Ein Minderheitenprogramm

Fernsehen Schweizer Fernsehen und Swisscom produzieren eine Tagesschau-Ausgabe für den Empfang mit dem Handy. Die Konkurrenz wartet ab und die Wettbewerbskommission untersucht.

Fernsehen Schweizer Fernsehen und Swisscom produzieren eine Tagesschau-Ausgabe für den Empfang mit dem Handy. Die Konkurrenz wartet ab und die Wettbewerbskommission untersucht. Seit einer Woche können Kunden von Swisscom Mobile die Tagesschau von Schweizer Fernsehen SF, respektive das Téléjournal von Télévision Suisse Romande TSR, auf ihrem Mobiltelefon anschauen. Voraussetzung dafür ist der Besitz eines Geräts mit UTMS- oder EDGE-Empfang. Eine Minute und vierzig Sekunden dauern die Kurznachrichten. Während dieser Zeit gibt es vier bis sechs News-Beiträge zu sehen, dazu die aktuellen Börsenkurse und die Wetterprognosen. Jede Stunde, von morgens um sieben bis nachts um elf, aktualisieren die Nachrichtenredaktionen von SF und TSR die News-Bulletins. Wer unterwegs auf dem Laufenden gehalten werden will, bezahlt entweder einen Franken pro Sendung oder neun Franken für ein Monatsabonnement mit unbeschränktem Zugriff. Verbreitung und Produktion der Kurznachrichten finanziert Swisscom Mobile. Anlässlich der Lancierung betonte SF-Chefredaktor Ueli Haldimann, kein einziger Gebührenfranken werde für den neuen Dienst eingesetzt. Das heisst umgekehrt auch: Wer Gebühren zahlt, hat somit kein Anrecht auf die Nutzung der News fürs Handy ohne weitere Kostenfolgen. «SF stellt allen Gebührenzahlenden sein Angebot im Bereich der Grundversorgung ohne Zusatzkosten zur Verfügung», sagt SF-Sprecher Urs Durrer. «Bei der 100-Sekunden-Tagesschau handelt es sich um ein Zusatzangebot, das SF einem Geschäftspartner anbietet.»
Es hätten auch mehrere Geschäftspartner sein können. SF führte keine Exklusivverhandlungen mit Swisscom Mobile. «Orange war mit SF diesbezüglich in Gesprächen», bestätigt eine Unternehmenssprecherin. Doch bei der Konkurrenz war offensichtlich kein Interesse vorhanden. «Grundsätzlich erachten wir den Zeitpunkt für optimierte Kurzversionen von TV-Inhalten, respektive News-Sendungen fürs Handy noch als früh.»
Weko-Sturm im Wasserglas Trotz der Offenheit von SF bei der Partnerwahl und dem bewussten Verzichtsentscheid von Orange untersucht die Wettbewerbskommission Weko, ob es beim Kooperationsentscheid zwischen dem grössten TV-Veranstalter und seinem Pendant im Mobilfunkbereich mit rechten Dingen zu und her gegangen ist. Laut Rafael Corazza, Leiter des Weko-Sekretariats, wollen die Wettbewerbshüter in Erfahrung bringen, «ob Swisscom Mobile die Exklusivstellung als Partnerin vom Schweizer Fernsehen erzwungen hat». Dazu würden nun in einem ersten Schritt die Akteure befragt.
«Das ist ein völlig normaler Vorgang», sagt Corazza auf Anfrage der Werbewoche. Ein Verfahren werde nur dann eingeleitet, wenn es Hinweise darauf gebe, dass effektiv ein kartellrechtlich relevantes Verhalten vorliege. So weit sei man aber noch nicht. Überhaupt nicht zur Diskussion stehen im Moment vorsorgliche Massnahmen. SF wird also nicht gezwungen, seine Handy-Kurznachrichten einem weiteren Mobilfunkanbieter zur Verfügung zu stellen. «Der Hinweis auf eine mögliche Wettbewerbsverzerrung kam schliesslich nicht von einem Mitbewerber, der sich benachteiligt fühlte, sondern von den Medien.»
SF und Swisscom Mobile zeigen sich unisono «überrascht» von der Weko-Abklärung, zumal die exklusive Partnerschaft lediglich ein halbes Jahr beträgt. «Danach steht der Dienst auch anderen Anbietern zur Verfügung», sagt SF-Sprecher Durrer.
Nur ein Nischen-Bedürfnis In der ersten Woche seit der Lancierung haben nach Angaben von Swisscom-Sprecher Carsten Roetz bereits mehrere tausend Kunden die Tagesschau auf dem Handy geguckt. Das war offenbar zu viel für die technische Infrastruktur. Verschiedenen Medienberichten zufolge waren insbesondere am Tag nach der Lancierung die Server überlastet. Statt der aktuellen Weltnachrichten erschien auf manchen Handybildschirmchen nur eine Fehlermeldung. Doch die überwiegende Mehrheit hat davon gar nichts gemerkt und empfing das Tagesschau-Signal.
Nur gerade etwas mehr als ein Prozent der über vier Millionen Swisscom-Mobile-Kunden schauen regelmässig fern mit dem Handy. Von Orange sind zwar keine Zahlen zu erfahren, aber eine aussagekräftige Einschätzung zu mobilen Fernsehangeboten: «Hierbei handelt es sich noch um ein Nischen-Bedürfnis, das aber ein grosses Potenzial hat.»
Mobile TV-Werbung Das grosse Potenzial dürfte auch die Werbewirtschaft interessieren. Schliesslich bieten Mobiltelefone mittels SMS oder Anruf eine attraktive Rückkanalmöglichkeit. Doch vorerst bleiben diese Optionen ungenutzt. «Momentan sind noch keine speziellen Werbeplätze im Umfeld der 100-Sekunden-Nachrichten geplant», sagt Martin Schneider, Direktor der SF-Werbevermarkterin Publisuisse. In den nächsten Wochen führe er aber diesbezüglich Gespräche mit Swisscom Mobile.
Doch, gibt sich Schneider überzeugt, in absehbarer Zukunft werde die Mobile-TV-Werbung sicherlich ein Thema werden. «Bis dann müssen aber noch einige technische Probleme beseitigt werden.» Pannen wie am besagten Tag dürfen nicht mehr vorkommen. Sonst bleibt das Publikum nicht nur den Nachrichten, sondern auch der Werbung fern.
Nick Lüthi

