Credit Suisse Fides für einen hohen Anspruch an ihre eigene Performance steht», wie es Grey formuliert. Erster Gast war der Italiener Luca Bassani, Gründer und Inhaber von Wally Yachts. Danach und passend zur Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland stand der Trainer Ottmar Hitzfeld Red und Antwort.
Und nun ist die Reihe an Markus Lüpertz, einem der herausragenden Exponenten der deutschen Gegenwartskunst. Der Künstler gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Neoexpressionismus und ist seit 1988 Rektor der Kunstakademie Düsseldorf. Lüpertz sucht als streitbarer Künstlerfürst die Auseinandersetzung und hat nichts mit der für das Private Banking so typischen Diskretion am Hut.    
Andreas Panzeri

Wemf wählt Aspectra für Internetforschung

Die Wemf AG für Werbemedienforschung übergibt das Hosting ihrer IT-Systeme für die Internetforschung NET-Audit beziehungsweise NET-Metrix neu der Aspectra in Zürich.

Die Wemf AG für Werbemedienforschung übergibt das Hosting ihrer IT-Systeme für die Internetforschung NET-Audit beziehungsweise NET-Metrix neu der Aspectra in Zürich. Ausschlaggebend für diesen Entscheid seien die führende Qualität im Security Management, die Performance sowie die Professionalität. Mit Aspectra habe man einen führenden Hosting- Partner gewählt, der spezialisiert ist für den Betrieb von Informatiklösungen und die höchstmögliche Sicherheit und Verfügbarkeit sensitiver Daten gewährleistet, wie die Wemf mitteilt.

Internetblase?

René Worni über die schöne neue Medienwelt.

René Worni über die schöne neue Medienwelt.Was ist von der digitalen Revolution zu halten? Wo führt der Trend zur Individualisierung der Mediennutzung hin? Was bewirkt die allumfassende Dominanz des Internets, was die wachsende Medienkonvergenz? Wie wird sich der Medienkonsum dadurch verändern? Wie schnell wird die technologische Entwicklung voranschreiten? Wie lässt sie sich kommerziell nutzen? Die Frage, wie sich Medien in den nächsten zwei, fünf oder zehn Jahren entwickeln werden, ist mit einem Berg von Fragezeichen versehen. Die Antworten liegen ausschliesslich in der Zukunft. Man spricht höchstens von Entwicklungstendenzen, die für beschränkte und immer kürzer werdende Zeiträume gelten. Keiner weiss, wies kommt.
Zur schönen neuen Medienwelt gehört, dass die Branche ihre tiefe Verunsicherung im eigenen Scheinwerferlicht locker zu überspielen weiss und auf die Unschärfe von Prognosen, Einschätzungen und Bewertungen erstaunlich biegsam zu reagieren gelernt hat. Sie gab sich jüngst in München an den zwanzigsten Medientagen – uniform in Schwarz gekleidet – ein Stelldichein.
Ein paar Fakten formen sich dennoch zu einem unstabilen Gerüst im Durcheinander der Silhouetten vor den überall flimmernden Flachbildschirmen. So soll der Medienkonsum in den kommenden zehn Jahren durch das Aufkommen neuer Medien – praktisch ausschliesslich auf Bildschirmen – auf täglich acht Stunden anwachsen.
Die digitalen Medien haben dann einen Marktanteil von 40 Prozent, und Fernsehen, das gelobte Medium der Zukunft, wird noch 50 Prozent halten. Den Rest teilen sich Radio und die Printmedien, die den Rückgang am einschneidendsten verspüren.
Der Inhalt – in den letzten drei Jahren noch die dominierende Kraft – soll sich mehr und mehr dem Verlauf der  technologischen Entwicklung anpassen, die rasant an Bedeutung gewinnt. Es ist nicht einmal nötig, dass die Medien dies verstehen, denn die brauchen sich bloss noch in die Netze einzukaufen.
Doch was wird, wenn die Konsumenten nicht als breite Masse auf den fahrenden Zug aufspringen wollen? Er habe noch nie Radio gehört am PC, meinte Verleger Hubert Burda skeptisch. Vieles erinnert heute mehr und mehr an einen bereits einmal geplatzten Traum, der sich nicht finanzieren liess.
René Worni, Redaktor

Deutschland: Zeitungsauflagen sinken weiter

Die deutschen Zeitungsverlage haben im dritten Quartal 2006 fast eine halbe Million Zeitungsexemplare weniger pro Ausgabe verkauft als im Vorjahr. Damit hat sich der seit Jahren beobachtbare Auflagenschwund fortgesetzt.

