Im Verwaltungsrat von Radio Liechtenstein herrscht Verwirrung

Der Verwaltungsrat von Radio Liechtenstein ist Der Verwaltungsrat von Radio Liechtenstein ist überbesetzt. Statt den sieben üblichen Mitgliedern zählt er zurzeit neun.


Der Verwaltungsrat von Radio Liechtenstein ist überbesetzt. Anfang Oktober hatte der Staatsgerichtshofs beschlossen, dass bei der Abberufung vom ehemaligen Verwaltungsratpräsidenten Norbert Seeger und vom ehemaligen Verwaltungsrat Alexander Batliner Verfahrensfehler aufgetreten sind (siehe ). Doch eine klare Weisung erteilte der Staatsgerichtshof nicht, vielmehr spielte er den Ball an das Parlament. Der Landtag beschloss daraufhin Ende Oktober, eine Kommission einzusetzen, welche nun die Verfahrensfehler ausbügeln soll.  
In der Zwischenzeit zählt der Rat nun aber statt der sieben üblichen Mitglieder neun – und zu allem Übel auch zwei Präsidenten. Diese beiden, Seeger und der neue Clemens Laternser, beschlossen am Dienstag laut Nachrichtenagentur SDA zum gleichen Zeitpunkt, eine Sitzung einzuberufen. In der Folge traten Laternser und die neue Verwaltungsrätin Stefanie von Grünigen in den Ausstand. Daraufhin gaben am Mittwoch Seeger und Batliner bekannt, sie seien bereit, ihre Verwaltungsratsmandate zur Verfügung zu stellen. Jedoch unter einer Bedingung: Die Fraktion der Vaterländischen Union sowie der Freien Liste müssen die Vorwürfe der Pflichtverletzung öffentlich zurücknehmen und die beiden somit rehabilitieren.

Forschungsstiftung nimmt Form an

Forschung Das Konzept der neuen Forschungsstiftung ist breit akzeptiert. Jetzt beginnen Detail- und Vertretungsdiskussionen.

