Fragen bringt weiter

Schulen Z.B. Werbung realisierte einen Relaunch der Berner Bildungsinstitution Feusi.

Schulen Z.B. Werbung realisierte einen Relaunch der Berner Bildungsinstitution Feusi.In der Schweiz gibt es Dutzende völlig verschiedener Anbieter im Bereich Aus- und Weiterbildung. In der Kommunikation aber gleichen sich die Auftritte der Schulen meist wie ein Ei dem anderen. Dem will das Feusi-Bildungszentrum in Bern jetzt einen eigenständigen Auftritt entgegenstellen. Das neue CI und eine gleichzeitig angelaufene Kampagne ist von der in Zürich und Bern domilizierten Z.B. Werbung realisiert worden.«Wer zu uns kommt, strebt eine kontinuierliche Weiterentwicklung an und will sich aktiv einbringen», ist Sandra von May-Granelli, VR-Präsidentin von Feusi, überzeugt. «Ich will es wissen», heisst deshalb der neue Claim, mit dem man Lernwillige ansprechen will. In der Kampagne werden Alltagssituationen aus dem Schulumfeld gezeigt. Dabei arbeitete Fotograf Christian Aeberhard bewusst mit authentischen Feusi-Models. Diesen wurden möglichst provozierende Fragen zugeteilt.
CD Felix Zimmermann hat die Texte auf typische Schulutensilien schreiben lassen. «Warum schreibt man gross klein?» oder «Bis wann war die Erde eine Scheibe?» sind solche Fragen. Eine abschliessende Aufklärung will das Plakat oder Inserat nicht geben. Ein möglicher Tipp gibt dafür der Claim: «Ich will es wissen.»
Die Kampagne kann beliebig ausgebaut werden. Z.B. will auch aktuelle Themen in Fragen einbetten. Zu sehen sind die Sujets in Bern auch in Trams, Cinémotion oder Wild Posters. Ebenso realisiert hat Z.B. eine Kundenzeitschrift und diverse Broschüren.
Andreas Panzeri

Hilfeschrei gegen Hunger

Spendenaktion Caritas wirbt gegen den Hunger. Dieser ist Todesursache Nummer eins in armen Ländern.

Spendenaktion Caritas wirbt gegen den Hunger. Dieser ist Todesursache Nummer eins in armen Ländern. Es gibt unterschiedliche Methoden, Menschen zum Spenden aufzufordern. Werbung mit Kindern kommt bekanntlich sehr gut an, denn Kinder wecken Emotionen und geben Hilfsprojekten ein Gesicht. Nicht selten wird aber auch die Kritik laut, dass Kinder unangebracht für Werbezwecke instrumentalisiert werden. Seit Mitte November wirbt das Hilfswerk Caritas trotzdem mit dem Sujet Kind für die «Caritas Weihnachtssammlung 2006». Dies nicht, weil Kinder aus Prinzip bei Spendern für ein lockeres Portemonnaie sorgen. Caritas Schweiz will mit ihrer diesjährigen Weihnachtssammlung auf den täglichen Skandal des weltweiten Hungers aufmerksam machen. Caritas zeigt in der Kampagne ein Kind mit leerem Teller. Über den leeren Teller gelegt, liest sich die Botschaft: «Jeden Tag sterben 18000 Kinder an NICHTS.» Mit der Verwendung des Wortes NICHTS will Caritas den Hungertod thematisieren und das Problem Unterernährung maximal zuspitzen. Denn für die hohe Kindersterblichkeit in armen Ländern sind nicht wie üblicherweise angenommen Krankheiten verantwortlich, sondern der Hunger. Nichts zu essen zu haben, kostet mehr jungen Menschen das Leben als die Krankheiten Malaria, Tuberkulose und Aids zusammen.
Mit dem Claim «Niemand soll hungern» appelliert Caritas für das Recht auf Nahrung. In über 100 Projekten hilft Caritas mit, dem Hunger die Stirn zu bieten. Die traditionelle Sammlung geht an Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Geworben wird mit F12-Plakaten, Anzeigen, Mailings und unadressierten Streuwürfen. Visuell umgesetzt hat die Kampagne die Werbeagentur Spinas|Gemperle.
Mit Caritas und Terre des hommes (s
iehe So weiss wie nie zuvor
) werben zwei Hilfsorganisationen für Kinder in Not. Fragt sich nur, welche Kampagne letztlich besser bei den Spendern ankommen wird – das leere Plakat oder der leere Teller. Christian Lüscher

Luzerner Exporte

Theater Die Luzerner Agentur Velvet arbeitet bereits zum zweiten Mal für die Kammerspiele München – und bewirbt jetzt auch noch die Bühnen von Freiburg und Köln.

