Corporate Identity Das Schweizer Fernsehen hat für SF zwei eine Serie von neuen Trailern produzieren lassen und will damit dem Kanal ein junges Styling verpassen.Die roten Blöcke, die zu einem sphärenhaften Klang durch helvetische Landschaften schweben und sich im Logo SF verdichten, sollen Konkurrenz bekommen. Alex Hefter, der seit Oktober 2004 verantwortliche CD Gestaltung beim Schweizer Fernsehen, will den roten Blöcken noch farbigere Promis aus dem Schweizer Showbizz entgegen stellen. Die Promis mit ihren Statements sind die neuen Idents für SF zwei. Die Blöcke bleiben das Erkennungszeichen für SF 1. Damit sollen die beiden Kanäle in Zukunft noch mehr eigenständig wirken. SF zwei natürlich «jünger». Hefter ist überzeugt: «Die Verpackung ist heute genauso wichtig für eine Medienmarke wie das Programm.» Für die neuen Station Idents sind in einer ersten Serie die zehn Promis DJ Bobo, Roger Federer, Tanja Frieden, Baschi, Melanie Winiger, Carlos Leal, DJ Tatana, Nadine Strittmatter, Miss Schweiz Lauriane Gilliéron und Stress vor die Kamera gestanden. Regie führte Michel Comte. Produziert wurden die Kurzfilme extern von Lea Rindlisbacher und ihrer in Zürich ansässigen Firma Eqal.
«Die Form dieser Inszenierung mit 35 Millimeter wäre nicht typisch für das tpc gewesen» erklärt Hefter, wieso der Auftrag extern vergeben wurde. Zudem habe er bei Eqal auch «das beste Preis-Leistungs-Verhältnis gefunden». Miteinander ins Geschäft gekommen ist man, weil Eqal schon mehrmals mit Michel Comte gearbeitet hat – und für Alex Hefter war es wichtig, «diese Geschichte mit einem etablierten Schweizer Star zu realisieren». Aufgefallen ist dem CD zum Beispiel die «hervorragende Artwork» in den Jaguar-Spots von Michel Comte.
Die Kampagnenidee für die neuen Idents wurde von Alex Hefter entwickelt. Auf dem Set hat das Team schliesslich spontan auch noch eine schon länger schlummernde Idee für neue Image-Clips in die Tat umgesetzt.
Da die terminbeladenen Stars schon mal vor der Kamera waren, hat Comte sie einfach vor eine weisse Wand gestellt und in dieser simplen Einstellung gleich auch noch eine zusätzliche Serie mit schwarz-weissen Image-Clips inszeniert. Vertont wurden diese Clips mit Off-Stimmen der jeweiligen Promis. Alle Clips gipfeln im Claim: «Meine Schweiz, mein Fernsehen». Dank diesem Doppelnutzen konnte das 30-köpfige Team sehr effizient arbeiten. Pro Tag wurden bis vier Spots produziert.
Schneller Erfolg in kurzer ZeitAuf einem Regal hinter dem Schreibtisch des neuen CD Alex Hefter stapeln sich rund ein Dutzend Statuetten mit Design-Preisen aus aller Welt. «Auf jedem Wettbewerb haben wir in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Preis gewonnen», freut sich Hefter. Die Frage, ob für diese Ausbeute auch die Budgets grösser geworden sind, verneint er. «Mein Budget ist im selben Rahmen wie bei meinem Vorgänger.» Die Preise begründen sich somit eher durch die konzeptionelle Art der Arbeit und die Qualität des Designs. «Wir machen hier aus weniger Budget mehr», rechnet der frühere Designchef des ZDF.
Auch für das «Tagesschau»-Studio und «10 vor 10» ist das Schweizer Fernsehen in New York kürzlich ausgezeichnet worden. «Wenn wir diese Arbeit international vergleichen wollen, zeigt sich eine Klarheit in der Linienführung, eine erfrischende Reduktion, während insbesondere die Amerikaner aktuell sehr barock werden, mit viel Holz und emotionalem Background», erklärt der CD den Stil seines Wirkens.
Insgesamt empfindet er das Erscheinungsbild des Schweizer Fernsehens als «modern, reduziert auf das Wesentliche und Notwendige». Hefter will seine Arbeit in der weltbekannten Tradition des Schweizer Designs sehen. Das Erscheinungsbild der neuen Studios hat er zusammen mit dem Schweizer Möbeldesigner und Architekten Hannes Wettstein entwickelt.
In Sachen Idents und Image-Clips plant Hefter auch noch Versionen mit Frank Baumann, Marco Rima, Trudi Gerster, Peach Weber und anderen Identifikationsfiguren für SF 1. Die Landschaftsbilder mit den roten Kuben sollen aber bleiben. Auch die Serie für SF zwei kann beliebig fortgesetzt werden mit jeweils neuen Gesichtern, die aktuell im Rampenlicht stehen.
In einer ersten Phase sollen die Idents auf SF zwei jetzt sehr intensiv geschaltet werden. Die Macher waren sich deshalb beim Drehen bewusst: «Die Story muss man sich mehrmals anschauen können.»
Alex Hefter, CD Gestaltung SFStudium als Diplomdesigner
an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Freischaffender Designer für verschiedene deutsche TV-Sender. 1994 festangestellt als konzipierender Designer beim ZDF. Ab 1996 mit demReferat Corporate Design beauftragt. 2001 Leiter der Stabsstelle ZDF Corporate Design. Daneben Lehraufträge als Gastprofessor an der Fachhochschule Mainz oder an der Berufsakademie Ravensburg für Mediendesign. Seit September 2004 Creative Director Gestaltung für das Schweizer Fernsehen.
Andreas Panzeri