Forschung Das Konzept der neuen Forschungsstiftung ist breit akzeptiert. Jetzt beginnen Detail- und Vertretungsdiskussionen.Walter Rüegg, Direktor von Rado DRS, ist erleichtert. Nach der Konzept-Präsentation für die neue Stiftung für die Radio- und TV-Forschung am 27. Oktober in Biel machte der Initiant der ersten Stunde eine «absolut positive» Stimmung aus. Und auch Jürg Bachmann, der als Präsident des Verbandes Schweizer Privatradios (VSP) ebenfalls an vorderster Front mitwirkt, konstatierte, dass die Stiftung «gut unterwegs» sei. Von Dritten wird dieser Eindruck geteilt, etwa von Jürg Siegrist, Direktor des Verbandes Schweizerischer Werbeauftraggeber (SWA).Die positiven Echos bedeuten aber nicht, dass die Diskussionen um die Stiftung beendet sind. Denn bis zum 24. November 2006 können noch Vorschläge für Reglements- und Konzeptänderungen eingereicht werden. In den Grundzügen dürfte es aber so bleiben, wie es von Rüegg, Bachmann und Filippo Lombardi, dem Präsidenten des Privat-TV-Verbandes Telesuisse, in Biel präsentiert wurde. Demnach gründen SRG, VSP und Telesuisse die Stiftung nach Inkrafttreten des
neuen RTVG (Frühling 2007). Als Name wird «Mediapulse Stiftung für Nutzungsforschung» vorgeschlagen.
Die heute bestehende Firma Mediapulse AG (Ex-SRG-Forschungsdienst) wird von der SRG in die Stiftung überführt, ebenso die Aktien im Umfang von zwei Millionen Franken, welche die SRG an Mediapulse hält. Auch die Publica Data AG, die heute die Daten der Radio- und TV-Forschung an Private verkauft, soll als zweite Tochterfirma in die Stiftung integriert werden. Künftig soll sie aber auch die SRG mit Daten beliefern.
Festgelegt ist ferner, dass der Stiftungsrat aus je sechs Vertretern der SRG, der privaten Anbieter und der Werbewirtschaft besteht und von einer weiteren, unabhängigen Person präsidiert wird. Zwar wählen die drei Kreise ihre Vertreter je selbst, doch müssen bei der SRG die Generaldirektion, die Vermarkterin Publisuisse sowie die SRG-Radios und -TVs Sitze erhalten.
Bei den Privaten kann der VSP zwei und der Westschweizer Radioverband RRR einen Vertreter stellen, Telesuisse stellt insgesamt drei. Und die Werbewirtschaft soll je einen Sitz an die Vermarkter PubliGroupe und Goldbach Media sowie an die Verbände BSW, SWA und GfM vergeben. Ein weiterer Sitz ist noch nicht definitiv zugeordnet. Festgehalten wird überdies, dass es bei den Interessen, welche die künftigen Stiftungsratsmitglieder vertreten, nicht zu Überschneidungen oder Doppelvertretungen kommt.
Das heisst zum Beispiel, dass VSP-Präsident Bachmann kaum wählbar ist, weil er als Geschäftsleiter von Radio Energy Zürich zur Goldbach Media gehört. Diese erhält aber bereits als Vermarkterin einen Sitz. Ferner wird man darauf achten müssen, dass die Vertreter der Privat-Radios und -TVs nicht (nur) von Verlagen kommen, an denen die P (minderheits-)beteiligt ist.
«Das neue System muss von allen getragen werden»Erhalten Radios und TV-Stationen,
die keinem Verband angehören, auch ein Wahl- oder Vertretungsrecht? Etwa die Tamedia-Sender Radio 24 und Radio Basilisk, ferner Radio 105, die TV-Sender U1, Viva sowie TV3+ und nicht zuletzt die ausländischen Sender, die per definitionem keinem der Verbände angehören dürfen, aber für Forschungsdaten bezahlen. Dieser Punkt wird auf jeden Fall noch zu Diskussionen führen. Denn Andreas Meili, Leiter Elektronische Medien bei Tamedia, hat nach eigenen Angaben bereits einen Änderungsantrag ein-gereicht.
Demnach soll einer der beiden Sitze des VSP jenen Sendern zur Verfügung stehen, die nicht im VSP organisiert sind. Meilis Begründung: «Es ist für die künftige Nutzungsforschung wichtig, dass das neue System von allen relevanten Branchenvertretern und Sendern erarbeitet und mitgetragen wird.»
Die gleiche Frage stelle sich auch in Bezug auf Telesuisse oder bezüglich der Sitze, die Goldbach Media und P zufallen sollen. «Es gibt noch andere Vermarkter, die sich durch die beiden Genannten kaum vertreten fühlen», meint Meili.
Markus Knöpfli

USA: Google will auch ins Radiogeschäft

Nach Anzeigen in US-Zeitungen will Google nun auch Radiowerbung über das Internet verkaufen. Zudem hat der Internetgigant zwei neue Angebote auf Basis seines Kartendienstes vorgestellt.


Täglich flattern neue Geschäftsideen aus dem Hause Google in die Redaktionen. Der neuste Plan: Das Unternehmen will über das Internet Radiowerbung verkaufen. Erst am Montag war bekannt geworden, dass der Internet-Suchmaschinen-Betreiber probeweise Anzeigen in US-Zeitungen verkauft (siehe ). Auch hat Google zwei neue Angebote auf Basis seines Kartendienstes vorgestellt. Wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet, will Google noch dieses Jahr mit dem Radio-Anzeigenverkauf starten. Dazu können Kunden das gleiche System nutzen, mit welchem sie bereits Werbung auf den Google- Internetseiten mit Sucherergebnissen buchen. Laut Branchenexperten ist Google zurzeit auf der Suche nach Anzeigeverkäufern im Radiobereich. Wie gemunkelt wird, plant das Unternehmen diesen rund 50 Prozent mehr als branchenüblich zu zahlen. Langfristig könne man bis zu 1000 Mitarbeiter in diesem Sektor beschäftigen, hatte Google-Chef Eric Schmidt einmal verlauten lassen.
Die Quelle der zu verkaufenden Werbung ist noch nicht bekannt. Insider spekulieren, Google könne für eine Milliarde Dollar ein Werbe-Kontingent vom grössten US-Radiobetreiber Clear Channel Communications übernehmen oder bei dem Betreiber sogar einsteigen. Anfang Jahr bereits hatte das Internetunternehmen die Radio-Werbefirma dMarc Broadcasting gekauft. Auch habe Google bereits einige Sender angesprochen, um von ihnen Werbeplätze zu übernehmen.
Doch genug der Zukunftsmusik: Google AdWords hat soeben zwei neue Angebote auf Basis seines Kartendienstes vorgestellt. Beide Dienste richten sich in erster Linie an Unternehmen, berichtet Heise Online. Mit dem Branchencenter können Firmen Informationen über sich und ihre Produkte online stellen, welche Google in die Suche einbettet. Mit lokalen Anzeigen auf den Google Maps-Produkten können Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen nun auch gezielt bewerben. Sowohl in Google Maps als auch in der Volltextsuche erscheinen diese im Google-Werbenetz – wenn gewünscht, auch mit Bild.
 