Theater Die Luzerner Agentur Velvet arbeitet bereits zum zweiten Mal für die Kammerspiele München – und bewirbt jetzt auch noch die Bühnen von Freiburg und Köln. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, herrscht schon lange ein internationales Kommen und Gehen, was die Intendanten und Schauspieler betrifft. In der Schweiz bekannt gewordene Namen sind oder waren zum Beispiel aktiv mit Volker Hesse am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, Stefan Müller am Burgtheater in Wien, Christoph Marthaler an verschiedenen Orten. Neu in diesem Kultur-Karussell ist, dass auch eine Werbeagentur aus dem helvetischen Vorhang heraustreten und international Applaus für ihre Arbeit ernten kann.Die Agentur Velvet in Luzern kreierte die Werbung für das einheimische Stadttheater, als Barbara Mundel von 1999 bis 2004 dort Intendantin war. Als Mundel als Chefdramaturgin an die Kammerspiele in München wechselte, nahm sie nicht nur – wie üblich – ein paar Schauspieler mit, sondern auch die Werbeagentur. Daraus wurde Velvets 1. Akt im Ausland. Als Mundel dann an das Theater Freiburg wechselte, folgte für Velvet der 2. Akt. Intendant Frank Baumbauer in München hat aber die Schweizer Söldner nicht aus seinen Diensten entlassen. Deren Werbung hat nämlich seinem Theater nicht nur eine hervorragende Auslastung, sondern auch theaterreife «Skandale» in der Presse beschert.
Das Plakat mit Papst Johannes Paul II – mit einem Elefantenkopf und Rüssel am geistigen Oberhaupt der Katholiken – schaffte es bei der Münchner Abendzeitung mit einem Skandal auf die Frontseite. In der gleichen Saison 2004/05 wurden die Kammerspiele auch zum deutschen «Theater des Jahres» gewählt. Das fiel auf. Velvet wurde mit vier weiteren Agenturen zu einer Evaluation nach Köln eingeladen. Das Vorsprechen war erfolgreich. 3. Akt: In der kommenden Saison werden die Luzerner auch das Schauspielhaus Köln betreuen.
«Fürchtet Euch nicht», heisst jetzt in der aktuell angelaufenen Saison das Motto der Spielzeit in München. Velvet hat dazu eine Plakatkampagne entwickelt, die sich anhand moderner Bildsprache mit politischen und gesellschaftlichen Themen beschäftigt.
Bei der Agentur in Luzern wird aber nicht nur Kunst gepflegt. Velvet hat auch Kunden wie die Skifirma Völkl international oder wirbt zum Beispiel für Stimorol- Kaugummi. Die Erfahrungen aus dem Marketing mit solchen kommerziellen Produkten in die Kultur einfliessen lassen und umgekehrt ein bisschen mehr Kultur auch in den Kommerz zurückgeben – das ist eines der Erfolgsrezepte von Velvet, wie CD Jürg Schaffhuser meint.
Andreas Panzeri

Garten der Simulation

Kolumne In der Causa Reconvilier hat der Journalismus versagt: Lieber simuliert man ihn und hält sich dabei an den neoliberalen Mainstream, schreibt Oliver Fahrni .