Die Ad-hoc-Nicht-Konferenz

Event Die Internet-Szene trifft sich an BarCamps. Das sind hochkarätige Konferenzen, die keinen Eintritt kosten. Zuschauer sind überhaupt nicht erwünscht.

Event Die Internet-Szene trifft sich an BarCamps. Das sind hochkarätige Konferenzen, die keinen Eintritt kosten. Zuschauer sind überhaupt nicht erwünscht.Konferenzen können ganz schön teuer sein. Wollte man am Xongress’06 an Sonder- veranstaltungen teilnehmen, musste der Teilnehmer tief in die Taschen greifen. 1770 Franken kostet die Eintrittskarte für drei Tage. Dafür gab es ein volles Programm mit zahlreichen Rednern. Dass sich die Redner an solchen Konferenzen oft durch grosszügige Sponsorings einkaufen, ist ein offenes Geheimnis. Firmen erkaufen sich an Konferenzen Redezeit und missbrauchen das Zusammenkommen für Produktpräsentationen. Von der zunehmenden Kommerzialisierung vieler Konferenzen verärgert, riefen amerikanische Programmierer 2005 ihre eigene Konferenz ins Leben. Sie organisierten in der Nähe von Los Angeles ein BarCamp (siehe unten). Auf eine illustre Liste eingeladener Redner wurde dabei verzichtet. Stattdessen waren alle Teilnehmer aufgefordert, selber eine Präsentation zu halten oder sich an einer solchen aktiv zu beteiligen. Das Konzept BarCamp verbreitete sich schnell und wurde auch in Europa und Asien weiterentwickelt. Innert weniger Monate nach dem Start des ersten BarCamps fanden weltweit überall Konferenzen statt. Der Trend ist ungebrochen.
Was anfangs von den Medien als «Garagentreff von Computerfreaks» beschrieben wurde, gilt heute als «Hightech-Konferenz» oder «kollektive Ideenschmiede». In Deutschland finden praktisch im Monatsrhythmus BarCamps statt. Aber auch in Zürich organisierten Studenten in den Räumlichkeiten der ETH Zürich Ende Oktober ein solches Treffen. «Mit Erfolg», wie Organisator Corsin Carmichel sagt. So ist ein weiteres BarCamp Switzerland im Frühjahr nächstes Jahr geplant, das sich als Leitthema Blogs verschrieben hat.
BarCamps werden von der Community auch als «Anti-Konferenz» bezeichnet. Franz Patzig, Initiator des BarCamp Cologne und Mitorganisator des ersten in Shanghai, beschreibt BarCamp als «Ad-hoc-Nicht-Konferenz», die aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, dass sich Menschen in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen können.
Hinter der Idee «Ad-hoc-Nicht-Konferenz» oder «Anti-Konferenz» versteckt sich kein anarchistisches Konferenzmodell, wo man sich einfach nur trifft und austauscht. Die Idee ähnelt der Philosophie Open Space, die ihren Ursprung bei Siemens hat. In der 68-er Ära kam der Wunsch auf, mehr Kreativität und weniger Hierarchie in der Kommunikation der Siemens-Elite zu leben und die Führungskräfte zu mehr Offenheit zu ermutigen. Siemens organisierte einen Event, wo an Themenständen Wichtiges und auch Kontroverses zur Diskussion angeboten wurde. Das Konzept Open Space fand Nachahmer und zeigte eine ganz neue Wirksamkeit. BarCamping ist dem Konzept Open Space deshalb ähnlich, weil sich die Teilnehmer in einer offenen Umgebung treffen und diskutieren können. BarCamping unterscheidet sich aber grundsätzlich im Ablauf und der Organisation.
Sind in klassischen Konferenzen die Themen vorgegeben, gestaltet die Community selbst das Programm. Kollektiv und nach Interesse. Ungezwungen treffen sich die Teilnehmer in den im Vorfeld organisierten Räumlichkeiten. Sind die Teilnehmer versammelt, stellt jeder Teilnehmer kurz vor, was er zu erzählen hat. Je nach Interesse der Teilnehmer wird mit einer Handbewegung abgestimmt, welche Referenten und Themen aufs Programm kommen. Auf Papierzetteln werden die Inhalte der Sessions skizziert und auf einer Tafel fixiert. So hat der Teilnehmer die Übersicht der Themen, die behandelt werden.
BarCamps unterliegen aber strengen Regeln. So ist aktive Teilnahme Pflicht, nur Konsumieren ein grobes Vergehen. Franz Patzig: «Reine Zuschauer werden nicht gerne gesehen.» BarCamps fordern von ihren Teilnehmern eine aktive Bereitschaft, Inhalte zu produzieren, Erfahrungen auszutauschen und der Community zugänglich zu machen. Dies passiert überwiegend durch persönliche Weblogs, über youTube oder auf Tauschbörsen wie Flickr.com. Erkenntnisse aus Diskussionsrunden werden oft sofort in der Online-Enzyklopädie Wikipedia editiert. Kommuniziert, verlinkt und organisiert wird das Treffen über ein eigens dafür eingerichtetes Wiki, das den Teilnehmern immer offen steht und jederzeit bearbeitet werden kann. Online werden Infos ausgetauscht und Inhalte anderen Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Vernetzung ist zentral, denn BarCamper sehen in netzwerkbasierten Gesprächen eine Organisationsform, um effektiv Wissen auszutauschen.