 

LIAA: Ruf Lanz siegt mit George W. Bush

Ruf Lanz stellt einen Winner bei den renommierten London International Advertising Awards (LIAA). Die Schweizer Kreativagentur siegte in der Kategorie Radio mit dem Radiospot «George W. Bush» fürs Sport Factory Outlet.

Ruf Lanz stellt einen Winner bei den renommierten London International Advertising Awards (LIAA). Die Schweizer Kreativagentur siegte in der Kategorie Radio mit dem Radiospot «George W. Bush» fürs Sport Factory Outlet im Bally-Areal in Schönenwerd, nach dem sie vier Finalplätze erreicht hatte (siehe ). Die Idee dahinter, dass George W. Bush schon öfter mit dem Velo gestürzt ist und in seinen Reden nicht den smartesten Eindruck hinterlässt, überzeugte die Jury. Die Botschaft des frechen Radiospots: Es lohnt sich, den Kopf mit einem Velohelm zu schützen.

Studie: Verschläft die Schweiz Euro 08?

Bisher haben nur 18 Prozent der Schweizer Unternehmen konkrete Sponsoringmassnahmen in Zusammenhang mit der Euro 08 ergriffen. 61 Prozent behalten sich eine Fussballkommunikation aber noch vor.

Bisher haben nur 18 Prozent der Schweizer Unternehmen konkrete Sponsoringmassnahmen in Zusammenhang mit der Euro 08 ergriffen. 61 Prozent behalten sich eine Fussballkommunikation aber noch vor. Wird die Bedeutung des Anlasses etwa unterschätzt? Erhoben wurden die Zahlen im Sponsoring-Barometer 2006/2007, einer Studie der Kölner Beratungsagentur Sport und Markt in Zusammenarbeit mit der europäischen Sponsoringbörse. Der Studie ist nicht zu entnehmen, weshalb die Schweizer Unternehmen bisher eher zurückhaltend bleiben. In der Schweiz setzt man vor allem auf Sponsoring, wenn es gilt, das Image zu verbessern und den Bekanntheitsgrad zu steigern. Jeder zehnte Franken, der in der Schweiz für Werbung, PR und Marketing ausgegeben wird, fliesst gemäss der Studie ins Sponsoring. Als Zielgruppe für Sportsponsoring werden ferner Mitarbeiter immer wichtiger. 2006 machte diese Zielgruppe bereits 16 Prozent aus. 122 Schweizer Sponsoring-Entscheider auf Top-Unternehmen vorwiegend aus der deutschen Schweiz wurden für die Studie befragt.
Noch besteht eine gewisse Planungsunsicherheit, da Verträgt zwischen der Uefa und den Austragungsorten noch nicht unterzeichnet sind, heisst es weiter. Doch der Eindruck herrsche vor, dass die Bedeutung des Anlasses unterschätzt werde und die Zeit davonlaufe.

Wer verstehen will, muss lesen

Podcasting Die meisten Podcaster podcasten aus Leidenschaft. Fast alle Werber wollen damit und darin werben.