Kolumne In der Causa Reconvilier hat der Journalismus versagt: Lieber simuliert man ihn und hält sich dabei an den neoliberalen Mainstream. Es war das Jahr des Karl. So heisst das Gespenst, das die Chefetagen im Jura und im fernen London erbeben liess. Karl hörte alles. Karl war immer schon da. Karl schlug sofort zu: Was immer beim Swissmetal-Konzern geschah – sogleich stellte er es aufs Netz. Scharf analysiert, mit Inside-informationen versehen, hell ausgeleuchtet. Zur Erinnerung: Swissmetal ist Opfer des Hedgefonds Laxey, Konzernchef Martin Hellweg demontiert die Fabrik in Reconvilier, die Metaller streikten. Hellweg verfluchte Karl öffentlich. Hunderte von Swissmetal-Arbeitern lasen ihn auf der Streikwache. Journalisten wilderten auf seinem Blog . In diesen Tagen werden sie es wieder tun, wenn Laxey seinen Coup landet, die Swissmetal zerstückelt, verscherbelt, schliesst oder zu einem Grösseren fügt oder sonst einen jener Plünderertricks der Hedger auffährt. Jedenfalls rechnen Börsianer mit Grobem – die Aktie stiess jüngst durch die Decke.
Das Gespenst ist ziemlich zeitgemäss. Karls Macht wächst nicht aus Gewehrläufen, sondern aus dem Internet. Vom ersten Streiktag in Reconvilier an zog er virtuos die Register Web, Mail, Blog. Viele Hunderte Seiten, 1500 Mails, weit mehr als 100’000 Besuche. Leserinnen dieser medienökologischen Kolumne wissen, was der Autor von Blogs hält. Karl war 2006 der tägliche Gegenbeweis. Dafür bekam der Cyber-Pirat bei den Swiss Blog Awards die Goldene Maus.
Den Preis holte sich eine Delegation der Arbeiter ab. Man ahnt: Karl ist ein Pseudonym. Im wahren Leben ist er ein junger, kluger Mann, der gerade zu einem brisanten Thema promoviert. Eine Figur, wie sie Dostojewski hätte erfinden können: gross gewachsen, ernsthaft, passioniert. Doch ganz aus unserer Zeit. Sein Kampfname ist nicht einfach persönlicher Schutz – «Karl» hat Karl als Kunstfigur konzipiert. Als Rolle. Er spiegelt nicht genau, was sein Autor denkt: «In manchem würde ich radikaler denken, aber in meiner Rolle muss ich entscheiden zwischen persönlicher Meinung und dem, was Karl im Dienste der Sache sagt.»
Im Dienst der Sache? «Den Arbeitern eine Stimme geben. Dafür muss ich mich zum Beispiel auf die wirtschaftlichen Regeln einlassen. Hier geht es um Dinge wie die Rolle eines Unternehmens in der Gesellschaft.» So liess er, mit recherchierender Gewissenhaftigkeit, eine Comic-Figur gegen «Martinou» alias Hellweg antreten. Ein Einzelspieler mit hohem Ethos. Karls Schöpfer ist mit Videospielen gross geworden. So kämpft er, ein wenig Marx, ein wenig Kapitän Harlock, sein Lieblingsheld, um die industrielle Zukunft im Jura.
Kurzum: Karl tat, was Journalisten heute oft unterlassen. Er stellte präzise Gedanken über Rolle und «Berufsbild» an. Jene, die eigentlich hätten aufklären müssen, glänzten in der Causa Reconvilier wenig (von den üblichen Ausnahmen wie Werner Vontobel und Jean-Martin Büttner abgesehen). Man möchte denken, Swissmetal hätte alle Ingredienzien attraktiven Journalismus’ enthalten: zwei «wilde Streiks», einen autistischen CEO, böse Hedgefonds, einen rechtsfreisinnigen Unternehmer als Präsident des Unterstützungskomitees, die tätige Solidarität einer ganzen Region, menschliche Schicksale, der Streit zwischen Romandie und Deutschschweiz, bundesrätliche Vermittlung, eine betrogene Berner Regierungsrätin…
Doch selbst als ein vom Vermittler bestellter Experte den Streikenden gegen den CEO in fast allen Punkten Recht gab, wollte ihn kaum ein Journalist sprechen. Nicht, dass man wenig geschrieben hätte. Die SDA tat einen fleissigen Job. Was die Gewerkschaft sagte, was Hellweg sagte, fand seinen Weg in die Medien. Die PR funktionierte. Ganz und gar nicht funktionierte der Journalismus. Vielleicht fehlte das Fachwissen, um die Affäre zu durchdringen. Wahrscheinlicher ist: Die Kollegen waren nicht interessiert. Was in diesem Land real geschieht, spielt sich in einiger Distanz zum Journalistenalltag ab. Lieber simuliert man Journalismus und hält sich dabei an den neoliberalen Mainstream.
Irritierend, aber aufschlussreich, was sich dergestalt einstellte: Karl, die Kunstfigur, sprach sehr viel realer über die Swissmetal als der reale helvetische Journalismus.
Oliver Fahrni ist freier Publizist und Medienökologe.