Waren die ersten BarCamps teilweise sehr technisch auf Open-Source-Anwendungen, Weblogs, Social Networking oder Web 2.0 ausgerichtet, wird heute genauso über den Einfluss dieser Technologien auf die Zukunft traditioneller Medien und das Leben normaler Internetnutzer diskutiert. Deshalb sind unter den Teilnehmern nicht nur Programmierer und Entwickler, die zum ursprünglichen Kreis der BarCamp-Teilnehmer gehören. Der Trend der «Anti-Konferenz» ist inzwischen auch bei Grosskonzernen angekommen. So traf man zum Beispiel am BarCamp in Köln neben Bloggern oder Startup-Gründern auch Vertreter der Industrie, Marketing-Manager oder Community-Manager deutscher Grosskonzerne. An der Veranstaltung diskutierten aber auch Hochschulprofessoren und viele eifrige Journalisten mit.
Das Modell hat mittlerweile auch andere Branchen erreicht. So hat die Firma Lexthink damit begonnen, LawCamps für Anwälte zu organisieren. Aber auch das Marketing hat die Form BarCamp entdeckt. Am ersten MarCamp in Kalifornien zum Beispiel trafen sich mehr als 150 Teilnehmer, um über Trends in Marketing und Werbung zu diskutieren.
«Es herrscht Aufbruchstimmung»Franz Patzig,
der Organisator der BarCamps in Shanghai und Köln. WW: Als ich das BarCamp Cologne besuchte, fanden sich einmal 40 Teilnehmer in einem Seminarraum für 10. Wieso tun sich das die Leute an? Franz Patzig: Das ist die Faszination BarCamp. Es sind Menschen mit Visionen. Menschen, die sich austauschen und vernetzen wollen und Spannendes zu erzählen haben. Was mit einem Experiment in Kalifornien begonnen hat, scheint mittlerweile auf der ganzen Welt zu funktionieren.
WW: Obwohl BarCamp-Events weltweit wie Pilze aus dem Boden schiessen, sind die Medien gegenüber BarCamps noch zurückhaltend. Warum?Patzig: Im Augenblick werden BarCamps noch als sehr experimentell wahrgenommen. Obwohl wir professionelle Pressearbeit im Vorfeld leisten. Die Medien im deutschsprachigen Raum interessieren sich noch nicht dafür. Schade. Denn hier bewegt sich was, und keiner merkt es.
WW: Was bewegt sich?Patzig: Durch BarCamps vernetzen sich die Leute intensiver. Kontakte und Wissen werden einfacher ausgetauscht. Es ist verrückt. Ein Beispiel. Ich habe erfahren, dass ein Teilnehmer dringend Entwickler für ein Projekt sucht. Er konnte aber keine finden. Ich habe innerhalb von zehn Minuten den Kontakt zu einer Firma in Shanghai hergestellt. Die beiden Parteien eruieren jetzt, wie sich eine Zusammenarbeit darstellen könnte.
WW: In Köln war Web 2.0 das Thema. Sind BarCamps die neuen Web-Trendseismographen?
Patzig: Ich denke schon. Viele der Teilnehmer sind weltweit vernetzt, besonders auch dort, wo die Zukunftsmusik spielt, also in San Francisco und Umgebung.
WW: BarCamp basiert im Grunde auf der Idee von Web 2.0. Mitmachen heisst die Devise. Zuschauer sind nicht erwünscht.
Patzig: Mitmachen und sich dabei austauschen. Der Spirit der BarCamps widerspiegelt auch die gegenwärtige Stimmung im Internet. Weg vom Konsumenten, hin zum Produzenten. Es herrscht Aufbruchstimmung. Nach dem Platzen der New-Economy-Blase sind die Dinge wieder in Bewegung gekommen. Diese Mega Deals von Google sind natürlich das, was wahrgenommen wird. Aber die wirklichen Veränderungen in der Arbeit und des Miteinanders ist das, was letztlich beeindruckend ist.
WW: Was kann das neue Web? Patzig: Die Welt verbessern. Die neuen Techniken geben den Usern mächtige Werkzeuge in die Hand.Kein Eintrittsgeld, kein ProgrammAls BarCamp wird ein internationales Netzwerk
von «Anti-Konferenzen» oder auch «Unkonferenzen» bezeichnet. Das Konzept: Kein Eintrittsgeld, kein Programm, nur ein Leitthema steht fest. BarCamps sind offene Veranstaltungen, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern bestimmt werden. Der Name ist eine Anspielung auf eine von Tim O’Reilly initiierte Veranstaltungsreihe names FooCamp und bezieht sich auch auf den Begriff Foobar. Seit dem ersten BarCamp in Palo Alto (Kalifornien) im August 2005 in den Räumlichkeiten der Firma Socialtext wurden bereits in über 44 Städten in Nordamerika, Asien und Europa BarCamps abgehalten. Die Themen an BarCamps sind vielseitig, überwiegend aber geht es um Trends im Internet. Die Idee BarCamp hat mittlerweile auch Spin-offs. So finden HealthCamps, LawCamps oder MarCamps (MarketingCamps) statt.
Christian Lüscher