Podcasting Die meisten Podcaster podcasten aus Leidenschaft. Fast alle Werber wollen damit und darin werben.Podcasts sind heiss. Alle reden darüber, viele meinen zu verstehen, um was es geht, wenige wissen, was sie sind – und kaum jemand ahnt, wie damit Geld zu verdienen ist. Als Anfang Oktober die Goldbach-Media-Gruppe zum ersten Schweizer Pocasttag (siehe Werbewoche vom 12. Oktober 2006) lud, hatten nur wenige Gäste viel mehr als eine Ahnung. Und einige von ihnen hatten offenbar auch keine Mühe damit, keine Ahnung zu haben. «Ich will nur eine Checkliste», vertraute mir mein Sitznachbar an, «und ich will wissen, wie wir damit Geld verdienen.»Wer ernten will, muss säenGegen Geld-Verdienen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Auch ich schreibe nicht nur, weil ich leidenschaftlich gerne schreibe. Doch wer mit etwas Geld verdienen möchte, sollte zumindest verstehen, womit er Geld verdienen möchte. Das heisst für mich back to the basics und zuerst die Hausaufgaben machen. Zum Beispiel ein paar Podcasts abonnieren, sich überlegen, warum Podcaster podcasten oder warum ihnen wildfremde Menschen zuhören und auf jede neue Episode brennen wie andere auf die nächste Folge von «Gute Zeiten, schlechte Zeiten».
Wer will, kann natürlich auch Bücher dazu lesen. Nur gibt es leider nur wenige. Etwa «Podcasting», das Buch zum Audiobloggen, von Annik Rubens. Annik Rubens ist das Pseudonym Larissa Vassilians, einer freien Journalistin. Am 21. März 2005 ging sie mit «Schlaflos in München» auf Sendung und gehört zu den Podcastern – Frauen sind eine Minderheit in der Szene – der ersten Stunde im deutschsprachigen Raum. Sie hat jeden Tag eine drei bis fünf Minuten lange Kolumne veröffentlicht, die sich regelmässig bis zu 6000 Hörerinnen und Hörer heruntergeladen haben.
Zielgruppengerecht werbenNach 400 Episoden hat sie eine kreative Pause eingelegt. Vor dieser Auszeit hat sie das bislang einzige deutschsprachige Buch zum Thema geschrieben. Ihr Wissen, das sie in den vergangenen eineinhalb Jahren zusammengetragen hat, teilt sie mit allen, die selber einen Podcast produzieren wollen. Und das ist, zumindest technisch, alles andere als schwierig. Darum nimmt das Kapitel «Podcasts produzieren» nur ein Drittel der 101 Seiten ein. Mehr Platz räumt Larissa Vassilian ihren sieben goldenen Regeln ein und wie sie für ihren Podcast wirbt und damit sogar Geld verdient.
Wer einen Podcast produziert, kann mit Affiliateprogrammen wie Google AdSense mit jedem Klick ein paar Rappen generieren. Und das ist erst der Anfang: Ein Podcast ist die ideale Plattform, um flächendeckend oder gezielt und ohne grosse Streuverluste eine Zielgruppe zu bewerben. So erreicht Adam Curry mit «The Daily Source Code» Hunderttausende Hörer, während ein Podcast, der sich an Rosenzüchter richtet, nur wenige, dafür sehr interessierte Abonnenten hat.
Kleinvieh macht auch MistDas ist, mein lieber Sitznachbar, die Chance, zielgruppengerecht zu werben und Geld zu verdienen. Diese Chance will unter anderem die AD ON Media nutzen, die Podcaster auf Audioads.de vernetzt und vermarktet. Das Prinzip ist einfach: AD ON lädt den registrierten Podcast als MP3-Datei herunter, fügt Werbung ein und leitet den Podcast an die Abonnenten weiter. In den USA verspricht Fruitcast den Podcastern, damit bis zu zehn Cent je Hörer und Folge verdienen zu können.
Roger Hausmann
Podcasting
von Annik Rubens; O’Reilly Verlag, Köln 2006, 102 Seiten, 24.90 Franken.

Radio DRS positioniert Regionaljournale neu

Radio DRS kürzt die Mittagsausgaben der sieben Regionaljournale leicht, während am Abend ausführlicher und formal attraktiver berichtet werden soll.


Die sieben Regionaljournale von Radio DRS werden bis Ende Jahr konzeptuell neu ausgerichtet. Wie das Radiomagazin in seiner neuesten Ausgabe schreibt, werden die Mittagsausgaben der «Regis» leicht gekürzt, während am Abend ausführlicher und formal attraktiver berichtet werden soll. Iso Rechsteiner, Abteilungsleiter Regionaljournale bei Radio DRS, reagiert mit der Neuausrichtung auf eine Studie der Uni Bern, wie er gegenüber dem Radiomagazin sagte. Diese habe unter anderem einen veränderten Medienkonsum sowie das Bedürfnis nach vielfältigeren journalistischen Formen in den Regionaljournalen nachgewiesen.