Regionaler Service

Gastkommentar Lieber eine starke SRG als viele regionale Multimediamonopole, findet Günter Heuberger.

Gastkommentar Lieber eine starke SRG als viele regionale Multimediamonopole.Die SRG hat momentan viele Baustellen und steht wegen der geplanten Gebührenerhöhung im Fokus politischer Parteien und konkurrierender Medienhäuser. Es ist unbestritten und wurde bei der Debatte zum neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) dauernd betont: Wir wollen eine starke SRG, um wichtige Grundpfeiler unseres Staates zu stärken. Gleichzeitig brauchen wir private Radio- und Fernsehprogramme, um auf der regionalen Ebene den Service public régional zu erbringen. Das neue RTVG hat die Medienpolitik gut abgebildet und in allen Bereichen brauchbare Kompromisse geschaffen. Aber es mussten neue Linien gezogen werden. Durch ein grosszügigeres Gebühren-Splitting gibt es nun zehn bis zwölf neue Verbündete, die sich für die Gebührenerhöhungen einsetzen.
Umgekehrt werden Preisüberwacher und Konsumentenorganisationen dafür sorgen, dass die Begehrlichkeiten der SRG und der neuen Gebührenbezüger nicht in den Himmel wachsen. Der freie Empfang von Radio- und TV-Programmen ist in den letzten Jahren ein Grundrecht geworden, das nicht durch die Kommerzialisierung unserer Gesellschaft ausgehöhlt werden darf.
Pay-TV und Pay-Radio haben einen grossen Stellenwert, so dass auch hier Begehrlichkeiten für neue Geschäftsfelder geweckt werden. Mit Bluewin-TV und den neuen Programminhalten der Cablecom ist der Einstieg der Telecomindustrie in den Broadcast-Bereich bereits im Gang.
Früher wollte die Politik viele kleine von den Regionalzeitungen unabhängige Veranstalter, die mehr Nähe schaffen sollten. Heute sind fast alle in die multimedialen Verlagshäuser integriert. In Zukunft sollen die Zeitungsverleger – auf Wunsch ihres Verbandes – Gebührengelder für ihre TV-Sender bekommen. Das einzige verlegerunabhängige Regional-TV sollte jedoch kein Versorgungsgebiet erhalten.
Mit den Gebührengeldern werden die Monopolverlage munter die Konzentration im Zeitungsbereich fortsetzen können. Auch das ist eine Facette schweizerischer Medienpolitik und vielleicht ein Grund, dass die Entscheidungsträger in Bund, Kantonen und Gemeinden lieber eine starke SRG wollen als ein unberechenbarer Haufen regionaler Multimediamonopole, welche alles andere verdrängen wollen.
Günter Heuberger ist Gründer und Chef von Radio Top und Tele Top.

Bundesrat verzichtet auf Verschärfung von UWG

Der Bundesrat hat am Mittwoch beschlossen, keine Spezialbestimmung gegen Schmarotzer-Werbung zu erlassen. Die Mehrheit der Kantone und politischen Parteien hatten sich gegen ein solches Vorhaben ausgesprochen.


Der Bundesrat hat am Mittwoch vom Vernehmlassungsbericht zur Anpassung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) Kenntnis genommen und beschlossen, keine Spezialbestimmung gegen Schmarotzer-Werbung zu erlassen. Damit macht er einen Rückzieher und geht nicht auf die Forderungen der UEFA ein (siehe ). Geplant war eine Änderung im UWG. Im Visier hatte der Bundesrat Unternehmen, die mit der Euro 08 für ihre Produkte werben, aber weder Sponsoren sind, noch von der der Veranstalterin eine Erlaubnis dafür haben. Die Mehrheit der Kantone, politischen Parteien und betroffenen Organisationen hatten sich in der Vernehmlassung gegen eine solche Bestimmung ausgesprochen. Sie stuften den Gesetzesvorschlag als zu wenig präzis ein und bezeichneten ihn als unnötig. Gegen Täuschung gebe es im UWG eine Generalklausel, unter die auch Schmarotzer-Werbung – auch Ambush- oder Trittbrettfahrer-Marketing genannt – fallen würde. Dieser Ansicht ist auch der Bundesrat. Des Weiteren wurde in der Vernehmlassung festgehalten, dass die Leidtragenden einer solchen Revision kleine und mittlere Unternehmen seien, die sich Sponsoring nicht leisten könnten. Den Entwurf positiv beurteilt hatten Veranstalter von Gross-Events, Sportverbände wie auch sechs Kantone.