Die deutschen Zeitungsverlage haben im dritten Quartal 2006 fast eine halbe Million Zeitungsexemplare weniger pro Ausgabe verkauft als im Vorjahr. Die Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) hat am Mittwoch die Zahlen veröffentlicht. Pro Erscheinungstag wurden durchschnittlich 1,74 Prozent weniger Exemplare verkauft – in absoluten Zahlen bedeutet dies eine Einbusse von 478’000 Exemplaren bei 26,98 Millionen verkauften Exemplaren. Insgesamt setzt sich der seit Jahren dauernde Auflagenrückgang fort, schreibt das Branchenblatt Werben und Verkaufen. So betrug der Absatz im Q3 2001 noch 30,25 Mio. Exemplare, zwei Jahre später 28,8 Mio. und 2005 27,45 Mio. Exemplare.
Am stärksten vom Auflagenschwund betroffen waren im Q3 2006 die Tageszeitungen. 2,1 Prozent betrug hier der Rückgang auf 21,09 Millionen verkaufte Exemplare. Ihnen folgten die Sonntagszeitungen mit minus 0,98 Prozent auf 3,83 Mio. Exemplare. Zugelegt haben hingegen die Wochenzeitungen. Sie freuten sich über ein Plus von 0.61 Prozent auf 2,05 Mio. Exemplare.

Das Tor im Auge

Marco Genepretti hat als Coleiter Marketing und Verkauf von TeleZüri und Radio 24 den Traumjob gefunden.