Sony geht auf Mädchenfang

Games Nachdem Sony die Playstation 2 in ein rosa Gehäuse gesteckt hat, macht TBWA Zürich nun Werbung für den Barbie-Look.

Games Nachdem Sony die Playstation 2 in ein rosa Gehäuse gesteckt hat, macht TBWA Zürich nun Werbung für den Barbie-Look. Schon länger wurde sie angekündigt, jetzt ist sie offiziell im Handel: Die Playstation 2 im modischen Pink. Rechtzeitig aufs Weihnachtsgeschäft bringt Sony Playstation eine Limited Edition Pink in die Läden. Mit der neuen Farbe sollen natürlich vor allem weibliche Videospieler angesprochen werden. Die weiblichen Gamer freut es, denn deren Konsole passt jetzt zum Outfit und Schminktisch. Zwei Zielgruppen im VisierDas macht die Werbeagentur TBWA Zürich auch zum Thema ihrer Kampagne für Sony. TBWA Zürich wurde beauftragt, eigens für den Schweizer Markt eine Anzeige mit zwei verschiedenen Botschaften zu kreieren. Zum einen soll die junge weibliche Zielgruppe angesprochen werden, die sich die pinkige PS2 selber kauft. Zum anderen will man die Barbie-PS2 auch bei Eltern, Grosseltern und andern potenziellen Geschenklieferanten positionieren.
Herausgekommen ist dabei eine einfache wie überzeugende Kampagne: Rosarote Farbspuren aus der Spraydose auf einem Perserteppich zeigen, dass die Kids bis anhin ihre eigene Pink PS2 machen mussten oder machen werden. Dazu die beiden Claims «Selber machen? Kannst du dir schenken» oder «Erfüllen Sie ihr diesen Wunsch. Bevor es zu spät ist».
Sony entwickelte zusammen mit der Sängerin Pink, die bei Sony BMG unter Vertrag steht, eine limitierte Ausgabe an pinkfarbenen Geräten mit exklusiven Audio- und Videoaufnahmen. Der Anteil junger Frauen an den Spielern ist laut internationalen Studien in den vergangenen zwei Jahren von 20 auf 25 Prozent gestiegen. Die ganze Gamebranche hofft auf die Kaufbereitschaft des weiblichen Geschlechts. So ist nicht nur die PS2 in pink erhältlich, sondern auch Sonys Mobilkonsole PSP oder der PSP-Konkurrent Nintendo DS mit zwei Bildschirmen.
Christian Lüscher

Basel im Ausgang

Gastronomie Reinhold kocht die Werbung für den Gastro-Führer «Basel geht aus!», dessen Erstauflage nun in den Läden steht.

Gastronomie Seit einigen Monaten schon «köchelt» es in der Basler Gastroszene. Die Macher der Erfolgstitel «Tessin geht aus!» und «Zürich geht aus!» haben Basel als neustes Pflaster für ihre kulinarischen Streifzüge auserkoren. Seit dem Spätsommer sind Chefredaktor Wolfram Meister und sein Autorenteam am Recherchieren, am Essen, am Bewerten und am Schreiben für die Erstausgabe der Jahres-Edition 2007 «Basel geht aus!». Die «ofenfrische» und «saftig gewürzte» Erstauflage mit 150 empfehlenswerten Restaurants aus dem Basler Dreiländereck ist nun im Buchhandel und am Kiosk erhältlich. Die Werbung dazu stammt aus der Küche Reinhold.