Startschuss für ein neues Fernseherlebnis

Fernsehen Jung von Matt/Limmat verspricht «immer was Gutes» mit der Launch-Kampagne für Bluewin TV.

Fernsehen Jung von Matt/Limmat verspricht «immer was Gutes» mit der Launch-Kampagne für Bluewin TV. Mit Bluewin TV erobert ein ganz neues Fernseherlebnis die Schweizer Wohnzimmer. Entsprechend gross war das Interesse in den Medien und natürlich bei der Konkurrenz, als Bluewin das lange erwartete Baby – die Geburt wurde mehrmals verschoben – letzte Woche erstmals der Öffentlichkeit präsentieren wollte.Anfang November ist das neue Fernsehen über den Telefonanschluss nun gestartet und dank Jung von Matt/Limmat auch bereits in jedermanns Auge. Die Agentur betreut Bluewin schon seit 2001. Für die Fernsehkampagne ist in den letzten Monaten «sehr intensiv gearbeitet worden», wie CD Tom Seinige verrät. Es wird also noch eine geballte Flut von Infos über Bluewin TV zu erwarten sein.
Das aufwändigste Kommunikationsmittel ist dabei ein Kinospot von 74 Sekunden Dauer. Die TV-Version hat 60 Sekunden. Der allgemeine Spot wurde von Rosas’n’Co mit dem Cannes-Gewinner und neuen Regie-Shooting-Star Nicolas Caicoya gedreht. Dazu gibt es vier Themenspots, die auf einzelne Contents auf Bluewin TV eingehen, etwa Sport-Events wie UEFA Champions League oder Video on Demand mit 500 Filmen rund um die Uhr.
Im Grundangebot erreichen nun mehr als 100 TV-Sender, darunter selbstverständlich alle gängigen nationalen, internationalen und regionalen TV-Stationen, über die Telefonleitung direkt die TV-Geräte in den Schweizer Wohnzimmern. «Man kann jetzt also getrost seinen herkömmlichen TV-Anschluss künden, dafür Bluewin TV abonnieren und das Fernsehprogramm über den normalen Telefonanschluss beziehen», meint Marc Werner, Leiter Marketing & Sales bei Swisscom Fixnet.
Neben den Programmangeboten besticht Bluewin TV auch mit sämtlichen Funktionen, die das Fernsehen gemütlicher machen. Angefangen bei über 100 Stunden Aufnahmekapazität über die Möglichkeit, laufende Sendungen anzuhalten und später an der gleichen Stelle fortzusetzen, bis zur Fernprogrammierung übers Internet oder via Handy.
Die Launch-Kampagne für Bluewin TV basiert auf dem übergreifenden Motto «Hier kommt immer was Gutes». Als Schlüsselbild haben die Kreativen eine Leuchttafel gewählt, so wie man sie klassisch über dem Eingang bei Kinos am Broadway findet. «Wir sehen darin eine symbolische Umsetzung für ein grosses Erlebnis», erklärt Seinige. Das Key Visual erscheint auch in Anzeigen. Das Symbol mit hohem Wiedererkennungswert ist vielseitig einsetzbar und soll die Kampagne noch lange begleiten. Dazu gibt es Below-the-Line-Massnahmen, Internet-Anwendungen, Direct Mails und auch eine von Bluewin organisierte Roadshow.
Andreas Panzeri

Dagmar Jenny neue BVB-Pressechefin

Der Verwaltungsrat der Basler Verkehrs-Betriebe hat Dagmar Jenny zur neuen Pressechefin gewählt. Sie folgt damit auf Pius Marrer.


Der Verwaltungsrat der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) hat Dagmar Jenny zur neuen Pressechefin gewählt. Sie folgt damit auf Pius Marrer, der Ende März 2007 im Alter von 63 Jahren in den Ruhestand tritt. Jenny arbeitet derzeit als Leiterin von Marketing und Kommunikation bei Spitex Basel. Ihren neuen Posten tritt sie voraussichtlich Mitte März 2007 an, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet.

Philipp Petersson wird neuer Leiter Commercials bei Condor Films

Per Anfang 2007 wird Philipp Petersson Leiter der Abteilung Commercials bei Condor Films und Mitglied der Geschäftsleitung des Unternehmens.