Marco Genepretti hat als Coleiter Marketing und Verkauf von TeleZüri und Radio 24 den Traumjob gefunden. Bei der Fussball-WM wurde er kurz nostalgisch. Viele der Stars, die hier Millionen vor den Bildschirm lockten, waren früher einmal seine Kollegen. «Sie waren nicht besser als ich», sinniert Marco Genepretti. Das war in der Zeit, als der heutige «Libero» im Marketing der beiden Unternehmen TeleZüri und Radio 24 als Doppelbürger gleichzeitig als Stürmer in den beiden Nationalmannschaften von Italien und der Schweiz mitspielen durfte. U15 – und da war man halt noch jung. Sein Vater, ein gestandener Banker, hat es trotzdem lieber gesehen, dass der Filius vom Fussballtraum zu einer kaufmännischen Lehre bei der Credit Suisse wechselte. Nicht verloren gegangen ist beim Umstieg allerdings der Wille, auch abseits der Sportstadien Topleistungen erbringen zu können.
Das will der Quereinsteiger – von der Bank zu Tamedia – jetzt auch in den Medien beweisen. Hier wird eine neue Mannschaft gebildet. Der Name Belcom als Werbevermarkterin von Radio 24 und TeleZüri soll eingemottet werden. Dafür wird die Eigenvermarktung mit zwei neuen Marketing- und Verkaufsteams massiv verstärkt. An der Spitze für beide separaten Salesteams agiert neben «Aufbauer» Tarkan Özküp seit ein paar Monaten auch «Stürmer» Marco Genepretti als Mitglied der Geschäftsleitung. Beide sind strategisch involviert und verantworten gemeinsam die Planung der Budgets.
Marco Genepretti sprüht vor Begeisterung, wenn er von seiner neuen Arbeit redet. Jetzt habe er seinen Traumjob gefunden. «Die schnellsten zwei Medien und viele Leute in einem super Team, wo jeder sich kreativ einbringen kann. In einem Betrieb, wo Mitdenken sogar erwartet wird.» Kommt die Redaktion mit einem Konzept, bündelt das Marketing die Ideen und macht daraus eine Strategie. «Wir dürfen in freien Strukturen agieren. Und wir spüren täglich, wie das Produkt wächst.» Als Mitverantwortlicher im Marketing gefällt Genepretti auch, wie er bei allen Arbeitsschritten involviert ist: Idee, Finanzierung, Produktion, Ausstrahlung und schliesslich Kontrolle, ob es dem Kunden gefallen hat.
Nicht nur das Medium, auch die Finanzierung ist beim Radio und Privatfernsehen «sehr schnelllebig», erklärt Genepretti. Wird ein Thema aktuell und entwickelt sich im Idealfall sogar zu einer Serie von Reportagen, muss manchmal innerhalb von nur drei Wochen ein Sponsor gefunden werden. Solche Sponsorgeschichten – natürlich im Rahmen des Bakom – sind für TeleZüri wichtig, weil die Spots mit 78 Prozent «beinahe ausgebucht» sind. Bei solchem New Business hilft Genepretti natürlich sein grosses Beziehungsnetz. Dieses hat sich der Jungmanager im Verlauf seiner Vergangenheit in der Bankenwelt auch in illustren Kreisen erarbeiten können.
Dabei funktionierte die Karriere bei ihm wie in einem «Durchlauferhitzer». Nach dem KV bei der Credit Suisse folgte nicht die übliche Weiterbeschäftigung im Backoffice. Bei der CS in Witikon durfte Genepretti als Assistent des Anlageberaters einsteigen. «Das erzwungene Glück» – denn er habe hart dafür gearbeitet – blieb ihm weiter treu, als sein Chef nach einem halben Jahr den Job wechselte. Genepretti durfte das Portfeuille übernehmen. «Ein Wurf ins kalte Wasser», blickt er zurück. «Da musste ich mich behaupten.» Die Zeit war hart, denn viele misstrauten anfänglich dem jungen Schnösel. «Glaubwürdigkeit ist das grosse Ding in der Beziehung zum Kunden», weiss seither Marco Genepretti.
Zwei Jahre später, im Alter von 23, konnte er bereits innerhalb der CS ins Private Banking wechseln. Jetzt betreute er im Investment-Consulting Kunden und Firmen von einer Million an aufwärts. Aktien kaufen, Optionen tätigen – alles musste noch schneller funktionieren. Oft hatte der junge Bankmann seine Kunden täglich am Telefon. Er begleitete sie auch an Events von der Oper bis in die Formel-1-Box und hat dabei «sehr viel von diesen Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen gelernt». Es faszinierte ihn, mit solchen Unternehmern schnell, spontan und doch geplant «ein Geschäft anzureissen». Aber irgendwie sei er auch «zu früh in dieses Business gekommen».
Genepretti lockte es deshalb nicht, sich für die nächsten paar Jahre noch einmal eine Kundenklasse höherzudienen, «um dann den Rest seines Lebens mit einem schönen Häuschen am See zu verbringen». Ob Teamleiter oder später Regionalleiter: «Das Geschäft wäre immer das gleiche geblieben…»
Mehr Horizonterweiterung hat sich der ursprüngliche Ballkünstler von einem Wechsel ins Ausland versprochen. Genepretti wechselte zur Dresdner Bank. Für deren Schweizer Niederlassung betreute er von Zürich aus die deutschen Kunden. «Eine intensive und lässige Zeit», bei der er mehr im Flieger und Auto als in seinem Büro gearbeitet hat. Trotzdem fehlte ihm die Eigendynamik. «Bei der Bank hat man keine Möglichkeit, einen eigenen Weg zu gehen oder eine Strategie zu verändern.» Die Ideen kommen von oben. Man habe dafür Sicherheit, mehr jedenfalls als bei den Medien, «wo ein interessanter Job oft auch ein Schleudersitzt ist…»
Dass er jetzt das Marketing für zwei Sender mitbetreut, von denen er bereits in jungen Jahren ein leidenschaftlicher Fan war, erfüllt Marco Genepretti mit Stolz. Zum Angebot als Quereinsteiger ist es gekommen, weil der scheinbar rastlose Genepretti in seiner Freizeit neben der Bank nicht nur ein Studium der Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Zürich abgeschlossen hat.
Ein weiteres Hobby war das Organisieren von Events. Genepretti legte in mitteljungen Jahren als DJ im Kaufleuten oder Rohstofflager auf, mixte sich so in die Partyszene und hatte in diesem Netzwerk auch bei der Street Parade oder beim Erfinden verschiedener Bälle im Hotel Baur au Lac seine Hände im Spiel.
Bei diesen Unternehmen hat der Banker nicht nur die Sponsoren geliefert, sondern auch die Medien betreut. Womit er schliesslich auch mit Markus Gilli und Tarkan Özküp in Verbindung kam. Diese haben in Genepretti immer mehr Spielerpotenzial gesehen – und gaben ihm schliesslich einen Steilpass. Jetzt will man zusammen Tore schiessen.   
Andreas Panzeri
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