«Wir haben die Lage unterschätzt»

Zeitungen Im Interview erklärt Urs Gossweiler, CEO der Gossweiler Media in Brienz, warum er die Partnersuche für sein Mikrozeitungskonzept aufgegeben hat und künftig die Jungfrau Zeitung alleine machen will.

Zeitungen Im folgenden Interview erklärt Urs Gossweiler, CEO der Gossweiler Media in Brienz, warum er die Partnersuche für sein Mikrozeitungskonzept aufgegeben hat und künftig die Jungfrau Zeitung alleine machen will. WW: Die Jungfrau Zeitung machen Sie jetzt im Alleingang, nachdem Sie mit zahlreichen Versuchen gescheitert sind, das Konzept mit Partnern ausserhalb der Jungfrauregion zu realisieren. Warum?Urs Gossweiler: Das waren mehr als blosse Versuche. Ich habe drei Jahre lang bis vor kurzem nur dafür gearbeitet. Ich hatte den Job, das Konzept anderen Verlegern schmackhaft zu machen. Und das ist ganz klar gescheitert. WW: Weshalb will niemand die Mikrozeitung?Gossweiler: Wir waren in keiner Weise kompromissfähig. Wir hatten klar die Vorstellung, überall würde dieselbe Konzeption, dasselbe Design funktionieren, bloss mit anderen Inhalten. Andere Kooperationen funktionieren so. Alle dürfen etwas am Design und am Satzspiegel herumbasteln und drucken dann in der Regel dieselben SDA-Meldungen ab. Wir haben genau den anderen Ansatz. Wir hatten die Illusion, dass das Wichtigste für einen Verleger die Hoheit über das Publizistische ist. Aber vielfach ist ihnen – viele sind gleichzeitig auch Drucker – das Inhaltliche gar nicht so wichtig. Das haben wir unterschätzt. Wenn ausserdem einer aus einem Bergland der Schweiz kommt, dann gilt er in der Medienstadt Zürich vielleicht nicht ganz als der Hellste.WW: Sie gelten doch als eines der seltenen Enfants terribles in der Branche. Ihr Konzept hat reihenweise für Auseinandersetzungen gesorgt. Gossweiler: Aber das ist noch keine Auszeichnung dafür, dass Gossweiler innovativ ist. WW: Die Bescheidenheit kaufe ich Ihnen nicht ab.  Warum haben Sie denn – anders gefragt – das Korsett nicht etwas gelockert, damit ein Verleger mit der eigenen Handschrift hätte operieren können?Gossweiler: Wir hätten uns nie angemasst, zum Beispiel das Aussehen der Mittelland Zeitung zu bestimmen. Bei Peter Wanner ging es um die Erschliessung zusätzlicher lokaler Räume. Er hatte das Gefühl, das könne er mit lokalen Tabloidausgaben lösen. Das ist völlig ok. Aber ich glaube, dass das Mikrozeitungskonzept für eine Regionalzeitung keine Zukunft hat. WW: Sie zweifeln also grundsätzlich an der Idee Mikrozeitung?Gossweiler: Eine regionale Tageszeitung zu regionalisieren, wie Wanner mit den Tabloids oder wie der Tages-Anzeiger mit dem sechsten Bund wie auch die Südostschweiz mit Wechselseiten – dieses Modell funktioniert nicht. Die Berner-Zeitung hatte bereits 1978 bei ihrer Gründung Lokalsplits realisiert und hat in dem Bereich das grösste Know-how und ausgeklügeltste Splitsystem. Trotzdem hat die BZ seit 2000 bis heute gut 40 Prozent  ihrer Anzeigen verloren. Das kann also nicht die Zukunft sein. Wir haben mit unserem Konzept immer radikal das Geschäftsmodell der regionalen Tageszeitung in Frage gestellt. Mikrozeitungen seien sozusagen wie ein Auffangbecken, damit die Verleger auch in Zukunft noch Verleger bleiben können. Vielleicht hätten wir das nicht immer so pointiert herausstellen müssen.WW: Werden wir konkreter: Sie waren 2004 mit Tamedia im Gespräch. Was hat da nicht funktioniert?Gossweiler: Schade, ist Pietro Supino nicht zwei Jahre früher Präsident des Tamedia-Verwaltungsrates geworden. Er hatte das Potenzial der Mikrozeitung für den Tagi erkannt. Letztlich entschied dann CEO Martin Kall, der das Konzept gut fand, aber nach eigenem Bekunden lieber Zeitungen kauft als neue zu gründen. WW: Dann haben Sie auch mit der NZZ verhandelt, um im Thurgau fünf