Per Anfang 2007 wird Philipp Petersson Leiter der Abteilung Commercials bei Condor Films und Mitglied der Geschäftsleitung des Unternehmens. Der 36-Jährige ist seit zehn Jahren im Werbegeschäft tätig und besitzt langjährige Erfahrung in der Produktion von Kino- und TV-Spots. Seit 2005 ist er in der Schweiz exklusiv für Condor Films tätig. Der bisherige Leiter von Commercials, Kristian Widmer, wird die Abteilung im Rahmen seiner Funktion als Geschäftsführer weiterhin aktiv unterstützen. Ebenfalls operativ für die Abteilung tätig ist nach wie vor auch Werbefilmproduzent und Regisseur Martin A. Fueter.

Studie: Werbeeinnahmen von Zeitungen wachsen auch in Zukunft

Die Werbeeinnahmen der Zeitungen im deutschsprachigen Raum werden bis 2010 ansteigen, ihre Reichweiten aber sinken weiter. Jedoch verdecken die steigenden Werbeerlöse das Kernproblem der Zeitungen - den schleichenden Auflagenschwund.


Die Werbeeinnahmen der Zeitungen im deutschsprachigen Raum werden bis 2010 ansteigen, ihre Reichweiten aber sinken weiter, prognostiziert Mediareports Prognos. Jedoch würden die steigenden Werbeerlöse das Kernproblem der Zeitungen – den schleichenden Auflagenschwund – verdecken. Die zwei neu erschienene Marktuntersuchungen für den deutschsprachigen Raum in Bezug auf Zeitungen und Online-Medien illustrieren die Trends mit Zahlen: In der Schweiz erwartet Prognos ein Wachstum von etwa 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Franken. Gleichzeitig verlieren die Kaufzeitungen in der Deutschschweiz aber weiter an Auflage. Die Zahl der verkauften Tageszeitungen im Jahr 2010 sinkt von 1,86 Millionen Stück (2005) auf 1,76 Millionen (2010). Dies entspricht einem Verlust von rund fünf Prozent.
Erfolgsmodelle sieht Mediareport hingegen in den Online-Medien. Bis 2010 soll das rasante Wachstum anhalten, weil bis dahin ein grosser Teil der Onliner zur Gruppe der erfahrenen Internet-User zählt. Denn schon heute sei für diese Gruppe das Internet als Informationsmedium unverzichtbar, was wiederum Werbegelder anziehe. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate sei in der Schweiz bei 12,8 Prozent anzusiedeln.
Doch von den Umsatz- und Marktanteilsgewinnen profitieren die Online-Medien nicht gleichmässig. Vielmehr wird, so der Prognos-Strategiereport «Online-Medien 2010», aus dem Innovationswettbewerb immer deutlicher ein Verdrängungswettbewerb. Mit der Internet-Erfahrung verfestigen sich die Nutzungsgewohnheiten der User. Die Anzahl der regelmäßig genutzten Websites ist klein, so klein wie die Anzahl der durchschnittlich konsumierten Radio- und Fernsehprogramme. Die Online-Marktführer profitieren überproportional, die mittleren und kleineren Online-Medien haben das Nachsehen. Um mit ihren Websites in Zukunft zu diesem «relevant Set» zu gehören, müssen sich vor allem die mittleren und kleineren Zeitungsverlage mächtig anstrengen.
Grundlage der Mediareports Prognos bilden umfangreiche und kontinuierlich durchgeführte Recherchen und Marktbeobachtungen in den Medien- und Kommunikationsmärkten. Im Jahresrhythmus prognostiziert jeder Report jeweils für ein Segment die branchenspezifische Entwicklung in den drei Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz im Fünfjahreszeitraum. Folgende Themenreports mit Prognosezeitraum bis 2010 stehen zur Verfügung: Breitband-Access, Mobilkommunikation, Fernsehen, Radio, Online-Medien, Zeitungen sowie der Premium- Report: Strategien in vernetzten Märkten.

Faule Berliner Äpfel

Kolumne Pressesprecher sind wie Werber, nur gefährlicher: An Kongressen pflegen sie ihre Profilneurosen und produzieren reichlich Warmluft, schreibt Oliver Classen.