Malstube sammelt Geld für Behindertenheim

Das Behindertenwerk- und Wohnheim Stöckenweid in Feldmeilen braucht Geld für einen Neubau. Für die Akquirierung lieferte die Zürcher Werbeagentur Malstube eine Broschüre, eine Anzeige und gab Tipps zum Fundraising-Konzept.

Das Behindertenwerk- und Wohnheim Stöckenweid in Feldmeilen braucht Geld für einen Neubau. Für die Akquirierung lieferte die Zürcher Werbeagentur Malstube eine Broschüre, eine Anzeige und gab Tipps zum Fundraising-Konzept. Die Stiftung Stöckenweid hat mehr Anfragen als Platz und muss darum immer wieder behinderte Jugendliche und Erwachsene abweisen, die sich Betreuung und Beschäftigung wünschen. Deshalb baut das Werkheim oberhalb Meilen nun aus und benötigt trotz Zuwendung von Bund und Kanton über 3 Millionen Spendegelder. Als Sujet für die Kampagne dient ein Portemonnaie, das wie ein Dach aufgestellt ist und somit aufzeigt, dass man mit seiner Spende behinderten Menschen ein Dach über dem Kopf schenken kann. Das Sujet findet auch Verwendung auf einer Broschüre, die im Rahmen der Geldbeschaffung breit verwendet wird.

IP Multimedia hat Nase vorn

Marketing Mit einem Online-Buchungstool setzt sich IP Multimedia vor einige ihrer Konkurrenten.

Marketing Mit einem Online-Buchungstool setzt sich IP Multimedia vor einige ihrer Konkurrenten.Das Spot-Buchen per Telefon, Fax oder Mail wird zumindest bei IP Multimedia wohl schon bald der Vergangenheit angehören. Denn der Vermarkter der Goldbach- Media-Gruppe, der unter anderem die Werbefenster von ProSieben, RTL, RTL2, M6 und MTV im Portfolio hat, liess mit dem neuen Buchungs-Tool MediaPro ein webbasiertes Instrument entwickeln, das gemäss Stimmen aus der Media-Agenturszene dem Standard beim SRG-Vermarkter Publisuisse in etwa ebenbürtig ist. Konkret: Mit MediaPro erhalten die Agenturen und Kunden Online-Zugriff auf die IP-Datenbank, finden dort die belegbaren TV- und Radio-Werbeblöcke oder AdScreen-Loops sowie deren Leistungswerte und können sofort die gewünschten Buchungen vornehmen, wie Projektleiter Fredy Grau erklärt. Kurz darauf werde die Buchung vom System bestätigt.
MediaPro wird ab 2007 das Tool Adassist ablösen, das für Radiobuchungen entwickelt und später auch für TV- und AdScreen-Belegungen adaptiert wurde. «Adassist ist über zehn Jahre alt und am Zenit seiner Kapazitäten angelangt», sagt Grau. Auch punkto Datenbankstruktur und Effizienz sei das System nicht mehr up to date. Dort, wo heute Adassist verwendet wird – und das ist ausser bei IP auch bei Radiotele der Fall –, ist das Buchen relativ kompliziert. Erst muss per Fax oder Mail eine Liste angefordert werden, auf der ersichtlich ist, wann noch Werbezeit verfügbar ist. Dann kann man die gewünschten Zeiten einschicken. Diese werden vom Vermarkter ins System eingelesen und bestätigt.
Mit dem neuen MediaPro könnte sich nun IP gegenüber den Konkurrenten und PubliGroupe-Töchtern Radiotele und Cinecom in Poleposition bringen, vor allem im Radiobereich. Könnte. Denn erst muss das Tool einwandfrei funktionieren. Zwar werden seit dem 13. November alle Buchungen für 2007 über das neue Tool abgewickelt, doch vorerst noch wie bisher – per Fax, Telefon und E-Mail. Ein Online-Pilotversuch mit Agenturen erfolgt erst Mitte Dezember. Besteht das Tool die Feuertaufe, erhält die ganze Branche ab Februar 2007 Zugang.
Markus Knöpfli

Lowe wird zweite FCB-Agentur in der Schweiz

Lowe spannt mit FCB Leutenegger Krüll zusammen. Wie die beiden Agenturen am Mittwoch mitteilten, werden sie künftig unter dem Dach von DRAFTFCB agieren. Somit fand der geplante Management-Buyout von Lowe-CEO Kurt Schmid tatsächlich nicht statt.