Mikrozeitungen zu lancieren. Kurz vor Unterzeichnung stieg die NZZ aus. Gossweiler: Die NZZ wollte nicht in einen Raum vordringen, ohne etwas Bestehendes zu verdrängen. Dieses Bestehende, nämlich die Mehrheit an der Neuen Luzerner Zeitung, hatte sie kurz vorher für 170 Millionen gekauft. WW: Warum die NLZ? Es ging ja um den Thurgau?Gossweiler: Nein. Der Westen des Thurgaus wäre erst der Testmarkt gewesen. Es ging ja dort darum, Tamedia zu zeigen, dass man ihr den Thurgau streitig machen kann. WW: Zum halben Preis dessen, was Tamedia für die Thurgauer Zeitung hingelegt hat?Gossweiler: Nein, für weniger. Ich schätze um 15 Millionen. Wir hätten damit ein Modell gehabt, das auch an anderen Orten problemlos funktioniert hätte. WW: Was genau war ausserhalb des Thurgaus geplant?Gossweiler: Es wäre logisch gewesen, dass nach dem Test im Thurgau die Zentralschweiz mit 16 Mikrozeitungen drangekommen wäre. WW: Getreu der Vision, die ganze Schweiz mit einem Netz von Mikrozeitungen zu überziehen. Gossweiler: Klar, sonst macht das Konzept ja keinen Sinn. An bloss fünf Mikrozeitungen im Thurgau waren wir nie interessiert. Als man bei der NZZ gemerkt hat, dass es dann vielleicht in Luzern kein Tagblatt und keine NLZ mehr braucht, stieg man aus. Das ist meine Interpretation.WW: Schon früh gab es auch mit Mehrheitsaktionär Daniel Brunner den Versuch, aus der Zuger Presse eine Mikrozeitung zu machen. Gossweiler: Das war schon Ende der 90er-Jahre. Dani Brunner hatte bei uns bedeutend investiert. Aber er hat leider die Zuger Presse nie nach unserem Prinzip zu einer Mikrozeitung umgewandelt. Im Nachhinein betrachtet, war es kontraproduktiv, dass man uns zur Zuger Presse geholt hat.WW: Dem Vernehmen nach haben Sie jüngst einen letzten Versuch für eine Partnerschaft gewagt, und zwar mit Andreas Zehnder, dem Sohn des Gratiszeitungskönigs in Wil. Was ging da schief?Gossweiler: Andreas Zehnder hat ja über 20 Gratistitel, die vom Verbreitungsgebiet her auf den ersten Blick Mikrozeitungen sein könnten. Wir kamen an der Verlegertagung in St. Moritz schnell ins Gespräch. Das Gute bei Zehnder war, dass er nicht so lange wie die NZZ gebraucht hat, um sich zu entscheiden.WW: Warum wollte Zehnder nichts wissen?Gossweiler: Familienunternehmen funktionieren nach eigenen Gesetzen. Ich weiss ja selber, wovon ich spreche, und respektiere natürlich seine Entscheidung.WW: Ist das jetzt der totale Abschied vom Konzept, oder wird es einmal eine Mikrozeitung light geben, die ein Verleger einfacher an die eigenen Bedürfnisse adaptieren könnte – was by the way ein Beitrag an Ihre Entwicklungskosten wäre? Gossweiler: Das wär der einzige Grund, denn unsere Entwicklungskosten sind nicht gering. Wenn man schaut, mit wie wenig Leuten wir unsere Produktepalette realisieren, dann ist das Weltklasse. Das hat seinen Preis. Bisher wollten wir das sichern, indem mehrere Medienunternehmer an diese Plattform andocken, was nicht funktioniert hat. Doch unterdessen haben wir die Lösung, wie wir das auch alleine schaffen können. Bisher haben wir in unserem Konzept den Mikrokosmos Jungfrau als touristischen Hotspot mit weltweiter Ausstrahlung immer ausgeblendet. WW: Sie besinnen sich also auf die regionalen Kernkompetenzen.Gossweiler: Wir hatten unsere Region nicht im Konzept, weil sie nicht duplizierbar ist. In Olten, Kreuzlingen oder im Säuliamt gibt es keine Jungfrauregion. Es gibt einiges an unserem Tourismus hier zu kritisieren, aber wir haben einen weltweit bekannten Brand. Das können wir voll ausschöpfen. Das ist längerfristig möglicherweise noch spannender, als Software-Lieferant zu sein für regionale Medienhäuser in der Schweiz. Da kann auch eine Private-Equity-Firma von Frankfurt oder Honolulu kommen: Die Firma Gossweiler bleibt, wo sie ist. Interview: René Worni