Kolumne Pressesprecher sind wie Werber, nur gefährlicher: An Kongressen pflegen sie ihre Profilneurosen und produzieren reichlich Warmluft. Eine Lektion in praktischer Medienökologie.Kürzlich stellte ich mit Schrecken fest, dass mein mit den üblichen Vorsätzen gelöstes Jahresabo fürs Migros-Fitnesscenter schon bald wieder abläuft. Also nichts wie hin, um das dumme Non-Budget-Ding wenigstens ansatzweise noch zu amortisieren. Auf der Folterbank dann, wo ich mit einem Dutzend anderer Zivilisationskrüppel Tagesfrust und Testosteron-Überschuss in monströse Maschinen überführte, formte sich in mir folgende Frage: Warum geht der sonst ach so Umwelt bewusste orange Riese nicht mit gutem Beispiel voran und nutzt all diese Energie zur Beheizung der einen Stock höher gelegenen Saunalandschaft?Eine ähnliche Fantasie plagte mich Ende September am Jahreskongress des Bundesverbandes der deutschen Pressesprecher (sic!) in Berlin. Dabei weckte die zweitägige Fachveranstaltung anfangs trotz professioneller Doppelskepsis – als Ex-Journi und jetziger Non-Profitler – durchaus meine Neugier. Immerhin hatte hier jemand eine Marktlücke erkannt und besetzt, die zwar skurril, bei einer so eitlen Branche aber sicher auch lukrativ ist. Was Kommunikatoren mit strukturellem Selbstdarstellungsdefizit für ein Gewinn bringendes Publikum sind, weiss ich noch aus meiner Zeit als Redaktor der Werbewoche.
Tatsächlich versammelten sich dann auch über 1’500 zahlende Unternehmenssprecherinnen und Lobbyisten (von ABB über den Energiewirtschaftsverband bis zum Wuppertaler Stadtmarketing) im neuen Congress Centrum am Alexanderplatz. Und liessen sich dort über das Aktuälteste im Reputationsmanagement, Corporate Identity Building und Power Networking unterrichten. Die dabei produzierte Mischung aus warmen Worten, hektischer Hirnleere und ehrlichem Schweiss liess mich darüber spekulieren, wie viele Kilowattstunden, die man elegant in die diversen warmen Buffets hätte überführen können, den Berliner Elektrizitätswerken hier wohl entgingen.
Der eigentliche Skandal des Kongresses war jedoch der Umstand, dass es hier – im Gegensatz zu den hippen, aber harmlosen Werberparties – nicht bei Selbstbeweihräucherungsritualen blieb. Die offiziellen Laudationes auf die PR-Branche kamen mit der «Heuschrecke» David Montgomery (Mecom-Boss und Neuverleger der Berliner Zeitung), ZDF-Chefredaktor Nikolaus Brender und Michael Ringier nämlich nicht von PR-Päpsten, sondern von publizistischen Schwergewichten. Interessensvertreter von Wirtschaft, Politik und auch zivilgesellschaftlichen Organisationen agierten heute professioneller als die meisten Redaktionen, meinte etwa Roger Köppel, der eines der vielen Panels moderierte.
Solche Respektsbekundungen aus berufenem Munde wären ja noch verkraftbar. Intolerabel ist jedoch, wenn PR-Leute sich anmassen, honorigen Journalisten «goldene Äpfel» zu verleihen – und dabei kein (selbst)kritisches Wort über vorsätzliche Grenzverwischung oder die immer brüchiger werdende chinesische Mauer fällt. So geschehen an der «Speaker’s Night» in der Berliner Philharmonie, wo der Kongress tanzte und Ex-Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff allen Ernstes seinen Pressesprecher um Erlaubnis fragte, bevor er den Gala-Gästen als Live-Ständchen die Mondschein-Sonate servierte.
In seiner Keynote warf der jetzige Karstadt-CEO den Medien dann «Recherchierunlust» und «mangelnde Skepsis gegenüber Informanten» vor. Dass eben solche Informanten den Saal vor ihm füllten, entging dem ironiefreien Manager. Sonst hätte er die versammelte Gilde ja vielleicht mit ein paar Liegestützen Abbitte leisten lassen und die so gewonnene Energie … Doch halt, genug fabuliert und ab zur nächsten Migros-Maschine.
Oliver Classen ist Pressesprecher der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern. Davor arbeitete er als Medienjournalist u. a. für die Werbewoche.

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