Lowe spannt mit FCB Leutenegger Krüll zusammen. Wie die beiden Agenturen am Mittwoch mitteilten, werden sie künftig unter dem Dach von DRAFTFCB agieren.Somit fand – wie die Werbewoche am 16. Oktober 2006 aufgrund Insiderinformationen berichtet hatte – der geplante Management-Buyout, wie ihn CEO Kurt Schmid der Fachpresse kommuniziert hatte (siehe
), tatsächlich nicht statt. Die Informationen der Werbewoche haben sich als richtig erwiesen. Auch hatte die Werbewoche am 17. Oktober von Lowe London die Auskunft erhalten, dass die Gespräch noch im Gange seien, und noch keine Entscheidung betreffend der Besitzverhältnisse getroffen wurden (der offizielle Wortlaut am 17. Oktober lautete: «We are in discussion regarding the future of our operations in Switzerland, but as yet no firm decision has been taken with regard to management ownership»). Es kann also keine Rede davon sein, dass die Verhandlungen zu diesem Zeitpunkt plangemäss abliefen, wie CEO Kurz Schmid gegenüber der Fachpresse behauptete (siehe Lowe: ).Am Donnerstag 16. November erhielt die Werbewoche zudem die Information, dass Lowe Schweiz mit FCB zusammenspanne. Weder Kurt Schmid, noch Peter Leutenegger von FCBLK bestätigten die Information. Im Gegenteil, Leutenegger sagte auf Anfrage der Werbewoche, dass die Information zwar schön, aber sicher nicht korrekt sei. Doch wieder hat sich die Information der Werbewoche als richtig erwiesen.
Die nun geschmiedete Allianz sieht folgendermassen aus: Lowe Switzerland und FCBLK sind neu per 1. Januar 2007 unter dem Dach von DRAFTFCB Worldwide organisiert. Die beiden Agenturen werden unter dem Dach DRAFTFCB AG weiterhin mit den eigenen Brands auftreten. Die insgesamt rund 40 Mitarbeitenden beider Agenturen sind bereits informiert worden und werden ab dem neuen Jahr im bisherigen FCB-Sitz in der Mühle in Zürich-Wallisellen tätig sein. Beabsichtigt wird, die Teams weiter auszubauen. Die beiden bisherigen CEOs werden gleichberechtigte Managing Partner. Agenturübergreifend ist Peter Leutenegger zuständig für das Agency Management und Kurt Schmid verantwortlich für Strategie. Neuer Creative Director für beide Agenturen wird Keith Loell. Mike Krüll hat sich «für eine Neuorientierung entschieden», wie es in der Medienmitteilung heisst.
Die Allianz der beiden Agenturen erfolgt auch mit dem Hintergrund der weltweiten Fusion von DRAFT, der grössten Direct-Marketing- und Interactive-Agentur der USA, und von Foote, Cone & Belding FCB, eines der weltweit grössten Agentur-Netzwerke mit Niederlassungen in über 100 Ländern. Via DRAFTFCB ist auch Initiative Media seit der Partnerschaft von Oktober 2006 mit im Boot.
Kathrin Fischer, Sonja Levy

Incite Media übernimmt ComputerOil

Die in Regensdorf domizilierte In-store Television-Anbieterin Incite Media hat Ende August 2006 den Software Entwickler ComputerOil übernommen. Produkte und Personal der ComputerOil werden vollständig in Incite Media integriert.