Metzgerlehner steckt Schacke & Partner in Nadelstreifenlook

Die Zürcher Schacke & Partner Financial Services ist die individuelle Vermögensberatung für höchste Ansprüche. Um diesen gerecht zu werden, hat Metzgerlehner Worldwide eine Headlinekampagne im Nadelstreifenlook kreiert.

Die Zürcher Schacke & Partner Financial Services ist die individuelle Vermögensberatung für höchste Ansprüche. Um diesen Ansprüchen auch hinsichtlich Werbeauftritt gerecht zu werden, hat Metzgerlehner Worldwide eine Headlinekampagne im Nadelstreifenlook kreiert, die mit dem Kontrast zwischen pointierten Headlines und seriösem «Banker-Layout» spielt, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist. Die Anzeige in der  Bilanz-Ausgabe «Die 300 Reichsten» bildet den Auftakt einer Headline-Kampagne. Weitere Sujets sollen in weiteren ausgewählten nationalen und internationalen Titeln im nächsten Jahr folgen.

Medienlese: Die Ressource Öffentlichkeit

Der Journalist und Korrespondent Peter Sennhauser hat im Blog Medienlese eine Kurzserie initiiert, die sich die Frage stellt, was Blogging von Journalismus unterscheidet. In seinem zweiten Essay richtet er den Fokus auf das Thema der Öffentlichkeit.

Der Journalist und Korrespondent Peter Sennhauser hat im Blog Medienlese eine Kurzserie initiiert, die sich die Frage stellt, was Blogging von Journalismus unterscheidet. In seinem zweiten Essay richtet er den Fokus auf das Thema der Öffentlichkeit. Und hier macht er auch den Unterscheid zwischen den Profis aus der Informationsbranche und der Mehrheit der Blogger aus: «Im Wissen um die Natur und in der Erfahrung im Umgang mit ‚Öffentlichkeit’». Denn diese verleihe – so ein häufiges Missverständnis – keine Macht, sondern überführe wenig bekannte Fakten, Kenntnisse aber auch persönliche Meinungen und Interpretationen in einen sehr instabilen Aggregatszustand, der nicht mehr zu kontrollieren sei. Medienleute wüssten darum und dass mit ihrer Gatekeeper-Funktion auch Verantwortung verbunden ist. In Zuge der Aufweichung der Entscheidungsfindung – was der Öffentlichkeit überantwortet wird und was nicht – durch das Internet und Mainstream-Medien wird zunehmend alles, was geschieht, öffentlich, weil irgendjemand darüber bloggt. Sennhauser plädiert deshalb für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Öffentlichkeit, um grassierendem Misstrauen und sich vermehrenden Regulierungsbetrebungen nicht das Terrain zu ebenen. Nachlesen und kommentieren hier: .

Bakom büsst Ringier wegen Verletzung der Sponsoringregeln

Nach rund zweieinhalb Jahren ist das Strafverfahren gegen Ringier TV, Produzentin der Sendung «Gesundheit Sprechstunde» abgeschlossen. Der Sender muss eine Busse von 5000 Franken entrichten und einen Teil der unrechtmässig erzielten Einnahmen abliefern.

Nach rund zweieinhalb Jahren ist das Strafverfahren gegen Ringier TV, Produzentin der Sendung «Gesundheit Sprechstunde» abgeschlossen. Der Sender muss eine Busse von 5000 Franken entrichten und einen Teil der unrechtmässig erzielten Einnahmen abliefern. Die Höhe des Betrages ist nicht bekannt. Ringier TV akzeptiert den Entscheid, da das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) einige der Anklagepunkte fallen gelassen hat, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet.Ende Mai 2004 hatte das Bakom ein verwaltungsrechtliches Aufsichtsverfahren gegen die Gesundheitssendung eröffnet. Das Bundesamt äusserte damals die Vermutung, die Sendung verstosse gegen Finanzierungsvorschriften des RTVG (siehe
).Von den ursprünglichen Anklagepunkten sind nur zwei Verstösse übrig geblieben. Einerseits derjenige in Bezug auf die Vereinigung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH), die als Sponsorin genannt worden war, obwohl sie nur Sponsorengelder von Dritten an Ringier weiterleitete. Laut Bakom hätten die direkten Geldgeber als Sponsoren genannt werden müssen. Auch im Zusammenhang mit der Lungenliga wurden die Sponsoringbestimmungen verletzt. Jedoch zeige das Bakom laut Medienmitteilung von Ringier ein gewisses Verständnis, dass die Sendung für die gemeinnützige Institution zum 100-jährigen Bestehen «Schleichwerbung» betrieb. Fallen gelassen wurde der Vorwurf der Schleichwerbung für Medikamente.

Eurobest: 43 Shortlist-Platzierungen von Schweizer Agenturen

4988 Einreichungen hatte die Jury des diesjährigen 19. Eurobest-Wettbewerbs in London zu bewerten – 922 von ihnen schafften es auf die Shortlist. Die Schweiz liegt mit einem Total von 43 Shortlist-Pätzen gut im Rennen.

4988 Einreichungen hatte die Jury des diesjährigen 19. Eurobest-Wettbewerbs in London zu bewerten – 922 von ihnen schafften es auf die Shortlist. Die Schweiz liegt mit einem Total von 43 Shortlist-Pätzen gut im Rennen, allerdings weit abgeschlagen hinter Deutschland (227 Shortlist-Platzierungen), Frankreich (130), Schweden (108), UK (96) und Belgien (77). In den einzelnen Kategorien sind die Schweizer Shortlist-Plätze wie folgt verteilt: 4 für «TV/Cinema», 14 für «Print», 18 in der Kategorie «Outdoor», 6 für die dieses Jahr neue Kategorie «Direct» und einer in der ebenfalls neuen Kategorie «Interactive». Einzig in der Kategorie «Radio» schaffte es kein Beitrag auf die Shortlist.
Am erfolgreichsten vertreten auf der Shortlist des diesjährigen Eurobest ist die Werbeagentur Publicis. Sie schaffte es auf 13 Platzierungen, gefolgt von Walker mit 9 und Advico Young & Rubicam mit 7 Plätzen. Die Agentur am Flughafen kann 4 Nennungen verbuchen, Ruf Lanz deren 3 und Lowe und SFLB haben je 2 Shortlist-Plätze ergattert. Einen Shortlist-Platz haben die Agenturen Jung von Matt, Lang Gysi Knoll und Wirz erzielt.
Die Gewinner des diesjährigen Eurobest und des Titels «Agentur des Jahres» werden am 7. Dezember bekannt gegeben:

Martin Oschmolz startet als Key Account beim Tages-Anzeiger

Per 15. Januar tritt Martin Oschmolz die Stelle als neuer Key Account national beim Tages-Anzeiger an. Der 29-Jährige absolvierte bereits seine Lehre in der Verlagsbranche und ist seitdem den Printmedien in diversen Funktionen treu geblieben.