Die in Regensdorf domizilierte In-store Television-Anbieterin Incite Media hat Ende August 2006 den Software Entwickler ComputerOil übernommen. Produkte und Personal der ComputerOil werden vollständig in Incite Media integriert. Durch die Übernahme erhält das Unternehmen leistungsfähige Software Applikationen im Bereich des Digital Asset Management und des Content Management als technisches Herzstück für ihren Digital Hub. Damit können bestehende Inhalte gefunden, adaptiert und publiziert werden, heisst es in einer Mitteilung. Auch spielen effiziente Adaption von Unternehmensbotschaften und -Inhalten über diverse Kommunikationskanäle wie TV, Web oder Mobile spielt für die nachhaltige Kundengewinnung und -beziehung eine zentrale Rolle. Der Gründer und ehemalige Geschäftsführer von ComputerOil zeichnet sich neu als Chief Technology Officer der InciteMedia verantwortlich. Die Firma bietet Werbekunden, Werbeagenturen und Mediavermarktern eine multimediale Werbeplattform direkt am Ort der Kaufentscheidung.

Weko entlastet P

Wettbewerb Bevorzugt die PubliGroupe bei der Inseratevermittlung jene Verlage und Titel, an denen sie beteiligt ist? Die Weko fand dafür keine Anhaltspunkte.

Wettbewerb Bevorzugt die PubliGroupe bei der Inseratevermittlung jene Verlage und Titel, an denen sie beteiligt ist? Die Weko fand dafür keine Anhaltspunkte.Schon lange kursieren Gerüchte, wonach die Wettbewerbskommission (Weko) die Minderheitsbeteiligungen der PubliGroupe an Schweizer Verlagen unter die Lupe nimmt. Mehr noch: Es hiess, die Weko wolle Interessenkonflikte der marktmächtigen P unterbinden, indem sie vom Inserateriesen das Abstossen einiger Beteiligungen verlange. Mancherorts wurde auch ein Zusammenhang mit der Weko-Klage des Vermittlers AdX gegen PubliGroupe (siehe WW 40/06) vermutet. Dieser Fall ziehe sich auch deshalb schon über fünf Jahre hin, weil die P zögere, den Weko-Wünschen zu entsprechen, wurde gemunkelt.Seit wenigen Tagen ist nun einiges klar: Die Weko hat tatsächlich in einer Vorabklärung die Minderheitsbeteiligungen der P an Schweizer Verlagen untersucht. Konkret ging es um die Frage, «ob sich die PubliGroupe bei der Anzeigenvermarktung auf Zeitungsverlage konzentriert, an denen sie eine Minderheitsbeteiligung hält.» Nein, hält nun das Weko-Sekretariat in seinem eben erst veröffentlichten Schlussbericht fest. Es gebe «keine Anhaltspunkte» dafür, dass die P jene Verlage bevorzuge, an denen sie Minderheitsbeteiligungen hält. Ferner sei weder eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung erkennbar, noch widersprächen die Minderheitsbeteiligungen der P dem Kartellgesetz.
Folglich beschloss das Weko-Sekretariat schon im Juli, die Vorabklärung ohne Folgen einzustellen. Freispruch auf der ganzen Linie also. Und Entwarnung für alle Verlage, an denen die P Minderheitsbeteiligungen hält: Seitens der Wettbewerbshüter jedenfalls gibt es derzeit keinen Druck auf die P, irgendwelche Anteile zu veräussern.
Klagen diverser VerlageAuslöser für die Vorabklärung war die P selbst, sie hatte der Weko im März 2005 eine Verlagsbeteiligung gemeldet. Aber es gab auch Klagen diverser Verlage ohne P-Beteiligung, die sich von der P benachteiligt fühlten. «Wir sahen, dass es in der Branche ein gewisses Interesse an der Fragestellung gab, deshalb beschlossen wir, der Sache nachzugehen», sagt Patrik Ducrey, stellvertretender Weko-Direktor. Einen Zusammenhang zum Fall AdX verneint er.
Im Bericht hält die Weko fest, dass die P ihre Verlagsbeteiligungen in der Grössenordnung von 11 bis 37 Prozent grösstenteils innerhalb der letzten zehn Jahre erworben habe – meist auf Bitte der betreffenden Unternehmen selbst. Die P wiederum gibt an, aus finanziellen und strategischen Gründen solche Beteiligungen einzugehen. Die Weko folgert daraus, dass das Motiv, Minderheitsbeteiligungen als Kapitalanlage zu halten, bei der Anzeigenvermittlung «einen Anreiz zur Bevorzugung von gewissen Unternehmen darstellen» könnte. Denn wenn die P diese Unternehmen bevorzuge, erhöhe sich deren Gewinn – und damit auch die Eigenkapitalrendite.
Handelt die P wirklich danach? Die konsultierten P-Geschäftsberichte 2003 und 2004 wecken bei der Weko Zweifel, weil sie feststellt, dass die Erträge der P aus den Minderheitsbeteiligungen im Vergleich zu denen aus dem Anzeigengeschäft «eine klar untergeordnete Rolle einnehmen». Die P scheine somit «keine Finanzinvestorin» zu sein, heisst es vorsichtig. Der Bericht kommt deshalb zum Schluss: Ein Interessenkonflikt (wörtlich spricht die Weko von «trade-off») zwischen Erträgen aus Minderheitsbeteiligungen und Anzeigenvermittlung scheine nicht oder «nur in schwacher Form» zu bestehen. Folglich gebe es auch keine Anhaltspunkte für ein taktisches Verhalten der P, gewisse Verlage oder Titel «auszuschalten».