Per 15. Januar tritt Martin Oschmolz die Stelle als neuer Key Account national beim Tages-Anzeiger an. Der 29-Jährige absolvierte bereits seine Lehre in der Verlagsbranche und ist seitdem den Printmedien in diversen Funktionen treu geblieben. Nebenbei hat er sich zum Marketingplaner ausgebildet und war in den letzten zwei Jahren als Gebietsverkaufsleiter für die Weltwoche tätig. 

Greenpeace-Taucher zeigen Passanten den Weihnachtsfisch

Während sich Herr und Frau Schweizer kurz vor Weihnachten überlegen, ob sie zum Festmahl Lachs servieren wollen, watet Greenpeace mit einer Aktion auf.


Während sich Herr und Frau Schweizer kurz vor Weihnachten überlegen, ob sie zum Festmahl Lachs servieren wollen, watet Greenpeace mit einer Aktion auf. Am Dienstag konfrontierten acht Greenpeace-Taucher beim Paradeplatz und in der Bahnhofstrasse die Vorbeieilenden mit Videoaufnahmen von den überfischten Weltmeeren. Auf Stühlen sitzend zeigten die Aktivisten – in Outfits à la Steve Zissou aus dem Wes Anderson-Film «The Life Aquatic» – auf Laptops Bildmaterial von gefangenen Thunfischen und riesigen Mengen von Beifang. Die Umweltschützer verteilten zudem einen Flyer, der Auskunft gibt über die Bedrohung einzelner Arten und darüber, was Verbraucher tun können: Weniger Fisch, einheimischen Fisch und nachhaltig sowie fair produzierten Fisch konsumieren. «Wir wollen die Leute vor dem Weihnachtseinkauf zum Nachdenken bewegen», sagt Yves Zenger, Pressesprecher bei Greenpeace Schweiz.

3fach-Moderatoren warten auf Lohn

Das werbefreie Luzerner Jugendradio 3fach hat Geldsorgen und um die laufenden Rechnungen bezahlen zu können, müssen nun erstmal die Moderatoren zurück stecken. Diese bleiben dem Sender jedoch treu.

Beim werbefreien Luzerner Jugendradio 3fach warten die Angestellten zurzeit auf ihre Lohnzahlungen. Der Sender hat Geldsorgen und um die laufenden Rechnungen bezahlen zu können, müssen nun erstmal die Moderatoren zurück stecken. Diese bleiben dem Sender jedoch treu. Keiner der Mitarbeiter hat aufgrund der aktuellen Situation gekündigt. Seit August erhalten die im Stundenlohn angestellten Moderatoren keinen Lohn, seit Oktober müssen sich auch die vier Festangestellten gedulden, berichtet die Neue Luzerner Zeitung. Entschädigt sollen die Mitarbeiter laut stellvertretender Geschäftsleiterin Esther Unternährer im Januar werden, wenn das Geld vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eintreffe. Für das Jahr 2007 überweist das Bakom 145’807 Franken an Radio 3fach. 80 Prozent sollen im Januar auf dem Konto des Senders eintrudeln. Wenn das Budget eingehalten wird, folgen die restlichen 20 Prozent Anfang 2008. Neben dem Luzerner Jugendsender unterstützt das Bakom weitere sechs werbefreie Radiostationen mit insgesamt 1,6 Millionen Franken aus dem SRG-Gebührensplitting.
Um die Beiträge zu erhalten, müssen die Sender exakt Buch führen. Denn der Bakom-Beitrag darf 50 Prozent des Gesamtbudgets nicht übersteigen. Werden die Vorgaben nicht eingehalten, muss womöglich etwas Geld zurückerstattet werden.
Schon früher knapp bei KasseZur diesjährigen Situation führte unter anderem die schlechte Bilanz des Festivals Funk am See, welches 3fach mitfinanziert hat. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Radio 3fach von Geldsorgen geplagt wird. Vor zwei Jahren strichen die Innerschweizer Lokalradios ihre Beiträge für den Sender, der im Gegenzug auf Werbung und Sponsoring verzichtet hatte (siehe
). Um an Geld zu kommen, führt der Sender aktuell einen Memberclub. Ihm gehören knapp 500 Mitglieder an, die alle mindestens 33 Franken pro Jahr bezahlen. Auch arbeitet man mit Sendersponsoring, was im Gegensatz zu Werbespots erlaubt ist. Zurzeit stehen 30 Prozent der Sendegefässe unter einem Patronat einer Firma.

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