Nicht zum ersten Mal untersucht1993 waren die Minderheitsbeteiligungen
der PubliGroupe schon einmal Bestandteil einer Untersuchung. Die Kartellkommission (KK) untersuchte damals die Pressekonzentration und gab in diesem Zusammenhang der P Empfehlungen auf den Weg. Demnach sollte diese sich von Verlagsbeteiligungen zurückziehen, sobald die entsprechenden Unternehmen in der Lage seien, die Anteile «zu einem vernünftigen Preis» zurückzkaufen. Dort, wo dies nicht möglich ist, war die P «eingeladen, die Redaktionen und die (Marketing-)Strategie des Unternehmens nicht zu beeinflussen». Als Folge des Berichts stellten KK und P einen Verhaltenskodex auf, den die P zu befolgen bereit war. Als 1996 das damals neue Kartellgesetz in Kraft trat, wurde der Kodex allerdings von der Weko «mangels rechtlicher Grundlagen» aufgehoben. Warum schweigt die P?Steht die eingestellte Vorabklärung
zu den P-Minderheitsbeteiligungen in einem Zusammenhang zum hängigen Fall AdX? Dies verneint der stellvertretende Weko-Direktor Patrik Ducrey. Auch dem Bericht ist nichts anderes zu entnehmen, obwohl dieser kurz Bezug auf den Fall nimmt – bei der Frage nämlich, wie die Position der P im Anzeigenmarkt einzustufen sei. Der Bericht errechnet für die P einen Marktanteil von 64 bis 65 Prozent bei den Werbeumsätzen im Printbereich (2002 bis 2004) und verweist dann auf den Fall AdX, bei dem die Weko einen ebensolchen Marktanteil als «Anhaltspunkt für eine marktbeherrschende Stellung der Publigroupe» bezeichnet hatte. Interessanterweise will George von Csernatony, Chef strategische Planung und Mitglied der Geschäftsleitung bei der PubliGroupe, zur folgenlos eingestellten Vorabklärung keine Stellung nehmen – trotz dem aus P-Sicht positiven Resultat. Auch zum Stand im Fall AdX (WW 40/06) gibt er nichts preis. «Die P ist derzeit zum Schweigen verpflichtet», sagt von Csernatony. Er macht aber klar, dass er zwischen dem Fall AdX und der Vorabklärung sehr wohl einen Zusammenhang sieht.
Markus Knöpfli

Frank McCusker übernimmt das Zepter bei ICLP

Die Agentur für Loyalitätsmarketing ICLP wählt Frank McCusker zum neuen Global General Manager. McCusker war zuvor Vizepräsident der internationalen Marketingagentur EMEA.

Die Agentur für Loyalitätsmarketing ICLP wählt Frank McCusker zum neuen Global General Manager. McCusker war zuvor Vizepräsident der internationalen Marketingagentur EMEA von Carlson Marketing Worldwide. Er übernimmt die Führung des über 500 Mitarbeiter zählenden Unternehmens und wird das geplante grössere Wachstum der Agentur vorantreiben, heisst es in einer Medienmitteilung. ICLP steht für International Customer Loyalty Programmes. Die Agentur setzt weltweit verschiedene Loyalitätskonzepte für Firmen im Airline-, Dienstleistungs- und Konsumgüterbereich um und ist Markführer in ihrem Segment. Erst kürzlich hat ICLP einen Ausbau der Schweizer Filiale in Zürich-Kloten bekannt gegeben (siehe ).
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